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parteiamtkclie Layeszettung
vos flmlsblalt des Negierenden vürgermeistcrs der Zielen Hansestadt vremen
der Narionalldzialästen, vremens
flmtliriies verkündungsblatt des Ncichsstattlsalters in Oldenburg und vremen
Nr. 28Z , 12. Jahrgang
Mittwoch. 14. Oktober 1942
kin^eipreis 15 Npf.
Division v,ies kolsekevnstisclken ^ngri^l surüclc
Sowietische KrDegruppe im Kaukasus vernichtet
VersorgungsslLitzpunkle und rransporlbewegungen bewersekts der Wolga bombardiert
Aus dem Führerhauptquartier, 13. Oktober. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im Nordwestteil des Kaukasus wurde in schwierigen Waldlämpfen abermals eine feindliche Kriifte- grnppe eingeschlossen und vernichtet. Angrisfsvorbe- reitungen der Sowjets wurden an anderer Stelle durch wirksames Artilleriefeuer zerschlagen. Südlich des Te- rel blieben von Panzern unterstützte feindliche Gegenangriffe erfolglos. Deutsche und rumänische Kamps- fliegerlräfte belegten feindliche Versorgungsstützpunkte und Transportbewegungen beiderseits der Wolga mit Bomben aller Kaliber. Die in dem kaukasischen Erdölzentrum Grosny entstandenen Brände wurden durch nächtliche Luftangriffe erweitert. Im Raume von Sta - lingrad und an der Donfront wurden örtliche An- grifssversuche des Feindes durch deutsche bzw. ungarische Truppen im Keime erstickt. IM mittleren und nördlichen Abschnitt der Ostfront bei zunehmender Wetterverschlechterung nur Artillerie- und Spähtrupp- tätigkeit, wobei die spanische Blaue Division angreifende Russen im Gegenstoß zurückwarf und ihnen schwere blutige Verluste zufügte. Die Luftwaffe bekämpfte den feindlichen Nachschubverkehr auf wichtigen Eisenbahnstrecken im Waldai-Eebiet und erzielte Volltreffer in Ausladestationen.
Aus Malta Lombardierten bei Tag und Nacht deutsche und italienische Kampsfliegerverbände britische Flugplätze mit starker Wirkung. In heftigen Lustkämpfen verlor der Feind 15 Flugzeuge bei zehn deutschen Verlusten. Britische Bomber führten in der letzten Nacht Störflüge über der Nord- und Ostsee durch, wobei einzelne Spreng- und Brandbomben ohne Wirkung abgeworfen wurden. Zwei feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen. — Leichte deutsche Kampfflugzeuge griffen gestern im Tiefflug Industrieanlagen einer Stadt an der englischen Südküste an."
*
Leichte deutsche Kampfflugzeuge griffen am 12. Oktober trotz Flakabwehr ein Eisenbahnausbesserungswerk in der Nähe der Stadt Vrighton an der Südküste Großbritanniens im Tiefflug an. Mehrere Bomben trafen eine große Werkhalle. Sie stürzte unter starker
Neue Mtterkreuztröger
Berlin, 13. Oktober. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Generalmajor Carl Rodenburg, Kommandeur einer Infanterie- Division; Oberst der Schutzpolizei ^-Standartenführer Otto Gieseke, Kommandeur eines //-Pol.-Schützen- Regiments; Major der Schutzpolizei ^/-Sturmbannführer Karl Schnur er s, Bataillonskommandeur in einem //-Pol.-Schiitzen-Regiment; Hanptmann Willi Riedel, Bataillonskommandeur in einem Infanterie- Regiment; Hauptmann Kindler, Staffelkapitän in einem Kampfgeschwader; Oberfeldwebel Albrecht Schnitzer, Zugführer in einem Infanterie-Regiment; //-Unterscharführer August Zingel. Gruppenführer in einem Infanterie-Regiment der Waffen-//.
^-öruppenküfirer von Massow gestorben
Berlin, 13. Oktober. Nach kurzer, schwerer Krankheit starb //-Gruppenführer Generalleutnant a. D. Dr. h. c. Ewald von Massow. — //-Gruppenführer von Massow war Inhaber der beiden Eisernen Kreuze und anderer Orden aus dem Weltkriege sowie hoher und höchster Auszeichnungen des 2n- und Auslandes.
Vrandentwicklung ein. Mit Bordwaffen beschossen die Kampfflieger Eebäudekomplexe und Speicher sowie Kraftfahrzeugansammlungen. Andere leichte Kampfflugzeuge griffen bei überraschenden Vorstößen gegen die britische Küste Vorpostenboote im Kanal an und kehrten ohne Verluste zu ihren Absprunghäfen zurück.
Unsere Knaben und
Nr. Soebbels empfing Zl besonders tapfere
Berlin, 13. Oltober. Reichsminister Dr. Goebbels empfing am Dienstag im Beisein des Reichsjugend- sührers Axmann in den Räumen feines Ministeriums 31 Hitler-Jungen aus den luftbedrohten deutschen Gauen, die sich bei feindlichen Fliegerangriffen durch besonders tapfere Haltung und Unerschrockenheit hervorgetan haben. Dr. Goebbels begrüßte die Jungen, von denen zwei mit dem Eisernen Kreuz und die anderen mit dem Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern ausgezeichnet worden sind, einzeln mit Handschlag und ließ sich von ihnen eingehend über ihre Erlebnisse während der Alarmnächte berichten. In ihren Schilderungen kamen die Umsicht und der Mut zum Ausdruck, mit welchem diese jungen Menschen in den gefährlichsten Situationen gehandelt haben.
In 'einer herzlichen Ansprache an die Hitler-Jungen führte der Minister aus, dies sei einer der schönstem Besuche, die er je in seinem Ministerium empfangen hübe. Er sei auf das tiefste bewegt durch die Tatsache, Knaben vor sich zu haben, die das Eiserne Kreuz trügen. Daß hier 15jährige Jungen, fast möchte man sagen noch Kinder, mit diesen ehrenvollen Auszeichnungen vor ihn träten, das sei für ihn eine besondere Freude.
Es habe sich beim Luftkrieg insgesamt «ine Haltung des deutschen Volkes gezeigt, die zu einem beachtlichen
Am Nachmittag des 12. Oktober stellten deutsche Kampfflugzeuge bei bewaffneter Aufklärung westlich der fran- zMchen Küste einen britischen Bomber vom Muster „Whitley" zum Kampf. Der Brite erhielt so schwere Treffer, daß das Rumpfende abbrach und die „Whitley" steil ins Meer stürzte.
MSdchen als Kelben
fiitlerjungen aus den luftgesäfirbelen Sauen
Teil auf die nationalsozialistische Erziehungsarbeit zurückzuführen sei. Daß Männer sich bei Luftangrifsn tapfer benähmen, das halte man stir selbstverständlich. Bon den Frauen pflege man oft zu sagen, sie seien das schwache Geschlecht. Sie haben bei den Luftangriffen dieses Wort Lügen gestraft, denn unsere Frauen hätten sich in den Alarmnächten in aufopferungsvollster und tapferster Weise gezeigt. Daß aber unsere Knaben und unsere Mädchen sich bei den Luftangriffen als Helden beweisen würden, das hätten wir alle in dem Umfang« nicht für möglich gehalten. Und er müsse sagen, fuhr der Minister zart, daß er beim Anblick dieser jungen Menschen, die all« mit dem Eisernen Kreuz oder dem Krisgsver- dienstkreuz geschmückt seien, nur den einen Wunsch habe, daß in diesem Augenblick das ganze deutsche Volk Zuschauer sein möge, vor allem die deutsche Bevölkerung in den Gebieten, in denen es bisher noch keine Luftangriffe gegeben habe, damit alle deutschen Männer und Frauen vor dieser Jugend ihren Stolz und ihr« Freude bekunden und vor allem, daß die ganze deutsche Jugend sich an diesen Jungen ein Beispiel nehmen könnte. Nachdem Dr. Goebbels noch einmal seiner herzlichen Freude über den Besuch der Hitler-Jungen Ausdruck gegeben hatte, lud er sie über den regulär für sie vorgesehenen Besuch ein, für zwei Tage seine Gäste in der Relchshauptstadt zu sein.
Vor 20 Jahren: Tag von Coburg
Von
w. tt. vsmmsnn
„Wenn die Deutschen es wagen sollten, Krieg gegen Polen zu führen, dann werden sie sich der ungeahnten Macht des gesamten britischen Weltreiches gegenüber sehen!" So, wenigstens dem Sinn« nach, drohte ein englischer Rundfunksprecher einige Tage vor dem 1. September 1939 und versuchte auf diese Weise mit echt englischem Bluff, das deutsche Volk wankelmütig zu machen in der Wahrung seiner heiligsten Rechte, nämlich dem Schutze deutschen Volkstums und alten Reichsbodens, während gleichzeitig durch solche großmäulige Schaumschlägerei der polnische Größenwahn zu viehischen Haßorgien aufgestachelt wurde.
Selbstverständlich hatten die Eton-Voys-Senioren fein säuberlich zusammenaddiert, was es auf dem irdischen Globus an verblendeten, willfährigen oder abhängigen und versklavten Völkern gab, die vorausbe- stimmt waren, die englische Drohung gegen Deutschland, gegen dieses wogen seines Rechtsdenkens ebenso wie wegen seines unerhörten Fleißes lästigen und zutiefst gehaßten Volkes, in die Tat umzusetzen. Was wollten schließlich auch diese kleingeistigen Deutschen, die sich ja selber — wie man es doch täglich von den be- vauernswerten emigrierten Opfern des Rassismus beteuert hörte — unzufrieden unter dem Raziregime wanden, auf die Dauer gegen das Empire ausrichten. Gewiß, sie würden wahricheinlich mit ihrer brutalen Militärgewalt einige Erfolge zu Lande erringen, — aber dann würde ihnen mit dem Zuziehen der englischen Blockadeschlinge schon hübsch langsam der Atem ausgehen. Sie mußten sich dann, wie weiland 1914/18, den Maulwürfen gleich in die Erde vergraben, um niemals wieder die Kraft zu einem entscheidenden Schlag zu finden, bis sie eines Tages auch die Schlupflöcher des Stellungskrieges unter der sieghaften Materialwalze der englischen Helotenwelt räumen und um das Recht bitten würden, für England arbeiten und — wie alle anderen beschützten Völker des Empire — kämpfen zu dürfen.
So, und keineswegs anders, würde sich der Ablauf der Dinge gestalten. So mußte es kommen, denn zu Lande garantierte Frankreich diesen Plan, und zur See ... — du liebe Zeit, hatte nicht Lord Palmerston schon den Deutschen geraten, „den Boden zu pflügen, mit den Wolken zu segeln oder Luftschlösser zu bauen, niemals aber sich einfallen zu lassen, die hohe See oder auch nur Küstengewässer zu durchführen!" Das würde im Ernstfälle die in altem Ruhme Nelsons blinkende Royal Navy schon währ werden lassen.
Aber dann störten sich plötzlich diese Deutschen gar nicht an solche schaurigen Eespenstervorstellungen, schlugen vielmehr in achtzehn Tagen ein 36-Millionen-VoIk wie einen Hottentottenstamm zusammen, faszinierten mit ihrem Westwall die Franzosen, saßen über Nacht an Norwegens Küsten und überrannten wenige Wochen später das ganze westliche Verteidigungssystem getreuer Vasallen so schnell und gründlich, daß alle Englishmen nur mit bedenklich feuchten Hintern den rettenden Strand von Old England erreichen konnten. Damned! Nie wieder Dünkirchen! — Tja, wer hätte das gedacht!
Wie brachten diese Deutschen so etwas nur fertig? Sie hatten Waffen, sie verhungerten nicht, sie besaßen sogar Elan, — trotzdem und wenn schon, alle solchen unangenehmen lleberraschungen wandelten sich mit der Zeit, zumal in deren Schoße noch gewaltige Chancen verborgen lagen: Aus dem Balkan regte man sich schon und die Sowjets warteten nur auf den richtigen Moment, nach ihnen aber würde schließlich Bruder Roosevelt dafür sorgen, daß das bolschewistische Unkraut nicht etwa den Garten Eden überwuchere . . .
Da — damned noch einmal! — fegten diese Deutschen Jugoslawien weg, besetzten Kreta und sprangen danach den roten Koloß sogar selber an. Schlag auf Schlag zerbröckelte nun seine doch wirklich gewaltige Macht. „Die Sowjetunion muß mit allen erdenklichen Waffen, Truppen, Hilfsmitteln und strategischen Einfällen unterstützt werden. Wenn die UdSSR. stirbt, ist alles verloren", zeterte schon Ende September 1941 der „Daily Herald". Es mutzte also, wenn das so weiterging, rechtzeitig etwas geschehen, mußte die letzte Reserve USA. die Kräfte verzetteln helfen. Allerdings machte sich auch da ein unangenehmer Beigeschmack bemerkbar. Schrieb doch das „Journal of the American Medical Association" am 21. August 1941: „Amerika ist dazu bestimmt, die Aufgäbe zu vollenden, die es vor zwanzig Jahren hätte durchführen sollen und zu der es geeignet und fähig ist: der beherrschende Leiter der Völker der Welt zu werden."
Warum ging nun alles so ganz und gar schies? Immerhin, 1914/18 hatte das Glück auch nur an einem seidenen Fäden gehangen, und er war nicht gerissen. Es hatte sogar ein recht kräftiger Versailler Strick daraus gedreht werden können, nur leider noch nicht fest genug . . .
Dennoch — der russische Winter, die sowjetische Un- erschöpslichkeit und brutale Verachtung aller Lebenswerte würde die große Wende als Frühjahrsgeschenk 1942 bringen. Dem Sturm, der dann nach des Winters Grauen den Deutschen entgegenbrausen würde, konnten sie niemals standhalten. Das zeigte sich ja schon in Nordafrika: Der Siegesbann war gebrochen, in Kürze würde nun die Moral von Truppe und Heimat versickern und bald nichts anderes übrigbleiben, als die Sehnsucht nach einem — gerechten Frieden. Und den, selbstverständlich, den sollten sie haben, so gerecht, daß selbst Versailles dagegen beschämt verblassen mußte.
vainnsck sink to Kali! Der Winter war vorbei, und die Deutschen standen noch immer am alten Platz. Dazu
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Im Nordwestkaukasus wurde abermals eine sowjetische Krästegruppe eingeschlossen und vernichtet. Bolschewistische Eegenangrisse südlich des Terek blieben erfolglos.
Zur Niederlage auf den Salomon-Juseln hat das USA.-Marineminifterium ein Teilgeständnis abgelegt.
Ein amerikanischer Rundfunkkommentator äußerte den Wunsch, das deutsche Volk genau so wie einst mit dem Wilson-Schwindel auf den Leim zu locken. Dr. Goebbels empsing die in den luftgefährdeten Gebieten ausgezeichneten Angehörigen der HJ.
Heute mittag wird wieder das Bremer Rathauskonzert gesendet.
Zur Beschränkung des Arbeitsplatzwechsels ergeht eine Durchführungsverordnung.
Kriegsauflageprogramm für Konfumgüter
Vevor/ugle Velieserung von Sombengeschiidiglen — SiaatssekrelUr Vr. tanSfried sprach
Luxemburg, 13. Oktober. Anläßlich eines Besuches, den der Staatssekretär im Reichswirtschaftsministerium Dr. Landfriöd dem Gebiet Luxemburg abstattete, sprach dieser anläßlich einer Wirtschaftstagung über das Kriegs- wirtschastsprogvamm, für dessen Ziele auch die mittleren und kleinen Betriebe, die das Rückgrat der Wirtschaft bilden, mitarbeiten sollen. Wenn die Erzeugung von Konfnmgütern gezwungenermaßen eingeschränkt worden sei, so sei es falsch zu glauben, daß diese Einschränkung nach dem Kriege anhalten würde und daß wir in Deutschland einen sogenannten Primitivitätskult betreiben wollten. Es sei das Ziel, nach Abschluß des Krieges möglichst schwell die Güter wieder bereitzustellen, die zum Leben des europäischen Kulturmenschen gehören.
Auch heute müsse ein Minimum von Gütern für das Volk und insbesondere für die Volksgenossen, die unter den Luftangriffen zu leiden hätten, erzeugt werden; deshalb solle in einem sogenannten Kriegsauslageprogramm bestimmt werden daß die wichtigsten Eebrauchs- gtiter in einem unter den Kriegsverhältnissen ausreichenden Maße unter Zurückstellung alles dessen, was nicht unbedingt lebensnotwendig sei, gefertigt werden. Betriebe, die also bestimmte typenmäßig begrenzte Konsumgüter herstellen, sollten im Hinblick aus die Rohstoffzuteilung und die Bereitstellung von Arbeitskräften denselben Schutz genießen wie Betriebe der Riistnngs- wirtschaft. Diese Maßnahme gelte in erster Linie der
ausreichenden Versorgung der durch Flieger geschädigten Bevölkerung.
Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen wies der Staatssekretär darauf hin, daß es verständlich sei, wenn es manchen Botriebsführern schwer falle, sich von der liberalen Wirtschaftsform zu lösen und sich in eine g e - lenkte Wirtschaft einzufügen; aber nicht nur in Deutschland, sondern in allen Völkern Europas habe sich die Erkenntnis durchgesetzt, daß nur eine durchgreifend« Aenderung der wirtschaftlichen Struktur und eine Abkehr von der liberwlistischen Wirtschaftswuffassuug den Aufbau einer europäischen K o n t i n e n t a l w i r t- schuft ermögliche. Es gelte heute für alle Völker Europas zusammenzustöhen und den Krieg für Europa gegen den Bolschewismus gewinnen zu helfen, der Versuch Englands, Europa zu blockieren, habe das kontinentale Zusammengehörigkeitsgefühl verstärkt, mmd die zahlreichen handelspolitischen Vereinbarungen, die Deutschland während des Krieges getroffen habe, seien ein überzeugender Ausdruck für die werdende europäische Schicksalsgsmeinschaft. Die auf dem Prinzip der nationalen Ergänzung und auf der Basis der Gleichberechtigung aufgebaute eng« Zusammenarbeit werde auch künftig ein wichtiges Aufbwuelsment bilden. Bereits heute zeige sich, daß Europa unabhängig von den überseeischen Zufuhren sei. und daß die Blockade sich heute gegen E-ngland selbst wende!
See wahnsinnige „thes-Kommandeur" am Kamin
Eine Probe der NooleoeltMen Strategie , keine astronomischen Ziflern mehr , Von den wesentlichen Problemen kein Wort
DraStbcricht unserer Berliner Schriftlcitung
6r. v. scti. Berlin, 13. Oktober. „Lassen Sie sich von niemand etwas anderes erzählen!" so beschwor in der vergangenen Nacht der USA.-Präsident sein Publikum vor den Lautsprechern, als er ihm seine neueste Plauderei am Kamin vortrug und pathetisch verkündete, daß die Amerikaner und ihre Verbündeten den Krieg gewinnen würden. Das läßt ohne weiteres die Schlußfolgerung zu, daß auch Roosevelt die Existenz vieler nachdenklicher Leute in den Vereinigten Staaten nicht unbekannt geblieben ist, die bei nüchternem Abwägen aller Chancen nicht mehr recht an die Möglichkeit des Sieges glauben können.
Mit einer Arroganz und Leichtfertigkeit ohnegleichen setzt sich Roosevelt über solche Bedenken ernsthafter Rechner hinweg. Er behauptet dreist, daß die Achsenmächte das Maximum ihrer Kraft bereits erreicht und überschritten hätten, während die (astronomischen) Produk- tionszisfern der Vereinigten Staaten mit zunehmender Wirkung in Erscheinung treten würden. So blöde ist nicht einmal der 'britische Botschafter in Washington, Lord Halifax, der weiß Gott kein Kirchenlicht ist, aber doch kürzlich in einer Rede in Pittsburg seinen Zuhörern die Erkenntnis nicht verschweigen konnte, daß der Verlauf des Krieges zu einer gewaltigen Verschiebung des Kriegspotentials zugunsten der Dreierpaktmächte geführt habe, die beispielsweise jetzt über das Siebenfache der Eisenerzvorräte verfügten, die sie bei Beginn des Krieges gehabt hätten, ferner heute zwei Drittel des Weltbaurits. über drei Viertel des Zinnerzes und über neunzig Vrozent der aesamten Gummi- erzeugung der Welt in ibrer Hand hätten. Die Bedeutung der gewonnenen Ostaebiete im Hinblick auf die Verbesserung der Lebensmittelversorgung war in dieser Darstellung noib ebenso wenig berücksichtigt wie die Tatsache. daß den D-eiervaktmächien beute für die RMunas- vroduktion wesentlich mehr Menschen und Fabriken zur Verfügung stehen als den Briten, den Amerikanern
und den Sowjets zusammen. Wir vermögen mit der Zeit das uns heute an die Hand gegebene Rüstungspotential so zu steigern und aus ihm Leistungen in einer Höhe herauszuholen, die für die Gegner absolut unerreichbar bleiben muß. Das ist eine Wahrheit, die sich jeder vernünftige Mensch an den fünf Fingern errechnen kann, nur Roosevelt kommt zu einem entgegengesetzten Ergebnis. Er scheint selbst das Gefühl zu haben, daß er bei ernsthaften Menschen wenig glaubwürdig zu wirken vermag. Darum: „Lassen Sie sich von niemanden etwas anderes erzählen!"
Der in seinem maßlosen Ehrgeiz und in seiner überspannten Eitelkeit nur noch psychopathisch zu bewertende Mann im Weißen Haus wirkt geradezu jämmerlich komisch, wenn er sich immer wieder in seiner Eigenschaft als Chef-Kommandeur, als der Oberbefehlshaber in den Vereinigten Staaten, aufbläht. An einer Stelle seiner „Plauderei" wettert er selbst gegen die Schreibtischstrategen, die zwar voll prächtiger Ideen sein könnten, aber nicht im Besitz genügender Informationen wären unh die Probleme der militärischen Unternehmungen nicht kennten. Der Chef-Kommandeur am Kamin spottet seiner selbst und weiß nicht wie. Hier eine Kostprobe seiner jämmerlichen strategischen Weisheit. Seine Gegner, so erzählt er, behaupteten die Unmöglichkeit der Zweiten Front, aber gleichzeitig brächten sie in verzweifelter Eile Truppen an alle Fronten und legten Stächeldrahtver- haue von den Küsten Finnlands und Norwegens bis zu den Inseln des östlichen Mittelmeeres an. So vollkommen verwechselt dieser kranke Mann und aufgeblähte Oberbefehlshaber in einem entscheidenden militärischen Zusammenhang Ursache und Wirkung. Gerade darum halten wir die Errichtung einer wirksamen Zweiten Front durch unsere Gegner für unmöglich, weil wir unüberwindliche Verteidigungswerke und ausreichende Truppen überall zur Abwehr bereit haben, wo es die Briten und Amerikaner versuchen könnten, den Weg nach Europa zurückzufinden.
Viel interessanter wäre es der ganzen britischen und amerikanischen Oeffentlichkeit gewesen, wenn Roosevelt sich zu dem Thema geäußert hätte, das durch den SOS- Ruf Stalins, durch dessen Verlangen nach Einlösung der gegebenen Versprechen und aus der anderen Seite durch den Offenen Brief des „Life" an die britische Adresse gestellt wurde und zum beherrschenden Tagesgespräch in England und den Vereinigten Staaten geworden ist. Hierzu, wie zu der Frage nach einer „einheitlichen Weltstrategie" wußte der Chef-Kommandeur am Kamin ebensowenig wie Churchill in Edinburgh auch nur ein einziges Wort zu sagen. Was heute wesentlich und entscheidend ist, das wagen diese Ritter von der traurigen Gestalt überhaupt nicht anzurühren, oder sie streifen es, wie Roosevelt, nur mit der nichtssagenden Phrase, daß unter den „Alliierten" „völlige Uebereinstimmung" bestehe. Warum dann in allen Hauptstädten der „Alliierten" das laute Gezänk? Warum mutz dann Garvin im „Sunday Expreß" die Devise verkünden: „Vereinigte Nationen, vereinigt euch!"? Garvin stellt ferner fest, daß noch nicht einmal zwischen Washington und London ein Uebereinkommen über gemeinsame Strategie bestehe, geschweige denn zwischen den angelsächsischen Mächten und Moskau. Aber Roosevelt phantasiert von „völliger Einigkeit".
Der eigentliche Zweck der Kaminplauderei Roosevelts war es, das amerikanische Volk für seine Pläne zur Lösung der Probleme des Arbeitseinsatzes zu gewinnen. In diesem Zusammenhang kommt Roosevelt auch um einige Zugeständnisse nicht herum, die im auffälligen Gegensatz zu seinen früheren Prahlereien stehen. Er vermeidet jetzt sorgfältig jede Einzelangabe, zumal er feststellen muß, daß das von ihm angestrebte Niveau der vollen Produktion nicht erreicht werden konnte. Die Gründe dafür sind in der amerikanischen Oeffentlichkeit in aller Breite erörtert worden und leiten sich vor allem von dem Rohstoffmangel und von dem völligen organisatorischen Durcheinander in der amerikanischen (Fortsetzung auf Seite 2)