Ausgabe 
(5.5.1942) Nr. 122
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Meiner Nuno

parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zrcien Hansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Bremens

flmiliches Verkündungsblatt des Beichsstatttfalters in Oldenburg und Bremen

Nr. 122,12. Jahrgang

Dienstag, 5. INai 1942

Linzelpreis 15 Bps.

Deutscher Seesieg im Nor-meer

vrMscher wolwro.-Kreuzer und IS000 VM. kandelsschiffsraum versenkt, mekrere Zerstörer beschädigt

Kühne flngriffe bei schwerem Seegang

Berlin, 4. Mai. Wie das Oberkommando der Wehr­macht zu den im OKW.-Bericht vom Montag gemeldeten Erfolgen der deutschen Kriegsmarine und Luftwaffe im Nördlichen Eismeer mitteilt, versuchte der Feind in den letzten Tagen unter Ausnutzung besonders schlechten Wet­ters einen Geleitzug nach Murmansk zu bringen und einen anderen von dort abzuholen. Die steigende Bedro­hung der Murmansk-Route hatte die britische Admirali­tät veranlagt, die Sicherung erheblich zu verstärken. Eine britische Kampsgrnpe, bestehend aus zwei Schlacht­schiffen, einem Flugzeugträger, drei Kreuzern und meh­reren Zerstörern, hatte, wie durch Luftaufklärung festge­stellt worden war, eine Ausnahmestellung im Nördlichen Eismeer bezogen. Die örtliche Sicherung der beiden Ge­leitzüge ersolgte durch Kreuzer, mehrere Zerstörerslottil­len und eine große Zahl von Korvetten.

Nachdem deutsche Unterlsoeboote Fühlung mit einem der Geleitzüge aufgenommen hatten, führte das Boot des Kapitänteutna-nts Teichert einen außerordentlich kühnen Angriff auf den größten Geleitkveuzer von 10 000 Tonnen Wasserverdrängung durch. Es herrschte schwerer Seegang und Sturm, der die Windstärke neun erreüchte. Schlechte Sicht und Regen erschwerten in der Nähe der Eisgrenze die Angriffsinöglichketten. Trotzdem gelang -es dem Boo-t, aus kurzer Entfernung zwei Tor­pedotreffer zu -erzielen. Der Kreuzer wurde schwer be­schädigt. geriet tn Brand und zeigte sofort starke Schlag­seite. Vier britische, Zerstörer, darunter zwei von der Tribal- und Jervis-Klasse, eilten zur Hilfeleistung her­bei. (Der britische Kreuzer ist inzwischen, wie der OKW.- Bericht vom Montag mitteilt, gesunken). Andere Unter­seeboote schössen aus dem Geleitzug einen Münitions- dampfer von 6500 BRT. heraus und beschädigten einen weiteren durch Torpedo-treffer. Auch dieses Schiff dürfte

15 englische Jäger abgeschossen

Neue schwere Niederlage der Briten am Kanal

Berlin, 4. Mai. Wie das Oberlopnnando der Wehrmacht mitteilt, erlitt die britische Luftwaffe auch am Montag wieder eine schwere Niederlage am Kanal. Als kurz nach 10 Uhr britische Bombenflugzeuge in Be­gleitung von über 50 Spitfire über der französischen Küste einzufliegen versuchten, wurden sie am wolken­losen Himmel bei klarer Sicht von deutschen Jägern ge­stellt. Innerhalb von fünf Minuten sielen dem Angriss unserer Jagdflieger siebe» Spitsire zum Opser. Die mei­sten stürzten vor Le Havre in den Kanal. Flakgeschütze der Küstenbatterien brachten eine weitere Spitfire nördlich Cherburg zum Absturz.

Am Nachmittag unternahmen britische Jäger einen Vorstoß, den über 50 Spitfire ausführten. Ueber dem Kanal stellten unsere Jäger die Spitfire noch vor Er­reichen der Küste. Es kam zu einer erbitterten Luft­schlacht, Dabei wurden abermals innerhalb von fünf Minuten sieben Spitfire abgeschossen. Nach dieser schwe­ren Niederlage drehten die britischen Jäger wieder zur englischen Küste ab. — In fünf Stunden haben die Bri­ten am Montag also 15 Flugzeuge verloren, ohne mit ihrem Angriff zu irgendwelchen Erfolgen gekommen zu sein. Nur zwei deutsche Jäger kehrten aus diesem Kamps nicht zurück.

bei dem hohen Seegang seinem Schicksal nicht entgang-en sein.

Am nächsten Tage gewannen deutsche Zerstörer Ee- fechtsfiihlung mit vier britischen Zerstörern, die einen in der Nähe der Eisgrenze steuernden Geleitzug vergeb­lich zu sichern suchten. Die deutschen Zerstörer stießen durch und versenkten im Artillerie- und Torpedoeinsatz zwei Transportschiffe mit zusammen 12 000 BRT.

In zäher Fortsetzung der Verfolgung trotz weiter ver­schlechterter Wetterlage stieße» die deutschen Zerstörer am dritten Tage auf vier britische Zerstörer, die den Schutz des schwer beschädigten Kreuzers übernommen hatten und gingen gegen diese Feindgruppe zum Tor­pedoangriff vor. In einem heftigen Artilleriegesecht brachten sie zwei feindlichen Zerstörern schwere Beschä­digungen bei. Ein eigener Zerstörer wurde schwer ge­troffen. Der Pulverqualm des Kampfes und die Sprengwolken unserer Treffer mischten sich mit der

künstlichen Nebelwand, mit der die feindlichen Zerstörer den Kreuzer zu schütze» juchten.

Innerhalb kurzer Zeit trafen die deutschen Kampfflug­zeuge trotz heftigsten Abwehrfeuers der Flakgeschütze vier große Frachter. Nach wenigen Minuten waren drei Han­delsschiffe von 8000 BRT., 6000 BRT. und 5000 BRT. mit ihrer wertvollen Fracht im Nordmeer versunken. Ein weiteres Frachtschiff von 8000 BRT. wurde schwer be­schädigt. Dem schneidigen Angriff der deutschen Kampf­flugzeuge waren somit nach bisherigen Meldungen trotz starker Abwehr 19 000 BRT. Schiffsraum zum Opfer ge­fallen.

Dieser Erfolg beweist aufs neue die Schlagkraft der deutschen Kriegsmarine und Luftwaffe, die vom hohen Norden bis zum Mittelmeer alle Seewege des Feindes überwachen und dem Feinde immer wieder schwere Ver­luste zufügen.

Unsere krfolge im nördlichen kismeer

vergettungsanarUff auf die Hafenstadt kreier

Aus dem Führerhanptquartier, 4. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im mittleren Abschnitt der Ostfront wurde ein eigenes ört­liches Angrisssunternehmen erfolgreich durchgeführt. In Lappland und an der Murmansront wurden erneute Angriffe des Gegners abgewiesen. Im nördlichen Eisme-er haben Unter- und Ueberwasserstreitkräste der Kriegsmarine im Zusammenwirken mit Verbänden der Luftwaffe feindliche Eeleitzüge, die durch starke Kampsgruppen gesichert waren, in tagelangen Angriffen bei Sturm, hohem Seegang und Vereisung bekämpft. Da­bei hat ein Unterseeboot unter Führung des Kapitän­leutnants Teichert zwei Torpedotreffer auf- einen britischen 10 000-Tonnen-Kreuzer erzielt, der bewegungs­los liegen blieb und später gesunken ist. Eine deutsch« Zerstörerflottille nahm den Kampf gegen die überlegene feindliche Zerstörerficherung auf und beschädigte hierbei mehrere feindliche Zerstörer schwer. Ein deutscher Zer­störer trug größere Beschädigungen davon. Aus einem der feindlichen Geleitzüge wurden zwei Dampfer von zusammen 12 000 BRT. durch Zerstörer torpediert. Mit dem Untergang der beiden Dampfer ist bei dem schweren Seegang zu rechnen. Unterseeboote versenkten einen Mu- nitionsbampfer von 6500 BRT. und torpedierten einen weiteren Dampfer. Kampfflugzeuge versenkten drei Han­delsschisse mit zusammen 19 000 BRT. und beschädigten einen größeren Frachter schwer.

In Nordafri-ka Artillerie- und Spähtrupptätigkeit. Militärische Ziele auf Malta wurden am Tage, der Hafen Alexandria bei Nacht durch die deutsche Luftwaffe angegrissen. Im Kamps gegen Großbritannien erzielten leichte deutsche Kampfflugzeuge am Tage Vom- benvolltreffer in kriegswichtigen Anlagen der Kiiften- stadt Hastings. Als Vergeltung für die Terror- angriffe britischer Bomber auf deutsche Städte belegten in der Nacht zum Montag starke Verbände von Kampf­flugzeugen abermals die Hafenstadt Exet er mit Spreng- und Brandbomben. Versuche der britischen Luftwaffe, unter starkem Jagdschutz am gestrigen Tage gegen die Kanalkiiste vorzustoßen, wurden unter erheb­lichen Verlusten sllr den Feind abgeschlagen. Deutsche Jäger und Flakartillerie brachten hierbei 10 feindliche Flugzeuge zum Absturz. Die britische Luftwaffe griff in

der vergangenen Nacht Wohnviertel in Hamburg, vorwiegend mit Brandbomben, an. Nachtjäger und Flak­artillerie schössen 5 der angreifenden Bomber ab."

Zu dem neuen deutschen Vergeltungsangriff gegen die englische Stadt Erster teilt das Oberkommando der Wehrmacht noch folgende Einzelheiten mit: Die An­griffe der deutschen Kampfflugzeuge begannen etwa zwei Stunden nach Mitternacht. Die deutschen Kampf­flieger lösten Tausende von Spreng- und Brandbomben über dem inneren Stadtgebiet von Exeter. das als Ver­kehrsknotenpunkt große Bedeutung für das südwest- englische Küstengebiet hat, aus. Ueberall im inneren Stadtgebiet, besonders aber in der ummauerten Alt­stadt, konnten zahlreich« Brände beobachtet werden, die sich rasch ausdehnten und weithin sichtbar waren. Der wirksame Angriff, der in mehreren Wellen durchgeführt wurde, dauerte ungefähr eine Stunde.

' »

Die Leistungen unserer U-Boot-Männer und der Zer­störerflottille, die in tagelangen Angriffen am Feind blieben, sind um so höher zu bewerten, als unsere Streit- kräfte sich bei diesem ungünstigen Wetter gegenüber einer überlegenen Sicherung der feindlichen Eeleitzüge durchsetzen mußten. Der Erfolg der deutschen See­streitkräfte und Luftwaffenverbände stellt eine empfind­liche Schädigung der feindlichen Marine dar, denn der Verlust eines 10 OOO-To.-Kreuzers und die Beschädigung mehrerer Zerstörer neben der Versenkung mehrerer Transporter bedeuten eine Schwächung gerade derjeni­gen Schiffskategorien der feindlichen Flotten, die durch die starke Beanspruchung im Geleitschutz ohnehin über­all zu schwach besetzt sind. Welcher Seesieg im Nord- meer von uns davongetragen wurde, beweist eine New- yorker Meldung, wonach „der Stapellauf von vier Zer­störern einem glänzenden Seesieg gleichkomme"!

Die britische Kriegsmarine hat nunmehr im Ver­laufe dieses Krieges bereits 19 Kreuzer ein­gebüßt. Bisher hat nämlich die britische Admiraliiät den Verlust der nachstehenden Kreuzer zugegeben: Effig- ham, Curlefv, Calypso, Southampton, Benooenture, Elouchester, Fiji, Park, Ealcutta, Dunedin, Sydney, Neptuns, Ealather, Perth, Exeter, Naiad, Dosctshire -und Cornwall.

Von der „zweiten" zur sechsten front tlzurchMs

kroßmaul tripps jammert über Indien — „Höhere kinlichten" in London

Drabtvcricht.unserer Berliner Schriftlcitung

8. si. Berlin, 4. Mai. „Nichtunterrichtete Kriti­ker der britischen Kriegsanstrengung in England und in den USA. vergessen, daß das britische Empire schon weit mehr als an einer Front kämpft". Mit dieser wehleidigen Feststellung erörtert die „Sunday Times" unter der Ueberichrift „die fünfte Front" den allen Briten so peinlichen Ruf nach der zweiten Front. Im einzelnen nennt der Leitartikler die Front in Ostasien, die ja den Briten wahrlich keine Freude macht, wenn man an die Niederlagen in Burma, im besonderen an den Fall der Stadt Mandalay, erinnert.

Die weiteren englischen Fronten sind nach der „Sunday Times" der mittlere Osten, die Meeresslächen der At­lantik-Schlacht, und neuerdings „die britische Lustosfen- sive gegen Deutschland". Diese vierte Front der Terror- angrisse habe nun unmittelbar sogar zur fünften Front geführt, nämlich zu den deutschen Gegenschlägcn, von denen auch die neueste Aktion gegen Exeter in der Nacht zum Montag nach den britischen Meldungen recht emp­findlich gewirkt hat. Churchill, der im Mai 1940 den Luftkrieg mit dem Terrorangrifs gegen Freiburg eröff­nen ließ und der dann zeterte, als die deutschen Gegen- schläge kamen, die in den Großangriffen gegen London gipfelten, läßt heute wieder die gleiche Methode anwen­den: zunächst unverantwortliche Angriffe gegen die Zivil­bevölkerung zu starten und dann von barbarischen Schlägen der deutschen Luftwaffe schreiben zu lassen. Die Zielsetzung ist klar und »„verhüllt, sie liegt in der Bortäuschung der „zweiten Front" durch die gegen deutsche Städte gerichteten Angriffe. „Sunday Times" erklärt: „Die englische fünfte Front (gemeint sind die Vergeltungsschläge der deutschen Lustwafse gegen eng­lische Städte) trägt ihren Anteil teutonischer Wut. Das misten die bolschew istischen Alliierten nur zu gut. Daher gibt es keine zweite Front-Frage; wenn es eine andere Front gäbe, so würde es die sechste sein." Mit dem Ein­geständnis britischer Schwache ist hier verbunden der Versuch der Uebertölpclung der Weltöffentlichkeit und auch des eigenen Alliierten.

Dqß die Erörterungen der „Sunday Times" über die fünfte und sechste Front nicht eine von vielen Presse­stimmen darstellt, sondern offenbar einem Leitsatz der englischen Agitation folgt, geht aus einem Londoner Be­richt von „Sveuska Dagbladet" hervor, der besonders betont, „daß in der englischen Agitation die Prokla- mierung der zweiten Front aus höherer Einsicht abzu­klingen scheine." Nach den Feststellungen der „Times" über den„strategisch«n Fehler der Winteioffensive der Sowjets" und über „die blutigsten Verluste der So­wjets im vergangenen Winter" folgt nun der Ab- sprung von.der zweiten Front. Allerdings ist der Ma­rinebeauftragte Roosevelts, Admiral Stark, von dieser „höheren Einsicht Londons" noch nicht ins Bild gesetzt worden. Er hat in einem Interview auf eine Frage, ob er „für «ine zweite Front in diesem Jahr sei" ge­antwortet: „Ich bin für eine zweite oder dritte Front- offensive". Bei Roosevelt und Churchill geht es also noch ein wenig durcheinander.

Nun, London hat nicht sehr lange auf diese sechste Front zu warten brauchen. Die „Sunday Times" hat die Erwähnung des Nordmeeres vergessen, obwohl in amerikanischen Betrachtungen die Murmansk-Route ne­ben der des Atlantik und der Verbindung durch den in­dischen Ozean steht. An keiner der sechs Fronten kommt England zur Ruhe. Je prekärer jedoch die strategische Lage, um so größer die Mauloffensivtytigkeit >n Lon­don und Newyork, und nicht zu vergessen in Delhi, wo jetzt der Fluchtgeneral Wavell Mae Arthur Konkurrenz macht. Er hat in einer Rundsunkansprache ichwadro- niert: „Der Kampf geht an allen Fronten vorwärts. Seit seinem ersten glorreichen Rückzug durch die lybische Wüste von El Agheila nach Tobruk scheinen sich bei Wa­vell endgültig die Begriffe „vorwärts" mnd „rückwärts verwirrt zu haben. Wenn Wavell „Vormärsche nach hinten" feiert, läßt ts Eripps nicht ruhen. Er verkün­det großmäulig über den Funk, daß „der Augenblick des Zuschlagen? herannahe". Wie Eripps diese Anmaßung mit seinen weiteren Darlegungen in Einklang bringen wollte, ist sein Rätsel. Aber es gehört schon die britische Unverfrorenheit dazu, solche Ankündigungen mit einer

ebenso verlogen getarnten Darlegung seiner eigenen politischen Niederlage in Indien zu verbinden. Selbst­verständlich gehört es zum System Eripps, daß die In­der „an allem schuld sind", und daß Britannien nur das Beste mit Indien vorhabe. Mit einer verschnörtelten Wendung ließ Eripps die Katze aus dem Sack, daß es den Engländern weder ernst war mit ihren Angeboten an Indien, noch daß Eripps selbst an die Möglichkeit einer ernsthaften und ehrlichen Einigung geglaubt hat, 'sondern allein den Versuch einer Dllpierung unternahm: „Es hätte in der augenblicklichen Lage keinerlei Hweck gehabt, mit der Neugestaltung der indischen Versaffung zu beginnen, denn es würde viele Monate dauern, wenn wir es versuchten, vorausgesetzt, daß wir überhaupt eine Uebereinstimmung erzielen könnten."

Cripps fühlt sich allein als der Vertreter Stalins in London, als der Einpeitscher des bolschewistischen Krie­ges, und er seht seine Erwartungen auf Erhaltung, ja Verstärkung seiner politischen Machtstellung, um min­destens der Kerenski Englands z» werden. Darum pre­digt er in seinen Scharfmachepäußerungen die Beseiti­gung der „Ungleichheiten, wobei er sich aus dem Ge­biet der imperialistischen Oberherrschaft über die Völ­ker des Empire bewegt. Daß er aber „daheim" die bol­schewistischen Eleichheitsmethoden anzuwenden gewillt ist, wenn er erst einmal dazu in der Lage wäre, hat er mehr als einmal durch seine Strohmänner in der letzten Zeit hervorheben lassen.

Wie stark die Mißstimmung ist über die Mißerfolge Churchills, beweist die gerade eben erfolgte Bildung einer „unabhängigen Partei" in London, die sich für einen verschärften erfolgreichen Kriegskurs einsetzt.

»

Mit Rücksicht auf die Enttäuschung der Briten sowohl im eigenen Lande wie bei den Sowjets sah sich Arbeits­minister Vevin jetzt gezwungen, ein Fünkchen von Hoff­nungen aufrechtzuerhalten, indem er ankündigte, daß die britische Militärsiihrung mit der Ausarbeitung einer „Aktion im richtigen Augenblick" beschäftigt sei. Wir muffen dafür sorgen, daß eine Expedition auf dem Kon­tinent nicht mit einem neuen Dünkirchen endet".

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k. d4il. Als der englische König vor einiger Zeit den zurückgetretenen Erzbischof von Lanterbury, Dr. Cor­don Lang, zum Lord ernannte und ihm das Schloß Kew Ereen als ständigen Wohnsitz zur Verfügung stellte, folgte er offensichtlich der Parole seines Herzens: „Es soll der Priesterbolschewist mit dem Plutokraten-König gehn — im Geiste wohnen beide auf des Kremls Höh'n!" Jener oberste Würdenträger im Reich der-Puritaner hatte sich die Sowjetsporen nämlich schon in den Jahren des spanischen Bürgerkrieges verdient, der ihm will­kommene Gelegenheit gab — allerdings aus dem falschen Pferd sitzend — mit Moskau zu liebäugeln. Im März 1939 glaubte dieser famose Seelsorger sodann, die Bri­ten auf die kommende Verbrüderung zwischen der angli­kanischen Hochkirche und dem Bolschewismus mit fol­gendem Bekenntnis vorbereiten zu können: „Ich gebe zu, daß es viele gibt, denen die Zusammenarbeit mit Sowjerrußland schwierig erscheint. Aber wenn ent­scheidende Dinge auf dem Spiel stehen (frißt der Teufel Fliegen — nein, so drückte sich der Erzbischof nicht aus, sondern:) müssen wir bereit sein, Hilfe, von welcher Seite auch immer, anzunehmen!" Daß der neue Erz­bischof Seiner Majestät, Dr. Temple, in den Fußtapfen seines Vorgängers wandelt und kaum einen anderen Gedanken kennt, als Stalins Beifall zu finden, hat er bei seiner „Antrittspredigt" unter Beweis gestellt.

Wie es möglich war, daß der Sowjetstern inzwischen ohne jede Hemmung zum anglikanischen Kirchenkreuz fand? Die Antwort hierauf ist schnell gegeben: Weil es schon seit Jahrzehnten eine breite Plattform ggb, auf der sich die scheinheiligen Politiker im Talar mit den Heuchlern im blutbespritzten Kommunistenkittet treffen und Pläne schmieden konnten: die gemein­same Plattform der Freimaurerei! Es hatte seinen guten Grund, daß einerseits ein Logenblatt vor 22 Jahren Lenin den konsequentesten Vertreter aller politischen Ideale der internationalen Maurerei im neuen Rußland nannte und andererseits die Eroßloge von England ebenso wie andere mit ihr verbundene Logen innerhalb ihrer Institutionen besondere Priester­ämter schuf. Die so geschlagenen Brücken wurden dann auch von beiden Ufern aus beschriften, indem die sreimaurerischen Phrasen der „Humanität", der „Men­schenrechte" und der „internationalen Brüderlichkeit" von den Beauftragten Moskaus bei ihrer Agitation mit lebhaftem Eifer ausgewalzt wurden, während auf der Insel jenseits des Kanals die Zahl der sich zu den kommunistischen Grundlagen^ der Logen bekennenden priesterlichen Freimaurer auffallend in die Höhe schnellte. Ein Blick in das Jahrbuch der Vereinigten Eroßloge von England überzeugt davon, daß es nur wenig« angli­kanische Bischöfe und Kirchenbcamte gibt, die sich nicht der volkszersetzenden Freimaurerei verschrieben haben, und man versteht angesichts der langen Reihe puri­tanischer Hochgrad-Brüder, weshalb vom Altar des englischen Freimaurertempels die ständig aufgeschlagene Bibel nicht wegzudenken ist. Man begreift ferner den letzten Sinn der bereits 1939 abgegebenen Erklärung des Bischofs von Birmingham, die anglikanische Kirche verdamme die Zugehörigkeit ihrer Mitglieder zur Freimaurerei keines­wegs; er übertreibe nicht, wenn er betone, daß „zwi­schen Kirche und Freimaurerei von jeher ein recht herz­liches Verhältnis" herrsche. Einer seiner Amtsbrllder, der Bischof von Durham, stellte sogar verzückt die We­sen s g l e i ch h e i t von Freimaurerei und Brite ntum überhaupt fest und gab unumwunden zu, das Logenwesen bilde heute einen wichtigen Faktor innerhalb des englischen Volkes. In Parenthese: Welche Entwicklung die freimaurerischen Organisationen auf deutschem Boden in kirchenpolitischer Hinsicht ge­nommen hätten, wären sie nicht vom Nationalsozialis­mus zerschlagen und mit allen ihren Restbeständen be­seitigt worden, ließ 1926 die sogenannte Aachener Kon­ferenz zwischen dem Jesuiten Hermann Gruber und den Logenbrüdern Ossian Lang, Eugen Lennhoss und Dr. Reich! erkennen. Die Zusammenkunft endete seiner­zeit bezeichnenderweise mit einem freundschaftlichen Ilebereinkommen, sich in Zukunft nur noch auf der „hö­heren Ebene kritisch-wissenschaftlichen Eeisteskampfes" zu begegnen.

Was das Mutterland der Freimaurerei, Britannien, betrifft, 'so wurden dort jener (nunmehr bis zum völli-

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Im Nördlichen Eismeer versenkten unsere Seestreit­kräfte im Zusammenwirken mit Luftwafsenverbän- den einen britischen 10 OOO-Tonnen-Kreuzer und meh­rere feindliche Handelsschiffe mit zusammen 19 000 VNT. und beschädigten feindliche Zerstörer schwer. Unsere Luftwasse unternahm einen erfolgreichen Vergeltungsangriff gegen Exeter.

Ueber das schreckliche Fluchtchaos in Burma werden dramatische Einzelheiten berichtet.

Aus der Philippinen-Jnsel Mindanao sind 30 000 Mann USA.-Truppen von japanischen Verbänden eingeschlossen.

Insgesamt wurden am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes 19 Kriegsmusterbetriebe und 76 NS.-Musterbetriebe ausgezeichnet. Reichsfinanzminister Gras Schwerin von Krosigk wird am 12. Mai den Obersinanzpräsidentcn Spind- ler in sein Amt in Bremen einführen.

Die Norddeutsche Binnenschifsahrls-Berussrenoffen- schast wurde mit der Westdeutschen vereinigt.

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