Ausgabe 
(4.11.1942) Nr. 304
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paoteicmrtücke ^ayeszettung

vas Amtsblatt des lieglerendeti viirgermeisters der Zielen Hansestadt vremen

üer NMionalsozial-iflsirn Vremens

flmtiiclies verkündungsbiatt des Neichsstattlialters in Oldenburg und vremen

Nr. Z04 , 12. Jalirgang

Mittwoch. 4. November 1S42

kinzeipreis 15 Nps.

üeutsche U-Voot-SchlSge in immer rascherer folge

Schwere Verluste der Sowjet-flotte / kavallerie-stngriff in der Kalmückensteppe abgeschlagen

öesteigerle lIeftigkett der Schlacht ln ßgzzplen

9^ Ovü VRT. an der kanadischen Küste . . .

Aus dem Führerhauptquartier, 3. No­vember. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be­kannt:Im Westkaukasus führten Angriffe und Gegen­angriffe zu erbitterten Kämpfen, in denen unsere Trup­pen ihre Stellungen behaupteten und im Gegenstoß Ge­lände gewannen. Slowakische Truppen vernichteten ein­geschlossene Kräfte des Feindes. Ostwärts Alagir durchstießen deutsche Truppen in fortschreitendem An­griff stark ausgebaute und verminte Stellungen des Feindes. Luftangriffe mit Bomben und Bordwaffen brachten dem Feinde hohe Verluste bei. Ein Panzerzug wurde vernichtet. In der Kalmückensteppe warf ein eigener Gegenangriff feindliche Kavallerie unter erheb­lichen Verlusten zurück. In Stalingrad geht der schwere Angrifsskampf um Häuserblocks und Straßen weiter. Sturzkampfflugzeuge setzten ihre Angriffe gegen die hart umkämpften Widerstandsnester im nördlichen Stadtgebiet fort. Trotz zäher Abwehr verlor der Feind weiteren Boden. Seine immer wiederholten Gegen­angriffe scheiterten. Kampfsliegerverbiinde unterbra­chen nachhaltig die Bahnverbindungen ostwärts der Wolga und den Fährbetrieb über den Strom. An der Don front machte der Feind Uebersetzversuche, die jedesmal von Rumänen, Italienern und Ungarn blutig abgewiesen wurden. Italienische Jäger bekämpften im Tiesslug Feldstellungen der Sowjets. Ungarische Truppen vernichteten bei einem größeren Stoßtruppunternehmen zahlreiche Bunker und Kampsstände aus dem Ostuser des Flusses und brachten Gefangene ei«. Südostwärts des Ilmensees dauern hartnäckige örtliche Kämpfe in völlig versumpftem Gelände an, Im Kpmpf gegen die sowjetische Handels- und Kriegsflotte vernichtete die Luftwaffe im Monat Oktober an der Schwarzmecrküste, aus dem Kaspischen Meer, dem Unterlauf der Wolga und auf dem Ladogasee insgesamt 33 Fracht- und Trans­portschiffe verschiedener Größen, darunter eine hohe Zahl von Tankern, außerdem einen Bewacher. Ferner wurden 32 Frachtschiffe aller Art und vier Kricgsschiffeinheiten durch Angriffe aus der Luft beschädigt.

ImKanal wurde in der Nacht vom 1. zum 2. No­vember ein Angriff englischer Schnellboote aus §in deut­sches Geleit durch das zusammengefaßte Abwehrfeuer der eigenen Sicherungsstreitkräfte vereitelt und ein feind­liches Schnellboot in Brand geschossen. In der vergan­genen Nacht kam dasselbe Geleit erneut in Eefechts- berührung mit englischen Schnellbooten, wobei ein feind­liches Boot so schwer beschädigt wurde, daß mit feinem Verlust zu rechnen ist.

Die Schlacht in Aegypten geht mit gesteigerter Heftigleib weiter. Der Einbruch starker Panzerverbände des Feindes im Nordabschnitt der Front wurde durch rücksichtslosen Einsatz im Gegenangriff erneut aufgefan­gen. Deutsche und italienische Luftstreitkriiste führten an den Brennpunkten der Schlacht unermüdliche Angriffe gegen motorisierte britische Kräfte, Artilleriestellungen und rückwärtige Verbindungen. Deutsche und italieni­sche Jagdflieger schössen bei einem deutschen Verlust fünf­zehn Flugzeuge des Feindes ab. Außerdem wurden über dem Mittelmeer fünf britische Flugzeuge zum Absturz gebracht, davon eines durch ein deutsches Unterseeboot. An der Kanalkiiste verlor der Feind gestern vier Flug­zeuge.

Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, ge­wann eine Gruppe deutscher Unterseeboote ostwärts der kanadischen Küste trotz schlechten unsichtigen Wet­ters Fühlung mit einem von Amerika »ach England fahrenden mit Kriegsmaterial und Lebensmitteln voll bcladenen Eeleitzug. In zähen Angriffen, die sich über mehrere Tage und Nächte hinzogen, wurden aus dem

stark gesicherten feindlichen Transportverband 18 Schiffe mit zusammen 91009 ART. versenkt, darunter drei Mu- nitionsschisfe, die «ach den ersten Treffern in die Luft flogen. Zwei weitere Dampfer mit zusammen 11998 Vruttoregistertonnen sowie ein Zerstörer und eine Kor­vette wurden torpediert. Nur versprengte Reste des Ge­leitzuges konnten im dichten Nebel entkommen."

In dem durch Stürme und Nebel berüchtigten See- gebiet ostwärts der kanadischen Küste gelang es trotz starker feindlicher Abwehr den deutschen U-Booten im­mer wieder, in zäher Verfolgung an die Schiffe her­anzukommen und aus günstiger Schußposition ihre Tor­pedos abzufeuern, Während der Angriffsoperationen verschlechterte sich das Wetter immer mehr. Dichte Ne- beloänke legten sich im weiten Umkreis auf das Meer und entzogen das Feindgeleit auf Stunden jeder Sicht. Der Gegner machte sich die schlechten Wetter- und Sicht- verhältnisse zunutze und suchte mit hoher Fahrt zu ent­kommen. Doch die deutschen Unterseeboote wußten auch mit dem Neufundlandnebel fertig zu werden. Weithin über das Meer schallende' Detonationen und riesiger Feuerschein zeugten vop der verheerenden Wirkung .der Torpedotieffer. Die Gewässer ostwärts von Neu-Fund- land waren immer schon ein gefährliches Gebiet für die Schiffahrt. Die hier vorkommenden Nebel halten oft wochenlang an. besonders im Raum der Neusund- land-Bank, einer steil aus dem Atlantik aufsteigenden Untiefe von über ISO Ovv Quadratkilometer Ausdehnung. Hier ist das Meer an einzelnen Stellen nur wenige Meter tief und birgt für die Schiffahrt große Ge­fahren. Die hier auftretenden Stürme machen diesen Teil des Atlantik zu einem der bewegtesten Seegebiete der Welt.

Der neue deutsche Erfolg muß die Erregung der bri­tischen Öffentlichkeit über die wahrhaft sensationelle Erfolgsserie der deutschen Unterseeboote und ihr Vor­stoßen in die Randgebiete des Indischen Ozeans noch verstärken. Nachdem offiziell in London eingestanden werden mußte, daß der 10 902 VRT. große Truppen­transporterCity of Paris" im Indischen Ozean tor­pediert und versenkt wurde, haben die neu aufgetauch­ten Befürchtungen in London jegliches andere Kampf- geschehen an der Ostfront und bei den Salomonen als weniger interessierend in den Hintergrund gedrängt. Auf der versenktenCity of Paris" sollen sich außer Truppen der siebten britisch-indischen Armee 60 englische Offiziere befunden haben. Neutrale Korrespondenten berichten heute aus London, daß man auf Grund der jüngsten EreiMsse dort befürchte, die bereits im Indi­schen Ozean operierenden japanischen und die deutschen U-Boote könnten sich zu einer engen Zusammenarbeit zusammenfügen, wodurch der für die Durchführung mi­litärischer Operationen in Aegypten und dem Nahen Osten äußerst wichtige Kriegsmaterialnachschub ernst gefährdet werden könnte.

Hier wird die alte Erfahrung berührt, daß die Ope­rationen zur See, mögen sie in einem Seegebiet er­folgen wo sie wollen, unbedingte Rückwirkungen auf die Landoperationen haben müssen. So wie die Aktivität der deutschen U-Boote im Nordatlantik und in den Eismeer-Gewässern' bestimmenden Einfluß auf die Kämpfe des Heeres an der sowjetischen Front hat, so wirken sich die Torpedierungen der amerikanischen Kriegstransporter nach England auf das Kampf­geschehen an den rein britischen Fronten wie jetzt in Aegypten aus. b.

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Im Hinblick aus die neue Erfolgsserie unserer U-Boote dürsten die folgenden Darlegungen besonderem Inter­esse begegnen.

2m ersten Weltkrieg nahmen die deutschen U-Boote den Kamps im Februar 1917 auf. Sie versenkten im ersten Monat trotz sehr schlechter Wetterlage 520 412 BRT., im März rund 564 000 VRT., im April fast 900 000 BRT., im Mai 616 000 BRT., im Juni über­schritt die Versenkungszisfer eine Million. Die neu­trale Schiffahrt vetsagte den Dienst. In kürzester Zeit zeigte sich England tödlich bedroht. Bereits im April erklärte Jelicoe dem in England eintreffenden Befehls­haber der zu Operationen in europäischen Gewässern be­stimmten amerikanischen Seestreitkräfte, Admiral Sims: Die Deutschen werden den Krieg gewinnen, wenn wir unsere Verluste nicht stoppen, und zwar bald." Nach den furchtbaren Verlusten des Juni verschlimmerten sich die Tonnagenot und die Befürchtungen der Alliierten der­art, daß Lloyd George sich genötigt sah, Besprechungen über einen Verständigungsfrieden in Paris und Rom einzuleiten. Man wird bei der Bewertung dieses Er­gebnisses und bei einem Vergleich mit den heutigen Eesamtversonkungszahlen stets berücksichtigen müssen, daß die rein moralische Wirkung und das Gefühl, der Wucht der Ereignisse gegenüber hilflos zu sein, da­mals eine ganz andere war, als in diesem Kriege, wo sich das Gesamtllberraschungsmoment der U-Boote nicht mehr in diesem Maße entfalten konnte. Auch wird man einwenden, daß im Verhältnis zu heute der auf der gegnerischen Seite fahrende.Schiffsraum noch größer gewesen sei. Man wird erwidern, daß die Tonnage­mehrung für den Effekt unwesentlich war. Die Stim­mung in England im Juli 1917 war eine Stiminung der Panik.

Gleich, wie das entscheidende Ergebnis zustande kam auch die Erzeugung der Panik ist ein Mittel des Krieges, das Wesentliche war sein Vorhandensein und seine Untergrabung durch eine neue Handlung der deutschen Politik. Es war das die unglückselige Frie­densresolution des Deutschen Reichstages vom 19. Juli 1917. In weiteren Informationen über die Reichstags-

Sioaiobegräbms für Siebert

Berlin, 3. November. Der Führer hat für den verstorbenen bayerischen Ministerpräsidenten, SA.- Oborgruppcnfiih.er und Präsidenten der Deutschen Akademie, Ludwig Siebsrt, ein, Staatsbegräbnis an­geordnet.

Der Führer hat den Gauleiter Paul Giesler mit der Führung der Geschäste des bayrischen Ministerpräsi­denten sowie des bayrischen Siaatsministers der Finan­zen und für Wirtschaft beauftragt.

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Verhandlungen wurde über dasVersagen" des U-Boot- Krieges debattiert, weil er innerhalb der Fpist von fünf Monaten noch nicht zum Ziele geführt habe. Das bedeutete das sofortige Ende der britischen Bereitschaft, einzulenken. Die Erkenntnis, daß der so furchtbar zu­schlagende Feind innerlich vor dem Erlahmen stand und daß der Deutsche Reichstag nicht an den Enderfolg des U-Boot-Krieges glaubte, der in England sicher er­schienen war, verlieh dem Gegner die Kraft, diese kri­tischste Phase durchzustehen und die Zeitspanne bis zu dem Punkte zu überwinden, an dem die jetzt in riesigem Ausmaße vermehrte Abwehr stärker zur Wirkung kom­men und auch die amerikanische Hilfe fühlbar werden konnte. Aber auch die schließliche Wirksamkeit der Ab­wehr trat bis zum Kriegsende gegenüber dem geistigen Widerstandswillen zurück, der sich im Juli an der Er­kenntnis entzündet hatte, daß der Gegner ermattet war und alles nur darauf ankam, etwas länger auszubalt-n als er. Nur so ist es vor der Geschichte erklärlich daß der Gegner sich bis zum Ende behauptete, denn so groß wurde die Wirkung der Abwehr wiederum nicht.

Die Versenkungsziffern blieben furchtbar aenng. Den Abwehrbemühungen der Alliierten gegenüber stand seit 1918 dank der Tatkraft des Admirals Scheer ein gigan­tisches deutsches U-Boot-Vauprogramm. Die Verluste an U-Booten hatten sich im Jahre 1918 gegenüber dem Jahre 1917 kaum gesteigert, 69 gegen 63 Boote. 105 Boote hatten den Kampf im Frühjahr 1917 begonnen. 121 standen Ende 1918 im Kampf. 439 neue Boote aber waren im Bau, 330 weitere in Bau gegeben. 76 sollten davon allein während des Winters zur Front kommen. Die deutsche U-Boot-Kriegführung ihr erster Füh­rer, der später« Admiral Bauer, hatte schon die An­regung dazu geschaffen, bevor er 1917 abgelöst wurde begann eben, der organisierten gegneri chen Schiffahrt den organisierten Angriff, so wie er allerdings erst in unseren Tagen nun Wahrheit und Triumph gewor­den ist, gegenüberzustellen.

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An der kanadischen Küste versenkten unsere U- Voote trotz ungünstigster Wetterlage wieder 16 Schiffe mit 94 908 VRT.

Auch die sowjetische Handels- und Kriegsflotte muß schwere Schläge einstecken: 33 Fracht- und

Transportschiffe wurden allein im Oktober ver­nichtet.

In der Kalmückensteppe schlugen unsere Truppen einen Kavallerieangriff des Feindes ab.

Die Schlacht in Aegypten geht mit gesteigerter Heftigkeit weiter.

Rejchspresseches Dr. Dietrich trat in einer Rede für objektive Berichterstattung der Auslandspreise ein. In Berlin wurde in feierlichem Rahmen die Deutsch- Finnische Gesellschaft gegründet.

Die 2. Neichsstraßcnsammlung erbrachte im Gau Weser-Ems 27,9 v. H. mehr als die gleiche Samm­lung im Vorjahre.

sür echte Neutralität der Auslandspreise

kine beveulsame Nede See Neichspressechefs Vr. Vietrich in Serlin

Berlin, 3. November. Reichspressechef Dr. Dietrich sprach am Montagabend auf der Jahresveranstaltung des Vereins der ausländischen Presse zu Berlin über Fragen, die sich für die Arbeit der ausländischen Jour­nalisten im Kriege ergeben. Insbesondere befaßte er sich in seiner Rede mit dem Begriff der Neutralität der Presse.

In einer Zeit, so erklärte er, in der die geistige Kriegführung eine so ungeheure Rolle spiele wie in diesem modernen totalen Kriege, sei der Neutralität eines Landes nicht dadurch Genüge getan, daß es durch seine Diplomaten platonische Neutralitätsversicherun­gen abgebe, während gleichzeitig ein großer Teil seiner Presse Partei ergreife und die Geschäfte der Feinde be­sorge. Eine Neutralität, die sich nicht auf dem Gebiet der geistigen Kriegführung einer neutralen Haltung befleißige, sei keine Neutralität. Als Mindestforderung einer neutralen Haltung der ausländischen Presse be­zeichnete der Reichspressechef absolute Objektivität in der nachrichtlichen Unterrichtung der Oefsentlichkeit. Sie setze freilich ebenso wie in Kommentar und Leitartikel den guten Willen zur Objektivität voraus. Dieser Wille zur Objektivität sei zwar in den meisten Fällen bei den Korrespondenten der neutralen Presse in Berlin, leider aber nicht bei ihren Redaktionen im Ausland vor­handen.

' Für das von Englands Händlergeist befreite Europa, so betonte der Reichspressechef, seien die Zeiten vorüber, in denen der Journalismus nur ein Geschäft war und der Journalist ein seelenloses Werkzeug für die Will­kür anonymer Auftraggeber. In einer Zeit, in der das Leben von Millionen Menschen, in der das Schicksal un­gezählter Völker, ganzer Erdteile auf dem Spiele stehe, sei in die Hand des Journalisten ein ungeheures Maß menschlicher Verantwortung gelegt. Es gebe heute auf

diesem-»Kontinent ein europäisches Gewissen, dem alle europäischen Journalisten verpflichtet seien. Für die Verteidigung der abendländischen Kultur, deren Wiege dieser Kontinent war und deren Bannerträger er heute wieder ist, hätten fast alle kulturschöpferischen Nationen Europas gegen den Bolschewismus das Schwert gezogen. Wenige seien zurückgeblieben und hätten sich auf den starken Arm der anderen verlassen. In diesem Kampf müßten die Kämpfer von den anderen, wenn sie sich schon nicht zur Solidarität bekennen, zum mindesten eine geistige Neutralität verlangen.

Er sei überzeugt, so schloß Dr. Dietrich, daß über die Berechtigung, dieser Forderung in diesem Kreise ein­schließlich der neutralen Korrespondenten kein Zweifel herrsche. Aber es sei unerläßlich, daß sie endlich auch ihre Anerkennung in den Redaktionen ihrer Länder finden müsse, wenn diese weiterhin den Anspruch er­heben, in diesem Krieg neutral zu sein.

In einleitenden Begrüßungsworten hatte der Prä­sident des Vereins der ausländischen Presse zu Berlin, Professor Senatra, den Reichspressechef als den Vor­kämpfer neuer Jheen des Journalismus und den auf­richtigen Förderer der in Berlin tätigen Auslands­journalisten willkommen geheißen. Pros. Senatra hob dabei noch besonders horvo^ daß die journalistische Tätigkeit in Berlin von keinerlei Zensurmaß­nahmen erschwert werde, sondern trotz des Krieges für alle in Berlin tätigen Auslandsjourna- listen eine freizügige Entfaltung ihrer Arbeit möglich sei. Nach diesen Feststellungen, die im Hinblick auf die .bei unseren Gegnern bestehenden scharfen Zensurmaß­nahmen besonders bemerkenswert waren, umriß Pros. Senatra in eindrucksvollen Worten die Mission des Journalismus in der heutigen für die Menschheit so entscheidungsvollen Zeit.

Marfchakl Nommel leitet die flfrika Operationen

Sie Abwehrschlacht in vollem lZange erbitterte kümpse an der kl-fllamein-fronk Starker Materialeinsah der Veiten

Von Lriegsbericbter kuckolk Lsttlein

rck. Nordasrika, im November skic.) Es ist keineswegs etwas Neues, wenn von den Schlachtfeldern der El-Alamein-Front berichtet wird, daß die Briten auch bei ihrer diesjährigen Herbstofsensive mit einer großen lleberlegenheit an Kriegs- und Menschenmate­rial angreifen. Die deutsch« und italienische Unterlegen- heit der Kräfte hat Eeneralseldmarschall Rommel, der sich wieder auf afrikanischem Bode befindet und die deutsche Abwehrschlacht leitet, erst Anfang Oktober fest­gestellt. Er fügte hinzu, daß diese Unterlegenheit durch die Güte. des deutschen und italienischen Materials, vor allem aber durch die kämpferische lleberlegenheit. und die Tapferkeit des deutschen und italienischen Soldaten ausgeglichen werde.Erst nach diesem Krieg", so sagte der Marschall.wird darüber geschrieben werden kön­nen, mit welch kleinen Einheiten und mit welch gerin­gem Materialeinsatz die großen Achsenerfolge auf dem noedasrikanischen Kriegsschauplatz errungen worden sind." Das gilt auch für die Abwehrschlacht, die jetzt einhundert Kilometer vor Alexandria, dem Tor nach Aegypten, im Gange ist.

Die Stunde der Abrechnung mit dem Feind ist ge­kommen". erklärte der Oberbefehlshaber der achten eng­lischen Armee, Montgomery, am Morgen des Beginns der britischen Offensive. Montgomery schien sich seiner Sache sehr sicher zu sein, stand ihm doch tatsächlich ein gewaltiges Kriegsmaterial zur Verfügung, mit dem er Hoffte, die deutsche Front eindrücken und durchstoßen zu können. Gleich am ersten Tag setzten die britischen Be­fehlshaber ihre Hilfsvölker ein. Neger, mit einem Busch­messer bewaffnet und unter Alkohol gesetzt, griffen an. Hinter diesen anstürmenden schwarzen Haufen standen Hunderte Panzer bereit, um die deutschen Stellungen zu überrennen, lind dennoch ist den Engländern der er­hoffte rasche Erfolg versagt geblieben, und zwar dank der kämpferischen lleberlegenheit und der Tapferkeit der deutschen und italienischen Soldaten. Dort, wo es dem

Feind tatsächlich gelang, in die deutsche Hauptkampf­linie einzudringen, wurde er in raschen und energischen Gegenstößen wieder geworfen. Diese Gegenstöße könnten auch die britischen Batterien, die tiefgestaffelt hinter der der Front stehen und scheinbar über einen schier uner­schöpflichen Munilionsvorrat verfügen, nicht aufhalten. Mft einer geradezu bewundernswürdigen Kaltblütig­keit arbeiteten sich die zum Gegenstoß angesetzten Ein­heiten durch das schwere britische Artilleriefeuer hindurch und erfüllten ihre Aufträge.

Für Montgomery mag dieStunde der Abrechnung" sicherlich anders ausgesehen haben. Wenn er heute auf das Schlachtfeld am Nord- und Mittelabschnitt der El-Alamein-Front geht, wird er sich der Enttäuschung nicht erwehren können, denn dort liegen bereits über zweihundert englische und nordamerikanische Panzer, ab­geschoben und ausgebrannt. Dicke, schwere Rauch- und Sandwolken wälzen sich über das Schlachtfeld, durch die sich die Briten kaum einen Weg bahnen können. Die Stimmung bei den deutschen Einheiten ist deshalb auch großartig. Sie wissen, was vor El-Alamein auf dem Spiel steht. Sie ahnen die Pläne des Gegners, der bei El-Alamein dieSchlacht um das Mittelmeer" gewin­nen will.Der Tommy soll nur kommen, wir werden ihn zurückschlagen", das sagen die Offiziere, die Unter­offiziere und die Mannschaften, die sich vor El-Alamein in die Erde gekrallt haben. Bis zum letzten Schuß ihr kleines Erdloch verteidigen, das sie sich in den steinigen Boden gehauen und gegraben haben. Es ist schon wahr, was Generalfeldmarschall Rommel Anfang Oktober ge­sagt hat: Nichts könne den zähen, unbändigen Kampf­geist unserer Truppen mindern.

Da ist zum Beispiel eine Kompanie einer Aufklä­rungsabteilung. Sie mußte während der ersten Nacht der englischen Offensive und unter einem wahren Trom­melfeuer der britischen Batterien Stellungswechsel vor­nehmen. Obwohl die Granaten in kürzester Entfernung detonierten, gelang es den Soldaten, ihre Panzerab­wehrkanonen aus der alten Stellung in die neue zu

bringen. Zum Morgengrauen gruben sie sich wieder ein und atmeten auf, daß sie von der Artillerie nicht mehr allzusehr zugedeckt wurden. Ihre Freude war jedoch nur sehr kurz, denn nun wurden sie von den feindlichen Bombern ünter Feuer genommen. Diese Bomber brei­teten'wahreBombenteppiche" über ihre Stellung aus. Und doch hielten sie die Stelling. Sobald dieOmni­busse der Luft" angedröhnt kamen, krochen sie in ihre Erdlöcher und ließen denSegen" über sich ergehen. Sie mußten überdies ihre Stellung halten, denn hier wollte der Tommy mit einer Vielzahl an Panzern burch- brechen. Dieser Angriff ließ auch gar nicht lange auf sich warten. Die britische Artillerie leitete ihn mit einem kurzen Feuerschlag ein, und dann kamen auch schon die Panzer angerollt. Sie waren deutlich mit dem Glas auszumachen, und schickten einen wahren Hagel an Voll­geschossen herüber. Die Kompanie brauchte jedoch nicht in Aktion zu treten. Deutsche und italienische Panzer nahmen diePiloten" in die Zange. Sie näherten sich den Briten, eingehüllt in eine riesige Staubwolke, und schlugen sie zurück. Während dieses kurzen Kampfes Panzer gegen Panzer schwieg die Artillerie.

Und dennoch war die Luft erfüllt von einem höllischen Getöse. Der Lärm hörte sich an, als schlügen hundert­tausend Männer aus riesige Kupferkessel. Als diese Schlacht vorüber war, brannten weithin sichtbar viele Piloten", der Rest drehte ab. Wenige Minuten später orgelten wieder die Geschosse der englischen Artillerie durch die Luft und die Luftomnibusse" kamen wieder und luden ab", die Soldaten der Aufklärungsabteilung aßen iedoch erst einmal in aller Ruhe das wohlverdiente Mit­tagesien. Die britische Offensive ist noch nicht beendet. Noch immer tobe» erbitterte Kamvfe. Um jeden Meter Boden wird zäh gerungen. Die Schlacht ist hart, sie ver­langt alles von unseren Soldaten. DieStunde der Ab­rechnung". von der Montaomern sprach, wird jedoch nie kommen. Was Generalieldmarsiball Rommel gesagt hat, dafür treten seine Soldaten ein, denn was sie haben, das halten sie fest.