Ausgabe 
(29.5.1942) Nr. 145
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

SrschrInr7malES4si,Nir

MonatSbezug 2,30 einschl. Zu­stellgebühr- PostbezugSprel« monakl. 2,30 Ml (einschl. 30,1 M-Post­zeitungsgebühr) zuzügl. 42^/ Be­stellgeld. Bezugspreis ist lm voraus zahlbar. Postscheck: Hamburg 17272. Eine Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch aus Rückzahlung des. Bezugspreises. Verlag: NS.-Gauverlag Meser- EmS GmbH., Bremen, Geeren 6P. Fernsprecher 219 31» Nachtruf und sonntags 247 65. Sprechzeiten: Verlag: werktüglich 12 bis 13 Uhr? Schrittleitung: 12V» bis 1314 Uhr.

parteiamtliche Tageszeitung

Das flmtsbiott des Negierenden Vürgermeisters der Zreien Hansestadt Vremen

Sozr lsro - Sr«ki8p»r1fr?

Nie 1 mw hohe und 22 mro breltS sZeile^lm Anzeigenteil 13 Die 78 mm breite und 1 mm hohe Zeile tm Tertteil 75 2 h/. Ermaß. Grundpr. Efür Klein- u. Familienanzeia. u. a.) sowie sonstige Beding. Preisliste 9 Nachlaßstaffel 0. Geschäftsstellen: Eremen: Geeren 6<8, Nuf 219 31z Nachtruf und sonntags <>47 651 vbernstr. 88, Nuf 219 31z Svke: ZNühlendamm 2z Br.-Hemellngeii: Kahnhofstr. 6. Ecke Poststr.» Nuf < 34 58z Br.-Degesack, Nohrstt. 24, Nuf 4 u. 8r Vr.-Blumenthal: Kpt.- 1>allmonn-Str. 4V43, Nuf 88 u. 89

der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkündungsbiatt des Neichsstatttsalters In Oldenburg und vremen

Nr. 145/12. Jahrgang

Zreitag, 2g. Mai 1942

Einzelpreis 15 Nps.

härteste Schlage prasseln auf Stalin

Materiallittfe im kismeer verlenkt

ssus Seleitzug heraus Söaaa vnr. auf den Meeresgrund geschickt , Nekordmonat

im Kampf gegen den feindlichen Schiffsraum

Zweiter srülijalzrsfleg im ltften

Visher löSoao Sefangene gezählt, fowie Sl? Panzer und llso Seschiihe in der

Kesselschlacht bei tharkow erbeutet

Aus dem Führerhauptquartier, 28. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Der in den Gewässern des hohen Nordens von Aufklärern festgestellte feindliche Eeleitzug ist seit dem 25. Mai Las Ziel vernichtender Schläge von Luftwassenverbän- den des Generalobersten Stumpfs, die gemeinsam mit Streitkräften der Kriegsmarine operieren. Schon am Abend dieses Tages versenkte die Luftwaffe, Hunderte von Kilometern anfliegend» ein Handelsschiss von 8000 BRT. und beschädigte 5 weitere Schisse durch Bombentresser. Am folgenden Tage gelang es abermals, ei» Handelsschiff von 8000 BRT. zu vernichten und drei weitere schwer beladene Frachter in Brand zu werfen. Ein besonders schwerer Schlag wurde am 27. Mai gegen den von eigenen Unterseebooten dauernd verfolgten Ge­leitzug geführt. Ungeachtet der starken Abwehr feind­licher Sicherungs-Streitkräfte versenkten Kampsslngver- bände an diesem Tage 11 Schiffe mit zusammen 72 000 BRT. und trafen zwei weitere Schiffe sowie einen Zerstörer vernichtend. Außerdem wurden 18 Schisse durch Bombenwurf beschädigt. Damit sind aus dresem für die Sowjetunion bestimmten Transport von der Luftwaffe 13 Schiffe mit einer Tonnage von rund 88 000 BRT. versenkt worden. Zusammen mit dem im Wehrmachtsbericht ^ gemeldeten Erfolg eines Untersee­bootes gegen einen Dampfer von 8000 BRT. beträgt der Eesämtvcrlust des Gegners nunmehr 96 900 BRT. Der Rest des Geleitznges versuchte in die nördlichsten noch eisfreien Gewässer auszuweichen. Seine Verfolgung wird fortgesetzt. ^

*

Hierzu drahtet unsere Betliner Schriftleitnng: Die dankbare Freude über den großen Sieg an der Ost­front erfährt eine besondere Steigerung durch die zweite Sondermeldung des Tages/die Kundevon den vernich­tenden Schlägen brachte, die unsere Luftwaffe in Zu­sammenarbeit mit den ll-Booten dem Feind in den »kindlichen Gewässern zugefügt hat. In zähen Verfol- gnngskämpfen und gegen die Abwehr stärkster Siche­rungskräfte wurden in drei Tagen aus einem Eeleitzug, der "den Sowjets neues Kriegsmaterial zuführen sollte, vierzehn Schiffe mit zusammen sechsundneunzigtaulend Bruttoregistertonnen versenkt und eine nych größere An­zahl von Schiffen, schwer beladene Frachter und sichernde Zerstörer, wurde in Brand geworfen oder beschädigt.

Ueber mehr als zweitausend Kilometer liegen die, Schauplätze der Operationen südlich von Charkow und im nördlichen Eismeer auseinander, doch stehen sie im engsten strategischen Zusammenhang. In der Erkennt­nis, daß die Entscheidung des Krieges vom Ergebnis der Kämpfe an der Ostfront abhängt, legt man in Eng­land und in den Vereinigten Staaten gesteigerten Wert darauf, den gewaltigen Verschleiß der bolschewistischen Armeen an Waffen und Material wenigstens zu einem Teil zu ersetzen. Aer britische Nachrichtendienst macht ge­waltige Reklame mit einer großen Organisation, die angeblich von England und den Vereinigten Staaten ge­schaffen worden sein soll, um die Lieferung von Pan­zern. Flugzeugen und anderem Material an die Sowjet­union zu "beschleunigen. Seit Wochen bewegen sich Geleit- züge durch die Grönlandstrabe nördlich Island an der Grenze des ewigen Eises entlang, um im weiten Ab­stand das Nordkap zu umfahren und den eisfreien So­wjethafen Murmansk zu erreichen. Seit Wochen liegen hier unsere U-Boote auf der Lauer und suchen deutsche Aufklärer und Kampfflugzeuge die Weiten des Meeres ab. Mit welchem Erfolg, das zeigt die Sondermeldung über die erfolgreiche tagelang währende Angriffsverfol­gung des großen Eeleftznges. Das Zerstörungswerk un­serer U-Boote und Kampfflieger wird unseren Solda­ten an der Ostfront später manchen Einsatz ersparen.

Es waren durchweg größere Brocken von durchschnitt­lich etwa achttausend BRT., die den deutschen Angrei­fern hier zum Opfer fielen. Dagegen fällt es auf, daß die Durchschnittstonnage der Schiffe, die nach dem heu­tigen Wehrmachtsbericht im Nord- und Mittelatlantik, an der Ostküste Nordamerikas, im Karibischen Meer und vor dem Mississippi versenkt wurden, erheblich unter

viertausend BRT. gesunken ist. Nach den gewaltigen Aderlässen, die die gegnerische Schiffahrt bisher erlitten hat, stehen ihr, wenn sie den Aufgaben der Material­lieferungen für die eigentliche Kriegssührung wenig­stens im bescheidenen Umfang Rechnung tragen will, für die Zwecke der normalen Versorgung nur noch klei­nere Schiffe zur Verfügung. Abgesehen von der Vernich­tung des Materials wirkt sich auch der große neue Er­folg im Eismeer wieder auf die Schiffsraumnöte der Gegner aus. Dieser Monat Mai verspricht überhaupt ein Rekordmonat aus dem Gebiet des Kampfes gegen den feindlichen Schiffsraum zu werden. Nach der fünften Sondermeldung vom 22. Mai stellte sich die Versenkungs­ziffer bereits auf hundertzwanzig Schiffe mit insge­samt 660 400 BRT. Dazu kommen heute drei Schiffe mit 14 000 BRT. aus dem Nord- und Mittelatlantik, acht Schiffe mit 26 500 BRT. vor der Nordküste Ameri­kas, aus dem Karibischen Meer und aus dem Gebiet vor dem Mississippi, sowie vor allem die vierzehn Schiffe mit 96 000 BRT., die aus dem Eeleitzug im Eismeer herausgeschossen wurden. So werden die verschiedenarti­gen Methoden und Schlachtfelder an der Ostfront und auf den Meeren in einem wohlgeordneten Plan zu­sammengefügt, der überall dem gleichen Ziel, der Ver­nichtung des Gegners, gilt. är. -v. sck.

Berlin, 28. Mai. Wie das Oberkommando der Wehr­macht zu dem gemeldeten großen Sieg der deutschen Truppen in der Kesselschlacht südlich Charkow ergänzend mitteilt, war noch der Mittwoch erfüllt» von verzwei­felten, wenn auch nutzlosen Ausbruchsver­suchen einzelner versprengter Kampfgruppen der Bol- sihewisten. Durch ihre Kommissare zu äußerstem Wider­stand angetrieben, hatten die Bolschewisten einzelne Widerstandsnester gebildet, die jedoch ebenso zerschlagen wurden wie die wiederholten, Entlastungsangriffe des Feindes von Osten her. Bei einem dieser vergeblichen Angriffe, die den ehernen Ring des Kessels durchbrechen sollten, wurden am Mittwoch nicht nur im Gefechts- streifen einer deutschen Panzerdivision allein 25 der an­greifenden feindlichen Panzer abgeschossen, sondern es kam dabei auch zu jenen Kämpfen, auf die sich die ehren­volle Nennung des Kradschützenbataillons 160 im Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht bezieht. In helden­mütigem Kampfe hat dieses Bataillon stärkste Angriffe weit überlegener feindlicher Panzerkräfte abgewiesen. Trotzdem die Kradschützen mehrere Male von den an­greifenden Panzern überholt wurden, ließen sie sich in ihrem zum äußersten entschlossenen Abwehr-villen dicht beirren. Wenn dem Bataillon auch ein breiter Front­abschnitt zur Verteidigung gegen die in hellen Hansen anstürmenden Bolschewisten zugewiesen war. so daß an die- Führung und jeden einzelnen Schützen größte An­forderungen an schnellste Entschlußkraft und zähesten Kampfeswillen gestellt wurden, so wichen und wankten sie nicht im Kampf gegen die feindliche Ueberzahl, son­dern verhinderten alle Durchbruchsver­suche des Gegners nach Osten und trugen so in ihrem Frontabschnitt wesentlich zur Vernichtung der einge­kesselten Bolschewisten bei.

Die ^Luftwaffe unterstützte in pausenlosen An-, griffen mit Kampf- und Sturzkamps- und Schlacht­geschwadern die Operationen des Heeres zur Einkesse­lung und Vernichtung der bolschewistischen Truppen. Als der Ring um die Bolschewisten südlich von Charkow ge­schlossen war, hatte der Feind insbesondere durch d i e rollenden Einsätze der Kampf- und Schlacht­fliegerverbände kaum vor stellbare hohe Ver­luste an Menschen und Material. Im Zuge der Ver- nichtungsschlach, bombardierten Kampffliegerverbände besonders wirksam- die Verbindungswege des Feindes über den Donez. Bei der Bekämpfung des feindlichen Nachschubs fielen nicht nur mehrere feste und schwim-

Aus dem Führerhauptquartier, 28. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:Die Kesselschlacht südlich Charkow hat zu einem großen Sieg der deutschen Waffen und ihrer Verbündeten ge­führt. Auch die letzten Entlastungsangriffe des Gegners konnten das Schicksal der eingeschlossene» Armeen nicht mehr wenden. Nur vereinzelte Gruppen des Feindes leisten noch Widerstand, ihre Vernichtung ist im Gange. Schon jetzt find über

165 000 Gefangene gezählt,

517 Panzerkampfwagen»

1180 Geschütze,

Tausende von Kraftfahrzeugen und Pferden sowie un­übersehbare Mengen von anderem Kriegsgerät als er­beutet gemeldet. Diese Zahlen find ständig im Wachsen.

Im mittleren und südlichen Abschnitt der Ostfront wurden durch eigene Angriffe Frontverbesserun­gen erzielt. 2m Eismeergebiet wurde der Hasen von Murmansk erfolgreich »mit Bomben belegt. Ein größeres Handelsschiff wurde beschädigt. Bei Lust­kämpfen im nordafrtkanischen Küstengebiet wurden 14 feindliche Flugzeuge von deutschen und italienischen Jägern abgeschossen. An der Südkllste Großbritanniens

mende Brücken über den Donez den deutschen Luft­angriffen zum Opfer, sondern im rückwärtigen Feind­gebiet wurden auch zahlreiche Transportzüge zerschla­gen, wodurch es dem Feind unmöglich gemacht wurde, im kritischen Augenblick rechtzeitig Verstärkungen an die Front zu werfen. Jagdfliegerverbände überwachten dau­ernd den Luftraum über den Kampfgebieten und kämpf­ten ihn vom Feinde frei. Auch die Zahlen der von der deutschen Luftwaffe vernichteten feindlichen Flugzeuge. Panzer. Geschütze und Trosse sind ebenso wie die Ge­fangenen- und Beutezahlen des Heeres immer noch im Steigen begriffen. In der Schlacht um Charkow hat sich das in vielen Feldzügen schlachten entschei­dende Zusammenwirken von Heer und Luft­waffe wieder einmal aufs höchste bewährt, was in den Funksprüchen der Oberbefehlshaber dieses Kampfraumes an die Führer der Luftwaffenverbände zum Ausdruck gebracht wurde.

Außer den Siegen des deutschen Heeres und der Luft­waffe an der Ostfront gab der heutige Bericht des Ober­kommandos der Wehrmacht neue Erfolge der Kriegs­marine bekannt. Die deutsche Unterseebootwafse fügte dem Gegner in den Gewässern des nördlichen Eis­meeres, im Nord- und Mittelatlantik, an der Ostküste Amerikas sowie im Karibischen Meer und vor der Mississippi-Mündung neue schwere Verluste an Handels­schiffstonnage zu. Aus dem feindlichen, nach Murmansk bestimmten Eeleitzug, der wie obenstehende Sonder­meldung zeigt, mit starkem Erfolg bereits in den letzten Tagen von deutschen Kampfflugzeugen angegriffen wor­den war, wurde ein weiterer Dampfer von 8000 BRT. herausgeschossen und versenkt. Gleichzeitig führten deut­sche Unterseeboote in atlantischen Gewässern ihren Kampf gegen die feindliche Versorgungsschiffahrt wei­ter, 11 Schiffe mit insgesamt 40500 BRT. fielen in weit auseinanderliegenden Operationsgebieten zwischen dem Nordatlantik und den Antillen in einem Raum von fast 4000 Kilometer Aüsdehnung den Torpedos un­serer Unterseeboote zum Opfer. Damit hat der Feind wieder 12 Schisse eingebüßt, wobei sich diese Zahl noch weiter erhöhen dürfte, da von weiteren 10 torpedierten und zum Teil schweb beschädigten Schiffen einige wahr­scheinlich ebenfalls gesunken sind.

Der heutige Bericht des Oberkommandos der Wehr­macht gibt somit eine stolze Bilanz über neue deutsche Erfolge aller Wehrmachtsteile im Kampf um Deutsch­lands Zukunft.

versenkten leichte Kampfflugzeuge ein feindliches Vor« postenboot.

DeutscheUnterseeboote operierten mit Erfolg in verschiedenen Seegebieten. Sie versenkten aus stark gesicherten Eeleitzügen im Nord- und Mittel­atlantik drei Schiffe mit 14 000 BRT. und torpedierten drei weitere Schiffe, deren Sinken nicht beobachtet wer­den konnte. An der Ostküste Nordamerikas, im Kari­bischen Meer und vor dem Mississippi versenkten sie acht Schiffe mit 26 500 BRT. und beschädigten vier Schiffs schwer durch Torpedotresfer. Bei der Insel Martinique torpedierte ein Unterseeboot einen USA.-Zerstörer, der mit abgerissenem Vorschiff den nahen Hafen erreichen konnte. Im Mittelmcer erzielte ein Unterseeboot zwei Torpedotreffer auf einen stark gesicherten Tanker sowie weitere Treffer auf zwei Transporter des britischen Nachschubs. Im nördlichen Eismeer versenkte ein Unter­seeboot einen Dampfer von 8000 BRT. aus dem Mur» mansk-Eeleitzug. Damit wurden im Zuge dieser Opera­tionen 12 Schiffe mit 48 500 BRT. versenkt .und 10 wei­tere Handelsschiffe torpediert, von denen einige eben­falls als gesunken anzusehen sind.

Bei einzelnen Anflögen gegen die holländische Küste wurden durch Jäger, Flak und Marineartillerie neun britische Flugzeuge abgeschossen. Störfliige einer Anzahl feindlicher Flugzeuge lösten in Ostpreußen in der ver­gangenen Nacht Fliegeralarm aus. Vereinzelte Bomben­würfe verursachten nur geringen Schaden. Der Feinst verlor zwei der angreifenden Flugzeuge. Bei deck Abwehr von Ausbruchsversuchen weit überlegene« feindlicher Panzerkräfte, aus dem Kessel von Chorlour hat sich das Kra-schützenbataillon 160 besonders ausge­zeichnet."

H-ierzu drahtet unsere Berliner Schriftlsitung: Wie­derum leiteten die Klänge der Liszt-Fansare die Kunds von einem großen Sieg ipr Osten ein. Auf Kertsch folgte die Kesselschlacht südlich von Charkow. Die bei­den Namen stehen in diesem Jahr am Beginn der gro­ßen Kämpfe, deren Ziel die Vernichtung der bolsche­wistischen Kampfkraft ist. Die Reihe der kriegsgeschicht- lichen Rainen des Ostkriges, von Bialystok über Kiew! und Smolensk nach Wjasma, hat nun schon in den er­sten Wochen nach der winterlichen Erstarrung der Ost­front eine leuchtende Fortsetzung gefunden.An der Sowjetsront wird jetzt Geschichte gemacht", diese vom -englischen Rundfunk verbreitete Auffassung ist nun­mehr durch den großen deutschen Sieg in der Kessel­schlacht südlich von Charkow mit stärkster Wucht und Eindruckskraft unterstrichen worden, allerdings entge­gengesetzt der Richtung, die man in London erwartet hatte. Als Timoschenko mit der größten ihm noch mög­lichen Ballung der Kräfte und unter höchster Steigerung der Vorretlame seine Offensive startete, da jubilierte der Londoner Rundfunk noch vor zehn Tagen:Der Früh­ling ist gekommen, der Frühling gehört uns". Heute erkennt die ganze Welt, abgesehen voll den Leuten, die sich bewußt Scheuklappen anlegen, daß sich unsere Geg­ner einer ganz entsetzlichen Selbsttäuschung hingegeben haben.

Der Sender Ankara stützt sich auf die sowjetischen Feststellungen im Anfangsstadium des gigantischen Kampfes, in der der Schlacht bei Charkow eine kriegs- entscheidende 'Bedeutung zugemessen wurde, um dann zu der Folgerung zu gelangen, daß nun in umgekehrter Richtung die große Frühjahrsoffensive begonnen habe und daß die Welt sich auf große Ereignisse gefaßt machen könne. Eine bulgarische Zeitung äußerte die Auffassung, daß vielleicht kaum eine Schlacht in der Geschichte so schwerwiegende Folgen wie diese für die europäische Menschheit haben könne.

Diese Schlacht hat bereits, wenn auch noch die Ver­nichtung der Reste der eingeschlossenen Truppen zu Ende geführt werden muß, mit einem eindeutigen deutschen Sieg geendet, dessen Ausmaß und Be­deutung in den bisher veröffentlichten Gefangenen- und Beuteziffern noch keineswegs einen erschöpfenden Aus­druck findet. Der Wehrmachtsbericht stellt ausdrücklich fest. daß die bisherigen Zahlen von 165 Tausend Ee- fangenen und der Beute von 517 Panzerkampfwagen, 1180 Geschützen, und taufenden von Kraftfahrzeugen und Pferden noch ständig im Wachsen sind. Darüber hinaus ist daran zu erinnern, daß schon vor dem Be­ginn des deutschen Gegenstoßes in der Abwehr der

Kmlzua und Lanchi in Ischekiang genommen

wesentliche Erfolge der japanischen offensive gegen sschungking Ilzailiinder eroberten kengtung

sslle flusbruchsversuche zerschlagen

pausenlose flngriffe der deutschen Luftwaffe gegen eingekesselte Sowjetmassen

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

ckr. v. seb. Berlin, 28. Mai. Die japanische Offen­sive in Ostchina wjrd von den Engländern und Ameri­kanern nachrichtenpolitisch genau so behandelt wie der entscheidungsvolle deutsche Gegenangriff und die Kessel­schlacht südöstlich von Charkow. In beiden Fällen ist man sich in London und in Washington darüber klar, daß hier letztgültige Entscheidungen angebahnt wer­den. Wenn einmal der bolschewistische Koloß in seiner Kampfkraft zertrümmert und wenn Tschungking-Chinä als militärischer Faktor ausgeschaltet ist, so entfallen damit die letzten Möglichkeiten sowohl eines Angriffs auf den europäischen Kontinent wie aus Ostasien. Nach dem Wegfall der bolschewistischen und der tschungking- chinesischen Rückenbedrohnng wurde der ganze gewaltige eurasische Raum gegenüber allen Plänen der anglo- amerikanischen Kriegführung für alle Zeiten unangreif­bar gesichert dastehen.

Aus dieser Erkenntnis ist es zu erklären, daß die Engländer und Amerikaner sowohl gegenüber den neuen Kämpfen an der Ostfront wie gegenüber den Erfolgen der neuen japanischen Offensive gegen Tschungking- China solange wie möglich Vogel-Strauß-Politik zu spielen suchen. Noch -in der vergangenen Nacht stellte es Reuter nach einer Meldung aus Tschungking so dar,

als ob die Tschungking-Chinesen den Versuch von hun­derttausend Japanern, die Stadt Kinhua zu nehmen,

7VSLD

-/"SSL-,/«-,

unter schwersten japanischen Verlusten abgewiesen hät­ten. Dabei mußte schon seit Tagen klar sein, daß sich diese strategisch und verkehrspolitisch wichtige Haupt­stadt der Provinz Tschekiang in einer völlig aussichts­losen Lage befand, nachdem sie bereits durch das Vor­gehen der japanischen Streitkrüfte in Richtung auf Lauchi, ein wichtiges Zentrum an der Tschekiang- Kiangi-Eisenbahn, weit überflügelt war. Bereits im Laufe des Mittwoch ist es japanischen Einheiten ge­lungen, von Norden kommend in die Stadt einzudrin­gen. Der Bahnhof wurde am späten Abend besetzt, während die Straßenkämpfe noch anhielten.

Donnerstag morgen nun konnte das Kaiserl.-japanische Hauptquartier amtlich mitteilen, daß die stark befestigte, schon seit Tagen heiß umkämpfte Prooinzhauptstadt Kinhua von den japanischen Streitkräften besetzt worden ist. Kinhua und Lanchi stellen wesentliche Er­folge der neuen konzentrisch geführten Riesenossensioe Japans gegen Tschungking-China dar, die auf der ande­ren Seite durch den japanischen Vormarsch hundert Kilo- meter östlich der Nordgrenze Burmas gekennzeichnet ist. Hier hat Tschiangkaischek nach der japanischen Besetzung von Tugtsching seine Reserven eingesetzt, so daß jetzt eine heftige Schlacht in den Bergen bei Lailung in (Fortsetzung auf Seite 2)

MMIIIIMIIIIIMMIIIMIIIIIIUMIMIIIMIIINIIIIIIMIIIIIIIIIIIIIIIIMMNIIMMMMR

Vnser

Bei zähen Angriffen deutscher Kampfflugzeuge und U-Boote auf einen für die Sowjetunion bestimmten Eeleitzug wurden im Eismeer 96 000 BRT. ver­senkt.

Der gestrige OKW.-Bericht konnte die Versenkung von 12 Schissen mit 50 000 BRT. melden.

Die große Kesselschlacht südlich Charkow führte z« einem überwältigenden deutschen Sieg.

Auch an der deutsch-finnischen Front wurde ein Sieg errungen. Bei Louhi wurden allein in der vorder­sten Kampslinie 15 000 gefallene Bolschewisten gezählt.

Die Japaner nahmen in Tschekiang die wichtige« Orte Kinhua und Lanchi.

Für Oldenburg jährt sich heute zum 10. Male der Tag der Machtübernahme.

Kreisleitcr Planke sprach auf einem Anne« NSKOV.-Walter.