Ausgabe 
(9.5.1942) Nr. 126
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parteiamtliche Hageszeitung

vas Amtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Freien Hansestadt vrenicn

Nr. 126,12. Jahrgang

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Anzeigen - Er undprelse?

Die > wou hohe und 22 lviu breite geile lm Anzeigenteil 13 ^2 Die 78 mm breite und 1 mw hohe Zeile im Tertteil 73 ctz/. Ermaß. Grundpr. (für Klein- u. Familienanzely u. a.) sowie lvnskiae Beding. Preisliste 9 Nachlaßstaffel 6. Geschäftsstellen: Bremen: Geeren 6P, Nuf 219 31; Nachtiuf und sonntags ^47 65; Obernstr. 88, Nuf 219 31; Shke: Mühlendamm 2; Br.-Hemellngen: Bahnhosstr. 6. Ecke Postskr., Nuf 4 34 58: Br.-Vegesack, Rohrstr. 24, Nuf 4 u. 8: Br.-Blumenthal: Kpt.- Dallmann-Str. 4V43, Nuf 88 u. 89

der Nationalsozialisten Bremens

flmtlirhes verkündungsblatt des Neichsstatthalters in Oldenburg und vremen

Sonnabend, 9. Mai 1942

kinzelpreis 15 Npf.

Manischer Seesteg im Korallenmeer

Zwei Flugzeugträger und ein Schlachtschiff versenkt, ein Schlachtschiff und ein Kreuzer schwer beschädigt

.wuchtiger Schlag

gegen britisch-amerikanischen flottenverband

Tokio, 8. Mai. Das japanische Hauptquartier gab am Freitag bekannt: „Einheiten der Kaiserlichen Ma­rine, die im Gebiet von Neu Guinea operierten, entdeck­ten am 8. Mai südöstlich von Neu Guinea starke kombi­nierte amerikanisch-britische Flotten, mit denen Kontakt ausgenommen wurde. Bei einem Angriff am 7. Mai verfenkten sie in wenigen Augenblicken ein amerikani­sches Schlachtschiff vom Typ „California" und beschädig­ten schwer einen britischen Kreuzer der „Canberra"- Klasse, sowie ein britisches Schlachtschiff vom Typ „Warspite". Am 8. Mai versenkten sie zwei amerikanische Flugzeugträger, von denen der eine der „Saratoga"- Klasse, der ändere der S>orktown"-Klasse angehört. Der Kampf wird fortgesetzt. Die Seeschlacht wird den Namen „Seeschlacht in der Korallen-See" tragen.

Der 19 900 große USA.-Flugzeugträger „Porktown" ist einer der modernsten Flugzeugträger der USA. Er lief erst im April 1938 vom Stapel und hat «ine Ge­schwindigkeit von 34 Knoten. Seine Bewaffnung besteht aus acht 12,7-Zentimeter- und vier 4-Zentimeter-Luft- abwehrgefchlltzen. Bei einer Besatzung von 2072 Mann, worunter 858 Mann Flugpersonal zu zählen sind, hatt«

Avssr Lilck rsigt ckis von äsn üapansrn in cker Lo- rallsn-Lss vsrssnlcten bünAksugtr-igsi „Luratoga" ,(obsn) unck „Vorlctova" (unten). (^ukn. Lodert 2.)

er 80 Flugzeuge an Bord. Der 33 000 Tonnen große USA.-Flugzeugträger „Saratoga" lief im April 1925 vom Stapel. Seine Geschwindigkeit beträgt 34,5 Kno­ten. Bewaffnet ist er mit acht 20,3-Zentimeter-Gefchlltzen, zwölf 12,7-Zentimeter-, vier 5,7-Zentimeter- und acht 4-Zentimeter-Flakgefchlltzen. Seine Besatzung beträgt 1101 Mann. Der Träger hat 90 Flugzeuge an Bord und verfügt über eine Flugzeugschleuder. Sein Bau ist als Schlachtkreuzer begonnen worden, wurde aber nach dem Washingtoner Abkommen zu einem Flugzeugträger um­gebaut und ist mit Torpedowulsten ausgestattet.

Die nordamerikanischen Schlachtschiffe vom Typ „Cali­fornia" bestehen aus den beiden Einheiten „California" und „Tennessee". Ihr Stapellauf fiel im das Jahr 1919. Sie haben eine Wasserverdrängung von. 32 600 bzw. 32 300 Tonnen und sind bestückt mit zwölf 35,6-Zenti- meter- und zwölf 12,7-Zentimeter-Gefchützen. Zur Luft­abwehr besitzen die Schlachtschiffe außerdem acht 12,7- Zentimeter-, vier 5,7-Zentimeter- und elf 4-Zentimeter- Flugzeugabwehrkanonen. Sie haben je drei Flugzeuge an Bord und besitzen zwei Flugzeugschleudereinrichtun­gen. Ihre Geschwindigkeit beträgt 21,5 bzw. 21 Knoten, sie haben eine Besatzung von 1407 Mann.

Die britischen Schlachtschiffe vom Typ „Warspite" be­stechen aus den Einheiten „Valiant", „Pueen Elizabeth" und „Warspite". Das Schlachtschiff „Warspite" wurde, wie erinnerlich, 1940 vor Narwik so schwer beschädigt, daß es verschrottet werden mußte. Die Schiffe dieser Klasse sind in den Jahren 1913/14-vorn Stapel gelaufen,

Aus dem Führer Hauptquartier, 8. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im Donezgebiet, slldostwärts des Jlmensees und an der Wolchow-Front wurden örtliche Angriffe stärke­rer feindlicher Kräfte abgewiesen. Dabei verlor der Gegner elf Panzer. In Leningrad entstanden bei der Beschießung kriegswichtiger Anlagen mehrere große Brände. In Lappland vernichteten deutsche und finnische Truppen in mehrtägigen erbitterten Kämpfen eine im Verlauf der gemeldeten Gegenangriffe einge­schlossene Kräftegruppe des Feindes. Dabei verlor der Gegner außer zahlreichen Gefangenen über 140V Tote und Kriegsgerät aller Art. An der Murman - Front wurden weitere feindliche Kräfte in umfassenden An­griffen zerschlagen. In Luftkämpfen wurden im Osten 28 feindliche Flugzeuge abgeschossen, drei weitere am Boden zerstört. Im Küstengebiet der Insel Malta wurden Schiffsziele, Flakstellungen und Betriebsstoff­lager erfolgreich bombardiert. Nachtangriffe deutscher Kampfflugzeuge richteten sich gegen Flugplätze aus Malta und gegen Nachschubverbindungcn der Briten in Nord- afrika. — Im Kampf gegen Großbritannien belegte die Luftwaffe bei Tag und Nacht kriegswichtige Ziele an der britischen Kanalküste sowie an der Themse-Mündung mit Bomben. Bei erfolglosen

wurden aber in den Jahren 1935/40 modernisiert und er­hielten neu« Maschinen und Kessel sowie neue Flak- und Flugzeugausrüstungen. Sie haben eine Wasserverdrän­gung von 30 600 Tonnen und eine Bestückung von acht 38,1-Zentimeter-Eeschützen, zwölf 11,4-Zentimeter-, vier 4,7-Zentimeter und drei 2-Zentimeker-Flakgeschlltzen sa­lb Maschinengewehre. Die Schiffe haben je vier Flug­zeuge an Bord und besitzen ebenfalls eine Flugzeug­schleudervorrichtung.

«der Pazifik endgültig japanisch"

Tokio, 8. Mai. Die japanische Presse steht im Zei­chen des neuen stolzen Erfolges der japanischen Marine. Für Amerika und England sei es, wie „Hotschi Schim- bun" in einem ersten Kommentar feststellt, unmöglich, eine neue erfolgversprechende Pazifikflotte aufzustellen, da beide Länder nicht in der Lage seien, ihre Flotten- einheiten aus dem Atlantik und dem Mittelmeer weg­zuziehen. Nach dieser Seeschlacht sei der Pazifik end-, gültig eine japanische See geworden.

Zuständige Marinekreise stellen fest, daß den feind­lichen Seestreitkräften im Gebiet des Pazifik ein töd­licher Schlag versetzt worden sei. Mit dem ersten nord­amerikanischen Luftangriff auf japanisches Gebiet am 18. April habe man in der Welt den Eindruck erwecken wollen, daß diese Operation nur die Vorbereitung für Luftangriffe großen Ausmaßes gegen Japan darstelle. Diese Hoffnung dürfte jetzt nach dem Verlust zweier so wertvoller Flugzeugträger geschwundest sein.

Angrisssversuchen brrtrscher Bomber in der vergangenen Nacht gegen das dänische Küstengebiet verlor der Feind vier Flugzeuge."

Ver italienische wehrmachtsbericht

Rom, 8. Mai. Das Hauptquartier der italienischen Wehrmacht gibt bekannt: „An der Cyrenaika-Front keine Ereignisse von Bedeutung, da die Tätigkeit der Aus­klärungseinheiten infolge der ungünstigen Witterungs­bedingungen auch weiterhin beschränkt war. Englische Flugzeuge unternahmen einen weiteren Nachtangriff auf Bengasi, der jedoch keine Opfer forderte und nur einigen Schaden verursachte. Zwei unserer Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. Deutsche Flugzeuge versenkten durch Volltreffer zwei große Fahrzeuge in einer Bucht der Insel Eozzo (Malta) und schössen zwei Spitsires im Lustkampf ab. Verbände unserer Kampfflugzeuge grif­fen, von starken Jägerverbänden geschützt, den Flugplatz Miccaba erfolgreich an. Aus den getroffenen Zielen schlugen dichte Rauchwolken und hohe Flammensäulen." -b

Genieralmajor Dobbi« ist von seinem Posten als Ge- neralgouverneur und als Oberbefehlshaber der Insel Malta zurückgetreten. Zu seinem Nachfolger wurde der durch seinen Rückzug bei Düukirchen bekannt geworden« General Gort ernannt.

Von nnssrsin s.-g.-btarins-blitarbsltsi:

rck. Berlin, 8. Mai. Während sich die Blicke der eng­lisch-amerikanischen Presse in den letzten Wochen be­sorgt auf den Indischen Ozean richteten, wo die japa­nische Flotte vor einigen Wochen bei Ceylon einen wirkungsvollen Schlag gegen englische Seestreitkräfte geführt hatte, ist nun der nächste japanische Hieb an einer ganz anderen Stelle erfolgt. Aus einer Meldung

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des amerikanischen Kriegsministeriums vom 4. Mai war zu ersehen, daß sich gewisse Kampfhandlungen in der Gegend der Salomon-Jnseln nordöstlich von Australien am nördlichen Rande des Korallenmeer«? entwickelt hatten. Aber an diesem 4. Mai, an dem die Amerika­ner angeblich „einige japanische Flugzeuge und Kano­nenboote" vernichtet haben wollten, brach die Washing­toner Berichterstattung ganz plötzlich ab. Es wurde nichts mehr aus dem Korallenmeer berichtet, bis nun das Kaiserlich-Japanische Hauptquartier mit einer Son- dermeldung dazwischenfuhr. Die Japaner haben sich nämlich nicht mit Kämpfen bei den Salomon-Jnseln begnügt, sondern sind m die starke englisch-amerikanische Kräftegruppe hineingestoßen, die sich im Ko­rallenmeer ostwärts von Australien, versammelt hatte, um die australischen Haupthäfen und ihre Verbindung mit ihrer amerikanischen Rachschubbasis gegen japa­nische Angriffe zu schützen.

Diesmal hatten die Gegner der japanischen Kriegs­marine dafür gesorgt, daß für die schweren Seestreit­kräfte auch der notwendige Schutz aus der Luft durch Flugzeugträger vorhanden war. Dennoch haben die Ja­paner es verstanden, auch diesen Schutz zu durchbrechen und dem feindlichen Flottenverband schwerste Verluste zuzufügen. Mit Spannung muß man die näheren Ein­zelheiten dieser Seeschlacht abwarten, aber auf den erstell Blick zeigt sich schon, daß die japanische Soekriegsleitung die Initiative im Pazifischen Ozean behalten hat, die sie schon in den ersten Kriegstagen so glänzend bewähren konnte. Damals stellten die Japaner durch den Angriff auf Pearl Harbour und die Vernichtung des britischen Schlachtschiffgeschwaders bei Singapur sofort den Kräfte- ausgleich gegenüber dem materiell überlegenen Gegner her. Von den amerikanischen Schlachtschiffen blieb nur etwa ein halbes Dutzend unbeschädigt, weil sich diese Schiffe nicht in Hawäi befunden hatten. Damit konnte die USA.-Flotte keine Möglichkeit mehr finden, etwa die Philippinen zu entsetzen oder in der Java-See zu­gunsten Niederländisch-Jndiens einzugreifen. Eines der verbliebenen Schlachtschiffe, die „California" von 32 600 To., ist nun den Japanern zum Opfer gefallen. Ferner traf der japanische Schlag das britische Schlacht­schiff „Warspite" von gleichfalls über 30 000 To. schwer, das auf einer USA.-Werft von schweren Schäden durch deutsche Bomben während der Kreta-Kämpfe soeben erst

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Vnssr

An der Ostfront wurde eine eingeschlossene Sowjet- kräftegruppe vernichtet.

Unser finnischer Bundesgenosse zerschlug 10 Sowjet- divisionen; 30 000 tote Volschewiften wurden auf dem Kampffelde zurückgelassen.

Churchill hat vor dem Unterhaus seine Madagaskar- Lügen zynisch selbst entlarvt.

In der Korallensee versenkten die Japaner in einer großen Seeschlacht gegen einen britisch-amerika­nischen Flottenverband zwei Flugzeugträger und ein Schlachtschiff; ein weiteres Schlachtschiff und ein Kreuzer wurden schwer beschädigt.

Die Japaner besetzten nach Ueberschrcitung der Grenze von Juennan Lungling.

Im Berliner Lustgarten eröffnete Staatssekretär Gutterer die große Ausstellung „Das Sowjet- Paradies".

Finnland hat die Einfuhrzölle mit Ausnahme von Rohtabak erhöht.

Die Reichsbank übernimmt die Geschäfte des Ber­liner Kassenvereins.

Für die Kürzung der Sclbstversorgungsratiouen ergingen Anweisungen,

Männer der SA.-Stardarte 75 helfen bei der Be­stellung von Gärten utd Parzellen.

winston ttrurchM gestellt Madagaskar-Lügen

Sangster-Streich seit

Drahtbericht unserer Berliner Schriftlcituna

x. k. Berlin, 8. Mai. Wenn man das britisch- amsrikanijche Debakel im Korallenmeer betrachtet, so versteht man nicht nur die Versuche Londons und Washingtons, die japanischen Erfolg« zu leugnen, son­dern man versteht noch besser das Lhurchillfche Sieges­geschrei, das er vor dem Unterhaus über den Mada- aaskar-Raub erhob. Mit Befriedigung stellte er sich vor das englische Parlament und brüstet« sich des Erfolges dieses Piratenaktes.

Offenbar, um die großzügige Organisation des Unternehmens herauszustreichen, entfuhr Churchill die so unbedachte Bemerkung, daß, um sehr starke Verbände aller Waffengattungen einzusetzen, die Vorbereitungen sich über die letzten drei Monate erstreckt hätten. Dieses Geständnis gehört in die Reihe der größten Dummheiten der an Zwischensällen wahrlich nicht armen Laufbahn des schnapsseligen Mister Churchill. Er hat unkluger­weise schon in seinen Büchern über den Weltkrieg seine Lügcnmcthoden enthüllt, so daß seine ganze Agitation in diesem Krieg aller Welt in ihrem Wert offenbar ist. Er hat jetzt mit seinem Eingeständnis der Vorbe­reitung des Madagaskar-Streiches aus der offenbar so starken Bedrücktheit über die verfahrene Situation des britischen Empire und nicht zuletzt Mister Churchills selbst mitten im Kriege diese Enthüllungen fortgesetzt. Tagelang waren die Spalten der britischen und ameri­kanischen Zeitungen gefüllt mit widerlichen Heucheleien zur Begründung des Eangsterstreichs gegen Madagas­kar. Eines der Argumente stellte der in diesen Wochen erfolgte Besuch japanischer Admirale in Rom und Berlin dar, ein anderes die angeblich kurz bevorstehenden ja­panischen Jnoasionsabsichten gegen Madagaskar und schließlich ein drittes, die Behauptung von der An­wesenheit einer japanischen Mission. Vor einigen Wo­chen in Madagaskar. Jetzt, wo Churchill offenbar sehr nötig einen „Erfolg" brauchte, wischt er mit seinem Ge­ständnis über die Durchführung des verbrecherischen llebersalls all diese Argumente weg, indem er der Welt die Vorbereitung seit drei Monaten gestand.

Vor drei Monaten war Singapur noch nicht gefallen, war Burma noch in den Händen der Briten, waren die niederländischen Inseln noch immer als die Hauptver- teidigungslmie Australiens unter Wavell das Objekt der größten Illusionen Londons und Newyorks, die Ope-

drei Monaten vorbereitet — oftensivgestt

rationsbasis für die großen Gegenoffensiven, die Lon­don und Rewyork zu starten vorgaben. Und schon damals hat nach Churchill die Vorbereitung dos Madagaskar- Unternehmens begonnen. Man kann aus diesem Zeit­raum die Chance errechnen, die Britannien und die USA. für Unternehmungen haben, die sie etwa gegen die Achsenmächte zu starten beabsichtigen könnten und nach den Forderungen Stalins starten müßten. In widerlicher Weise hat Churchill die „umfangreichen" Vorbereitungen auch noch herangezogen, um damit die „Vermeidung unnötigen Blutvergießens" zu begründen. In seinen Ausführungen wurde der „Piratenakt" zum „Zwischenfall" verniedlicht und dem französischen Volk unterstellt, daß es diesen Raub an seinem Kolonialgebiet als einem Akt der Befreiung Frankreichs zustimme.

Gegenüber solchen untauglichen Versuchen einer „Rechtfertigung" internationaler Räuberei betonte ein japanischer Sprecher mit Recht: „Der Zweck des jetzigen Krieges in Europa und Ostasien ist, den verderblichen englischen und amerikanischen Einfluß aus dieser Welt zu entfernen und eine neue Welt aus der Basis der Ge­rechtigkeit und der Rechtlichkeit aufzubauen". — Daß dazu auch die Vernichtung des bolschewistischen Welt­feindes gehört, ist eine Selbstverständlichkeit.

Von der gleichen Geistesverwirrung, die Churchill bei seiner Rede bestimmt haben dürfte, ist auch der britische Vizekönig Indiens Lord Linlithgow, befallen ge­wesen, als er eine Rundfunkansprache über die Ereig­nisse in Burma hielt. Während man in London in­zwischen nach schwedischen Berichten immerhin den Ver­lust Burmas als ein schweres Unglück betrachtet, weiß sich Lord Linlithgow über die Ereignisse in Burma nur glücklich zu schätzen, daß es den britischen und Tschungkingtruppen gelungen sei. sich so lange zu halten. Wie wenig wohl es ihm trotz „dieses Glücks" und der ermutigenden Tatsache um das Schicksal Indiens ist, zeigt sein etwas verworrener Aufruf „gegen Gerüchte­macher und Defaitisten". in dem er „von der Umge­staltung der britischen Front in «ine Angriffsfront" und der „Umgestaltung des britischen Denkens in ein Denken mit Begriffen der Offensive" faselt. Die Kon- frontierung der Ereignisse im Korallenmeer mit der ersten angloamerikanischen Berichterstattung darüber stellt ein klassisches Beispiel dieses Denkens „in Be­

tel Lord Linlithgows

griffen der Offensive" dar. London teilte nämlich mit: „Der Angriff auf die japanische Flotte gab den Ja­panern zumindest ein kleines Beispiel dafür, was sie von der USA.-Flotte und der britischen Flotte noch zu erwarten haben." Noch höher verstieg sich nach Reu­ter das Kommunique der USA.-Marine, das mit dem Satz begann: „Es sind ausgezeichnete Meldungen ein­getroffen." So sehen nun einmal die „Ermutigungen" aus, die London und Washington ihren Völkern ver­schreiben müssen.

Welche Erwartungen das amerikanische Publikum aus Ungeduld über die Schwierigkeiten der Flotte an die Meldungen der Rooseveltschen Berichterstattung ge­knüpft hat, zeigen Berichte über lebhafte Demonstra­tionen in Newyork, wo die Menge nach einem Ichwedi- schen Bericht „den Seesieg bei den Salomon-Jnseln be­jubelt haben soll." Das Gefühl der Bedrücktheit habe sich Lust gemacht, das monatelang die USA. beherrscht habe, seitdem die Japaner, wie es ihnen gefiel, im Pazifik Schläge austeilten. Die Enttäuschung und das Erwachen in Newyork werden doppelt bitter sein. Auch der australische Ministerpräsident Curtin hat nach einer Londoner Agenturmeldung vor dem australischen Re­präsentantenhaus von der Bedeutung der gegenwärtigen Seeschlacht gesprochen, „wobei seine ernsten Worte von den Mitgliedern des Hauses still und gespannt auf­genommen worden seien". Curtin sprach davon, daß diese Schlacht, selbst wenn sie für den Kriegsausgang nicht entscheidend sein würde, doch die unmittelbare Kriegstaktik bestimmen werde. Diese Skepsis aus Australien wird sicher sehr abkühlend und niederschla­gend in London wirken.

Die australische Skepsis hat nach den letzten Infor­mationen auch die Vereinigten Staaten in größerem Maße ergriffen. So schreibt „Newyork Heralb Tribune" bereits wesentlich vorsichtiger: „Die eigentlichen Ergeb­nisse der Kampfhandlungen können aus den bisher eingegangenen Meldungen nicht ermessen werden. Die Schlacht wird kaum die Gefahr für Australien abge­wendet haben, denn noch am Donnerstag gab Mac Ar­thur einen Angriff amerikanischer Bomber auf Bereit­stellungen der japanischen Marine bei Bouganville be­kannt und wies darauf hin, daß die Tätigkeit der Ja­paner in diesem Gebiet in gefahrvoller Weise zunimmt."

eingeschlossene Sowjets aufgerieben

fln der britischen Kanalküste kriegswichtige Ziele mit vomben belegt