Ausgabe 
(10.10.1942) Nr. 279
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pavteianrtlrclie Tayeszettung

Das pmisbiatt des legierenden vürgermcisters der Zreien sijanseftadt lremen

üev NationrüldziaUften vremens

flmlttches verk'ündungsdiatt des leict>sstattt>llllers in Oldenburg und vremen

Nr. , 12. Jahrgang

Sonnabend. 10. Sktober 1942

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fünf sowjetische Divisionen vemichtet

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Mehrtägige erfolgreiche Nngriffskämpfe südöstlich des Ilmensees

flntwort auf die faulen britischen flussliichre

Für einen Deutschen werden drei Engländer gefesselt.

Aus dem Führerhauptquartier, 9. Okto­ber. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im Kaukasus-Gebiet kämpften sich die Angriffs­truppen vor und nahmen in erbitterten Watdkämpsen weitere Höhenziige. An der Donsront wiesen rumä­nische und italienische Truppen Vorstöße des Feindes ab. Im mittleren Frontabschnitt wurden bei er­folgreichen Stoßtruppunternehmunzen zahlreiche Bunker und Kampfstände mit ihren Besatzungen vernichtet und eine Anzahl Gefangener eingebracht. Südostwärts des Ilmensees haben Truppen des Heeres, der Waffen- ij und Luftwaffenseldeinheiten, hervorragend unterstützt durch fliegende Verbände der Luftwaffe, in mehrtägi­gen harten Angrisfskämpfen einen wichtigen Gelände- abschnitt gewonnen und hierbei sünf sowjetische Divi­sionen und zwei Schützenbrigaden zerschlagen bzw. ver­nichtet. Seit dem 27. September wurden 3288 Gefangene eingebracht, 13 Panzer, 198 Geschütze, 199 Maschinen­gewehre, 123 Granatwerfer und zahlreiche sonstige In­fanteriewaffen erbeutet oder vernichtet. Unberücksichtigt der sonstigen hohen Verluste betragen allein die gezähl­ten Toten der Sowjets mehr als das Dreifache der Ge­fangenenzahl. — Nach einem wirkungslosen Tagesstör- angriss eines britischen Flugzeuges auf saarpfälzi- sches Gebiet flogen in der vergangenen Nacht einzelne feindliche Flugzeuge in die Deutsche Bucht ein. Eines von ihnen wurde abgeschossen. Ein weiterer Bom­ber wurde bei einem Vorstoß gegen die westfran- zösische Küste zum Absturz gebracht. In den Morgen­stunden des heutigen Tages überflogen einige feindliche Flugzeuge westdeutsches Gebiet. In geringer An­zahl abgeworfene Sprengbomben verursachten keine Schäden.

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Auf die Bekanntmachung des Oberkommandos der Wehrmacht vom 7. Oktober 1912, in der Gegenmaßnah­men gegen die Fesselung deutscher Kriegsgefangener am Strande von Dieppe und auf der Insel Serco an­gekündigt waren, hat die britische Regierung nur Aus­flüchte gebraucht, sich aus die Aussagen deutscher Kriegs­gefangener berufen, die nicht gefesselt waren, und er­klärt, daß sie die Fesselung von Kriegsgefangenen, die auf dem Schlachtfeld« gemacht wurden, nicht gutheißt und nicht gutheißen wird. Aus die Tatsache, daß trotz

Major Sraf vom siitirer geehrt

Aus dem Führerhauptquartier, 9. Ok­tober. Der Führer hat dem Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader, Major Hermann Graf, die ihm als fünftem deutschen Soldaten verliehene höchste deutsche Tapserkeitsauszeichnung, das Eichenlaub mit Schwer­tern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, persönlich überreicht.

0er siihrer an wang-lhing-wei

Aus dem Führerhauptquartier, 9. Ok­tober. Der Führer hat dem Präsidenten der chinesischen Nationalregierung, Wang-Ching-Wei, zum chinesischen Nationaltag am 19. Oktober mit einem in herzlichen Worten gehaltenen Telegramm seine Glückwünsche über­mittelt.

der früheren und der jetzigen scheinheiligen Erklärung des britischen Kriegsministeriums deutsche Kriegsgefan­gene in roher Weise gefesselt wurden, ist die britische Regierung nicht eingegangen. Daher wurden am 8. Ok­tober 12 Uhr 197 britische Offiziere und 1289 britische Unteroffiziere und Mannschaften, die bei Dieppe ge­fangengenommen wurden, nach Bekanntgabe des Grun­des in Fesseln gelegt. Nicht gefesselt wurden Feldgeist­liche, Sanitätspersonal, Verwundete und Kranke. Am 8. Oktober abends hat das britische Kriegsministerium verkündet, daß ab 19. Oktober mittags die gleiche Ay- zahl deutscher Kriegsgefangener in Handschellen und Ketten gelegt wird. Wenn das geschieht, wird das Ober­kommando der Wehrmacht vom 1V. Oktober mittags an die dreifache Zahl britischer Kriegsgefangener in Fesseln legen lasten."

Zu dem Luftangriff auf nordfranzösifches und bel­gisches Küstengebiet teilt das OKW. noch ergänzend mit: Im Laufe des Freitagvormittag unternochm die britische Luftwaffe mit zahlreichen viermotorigen Kampf­flugzeugen, die 'vom einem sehr starken Aufgebot von Jägern begleitet waren, Angriffe auf nordfranzösisches und belgisches Küstengebiet. — In großer Höhe drangen die feindlichen Bomber, darunter Flugzeuge amerika­nischen Musters, unter Ausnutzung starker Bewölkung von Westen her'über die Küste vor. Schlagartig setzte die deutsche Abwehr durch Flakbatteriem der Luftwaffe und Marineflak ein und drängte die feindlichen Bomber

strich Italien wehrt sich

seiger britischer Überfall

Rom, 9. Okt. Das Hauptquartier der ital. Wehrmacht gibt bekannt: „An der Front von El Alamein geringe Kampstätigkeit. Am gestrigen Tage wurde eine Hurri­kane durch das Feuer der automatischen Waffen von Infanteristen der Division Folgore abgeschossen. Der südafrikanische Flugzeugführer wurde gefangengenom­men. Ein anderes Flugzeug wurde von Schützen des­selben Verbandes getroffen und stürzte in der Um­gegend von Himat ab. Am Nachmittag des 7. Oktober nahmen britische Flugzeuge im Tiefflug trotz der sicht­baren Erkennungszeichen Sanitätsabteilungen der Di­vision Folgore unter MG.-Feuer, was drei Tote und 12 Verletzte unter den Patienten verursachte."

In Ergänzung hierzu wird amtlich bekanntgegeben: Am 7. Oktober um 13.18 Uhr nahmen vier britische Jagdflugzeuge aus weniger als 2V Meter Höhe ohne jedes Risiko — da die Sanitätseinheiten als solche keinen Schutz durch Luftabwehr hatten — die Sanitäts­einheiten der Division Folgore mit Explosivgeschossen unter Feuer. Die zahlreichen, den Regeln des Völker­rechts entsprechenden Kennzeichen und die offene Auf­stellung dieser Abteilungen auf einer Bodenerhebung verhinderte nicht diesen verbrecherischen Akt, der drei Tote und zwölf Verletzte unter den Patienten znr Folge hatte. Man kann heute nicht mehr an ungewollte Irr­tümer glauben, wenn man diese neue traurige Episode mit anderen im Zusammenhang bringt, die sich bei dem kürzlichen englischen Angriff auf Tobruk ereigneten.

Die streng untersuchten und einwandfrei belegten Tatsachen lasten sich wie folgt zusammenfassen: Am

13. September drangen ein Offizier und sechs Flieger von einem unserer vorgeschobenen Magazine einige zehn Kilometer mit einem Lastkraftwagen in die Wüste vor, um einige Materialien wieder einzubringen. Als sie einen Motordefekt beheben wollten, wurden sie von sechs

durch zusammsngefatzt.es Fsuer von kriegswichtigen An­lagen ab. Sofort zur Abwehr gestartete deutsche Jäger durchbrachen in kühnen Angriffen die britischen Jagd- oevbände, die sich ständig in Nähe der viermotorigen Kampfflugzeuge hielten. Nach bisher beim Oberkom­mando der Wehrmacht vorliegenden Meldungen wurde in erbitterten Luftgefechten eine Anzahl viermotoriger Bomber abgeschossen, die auf das Land aufschlugen. Von diesen allein durch Jäger abgeschossenen Bombern waren einige vom Muster „Fliegende Festung". In Hinblick auf das Erotzaufgsbok der britischen Luftwaffe stehen die durch Bombenwürfe angerichteten Schäden in kleinem Verhältnis zu den feindlichen Verlusten. Da die meisten Bomben Wohngebäude in kleineren Ortschaften trafen, hatte die belgische und französische Zivilbevölkerung Tote und Verletzte zu beklagen.

In den Abendstunden des Donnerstag flogen leichte deutsche Kampfflugzeuge die westliche Lyme-Bucht an der britischen Südküste an und warfen aus wenigen Metern Höhe Bomben auf die in der Dart-MLn- dung ankernden Landungsboote. Heftiges Abwehr­feuer britischer Flakgeschütze und Maschinengewehre konnte die Tiefangriffe unserer Kampfflieger nicht ver­hindern. Nach den Bombenabwürfen drehten die Kampf­flugzeuge erneut,in Steilkurven bei und beschossen die bereits schwer getroffenen Boote mit ihren Bordwaffen. Daraufhin kehrten die Kampfflieger unbehelligt von der britischen Abwehr zu ihren Startplätzen zurück.

gegen britische NoHeit

auf tazarett in Nordafrika

englischen von Süden herkommenden Kraftfahrzeugen umzingelt. Angesichts der zahlenmäßigen Ueberlegenheit und der gegebenen Umstände — es sprangen sofort etwa 10 Australier aus den Wagen mit ihren automatischen Waffen, mit denen sie freies Schußfeld hatten, zu Boden — war jeder Widerstand unmöglich gemacht. Unter den Australiern befanden sich ein englischer Offi­zier, der die Kolonne befehligte, und ein Franzose. Nach kurzer Zeit erösfneten die Australier auf die Gefange­nen kaltblütig das Feuer auf kürzeste Entfernung, über­zeugten sich, daß ><> unsern tot oder tödlich verwundet waren und setzten ihre Fahrt nordwärts fort. Ei'y Flieger, der unverwundet geblieben und durch seine Ohnmacht für tot gehalten worden war, konnte später mit einem schwerverwundeien Kameraden einen unserer vorgeschobenen Posten erreichen And Meldung erstatten.

In einem Operationsbefehl für den Angriff auf Tobruk, der in unsere Hände fiel, heißt es hinsichtlich des beabsichtigten und nicht verwirklichten Vormarsches im Landungsgebiet: „Der zehnte Zug kommandiert eine Abteilung ab, um die Unterkunft B 1082 anzugreifen und alle dort Befindlichen zu töten." Es handelt sich also um einen Pefehl, vollkommen und unterschiedlos den Gegner niederzumachen. Dieses Verhalten, zu dem die vorangegangenen Angriffe auf Lazarettschiffe und Seenotflugzeuge hinzukommen, kann man dem Ver­halten unserer Kommandos gegenüberstellen, als sie, wie bereits bekanntgegegeben wurde, eine Hilsskolonne aus­rüsteten, um mitten aus der Wüste feindliche von ihren eigenen Abteilungen verlassene Verwundete einzuholen, oder die ihnen unterstellten Truppen in der Bucht von Tobruk noch während des Kampfes mit der Rettung zahlreicher feindlicher Schiffbrüchiger beauftragten. — Unsere mehr als berechtigte Repressalie — schließt die amtliche Ergänzung — wird nicht ausbleiben.

Kontinental-europäische Großraumwirtschaft ohne „Weltmarkt"

Bor nunmehr bald zehn Jahren begann Deutschland sich durch Steigerung der landwirtschaftlichen Eigen­erzeugung hinsichtlich der Ernährung planmäßig vom Ausland soweit als möglich unabhängig zu machen. 2n dem stark bevölkerten und deshalb zu engen Lebensraum des Reiches konnte diese Aufgabe freilich nur zum Teil, allerdings schon zu einem sehr erheblichen Teil, gelöst werden. Günstiger lagen die Verhältnisse, wenn man an eine gesamteuropäische Nahrungsautarkie dachte. Mit Hilfe zwischenstaatlicher Verträge wurde in dieser Hin­sicht denn auch bereits mancherlei erreicht. Eine wirklich genügende Selbstversorgung Kontinentaleuropas ist aber erst durch die Einbeziehung der weiten, fruchtbaren Ge­biete des Ostens möglich geworden.

Beim Brotgetreide war Europas Selbstversorgung schon vor Beginn dieses Krieges zu 98 Prozent ge­sichert, beim Futtergetreide aber erst zu 88 Prozent. Roggen, Hafer und Gerste brauchten kaum noch von llebersee eingeführt zu werden. Europas Kartoffel­erzeugung deckte den Normalbedarf reichlich. Beim Zucker steht man auf etwa 91 Prozent. Die Eigenoer- sorgung mit Rind- und Schweinefleisch kann unter normalen Vevhälmsten als vollgesichert gelten. Nehm­lich günstig liegen die Dinge bei Käse und Butter. Die sogenannte Fettlücke ist allerdings noch nicht geschlossen. Dazu soll nun der Osten entscheidend beitragen.

Die Schließung der Fettlücke kann nicht allein durch weitere Steigerung der Vutterproduttion erreicht werden. Hier werden vor allem die Sonnenblume und der Raps des Ostens mitzuhelfen haben. Die ebenfalls erstrebte Zunahme der Flerscherzeugung wird darüber hinaus auch mehr tierisches Fett liefern, so daß Europa in absehbarer Zeit auch auf dem Fettgebiet eine aus­geglichene Versorgungsbilanz haben wird.

Schlacht- und Sesechtsbereichnungen inNordasrika

Berlin, g. Oktober. Das Oberkommando des Heeres gibt jetzt weitere amtliche Schlacht- und Eefechtsbezeich- nungen bekannt, die die Kämpfe in Nordafrika vom Februar bis Juli 1912 betreffen. Diese Bezeichnungen werden auch in die Wehrpässe der beteiligten Soldaten eingetragen. Für die in Nordafrika eingesetzten Stäbe und Verbände der fechtenden Truppe sind hiernach fol­gende Schlacht- und Eefechtsbezeichnungen bestimmt worden: 1. Verteidigung des Südost-Randes der Cyre- naika vom 7. Februar bis 25. Mai 1912; 2. Schlacht um die Ain-el-Eazala-Stellung vom 26. Mai bis 19. Juni 1912; 3. Eroberung der Festung Tobruk vom 20. bis 21 < 2uni 1912,- i. Verfolgungskämpfe in der Marmarica und Westägypten vom 22. bis 30. Juni 1912: 5. Er­oberung der Festung Marsa Matruk am 29. Juni 1912; 6. Kämpfe um die Alamein-Stellung vom 30. JunH, bis

Während in England der Grad der Selbstversorgung in den letzten 60 Jahren vor Beginn dieses Krieges von 75 Prozent auf etwa 25 Prozent zurückging, sank Deutschlands Selbstversorgung von 96 Prozent im Jahre 1880 auf 67 Prozent im Jahre 1927, stieg dann aber wieder, und zwar bis auf 83 Prozent kurz vor dem Kriege. Besonders in den letzten zehn Jahren war die Steigerung der landwirtschaftlichen Erzeugung in Deutschland außerordentlich stetig. Sie erhöhte sich, in Geldwert ausgedrückt, von 8570 Millionen RM. im Jahre 1932 ^33 auf 11015 Millionen RM. im Jahre 1938/39, wobei jeweils erheblich mehr als die Hälfte auf tierische Produkte entfiel.

Der starke anormale Mehrverbrauch jetzt im Kriege brachte naturgemäß Spannungen auf verschiedenen Nah- rungsmittelgebieten mit sich, die besonders in den Städten fühlbar wurden. Fachleute der Landwirtschaft sind aber davon überzeugt, daß die Basis der europäischen Ernährungswirtschaft nunmehr breit genug ist, um eine fortschreitende größere Erzeugung und damit bessere Versorgung zu sichern. Als Aufgabe und Ziel schwebt der deutschen Ernährungswirtschast ein Eroßmartt-Kon- tinenialeuropa, eine europäische Großraumwirtschaft vor, die auf den „Weltmarkt" nicht mehr angewiesen ist. Das Europa hinsichtlich Kaffee, Tee, Kakao und einigen anderen Eenußmitteln einfuhrabhängig bleibt, ist nicht als schwerwiegend zu betrachten. tvin.

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Als Antwort aus die faulen Ausflüchte der briti­schen Regierung wurden 107 englische Offiziere, 1269 Unteroffiziere und Mannschaften in Fesseln gelegt.

Das italienische Hauptquartier kündigt den Eng­ländern Repressalien für völkerrechtswidrige Ueber- grifse an.

Die Unterhausdebatte hat die Spannung zwischen England und den indischen Parteien verschärft. Südostwärts des Ilmensees zerschlug unsere Wehr­macht 5 sowjetische Divisionen und 2 Schützen­brigaden.

Im Kaukasus nahmen unsere Truppen weitere Höhenzüge.

Gauleiter Wegener sprach vor dem erweiterten Gau- stab der NS.-Frauenschast Weser-Ems.

Deutsche Wehrmacht überall m erfolgreichem -»„griff

Vor neue schwere Schlag am Ilmensee

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung är. v. sei,. Berlin, 9. Oktober. In der verzweifel­ten Sorge um die Entwicklung des Kampfes an den ent­scheidenden Vrennpuntten der Ostfront, in Stalingrad und am Kaulasus, hat der gegnerische Nachrichtendienst in der letzten Zeit immer wieder versucht, es so darzu­stellen, als ob die Sowjets an allen übrigen Front­abschnitten die Initiative in der Hand hätten und die deutschen Truppen aus das schwerste bedrängten. Tat­sächlich ist es längst umgetehrt. Aus den Wehrmacht- ierichtem und aus den ergänzenden Mitteilungen des Oberkommandos wissen wir, daß unsere Truppen nicht nur im westlichen Kaukasus, südlich des Teret und zwi­schen Don und Wolga in schweren Angrifsskämpfen ste­hen, daß es ihnen vielmehr darüber hinaus in den letz­ten Wochen auch gelungen ist, dem Gegner im mittleren und nördlichen Abschnitt der Front schwere und zum Teil ganz furchtbare Schläge zuzufügen.

Anfang Oktober erfuhren wir von erfolgreichen An­griffshandlungen bei Rschew, wo der Gegner bei gerin­gen Verlusten auf unserer Seite über tausend Tote und erheblich über tausend Gefangene sowie zahlreiche schwere und leichte Waffen verlor. Dann kam zwei Tage später der Abschlußbericht über die Schlacht südlich des Ladoga-Sees, in der sieben sowjetische Divisionen ver­nichtet wurden. 12 370 Gefangene und über 28 000 tote Bolschewiken, dazu 211 Panzer. 307 Geschütze, 181 Gra­natwerfer und 831 Maschinengewehre als erbeutetes oder vernichtetes Kriegsmaterial waren das zahlen­mäßige Ergebnis dieses gewaltigen Vernichtungsschla- ges. Donnerstag wurde über den erfolgreichen Vorstoß unserer Sturmtruppen westlich von Kaluga berichtet, und .jetzt erfahren wir aus dem Wehrmachtbericht, daß südostwärts des Ilmensees wiederum mehrtägige hart­näckige Angriffskämpfe siegreich abgeschlossen werden konnten. Die Tatsache, daß die gezählten Toten der Sowjets das Dreifache der Eefangenenzahl von 3288 betragen, deutet die unerhörte Härte der Kämpfe an, die hier durchgeführt wurden. Aber die Bolschewiken mögen noch so sehr stur Widerstand leisten und sich schließlich einzeln in ihren Schützenlöchern totschlagen lassen, sie vermögen es nicht zu hindern, daß wir über­last im nördlichen, und mittleren Frontabschnitt, südlich

— Sei fialikar und Haare velilha dämmer

des Ladogasees, südostwärts des Ilmensees, bei Rschew und bei Kaluga unsere Angriffsoperationen erfolgreich durchführen, die Kampfkraft des Gegners entscheidend schwächen und gleichzeitig uns wesentliche taktische Vor­teile für den Verlauf der Hauptkampflinie im Hinblick auf die vorgeschrittene Jahreszeit sichern.

Allmählich scheint man auch im Feindlager dahinter­zukommen, daß es recht töricht ist, sich daran zu berau­schen, daß die Sowjets in einzelnen Teilen der Stadt Stälingrad noch verzweifelten Widerstand leisten. Da­mit vermögen die Sowjets weiß Gott den entscheiden­den strategischen Erfolg unserer Sommeroffensive nicht mehr rückgängig zu machen, der darin besteht, daß un­sere Hauptkampflinie in diesem Herbst in einem nur ganz flachen Bogen, beinahe schon gradlinig, vom La­dogasee bis zum Wolga-Knie und dann nach Süden bis zu den Oelgebieien im Kaukasus verläuft, daß wir alle wichtigen Eisenbahnlinien von Norden nach Süden in Besitz genommen haben und den Verkehr auf der Wolga bis.vor das Mündungsfeuer unserer Artillerie bringen konnten; Churchill hat einmal gesagt, daß er es im Weltkrieg nicht habe verstehen können, warum die deut­sche Heeresleitung so gewaltige Kräfte gegen Berdun geworfen habe, statt sie zu benutzen, um die ganzen Reichtümer Südrußlands zu erobern und zu organi­sieren. Heute ist es so, daß wir um Verdun längst nicht mehr zu kämpfen brauchen daß das strategische Ziel der Weltkriegskämpfe im Westen längst überholt ist, daß wir am Atlantik stehen, gleichzeitig uns die größ­ten Reichtümer Europas im Osten erschlossen haben und in einer unangreifbaren riesigen Festung stehen, gegen -die die Blockade jeden Sinn verloren hat. Lord Halifax hat dieser Tage die für die Gegner beängstigende Ver­schiebung der Rohstoffquellen und des Rüstungspoten­tials zahlenmäßig dargelegt. Auch Hoare Velisha schlug in einem Aufsatz in der argentinischen Zeitung „Razon" in die gleiche Kerbe, indem er darauf verwies, daß die besetzten Gebiets der Sowjetunion der Gesamtfläche von Deutschland, Italien, Frankreich und den Niederlanden gleichkämen, daß es sich hier um die fruchtbarsten Län­der Europas handle, daß Deutschland die Wolga und das Schwarze Meer kontrolliere und eine Eroßoffensive mit Pflug und Sense durchführen könne, während gleich­

es — Sorge um die vergeudete Zeit

zeitig die Sowjetunion nach dem Verlust wichtiger Lan­desteile zu verkümmern und jede Offensivkraft zu ver­lieren drohe. Das ist die andere Seite des deutschen Er­folges, die einen Korrespondenten der „Daily Mail" zu der Feststellung veranlaßt, man könne wohl ohne Uebertreibung sagen, daß dem Sowjejtvolke der schlimmste Winter seiner gamen Geschichte bevorstehe, nachdem bereits im vorigen Winter die älteren Leute in Massen an Hunger gestorben seien. Von dieser Kata- strophenangst leitete sich der verzweifelte Hilferuf Sta­lins ab, dem die Alliierten nicht folgen können und nicht folgen wollen.

Die englische und amerikanische Presse muß sich weiter­hin bemühen, davzutun, was die „Alliierten" bis heute Ichon zur Entlastung der Sowjets geleistet haben wollen. Die „New York T»mes" bringt es wirklich fertig, zu behaupten, daß die Sowjets nicht sagen könnten, daß sie im Pazifik kein« Hilfe fänden, wo die Amerikaner an­griffen. Bis jetzt hat man nur gesehen, daß die Ameri­kaner nach verhältnismäßig schwachem Widerstand vor dem japanischen Angriff von allen militärischen Posi­tionen, bei den Philippinen angefangen und schließlich bis über die Linie von den Alanten über Wake bis zu den Salomon-Jnseln, zurückgewichen sind. Dann so be­hauptet das NeWyvrker Blatt, bedeute es für Stalin eine riesige Hilfe, daß die Deutschen im Mittleren Osten durch die zusammengefaßten alliierten Streitkräft« auf­gehalten und durch die Bombenangriffe auf deutsche Städte geschädigt würden. Daß das alles nur jämmerliche Ausflüchte sind. dessen sind sich die Agitatoren im Feindlager im Grunde selbst bewußt. Sie sehen auch den Zeitpunkt kommen, an dem den Sowjets

der Atem ausgegangen sein wird.Die Zeit ist

nache", so steigt es der „New York Times" als düstere Ahnung auf, „daß andere das Schwergewicht der Kämpfe übernehmen müssen und wo die Hauptschlachten des Krieges an anderen Fronten ausgekämpft werden."

Es sehlt nicht an Anzeichen dafür, daß man sich im Kreml eigene Gedanken zu machen beginnt, daß man sich daran erinnert, wie Eburchill und Roosevelt sich früher gegenüber dem Bolschewismus geäußert haben und daß man sich vor allem allmählich vergegenwär- (Fortsetzung auf Seite 2)