Ausgabe 
(17.5.1942) Nr. 134
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vremer Nlum

parteiamtliche lageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Zreien kjonsestadk vremen

Sknz e k g en » Grundprelsi:

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der Nationalsozialisten Vrernens

flmtüches verkündungsblatt des NeichsstattHalters in Videnburg und Vremen

Nr. 1Z4 /12. Jahrgang

Sonntag, 1?. Mai 1942

kinzelpreis 13 Nps.

das erben eines Kämpfers

Zur Standarte Horst Messet berufen

Bremen, 16. Mai.

Zutiefst erschüttert stehen wir vor der Tatsache des Ablebens unseres Gauleiters, des SA.- und NSKK.-Obergruppenführers und Gau-Ehrenfüh- rers des Reichsarbeitsdie'nstes Carl Rover. -Carl Röver ist nicht mehr. Der getreue, kompromißlose Kämpfer des Führers starb am Freitagnachmittag in der Berliner Universitätsklinik an einer heftigen Lungenentzündung und beschloß damit ein ebenso rastlos kämpferisches wie dem Volksganzen unent­wegt gewidmetes Leben. Damit liegt beschlossen vor uns ein Lebenswerk, das zielsicher und segensreich wie kaum noch ein anderes in unserem Gau ge­wesen ist.

Da hier der Tod unerbittlich das Leben eines Mannes schon im 54. Lebensjahre abschnitt, kann nicht verkannt werden, daß dabei auch Planungen unterbrochen wurden, die unserem Gau und darüber hinaus auch der Partei, dem Reich und somit dem gesamten großdeutschen Volke hätten zugute kom­men können. Es verlor die nationalsozialistische Be­wegung hier nicht allein einen ihrer ältesten und mannhaftesten Kämpfer, dem die Treue zum Füh­rer und zur nationalsozialistischen Weltanschauung Lebensinhalt war, sondern auch eine initiativ wir­kende Kraft, die unablässig bemüht war, Lösungen für Fragen zu finden, die über das Gaugebict hin­aus die Partei bewegten.

Wie Carl Röver sich schon in der frühesten Kampfzeit betätigte, als er, der bereits im Jahre 1923 Mitglied der NSDAP. und damit einer der Trommler und Verkünder der Bewegung des Füh­rers wurde, wie er zuerst mit nur wenigen Anhän­gern von Dorf zu Dorf gezogen ist, um die natio­nalsozialistische Weltanschauung bis in die letzte Gemeinde seiner Heimat zu tragen, wissen am besten diejenigen seiner treuen Gefährten, die ihnihren Haudegen" schon damals unterstützten, als er Sturm, Regen und allen politischen Widerständen trotzend, fast allabendlich mit dem Motorrad auf das Land fuhr, um in den kleinsten, verqualmten Wirtsstuben einer anfänglich zahlenmäßig nur geringen Hörerschaft die Weltanschauung des Führers nahezubringen. Ein Wollen fand da­mit seine Verwirklichung, das, bis es durch Adolf Hitlers Sendung erst richtig seine Entfaltung fand, schon immer, wenngleich unbewußt, in der Brust des am 12.-Februar 1889 in Lemwerder im Ste- dinger Lande geborenen Mannes gelebt hatte.

Der Besuch der bürgerlichen Mittelschule in Ol­denburg, seine darauffolgende kaufmännische Lehre und seine praktische Tätigkeit in einem Bremer Ein­und Ausfuhrunternehmcn als Korrespondent, war nur der Auftakt eines nach viel größerer und um­fangreicherer Betätigung zielenden Strebens; und selbst der Aufenthalt und die Tätigkeit in der deut­schen Kolonie Kamerun, wohin sich der junge Kauf­mann im August 1911 begab, waren, wie wir rück­blickend sehr Wohl erkennen, auch nur eine weitere Lehrzeit, die den Blick des für alle Fragen auf­nahmefähigen jungen Deutschen weiteten. Wie klar dieser Blick schon damals die geschichtlichen Strö­mungen beurteilte, geht aus dem Worte hervor, das der nach seinem zweijährigen Aufenthalt in den Kolonien in die Heimat Zurückkehrende im Jahre 1913 sprach:Die Weltpresseherrschaft der Englän­der wird im zukünftigen Kriege von größerer Be­deutung sein als eineinhalb Millionen ausgebilde­ter deutscher Soldaten".

Als unbekannter deutscher Soldat, ebenso wie der Führer, rückte der Gauleiter begeisterten und freudigen Herzens bei Ausbruch des Krieges im Jahre 1914 mit dem Infanterie-Regiment 233 ins Feld, wo er sehr bald zum Unteroffizier befördert wurde. Die im Jahre 1916 erfolgende Berufung in die Propaganda-Abteilung der Obersten Heeres­leitung brachte den unermüdlich auch in dieser Stellung für sein Volk sich Einsehenden bereits auf jene Linie, die bestimmend für seine spätere politische Einstellung war und schon ein Teil der Erfüllung jener Aufgabe bedeutete, die ihm, wie sich nach dem Kriege sehr bald herausstellte, als Lebensaufgabe schlechtweg vom Schicksal gestellt worden ist. Tiefe Einblicke in das landesverräte- rische und volksfeindliche Treiben der Juden und Marxisten sind ihm damals in der Obersten Heeres­leitung geworden, und es entsprach nur seinem innersten Wesen, daß er, als Reaktion darauf, nach der verbrecherischen November-Revolte auch Poli­tiker wurde und mit jener ungeheuerlichen Energie, die ihn bis zu seinem Tode nie verließ, den damals völlig aussichtslos erscheinenden Kampf Adolf Hit­lers gegen die internationale Weltpest unterstützte. Abmarschbereit sah ihn der. Morgen des 9. No­vember in Oldenburg, um mit einigen seiner Ge­

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vremen, 16. Mal. Vas Saupresseamt weser-kms teilt mit: Unser Sauleiter und Neichsstattlialter larl Növer ist am sreitagnachmittas im S4. LebensjaHre in verlin an den folgen einer schweren Lungenentzündung gestorben. Schon in den vergangenen Zalzren war der Sesundlzeltszustand des Sauleiters nicht der beste, vedingt durch den schonungslosen einsah in den langen Zähren der Kampfzeit und eine NeiHe von krkran- kungen zeigte sich die körperliche versassung des Sauleiters der plötzlich eingetretenen Lungenentzündung nicht mehr gewachsen. Ver Lad hat uns den Mann entrissen, der allen im Sau weser-kms Vorbild an Mannesrum, Irene und größter Pflichterfüllung war. tarl Növer ist zur Standarte Horst Messet abberufen, stuf Unordnung des sichrere findet für den verstorbenen Sauleiter am feeitag in der NeichsHauptstadt ein Staatsakt statt, flnschließend erfolgt die Überführung nach Sldenburg.

treuen nach München zur Teilnahme an der kühnen Tat des Führers zu stoßen, die durch den Verrat an der Feldherrnhalle ihren jähen Abschluß fand. Daß die Bahn die Beförderung derRebellen" verweigerte, konnte unseren Gauleiter so wenig wie das Nichtgelingen jener Erhebung von seinem Ent­schluß abbringen, weiter der nationalsozialistischen Bewegung im Gefolge des Führers den Weg zu bereiten.

Seine ersten Erfolge wurden offenbar durch seinen Wahlsieg im Jahre 1924, der ihn in den Oldenburger Stadtrat brachte, wo er sich vier Jahre lang als einziger Nationalsozialist be­hauptete. Mit noch zwei weiteren Abgeordneten zog er dann im Jahre 1928 auch in den Olden­burger Landtag ein und erkämpfte sich am 14. Sep­tember 1930 auch einen Sitz im Reichstag. Der Name den seine Gegner ihm damals beilegtenHetzer des

äulnslims:

Nordens", der für ihn eine Schmähung bedeuten sollte, war und blieb in den Augen seiner Mit­kämpfer und später in den Augen des Gaues ein un­vergeßlicher Eyrenname. Als dann der Führer seinen alten Mitkämpfer zum Gauleiter des neugegründe­ten Gaues Weser-Ems berief, beackerte Partei­genosse Növer als Stadtrqts- und Landtagsmit­glied sowie als Gauleiter unaufhörlich den Boden seines Bereiches für den Nationalsozialismus und säte unentwegt und ohne auszuruhen oder Llrlaub zu nehmen den Samen, dessen Saat dann auch prächtig aufging. Wie hieß doch das schöne, auf­rüttelnde Wort, das er in jener Massenkundgebung zum Volksbegehren auf Auflösung des Oldenbur­gischen Landtages prägte:Wir wollen im kom­menden Frühjahr in unserer friesischen Heimat das Bollwerk aufbauen, das unser Führer braucht, wenn zum letzten Gefecht geblasen wird." Das

Wort hat seine Schuldigkeit getan. Das Volks­begehren ging durch und mehr noch, am 29. Mai 1932 (der zehnjährige Jahrestag steht bevor) hat die nationalsozialistische Bewegung des Landes Oldenburg als erste im ganzen Reich die absolute Mehrheit im Oldenburgischen Landtag errungen, mit der zweifellos als geschichtlich zu bewertenden Tatsache, daß als Folge dieses nationalsozialisti­schen Wahlsieges das System Brüning schon am nächsten Tage in allen Fugen krachte und Brüning selbsthundert Meter vor dem Ziel" vom Pferde fiel.

Segensreich erwies sich auch fortan das staat­liche Wirken des vom Führer am 16. Juni 1932 als Ministerpräsident von Oldenburg an die Spitze der rein nationalsozialistischen Landesregierung ge­stellten Gauleiters. Nicht allein die Herzen der Parteigenossen, die stets für ihn schlugen, auch viele Herzen der bis dahin noch abseits gestandenen oldenburgischen Bevölkerung gewann der alte Kämpfer des Führers durch sein selbstloses beschei­denes und gegen jedermann hilfsbereites Handeln. Ob angemeldet, ob unangemeldet, zu jeder Zeit konnte man ihn sprechen und niemand yerließ ihn ohne Trost und Hilfe. Jedem offenen Worte zu­gänglich, von unbestechlichem, Gerechtigkeitssinn durchdrungen, war er seinen Mitarbeitern ein väterlicher Freund und ließ ihnen weitestgehend freie Hand bei Bewältigung ihrer Aufgaben. Daß alle, die vor 10 Jahren schon zu ihm standen, noch bis zuletzt um ihn waren, gewährte ihm be­sondere Befriedigung. Kein brauchbares Projekt, das bei ihm nicht auf Verständnis stieß, keine ver­zeihliche menschliche Schwäche, für die er nicht Ver­gebung hatte. Aber unnachgiebig in allen welt­anschaulichen Fragen, kannte er keine Halbheiten. Die Parole aber, die er seinen Mitarbeitern immer wieder einprägte, lautete:Adolf Hitlers Wille ist gottgewollt und damit höchster Befehl."

Vor allem war es aber auch die bremische Wirt­schaft, die durch Carl Rövers Aufgeschlossenheit für alle Notwendigkeiten seines Gaues die bestt Betreuung erfuhr. Die Förderung des (übrigens auch reichswichtigen) Walfangs im Zusammen­hang mit der Gründung des Bremer Walfang- Kontors, die Schaffung der Walfangflotte Wal­ter Rau, der Ausbau des Llmschlagverkehrs an der Weser, der Ausbau des Küstenkanals, der Binnenwasserstraße von Emden nach dem rhei­nisch-westfälischen Industriegebiet und von Bre­men über die Werra zur Donau s" :d nur einige der großen Projekte, die mit seinem Wirken un­löslich verbunden sind. Bekannt ist auch, daß durch seine Unterstützung die Jndustriealisierung des Gaues wesentliche Förderung erfuhr.

Seine Gesundheit nicht schonend, die durch einen unglücklichen Autounfall seit längerer Zeit geschwächt war, bewältigte er rastlos auch die durch den gegenwärtigen Krieg bedingte, gewal­tige Arbeitslast zum Wohle des Volksganzen. Wußte doch niemand anders mehr wie er, daß die­ser Kampf des deutschen Volkes der schwierigste und der alles entscheidende gegen das Weltjuden­tum und die Weltfreimaurerei ist.

Am Endsieg, den er nun nicht mehr erleben konnte, hkt er keinen Augenblick gezweifelt, und sein ganzes Sinnen und Arbeiten galt der Förde­rung dieses Zieles. Dabei schlug sein Herz als das des alten Frontkämpfers stets mit den Front­soldaten, denen zuliebe er alles tat, was alles zu tun ihm möglich war. Davon zeugen mehrere Be­suche an der Front. Eine stattliche Anzahl von Offizieren und Mannschaften aller Waffen hat er im Blockhaus Ahlhorn zu Gast gehabt, und wie sehr des Verstorbenen soldatisches Empfinden, das innigst gepaart mit dem Drang, die nationalsozia­listische Weltanschauung allenthalben zu vertiefen, es zuwege brachte, daß die freiheitsliebende, kämp­ferische deutsche Gesinnung in unserem Gau für alle Zeiten ein Denkmal erhielt, davon spricht die Niederdeutsche Gedenkstätte Stedingsehre" auf dem Bookholzberg in Oldenburg, die Carl Röver zur steten Erinnerung an die Freiheitskämpfe sei­ner Stedinger Ahnen schuf, die Gedenkstätte, mit deren Namen der seine ewig und unzertrennlich verbunden bleibt.

So trauert mit dem Nordseegau das ganze deutsche Volk an der Bahre des verstorbenen Gau­leiters um einen seiner besten Männer. Die NS.- Presse des Gaues Weser-Ems, die er im Jahre 1929 gründete, verliert in ihm ihren hochherzigen Freund und Betreuer, die Bewegung aber nimmt Abschied von dem Kampfgefährten mit seinem im ganzen Gau bekannten Ruf: Der Kampf acbt weiter! ' ^

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