Ausgabe 
(8.5.1942) Nr. 125
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Werner Zeitung

parteiamtliche Tageszeitung

Das flmtsblatt des Negierenden viirgermeisters der Freien Hansestadt Vremcn

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der Nationalsozialisten Vrernens

flmiliches verkündungsblalt des Neichsstattljalkers in Oldenburg und vremen

Nr. 125,12. ZaHrgang

Freitag, 8. Mai 1842

kinzeipreis 15 Npf.

straue Wölfe" an der Kelile des feindes

. e.

krneul an -er USfl.-Ostküste un- im Karibischen Meer 22 Handelsschiffe versenkt

izsooosnr....!

Aus dem Führerhauptquartier, 7. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:Im Osten herrscht an weite» Teilen der Front Ruhe. Nur im nördlichen Abschnitt waren örtliche, aber heftige Kämpfe im Gange, in deren Verlaus der Feind hohe blu­tige Verluste erlitt. Die Wiirttembergische 5. und die Schlesifche 8. leichte Infanterie-Division haben sich in harten Angrisfskämpsen unter schwierigsten Witterungs- nnd Geländeverhältnissen besonders ausgezeichnet. In Lappland und an der Murman-Front nahmen die eigenen Gegenangriffe weiterhin einen erfolgreichen Verlauf. Erneute Angriffe starker Kräfte des Feindes wurden abgewiesen. Bei Luftangriffen auf das Gebiet von Sewastopol, an denen auch kroatische Flieger teilnahmen, wurden Bombentreffer in Häfen und Flug­platzanlagen beobachtet. In Nordasrika zersprengten Verbände der deutschen Luftwaffe Krastsahrzeugansamm- lungen der Briten und erzielten Bombentreffer zwischen abgestellten Flugzeugen eines Wüstenslugplatzes. Auf Malta wurden Festungswerke und Flugplätze, vor der Insel Gozzo Seeziele wirksam bombardiert. Vor der Siidküste Englands versenkten leichte Kampfflugzeuge

Vie Veiten geben zu...

Berlin, 7. Mai. Die durch ein deutsches Untersee­boot am 4. Mai gemeldete Versenkung eines britischen 19 l>99-To.-Kreuzers wird jetzt durch die britische Admi­ralität zugegeben. Es handelt sich um den englischen KreuzerEdinburgh", der zum Schutze eines englischen Lebensmittelkonvois nach der Sowjetunion eingesetzt war. Er wurde in dem Gefecht am 4. Mai im Nörd­lichen Eismeer von dem Unterseeboot des Kapitänleut- nants Teichert durch zwei Torpedotreffer zunächst schwer beschädigt und dann bei einem kühn geführten Angriff einer deutschen Zerstörerflottille durch einen weiteren Torpedotresfer endgültig versenkt.

Der Kreuzer'Edinburgh" ist eines der englischen Kriegsschiffe neuesten Datums. Sein Stapellauf erfolgte am 31. März 1938. Er hatte 700 Mann Besatzung, seine Bestückung bestand aus zwölf 15,2-cm-Eeschlltzen, zwölf 10,2-oin-Flakgeschützen in Doppellafette, vier 4,7-om- Eeschützen, acht 4-civ-Flakgeschützen und sechs Torpedo­rohren. Er hatte ferner drei Flugzeuge an Bord. Seine Geschwindigkeit betrug 32,5 Meilen.

sp. Stockholm, 7. Mai. Die britische Admiralität gibt den Verlust des modernen ZerstörersJaguar" in­folge Versenkung bekannt. DerJaguar"" war 1690 To. groß, hatte sechs 19-cin-Gefchütze, zehn Torpedoausstoß- rohre und gehörte zu den Booten derJaveline"-Klasse, die in den Jahren 1937/38 auf Kiel gelegt worden waren. DerJaguar" war erst im Jahre 1939 in Dienst gestellt worden. Ueber das Schicksal der Besatzung, die aus 183 Offizieren und Mannschaften bestand, wird in dem amtlichen Bericht nichts gesagt.

am Tage ein Handelsschiff von 2590 VRT. sowie einen Bewacher. Weitere Angriffe richteten sich gegen wichtige militärische Ziele eines Hafens nördlich Dover. Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgege­ben, versenkten deutsche Unterseeboote im Kampf gegen die feindliche Versorgungsschisfahrt vor der Ostkllfte Nordamerikas und im Karibischen Meer 22 Handels­schiffe mit zusainmen 138 999 VRT. und beschädigten zwei weitere Dampfer von 17 999 BRT. schwer durch Torpedotreffer. Britische Bomber unternahmen in der

vergangenen Nacht militärisch wirkungslose Störan- grisse aus west- und siidwestdeutsches Gebiet. Nachtjäger und Flakartillerie schössen siebe» der angreifenden Flug­zeuge ab, nachdem bereits bei Tage fünf feindliche Flugzeuge in Lustkämpfen an der Kanalküste vernichtet worden waren. Bei den Erfolgen deutscher Untersee­boote zeichnete sich das Unterseeboot unter der Führung des Korvettenkapitäns Zapp besonders aus. Ober­leutnant Ost er mann errang am gestrigen Tage seinen 95. und 96. Luftsieg."

Veulscher U-Voot-Kampf ohne Pause

Jeder loepedo findet vor der amerikanischen Küste sein Ziel

Von Kiisgsbsrlcbtsr l.. O. llücbkeim

rck. Bei der Kriegsmarine, im Mai. (?L- Sonderbericht.) Wind Nordwest 8, Seegang 7, schlechte Sicht. In hohen Tönen jault der Wind auf der straff gespannten Saite des Netzabweisers. Nach jedem Ueber- holen ist das Drahtseil, zugleich Antenne für das Boot, mit Wasserfahnen behängt wie eine Leine voller Wäsche­setzen. Immer wieder stürzen sich weißgeisernde Wogen mit wuchtender Schwere auf das Vorschiff herab. Doch das Boot wühlt sich immer wieder heraus aus dem kochenden Gischt, der um das Geschütz brandet, bäumt sich zornig hoch und hat mit Leidenschaft das Wasser abgeschüttelt, ehe die nächste Woge hoch und düster auf das Boot zugewandert kommt.

Mit breiten Gurten und Karabinern hat sich die Brückenwache gesichert, denn immer wieder strudelt das Wasser tückisch in die Brücke und steigt den Männern bis über die Knie. Ihre Augen sind vom Salzwasser schmerzhaft gerötet, ihre Handschuhe zerweicht, ihre Kleider trotz des Oelzeugs durchnäßt. Vier Stunden lang suchen sie mit gespanntester Aufmerksamkeit, sich festklemmend und festklammernd zwischen den Mühl­steinen von Woge und Wind, die tobende Wasserland­schaft nach den Zeichen des Feindes ab.

Von den harten Seen wird das Boot geworfen und geschüttelt. Einmal holt es so schwer über, daß die große eiserne Kartenkiste in der Zentrale umschlägt; seit der Indienststellung des Bootes stand sie fest an ihrem Platz. Die Brückenwache flucht. Der Koch hat seine Plage mit den Töpfen, die Freiwachen klemmen sich mühselig in den Kojen fest, und der Kommandant mutz jeden Tag den gleichen Satz ins Kriegstagebuch schrei­ben:Grobe See, Waffenverwendung beschränkt!" Jetzt bedarf es der willigen Bereitschaft aller zu gegen­seitiger Rücksichtnahme, damit bei der mühseligen Schlingerest in der Enge des Zusammenlebens, keine Gereiztheit aufkommt. Nur vom täglichen Prüfungs- tauchen wird die hinhaltende Marschfahrt unterbrochen. Bis dann eines Tages die stumpfe Gleichförmigkeit des Dienstes jäh zerrissen wird durch die Meldung der Brückenwache:Küstenfeuer drei äs? an Steuerbord!"

Begeisterung und Kampferwar-tung veißsn die Be­satzung hoch: Amerika! Der andere Kontinent! Da, tat­sächlich, Leuchtfeuer blinken herüber, werfen ihre Licht-

dolche um sich in die Nacht. Der Kommandant weicht nicht mehr von der Brücke, Das Boot ist im Jagdgebiet. Keiner der Männer braucht zur Aufmerksamkeit er­mähnt werden. Die Versuchung der Müdigkeit ist mit einem Schlage zerronnen. Erregte Spannung wacht hin­ter nüchternem Dienst, Stunden vergehen. Mit ihren Gläsern durchdringen die Männer auf der Brücke das dichte Dunkel der Nacht, aus dem sich nur fahl die Schaumköpfe naher Brecher abheben. Das Turmluk ist abgeblendet, der Mond hinter tief hängenden Wolken verborgen. Nur ab und zu reißen sie auf und geben ein paar Sterne frei.

Der Wachoffizier klammert sein Glas fester. Er duckt sich, als wollt« er den Blick mit dem ganzen Körper stützen.Da ist doch . . .". Er beobachtet, bis ihm die Augen tränen. Jetzt hat er Gewißheit. Schatten Backbord querab!Wo?" Er weist den Kommandanten ein. Beide Maschinen große Fahrt voraus! Auf 15 Grad gehen!" Das Schüttern der Diesel durchzittert das Boot. Die Besatzung gäht auf Gefechtsstation. Durch die hohe Fahrt kommt unablässig Wasser über und schlägt mit harten Würfen der Brllckewwache ins Gesicht. Aber der Dampfer ist immer deutlicher auszumachen. Lade­bäume und Aufbauten sind schon zu erkennen.

Die Torpedorohre werden klar gemeldet. Den Tor­pedooffizier haben Jagdfieber und Ehrgeiz gepackt: Bitte Herrn Kapitänleutnant um Feuererlaubnis!" Nur langsam, immer langsam!Mit einem neuen Ru- derbefchl verbessert der Kommandant die Angriffs- stcllung des Bootes.Dann ist es soweit:Torpedo­waffe Achtung! Rohr eins fertig! Rohr eins los!Unhörbar in der starken See verläßt der Torpedo sein Rohr. Der kleine Ruck ist kaum zu spüren. Von unten kommt die Meldung:Torpedo läuft!"

Na, na 1 wo!Mit geheucheltem Zweifel ver­sucht der Kommandant die fast ins Unerträgliche über­steigerte Spannung der nächsten Sekunden zu über­brücken." Auch richtig abgekommen?" Da zerreißt die Torpedotetonation die Nacht. Eine weihe Flamme zischt an der Seite des Dampfers hoch.Treffer achtern!" Grell wachsen die Flammen empor, werden gelb und rot. Auf dem Meer liegen zitternde Reflexe . . . Qualm und Rauch breiten sich aus . . . Da kommt schon der Bug hoch . . . Vom eigenen Feuerschein beleuchtet sackt der Hankee weg.

kin Nulimesblatl der Iu-52-Verb8nde

Sie Vesahung des über ein Vierteljakr eingeschlossenen wichtigen Stützpunktes im Osten aus -er Lust versorgt

Von Krisgsbsricbtsr Dr. Xurt Uonolka .,7. Mai. Der Abwehrkampf der vor­geschobenen Krästegruppen des Heeres und der Waf­fenöl im nördlichen Abschnitt der Ostfront wird als eines der denkwürdigsten Kapitel in die Geschichte der Winterschlacht eingehen. Nach erbitterten Kämpfen haben sich die deutschen Truppen von Westen und von Osten her vorgekämpft und Fühlung aufgenommen. Die Verbindung mit den Divisionen im Westen ist wieder­hergestellt. ^

Ueber ein Vierteljahr hatten die vorgeschobenen Ver­bände, ganz auf sich gestellt und von jedem Nachschub zu Lande abgeschnitten, dem Vernichtungswillen des Feindes und des nordrussischen Winters getrotzt. Die Sowjets hatten eine Uebermacht an Truppen in diesen Abschnitt geworfen, um diesen deutschen Truppen das­selbe Schicksal zu bereiten, das ihnen im Sommersekd- zug des vergangenen Jahres selbst so oft zuteil gewor­den war. Nachdem es ihnen im Januar unter schweren Opfern gelungen war, über zugefrorene Sümpfe und Seen durch unübersichtliche Wälder vorzustoßen und die wenigen Nachschubstraßen abzuschneiden, glaubten ste alle Trümpfe in der Hand zu haben.

Mußte nicht der Tag kommen, da auch der erbittertste Widerstand der eingeschlossenen Verbände ins Wanken kommen würde, weil die letzte Patrone verschossen und das letzte Kommißbrot verzehrt war? Drei Monate rannten sie gegen die belagerte Festung an, opferten un­gezählte Tausende Menschenleben und stürmten doch er­folglos. Sie warteten vergeblich auf den Tag, da die letzte Patrone verschossen war.

Denn die deutschen Verbände erhielten jeden Tag neue Patronen, neue Granaten, neuen Sprit, neue Lebens­rnittel. Hatten sich die Bolschewiken mit den todbrin­genden Elementen des russischen Winters verbündet, so hatt« die eingeschlossen« Besatzung einen noch stärkeren Bundesgenossen gefunden.

Das waren Transportverbände der deutschen Luft­waffe. Die gute, dicke Ju 52, dieAlte Tante", die vielgerühmte und oft bewährte, die sich in dieser ein­zigartigen Aufgabe, diele Truppe ein Vierteljahr lang zu versorgen, selbst übertraf.

Auf dem Eefechtsstand des Lufttrans» portführers. Ein einfach eingerichtetes Zimmer in einer ehemals sowjetischen Kaisern« auf einem Feld­flugplatz. Oberst Morziks schlanke Offiziersgestalt steht über Karten und Meldungen gebeugt am Tisch; oas Ritterkreuz, das ihm der Führer kürzlich verlieh, blitzt in der Sonne. Ein« Leistung ist mit dieser Aus­zeichnung anerkannt worden, die auch in der deutschen Luftwaffe zum Außerordentlichen zählt. Denn die Auf­gabe, die dem Oberst im Januar gestellt wurde, nämlich diese Truppen ausschließlich aus der Luft zu versorgen, war ohne Beispiel in der Kriegsgeschichte. An Größe und Schwierigkeiten ist das Unternehmen wohl nur mit dem Nachschub nach Narvik oder Kreta zu vergleichen. In kürzester Frist mußte die gewaltige Nachschnborgani- sation geschaffen, der Einsatz von zahlreichen Transpor­ter-Gruppen durchgeführt werden; Oberst Morzik hat die Aufgabe mit einem erstaunlich geringen Personalanf- wand bewältigt er selbst mit einer Handvoll Offi-' zieren seines Stabes befehligt den Einsatz von Hunder­ten Ju 52.

Engste Zusammenarbeit mit dem Heer, das für den Abtransport des Verladegutes auf die Absprungplätze zu sorgen, und mit den Jagdverbünden, die Begleitschutz zu stellen hatten, war notwendig. An Absprunghäfen war kein Mangel. Komplizierter war die Frage der Lan­dung im eingeschlossenen Stützpunkt; denn die verfüg­baren Lande'plätze waren primitiv und sehr beschränkt an Zahl. Schwierigkeiten über Schwierigkeiten türmten sich: Die wettermäßig besonders ungünstigen Wintermonate mit Schneestürmen bis 52 Grad Frösten und tiefen Schichtwolken; vor allem aber die heftige Boden- und Jagdabwehr des Feindes, der gegenüber die mächtigen, verhältnismäßig langsamen und schwach bewaffneten Ju 52, die ja zum Transport, nicht zum Luftkampf be­stimmt sind, einen besonders schweren Stand hatten.

Trotz allem wurde geflogen, täglich mit Dutzenden,

mit hundert oder mit mehreren hundert Maschinen

so wie es die Lage erforderte.

Oberst Morzik gibt einige Ziffern vom Einsatz der letz­ten zwei Monate:Ich weiß nicht", sagt der Oberst etwas sinnend,ob sich alle vorstellen können, was diese Ziffern rein menschlich bedeuten. Wieviel Tapferkeit,

Ausdauer und Können der Besatzungen, wieviel Ent­sagung und härteste Pflichterfüllung besonders auch des Bodenpersonals, das bei 40 und 50 Grad unter Null die Maschinen zu warten hatte. . . aber das läßt sich wohl alles gar nicht in Ziffern ausdrücken. Die Haupt­sache ist doch, wie wichtig und wertvoll sein Einsatz ist.

Auf einem Feldflugplatz. Am Rande des Rollfeldes wimmelt es von Ju 52. Es ist imbier ein imposantes Bild, wenn man die gewaltigen Vögel in großer Zahl auf engem Raum beieinander sieht. Vor den meisten Maschinen stehen Lastkraftwagen, eine lange Reihe LKW. wartet bereits wieder bei der Baracke der Flugleitung. Es wird verladen der Betrieb reißt den ganzen Tag über nicht ab. Fässer mit Sprit wurden zu den 2us gerollt, schwere Kisten unter lautem Ho ruckk!"-Rufen in den Rumpf gewuchtet, die Körbe der Granaten durch ein« Händekette weitergegeben.

Unheimlich, wieviel Gut der Bauch der dicken In frißt. Tonnenweise verschwindet das im Innern und immer ist noch irgendwo Platz für den Fcldpostsack oder die Ladung Zigaretten, die noch mit soll. Was die Transporter in den Kessel schaffen, deckt tatsächlich den gesamten Bedarf: Von den Geschützen, Waffen und der Munition aller Art, den Bestandteilen für Kraftfahr­zeuge bis zum Feldpostsack. Verpflegung aller Art Mehl für die Bäckerkompanien im Stützpunkt, Frisch­fleisch, Frischgemiise, Konserven, Hafer für die Pferde; daneben als sehr wichtiges Nachschubgut Medikamente und Verbandszeug für die Lazarette. Und nicht zu vergessen natürlich den Menschen selbst, die Landser, die zur Unterstützung ihrer Kameraden nach drüben trans­portiert wurden.

Unsere Gruppe ist oben mit der Verladung fertig Die Heeres-LKW. rumpeln davon, eine Minute später rollen wir schon zum Start. Unsere Maschine trägt eine süße Last: lauter Marmelade. Ueber einen Berg von Kisten klettert der Flugzeugführer nach vorn. Wir fliegen in etwas auseinandergezogenem Verband, denn die Bewöl­kung ist ziemlich dicht. Bald umgibt uns grau« Wasch­küche. Böen schütteln den mächtigen Leib der Maschine, Eisnadeln peitschen Motoren und Flächen entgegen. Es wird eisig kalt. Aber was ist das heute gegen die Stra- (Fortfetzung auf Seite 2)

zWlpaet 4k« ffle. ff«ax

Von unserem ll.-Ll.-blarins-blitarbsitei

rck. Berlin, 7. Mai.

Wenn einmal einige Tage keine Sondermeldung von den deutschen Unterseebooten an der amerikanischen Küste kommt, tritt Roosevelts Marineminister, der frü­here Kavallerieoberst Knox, mit ausfallend kühnen Be­hauptungen hervor. So erklärte er am 5. Mai in einer Rede in Los Angeles:Ich will nicht prahlen, aber un­sere Verteidigung gegen die U-Boote wird täglich besser. Es ist eine wirkliche Abnahme der Versenkungen an der atlantischen Küste festzustellen." Aber der Lautsprecher Knox sollte schon wissen, daß in solchen Augenblicken die Sondermeldungen der deutschen Unterseeboote besonders kräftig auszufallen pflegen, das ist auch-diesmal ge­schehen, denn die neue Meldung vom 7. Mai gibt gleich die Versenkung von nicht weniger als 22 Dampfern mit 138 000 BRT. bekannt. Das entspricht einer Tragfähig­keit von rund 195 000 Gewichtstonnen.

In der erwähnten Rede des USA.-Marineministers befindet sich immerhin ein nachdenklicher Satz. Er sagte nämlich, man könne nicht wissen, ob die Zahl der Ver­senkungen von den amerikanischen Maßnähmen oder von den Dispositionen der deutschen Führung über die Un­terseeboote abhänge.. Damit mußte der Marineminister der Vereinigten Staaten das unterstreichen, was die Newyorker MassenzeitschristTime" in ihrer letzten Nnmmer feststellte: das Eingeständnis, daß die Initia­tive in diesem Seekrieg bei der deutschen Seekriegs­leitung liegt. Der Aufsatz in der ZeitschriftTime'* mußte zugeben:Es gehört zu den besonderen militäri­schen Erfolgen der Deutschen, daß sie es mit ihrer Krieg­führung verstanden haben, die Seestreitkräfte ihrer Feinde derart auseinander zu halten und ihre Feind« zu zwingen, ihre Flotte zu zersplittern." Unter diesem Gesichtswinkel betrachtet seien die deutschen Ueberwasser- streitkräste trotz ihrer zahlenmäßigen Unterlegenheit eine ebenso ernste wie auch dunkle Gefahr" für die

fluflösung der chinesischen vurma-flrmee

rck. Stockholm, 7. Mai. Starke japanische Panzer­verbände rollen auf der Burma-Straße durch Sfuennan. Gleichzeitig entfaltet die japanische Luftwaffe eine leb­hafte Tätigkeit. Marschall Tschiangkaischek hat der chine­sischen Burma-Armee Befehl gegeben, sich in kleine Kolonnen aufzulösen, da man nur aus diese Weise einer vollständigen Einkreisung durch die Japaner ent­gehen könne. Auch General Alexander hat die Reste seiner Streitkräfte in kleine Truppen aufgeteilt, um den Rückzug zu erleichtern. Aus Kalkutta wird gemeldet, daß der Rückzug unter unerhörten Schwierigkeiten vor sich gehe. Den Japanern feien große Mengen Kriegs­material in die Hände gefallen. (Siehe auch Seite 2)

englisch-amerikanische Flotte. Als Begründung sagt der amerikanische Aufsatz:Dadurch, daß die Deutschen ihre U-Boote auf alle Teile des Atlantik selbst bis zür ameri­kanischen Küste hin verteilten, sind England und die USA. gezwungen worden, die ihnen zur Verfügung stehenden Seestreitkräfte in einer ihre Schlagkraft min­dernden Weise auseinandsrzuziehen."

Roosevelt hatte in seiner letzten Kaminplaudvrei ver­sucht, die Notwendigkeit einer Abgabe amerikanischer Kriegsschiffe in das Mittelmeer und den Indischen Ozean als ein« Art Erfolg wirksamer strategischer Ucberle- gungen hinzustellen. Aber in Wirklichkeit ist die ameri­kanische wie die englische Flottenführung durch die See­kriegführung der Achsenmächte und Japans in ein« Zwangslage gedrängt worden, wie derTime"-Artikel zugeben muß. So wirkt sich der Einsatz der deutschen Unterseeboote im Atlantik, im Mittelmeer und im nörd­lichen Eismeer nicht nur gegen die feindliche Versor­gungsschiffahrt aus, sondern ist ein entscheidender Faktor im Rahmen des ganzen Seekrieges.

llebrigens hatte die Versenkungsziffer des Monats April mit 585 000 BRT. die gesamte Erfolgsziffer der deutschen Kriegsmarine und Luftwaffe seit September 1939 gegen die feindliche Versorgungsschiffahrt bereits auf 16 869 000 BRT. gebracht. Allein durch die neue Sondermeldung ist nun die Grenze von 17 000 000 BRT. überschritten. 2m Vergleich zu den Versenkungen liegt der englisch-anzeriknnische Schiffbau trotz aller Anstren­gungen der Vereinigten Staaten weit zurück. Ein« ohnehin agitatorisch zu wertende Reuter-Meldung besagt, daß die USA.-Werften in den ersten vier Monaten des Jahres 1941, also bereits bei gesteigerter Arbeit, im

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Unsere U-Boote versenkten an der Ostküste der USA. und im Karibischen Meer erneut 22 Handelsschiffe mit zusammen 138 999 BRT.

Die Luftwaffe der Achse griff Befestigungsanlagen Maltas erfolgreich an.

Die Japaner nahmen auf Corregidor mit der ge­samten Besatzung den Oberbefehlshaber Wainright gefangen.

Die Agitationsjüden in London und Washington verherrlichen die Flucht des Generals Stilwell als eine neueErmutigung".

USA.-Truppcn lassen sich nunmehr auch in Bra­silien häuslich nieder.

Himmelfahrt und Fronleichnam wurden für 1942 aus den jeweils folgenden Sonntag verlegt.

Der kroatische Gesandte Dr. Budak weilt heute und morgen in Bremen.