Ausgabe 
(3.6.1942) Nr. 150
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parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Dürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

Sie 1 rm» hohe und 22 mrn breite Zeile im Anzeigenteil 26 Die 78 ww breite und 1 nun hohe Zeile Im Tertteil 130 Geschäfts^ stellen: Bremen: Geeren 6/8, Ruf: 219 31; Nachtruf und sonn­tags 2 4765; Obernstraße 86, Ruf 21931; Shke: Mühlendamm2; Bremen-Hemelingen: Bahnhofstr. 6^ Ecke Poststraße, Ruf 4 34 58; Br.^ Degesack, Nohrstr. 24, Ruf 4 u. 8Z Bremen-Blumenthal: Kapt.-Dall-

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der Nationalsozialisten Vremens

sinnliches verkündungsblatt des Neichsstatchasters in Oldenburg und Vremen

7lr. 150,12. Jahrgang

Mittwoch, Z. Juni 1942

kinzelpreis 15 Npf.

Schwere stderlUe der Men-Lustwaffe

säst W0 vomber in zwei Niichten verloren / London muß die Schlagkraft der deutschen stbwekr zugeben und anerkennen / USst.-stilfe nur ein unsicherer tröst

Unerbittliche deutsche Vergeltung

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung är. scü. Berlin, 2. Juni. Es ist nicht ohne weite­res klar, warum Churchill die absolute Höhe der briti­schen Bomberverluste bei den Terrorangriffen auf deut­sche Städte so schnell und so vollständig zugeben läht. Vielleicht will er den Bolschewiken demonstrieren, wie große Opfer England für sie bringt, um wenigstens in der Luft einen kümmerlichen Ersatz für die geforderte zweite Front zu schassen. Vielleicht auch spielen Gesichts­punkte dabei eine Rolle, von denen aus Churchill auf die allzu stürmischen Mahner im Hinblick auf die zweite Front wirken und sie etwas nachdenklich stimmen möchte. Was er sich nun auch dabei denken mag, jedenfalls ist in diesem Zusammenhang wieder einmal die unbedingte Zuverlässigkeit der deutschen amtlichen Berichte auch über die Abschußerfolge im Abwehrkampf gegen britische Luftangriffe erhärtet worden. Die Zahl der Abschüsse, die das deutsche Oberkommando nach dem britischen Angriff auf Köln meldete, blieb hinter der Ziffer der Briten­bomber zurück, die der englische Nachrichtendienst als nicht zurückgekehrt meldete. Nun sind nach dem letzten Wehrmachtsbericht wiederum in 24 Stunden 59 britische Flugzeuge abgeschossen worden, davon allein 4V Bom­ber, die an den erneuten Terrorangriffe» gegen west­deutsche Städte beteiligt waren.

Es ist selbstverständlich, daß sich auch in England nach­denkliche Leute ihren eigenen Betrachtungen, über solche gewaltigen Wirkungen der deutschen Abwehr hingeben. Annähernd hundert Bomber in den Unternehmungen zweier Nächte und weit über hundert Flugzeuge auf dem Verlustkonto von 48 Stunden überhaupt: das sind Ader­lässe, die die englische Luftwaffe nicht so oft ertragen kann. 2m Londoner Rundfunk kommt der Major Oliver Stuart zu einer bemerkenswerten Achtungsbezeigung gegenüber der deutschen Abwehr. „Sie muß", so sagte er, „gut gearbeitet haben und geschickt organisiert gewesen sein". Dann schließt Stuart eine Betrachtung darüber an, ob Großbritannien in der nahen Zukunft in der Lage sein werde, die Herstellung von Nachtbombern in dem Umfang aufrechtzuerhalten, der bei einem durchschnitt­lichen Verlust von etwa 44 Flugzeugen in jeder Nacht — entsprechend dem von englischer Seite zugegebenen Ver­lust beim Angriff aus Köln — sowie bei den unvermeid­lichen Verlusten an Maschinen durch Unfälle erforderlich sein würde. Oliver Stuart kgmmt zu einem negativen Ergebnis. Er stellt folgende Rechnung an: „Wenn 44 Flugzeuge in jeder Nacht verloren gingen, so würde dies im Monat 1320 Flugzeuge bedeuten, und diese Zahl würde sich lediglich auf das Nachtbomberkommando be­ziehen, das in England seine Stützpunkte hat. In dieser Zahl wären also nicht die Verluste einbegriffen, die die verschiedenen Bomberkommandos auf anderen Kriegs­schauplätzen erleiden." So kommt dieser Rundfunksprecher schließlich zu einer klaren Verneinung der Frage, die er sich selbst und der englischen Oeffentlichkeit gestellt hat. Es bedürfe, so sagt er, keiner Sonderinsormationen, um

vrilisttior Kreuzer „Irim-aS" gesunken

Berlin, 2. Juni. Der britische Kreuzer „Trini- d a d", 8090 Tonnen groß, ist, wie die britische Admira­lität jetzt zugibt, gesuirken.

Es handelt sich um einen der modernsten Leichten Kreuzer der britischen Kriegsmarine- Das Schiffs wurde erst inr Jahre 1940 in Dienst gestellt. Die Bestückung bestand aus zwölf 15,2-om-, acht 10,2- und acht 4-em- Geschützen sowie sechs Torpedorohren von 53,3-cm-Kali- ber in schwenkbaren Drillingsgmppen an Deck. Der Kreuzer war außerdem mit drei Bordflugzeugen und sicher Flugze-ugschleuder ausgerüstet. -

zu erkennen, daß' die Industrie Englands allein nicht schnell genug Flugzeuge herstellen könne, um bei der­artigen Verlusten den Ausbau der Luftwaffe fortsetzen zu können.

Das ist ein sehr dicker Tropfen Wermut in den Wein der hysterischen Freude, in welche die Briten, angefan­gen von Sir Harries, dem Oberbefehlshaber des bri­tischen Bomberdienstes, bis zu Halifax bei der Kunde von dem Terrorangriff aus Köln ausgebrochcn sind. Ganz abgesehen davon, daß Churchill bei der Planung

seiner Terrorangriffe öffenbar nicht mit der Möglich­keit solcher wuchtigen Bergeltungsschläge gerechnet hatte, wie sie in den letzten Nächten der Bischofssitz Canter- bury und die Hafenstadt Jpswich erleben mußten. Das lähmende Entsetzen und offenbar auch die Wut weiter englischer Beoölkerungskreise darüber, daß sie für die sinnlosen Verbrechen Churchills büßen sollen, zwingen diesen Erzlügner zu dem plumpen Schwindel, daß ge­gen Deutschland gleich mehrere britische Lustarmeen (Fortsetzung auf Seite 2)

5S vrtten-slugzeuge in 24 Stunden ...

vrilische Keästegruppe in Nordafrika eingeschlossen und vernichtet

Aus dem Führerhauptquartier, 2. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im Osten nur örtliche Kampfhandlungen. Bei Stnrzkampf- angriffen aus die Hafenanlagen von JokongaHmd Mur­mansk erhielt ein Frachtschiff mittlerer Größe so schwere Treffer, daß mit seiner Vernichtung zu rechnen ist. In der Schlacht um Charkow fand, wie inzwischen festge­stellt, auch der Oberbefehlshaber der 8. Sowjetarmee» Generalmajor Eorodajansky, den Tod.

In Nordafrika wurde beim Angriff deutscher und italienischer Truppen gegey eine festungsartig ausge­baute Stellung eine britische Kräftegruppe eingeschlossen und vernichtet. 3000 Gefangene, darunter ein Brigade­general, sielen in unsere Hand. Am 31. 5. und 1. 6. wurden 101 Panzer, 124 Geschütze, zahlreiche Kraft­fahrzeuge und große Mengen an anderem Kriegsmate­rial vernichtet oder erbeutet. Bei einem Erkundungs- slug über den seindlichen Lsnien wurde General der Panzertruppen Cruewell abgeschossen und geriet in britische Gefangenschaft.

Im Kampf gegen Großbritannien führte die Luft­waffe in der letzten Nacht ohne eigene Verluste einen schweren Angriff gegen den Bersorgungshafen Jps­wich an der Südostkiiste Englands. Andere Kampf­flugzeuge warfen abermals Bomben schweren Kalibers in das Stadtgebiet von Canterbury. Bei Vor­stößen gemischter Verbände der britischen Luftwaffe zur Küste der besetzten Westgebiete wurden am gestrigen Tage 18, bei Einsliigen einzelner bewaffneter Aufklä- rungsslugzeuge in den Raum um Köln ein britisches Flugzeug zum Absturz gebracht. Britische Vomber grif­fen in der Nacht zum 2. 6. mehrere Orte in Westdeutsch­land an, vor allem die Wohnviertel in Duisburg und Oberhausen. Bei der Abwehr dieser nur gegen die Zivilbevölkerung gerichtete» Terrorangrisfe erziel­ten Nachtjäger und.Flakartillerie 37, Marineartillerie 3 Abschüsse. Damit hat die britische Luftwaffe bei ihren Einsliigen in die besetzten Gebiete und in das Reichs­gebiet am gestrigen Tage und in der letzten Nacht 59 Flugzeuge verloren. Oberfeldwebel Strüning errang in der letzten Nacht seinen 15. und 16. Nacht­jagdsieg."

Zu dem Angriff der deutschen Luftwaffe gegen Ips - w i ch teilt das Oberkommando der Wehrmacht weiter mit: Als die erste Welle der deutschen Kampfflugzeuge sich dem Zielgebiet näherte, wurde sie wiederholt von britischen Nachtjägern angegriffen. Feindliche, von zahl­reichen Scheinwerfern unterstützte Flakbatterien ver­suchten, den deutschen Flugzeugen den Weg zu verlegen. Trotz heftigsten Feuers durchbrachen deutsche Kampf­flugzeuge den dichten Flaksperrgürtel und warfen ihre Bomben auf Stadt und Haffen von Jpswich ab. Jps­wich, im südlichen Teil der englischen Ostküste, ist eine Industrie- und Hafenstadt von wachsender Bedeutung. Schon vor dem Kriege war Jpswich ein größerer Um­schlagplatz für Getreide. Seit Kriegsbeginn wird diese

Stadt vor allem als Ausweichhaffen für London benutzt. Zahlreiche Großmühlen und Fabriken der Eisen- und Rüstungsindustrie haben der 88 000 Einwohner zählen­den Stadt besondere Bedeutung verliehen. Tausende von abgeworfenen Brandbomben entfachten in vielen Teilen des Stadtgebietes ausgedehnte Brände deren Feuerschein - den nachfolgenden deutschen Kampfflugzeu­gen den Weg wiesen. Unzählige Bombeneinschläge, vor allem in den Hafennnlagen, wo schwere Explosionen hervorgerufen wurden, konnten beobachtet werden. Sämt­liche deutschen eingesetzten Flugzeuge kehrten zu ihren Absprunghäsen zurück.

Wetter teilt das Oberkommando der Wehrmacht er­gänzend mit: Auch am Montag war das Hasengebiet von Murman sk wiederum das Ziel deutscher Sturzkampf­flugzeuge. Zahlreiche vor Anker liegende Handelsschiffe und Transporter wurden wiederholt mit Bomben aller Kaliber angegriffen. Eine schwere Bombe traf einen Frachter von 3000 BRT. mittschiffs. Er geriet in Brand und zeigte starte Schlagseite. Eine große Anzahl Bom­ben schlug auf den Kaianlagen ein und verursachte empfindliche Zerstörungen. Besonders erfolgreich war ein weiterer Angriff deutscher Kampf- und Sturzkampf- ftugzenae gegen die Hafenanlagen von Jokonga. Wertvolles'Kriegsmaterial, das auf den Kais lagerte, geriet nach Bombenwürfen in Brand. Mehrere Bomben schweren Kalibers zerstörten einen in der Nähe der Ladebrücke gelegenen Lagerschuppen. Auch die Brücke selbst, an der gerade mehrere Frachter ihre Ladungen löschen wollten, wurde durch mehrere Bomben getroffen. Bolschewistische Jagdfliegerverbände wurden von deut­schen Jagdfliegern über dieffem Kampfraum wiederholt in Luftkämpfe verwickelt, in deren Verlauf nach bisheri­gen Meldungen 14 feindliche Flugzeuge, meistens vom Muster Hurrieane, abgeschossen wurden.

Neue schwere britische Schlappe am Kanal

Wieder 18 Flugzeuge abgeschossen

Berlin, 2. Juni. Wie das Oberkommando der Wehrmacht mitteilt, erlitt die britische Luftwaffe bei den am Dienstag unternommenen Einflugversuchen am Kanal wiederum eine empfindliche Niederlage. Als in den Morgenstunden ein Verband britischer Jagdflug­zeuge die französische Küste anflog, wurde er sofort von deutschen Jägern gestellt und zum Abdrehen gezwungen. Im Lause eines Versolgungsgefechtes schössen die deut­schen Jagdflugzeuge über dem Kanal zwei Spitsire ab. Einige Stunden später stießen die deutschen Jagdstaffeln vor Kap Gris Nez auf einen zahlenmäßig überlegenen britischen Jagdfliegeroerband. Die Messerschmitt- und Focke-Wulf-Jäger nahmen sofort den Kampf mit den Briten auf und schössen in kurzer Zeit 11 der Spitsire ab. Mit einer bei Cherbourg zum Absturz gebrachten Spitsire und zwei vor der niederländischen Küste ab­geschossenen Aufklärern erhöht sich der britische Verlust am heutigen Tage aus 16 Flugzeuge.

Japaner eröffneten neue dffenflve in Südchina

Die ersten Stellungen See Mungking-rruppen überrannt — Drei keile werden nach Fnnerchina vorgetrieben

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

b. Berlin, 2. Juni. Im Morgengrauen des letzten Maitages stießen japanische Truppen aus Kanton in nördlicher und nordöstlicher Richtung vor, um die Of­fensive in der chinesischen Küstenprovinz Tschekiang zu ergänzen und jede Bedrohung Hongkongs und Kantons durch die im Norden dieser Städte stehende 12. Tschung- king-Armeegruppe zu beseitigen. Die Japaner haben bei völliger Ueberraschung der 152., 153., 154. und 157. Tschüngking-Division die ersten chinesischen Stellungen überrannt und als erste größere Stadt bereits Tsnngsa besetzt. Bei harten Kämpsen in tropischer Hitze bahnen sich weitere Erfolge an, die neben der Außerkraftsetzung starker Truppenteile Tschiangkaischeks vor allem auch die außerordentlich wichtigen Provinzen Kiangsi, Tschekiang. Fukien und Kwantung zweisellos vom zentralchinesischen Hinterland abschneiden solle».

Japanische Sprecher geben als einigigen Zweck der neuen, direkt in den Rücken des Feindes zielenden Offen­sive die Schwächung oder Vernüchkung der 12. tschung- king-chinesischen Armeegruppe an, der der Ruff voraus­geht, sie sei die bestansgerüstetiste Armee Dschungkiinigs. Die 60 000 Mann chinesischer Truppen standen als ge­wisse Bedrohung in nur knapp vierzig Kilometer Ent­fernung von Kandon entfernt, da die Japaner seit Er­oberung der Stadt im Jahre 1938 daraus verzichtet hatten, größere Unternehmungen in dieser Gegend ainzu- legem. Die Japaner zogen jetzt -anderswo freigsworhene Kräfte hier zusammen, um diese Bedrohung auszu- schcrltsn.

Die neue Offensive, die in ihrer Zielsetzung von den amtlichen japanischen Stellen weder nach Ziel noch Zweck näher umrissen wird, fügt sich in den Rahmen der japanischen Vorstöße in den anderen chinesischen Provinzen. Offensichtlich aber versucht die japanische Armeeführung durch diese neuen stärken Keile, die in die innerchinesischen Nachschubwege -getrieben werden, die wirtschaftliche Abschnürung Tschungking-Chinas von der Außenwelt zu vergrößern. Außer zwei Karawanen- wegen nach der Sowjet-Union hat Tschiangkaischek ja bereits jetzt keinerlei Möglichkeiten mehr, aüf dem Landwege mit der Außenwelt in Verbindung zu treten. Nach einem np.-Bcricht sind jetzt sieben Tschungking- prooinzen Kriegsschauplatz geworden. Gekämpft wird erstens westlich und östlich von Lungyu, das etwa 25 Kilometer westlich der bereits gefallenen strategisch wichtigen Stadt Kinhwa liegk. zweitens in der Pro­vinz Kiangsi westlich von Tschekiang, wo die Japaner trotz erbitterten Widerstandes in südlicher Richtung vorstoßen, drittens und viertens in den Provinzen Anhwei und Hupeh. Hier wird eine verlustreiche Nie­derlage der Tschiangkaischektruppen eingestanden. Da­gegen wagt man über die neuen großen Erfolge der Japaner in der an fünfter Stelle ausgeführten Pro­vinz Piiennan. nach denen sich die Hauptstadt Kun- m ing in direkter Gefahr befindet, noch nichts zu mel­den. Ebenso wird zu den erfolgreichen japanischen Aktio­nen in der Provinz Kanton noch nicht eingestanden, daß Tsungfa von den Japanern gestürmt wurde.

Es ist natürlich, daß Tschiangkaischek in der bedroh­lichen Situation mit HUferusen an die alliierten

Freunde nicht zurückhält und daß England alter Tra­dition gemäß sofort mit Hilfsversprechen bei der Hand ist. Wie gegenüber der Sowjetunion werden wieder Entschlossenheitserklärungen am laufenden Band ab­gegeben. Die letzte wurde vom stellvertretenden Pre­mierminister Attlee vor dem Unterhaus formuliert: England sei entschlossen, alles zu tun, um Tschiangkai­schek zu helfen, betonte er, ohne jedoch die Möglichkeit aufzuzeigen, die derartige Hilfsversprechen nach dem Ausfall der Burmastraße zur Realität wandeln kön­nen. Wie wenig Vertrauen diese Versprechungen in dem bedrohten Tschungking selbst auslösen, zeigen die Meldungen über dauernde und sich ständig verstärkende Unstimmigkeiten im Lager Tschiangkaischeks. Wie die Domei-Agentur heute meldet, haben zwei Kommandie­rende Generale der dritten tschungking-chinesischen Ar­meegruppe vom obersten Verteidigungsrat Tschiangkai­scheks die Entbindung von ihren Aufgaben gefordert, da von gewissen Kreisen in Tschungking zu starke Kri­tik an ihren Maßnahmen geübt würde. Der oberste Verteidigungsrat habe jedoch den Wunsch der beiden Generale- abgelehnt und dabei erklärt, daß ein Ver­lassen der Posten zu einer weiteren Demoralisierung bei den verschiedenen Armeen führen müßte. Mögen auch die verschiedenen Auffassungen über das militärische Vorgehen die direkte Ursache der Unstimmigkeiten ge­wesen sein, zweifellos hat jedoch die Enttäuschung über die ausbleibende Materialhilfe aus London und Wa­shington den Prozeß der Krise in Tschungking außer­ordentlich beschleunigt.

4te»

Von

8^..-Qrnppsnkükrer llriotr Hass«

Seit Roosevelt den Krieg, dem er solange nachlief, nun an den eigenen Küsten zu spüren bekommt, machen sich im Lande der sogenannten unbegrenzten Möglich­keiten schon nach kürzester Zeit die gleichen Sorgen gel­tend, unter denen das britische Weltreich seit mehr als zwei Jahren in unaufhaltsam wachsendem Ausmaß leidet: der Frachtraummangel auf den Seeverbindun­gen. Es handelt sich bei Amerika um einen Erdteil, der trotz jahrhundertelanger Erschließung zur Haupt­sache nur an seinen Küsten dichter besiedelt und dessen inneres Verkehrsnetz noch ganz unvollkommen ist. Von den übrigen amerikanischen Ländern gar nicht zu reden, sind die angeblich technisch so hochentwickelten USA. da­für der beste Beweis. Noch Ende 1940 glaubte Roose­velt, dem britisch?» Bundesgenossen die Sorge um den dahinschmelzenden Tankschiffsraum dadurch erleichtern zu können, daß er aus Beständen der USA. rund 110 Ueherseetanker für die britische Oelvxrsorgung zur Ver- siigung stellte. Aber schon nach wenigen Wochen machte sich dieser Ausfall für die eigenen Transporte derart im öffentlichen Unwillen bemerkbar, daß Roosevelt sich genötigt sah, schleunigst die Hälfte dieser Schiffe wieder aus dem Englanddienst zurückzuziehen.

Dazu hat der bisherige Kriegsverlauf die für die Welt bis dahin ungekannte Tatsache geschaffen, daß nahezu der gesamte europäische Schiffsraum für die ozeanischen Seewege ausgefallen ist. Der Anteil der europäischen Länder, England nicht eingerechnet, be­trägt aber etwa 42 v. H. der vorhandenen Uebersee- tonnage, wovon heute nur'noch ein bescheidener Bruchteil in "britischen Diensten fährt, soweit er nicht schon auf dem Meeresgrunde liegt. Großbritanniens eigener An­teil ist unter den Wirkungen des Handelskrieges von 30 v. H. auf knapp die Hälfte zurückgegangen. In Asien verfügt heute nur noch Japan über eine ansehnliche Handelsflotte, die zusammen mit dem für das östliche Jnselreich sonst noch dienstbaren Schiffsraum etwa 10 v. H. ausmacht. So bleibt für den amerikanischen Erdteil praktisch nur eine Tonnage von knapp 18 v. H. übrig. In Wirklichkeit liegt der Anteil aber noch nie­driger, denn etwa 2.4 Millionen VRT. oder gut 4 v. H. der Welttonnage werden für die Verbindungen auf den großen nsrdamerikanischen Seen benötigt.

Innerhalb der Handelsflotten des amerikanischen Kon­tinents stehen die USA. mit 8,4 Million>en BRT. an Ueberffeeschiffen weitaus an der Spitze. Alle übrigen amerikanischen Länder, das zu England rechnende Ka­nada ausgenommen, verfügen zusammen nur über eine Handelstonnag« von 303 Schiffen mit 1265 000 BRT. -Davon ist die Flotte von Panama, überwiegend aus großen Tankern bestehend, mit 59 Schiffen und 428 000 BRT. praktisch der USA.-Hande>lsflotte hinzuzurechnen, da hier das USA.-Kapital absolut führend ist. Ueber größeren Schiffsraum verfügen von den übrigen Län­dern nur noch Brasilien (114 Schiffe mit 423 000 BRT.). Argentinien (50 mit 170 000 BRT.) und Chile (34 mit 114 000 BRT.). Die Tonnage der sonstigen Mittel- und südamerikantschen Staaten bewegt sich in bescheidensten Grenzen. Mexiko, Cuba, Honduväs, Peru, Uruguay und Venezuela besitzen zusammen nur 46 Schiffe mit 230 000 BRT. Hinzu kommt noch, daß einschließlich der USA. dieser Schiffspark ungewöhnlich überaltert ist, von Pa­nama. Argentinien und Venezuela abgesehen. Der An­teil der überalterten Schiffe betrügt fast 50 v. H„ bei Brasilien liegt er beispielsweise noch wesentlich höher. Alles im allem genommen, stellt die Handelsflotte der sogenannten westlichen Hemisphäre weder zahlen- noch gütemäßig «in Instrument dar, das der Eigenversorgung dieses Kontinents auf dem Seewege auch nur rein frie- densmätzig gewachsen war, geschweige denn die durch den.Krieg gesteigerten Beanspruchungen zu erfüllen ver­mag. Rechnet man noch den ausgesprochenen Mangel Mittel- und Südamerikas an Werften und Jnstand- setzungswerken hinzu, dann gewinnt man «in ungefähres Bild von den Schwierigkeiten, denen sich der Kriegs-

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In Nordafrika wurde eine eingeschlossene britische Kräftegruppe vernichtet und 3000 Gefangene gemacht. Die deutsche Luftwaffe richtete einen schweren Ber- geltungsangrisf gegen Jpswich und abermals gegen Canterbury.

Bei ihren letzten Anariffen auf Wohnviertel west­deutscher Städte und Einflugversuchen in das Kanal­gebiet verlor die britische Luftwaffe in 24 Stunden 59 Flugzeuge.

Die britische Admiralität gibt den Verlust des 8000-Tonnen-Kreuzers „Trinidad" zu.

Die Japaner haben in Südchina eine neue Offensive eingeleitet.

Die Deutsche Reichsbahn hat jetzt in allen Zügen Sonderabteile für Schwerkriegsbeschädigte einge­richtet.

Anläßlich der Einführung Gauleiter Wegeners als Reichsstatthalter hat Reg. Bürgermeister SA.-Ober- gruppenführer Vöhmcker die Beslaggung der bremi. scheu Dienstgebäude angeordnet.

. Die Oldenburgische Glashütte AG. konnte ihre Fla- schenproduktion reibungslos absetzen.