Ausgabe 
(4.6.1942) Nr. 151
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parteiamtliche lageszeitung

Das Dmisblatt des Negierenden vürgermeisters der Freien kionsestadt vremen

Dr. 151 /12. Jahrgang

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Die 1 nun hohe und 22 nun breite- Zeile im Anzeigenteil 26 Die 78 mm breite und 1 min hohe Zeile im Tcrtteil 75 Geschäfts­

stellen: Bremen: Geeren 6^8, Ruf: 219 31; Nachtruf und sonn­tags 2 47 65; Obernstraße 86, Ruf 21931; Shke: Mühlendamm2; Bremen-Hemelingen: Vahnhofstr. 6;, Ecke Poststraße, Ruf 4 34 58; Br.- Vegesack, Nohrstr. 24, Ruf 4 u. 8; Vremen-Blumenthal: Kapt.-Dall-

mann-Straße 41^43, Ruf 88 u. 89

Donnerstag, 4. Juni 1942

der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkündungsblalt des Neichsstakthalters in Oldenburg und vremen

kinzelpreis 15 Npf.

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im ehrwürdigen Bremer Rathaussaal

Bremen, 3. Juni. Die historische Halle des altehrwürdigen Bremer Rathauses erlebte am Mittwochvormittag in ihrer mehr als 5vvjährigen Geschichte eine denkwürdige Stunde. In Anwesen­heit von rund 400 Vertretern aus Staat, Partei, Wehrmacht, Wirtschaft und Kunst führte hier Reichsinnenminister Dr. Frick den neuernannten Reichsstatthalter für Oldenburg und Bremen. Paul Wegener. in sein verantwortungsvolles Amt ein.

Seit der Außenhandelstagung im Jahre 1934 sind in der oberen Halle des Bremer Rathauses nicht mehr so richtungweisende, ja programmatische Worte gefallen wie bei der Einführung von Gauleiter Wegener als Reichsstatthalter durch Reichsminister Dr. Frist. Wurde damals die Verlagerung des zwischenstaatlichen Güter­verkehrs aus den europäischen Kontinent zur unabding­baren Forderung der deutschen Wirtschaftspolitik er­hoben, so wurde es gestern klar, daß mit der Reichsstatt- halterschast von Gauleiter Wegener in unserm Gau Kräfte zur Betätigung drängen, die, fest verankert im nationalsozialistischen Ideengut und bewährt in den Jahren des Kampfes, es sich zum Ziele gesetzt haben, unsern Nordseegau mit der alten Hansestadt Bremen wei­ter so zu fördern und zu stärken, daß er zu einem wahren Kleinod des Reiches wird.

Mehr als ein halbes Jahrtausend bremischer und deutscher Geschichte war unser Rathaus Sammelplatz po­litischen Handelns im Dienste des Reiches, davon zeugen heute noch Schiffsmodelle, die sonst von der Decke der Halle herabhingen und an ihrem Heck den Reichs­adler führen, und so dürfen wir die Einführung unse­res Gauleiters als Reichsstatthalter durch den Reichs­innenminister in dem historischen Saal des Bremer Rat­hauses als Symbol dafür nehmen, daß die Aufgaben, die unserm Gau im Dienste des großen Reiches obliegen, nicht geringer, sondern schwerwiegender geworden sind.

Mehr als 400 Vertreter von Partei, Staat, Wehr­macht, des ReichsarbMsd'i'Snlstes, von Wirtschaft, Kunst und Kultur, unter thuen der Bremer EicheNlaubtrÄger Kwprtänlsutnant Hardegen, wohnten der um 11 Uhr beginnenden denkwürdigen Amtseinführung bei, im Ratsgestühl Reichsmintster Dr. Frick, Gauleiter We­ge n e r , der Regierende Bürgermeister SA.- Olbergruppönführe-r Vöhmcker und die Senatoren unserer Hansestadt sowie Staatssekretär Pfundtner, unter den Ehrengästen u. a. Reichsstatthalter Gauleiter Kaufmann- Hamburg und der Ministerpräsident von Oldenburg, Stellv. Gauleiter Joel.

Nach den festlichen Klängen derFidelio"-Ouvertüre, meisterlich gespielt vom Orchester des Theaters der Hansestadt Bremen, begrüßte

-sr Negierende vürgermeister

als Hausherr die Gäste und nahm den Anlaß wahr zu nachfolgenden bedeutsamen Feststellungen:

Herr Minister! Herr Reichsstatthalter!

Am heutigen Tage erleben wir in der Geschichte der Länder Oldenburg und Bremen ein besonders wichtiges Ereignis. Ueber unseren unvergeßlichen Gauleiter und Reichsstatthalter Carl Rover hat sich die Erde ge­schlossen. Was er uns gewesen ist, ist in den letzten Ta­gen mehrfach von berufener Seite zum Ausdruck ge­bracht. Er wird uns als der alte Vorkämpfer der natio­

nalsozialistischen Bewegung im Gau Weser-Eins immer Vorbild bleiben und immer unter uns sein.

Heute findet hier in diesem alten denkwürdigen Saal des Bremer Rathauses, der fast 550 Jahre bremische Geschichte gesehen hat, die Einführung des neuen Reichs­statthalters, Gauleiter Wegener, durch Sie, Herr Reichsminister, statt. Die Bedeutung dieses Tages kommt dadurch am besten zum Ausdruck. Zugleich im Namen des hier anwesenden Herrn Ministerpräsidenten von Ol­denburg begrüße ich Sie, Herr Reichsminister, und Sie, Herr Reichsstatthalter, herzlich. Ich begrüße ferner 'den Gauleite von Hamburg, Herrn Reichsstatthalter Kauf­mann, und die mehr als 400 Ehrengäste, die zu dieser bedeutsamen Veranstaltung aus Staut, Partei, Wehr­macht, Wirtschaft und Kunst hier versammelt siiid. Ich benutze diese Gelegenheit und die Anwesenheit fast aller führenden Persönlichkeiten aus dem Gau Weiser-Eins, in meiner Eigenschaft als Regierender Bürgermeister von Bremen einige Worte an Sie zu richten. Es handelt sich um

die vedeutung vremens im 6au weser-kms

Aus Kreisen, die mit der bremischen und hansischen Geschichte nicht genügend vertraut sind, kann man häufig die Ansicht hören, daß die auf den Erwerb und die Er­haltung der Reichsunmitte'Ibarkeit gerichtet gewesenen Bestrebungen der Hansestädte einem örtlichen Egoismus und einer parMu-läMischen Neigung^enÜsppungM. seien.. Nichts ist falscher als das! - --

An Hand der geschichtlichen Vergangenheit unserer Hansestadt Bremen kennzeichnete der Regierende Bür­

germeister die deutsche Sendung Bremens aus dem Ge­biete der Seeschiffahrt und des Welthandels.

Sie, Herr Minister", so fuhr er fort,haben ein­mal die wichtige Forderung erhoben, daß jede Ausgabe, die örtlicher Ausführung fähig ist, in die Gemeinde gehört. Daß zu diesen Aufgaben die Verwaltung und der Bau von Seehäfen zu rechnen ist, ist für die Hanse­städte eine Selbstverständlichkeit, da sie seit mehr als tausend Jahren auf diesem Gebiete Mustergültiges ge­leistet und viele Jahrhunderte hindurch die alleinigen Träger deutscher Seegeltung gewesen sind.

Ich weiß, daß Sie, Herr Minister, diesen Standpunkt Bremens voll. teilen. Das haben Sie am klarsten da­durch zum Ausdruck gebracht, daß Sie mit Wirkung vom 1. April 1938 den bremischen Hafenteil an der Unterweser auch kommunalrechtlich mit der Stadt Bre­men verbunden haben, um so die Hafeneinheit Bremen- Bremerhaven in der Hand der Gemeinde Bremen zu erhalten. Damit haben Sie, wie die Geschichte der Hansestädte lehrt, eine Lösung gefunden, die dem ge­samtdeutschen Interesse am besten gerecht wird.

Nachdem bereits im Jahre 1934 durch das Gesetz über den Nauaufbau des Reiches die Hoheitsrechke der Länder auf das Reich übergegangen sind und damit der deutsche Einheitsstaat geschaffen ist, hat Bremen selbstverständlich nicht mehr den Wunsch, auch in Zukunft im deutschen Nordwesten ein staatsrechtliches Soniderdasein zu führen. Memevf.'füh7t.sich mit dem Gau Weser-Ems auf das engste verbunden. Es muß natürlich erwarten, daß es die Stellung erhält, die seiner Bedeutung und seiner Auf­gabenstellung entspricht. Seine Aufgabe erschöpft sich kei­

24 Vritenflugzeuge am Kanal abgeschossen

flm Mittwochnachmittag fügten die deutschen Zager dem seind wiederum schwerste Verluste ;u

Berlin. 3. Juni. Wie das Oberkommando der Wehrmacht mitteilt, erzielten deutsche Jäger am Mittwoch am Kanal neue Erfolge im Kampf gegen die britische Luftwaffe Als in " den Rachmittagsstunden ein gemischter Verband britischer Bomber und Jagdflugzeuge in den Raum um Cherbourg einzufliegen versuchte, wurde er schon vor Erreichen der Küste von deutschen Jägern in heftigen Luftkämpfen gestellt. Nach bisher vorliegenden Meldungen wurden 16 britische Flugzeuge aus dem feindlichen Verband herausgeschossen. Bei einem weiteren Einflugsversuch wurden abermals acht britische Flugzeuge zum Absturz gebracht, so datz der Feind insgesamt 24 Flugzeuge verlor.. Nach diesen schweren Verlusten brachen die Briten ihre Angrifssversuche ab. Bei diesen Luftkämpfen errang Oberleutnant Schnell mit vier Abschüssen seinen 58. bis 61. Luftsieg. Eigene Verluste traten nicht ein.

-er gestrige wehrmacktsberickt

Aus dem Führerhauptquartier, 3. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:Im mittleren Abschnitt der Ostfront führten örtliche Angriffe zur Vernichtung eingeschlossener feindlicher Gruppen. Der Feind verlor in diesen Kämpfen über 1509 Tote, 2000 Gefangene,. 54 Geschütze, 287 Granat­werfer und Maschinengewehre sowie drei Panzerlamps- wagen und vier Flugzeuge. Ein überraschender feind­licher Angriff gegen den Abschnitt einer Division schei­terte unter hohen Verlusten. Ueber 400 Tote bedeckten das Kampfseid. Im nördlichen Frontabschnitt dau­ern die heftigen örtlichen Kämpfe im Sumpsgeliinde des Wolchow an. Durch eigene Angriffe wurden wich­tige feindliche Versorgungslinien abgeschnitten. Gegen­angriffe des Feindes scheiterten, wobei unter Mitwir­kung von Sturzkampffliegern 32 sowjetische Panzer zer­stört wurden. In den Gewässern des Schwarzen Meeres versenkten Kampfflugzeuge aus einem sowje­tischen Geleitzug heraus einen Tanker von 3000 BRT. Im Hafen von Murmansk trafen Sturzkampfflug­zeuge sechs große Fracht- und Transportschiffe mit

omben schwere» Kalibers. I« der Zeit vom 21. 5.

bis 1. K. verloren die Sowjets 610 Flugzeuge. Davon wurden.498 Flugzeuge in Lustkämpsen, 74 durch Flak­artillerie und 14 durch Verbände des-Heeres abge­schossen, der Rest am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 53 eigene Flug­zeuge verloren. In Norvasrila dauern die Kämpfe an.

Die Stadt Canterbury wurde auch in der ver­gangenen Nacht mit Sprengbomben schweren und schwer­sten Kalibers sowie Zehntausenden von Brandbomben belegt. Bei Jagdvorftößen an der Kanalküste und Ein- fliigen einzelner britischer Bomber im Schutze von Wolken in das westliche Reichsgebiet verlor der Feind am gestrigen Tage durch äagdabwehr und Marine­artillerie 20 Flugzeuge. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt. Die britische Luftwaffe unternahm in der Nacht zum 3. 6. Störangrisfe gegen mehrere Orte West- deutschlands. Größere Brandschäden, vor allem in Wohnvierteln und an öffentliche» Gebäuden, sind be­sonders in Duisburg entstanden. Nachtjäger und Flakartillerie schössen 14 der angreifenden Bomber ab. Während die britische Propaganda 20 000 Tote als Erfolg des Luftangriffes aus Köln angibt, ist festzu­stellen, daß als Opfer dieses Angriffes 200 Tote zu beklage» sind.«

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neswegs in seiner ruhmreichen Geschichte und Tradition auf vielen Gebieten, insbesondere der der Wirtschaft und der Kultur.

Vremen lebt nicht von feiner Tradition, sondern sie vermittelt ihm nur die Kräfte, die es braucht, um auch im Großdeutschen Reich eine bedeutsame Rolle zu spielen, wie es auch dieser Krieg wieder gezeigt hat.«

Bremen werde, so sagt der Redner, nach dem siegreichen Ende dieses Krieges auf Grund seiner geographischen Lage und durch die Konkurrenz der großen Nachbarhäfen immer einen schweren Stand haben. Daher sei es not­wendig, diese Stadt so stark zu machen, wie es überhaupt nur möglich ist. Mit dem Wunsches daß der für den Gau Weser-Ems und damit auch für Bremen besonders be­deutsame Tag der Einführung des neuen Reichsstatthal­ters in Oldenburg und Bremen Ausgangspunkt einer glücklichen Entwicklung sein möge, und mit der Versiche­rung, daß die Stadt Bremen alle sinn werde, um nn Interesse des Gaues und unter voller Berücksichtigung der im Gau vorhandenen übrigen gesunden und lebens­wichtigen Kräfte zur Erreichung des gesteckten Zieles mitzuarbeiten, schloß der Reg. Vürgermeister seine ein­drucksvolle Rede.

Die festlichen Klänge derMeistersinger"-Ouver>türe leiteten über zur Einführungsrede.

Neicksmnenminister Vr. frick

fühpte u. a. aus:

Herr Reichsstatthalter! Lieber Pg. Wegener! Das Vertrauen des Führers hat Sie auf eine» hohen Posten berufen. Ich habe die Freude, Sie heute in das Amt des Reichsstatthalters in Oldenburg und Bremen einzuführen, das Ihnen der Führer durch Urkunde vom 18. Mai 1942 übertragen hat, nachdem dieses Amt durch den plötzlichen Tod des Reichsstatthalters und Gau­leiters Carl Röver sreigeworden war. Sie treten damit das politische Erbe eines Mannes an, der sich in einem außergewöhnlichen Maße Verdienste um Deutschland, vor allem aber um das Oldenburger Land erwor­ben hat.

Carl Röver war wie Sie, Pg. Wegener, ein Sohn des Oldenburger Landes und ist in ihm so verwurzelt und mit ihm so verwachsen gewesen, wie man über­haupt nur mit seiner eigenen Heimat verwachsen sein kann. Als unermüdlicher Trommler und Mahner hat er in den Jahren des Kampfes in unendlich mühseliger Kleinarbeit für die Idee des Führers geworben und es durch seine unbeirrbare zähe Entschlossenheit, ja Ver­bissenheit und durch sein grenzenloses Vertrauen auf die Sendung des Führers erreicht, datz er dem Führer nach der Landtagswahl vom 29. Mai 1932 die Errin- gung der absoluten Mehrheit für die NSDAP. im Lande Oldenburg melden konnte. Damit war Olden­burg dank seines Einsatzes das erste Land im Reiche in dem sich die NSDAP. zur führenden Partei empor- entwickelt hatte. Am 5. Mai 1933 ernannte der Führer Carl Rover in Anerkennung seiner hervorragenden Vor-