Ausgabe 
(14.5.1942) Nr. 131
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der Nationalsozialisten Vremens

flmiliches verkündungsblalt des Neichsstattlialiers in Oldenburg und Vremen

Nr. 1Z1 ,12. Jahrgang

Donnerstag, 14. Mai 1942

Linzeipreis 15 Npf.

omllibruchMll M von Kertsch entschieden

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Vernichtung -er überrannten und eingeschlossenen Kräfte -es Segners

Msster 40000 l-efangene

Aus dem Führerhauptquartier, 13. Mai. Des Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:Die Durchbruchsschlacht auf der Landenge von Kertsch ist entschieden. Sie endete mit der Vernichtung der dort überrannten und eingeschlossenen Kräfte des Gegners. Bisher hat der Feind über

40 000 Gefangene

197 Panzerkampswagen,

598 Geschütze und 280 Flugzeuge

verloren. Zahlloses anderes Kriegsmaterial wurde er­beutet oder vernichtet. Die Verfolgung der geschlagenen Reste des Gegners in Richtung Kertsch wird rastlos fortgesetzt. Im Seegebiet der Halbinsel versenkten gestern Kampffliegerkräfte vier kleine Transportschiffe und beschädigten eine größere Zahl weiterer Küstenfahr­zeuge. In Läpp land verlor der Gegner bei den erfolgreichen Abwehrkämpfen der deutsch-finnischen Truppen im Abschnitt von Louhi vom 24. April bis 10. Mai über 11000 Tote. An der EismeerkLste und im Hafen von Mukmansk waren Kampf- und Sturzkampfflugzeuge bei der Bekämpfung von Schiffs­zielen besonders erfolgreich. Sie vernichteten ein Fracht­schiff von 8000 BRT. sowie ein kleines Küstcnschiff und beschädigten vier große Transporter und Ver- bindungssahrzeuge zum Teil so schwer, daß mit der Vernichtung weiteren Schiffsraumes gerechnet werden kann. Im Zusammenwirken mit der Kriegsmarine ver­senkten Kampfflugzeuge außerdem vor dem Nordkap ein feindliches Unterseeboot.

In Lustkämpfen über Malta schössen deutsche und italienische Jäger, die zum Schutz eigener Kampfflug­zeuge eingesetzt waren, elf britische Jäger vom Muster Spitfire ab. Drei weitere feindliche Flugzeuge wurden an der nordafrikanischen Küste zum Absturz gebracht. Bei Tagesangrissen der Luftwaffe gegen militärische Ziele an der Süd lüfte Englands verursachten Bombenvolltreffer in Hasengebieten und Fabrikanlagen erhebliche Schäden. Vor der niederländischen Küste und am Eingang des Kanals fanden am gestrigen Tage und in der Nacht verschiedene Gefechte zwischen deut­schen Borpostenstreitkräften und leichten britischen See­streitkräften statt. Zwei feindliche Schnellboote wurden durch Volltreffer beschädigt. Eines unserer Boote ist gesunken. Den im gestrigen Bericht des Oberkom­mandos der Wehrmacht gemeldeten erfolgreichen Angriff

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auf britische Zerstörer im Seegebiet südlich Kreta un­ternahm ein von Eichenlaubträger Hauptmann Hri­tz i g geführter Kampssliegerverband. Hauptmann Helbig versenkte selbst einen der feindlichen Zerstörer durch Bombenwurf."

*

Hierzu schreibt unser ständiger militärischer Mit­arbeiter Hauptmann Werner Stephan: Wenn gestern die Siegesfanfaren die Entscheidung in der Schlacht von Kertsch ankündigten, dann bedeutet das einen Er­folg von ganz besonders weittragender Bedeutung. Die heißumstrittene Halbinsel am Ostende der Krim bot den Bolschewiken Verteidigungschancen ganz ungewöhn­licher Art. Die Landenge von Parpatsch, auf die die Sowjets nach der Wiedereroberung von Feodosia am 18. Januar 1942 zurückgeworfen wurden, ist nur 22 Kilo- meter breit. Sie wurde von den Bolschewiken in viel- monatiger Arbeit durch ein tiefgegliedertes Stellungs­system befestigt und mit allen technischen Mitteln gegen jeden überraschenden Angriff ausgestattet. Das auf diese Weise gesicherte Gebiet von Kertsch wurde dann zur Aufmarschbasis für die geplante Offensive der Sowjets, die die belagerte Festung Sewastopol von der Einschließung befreien und die Krim wieder in bolsche­wistische Hand bringen sollte. Unter diesen Umständen traf der deutsche Angriff am 8. Mai auf eine gewaltige

Der große krfolg auf

Berlin, 13. Mai. Zu dem großen Erfolg der deut­schen und rumänischen Truppen auf der Halbinsel Kertsch werden vom Oberkommando der Wehrmacht fol­gende Ergänzungen mitgeteilt: Der Angriff begann in der Frühe des 8. Mai nach planmäßiger Vor­bereitung durch Artilleriefeuer und durch Flieger­angriffe. Nach einem letzten starken Fcuerschlag traten die für den ersten Angriff bestimmten deutschen Kräfte gegen die stark ausgebauten, mit Tausenden von Mi­nen gesicherten und durch einen breiten Panzergraben geschützten feindlichen Stellungen an. Es gelang den deutschen Truppen, den völlig überraschten Gegner oft schon beim ersten Anlauf zu werfen, seine Stellungen zu durchbrechen und tief in das feindliche Hinterland vorzustoßen.

In Fortsetzung dieses ersten Angriffserfolges drangen schnelle deutsche und rumänische Truppen an den näch­sten Tagen weiter nach Osten und Norden vor und ver­hinderten so den Rückzug stärkerer Kampfverbände des Gegners. Am 11. Mai gelang es den nach Norden vorstoßenden deutschen Kräften, die Küste des Ajow- schen Meeres zu erreichen und die sich im Raum um Ak Monaj noch verteidigenden feindlichen Kräfte von ihren rückwärtigen Verbindungen abzuschneiden, während gleichzeitig deutsche und rumänische Truppen vom Westen her die eingeschlossenen feindlichen Divisio­nen auf engsten Raum' zusammenpreßten. Die Masse der auf zwei Seiten von den deutsch-rumänischen Kräf­ten und auf der dritten Seite vom Asowschen Meer eingeschlossenen feindlichen Truppen bot ein lohnendes Ziel für die deutsche Luftwaffe, die in rollenden Ein­sätzen unbeschreibliche Vernichtung in die bolschewisti­schen Truppenmassen trug. Nach Abweisung verzwei-

Massierung von Menschen und Kriegsmaterial des Gegners. Wenn es trotzdem gelungen ist, diesen ersten Offensiv stoß mit der Vernichtung des Feindes zu beenden, so kommt darin die große Schlagkraft der deutschen Soldaten und der deutschen Waffen zum Aus­druck. 40 000 Gefangene bedeuten neben den schweren blutigen Verlusten der Bolschewisten auf dem engen Raum zwischen dem Schwarzen Meer und dem Asow­schen Meer außerordentlich viel. Umfaßt doch die Halb­insel Kertsch im ganzen nur ein Gebiet von rund 2500 Quadratkilometer, d. h. etwa von der Größe Luxemburgs. Die Kriegsbeute, die dort in einem Kampf von fünftägiger Dauer gemacht wurde, ist außerordent­lich umfangreich. Auch hieraus wird deutlich, daß es sichumdieNiederringung besonders star­ker Feindgruppen handelte. Nun fliehen die ge­schlagenen Reste des Gegners, rastlos von den deutschen Truppen verfolgt, in Richtung auf die Stadt Kertsch.

Die Bolschewisten und ihre Bundesgenossen in Eng­land und Amerika, die sich in den ersten Tagen der deutschen Offensive auf Stillschweigen oder Ableugnen beschränkt hatten, haben es unter dem Druck der Tat­sachen nicht länger vermeiden können, Meldungen über Kertsch zu veröffentlichen.Exchange Telegraph" regi­striertEinbrüche in die Linie der Bolschewisten" und (Fortsetzung auf Seite 2)

-er Kai-insel Kertsch

felter Ausbruchsversuche und des letzten feindlichen Widerstandes, der besonders immer wieder bei Ak Mo­naj aufflackerte, wurden die eingekesselten feindlichen Kampfverbände vernichtet oder gefangengenommen. Die gemeldeten Gefangenen- und Beutezahlen sind ständig im Wachsen. Während sich so das Schicksal der einge­schlossenen feindlichen Divisionen vollendete, setzten an­dere deutsche und rumänische Verbände die rastlose Verfolgung der geschlagenen Reste des Gegners in Richtung Kertsch fort.

Die deutsche Luftwaffe legte, nachdem sie den feind­lichen Widerstand zermürbt hatte, von Beginn der Kämpfe an die Schwerpunkte" ihres Einsatzes auf Ver­folgung und Zerschlagung des zurückgehenden Feindes. Obwohl in den Tagen des Eroßkampfes das Wetter ungünstig war, waren die deutschen Kampfflugzeugver- bände und Schlachtflieger nicht daran gehindert, dem zurückflutenden Feind schwerste Verluste zuzufügen. In Tiefangriffen auf die Rückzugsstraßen wurden zahl­reiche motorisierte Fahrzeuge, auf denen die bolschewi­stischen Truppen nach Osten flüchteten, zerstört. Deut­sche Schlachtfliegerverbände blieben dem weichenden Feind auf den Fersen und zerschlugen den feindlichen Widerstand. Deutsche Flakartillerie und Sturzkampf­flugzeuge vernichteten zahlreiche Panzer und Batterien. Schifssziele des.Gegners im Seegebiet von Kertsch so­wie die Bereitstellung einer Rückzugsflotte in einem Hafen des Asowschen Meeres wurden mit Bomben be­legt, vernichtet oder zersprengt. Von Beginn des Groß­angriffs an beherrschten die deutschen Jäger den Luft­raum über der Halbinsel Kertsch und schössen nach bis­herigen Meldungen allein in den erbitterten Luft- kämpfen 183 feindliche Flugzeuge ab.

volschewisten auf engstem Naum vernichtet gefangenen- und veuterastlen ständig im wachsen

Glänzendes Zusammenwirken aller Verbände

Der -eutsc-e Solvat ist trotz -er -arten Prüfungen -es winters -er gleiche geblieben

Von Kriegsberichter Dr. loset Kicktor

Auf der Krim, 13. Mai.

Ganz schmal ist der Landstreisen zwischen dem Asowschen Meer und dem Schwarzen Meer, der nunmehr aus- ersehen ist, erneut die ungebrochene Angriffskrast der deutschen Wehrmacht zu zeigen. Es war nicht die Span­nung, die sonst uns beherrscht, wenn es zum Angriff ging. Diesmal war es etwas anderes. Dem deutschen Soldaten war zum ersten Male wieder nach einem halben Jahre Gelegenheit geboten, zu zeigen, daß er trotz der harten Prüfungen dieses Winters der gleiche geblieben ist. Und dies an einer Stelle, die wie kaum eine zweite an der gesamten Front befestigt und tief gestaffelt verteidigt ist. Ein Wald von Bunkern, Vat- teriestellungen, der Artillerie-Waldbesestigungen usw. zieht sich von Küste zu Küste und die größte Hossnung der Sowjets in dieses Verteidigungssystem und zugleich seinen Schlüssel bildete ein mehrere Meter breiter und tiefer Panzergraben. Wir wußten also, daß es nicht leicht sein würde, und waren darauf gefaßt, eine harte Nuß knacken zu müssen. Der Ansang schien uns recht zu geben. Die Nacht war zwar im Verhältnis zu sonst ruhig, aber kaum zehn Minuten vor der Angrnfszeit begannen die Sowjets plötzlich einen heftigen Artille­rieüberfall. Granate um Granate zerwühlte den Bo­den und spie einen Hagel von Dreck, Eisen und Erde durch die Luft. Als schöben hundert Riesenfäuste Kugel um Kugel.

Aber mit einemmal begann die eigene Artillerie ihre gigantische Feuervorbereitung. Binnen weniger Sekunden flammte rings der ganze Horizont von einer ununterbrochenen Kette grell aufflackernder Feuersäulen. Wir vergaßen die Gefahr in diesen Minuten und krochen aus unseren Deckungen, ungeachtet der sausenden Schläge, die die sowjetische Artillerie noch immer her- überjagte. Rauchwolken türmten sich über glühenden Flammcnbergen, ,wo eben noch heimtückisch und drohend die Höhen mit den sowjetischen Stellungen gewesen waren.

Und jetzt ein schriller Pfiff, dünn, messerscharf, und doch alles durchdringend und alles übertönend, die

Infanterie greift an! Jetzt gilt es! Nur wenige hun­dert Meter trennen uns von den vordersten Linien, aus denen jetzt die feldgrauen Soldaten hervorbrechen. Wenn sie die kleine Höhe erreicht haben, dann ziehen wir unser schweres Flakgeschütz vor, um von dieser Höhe aus die jetzt noch einsehbaren Bunker niederzu­kämpfen.

Der Widerstand vorne scheint gering zu sein, kaum, daß man Maschinengewehrfeuer und Gewehrgeknatter hört, das sonst stockende Angriffe zu kennzeichnen pflegt. Oder hören wir es nur nicht in dem Getöse um uns? Immer dicker und undurchsichtiger wird der Qualm um die Höhe. Kommen etwa Panzer an? Der Führer des Flakkampftrupps, ein junger Oberleutnant aus Wien, überlegt nicht lange.Aufsitzen!" Dann geht die Fahrt los. Bald haben wir den Fuß der Anhöhe erreicht. Da sind die Gräben, die bis vor kurzem noch die vorderste Linie waren, und jetzt wir dürfen das wohl schon behaupten, nie mehr sein werden. Oben an der Höhe liegt.unregelmäßiges Artilleriefeuer. Vereinzelte Ge­wehrschüsse singen haarscharf an unseren Ohren vorbei. Zwei Sturmgeschütze stehen auf halbem Hang. Jetzt rollen sie vor, über die Höhe hinüber. Das erste Ziel ist erreicht. Wieder springen wir auf den Zugwagen, rasseln über Gräber und Trichter. Flüchtig sieht das Auge nur die so gut bekannten Bilder des Krieges: zer­schossene Protzen. Pferdekadaver. Da die ersten Toten, Verwundete, die nach rückwärts stolpern, blutgetränkte Binden um die Brust, die Arme oder Beine gewickelt, Gott sei Dank sind es nur wenige, wenn auch diese wenigen genügen, um uns einen Augenblick zur Be- sinung zu bringen, daß jede dieser Rauchfahnen und Splitterfontänen uns ein gleiches Schicksal bereiten kann.

Aber das ist jetzt schon wieder vergessen, da es vor­wärts geht. Da ja, da kommen sie an, die ersten Trupps, und zeigen nun immer mehr das alte Bild: Gefangene seltsam ist ihr Ausdruck, verstörtes Ent­setzen hockt noch in den Augen. Vor jedem deutschen Soldaten heben sie die Hände hoch, zucken vor jedem Pfeifen zusammen, stolpern in eine» Bogen, als wollten

sie ausweichen, wenn unsere Flieger scharf über das Feld wegkurven. Andere wieder kommen freudestrahlend an, grüßen uns schon von weitem, werfen mit unver­kennbarer Geste des Frohseins ihre Stahlhelme in wei­tem Bogen fort.

Jetzt sind wir auf der Höhe. Rasch das Geschütz in Stellung gebracht. Dort drüben sind die Bunker, die unser harren. Der erste Schuß sitzt etwas zu kurz. Der zweite zu weit, der dritte aber wirbelt mitten aus dem Klotz Trümmer und Rauch empor. Und jetzt jagt Schuß um Schuß hinüber, und jeder Schuß ist ein Treffer. Der Geschützführer, ein Unteroffizier, kennt ja seinen Bunker genau, hat er ihn doch schon voriges Jahr bei dem Durchbruch nach Kertsch unter sein wohl- gezieltes Feuer genommen. Es dauert nicht lange, dann ist dieser Bunker erledigt, und jetzt der zweite, hart drunten am Meer. Auch ihm bleibt sein Schicksal nicht erspart. Und wieder Stellungswechsel und jetzt auf den dritten Bunker. Wieder sitzt sFon nach wenigen Granaten die Lage der Schüsse genau im Bunker. Es ist der größte, darum heißt er auch der Stalin-Bunker, darum muß er aber auch eine entsprechend größere Zahl von Schüssen bekommen.

Unterdessen aber ist die Infanterie im Schutze unseres Feuers über den Graben hinüber. Jetzt sehen wir sie auch schon entfaltet und aufrecht gehend den Hang hoch­kommen. Nur mehr fünfzig Meter trennen sie von dem Bunker, den wir zuerst beschossen haben. Jetzt wissen wir, daß der Bunker erledigt ist. Allmählich rücken sie die ganze Höhe vor.

Unser Auftrag ist erfüllt. Der Angriff rollt. Die großen Festungsanlagen der Sowjets haben ihnen auch nichts geholfen. Es ist noch immer früher Morgen, erst sechs Uhr, und doch sind unsere Soldaten schon über den Graben bis zur ersten Bunkerlinie vorgestoßen. Luft­waffe und Heer haben damit erneut bewiesen, daß sie auch heute wieder eines mitbringen, was der Volschewist niemals haben wird, was uns aber in drei Stunden schon einen Erfolg gebracht hat, den die Sowjets einen ganzen Winter lang nicht erringen konnten: Den besse­re«, den einmalige» deutschen Soldaten!

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Von unserem stäuckigsu Uariasmikarbeitsv Lrick Eloäseke^

Die letzten Versenkungen im Atlantik haben die feind­lichen Verluste an Tankschiffen vom September 1939 bis zum 10. Mai 1942 auf insgesamt 3,1 Mill. BRT. gebracht. Davon wurden allein jenseits des Atlantik seit Mitte Januar 105 Tanker mit 854 000 BRT. auf den Meeresgrund geschickt. Diese Zahl beweist, daß in den letzten Monaten die Tankschiffverluste der Englän­der und Amerikaner besonders stark gestiegen sind. Da­mit sind auch die Gefahren gewachsen, die sich für die Rüstungswirtschaft der USA. und des britischen Empires aus dieser schweren Einbuße an Tankern er­geben.

Lloyd-George hat einmal nach dem Weltkrieg 1914/18 das Wort geprägt:Auf einer Woge von Oel sind England und seine Verbündeten zum Siege geschwom­men." Genau so hatten sie es sich auch in diesem Kriege gedacht. Das Londoner Blockadeministerium hoffte, in Deutschland werde sich bald eine militärisch nicht mehr tragbare Oel- und Benzinknappheit bemerkbar machen. Aber die Ausnutzung der deutschen und sonstigen euro­päischen Oelfelder, vor allem jedoch der durch den Vier­jahresplan rechtzeitig erfolgte Aufbau einer Industrie zur Gewinnung von Treibstoffen aus Kohle, haben die englischen Illusionen auf dem Gebiete der Treibstoff­versorgung unserer motorisierten Truppen, unserer Luftwaffe und Kriegsmarine nicht zur Wahrheit wer­den lassen. Mancher Deutsche, der in Friedenszeiten die Steuern nicht gern sah, die dem Treibstoff aus deut­scher Erzeugung den Wettbewerb mit dem Erdöl aus reichen fremden Revieren ermöglichte, wird heute ein­gesehen haben, wozu die rechtzeitige Vorbereitung not­wendig war. Wie aber steht es nun auf der Gegenseite mit jenerWoge von Oel". auf der Churchill und Roosevelt wiederum zum Siege schwimmen wollten, den sie sich sogar leichter als vor 25 Jahren dachten. Nun, die deutschen Unterseeboote haben dafür gesorgt, daß die Oelwoge unserer Feinde zu einem immer größeren Teil im Ozean verrinnt, anstatt der feindlichen Wehr­macht und Rüstungswirtschaft zugute zu kommen.

Das Oel ist noch weit kriegswichtiger geworden als im ersten Weltkrieg. Ein einfacher Vergleich mag dies erläutern. Im letzten Friedensjahr 1913. vor dem ersten Weltkrieg, führte England 1,3 Millionen Tonnen Erd­öl und Erdölprodukte ein. Im letzten Friedensjahr vor dem neuen Kriege im Jahre 1938 betrug die englische Einfuhr auf dem Erdölgebiet 12 Millionen Tonnckn, also fast zehnmal so viel. England kann aus eigener Erzeugung auf diesem Gebiet so gut wie nichts bei­steuern, da es im Mutterland keinerlei Oelfelder besitzt und auch nur eine geringfügige Erzeugung von synthe­tischem Treibstoff entwickelt hat. weil man in der englischen Führung eben mit einer völligen Sicherung des Tankschiffsverkehrs nach England auch während eines Krieges durch die englische Seeüberlegenheit rechnete. England verfügte für diesen Zweck im Jahrs. 1939 (einschließlich der Dominien) über eine Tankschiff­flotte von 3 264 000 BRT. Ferner arbeitete ein sehr großer Teil der norwegischen Tankschiffsflotte von 2157 000 BRT. für England. Dagegen spielte die Tank­schiffsflotte der Vereinigten Staaten mit 2 801 000 BRT. im Verkehr über den Atlantik nach England keine be­deutende Rolle.

Für die Vereinigten Staaten, die mit einer Oel- erzeugung von 183 Millionen Tonnen rund zwei Drittel der Weltproduktion im eigenen Lande haben, gibt es nämlich dennoch ein wesentliches Problem des See­transports. Die Oelfelder im Osten der Vereinigten Staaten reichen für den Bedarf der dort zusammen­geballten Industrie- und ihres Verkehrswesens nicht aus. Die Oststaaten der USA. benötigen also gewaltige Oelmengen aus den entfernteren Erzeugungsgebieten von Texas und Oklahoma. Das dort erzeugte Erdöl wird, teilweise unter Benutzung des Mississippi, teil­weise durch Rohrleitungen zu den Häfen am Golf von Mexiko gebracht, um dort in große Tanker vom Ozean­typ verladen zu werden, die das Lei nach Newyork, Philadelphia, Boston usw. befördern. Von den 358 Tankern mit 2 590 000 BRT., über die die Ver­einigten Staaten (nach einigen Abgängen durch Ver-

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Die Durchbruchsschlacht auf. Kertsch ist entschieden. Ueber 40 000 Gefangene wurden gemacht, rund 800 Geschütze und 197 Panzerkampfwagen erbeutet oder vernichtet, außerdem hat der Feind 260 Flugzeuge und sonstiges reiches Kriegsmaterial verloren.

An der Eismeer-Küste wurde ein feindliches Fracht­schiff von 8000 BRT. vernichtet und ein sowjetisches U-Boot versenkt.

Ueber Malta und Nordafrika wurden 14 Briten­flugzeuge abgeschossen.

Nach der Seeschlacht im Korallen-Meer ist die USA.- Flotte zu größeren Operationen im Pazifik unfähig. Subhas Chandra Böse erließ einen neuen Frci- heitsaufruf an seine indischen Volksgenossen.

Die erste Haussammlung des Kriegshilfswerks für das Deutsche Rote Kreuz erbrachte eine fast 20pro- zentige Steigerung gegen das Vorjahr.

Zur Luftfahrt-Werbewoche finden eine Reihe von Schaufensterausstellungen statt.

Ab 15. Mai werden die Bierprcise gesenkt.

Die Bank der Deutschen Arbeit hat ihr Kapital verdoppelt.

Die deutschen Sparkassen verwalten fast 45 Milli­arden RM. Spargelder und sonstige Einlagen.

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