Ausgabe 
(12.5.1942) Nr. 129
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der Nationalsozialisten Bremens

sinnliches verkündungsblatt des Neichsstalchallers in Oldenburg und Vremen

Nr. 129/12. Jahrgang

Dienstag, 12. Mai 1942

Linzelpreis 15 Npf.

c^urchills neue Lügenbttan;

Zwei Zaffre Katastrophen / Sinnlose Prahlereien alskrmutigungen"

vralitboriobt unserer Uoiliiior 8el>riktIeitnnA

x. b. Berlin, 11. Mai. Der Totengräber des Empire, der Vabanquespieler und Whiskysäufer Chur­chill, hat an dem Tage, da er seit zwei Jahren die volle Verantwortung für die britische Kriegspolitik in Hän­den hat, es für notwendig befunden, vor dem englischen Volk eine Bilanz zu ziehen. Wenn man die Unruhe, die Erregung und Nervosität, die in den letzten Wochen England durchzitterte, berücksichtigt, dann wird es ver­ständlich, daß dieser Bankrotteur den Versuch machte, Englands Bevölkerung mit einer verlogenen Schau­bilanz über die bittere Abwärtsbewegung des britischen Empire hinwegzutrösten.

Der Mann, der die britische Flagge von dem Kräng der Atlantikstützpunkte an der us.-amerikanifchen Ost­küste praktisch streichen mutzte, um ganze SO alt« Zer­störer dafür einzuhandeln, der Bettelkommission auf VettAkommission nach Washington sandte, um dort Hilferuf auf Hilferuf zu starten, der Mann, unter dem Hongkong und Singapur, einst Eckpfeiler des britischen Empire, fielen, wagte es, vonErmutigungen" zu reden uno vornGleichgewicht", das in der jetzigen Weltauseinandersstzung weitgehend herzustellen den plutokratisch-bolschewistischen Gegnern der Dreierpakt­mächte gelungen sei. Dabei konnte er mit keinem Wort einen Beweis für diese Ermutigungen beibringen, er mutzte vielmehr an den verschiedensten Stellen seiner Rededie vielen Mißgeschicke und Enttäuschungen" kennzeichnen, von denen die Zeit seiner Premierschaft erfüllt gewesen ist. Er greift dann zu dem alten ab­gedroschenen Trick, datz England zu irgendeinem Zeit­punkt wesentlich ungünstiger dagestanden habe, und datz nun die Zwifchenentwicklung «ine Besserung der Lage herbeigeführt habe. Bezeichnend ist, datz er im Grunde auch in dieser Rede keinerlei Hoffnungen, die sich auf die englische Kraft und Kriegsstärke beziehen, zu zitieren vermag, sondern sein« Erwartungen auf schwache ^An­deutungen der Rllstungskapazität der USA. und auf dieBrüderschaft", wie er sich wörtlich ausdrückte, mit den Bolschewisten beschränkte. Er wagte auch mit keinem einzigen Wort dem englischen Volk etwas über den Atlantikkrieg zu sagen, verbreitete sich dafür aber um so schwülstiger und romanhafter über die Mada- askaraktion, die vor drei Monaten beschlossen und zu er die Transporter unter Geleit vor etwa zwei Mona­ten gestartet seien. Er phantasierte von den ungeheuren Gefahren, die gedroht, und den schweren Befürchtungen, die ihn in den Wochen des Transports befallen hätten, um dadurch diesen feigen Kolonialraub an dem ehe­maligen Verbündeten Britanniens zu einer bedeutsamen AktioN aufzupulvern. Aber selbst mit dieser einzigen britischenErsolgsaktion" der letzten Zeit hat er offen­bar wenig Anklang bei den britischen Hörern gesunden, dennDaily News" hält es für erforderlich, ihm einen Dämpfer gerade für diesen Punkt der Ausführungen zu erteilen, indem sie darauf hinweist, was, wenn schon die kleine Aktion Madagaskar drei Monate Vorberei­tungen bedurft hätte, dann eigentlich für Voraussetzun­gen' für eine Großaktion gegen Europa gegeben seien?

Churchill ritt die alte Tour vomAushalten und Ueberleben", dann werde der Sieg schon kommen. Selbst­verständlich fehlte dabei der Hinweis auf 1918 nicht. AlleStandhaftigkeit und llnnachgiebigkeit", die Chur­chill anruft, werden die Wandlung der strategischen Si­tuation, die sich von Dünkirchen bis Burma vollzog, ebenso wenig rückgängig machen, wie sie in der Lage! sind, jenen Unterschied zu überspringen, der nun einmal zwischen dem Weltkrieg 1914/18 und dem jetzigen Welt­krieg liegt. Es gehört schon die sture Borniertheit, die

Neue Mtterkreuztriiger

Berlin, 11. Mai. Der Führer verlieh das Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes an: Oberstleutnant Heinrich 8 ätz, Kommandeur eines Infanterieregiments; Oberst­leutnant Hermann von Vorries, Führer eines Infanterieregiments; Hauptmann Friedrich Höhne, Bataillonskommandeur in einem Jägerregiment. Ferner verlieh der Führer auf Borschlag des Ober­befehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Eöring, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberstleutnant Knust, Kommodore eines Kampfgeschwaders.

Verantwortungslosigkeit des Vabanquespielers und der Zynismus des notorischen Lügners Churchill dazu, um aus dieser Bilanz von Dünkirchep bis BurmaGleich­gewicht und Ermutigungen" erstehen zu lassen. Dabei ist auch die Hoffnung auf dietreuen Verbündeten" in kei­ner Weise groß, denn er kann nicht um die Feststellun­gen herum, datz die Sowjets bereits in der jetzigen Zeit der Ruhe vor dem Sturm" fürchten, datzder Orkan wieder mit vollster Wucht gegen die sowjetische Front losbricht".

Die Sowjets aber suchen schon jetzt, da sie in der Zeit der Ruhe vor bem Sturm die Ileberlegenheit der deut­schen Kriegsfllhrung zu spüren bekommen, vor der Welt mit lügenhaften Behauptungen über Giftgasverwendung durch deutsche Truppen dafür eineErklärung" zu schaf­fen. Diese Behauptung der Bolschewisten, die sich wür­dig an die Ereuelnoten Molotows anschließt, unterstellte, datz deutsche Truppen auf der Krim Minen mit Gift­gas verwendet hätten. Das deutsche OKW. hat bereits am 9. Mai ein Dementi dazu herausgegeben, was aber

den Lügner Churchill nicht hindert, eine sinnlose Drohung auf dieser bolschewistischen Lüge aufzubauen. Churchill weiß, datz sich noch jede Drohung und Lüge der Briten in ihr Gegenteil verkehrt hat.

Wenn von derStärke der Vereinigten Staaten" aus­gerechnet in den Tagen kurz nach der Niederlage im Korallenmeer gefaselt wird, so genügt die Erwähnung des Satzes vomAnpacken der Japaner durch die bri­tische und amerikanische Seemacht und von der Luft­macht, die Japan mit Unterstützung militärischer Deckungsoperationen aufs Kreuz legen werde", um die Verlogenheit dieser Phrasen in einem Zeitpunkt zu be­legen, da erneut die amerikanischen Flugzeugträger und ihre Luftabwehr nicht in der Lage waren, die ameri­kanischen Schlachtschiffe an der australischen Küste zu schützen.

Es erscheint angesichts einer solchen Fülle von Erotz- rnäuligkeit und Lügenhaftigkeit ain Platze, noch einmal die Bilanz der Churchill-Zeit von Kriegsbeginn bis (Fortsetzung auf Seite 2)

Ver 6oif von Mexiko

Zu den Erfolgen deutscher U-Boote

Berlin, 11. Mai. In der am 10. Mai bekannt­gegebenen Sondermeldung des Oberkommandos der Wehrmacht wird erstmalig das Auftreten, deutscher Unterseeboote iin Golf von Mexiko erwähnt. Der mexikanische Meerbusen ist ein ziemlich abgeschlossenes Teilmeer des Atlantischen Ozeans zwischen Nord- und Mittelamerika uitd der Insel Kuba. Durch die Florida- und Nicolasstratze ist er mit dem offenen Ozean, durch die Pukantanstratze mit dem Karibischen Meer ver­bunden und 1560 000 Quadratkilometer grotz. Von Slldosten nach Nordosten ist er 1800 Kilometer, von Nordosten von Slldwesten nach Nordosten ist er 1800 Kilometer, nach Südosten 1100 Kilometer breit. Der mittlere Teil bildet, ein bis'8875 Meter tiefes Becken. Die Randzone ist Flachsee.

Die gegen 5000 Kilometer lange Küste ist von seichten Lagunen und Haffen, Sanddünen und Nehrungen be­gleitet. Durch die Pukatanstratze kommt ein starker, warmer Strom aus dem Karibischen Meer. Dadurch und durch die einmündenden großen Ströme (Mississippi), Rio Grande del Norte, erfolgt eine Uöberfiillung des

Schwere seindverluste in Lustkämpfen

27 Sowjetflieger im holzen Norden abgeschossen 1S öritensiugzeuge im Mittelmeer vernichtet

Aus dem Führerhauptyuartier, 11. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:An der Ostfront wurden örtliche Angriffe des Feindes in teilweise harten Käinpsen abgeschlagen. Eigene Gegen­angriffe waren erfolgreich. Flugzeuge, die zu bewaff­neter Seeaufklärung im Schwarzen Meer einge­setzt waren, versenkten in der Stratze von Kertsch ein Handelsschiff von 1300 VRT. An der Front deshohen Nordens erlitt der Feind am gcsOitz'en Tage in Luftkämpfen besonders schwere Verluste. Deutsche Jäger schössen bei nur einem eigenen Verlust 27 Flugzeuge, darunter 22 Hurricane ab. Kainpf- und Sturzkampf­flugzeuge beschädigten durch Bombenwurf ein großes Handelsschiff in der Lizza-Vucht und bombardierten wirksain den Hafen Murmansk sowie Anlagen der Murmanbahn. In Nordafrika beiderseitige Auf- klärungstätigkeit. Im Hafen La Valetta auf Malta wurde ein im Dock liegendes Kriegsschiff mit Bomben schweren Kalibers angegriffen. Begleitende italienische Jagdflugzeuge schössen hierbei 8 feindliche Flugzeuge ab. Deutsche Jagdflugzeuge brachten in erbitterten Kämpfen über der Insel neun feindliche Flugzeuge zum Absturz. Zwei weitere feindliche Flugzeuge wurden in Nordafrika abgeschossen, so datz im Mittelmeerraum gestern 19 britische Flugzeuge vernichtet wurden. Iin Seegebiet nördlich von Alexandria warf ein Kampfflugzeug ein Handelsschiff von 5000 VRT. in Brand. Mit der Vernichtung dieses Schiffes ist zu rech­nen. Im Kainpf gegen Großbritannien erzielte die Luftwaffe am Tage Bonrbenvolltreffer in einer Fabrik­

anlage bei Folkestone, und in einem Truppenlager an der Südküstc der Insel. Bei den Färöer wurde ein Handelsschiff mittlerer Grütze durch Bombenwurf be­schädigt. Unterseeboote versenkten, wie durch Sonder- msldung bekanntgegeben, in amerikanischen Gewässern, in der Karibischen See und im Golf von Mexiko 21 feind­liche Handelsschiffe mit zusammen 118 000 VRT. Bei diesen Erfolgen hat sich das Unterseeboot des Kapitän- lcutnanrs Crem er, das trotz schwerer eigener Be­schädigungen vier große Schiffe mit 35 000 BRT. ver­senkte, besonders ausgezeichnet."

Zu dem Angriff leichter-deutscher Kampfflugzeuge auf Folkestone an der Südostküste Englands teilt das Oberkommando der Wehrmacht noch ergänzend mit, datz im Tiefflug Bomben auf verschiedene Anlagen einer Fabrik geworfen wurden und in den Hallen detonierten. Nach den Beobachtungen der deutschen Flieger stürzten die Schornsteine ein. Folkestone ist ein besonders wich­tiger Bahnknotenpunkt der Southern Railway und liegt dicht bei Dover an der engsten Stelle des Kanals. Bei einem weiteren Angriff leichter deutscher Kampfflug­zeuge wurden militärische Unterkünfte des Truppen- lagers Middlestone getroffen. Bei der Bekämpfung von Schiffszielen belegte ein deutsches Kampfflugzeug am 10. 5. morgens siidostwärts der Färöer ein britisches Handelsschiff im Tiefangriff mit Bomben. Der Frachter wurde an der Bordwand schwer gdtroffen und an­schließend mit gut liegendem Vordwaffenfeuer be­kämpft.

Beckens, und so tritt in 1>er Floridastratze der Golf­strom heraus. Das Operieren in den seichten Rand­gewässern dieses Meerbusens ist für Unterseeboote be­sonders schwierig und stellt große Anforderungen an die Navigation. Es ist schon eine große Leistung, in den Golf überhaupt hereinzukommen. Sowohl auf Key West, der südlichen Spitze Floridas, wie in Havanna befinden sich starke Stützpunkte der USA.-Marine, während in der Floridastratze selbst ständig amerikanische Sicherungsstreitkräfte patrouillieren. Der andere. Weg führt entweder durch die Kleinen Antillen oder die Windwardpassage in das Karibische Meer und von dort durch die ebenfalls stark bewachte Pukatanstratze in den Golf von Mexiko.

An den Küsten dieses Golfes liegen die wichtigsten Produktionsstätten für Erdöl mit den Häfen Galveston, Houston (Texas), New Orleans (Louisiana) und dem durch einen Meerkanal mit dem Golf verbundenen Port Artur. Diese Eolfhäfen, die im mexikanischen Raubkrieg 1847 an Nordamerika fielen, sind die Haupt- verladeplätze für das aus Mexiko, Kolumbien und Venezuela kommend« Erdöl, das dann entlang der amerikanischen Ostkiiste den Verbraucherzentren,' ins­besondere den Raffinerien Philadelphias, zugeleitet wird.

Wachsende Invasionsfurcht in Indien

Vurma-fronten aufgelöst , Luftangriff auf nordindifche Stadt , Japanische U-Voote vor flustralien

DiabtbcriKt unserer Berliner Schriftleitnng

x. b. B e r l i n, 11. Mal. Sowohl London wie Tschung- king haben jeden Ucberblick über ihre fluchtartig zurück­gehenden Truppen verloren. Japanische Meldungen sprechen von der Einkesselung starker englischer Einheiten im Tschindwin-Tal, wozu Tschungking darauf hinweisen mutz, datz es praktisch unmöglich sei, sich ein klares Bild von den Vorgängen zu machen, die sich in Burma ab­spielen. Das einzige, was Tschungking zu melde» ver­mag, ist, datz die Stadt Bdamo nordwestlich von Man- dalaq in japanische Hände gefallen ist und ferner, datz neue japanische Einheiten aus der Burmastratze festge­stellt wurden.

Die japanische Luftwaffe hat nach vorangegangenen heftigen Angriffen gegen wichtige chinesische Plätze im Zusammenhang mit den letzten Zuckungen der Kampfe in Burma nun auch indische Städte angegriffen, unter anderen die Stadt Jmphal, die als Fluchtziel von englischen Kolonnen angestrebt wird. Jmphal liegt in dem britisch-indischen Vasallenstaat Assam und hat 80 000 Einwohner. Die japanische Luftwaffe hat aber zugleich auch am Golf von Bengalen ihre Tätigkeit fort­gesetzt, was in London nach schwedischen Meldungen mit

größtem Unbehagen betrachtet wird. Man glaubt in den Angriffen auf Tschittagong das Vorspiel zur Invasion gegen Indien zu sehen, besonders nachdem die Stim­mung über den Verlust von Khiab bereits sehr stark gesunken war. Die Flucht der burmesischen Regierung nach Indien hat ganz deutlich die Hoffnungslosigkeit der nicht einmal ein Zehntel von Burma noch fluchtartig durchstreifenden britischen und chinesischen Truppen ent­hüllt, datz die Briten Burma endgültig aufgegeben haben. Nun, da an Burmas Schicksal nichts mehr zu ändern ist und die Japaner bereits nach China hinein­stoßen, hält London es wieder für angebracht, auch die Tschungking-Truppen erneut zu loben, um sie auf diesem Weg zu einer energischeren Verteidigung in Südchina aufzustacheln.

Die Briten sehen sich unter dem Druck der Bedrohung Indiens gezwungen, die Miliiärorganisation in Indien neu zu organisieren. Sie haben drei Armeen aufgestellt, eine Nordwest-, eine Ost- und eine Südarmee. Die Süd- armee soll die Sicherheit der Halbinsel gewährleisten, während die Ostarmee die Nordostgrcnze unter Ein­beziehung von Bengalen und Assani sichern mutz. In den indischen Parteien geht inzwischen die Vorarbeit für das Ziel weiter, von indischer Seite au» möglichst zu

verhindern, datz Inder britisches Kanonenfutter sind. Die erste Entschließung soll die Versendung indischer Truppen außerhalb des Landes betreffen. Wenn Lon­don sich wieder etwas stärker um die Tschungling- Truppen bemüht, so steckt dahinter auch die Befürchtung um die Aufrechterhaltung der Kampfkraft der Tschung­king-Truppen. Stockholmer Meldungen betonen den Ernst der Lage für. Tschiangkaischek, weil die von Noo- sevelt großmäulig versprochenen Sicherungen der Zu­fuhr unmöglich geworden sind.

In England und den USA. wird zwar noch immer mit erfundenen Siegesmeldungen gearbeitet, denen aber praktisch die gleichzeitig verbreiteten Meldungen von fieberhaften Vcrteidigungsvorbereitungen in Australien strikt widersprechen. Man erwartet in Australien selbst neue japanische Vorstöße, sei es gegen die Inselgruppen vor der australischen Küste oder die Küste selbst. Mac Arthur, der einewichtige Besprechung" mit Minister­präsident Curtin hatte, während Kriegsminister Förde mit General Vlamay konferierte, hat inzwischen auch das Erscheinen japanischer U-Boote in den australischen Ge­wässern mitteilen müssen. Diese australischen Befürch­tungen neuer japanischer Aktionen bestätigen den Sieg Japan» i» Korallen-Meer. (Siehe auch Seit« 2.)

eitse üMeött-sMktstkaA

Landarbeit als Ehrendienst

Die kürzlich aus dringenden kriegswirtschaftlichen Gründen erfolgte Senkung der Rationen und die anor­malen Witterungsverhältnisse der letzten Monate und Jahre haben das Problem der Volksernährung wieder einmal besonders aktuell gemacht. Nicht nur beim täg­lichen Lebensmitteleinkauf, sondern auch bei allen an­deren Gelegenheiten wird jetzt die Frage aufgeworfen: Wie mag die Ernte ausfallen? Wie ist die Bestellung durchgeführt worden? Hat die Landwirtschaft genügend Arbeitskräfte, Saatgut und Düngemittel und was der­gleichen Fragen mehr sind. Am Rande sei vermerkt, daß diese Unterhaltungen leider andauernd untermischt werden von allerlei Gerüchten über weitere Rationssenkungen. Dazu ist festzustellen, datz an eine weitere Senkung der Rationen zur Zeit niemand denkt.. Wie sollten auch die verantwortlichen Stellen der Ernährungswirtschaft heute schon über derartige Dinge Beschlüsse fassen können, da ja noch niemand weiß, wie der Wachstumsverlauf der Agrarprodukte während der nächsten Monate ist. Ehe also nicht.das Ergebnis der neuen Ernte im Herbst vorliegt, besteht gar keine Notwendigkeit, zu Fragen einer eventuollen Ra­tionssenkung Stellung zu nehmen.

Demgegenüber mutz einmal mit aller Eindeutigkeit festgestellt werden, datz alle die letztlich bekannt gewor­denen Gerüchte über neue Rationskürzungen aus der EiftküchederenglischenAgitation staminen. Man braucht sich über die Quellen gar keinen Illusionen hinzugeben. Die weite Verbreitung der Gerüchte zeigt leider, daß es immer noch Volksgenossen gibt, die sich nicht schämen, die Lügen des Gegners zu verbreiten. Mag es bei den meisten auch Gedankenlosigkeit sein, immer jedoch sollten sie sich überlegen, datz sie durch solch sinnloses Herumreden nur dein Feind ihre Hilfe leihen.

Die in allen Gesprächen heute zum Ausdruck kom­mende Sorge um die Ernährung hat ein Gutes: sie macht hoffentlich auch dem letzten Volksgenossen klar, datz eine ausreichende Agrarproduktion entscheidend ist für die Erhaltung der Bolksgesund- heit und der notwendigen Arbeitskraft. Mit leerem Ma­gen kann man keine Höchstleistungen vollbringen und marschiert letzten Endes keine Armee. Das Brot steht am Anfang aller Dinge. Wenn es einmal nicht mehr vorhanden ist, dann sind die wichtigsten Voraussetzungen eines gesunden Wirtschaftskreislaufes entfallen. Möge aus dieser jetzt offenbar werdenden Bedeutung der Er­nährungswirtschaft jeder einzelne Volksgenosse erkennen, wie notwendig die Regelung der Frage des Ar­beitseinsatzes für die Landwirtschaft ist. Die letzthin erfolgten Veröffentlichungen des General­bevollmächtigten für den Arbeitseinsatz sehen eine grotz- zügige. Heranführung nichtlandwirtschaftlicher Arbeits­kräfte für die Bestellungsarbeiten und Erntearbeiten vor. Außer einem umfassenden Jugendeinsatz werden auch die Erwachsenen für den Einsatz auf dein Lande herange­zogen. Sofern sich nicht genügend Freiwillige melden, mutz auch auf die Dienstverpflichtung zurückgegriffen werden. Es würde für das deutsche Volk aber eine be­sondere Ehre sein, wenn von dem letzten Mittel mög­lichst wenig Gebrauch gemacht werden müßte. Landarbeit ist heute nicht irgendein Erwerb schlechthin, sondern Ehrendienst; denn wer Landarbeit leistet, kämpft an entscheidender Stelle für das ganze Volk.

Verschiedene Maßnahmen des Reichspreiskommissars, die allerdings im wesentlichen den gewerblichen Sektor betrafen, haben aber auch die Frage der Lebens­mitte l p r e is e noch einmal aktuell werden lassen. Gelegentlich wird behauptet, datz die Ernährungskosten belastend gestiegen seien. Wie steht es um diese 'Frage? Sicher, wer heute sehr viel öfter als im Frieden in Gaststätten essen mutz, der wird schließlich für seine Er­nährung mehr Geld ausgeben als im Frieden. Auf der anderen Seite haben die peinlich genauen Ver- arbeitungsvorschriften für gewisse Leben'smittel dazu geführt, datz der Anteil der jeweils besten Güteklassen

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Allein im Norden der Ostfront schössen deutsche Jäger am Sonntag 27 Sowjctslugzcuge bei nur einem eigenen Verlust ab.

Mit dem japanischen Secsieg im Korallcn-Mccr ist die Offensivkrast der angloamerikanischen Pa­zifikslotte entscheidend gelähmt.

Den letzten llebcrresten der Feindtruppcn in Burma ist der Fluchtweg nach Indien durch japanische Uin- zingelungsmanövcr endgültig abgeschnitten.

Drei weitere USA.-Kommandeure auf den Phi­lippinen haben den nutzlosen Widerstand auf­gegeben.

Laut amtlichem französischen Material gehen die britischen Raubgeliiste aus Madagaskar bereits aus das Jahr 1940 zurück.

Churchill versuchte am zweiten Jahrestag seines Amtsantritts das klägliche Fiasko seiner Wahn­sinnspolitik zu beschönigen.

Der Mädcljahrgang 1924 wird zum RAD. ge­mustert.

Zur Klciderkarte wurden neue Bestimmungen er­lassen.

Die deutschen Ausfuhrfirmen haben ihre Exporte 1941 kaut Geschäftsbericht der Deutschen Kolddis- kontbank noch stärker als bisher selbst finanziert.