Ausgabe 
(31.10.1942) Nr. 300
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Erscheint 7mal wöchentlich

Sltoaatsitiue 2.30 KM «inlchl ZustrllgriLhr; PostLrzug««»>s monatlich 8.30 RM. Irin schl. 80,1 Ruf Pokzritnngagrbühr) zuzügi. 12 Npf. Lrftrllgrld. vezugsprrl, ist im ooran» zahl­bar. Postlchrck: Hamburg 17 878. Lin» v«< hlnbrrung «rr LIrfrrung «rchtfrrligt krtnr» Snfxruch aas Rückzahlung «e» Bezugapreil«». Verlag: RS -Lanvrrlag Weler-Em» EmhK., Bremen. Leeren 6/8. Fernras 81981, Nächtens an« lonntag» 84766. Lprechzeiien: Derlagwerk» tägl. 18-13 Uhr. SchriMeiig. 18.30—13.30 Uhr.

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par^eiarntUclie ^ayeszettung

Vas flmtsdlakt des Negierenden vilrgermeister's der Zielen fjansestadr Vremen

öer Uatümalfo 3 iali(ten vremens

PmtlldiEB verkündungsbiatt des Neichsstattsialters in cildenburg und Vremen

Nr. Z00 , 12. Jahrgang

Sonnabenö, ZI. Oktober 1942

kmzelpreis 15 Rpf.

wi eder wurden 15 Schiffe Opfer unserer U-Boote

ilbet 100000 ORT. jum Teil aus stark gestcherten Oeleilsügen kerausgestkosten

wertvolles Krlegsmalerlal dem feind entzogen

Aus dem Führerhauptquartier. 3v. Oktober. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Eine Gruppe deutscher Untersee­boote griff im Nordatlantik unter schwersten Wetlerverhältnisfen einen nach England fahrenden vollbeladenen Geleitzug an und versenkte unge­achtet der starken Abwehr in hartnäckigen wieder­holten Taa- und Nachtangriffen neun Schisse mit zusammen 68 500 BRT. Weitere Schiffe wurden durch drei Torpedotreffer beschädigt. Ferner ver­senkten unsere Boote auf den Zufuhrwegen nach England und Amerika sechs Schiffe mit 32 425 BRT. Damit verlor die feindliche Versorgungs­schiffahrt wiederum 15 Schiffe mit 100 925 BRT. Weitere Geleitzugoperationen sind im Gange."

Zu dieser Sondermeldung teilt das Oberkommando der Wehrmacht ergänzend mit, datz sich unter den 15 ver­senkten Schiffen wiederum ein großer Zwelschornstein- dampfer von über 12 MO BRT. befand, der nach etnetn Torpedotreffer explodierte und über das ganze Schiff brannte. ■ Der Dampfer, der nach weiteren hesttgen Explosionen unterging, hatte' Kriegsmaterial und offen­sichtlich Treibstoff geladen. Ein anderes Unterseeboot bekam den Dampfer „Westkebar" vor der amerlkamschea Küste vor die Rohre. Dieser war mit einer Ladung Manganerze von Takoradi an der afrikanischen Eold- küste nach Newyork unterwegs. Das 5620 BRT. große Schiff sank innerhalb weniger Minuten. Em sehr wert­volle Ladung hatte der von England nach Freetown, einem britischen Stützpunkt an der westafrrkamschen Küste, bestimmte Dampfer „Prim Rosehill an Bord: Fluazeuae, die ans diesem weiten Umwege der nord- afrikaaischen Front zugeführt werden sollten. Das stark bewaffnete Schiff von 7800 BRT. zeigte bereits nach den ersten Torpedotreffern starke Schlagseite. Nach einem nochmaligen Angriff hob sich der Achtersteven hoch aus dem Master und bald zeigten nur noch treibende Wrackstücke und Ladnngstrllmmer,^ daß abermals ein wertvolles feindliches Handelsschiff dem Unterseeboot­krieg zum Opfer gefallen war. Wahrend d.s Operatio­nen im Nordatlantik, bei denen em nach England fah­render Eeleitzng gefaßt wurde, verschlechterte sich das Wetter derart, daß die Erfolgsaussichten immer geringer wurden und zeitweilig ein Abbruch des Unternehmens erwogen werden mußte. Trotzdem blieben die Komman­danten im festen Vertrauen auf den Kampfgeist ihrer Mannschaft am Feind und schosten aus dem Eeleitzug neun Dampfer mit 68 506 BRT. heraus.

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In ihren Betrachtungen zur Kriegslage sprechen die Engländer jetzt von drei gewaltigen Schlachten, die ihnen schweren Kummer bereiten und die in Aegypten, »bei den Salomonen und in Stalingrad toben. Die Sondermeldung des. deutschen Oberkommandos,^ die wiederum die Versenkung von über 106 060 BRT. feind­lichen Schiffsraumes verzeichnet, erinnert die Gegner er­neut daran, daß auch abseits von den Kriegsschauplätzen,

Neue Nitterkreusträger

Berlin, 30. Oktober. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberleutnant Prentl, Batteriechef in einem Flak-Regiment; Ober­feldwebel Müller, Flugzeugführer in einem Kampf­geschwader; Oberfeldwebel Gustav Strauß, Zugfüh­rer in einem Grenadier-Regiment.

wo sich die Kämpfe zu dramatischen Höhepunkten ge­steigert haben, mit pausenloser Unerbittlichkeit eine vierte Schlacht andauert, die am Lebensmark der anglo- amerikanifchen Kriegführung zeihrt. Vor einigen Tagen noch verwies die „Sunday Times" wieder darauf, daß man auf alliierter Seite niemals aus den Augen lasten dürfe, daß die Schlacht auf den Weltmeeren, die ohne Unterlaß weitergehe, entscheidend ■ für den Ausgang dieses Krieges werden könne. Die „Alliierten" könnten den Krieg nur gewinnen, wenn es ihnen gelinge, ihre Seeherrschaft wieder zu erringen und die Deutschen aus dem Atlantik zu vertreiben. Auf die Dauer nämlich fei es unmöglich, Großbritannien zu 'ernähren und zu ver­teidigen, wenn man die Seeherrschaft nicht in den Händen habe, ganz abgesehen davon, daß weder die Eng­länder noch die Amerikaner Truppen und Material in

angemessenem Matze an die feindlichen Fronten schaffen könnten. Die englische Sonntagszeitung erkennt mit Ent­setzen, daß die Deutschen „alle ihre Energien einsetzen, um die Schlacht auf den Weltmeeren zu gewinnen." „Mit unerhörter Geschwindigkeit", so heißt es weiter, „erhöht der Feind zu diesem Zweck sein U-Boot- und Flugzeugpotential und bildet zusätzliche Besatzungen aus. Ein Vergleich mit den Kämpfen, die man im ersten Weltkrieg auf See in den Küstengewästern erlebte, ist in diesem Kriege nicht angebracht." Die Sondermeldung über die neuen Bersenkungserfolge unserer U-Boote muß diese schweren Sorgen des Gegners noch einmal unter­streichen. Die Regelmäßigkeit, mit der diese Sonder­meldungen kommen, macht, alle britischen und amerikani­schen Hoffnungen zunichte, daß der Lauf des Schicksals doch noch abgewendet werden könnte. dr. w. sch.

Der Duce dankt dem Führer

„Die die Vergangenheit vertretende Welt zum Untergang bestimmt”

Berlin, 30. Oktober. Der Duce hat an den Führer nachstehendes Telegramm gerichtet: „Ich danke Ihnen sehr herzlich, Führer, für Ihre Botschaft, für die Entsendung einer Abordnung unter Führung von Dr. Ley und für die lebhafte Anteilnahme des nationalsozialistischen Deutsch­lands an den Feiern anläßlich des zwanzigjährigen Bestehens des faschistischen Regimes. In diesem ziemlich langen und sehr wichtigen geschichtlichen Zeitraum hat das faschistische Regime versucht, die wesentlichen Probleme des italienische^ Volkes, die sein Lebensrecht angehen, auf friedliche und konstruktive Weise zu lösen. Aber immer und überall stand ihm die absolute Feindschaft der alten plutokratischen Staaten gegenüber, die in der Blockade durch den Völkerbund ihren Höhepunkt fand. Von jenem Zeitpunkt an wurde es für alle klar, daß unsere beiden Revolutionen sich zu einem brüderlichen Pakt der Verbundenheit in Krieg und Frieden zusammenschließen und die Herausforderung der alten Welf annehmen mußten. So marschieren und kämpfen seit drei lehren unsere Völker und unsere Streitkräfte vereint mit denen der Dreierpaktmächte zusammen. Kein Zweifel, daß die die Vergangenheit vertretende Welt zum Untergang bestimmt ist und wir durch den Sieg eine Entschädigung für unsere Opfer erhalten werden. In dieser dogmatischen Gewißheit übersende ich Ihnen, Führer, meine kame­radschaftlichsten Grüße.“ (gez.): Mussolini.

9 Sorojeflraneportec im Kaspischen Meer versenkt

koke briii'sche panzerverluste in figstpten — tanSungsoersuch bei Marsa Matruk zerschlagen

Aus dem Führerhauptquartier, 30. Okto­ber. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „In den Bergen nördlich und südlich der Straße nach T u a p s e wurden Gegenangriffe des Feindes abge­wehrt. Feindliche Kräfte im T e r e k -Abschnitt, deren Nachschubwege durch den Angriff der deutschen und rumänischen Truppen unterbrochen wurden, versuchten vergeblich nach Osten durchzubrechen. In Stalingrad wurde der Angriff mit Unterstützung von Sturzkampf­flugzeugen fortgesetzt und das in den letzten Kämpfen gewonnene Gelände gesäubert. Fähren und Boote des Feindes auf der Wolga lagen unter wirkungsvollem Feuer unserer Artillerie. Südlich der Stadt brachen auch gestern von Panzern unterstützte Entlastungsangriffe vor den eigenen Linien im Abwehrfeuer aller Waffen und unter den Bombenangriffen der Luftwafse zusammen. Im Kaspischen Meer vernichtete die Luftwaffe in der vergangenen Nacht neun feindliche Transportschiffe, darunter sieben Tanker. An der D o n - Front zerschlugen rumänische Truppen einen feindlichen Angriff und brach­ten eine Anzahl Gefangener ein. Italienische Truppen wiesen einen Ueberfetzversnch der Sowjets ab. Im Raum südlich O st a s ch I o w bekämpfte die Luftwaffe Truppen­bereitstellungen und Transportbewegungen des Feindes. Zwölf mit Truppen und Material stark belegte Ort­

schaften wurden zum großen Teil zerstört. Im hohen Norden richteten sich starke Luftangriffe gegen feindliche Truppenlager sowie gegen Stadt und Hafen von Mur­mansk.

An der ägyptischen Front scheiterte auch gestern der britische Angriff, der nach einer heftigen Artillerie- und Panzerschlacht mit starken Jnfanteriekrästen den Durchbruch zu erzwingen suchte. Vorübergehende Ein­brüche wurden von den verbissen kämpfenden deutsch- italienischen Truppen beseitigt. 38 Panzerkampswagen des Feindes wurden vernichtet. Ein deutsches Erenadier- bataillon, das die Hauptlast des Kampfes trug, schoß 13 von den 39 britischen Panzern ab. Ein an zwei Stellen durchgeführter Landungsversuch im Raum von Marsa Matruk wurde durch Flakartillerie und Sturz­kampfflugzeuge vereitelt. In der Nacht zum 29. Oktober hatten deutsche Sicherungsstreitkräfte mit britischen Schnellbooten ein Gefecht im Kanal, in besten Verlaus drei feindliche Boote durch Artillerietreffer beschädigt wurden. Bei Tagesvorstößen jchwacher Kräfte der bri­tischen Luftwaffe gegen die Küste der besetzten West- gebiete und in die deutsche Bucht sowie bei nächtlichen Störflügen über dem deutschen Küstengebiet wurden vier feindliche Bomber zum Absturz gebracht."

Drei Schlachten neben der fltlantikfront

englische Sargen um flsrika — Sie deutsch-italienische flbwetirsrant unerschüttert

Draötvcricht unserer Berliner Schtiftleituna ck. w. sch. Berlin. 30. Oktober. Trotz der wachsen­den Schiffsraumnot und trotz den von der „Sunday Times" geschilderten steigenden Schwierigkeiten für die Versorgung Großbritanniens haben die Briten in der letzten Zeit die äußersten Anstrengungen unternommen, um erhebliche Truppenmasten und gewaltige Mengen von Panzern und anderem Kriegsmaterial auf dem riesigen Umweg um das Kap in den Ausgangsranm der neuen Offensive in Afrika zu schaffen. Schon diese Tat­sache läßt erkennen, welche Bedeutung die gegnerische Kriegführung der neuen Schlacht in Afrika beimißt, die sie in der Nacht von Freitag zu Sonnabend der ver­gangenen Woche eröffnet hat und die von den maß­gebenden militärischen und politischen Stellen der Eng­länder selbst als ein Großangriff mit den weitest denk­baren strategischen Zielen charakterisiert wurde. Auch nach dem Ablauf des sechsten Tages kann der Wehrmacht­bericht feststellen, daß die deutsch-italienische Abwehr- sront in diesem gewaltigen und weiter fortdauernden Ringen unerschütterlich steht, daß alle Angriffe des Fein­des unter schwersten Verlusten für ihn abgewiesen werden konnten.

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Tag der Offensive eine zunehmende Beunruhigung und Sorge bemerkbar, wenn auch schon bald nach Beginn des Angriffs der britische Nachrichtendienst im Gegensatz zu früheren Gewohnheiten im Hinblick auf das Tempo des Angriffserfolges eine auffallende Zurückhaltung an den Tag legte. Das eine ist ja offenbar, daß ein Großangriff, der mit dem stärkstmöglichen Aufwand des Bombarde­ments der Artillerie und der Luftwaffe eingeleiiet wird, auf einen schnellen Durchbruch zielen muß. Wenn die Engländer jetzt nach allen möglichen Entschuldigun­gen rufen, wenn sie die „Tiefe der raffiniert angelegten deutschen Minenfelder" für die Verzögerung der eigenen Angriffserfolge verantwortlich und uns geradezu zum ■ Vorwurf machen wollen, daß wir „den Stil der Wüsten­kämpfe verdorben" hätten, so darf man ihnen das Ge­genstück des schnellen deutschen Durchbruches durch 'die bolschewistischen Stellungen auf der Halbinsel Kertsch im Mai dieses Jahres in die Erinnerung zurückrufen.

Die Breite und Tiefe der sowjetischen Verteidigungs­anlagen, die ein halbes Jahr lang vorbereitet werden konnten, entsprach zumindest dem, was die Truppen Rommels zwischen El Alamein und der Katarra-Senke in viel kürzerer Zeit an Verteidigungsanlagen bauen konnten. Trotzdem gelanq es im Mai dieses Jahres den Truppen des General von Manstein, am ersten Tage den Durchbruch zu erzielen und in vierundzwanzig Stunden die Voraussetzungen für den Bewegungskrieg zu schaffen. Daß der General Alexander sich so etwas wie eine Wiederholung von Kertsch mit britischem Vor­zeichen erträumt hatte, geht schon daraus hervor, daß er eine Rückenbedrohuag durch Schnellboote durchzu- führen versucht hat, die im Raume von Marsa Matruk landen sollten/ Aber im Gegensatz zu den Operationen bei Kertsch blieb es in Aegypten beim vergeblichen bri­tischen Versuch.

Es ist höchst bezeichnend, daß die Agitatoren Chur­chills sich heute schon bemühen, die Aufmerksamkeit der englischen Oefsentlichkeit von Afrika weg zu den Ereig­nissen bei den Salomonen abzulenken. Das geht so weit, daß der „Evening Standard" erklärt, daß der Kampf um die Salomonen jetzt in Weltperspektive gesehen wer­den müßte und daß Afrikas Schicksal von den Kämpfen im Pazifik beeinflußt werden könne. Der Kampf um Euadalcanar sei geradezu zum Prüfstein.der Organisation des gesamten strategischen' Systems der Alliierten ge­worden. Man müsse sich fragen, ob die Möglichkeit ins Auge gefaßt worden fei, datz die Japaner die lokale Salomonen-Angelegenheit in eine Belastung für die amerikanische Flotte verwandeln könnten. Das Drittel der amerikanischen Flotte, das im Atlantik operiere, werde vielleicht in den Pazifik dirigiert werden müsten, wenn die Nachrichten von dort nicht bester würden. Darum könne das Schicksal Kairos entscheidend.von der Seeschlacht zwischen den Südseeinseln beeinflußt werden. In diesem Sinne wird auch nach allen weiteren Lon­doner Berichten die jetzt festgestellte zahlenmäßige Unterlegenheit der amerikanischen Flotte im Pazifik als Folge der^ japanischen Seesiege als ein besonders schwerer Schlag für England empfunden. Die d'sh.er im Atlantik operierenden amerikanischen Krieqsschiffe dienten vor allem dem Schutz der Eeleitzüge, die uZr

das Kap der Guten Hoffnung nach Aegypten unterwegs waren.

Die britischen Bcsorgniste unterstreichen so die strategische Einheit aller Kriegshandlungen der Dreierpaktmächte, sind aber auch symptomatisch für den Versuch, die Amerikaner zu Sündenböcken zu stempeln, wenn die eigenen Hoffnungen in Aegypten sehlfchlagen sollten.

Wenn der Sprecher des Kairoer Rundfunks gestern er­klärte, daß der erste Angriff der achten Armee zu Ende und daß es den britischen Slreitkrästen nicht gelungen sei, ihre Positionen wesentlich zu verändern, weil der Feind sehr stark sei, so kennzeichnet das die Lage in ausreichendem Maße und macht die englische Beunruhi­gung über die . „Schlachtenpause in Nordafrika" be­greiflich. Die ans dem Pazifik vorliegenden Nachrichten sind gewiß nicht geeignet, den Briten Trost zu spenden. Die englische Presse stellt entgegen den amerikanischen Beruhigungspillen weiterhin fest, daß die amerikani­schen Schiffsverluste sehr schwer gewesen seien. Im Hin­blick auf Euadalcanar spricht man schon von einem neuen Bataan. Die dort stehenden amerikanischen Trup­pen seien, so heißt es, auf einen zehn Kilometer langen und fünf Kilometer breiten Küstenstreifen zusammen­gedrängt und würden von drei Seiten her unablässig angegriffen. Die Japaner hätten die Luftherrschaft über dea Salomonen-Jnfeln. Das amerikanische Marine- mlnistermm muß zugeben, daß es den Japanern ge­lungen ist, die amerikanischen Linien zu durchbrechen und Sydney kabelt verzweifelt, wer Euadalcanar be­sitze, beherrsche die Salomonen-Jnseln und gewinne da- mu den gesamten südwestlichen Stillen Ozean. Dazu kommen dann schließlich die letzten Moskauer Geständ­nisse, die die britische Nervosität weiter steigern müsten „Neue deutsche Panzerstreitkräfte greifen an" und ,T>entiche Flugzeuge verdunkeln den Himmel über «tolingrad", so lauten die Ueberschriften über Berichte der britischen und amerikanischen Korrespondenten in Moskau, in denen weiter festgestellt wird, daß die veutiche Angrisfswucht sich in geradezu unvorstellbarer Weise von Stunde zu Stunde gesteigert habe und an­scheinend noch immer nicht erschöpft sei.

Die Tonnagesdilacht

Von

Reichspressechef Dr. Otto Dietrich IV.

Amerika ist ein Mythus, die Uebeylegenheit semes Kriiegspotemtialls ist Legende und das „Arsenal der De­mokratie" ein Kiniderschreck für ängstliche Europäer. Die Kontinentalfestung Europa ist nmieinnehmbar, aber der Schiffsraum ist die Stelle, an der die „seebe- beherrschenden Mächte" st e r b l i ch sind. Die Donuageschlacht ist für sie — nicht für uns — der Kampf um ihr Löben.

Trotz aller Hr«> Kriegsflotten bis zur Zevreitzprobe beanspruchenden Sichernngsmaßnahmen haben die Ton- nageverlnste der AMertem feit KriegSbeginn Ausmaße angenommen, die für England löbensbedrohend sind. Es wird auch von ihnen jetzt nicht mehr bestritten, daß das SchiffsbauprEem für sie entscheidend ist. Aber st« er­klären, es durch das Tempo ihrer Schiffsnsubwuten lösen und meistern zu könNM. Neuerdings, gehen sie sogar so wsit, zu behaupten, die Achsenmächte in dem Wettrennen zwischen Berseukungen und Neubauten überholt zu ha-' ben. Churchill sagte im seiner letzten Rede: „Dvr ll-'Voot- Krieg blöibt immer noch das ernsteste Problem für die Vereinigten Nationen. Aber die Monate August und September haben Neubwuten von Handelsschiffen ge­bracht ,die die Verluste beträchtlich übersteigen", und Rooieoelt erklärte vor wenigen Tagen am Rundsinnk, daß die Alliierten „in der 'bitteren Transporbschlacht einen Borsprung vor dem Feinde gewinnen"

Da diese Behauptungen der Ausgangspunkt einer neuen Welle von Phantwsjezahlen und Zweckoptimismus für die leichtgläubige Welt sind, will ich ihnen die Tat­sachen Mgemüberstellen, die' ich ermitteln konnte.

Seit Beginn des Krieg>es bis einschließlich September dieses Jahres wnrdlsn von der dem USA. und England zur Verfügung stehenden Gesamihandelsiorlnage von 12 Millionen BRT. insgesamt 24,2 Millionen BRT, von ihren Gegnern aus den Grund des Meeres befördert, davon von Deutschland allein 21,3 Millionen BRT. Im ganzen gleichen Zeitraum gelang es England und USA. nach ihren eigenen Berichten, nur 7,1 Millionen BRT. durch Neubauten zu ersetzen. Das ist bis zum heutigen Tage ein Ersatz von nicht mehr als 30 v. H. der er­folgten TotwlversvNkungen! Unter Berücksichtigung der weiteren Ausfälle durch Beschädigungen, Minen und normalen Verschleiß wird der Prozentsatz noch geringer.

Wenn wir das Jahr 1942 allein betrachten, in dem unsere Gegner ihre Schisfsproduktion nun auf Höchst­touren gebracht haben, dann lasten sich folgende Fest­stellungen machen: In den bisher, abgeschlossenen neun Monaten dieses Jahres haben die Alliierten allein durch Totalversenkungen Deutschlands, Italiens und Japans 8,9 Millionen BRT. verloren. Rach den amt­lichen Angaben, die der Leiter der amerikanischen Schiff­fahrtsbehörde, Land, Roosevelt machte, beläuft sich dem­gegenüber der Tonnageneubau Amerikas in den ersten .neun Monaten des laufenden Jahres auf maximal 5,5 Millionen Eewichtstonnen, das sind 3,4 Millionen BRT. Dazu kommt eine Million BRT, an Schiffsnen- bauten, die in diesem Jahre bisher aus England und Kanada gemeldet werden. Das sind nach ihren eigenen Meldungen, die sicherlich die oberste Grenze des Mög­lichen darstellen, insgesamt 4,4 Millionen BRT., d. h-, noch nicht 56 v. H. ihrer im gleichen Zeitraum durch Versenkungen erlittenen Totaloerluste, wobei ebenfalls die Verluste durch Minen, Beschädigungen usw. nicht eingerechnet sind. >

lieber diese unwiderleglichen Tatsachen können auch alle Zahlenkniffe, die sie ständig durch ditz bewußte Ver­wechslung von Ladetonnen und Brnttoregistertonnen (1,6 Millionen Ladetonnen 1 Million Brnttoregister­tonnen) begehen, nicht hinwegtäuschen. 30 v. H. der bis­herigen Eesamtversenkungen und noch nicht 5V v. H. der Versenkungen des Jahres 1942 vermochten sie bisher neu zu bauen. Wie sind damit die Behauptungen Chur­chills und Roofevelts in Einklang zu bringen, daß ihre Neubauten die Versenkungen überholt hätten? Wenn sie Znknnftshoffnungen in ihre falschen Rechnungen eingestellt haben, dann müsten sie uns schon erlauben, auch die unseren in der Rechnung zu präsentieren. Und dann kann ihnen verraten werden, daß die Ueber- raschungen, die ihnen unsere U-Boote im Jahre 1943 bestimmt bereiten werden, keinesfalls hinter der Größe ihres Programms Zurückbleiben, pur mit dem Unter­schied, daß ihr Mammutprogramm auf dem Papier steht, während sie unsere U-Boote auf allen Weltmeeren finden werden,

Jnterestant ist das Eingeständnis Roofevelts, daß er, an seinen Zahlenbluff selbst nicht glaubt. Denn was von seinen Phantasieziffern in Wirklichkeit zu halten ist, das hat er am 25. September 1942 in einem Brief dem Leiter der Schiffahrtsbehörde, Admiral Land, nach Donald Nelsons Erklärung, daß die amerikanische In­dustrie nicht die anaestrebten Spitzenleistungen erreicht habe, selbst mitgeteilt, als er ihm schrieb: .Als ich die Anweisuna gab, daß zunächst 12 Millionen BRT,. so­dann 18 Mill. BRT. uyd schließlich 22 Millionen BRT. Handelsschiffsranm von den amerikanischen Werften in den Jahren 1942 und 1943 gebaut werden sollten, habe

imiiin,,, iiiiiiiiiiiiiiiiiin iniiiminiiiiiiiiiiH mm iiimiiiiniiiii iiniiniin«

Unser Tagesspiegel

Wieder schickten unsere ll-Boote über 100 000 BRT. feindlichen Schiffsraums auf den Meeresgrund.

Die deutsche Luftwaffe versenkte im Kaspischen Meer 9 sowjetische Transporter.

Der deutsche Angriff im Raum von Stalingrad wurde mit Stuka-Unterstützung fortgesetzt.

Reue britische Angriffe an der ägyptischen Front scheiterten unter hohen Panzerverlusten: ein Lan­dungsversuch bei Marsa Matruk wurde abgeschlagen. In einem Telegramm dankte der Duce dem Füh- "r für desten Botschaft zum 20. Jahrestag der faschistischen Revolution.

Gauschnlungsleiter Vuscher sprach aus einer Arbeits! tagung der NSDAP., Kreis Bremen.