Ausgabe 
(5.11.1942) Nr. 305
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knold Krieger

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der Narionlrtsdzial.ifken Vremens

flnitUches verkündungsbtatt des Ncichsstaktlsalters in Oldenburg und Nremen

Nr. Z05 , 12. Jahrgang

Donnerstag. 5. November 1942

kinzelpreis 13 Nps.

^lcrrts Kömpse im V/estlcouIeasus uncl im Isrvlr-^Irseknitt

K/ee M PMee...

Widerstandsnester In Stalingrad eingeschlossen

Neuer feindlicher flnsturm an der ägyptischen front

Aus dem Führerhauptquartier, ä. Nov. Dos Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:Im Westkaukasus und im Teret-Abschnitt Lauern die harten Kämpfe an. Kampfflieger griffen den Hafen Tuapse mit guter Wirkung an. In Stalingrad nahmen die Säuberungskämpfe ihren Fortgang. Dabei wurde eine feindliche Widerstandsgruppe eingeschlossen. Gegenstöße der Sowjets scheiterten. Sturzkanipfslieger bekämpften Truppenansammlungen westlich des Wolgaknies. Bei einem mißglückten Landungsversuch nördlich der Stadt verlor der Feind wieder ein Kanonenboot. An der Don­front verhinderten ungarische Truppen mehrfache Ueberschversuche und wiesen örtliche Vorstöße des Fein­des ab. Eine sowjetische Kampfgruppe ist bei Woronesch in erbittertem Nahkamps vernichtet worden. Aus dem Ladogasee versenkten deutsche Flugzeuge zwei Schleppziige und einen Frachter.

Die achte britische Armee führte auch gestern an der El-Alamcin-Front unablässig Angriffe mit überlegenen Infanterie- und Panzerkriisten unter star­kem Einsatz ihrer Artillerie und Luftwaffe. Die deutsch­italienische Panzer-Armee schlug in erbittertem Kampf wieder den feindlichen Ansturm zurück. Leichte deutsche Kampfflugzeuge griffen die Flugplatzanlagcn von Lucca und Halfar auf Malta an. An der nordwestlichen Reichsgrenze wurden bei Tage ein viermotoriger Bom­ber, an der Kanalküste ein Jagdflugzeug abgeschossen. In Südwest- und Südostengland bekämpften leichte Kampfflugzeuge kriegswichtige Ziele."

. Leichte Kampfflugzeuge griffen am 3. 11. im Tiefflug überraschend Verkehrswege an der Südküste der bri­tischen Insel an. Kurz nach zwölf Uhr stießen sie zum

krlolye der Japaner auf Suadalcanar

Berlin, ck. November. Japanische Truppen sind am 3. November aus Euadalcanar im Rücken der Ameri­kaner gelandet. In Stärke von mehreren tausend Mann drangen sie von Osten gegen die amerikanischen Stel- kungen vor und vernichteten eine starke amerikanische Kampfgruppe, gleichzeitig griffen die japanischen Trup­pen von Westen her die amerikanischen Höhenstcllungen ostwärts des Matanikau-Flusses an und warfen den Feind in harten Kämpfen 8 Kilometer nach Osten zurück. Die hestiqen Kämpfe in der Urwaldzone am Fuße des Kaoo-Eebirgszugcs dauern noch an. In Luftkämpfen über Euadalcanar und den angrenzenden Südsecgebieten schössen japanische Jäger bei nur zwei eigenen Verlusten 14 amerikanische Flugzeuge ab. Weitere sechs amerika­nische Flugzeuge wurden bei einem Angriff auf den Flugplatz von Port Moresby aus Neu-Euinea am Boden zerstört.

Sie Küstonbsfestigung bei der Kriegsmarine

Berlin, 4. November General der Pioniere und Festungen Jacob, der im Auftrag des Führers zur Zeit die Küstenbefestiaunaen im Westen inspiziert, traf in Begleitung des Inspekteurs der West-Befestigungen. General Schmctzer, bei der Stützpunktgruppe am Kanal ein, um sich über den gegenwärtigen Stand des Aus­baues dieses Verteidigungsabschnittcs zu unterrichten. Besonders einsehend besichtigte General Jacob den Bau eines ausgedeknten Panzer-Stützpunktes, der vor der Vollendung steht. Ebenso weit fortgeschritten sind die neuen Anlagen von Mannschaftsunterständen, Munitions­bunkern, Geschützstellungen und Feuerlei tsiellungen schwerster Bauart, die dem Gelände jeweils vorbildlich angepaßt sind. General Jacob äußerte sich sehr be­friedigt über den Fortgang der Befestigungsanlagen und setzte nach Besprechung mit dem Oberbefehlshaber einer Armee seine Jnspekteurreise fort.

8um Ministerialdirigent ernannt. Der Fttbrer bat den Minilterialrat Wcbler.zilm Ministerialdirigenten ernannt. Ministeraldirigcnt Wetzlcr leitet die Abteilung Kraftverkehr und Straßonwcsen im ReichZverkehrsininistorium.

Westufer der Lyme-Vucht vor und bombardierten aus geringen Höhen einen Transportzug. Mehrere Wagen wurden zerstört, der Bahndamm wurde an mehreren Stellen unterbrochen He-111-Kampfflugzeuge bombar­dierten den Eroßfischereihafen Great Parmouth.

Kampfflugzeuge überflogen die Stadt Norwich an der englischen Ostküste in etwa 50 Meter Höhe und warfen Bomben in die Werkhallen einer größeren Fabrik, die schwer beschädigt wurden. Alle Flugzeuge kehrten zu ihren Stützpunkten zurück.

Moskau bescheinigt britische Verlogenheit

«Ver tondoner Nundfunk verbreitete eine von flnfang bis knde erlogene Meldung"

und dringend eine Atempause benötigten. Wenn man aber gleichzeitig behauptete, daß das sowjetische Ober­kommando seine prinzipielle Einwilligung zu dem an­geblichen deutschen Wasfenstiilstandrsvorschlag gegeben habe, so mußte sich dadurch auch Moskau ebenso getroffen fühlen, wie man die Stimmung in Deutschland ttejfen wollte. So ist denn das wütende Dementi der Taß- Agentur zu verstehen. Moskau zitiert zunächst einmal das Produkt des Londoner Lügensenders, in dem es hieß, daß das sowjetische Oberkommando sein« Zustim­mung zum Waffenstillstand unter der Voraussetzung ge­geben habe, daß die Bedingungen der deutschen Oelsent- lichkeit mitgeteilt würden. Das habe das deutsch« Ober­kommando abgelehnt, und allein aus diesem Grunde sei aus der ganzen Sache nichts geworden. Wörtlich heißt es dann in dem Moskauer Dementi:Das sowje­tische Informationsbüro teilt mit, daß weder von seilen des deutschen Oberkommandos noch von irgendeiner Or> ganisation des Roten Kreuzes das sowietische Ober kommando irgendwelche Angebote über einen Waffen­stillstand auf vier Tage erhalten hat. Daraus folgt, daß der Londoner Rundfunk, der sich auf die Mitteilung irgendeiner verdächtigen Quelle aus Stockholm gestützt hat eine von Anfang bis Ende erlogene Meldung ver­breitet hat."

Vums! Das war ein schwerer Schlag mit dem Holz­hammer. Wohlgemerkt, die Feststellung, daß der Lon­doner Sender Meldungen verbreitet, dievon Ansang bis zum Ende erlogen" sind, stammt in diesem Falle (Fortsetzung aus Seite 2)

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung ür. V. svk. Berlin, 4. November. Kürzlich sah sich das Oberkommando der Wehrmacht veranlaßt, eine be­sonders plumpe britische Agitationslüge deutlich als solche zu kennzeichnen. Im Londoner Rundfunk war be­hauptet worden, daß die Deutschen die Vermittlung des Noten Kreuzes in Anspruch genommen hätten, um einen Waffenstillstand von vier Tagen in Stalingrad zu er­wirken. Die Verhandlungen seien, so hieß es weiter, daran gescheitert, daß das deutsche Oberkommando die von den Sowjets gestellten Bedingungen nicht angenom­men habe. Im Wchrmachtsbericht vom 28. Oktober 1342 wurde dazu bemerkt, daß es sich um eine der üblichen Lügen der britischen Regierung handle,mit der diese den unaufhaltsamen Zusammenbruch der Verteidigung von Stalingrad zu verschleiern versucht".

Das hätte man allerdings kaum erwarten dürfen, daß uns bei dieser Charakterisierung einer britischen Agitationslüge und bei ihrer kräftigen Zurückweisung eine amtliche sowjetische Stelle selbst ganz wesentliche Sekundant-endienste leisten würde. Und dennoch ist die­ser Fall jetzt eingetreten. Die sowjetische Nachrichten­agentur Taß veröffentlicht jetzt ein Dementi, das sich gewaschen hat und das ein grelles Blitzlicht anj die Be­ziehungen zwischen denAllierten" wirft. In London hat man sich die möglichen Wirkungen der Lüge wicht richtig überlegt. Man wollte offenbar die deutsche Stimmung treffen, indem man den Eindruck zu erwecken suchte, als ob die deutschen Truppen in Stalingrad am Ende ihrer Kräfte angelangt seien

Im Verlause 6er activeren unck erbitterten LSmpks Ist clie Rieaenstackt Stallngrack ein vitaler Irümmerkauken gevorüsn. ksat nur nock vericoblts Luinen ragen in cken rauck- unil qualinverllüsterten Himmel empor.

?L-H.uknakins: Kriegsberichter üssss s3cbs

Noosevelt:Schaffen Sie mir Stahl heran!"

Vas USfl.-NüstuiigSl

Drabtberiibi unserer Berliner Schriftleitung

är. v. sok. Berlin, 4. November. Noosevelt hat von seinen jüdischen und sreimaurerischen Hintermännern den Auftrag, unter allen Umständen und auch gegen den Willen des amerikanischen Volkes die Befehle eines Gehirntrustes" auszuführen, dessen Ziel die jüdisch- plutokratische Weltherrschaft ist. Jetzt hat er den Kon­greß mit einer Botschaft überrascht, in der er wiederum weitgehende Vollmachten für seine kriegswirtschaft­lichen Pläne fordert. Rooievelt sucht nach Möglichkeiten, um sich jederzeit über die Kritik an der Desorganisa­tion der amerikanischen Kriegswirtschaft hinwegzu­setzen, die in immer weiteren Kreisen erkannt wird und bereits zu einer erheblichen Ernüchterung im Hinblick auf die prahlerisch angekündigten astronomischen Ergeb­nisse der USA.-Krlegsproduklion geführt hat. Die auf­fallend starken Gewinne der in der Opposition stehen­den Republikaner in den Wahlen werden auch in Eng­land als symptomatisch für die Unzufriedenheit weite­ster Kreise mit der Desorganisation auf dem Gebiete der Kriegswirtschaft beurteilt.

Die Unzulänglichkeit der bisherigen Methoden mußte eben erst wieder der Leiter des Kriegsproduktionsamtes in Washington zugeben, als er einen neuen Plan für die Rohstosfbewirtschastung bekanntgab, nach dem das bisherige Prioritätssystem bei der Zuweisung der Man­gelrohstoffe versagt bat. Gleichzeitig mußte der Beauf­tragt« für die zivil« Bersorgung die Oesfentlichkeit aus «ine erhebliche Verringerung der Rohstoffzuweisiing für den zivilen Bedarf vorbereiten. Für nichtmilitärische Zwecke könnten künftig höchstens noch eineinhalb Prozent der Stahlerzeugung zur Verfügung gestellt werden. Das find untrügliche Symptom, dafür, daß der Nimbus der »«begrenzleu amerikanischen Möglichkeiten in der Aus­lösung ist.

Sorbe» erst.h-L ein besonderer Intimus des Weißen Hauses, der Publizist Pearlstm, ein Verwandter Roo!-- «lt», in derWashington- Post" aus der Schule ge-

rogramm scheitert am Nokstofsmangel und

plaudert. Pearlson schildert ausführlich die Kontro­versen zwischen Moskau, London und Washington, die sich im Hinblick auf die sowjetische Forderung nach ver­stärkten Materiallieferungen und nach der Zweiten Front ergeben haben. Als nach der Molotowreise der General Marshall die Zweite Front ankündigte und daraufhin Churchill, über dieses Vorpreschen empört, sich telesonisch an Noosevelt wandte, rief dieser eilig eine Konferenz ins Weiße Haus ein, an der auch der Kriegsproduktionschef Donald Nelson teilnahm. Im Verlauf dieser Konferenz hat sich nach der Schilderung von Pearlson Noosevelt in heftigen Worten an Nelson gewandt:Schassen Sie mir mehr Stahl heran und er­zählen Sie mir nicht, daß Sie es nicht können." Das ganze astronomische Rüstungsprogramm Roosevelts ba­siert also auf dem kindlichen Glauben, daß man Armeen aus der Erde stampfen könne und daß ein Kornfeld aus der flachen Hand zu wachien vermöge.

Darüber ist in englisch-amerikanischen Auseinander­setzungen der letzten Zeit Klarheit geschaffen worden, daß die Vereinigten Staaten als ..Arsenal der Demo­kratien" ausscheiden müssen, wenn die Pläne der ameri­kanischen Militärs, die auf eine maßlose eigene Auf­rüstung zielen, verwirklicht werden sollen. Es gibt nur das eine oder das andere, wobei für den Fall. daß die Vereinigten Staaten ihre Möglichkeiten in erster Linie als Arsenal der Demokratien zur Wirkung bringen wollen, die Rechnung noch ohne die deutschen U-Boote und die wachsend« Schiffsraumnot gemacht haben.

Auch zu diesem Thema bieten die Enthüllungen Pearlsons einiges recht Interessantes. Der Vertraute Rooievelt? erzäblt. daß sich der Zusammenstoß zwischen dem Präsidenten und dem Produktionschef Nelson im Sommer zugetragen kabe. alsdie deutschen Kolonnen durch die iüdrussischen Ebenen marschiert seien".In­zwischen". so fährt «r fort,haben auch die Bedürfnisse der nordamerikanifchen Armee und der Flotre die Vor­räte aufgeschluckt, die an und für sich nach der Sowjet-

an VesorganUarion

union hätten verfrachtet werden sollen, ebenso wie die Geleitzllge nach Murmansk heftig gelitten haben, so daß Stalin noch erboster über das Fehlen der Hilfe gewor­den ist." Hier wird also von jemand, der es wissen muß, bestätigt, daß die maßlos übersteigerten amerikani­schen Materiallieferungsoersprechen jeder soliden Grund­lage entbehren.

Es steht auch sonst noch allerhand Aufschlußreiches in den Enthüllungen, die Roosevelts Intimus macht, die zwar nicht zum Thema des astronomischen Produktions- nimbus gehören, aber doch in dem Zusammenhang der Kulissengeheimnisse der Zweiten Front höchst interessant sind. Da erfahren wir unter anderem von Pearlson, daß Churchill eine amerikanische Beteiligung an den Streitkrästen der Zweiten Front in Stärke von 58 Pro­zent verlangt habe. Churchill wollte genügend englische Truppen zurückbehalten können,um England zu ver­teidigen, wenn der Zweite-Front-Bersuch mißglücken sollte". Auch über Churchills Reise nach Moskau er­fahren wir von Pearlson jetzt noch aufschlußreiche Ein­zelheiten:Churchill ist hauptsächlich nach Moskau ge­flogen, um die zerzausten Federn des sowjetischen Macht­habers wieder zu glätten. Am ersten Tage in Moskau ist alles gut gegangen. Stalin, der Bölschewist, und Churchill, der einstige Konservative, haben sich glänzend vertragen. Am zweiten Tage haben sich die Sachver­ständigen zusammengesetzt und sind schon nicht mehr so gut ausgekommen. Am dritten Tage, an dem bei der Konferenz zwischen Churchill und Stalin die von den Sachverständigen ausgearbeiteten Pläne zur Erörterung standen, sind Stalin und Churchill zum erstenmal auf­einandergeprallt. Sie sind schließlich im guten Einver­nehmen voneinander geschieden, nachdem sie sehr ehrlich miteinander gesprochen haben, manchmal jedoch wie zwei sich gegenüberstehend« Feind«. Auf jeden Fall hat Stalin Churchill versichert, Stalingrad mit allen Mit­teln zu verteidigen, während Churchill versprach, den Plan einer Zweiten Front weiterznberate«."

Ueber hundert Volksstämme im Kaukasus

Eine Volkszählung des Jahres 1897 stellte im Kau­kasus 46 verschiedene Volksstämme fest. Neuere stati­stische Erhebungen haben weit über 100 Volksstämme ermittelt. Diese Vielzahl von Völkern und Volks­stämmen findet man in einem so begrenzten Raum, wie es der Kaukasus ist, an keiner anderen Stelle der Erde. Das Sichzurechtfinden in dieser verwirrenden Vielzahl von verwandten oder einander auch völlig fernstehenden Völkern wird noch dadurch erschwert, daß sich die Stäm­me selbst meistens anders nennen, als sie von den Nach­barn benannt werden; die Namen, die ihnen die Frem­den gaben, sind vielfach sogar Spitznamen, deren Träger sie geradezu als Beleidigung empfinden. So bedeutet der NameAwar", den ein Teil des im östlichen Kaukasus ansässigen Volkes der Kumüken trägt,zänkisch", der NameTscherkeß" Vagabund,Kurde" Dieb,Kal­mücke" Schlafmütze (infolge ihrer Kopfbedeckung, im Unterschied zu ihren den Turban tragenden Nachbarn), Täte" undTataren", die Namen zweier im südöst­lichen Kaukasus lebenden Völker.Ansässige" und Räuber".

Fast jedes Tal des Kaukasus beherbergt ein besonderes Volk, das sich durch Abstammung, Sprache, Geschichte, Kultur, zum Teil auch durch Tracht und Religion, von seinen Nachbarn stark unterscheidet. 2n den schwer zu­gänglichen Tälern und Bergen des Kaukasus fanden die Reste vieler großenteils verschwundener Völker Unter­kunft, die einst Südosteuropa und Vorderasien bewohnt haben. So kennen wir im Kaukasus Nachkommen der alten Chaldäer, der Assyrer, Babylonier und Hettiten, der Alanen, Awaren, Weder und vieler anderer Völker, die sonst längst ausgestorben sind. Es gibt im Kaukasus aber auch Völker, die überhaupt keine Verwandten haben, deren Herkunft völlig im Dunklen liegt. Das gilt namentlich für die zahlenmäßig recht starken Stämme der Georgier, Mingrelier, Kabardiner, Tschet­schenen und einiger Dutzend anderer Völkerschaften.

Der Sprachforschung bieten die kaukasischen Sprachen erhebliche Schwierigkeiten. So soll beispielsweise die abchasische Sprache hinsichtlich der Aussprache für Euro­päer die schwerste aller Sprachen sein. Der Sprachforscher Baron von llslar sagt:Die abchasische Sprache er­innert an das Summen der Insekten. Das ist eine Mischung von zischenden, zitternden, pfeifenden, sum­menden Lauten, die im einzelnen gar nicht zu unter­scheiden sind. Man kann die abchasischqn Wörter mit keinem europäischen Alphabet wiedergeben. Auch soll die Sprache sehr bildreich und auch aus diesem Grunde dem Fremden schwer verständlich sein." Die Angehörigen dieser verschiedenen Völker und Völkchen verständigen sich untereinander gewöhnlich nicht in einer kaukasischen Sprache, sondern mit Hilfe der russischen, seltener der türkischen oder der persischen Sprache.

Von allen Völkern des Kaukasus haben die Armenier und die Georgier die älteste Geschichte und die älteste Vcreits im Altertum bildeten die Armenier ein mächtiges Reich, das den Heeren der Assyrer, der Per- ftr Alexander des Großen und der Römer lange Zeit Widerstand geleistet hat. Die Blütezeit des Georgischen Reiches geht auf das Jahr 1200 zurück, als die geor- giiche Konigin Thamar die Grenzen ihres Landes be­deutend erweitert und eine Schar hervorragender Dich­ter und anderer Künstler um sich gesammelt hatte. Sowohl die Armenier wie auch die Georgier besitzen eine reichhaltige Literatur.

Während die Armenier und die Georgier hauptsächlich bewohnen und zum Teil recht große Städte besitzen, Hausen die eigentlichen Eebirgsbewoh- "m-* 'tzr« Dörfern, den sogenannten

"--luss - Die Eebirgsdörfer der Kaukasier befinden sich meist nicht rn den Tälern, sondern an Vergabhänqen, Felswänden. Man glaubt geradezu, ein Haus stehe aus dem anderen, und man könne nur mit Leitern hineingelangen. Ein schmaler weißer Streifen, an der fast senkrechten Felswand sich hinwindend, markiert den Zugang zum Orte. Die Wege und Stege zu den Dör­fern und in diesen selbst scheinen durchaus nicht den haben, dem Verkehr zu dienen, sondern ab­sichtlich so angelegt zu sein, daß sie den Verkehr be­hindern, za diesen fast ausschließen.

Nehmen wir zum Beispiel das Dorf Kideri, den Hauptaul der Landschaft Dido. Das Völklein der Dido- Ier bei den GeorgiernZesi" geheißen, weil sie gleich Adlern von ihren Höhen auf die Beute in den Talern Georgiens hinabzustoßen pflegen wohnt in 36 Dör­fern und zählt 5000 Köpfe. Kideri bedeutet auf ara- blichunruhig". Der Aul ist nicht weniger als sieben- mal zerstört und das achte Mal im Sturm genommen worden. Der georgische Gelehrte Fürst Wachuscht schrieb über seine Bewohner:Die Didojer beten den Teufel in Gestalt eines schwarzen Hundes an, der einen ein­zigen weißen Fleck hat, sie essen das rohe Fleisch er­würgter Tiere verheiraten ihre Söhne, solange sie noch Kinder sind; der Vater lebt einstweilen mit der Frau des Sohnes, bis dieser erwachsen ist, und dann werden die etwa geborenen Kinder geteilt. Mehrere Briider haben oft eine gemeinsame Frau." Während man in Teilen des Kaukasus bei den Mohammedanern die Viel­weiberei vorfindet, gibt es in anderen Gegenden die umgekehrte Erscheinung, die Vielmännerei..

Vnssr VayssspKVyisl

An der ägyptischen Front, im Terek-Abschniit und im Westkaukasus sind harte Kämpfe im Gange.

In Stalingrad wurden feindliche Widerstandsnester eingeschlossen.

Moskau bescheinigt dem Londoner Rundfunk dessen Verlogenheit.

Bei den Wahlen in USA. erzielten die Republikaner bemerkenswerte Erfolge.

Noosevelt schreit verzweifelt nach verstärkter Stahl- fördcrung.

Die Bremer Reiter-SA. richtet neue Ausbildungg- lehrgänge ein.

Bremen hält bei der BUchersammlung im Gau Weser-Ems die Spitze.

DieBremer Zeitung" druckt am Sonntag Feldpost- coreslen für das Kriegs-WHW.

In Begeiack wurde das neue Jugendwohnheim des Bremer Vulkan feierlich eingeweiht.