Ausgabe 
(6.5.1942) Nr. 123
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Trscheinllmalwöchen tllch

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der Nationalsozialisten Vremens

flmiliches verkündungsblalt des Neichsstattliallers in Oldenburg und vremen

Nr. 12Z , 12. Jahrgang

Mittwoch, 6. Mai 1942

kinzelpreis 13 Npf.

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britischer Wut schrei: tliinesen stnd schuld!

lapaner Zd Kilometer vor der Sren;e tschungking-lffinas / Ischiangkaischek maffnt;um Verbluten

fllerander in der Sackgasse

Drabtvericht unserer Berliner Schriftleitung

b. Berlin, 5. Mai. Die stürmische japanische Ver­folgung der eilig zurückweichenden chinesischen und bri­tischen Truppen in Nordburma wird in England mit echt britischer Perfidie begleitet. Die Niederlage, die von derDaily Mail" als der größte britische Mihersolg seit Singapur bezeichnet wird, soll plötzlich durch ein Versagen" der Truppen Tschiangkaischcks erklärt wer­den. Die Chinesen seien schuld, sie seien zahlenmäßig unzureichend gewesen und überdies nur schlecht ausge­rüstet, heißt es auf der britischen Seite, während im Tschungkinglager keinerlei Scheu besteht, die britische Rückzugstaktik mit den schärfsten Worten zu geißeln. Die militärische Situation wird durch Riickwärtsbewe- gung der britischen und chinesischen Truppen in nörd­licher und nordöstlicher Richtung von Mandalaq und den japanischen Vorstoß zur Grenze Tschungking-Chinas gekennzeichnet. Die japanischen Truppen. stehen jetzt kaum dreißig Kilometer von dieser Grenze entfernt und haben dabei nur noch mit einem nachlassenden Widerstand der Chinesen zu rechnen, denen es sowohl an Verpflegung als auch an Munition mangelt.

Die japanische Luftwaffe beherrscht seit Tagen den burmesischen Raum. Nur vier feindliche Jagdflugzeuge und kein einziger Bomber sind nach dem Zeugnis von Asahi Schimbun" während der Schlacht um Manda- lay festzustellen gewesen. Gleichen Berichten zufolge haben japanische Fliegercinheiten jetzt die wichtige Ort­schaft Yung-Chang an der Burmastraße in der chinesi­schen Provinz Püennan heftig bombardiert. Sieben feindliche Flugzeuge ain Boden zerstört und zwei' in Luftkämpfen abgeschossen. Die Annäherung der japa­nischen Truppen an die chinesische Grenze veranlaßte Tschiangkaischek zu einem Aufruf an die Bevölkerung mit der Aufforderung, ihren Verbrauch zu beschränken und die Produktion intensiver zu gestalten. Gleichzeitig wurde ein Gesetz für die allgemeine Mobilmachung in Kraft gesetzt.

Die Briten sehen gleichzeitig ihre westlichen Rückzugs- wege nach Indien durch die in Jrawadi operierenden japanischen Truppen versperrt. In der Nähe von Raywa und bei Monywa ist der weichende Feind gestellt und zum Kampf gezwungen worden. London befürchtet, daß die Japaner alles daransetzen werden, General Alexander zu zwingen, sich ebenfalls zurückzuziehen. Der Weg an der schmalspurigen Eisenbahn nach Mitkynia endet jedoch in einer Sackgasse, da hohe Gebirge die Endstation umgeben.Man kann wohl glauben", schreibtManchester Guardian",daß der härteste Teil noch der Rückzug über Berge und durch Wälder auf fast unpassierbaren Pfaden sein wird." Die sich ankündende Regenzeit wird dabei äußerst unbehaglich betrachtet. London ist sich klar darüber, daß der Slldwest-Monsun

Neue Mtterkceusträger

Berlin, 5. Mai. Der Führer verlieh das Ritterkeuz des Eisernen Kreuzes an Korvettenkapitän Robert- Richard Zapp, Oberleutnant Georg Jakob, Staffel­kapitän in einem Sturzkampfgeschwader.

fln der Kanalküste abgeschossen

Berlin, 5. Mai. Wie das Oberkommando der Wehrmacht mitteilt, schössen deutsche Jäger in Lust­kämpfen an der Kanalkiiste nach bisher vorliegenden Meldungen am Dienstag sechs britische Jagdflugzeuge ohne eigene Verluste ab.

unter den gegenwärtigen Umständen eine größere Ge­fahr für die Engländer als für die Japaner bedeutet.

Der Feind muß bei seinem schnellen Zurückgehen viel unzerstörtes Kriegsmaterial zurücklassen. Allein am 4. Mai haben die Japaner 14 Panzerkampfwagen und 17 Geschütze erbeutet. Die britische Zerstörungstaktik kann die japanischen Truppen nicht aufhalten, da sie sich durch Mitnahme von Flachbooten für den Fall vor­sahen, daß die Engländer die Brücken zerstören könn­ten. Ebenso ist der Wasserbedarf für die Truppen sicher- gestellt, obwohl die Briten nach Möglichkeit alle Brun­nen zerstörten. Die Folgen der Zerstörung hat allein das burmesische Volk zu tragen, das seine Empörung über die Briten immer deutlicher zeigt. An der Ver­folgung der Alexandertruppen nehmen auch wieder bur­

mesische Freiwillige auf feiten der Japaner teil. Den Tschungkingtruppen, die noch in der Umgebung von Tanungdyi, 150 Kilometer südwestlich Mandalay, stehen, mißt man in London keinerlei Bedeutung mehr zu. Sie seien ohne jede Verbindung, und man habe die Hoff­nung aufgegeben, daß sie imstande sein könnten, die japanischen Linien zu durchbrechen. Während ein Teil der britischen Presse, wie derManchester Guardian", versucht, den Feldzug in Burma nachträglich als eine Verzögerung" hinzustellen, kann man sich andererseits die weittragenden Folgen des japanischen Sieges nicht verhehlen.Die Japaner können jetzt Angriffe gegen jeden von ihnen gewünschten Punkt an der Peripherie richten. Sie bestimmen die Schlachtfelder, und wir müssen nachfolgen", klagt dieNew Park Daily News".

Marinestützpunkt towes bombardiert

Nachtangriffe britischer Schnellboote auf ein deutsches Seleit erfolgreich abgewehrt

Aus dem Führerhauptquartier, 8. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:An der Ostfront wurden mehrere Angriffsunternehmungen zur Verbesserung der eigenen Stellungen durchgeführt. Oertliche Angriffe starker feindlicher Kräfte blieben er­folglos. In Nordafrika geringe beiderseitige Ausklä- rungs- und Artillerietätigkeit. Der Hasen von La Va­letta und die Flugplätze der Insel Malta wurden er­folgreich bombardiert. Am Eingang desKanals wehr­ten in der Nacht zum 4. Mai Minensuch- und Räumboote einen Torpedo- und Artillerieangrisf britischer Schnell­boote auf ein deutsches Geleit erfolgreich ab. Ein feind­liches. Schnellboot wurde beschädigt, Vorpostenboote schössen am 4. Mai zwei britische Bombenflugzeuge ab. Leichte deutsche Kampfflugzeuge griffen am Tage Eisen­bahnanlagen der englischen Kiistenstadt Eastboune mit guter Trefserwirkung an. Die britische Luftwaffe verlor am gestrigen Tage über der Kanalküste in Luftkämpsen

und durch Flakartillerie 18 Flugzeuge. Starke Verbände deutscher Kampfflugzeuge belegten in der vergangenen Nacht den englischen Marinestützpunkt Cowes mit Spreng- und Brandbomben. Britische Bomber führten eine Reihe planloser Angriffe gegen ungeschützte kleinere Städte und Landgemeinden in Süd- und Südwestdeutsch­land und gegen Wohnviertel in Stuttgart durch. Ein britischer Bomber wurde abgeschossen."

Zu dem Angriff deutscher Kampfflugzeuge auf East­boune teilt das Oberkommando der Wehrmacht noch ergänzend mit: Nach Ileberqueren des Kanals setzten die deutschen Flugzeuge im Tiefflug zu Angriffen auf die Bahnhofsanlagen von Eastboune in der Grafschaft Sussex au. Die Sprengbomben wurden aus niedrigster Höhe. auf die Bahnhofshallen und die Gleisanlagen ge­worfen. Dabei erhielt «in einfahrender Zug mehrere (Fortsetzung auf Seite 2s

flktion gegen Sonden tzinter der Ostfront

ssso Sangster-Volschewisten unschädlich gemacht

Berlin, 5. Mai. Nachdem die grimmige Winterkälte gegen Ende März gebrochen war,' setzte, wie schon ver­schiedentlich gemeldet, seitens der Sicherungstruppen und Polizeiverbände eine energische Säuberungsaktion gegen bolschewistische Banden, versprengte und radikale Elemente der Zivilbevölkerung ein, die im rückwärtigen Gebiet der Ostfront militärische Maßnahmen zu stören, zu sabotieren oder auszuspionieren versuchten.

Im Verlaus dieser Aktionen hat, wie das Oberkom­mando der Wehrmacht mitteilt, eine deutsche Siche­rungseinheit im Monat April K8K0 Bolschewisten un­schädlich gemacht, 2K Geschütze, 12 Granatwerscr, 33 Ma­schinengewehre und einen Panzer vernichtet oder er­beutet. Truppen einer Panzerdivision entrissen den Bol­schewisten nach lleberrenncn der feindlichen Besatzungen eine befestigte Ortschaft. Die gleichzeitig zur Säuberung des Kampsgeländes miteingesetzte Infanterie nahm zwei weitere Orte und vernichteten dabei mehrere versprengte Kampfgruppen des Feindes.

Im Zuge dieses Angriffs wurde ein Flußlauf, der den deutschen Truppen die Möglichkeit zum Aufbau eines günstigeren Stellungsverlaufes bietet, erreicht und ge­sichert. Bei diesen Kämpfen wurden von den Einheiten

einer Infanterie-Division allein am 2. Mai mehrere hundert Gefangene gemacht und 3 Geschütz«, 29 Ma-- schinengewehre, 13 Granatwerfer, sowie zahlreiches Ge­rät als Beute eingebracht. Dieser deutsche Erfolg wurde gegen zähen feindlichen Widerstand und gegen stark be­festigte und durch Minen gesicherte Stellungen erzwun­gen. Ueber 400 gefallene Bolschewisten wurden auf dem Kampffeld festgestellt und über 800 Minen mußten bei der Beseitigung von Minensperren unschädlich gemacht werden. Die deutsche Luftwaffe griff im mittleren Ab­schnitt feindliche Stellungen, Batterien, Truppenan- sammlungen und Waldlager wirksam mit Bomben an. Mehrere Batterien wurden durch Volltreffer zum Schwei­gen gebracht, und eine große Anzahl beladener Lastkraft­wagen auf den Nachschubstraßen zu feindlichen Versor- gungsstützpunkten und Truppenunterkünsten vernichtet oder schwer beschädigt.

Deutsche Kampfflugzeuge unternahmen ain 4. Mai wirksame Angriffe gegen bolschewistische Feldflugplätze und einen Ausladehafen auf der Halbinsel Ke'rtsch. Durch Bombentreffer wurden abgestellte Flugzeuge ver­nichtet und ein Frachter von 4000 VRT. unmittelbar am Bug so schwer beschädigt, daß mit seinem Totalver- lust zu rechnen ist.

Nallostgkeit in Moskau und London wächst

SieZweite sront" als Streitobjekt termingefchäfte wie stets

Drahtbericht unserer Berliner SLriftleitung

x. b. Berlin, 5. Mai. Diehöhere Einsicht" in London in die Unmöglichkeit der Errichtung derzweiten Froni" scheint doch nur unter erheblichen Wehen geboren wor­den zu sein und nicht ohne heftigen Widerstand des bolschewistischen Bundesgenossen. Noch immer zeigen sich in London in der Presse zwei Lagerfür" undwider" die zweite Front, wenn auch die Mehrheit sich end­gültig der höheren Einsichtbeugt". Schwedische Mel­dungen wissen jedenfalls vonstrategischen Besprechun­gen der Briten und Sowjets zu melden, die zwar sehr geheim gehalten würden, aber doch offenbar mit dem Ergebnis geendet seien, daß man die Hoffnung^ habe, die Bolschewisten würden sich wohl halten und daß Eng­land später, wenn sich der Erfolg des Widerstandes ge­zeigt haben würde. mit. einer Offensive mit genügend amerikanischer Hilfe aufwarten werde.

Aus dem Wenigen, was durchgesickert ist und was der Daily Herald" enthüllt hat, kann man entnehmen, daß die Bolschewisten nun die Erfahrungen aller Verbün­deten Englands teilen, daß sie alle möglichen Ver­sprechungen von ihm erhalten, daß aber die Einhaltung im Grunde nie erfolgt. Allerdings geht aus den schwe­dischen Mitteilungen zu den Unstimmigkeiten zwischen London und Moskau über die strategischen Planungen auch hervor, wie wenig die Bolschewisten von derzwei­ten Front" halten. Aus all diesen Mitteilungen spricht vor allem eins: die Ratlosigkeit derAlliierten" und ihre Unfähigkeit, zu einem kombinierten Einsatz ihrer Kräfte zu kommen.

Den schärfsten Ausdruck haben die Meinungsverschie­denheiten zwischen London und Moskau in der Stel­lungnahme des WirtschaftsblattesEconomist" gefun­den, das sich vornehmlich Maisky und Litwinow-Finkel- ftein mit ihren Forderungen vornimmt und bemerkt:

Diese Herren blasen seit Monaten unverschämt laut in das Horn der Invasion des Kontinents. Sie maßen sich an, der britischen Regierung und dem britischen Ee- neralstab Vorschriften zu machen und erwecken den Ein­druck, daß Churchill nicht für die Bildung einer zwei­ten Front zu haben ist und sich in Abhängigkeit vom Auslande befinde. Entscheidend ist nicht die Frage, ob die Regierung die zweite Front wünscht oder nicht, sondern die Tatsache, ob England über genügend Kriegs­material und Schiffe verfügt, um die Aktion mit Erfolg durchzuführen. Diese Frage aber kann allein die engli­sche Regierung entscheiden."

Nicht einmal auf dein Gebiet der Agitation ist die Gleichschaltung gelungen, um die sich Cri'pps in Moskau so stark bemüht hat. Englische Zeitungen hallen geradezu wider von der Erfolgsserie der Bolschewisten än allen möglichen Teilen der Ostfront, an denendie Sowjets tizfe Keile in die deutsche Front getrieben hätten". Dabei hat an den erwähnten Fron-ttetlen praktisch über­haupt keine Kampftätigkeit geherrscht, weil dort jede Bewegung geradezu im Schlamm« ersticken würde, eine Tatsache, die Lindley Frazer in seinem Kommentar glart bestätigt.'An diesen Tartarenmeldungen kann man den Wert der Agitationskampagne im ganzen erkennen, die sich nicht allein auf die erfundenen Angriff« des Augen­blicks erstreckt, sondern ganze Romane meldet über die Art und den Aufbau, die Ausbildung und Führung der Stalinschen Reservearmeen. Als dritte Methode aber wird ein uraltes britisches Agitationsspiel wiederholt. Termine für den deutschen Offensivbeginn zu nennen, um dann, wenn die Terminenicht eingehalten" wer­den. zu behaupten, die Deutschen seien nicht in der Lage, ihre Offensivwllnsche in die Tat umzusetzen. Die kindlichen Spiele sollen London unbenommen bleiben, sie werden schon von selbst «in Ende finden, wenn die

harte Sprache der Tatsachen reden wird. Den Zeitpunkt hierfür aber bestimmt die deutsche Führung, nicht die fade Agitation Churchills', die sich um das Bekenntnis der eigenen Schwäche herumzudrücken sucht. Wie vorsichtig aber zum BeispielExchange Telegraph" in seinen Zu- kunftsphantafien über die sowjetischen Abwehrmaßwah- men gegenüber den deutschen Stößen ist, zeigt eine Wen­dung, daß Stalin wieder mit ganz tiefen Einbrüchen in die sowjetischen Aufmarschgebiete rechne und auch schon die Evakuierung von Industrien vorgesehen habe.

Im Augenblick veripüren die Bolschewisten an der Vernichtung der Sowjetbanden hinter der deutschen Front, daß der Bann des Winters gebrochen ist. Ihre weitgespannten Hoffnungen auf die illegal kämpsenden Banden sind zerstört, sie haben sich im Winter nicht erfüllt, wo die Besonderheiten des Krieges in barba­rischer Kälte, die die Bindung der eigentlichen Stel­lungen an bestimmte feste Riegelstellungen mit den un­erläßlichen Unterkünften erzwäng, dem Bandenunwesen Vorschub leistete. Sie werden jetzt vollends zuschanden werden. Der gerade eben herausgekommene Bericht des OKW. über die Vernichtung einer stärkeren Bande durch Sicherungstruppen und Polizsi läßt keinen Zweifel über das harte Durchgreifen gegen dieses völkerrechts­widrige Treiben. Die Ausrottung des marodierenden Gesindels ist der klare Weg für die Beseitigung dieser Banden, die aus Politruks, Kommissaren, versprengten Angehörigen der Sowjetarmee in Zivil, radikalen Teilen der Zivilbevölkerung und jüdischen Untermenschen be­stehen. An ihrer Bekämpfung, die mit dem Abebben der schärfsten Kälte im März begann, waren außer den genannten Sicherungstruppen und der Polizei häufig verschiedenartige Einheiten des rückwärtigen Armee- gebietes, der Stäbe und Parks, der Baubataillone und der Truppen der verbündeten Spanier, Ungarn und Slowaken beteiligt.

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Bessere Arbeitsmethoden höhere Leistung

Bei der Betriebsleitung eines Unternehmens der Rüstungsindustrie trifft ein die Gemüter aufwirbeln­der Bescheid der Wehrmacht ein: Tunlichst sofort sei die Produktion für einen gewissen Zeitraum nachhaltig zu steigern! Das Unternehmen stellt ein wichtiges Heeresgerät her. Umlagerung der Produktion auf an­dere Unternehmen ist nicht möglich, neue Werkshallen lassen sich nicht aus dem Boden stampfen, selbst zusätz­liche Maschinen kämen, zu langsam und, bis weitere Facharbeiter eintreffen, geht kostbare Zeit verloren. Kurze Beratung der Betriebsleitung, dann Appell der gesamten Gefolgschaft. Appell heißt Aufruf! In Kriegs­zeiten wird ein Aufruf zur Pflicht. Eigene Wünsche schweigen, denn der Fall liegt ziemlich einfach. Der Betriebsführer appelliert an den gesunden Geist aller Werksangehörigen und fordert für die nächsten zehn Wochen keinen freien Sonnabendnachmittag, kernen freien Sonntag, ab sofort die zweimal 12-Stundenschicht. Tag und Nacht soll nicht eine Maschine ruhen; , aber was sind Maschinen, wenn der Mensch sie nicht in Gang hält. Der Werkmeister denkt an seine Kinder, denen der Sonntag gehört, der technische Zeichner an das mathematische Buch, dessen Studium begonnen ist, die Stenotypistin wollte am nächsten Wochenende heim­fahren, um sich auszuruhen. Statt dessen besteht in den nächsten zehn Wochen für diese Menschen nur die Ar­beit im Werk, Schicht um Schicht, täglich zwölf Stun­den lang. Weder Murren noch Unzüträglichkeiten hat es gegeben. Der Auftrag wurde erledigt!

Solche außerordentlichen Leistungen mögen Aus­nahmen sein; aber an den Ausnahmen erkennt inan das Streben einer Wirtschaft. Der totale Krieg erfordert den totalen Menschen, den in seelischer und körperlicher Fassung einwandfreien schaffenden Arbeiter. Für den Soldaten lautet die Parole bis zum Einsatz des Lebens, während,die Spannkraft der Heimat nicht im gleichen Ausmaß in Anspruch genommen wird. Auch wenn die Front der Heimat bestätigt, sie iei ihr gleichwertig, so werden wir uns hüten, mit dem Urteil zufrieden zu sein. Die Heimat hat es leichter als die Front, ob­wohl auch nicht leicht. Wenn der Krieg, wie Dr. Ley ein­mal gesagt hat, der Feind rascher Verwirklichung sozialer Hochziele ist, so begreift jedermann das Unabänderliche; aber das kann keinen Unternehmer von der Aufgabe befreien, seiner Gefolgschaft das Höchstmaß an so­zialen Einrichtungen zu bieten und jeden Ar- heiter auf den ihin angemessenen Platz zu stellen. Jeder hat den Anspruch auf eine Arbeitsstelle, die seinen Fä­higkeiten voll entspricht. Im Kriege besteht darin über­haupt die Voraussetzung zu erfolgreichem Wirken. Wenn die Gefolgschaft sich durch Einberufungen mindert, darf keine Kraft ungenutzt bleiben oder falsch angesetzt wer­den, noch übler wäre eine Ueberspannung! In einer sächsischen Lampenfabrik. die Windschutzlichter für den Export herstellte, hatte der Unternehmer für die Arbeit der weiblichen Werksangehörigen ein überstei­gertes Akkordsystem ausgebucht. Die Folge war, daß die Arbeitsrinnen schlaff und müdst an ihren Plätzen stan­den. Von Dr. Ley zur Rede gestellt, erklärte der Unter­nehmer, 90 Prozent seiner Produktion ginge nach Ost­asien. die Marktpreise seien dort niedrig, und, wenn er nicht kaputt gehen wolle, müsse er die Frauen so ichuften lasse. Die Antwort Dr. Leys lautete, wenn er sonst keine Methode habe, seinen Betrieb rentabel zu gestalten, dann solle er ihn lieber schließen, statt feine Methoden fortzusetzen!

Mit der Aufrichtung eines die menschlichen Kräfte verzehrenden Akkordsystems wird niemals der wirt­schaftliche Fortschritt begründet der doch zugleich der soziale ist, sein soll und sein muß; sondern Ziel ist die Verfeinerung der Arbeitsmethoden. Gerade die­ser Krieg ist reich an tauglichen Beispielen. In einem Betrieb der optischen Industrie in Stüttgart ist die Gefolgschaft angehalten worden, Vorschläge zur Ver­besserung des Produktionsganges zu machen. Als Aner­kennung wurden Zuwendungen bis zu 100 RM. be­willigt. Es gelang auch im Zusammenwirken von tech­nischer Leitung mit Gefolgschaft, durch den Bau von Spezialmaschinen Arbeitsgänge so zu vereinfachen, daß einer der Produktionsabschnitt«, für den bisher sechzehn Frauen erforderlich waren, mit vier Frauen durchge­führt wurde. Ein Rüstungsbetrieb in Schleswig-Hol­stein war durch dauernde Neuanschaffungen und' Ver-

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Hinter der deutschen Front im Osten führten Siche- rungsstreitkräste eine umfassende SSuberungsaktion gegen bolschewistische Banden durch.

Deutsche Bomber grissen erfolgreich den Marine­stützpunkt Cowes an.

Lustwassenverbiinde der Achse bombardierten erneut Malta und Alexandrien.

Die japanischen Truppen befinden sich nur noch 30 Kilometer vor der Grenze Tschungking-Chinas. Britische Eangsterstreitkräste landeten unter Zustim­mung des Eangsterhäuptlings Roosevelt aus der französischen Insel Madagaskar, wo die französischen Truppen den Engländern Widerstand leisten.

Die Norddeutsche Woll- und Kammgarn-Industrie A.-E., Bremen, berichtigt ihr Kapital um 4,5 Mill. Reichsmark.

Die Versorgung der Eltern Gefallener wurde durch eine Verordnung des OKW. völlig neu geordnet. Zu dem vereinheitlichten Steuerabzugsversahren werden weitere Einzelheiten bekanntgegeben.