Ausgabe 
(15.5.1942) Nr. 132
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parteiamtliche "Tageszeitung

vas Amtsblatt des legierenden vürgermeisters der Zreien Hansestadt vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Vldenburg und Vremen

Nr. 1Z2 /12. Jahrgang

Zreitag, 15. Mai 1942

kinzelpreis 15 Npf.

Im Mai bereits VNI. versenkt

krnettt 21 Schiffe im Nordatlantik und in amerikanischen Sewiiffern erledigt

Verfolgung des femdes auf Kertsch

In 2V, Wochen verloren die Sowjets 748 Flugzeuge

Aus dem Führerhauptquartie^r» 14. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:Auf der Halbinsel Kertsch wird die Verfolgung des ge­schlagenen Feindes unermüdlich fortgesetzt. Der Hafen von Kertsch sowie Schisfsansammlungen in diesen Ge­wässern wurden erfolgreich mit Bomben belegt. An mehreren Stellen der Donez-Front befinden sich unsere Truppen in der Abwehr gegenüber dem Angriff starker, von Pünzern unterstützter Kräfte des Gegners. Im nördlichen Frontabschnitt brachten eigene An­griffsunternehmungen örtliche Erfolge. In Luftkämpfen des gestrigen Tages wurden an der Ostfront 84 sowje­tische Flugzeuge abgeschossen: fünf eigene Flugzeuge werden vermißt. Finnische Luftstreitkräste bekämpften mit guter Wirkung Schiffsziele an der Wodla-Miin- dung. In der Zeit vom 28. April bis 13. Mai verloren die Sowjets 749 Flugzeuge, davon wurden in Lust­kämpfen 548, durch Flakartillerie 73 abgeschossen, 76 durch Verbände des Heeres vernichtet oder erbeutet, der Rest am Boden zerstört? während der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 82 eigene Flugzeuge verloren. Auf Malta erzielten deutsche Sturzkampfflugzeuge Bombenoolltresfer in Flugplatzanlagen und Flak­stellungen. Vier britische Flugzeuge wurden im Mittel­meerraum zum Absturz gebracht.

Im Nordatlantik griffen deutsche Unterseeboote, wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, einen Ge­leitzug der Englandsahrt an und versenkten aus ihm in mehrtägigem, schwerem, zähem Kampf neun Schiffe mit 31 llllv BRT. Ein weiterer Dampfer wurde durch Torpcdotresser beschädigt. Andere Unterseeboote versenk­ten in amerikanischen Gewässern 12 Handelsschiffe mit 82 888 BRT. und einen Bewacher. Damit hat die feind­liche Schiffahrt innerhalb von wenigen Tagen wieder 21 Schiffe mit 113 888 BRT. verloren. Im weiteren Berlauf der Seegefechte am Eingang des Kanals, deren Beginn im Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht vom 13. Mai gemeldet wurde, versenkte ein deutsches Torpedoboot ein britisches Schnellboot durch Ramm- stoß. Ein zweites britisches Schnellboot ging im Kampf mit Räumbooten unter.

Einzelne britische Bomber führten am gestrigen Tage Im Schutze der Wolken einen wirkungslosen Störangriff «uf westdeutsches Gebiet durch. Hauptmann M a - rienfeld, Bataillonskommandeur in einem Infan­terie-Regiment, und Leutnant Reimann, Kompanie­führer im gleichen Regiment, haben sich bei den Durch­bruchkämpfen aus der Halbinsel Kertsch durch beiondere Tapferkeit ausgezeichnet. Bei den gleichen. Kämpfen hat das Pionier-Bataillon 173 allein am 8. Mai trotz stärkstem feindlichen Feuers über 18 888 feindliche Mi­nen beseitigt. Die S. Kompanie des Jns.-Regt. 436 und ein Zug der 2. Kompanie des Pionierbataillons 48 haben mit Teilen des Sturmbootkommandos 982 trotz schweren Seegangs im feindlichen Feuer die Landung im Rücken der feindlichen Stellungen erzwungen. Bei den Unterseebooten im Atlantik zeichnete sich das Boot des Fregattenkapitäns Wattenberg besonders aus. Oberleutnant Ost ermann, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader, errang seinen 188. Luftsieg."

Allein in den ersten 14 Tagen dieses Monats haben unsere U-Boote 85 Schisse mit 375 000 BRT. vor der amerikanischen Küste und im Atlantik versenkt. Es ist auch jetzt Mieder eine Reihe großer moderner Tanker von über 10 000 BRT. in der Missifsippimündung, im

Karibischen Meer und bei den Kleinen Antillen sowie mehrere große Dampfer von 7000 und mehr BRT. in den gleichen Seegebieten und bei Florida versenkt wor­den. Der neueste Geleitzugerfolg wurde durch eine kleine Unterfeebootgruppe in der Mitte des Atlantiks erzielt. Die Boote griffen das sich auf dem Wege von England nach Amerika befindliche Geleit zwei Tage und Nächte hindurch unentwegt an und hängten sich trotz teilweise sehr schlechter Sicht zäh und verbissen an den Gegner. Während Zerstörer und Bewacher einen Teil der U-Boote abdrängten und verfolgten, trugen andere U-Boote ihren Angriff erneut gegen die Schiffe vor.

Was die amerikanischen Bemühungen um eine Steige­rung der Abwehr angeht, so ist zu sagen, daß die deut­schen Unterseeboote auch bisher jenseits des Atlantik oft eine erhebliche feindliche Sicherung zu durchbrechen hatten. Aber ihre mehrjährige Kampferfahrungen gegen die englischen Eeleitzllge kamen ihnen dabei zugute. Nicht ohne Grund entschloß sich der sonst so arrogante Roosevelt, Hunderte von Offizieren der USA.-Marine nach England zu entsenden, um dort.in die Methoden der englischen U-Bootsbekämpfung eingeweiht zu wer­den. Doch auch diese englischen Abwehrmethoden haben während dieses Krieges niemals die Oberhand über die Angriffe der deutschen Unterseeboote gewinnen können. Sie sind stetig fortgesetzt worden, und daran wird sich auch Roosevelt und sein Marineminister Knox gewöhnen müssen. In der Zähl der in der neuen Sondermeldung

Berlin, 14. Mai. Wie das Oberkommando der Wehr­macht mitteilt, wurde auf der Halbinsel Kertsch die Verfolgung restlicher bolschewistischer Kräfte, die sich nach dem Durchbruch durch die Parpatsch-Stellung im Rückzug der Einkesselung entzogen hatten, weiter fort­gesetzt. Nach der Säuberung des Kessels von Ak Monas wurden weitere deutsche Verbände frei, die nun eben­falls zur Verfolgung des fliehenden Feindes eingesetzt wurden. Vorübergehend hatte wolkenbruchartiger Re­gen die wenigen Straßen und Wege aufgeweicht und verschlammt, doch konnten diese Schwierigkeiten, die von den Menschen und Maschinen hohe zusätzliche Lei­stungen verlangten, das ungestüme Vorwärtsdrängen der deutschen Truppen wenig hemmen. Während sich der Feind mit seinen Truppen in großer Eile und Ver­wirrung dem drohenden Schicksal längs der nach Kertsch führenden Eisenbahn entlang der einzig vorhandenen Küstenstraße zu entziehen versuchte, wurde er von den deutschen Verfolgungsverbänden, die sich immer weiter nach Osten vorwärts kämpften, überholt, so daß es nur zu unzusammenhängendem, meist schwachem feindlichen Widerstand kam, der schnell gebrochen wurde. Das Er­gebnis dieser siegreichen Verfolgnngskämpse spiegelt sich in den inzwischen weiter gewachsenen Gefangenen- und Beutezahlen.

Nach Angriffen deutscher Kampfflugzeuge auf die Be­festigungen und Hafenanlagen von Kertsch in der Nacht zum Mittwoch entstanden zahlreiche große Brände. Auch in einem Nachbarhafen südlich von Kertsch lagen die Bomben in den befohlenen Zielräumen. Bei den Luft­angriffen am Dienstag gegen Schiffsziele in der Straße von Kertsch wurden nach bisherigen Meldungen insge­samt fünf Frachter, ein Schlepper und ein Fischkutter mit zusammen 5300 BRT. versenkt und drei Frachter,

als versenkt gemeldeten feindlichen Handelsschiffe drückt sich auch gerade ein Schlag gegen einen kräftig gesicherten feindlichen Eeleitzug aus.

Ein Vergleich der Zahl und her Tonnage der aus dem im OKW.-Bericht erwähnten Schiffe zeigt, daß es sich durchweg um kleine Fahrzeuge von etwa 3000 BRT. handelt. Die Briten sind also bereits durch ihre Schiffs­raumnot gezwungen, auch kleine und kleinste Schiffe zu Eeleitzügen zusammenzustellen. In den amerikanischen Gewässern wurden, von den deutschen U-Booten ent> sprechend größere Schiffe versenkt. Die Auswirkungen der deutschen U-Vovts-Erfolge spiegeln sich auch in einem aufsehenerregenden Artikel derNewyork Times" wider, die zugibt, daß der Ausfuhrhandel der Ver­einigten Staaten nach Südamerika fast ganz zum Still­stand gekommen ist. Nach Angaben der Zeitung liegen in den nordamerikanischen Häfen gewaltige für Süd- amerika bestimmte Warenmengen, die wegen Mangel an Tonnageraum nicht verschifft werden können.

Von den Gewässern Kanadas bis zur Nordküste Süd- amerikas und quer über den Atlantik erstrecken sich die Operationen der deutschen Unterseeboote, der schärfsten deutschen Seekriegsw. sfe. Gleichzeitig zeigen die Ueber- wasserstreitkräfte der deutschen Kriegsmarine ihre Ab­wehrkraft und ihren Angriffsgeist an allen ihren Kampf­fronten, sei es im nördlichen Eismeer, sei es bei den Vorpostengefechten im Kanal, oder auch beim Einsatz im Schwarzen Meer.

ein Transporter und mehrere Küstenfahrzeuge mit ins­gesamt 18 400 BRT. durch Bombentreffer schwer be­schädigt.

Die deutschen und rumänischen Truppen waren un­mittelbar nach dem Durchbruch durch das tiefgegliederte feindliche Stellungssystem zur weiteren Verfolgung nach Osten vorgestoßen und hatten bereits am dritten Angriffstag, also am 10. Mai, den etwa 30 Kilometer westlich vor Kertsch gelegenen Tatarengraben, eine alte Schutzbesestigung, welche die Halbinsel von Norden nach Süden durchzieht, überschritten. Nachdem andere Stoßkeile der deutschen und rumänischen Truppen durch eine, Schwenkung nach Norden starke feindliche Kräfte im Raum von Ak Monaj eingeschlossen, vernichtet oder gefangengenommen hatten, schlössen sich die auf diesem Schlachtfeld freigewordenen Verbände, insbesondere die schnellen Truppen, der Verfolgung des Feindes nach Osten an. Der Versuch der Volschewisten, diese Ver­folgungskolonnen durch Nachhuten im nördlichen Teil des Tatarenarabens aufzuhalten, war vergeblich. Der feindliche Widerstand wurde in heftigen Kämpfen schnell gebrochen.

Deutsche Kampfflugzeuge griffen am Mittwoch im Tiefflug Befestigungen von Sewastopol an und er­zielten Tkeffer in militärischen Anlagen des zentralen Stadtgebietes sowie in Versorgungseinrichtungen des Hafengebietes in der Südbucht von Sewastopol.

Neuer Mtterkreu;triiger

Berlin, 14. Mai. Der Führer verlieh das Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes an Oberst Rath. Kommo­dore eines Kampfgeschwaders.

Ven fttelienden Sowjets auf den fersen

Nuf See Krim sind die Kefangenen- und veuteralzlen gestiegen

Kühner Stoßkeil mitten in die seitidmassen

Ziche Segenwekr der volschewisten auch Hinter der eroberten Linie / kin Kessel wird gebildet

Von Xriegsbsricbtsr Oarbarä lÜMsböttor

H Auf der Krim, 14. Mai. In unserem Rücken ragen jetzt verloren die Totenburgen der geknackten Betonbunker, dehnt sich öde und grauenvoll das mit zahllosen Sowjetleichen angefüllte Zickzack-Gewirr des eroberten Stellungssystems. Unsere Division gehört zu jener Kampsgruppe, deren Auftrag lautet, einen küh­nen Stoßkeil mitte» in die Feindmasfen hinter der Par- patsch-Linie zu treiben. Die Parole heißt deshalb auch jetzt: Dranbleiben, durchboxen» zuschlagen. Wir müssen dem nach unserem Durchbruch erschütterten Gegner hart ausüben Fersen folgen. Dürfen ihn nicht zum Festsetzen in treuen Stellungen kommen lassen. Wo er sich einzu­nisten versucht, gibt es nur eins: Sturmangriff im Zusammenwirken sämtlicher Waffen. Lange kann den Volschewisten die deutsche Absicht nicht verborgen blei­ben, denn das wellige Gelände ist von ihren Artillerie- beobachtern gut einzusehen. Da die Hauptmasse des Geg­ners links von unserer Zielrichtung sitzt, müssen wir also besonders nach dieser Seite hin die Augen offen halten.

Das Erwartete tritt auch prompt ein. Heftiges feind­liches Flankenfeuer von links, zunächst hauptsächlich durch Artillerie, begleitet den Vormarsch des Regi­mentes. Die Infanteristen gehen trotzdem vorwärts. Nur wenn es zu toll wird und die Einschläge sehr nahe krachen, die Splitter surrend um uns pfeifen, wird in Bodenlöchern oder alten Trichtern eine kleine Zwangs­pause eingelegt. Doch die deutsche Artillerie hilft, indem sie unentwegt ihre Geschosse dorthin segeln läßt, wo die bolschewistischen Batterien stehen müssen. Ebenso kämpfen deutsche Schlachtflieger und Sturzkampffliegcr in rollen­dem Einsatz die Feinbstellungen nieder. ^Daher kriegen wir bald Luft und stoßen weiter gen Osten. Doch nicht

l nur von der Flanke, sondern auch von dort droht Gefahr.

Feindliche Panzer greifen an. Der Ruf schreckt die Infanteristen keineswegs. Zu viele sahen sie schon in Flammen aufgehen. Und heute marschieren, wie so oft im vergangenen Sommer, wieder die Sturmgeschütze mit uns. Es gibt ein kurzes Duell, dann stehen sechs Bolsche- wistenpanzer zerschossen und brennend auf dem Feld. Zwei davon sind schwere Brüder vom Typ KW. Damit erledigte unsere Sturmgeschützbätterie seit gestern ins­gesamt elf Sowjetpanzer.

Jedesmal, wenn unser Regiment eine Höhe über­schreitet, fesselt immer wieder erneut das unerhörte Bild der Schlacht zwischen dem Asowschen und Schwarzen Meer. Die Kertscher Halbinsel präsentiert sich hier als ein sanftwelliges Hügelland. Doch tiefe Narben hat be­reits der Krieg in das glatte Gesicht der Landschaft ge­zogen. Ueberall durchfurchen Schützengräben, Deckungs­löcher und Fahrspuren den Acker. Huiidcrttausende von Granattrichter übersäen wie ein böser Ausschlag die Bodenwellen. Noch eindrucksvoller ist das Panorama in der vordersten Linie. Verschwimmend in unzähligen kleinen Punkten wandert die breite Kette der vorgehen­den Infanterie, hochaussteigend springen die Rauchfon­tänen feindlicher Granateinschläge. Drüben aber, beim Feind, lodert eine einzige Hölle aus berstendem Feuer, aus Qualm jeglicher Farbe vom schneeigen Weiß bis zum Lüsternsten Schwarz. Oben am Himmel ziehen deutsche Kampfflugzeuge in exakter Formation ihren Zielen zu, rasen Jäger auf der Suche nach Rata- Sowjethummeln. Nie sah man bisher auf einem ver­hältnismäßig kleinen Raum eine derartige Zusammen- ballung, ein so ungeheures Aufeinanderprallen der Energien des modernen Krieges. Nie wird man das ge­waltige Bild der imposanten Schlacht auf der Halbinsel Kertsch vergessen können, welches einem hier die Eigen­art der Landschaft beschert«.

Nach dem Abweisen des feindlichen Panzerangriffs gelingt unserem Regiment ein schöner Sprung vor­wärts. Tiefer und tiefer treiben wir den Keil in das Herz der Kertscher Landzunge. Deutsche Panzer sichern unsere linke Flanke gegen mögliche unliebsame lleber- raschungen. Eine bolschewistische Kanone, sowie ein MG.-Nest, die uns mit einigenSerien" begrüßen, wer­den von Sturmgeschützen zum Schweigen gebracht. Ge­gen Abend erreichen wir das wichtige Dorf T. Bevor die Infanterie es nach hartem Häuserkampf besetzt und säubert, zwingt ein heftiger Feuerüberfall der Sowjet­artillerie noch einmal zu inniger Fllhlüngnahtne mit Mutter Erde. Gottlob haben wir jenes merkwürdige Rohrgeräusch rechtzeitig gehört, das den Abschuß der bolschewistischen Geschütze verrät. Als der Spuk vor­über ist, hat Unser Regiment leider zwei Tote zu be­klagen, durch Volltreffer. Keine Stunde später wird ein feindliches Geschütz und der LKW. auf dem es mon­tiert ist, von unseren Sturmbatterien zusammenge­schossen, ein zweites erbeutet.

Dreihundert Gefangene hat das Regiment allein bis zur Dunkelheit bei L. gemacht. Auch der Nachbar schickte viele, viele Sowjetarmisteu entwaffnet nach hin­ten. Ständig wachsen schon am zweiten Angriffstag die müden Kolonnen der Geschlagenen. Ja, kürz vor dem Hauptsammellager fließen sie zu einem nicht abreißen­den Strom zusammen. Nach dem Vortreiben des Stoß­keils in die Feindmassen auf Kertsch drehen wir nun mit unseren siegreichen Regimentern nach Norden ein. Soeben kommt die Meldung, daß die deutsche Spitze das Asowsche Meer erreicht hat und damit einen ersten Kes­sel schloß, der das Schicksal eines Großteils jener Trup­pen des Sowjetmarschalls Timoschenko besiegeln wird, die noch vor zwei Monaten die Krim zurückerobern und über die Landenge von Perekop hinaus den ganzen Eüdflügrl der deutsche« Frout aufrolle» sollte».

Siegesfreude in Europa

b. Berlin, 14. Mai.Monat^laijg haben die Volsche- wisten von Siegen geredet, die nur in ihrer Einbildung bestanden haben. Fünf Tage aber haben den Deutschen genügt, um der Welt die Unwahrheit solcher Siege zu beweisen!" Eine spanische Zeitung schreibt diese Zeilen an einem Tag, an dem Kertsch in der Weltöffentlichkeit zum Thema des Tages wurde. Leidenschaftliche Unter­streichungen der deutschen Erfolge- und kühne Deutung des Auftaktes zu den kriegerischen Ereignissen des Jahres 1942 stehen in den verbündeten und befreundeten Na­tionen und mit einer gewissen Dämpfung auch in den neutralen Blättern einer Flut nichtssagender Redens­arten, offener Lügen und klar erkennbarer Verdrehungs­versuche auf der Feindesseite gegenüber. Die Stimmen aus Rom, Tokio, Bukarest und den übrigen Hauptstädten Europas haben den gleichen Tenor, wie die zitierte Madrider Zeitung. Sie unterstreichen dieMacht der neuen deutschen Taktik und die Wucht der neuen deut­schen Waffen", die ein Beweis dafür sind, daß die Winterkämpfe die Energie der Deutschen nicht geschwächt, sondern im Gegenteil ihre Kampfkraft noch erhöht haben, wieNowo Vreme" schreibt. Mit großem Ver­trauen könne das deutsche Volk der kommenden Entwick­lung in den militärischen Auseinandersetzungen an der Ostfront entgegensehen, betontTokio Nischi-Nischi". Die Durchbruchsschlacht bei Kertsch, so schreibt die japanische Osaka Meinichi" sei nicht nur Hitlers Antwort auf die Wühlarbeit der Gegner im Winter, sondern gleichzeitig ein leuchtendes Fanal für alle verbündeten Achsenmächte für gemeinsame Operationen in Ost und West, zur Herbeiführung eines endgültigen und entscheidenden Sieges. Wenn man bedenke, daß die sogenannte zweite anglo-amerikanische Front in Europa immer noch in nebelhafter Ferne liege, könne man sich leicht die große Bestürzung und Furcht ausmalen, die Hitlers blitzartiges Vorgehen im feindlichen Lager ausgelöst habe. Diese Nervosität, Bestürzung und Furcht spiegelt sich dann auch in her Nachricht des Senders London, der sich am 14. Mai um 15 Uhr folgendermaßen vernehmen ließ:, Den in England eingetroffenen Nachrichten über die großen deutschen Erfolge wird doch kein Glauben ge­schenkt? im Gegenteil, man nimmt an, daß die Russen die Kertsch-Halbinsel noch immer halten."

Nicht nur als Dokument einer kaum zu überbietenden Lügenhaftigkeit sind die englischen, amerikanischen und sowjetischen Meldungen dieser Tage interessant? ihre Formulierung ist darüber hinaus ein bemerkenswerter Beitrag zur Kennzeichnung der moralischen Haltung eines Publikums, das monatelang mit optimistischen Berichten überfüttert wurde und nun nach Ansicht der amtlichen Agitationsbüros die volle Wahrheit nicht er­fahren darf, ohne daß eine gefahrvolle Stimmungskrise entstehen würde. Unter diesem Aspekt sind die geradezu grotesken Behauptungen englischer und amerikanischer Sender zu betrachten, die eine Krönung nur noch durch das sowjetische Mitternachtskommuniqüs vom 13. Mai erfuhren:An der Front ist nichts Wesentliches vorge­kommen."

Die Meldungen Englands und Amerikas aber sprechen für sich: Der amerikanische Sender Schenectady am 13. Mai:Soeben traf hier eine Sondermeldung aus Moskau ein, die besagt, daß die Rote Armee auf der Halbinsel Kertsch die deutschen Vorstöße zurückgeschla­gen hat."United Preß" am 13. Mai:Die Deutschen waren offenbar zunächst erfolgreich, wurden jedoch nach einer , drei Tage dauernden Schlacht wieder auf ihre Ausgangsstellungen zurückgedrängt." Der Sender New­york am Abend des 13. Mai:In den neuesten Mos­kauer Berichten wird mitgeteilt, daß die Russen ihre Stellungen auf der Halbinsel Kertsch nach wie vor be­haupten." Der Londoner Rundfunk am 13. Mai:Nach drei Tagen Kampf wurden die deutschen Panzerkolon­nen auf der Halbinsel Kertsch zurückgeworfen." Sender Boston in der Nacht zum 13. Mai:Die Deutschen auf der Krim haben eine Abfuhr erfahren, sie können ruhig den Traum aufgeben, die Rote Armee zu überrennen, und am Schwarzen Meer vorzudringen." Am 14. Mai muß der sowjetische Heeresbericht jedoch schon kleinlau- ter zugeben:Im Laufe des 13. Mai haben unsere

Truppen in Anbetracht der feindlichen llebermacht auf der Halbin,el Kertsch neue Positionen bezogen." Und in der Nacht zum 15. Mai mußte die englischeExchange- Agentur aus Moskau drahten:Die deutsch-rumänischen Gruppen haben m den ersten fünf Tagen des Kampfes ohne Zweifel bedeutende Erfolge erzielt. Die sowjet-

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Wieder versenkten unsere U-Boote im Nordatlantik und in den amerikanischen Gewässern 113 888 BRT. Die Lügenagitation des feindlichen Auslandes um den deutschen Sieg bei Kertsch ist kläglich zusam­mengebrochen.

Auf der Halbinsel Kertsch wird die Verfolgung des geschlagenen Feindes unermüdlich fortgesetzt.

Die Sowjets verloren vom 26. April bis 13. Mai 749 Flugzeuge.

Neben ungeheurer Materialbeute machten die Ja­paner auf Corregidor 12 888 Gefangene.

Ueber die Meldepflicht beim Arbeitsplatzwechsel wurde eine neue Verordnung erlassen.

Die Bremer Volksbücherei begeht heute den ihres vierzigjährigen Bestehens mit der Eröffn und Wiedereröffnung zweier Zweigstellen.