Ausgabe 
(27.8.1941) Nr. 237
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parteiamtliche Tageszeitung

vasflmtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zreien Hansestadt Bremen

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Anzeige n - Grundpreise?

Die 1 wm hohe und 22 rnw breite Zeile im Anzeigenteil 13 Die 78 mm breite und 1 wir- hohe Zeile im Tertteil 75 ^//. Ermaß. Grundpr. (für Klein- u. Familienanz. u. a.) sowie sonstige Beding. Preisliste S Nachlaßstafsel 0. Geschäftsstellen: Bremen: Geeren 6/8, Nuf 5 41 21? Nachtruf und sonntags 51115? Obernstr. 86, Nuf 5 4121? Shke: Mühlendamm 2? Br.-Hemelingen: Bahnhofstr. 6, Ecke Postskr., Nuf 4 34 58? Br.-Degesack: Nohrstr. 24, Nuf 4 u. 8? Br.-Vlumenthal: Kpt.- Dallmann-Str. 41/43, Nuf 88 u. 89

der Nationalsozialisten Vremens

flmilicffcs verkündungsblatt des Beichsstattljalters in Oldenburg und Bremen

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Nr. 2 Z? / 11 . Jahrgang

Mittwoch, 2 ?. flugust 1941

kinzelpreis 19 Npf.

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Aus dem Führerhauptquartier, 28. August. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Schnelle Verbände der Panzerarmee von Kleist haben gestern nach schwerem Kamps den Brücken­kopf von Dnjepropetrowsk und die Stadt selbst im Sturm genommen. Der Feind hat damit seinen letzten Stützpunkt auf dem Westufer des Dnjepr unterhalb Kiew verloren. Bei ihrem Vorstoß in den Dnjeprbogen nach der Schlacht von Uman hat die Panzerarmee von Kleist nunmehr insgesamt 83 596 Gefangene eingebracht, 465 Geschütze und 199 Panzerkampfwagen und zahlloses sonstiges Kriegsmaterial erbeutet."

An der Front zwischen Jlmen- und Peipussee wurde am 24. August die Stadt Luga von deutschen Truppen genommen. In mehrtägigen Kämpfen haben die deut­schen Verbände das stark verminte und durch zahlreiche Feldstellungen verstärkte Befestigungssqstem vor Luga durchbrochen. Im Verlauf dieser Kämpfe wurden 9206 Minen weggeräumt und 112 sowjetische Bunker, die teil­weise durch Vetonwände und Panzerkuppeln besonders ausgebaut waren, außer Gefecht gesetzt. Nach bisher vorliegenden Meldungen wurden im Kamps um Luga 2366 Gefangene gemacht. 54 Panzerkampfwagen und 48 Geschütze wurden vernichtet oder erbeutet. Große Mengen sowjetischen Kriegsgerätes und leichter und schwerer Infanteriewaffen fielen in deutsche Hand.

Mit der Eroberung Lugas fiel ein weiterer wichtiger Ver­kehrsknotenpunkt in deutsche Hand. Die Hartnäckigkeit, mit der die Bolschewisten diese fast 20 060 Einwohner zählende Stadt verteidigten, erklärt sich aus ihrer wirt­schaftlichen Bedeutung. An den Ufern des Flusses Luga sind in den letzten Jahren mehrere große Sägewerke entstanden. Außerdem besitzt die Stadt Fabriken der

metallverarbeitenden und chemischen Industrie. Mit der Inbesitznahme der Stadt Luga verloren die Bolsche­

wisten auch einen bedeutenden Flugzeugstützpunkt.

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Aus dem Fiihrerhauptquartier, 26. August. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Die Operationen verlaufen an der gesamten Ostfront planmäßig und erfolgreich. An der britischen Ostkiiste wurden am gestrigen Tage militärische Anlagen bom­bardiert. In der vergangenen Nacht versenkten Kampf­flugzeuge im St.-Eeorg-Kanal aus einem Geleitzug her­aus einen Frachter von 6606 VRT. In Nordafrika glis­sen deutsche Sturzkampsflugzeuge am 24. August und in der Nacht zum 25. August den Hafen von Tobruk an. Durch Volltreffer schweren Kalibers wurden Hafenein­richtungen zerstört, ein größeres Handelsschiff beschädigt und britische Flakbatterien zum Schweigen gebracht. Britische Flugzeuge griffen in der letzten Nacht das west- und siidwestdeutsche Reichsgebiet an, ohne nennens­werte Wirkung zu erzielen. Flakartillerie schoß sieben der angreifenden Bomber ab."

Der bei dem zuletzt berichteten deutschen U-Boot- Angriff im Atlantik, dem 25 feindliche Schiffe zum Opfer fielen, versenkte Zerstörer der „Afridi"-Ktasse war mit acht IL-cm-Geschützen und vier Luftabwehr- Geschützen in Vierer-Lafetten bestückt. Außerdem hatte der Zerstörer vier Torpedorohre von 53,3-om-Kaliber in schwenkbaren Vierlings-Eruppen an Deck. Die Bauzeit dieser Zerstörerklasse fällt in die Jahre 1936 bzw. 1938. Die Besatzung des versenkten Zerstörers betrug 240 Mann. Ueber das Schicksal der Besatznngsmitglieder ist koch nichts bekannt.

Vormarsch in Nordestland

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Berlin, 26. August, An der nordestnischen Front ge­winnen die deutschen Truppen gegen die sich stellenweise erbittert verteidigenden Sowjetverbände ständig an Boden Die Sowjets versuchten ohne Erfolg, den deut­schen Vormarsch durch den Einsatz von Panzerkampf­wagen aufzuhalten. Bei diesen Kämpfen vernichteten

am 25, August deutsche Sturmgeschütz- im Abschnitt einer deutschen Division 15 sowjetische Panzerkampf­

wagen Vor Reval leisteten die Bolschewisten in Bun­kern und Feldstellungen erbitterten Widerstand. Trotz­

dem sind deutsche ^Infanterie- und Pionier-Einheiten tief in die sowjetischen Widerstandslinien eingebrochen. Von bolschewistischer Seite wurden Einheiten der sowje­tischen Kriegsmarine eingesetzt, die von See aus in den Erdkampf einzugreifen versuchten. Deutsche Heeres­artillerie schoß einen sowjetischen Kreuzer und zwei kleinere Kriegsschiffe in Brand.

Helsinki, 26.' August. Der Vormarsch der finnischen Truppen auf der Karelischen Landenge schreitet plan­mäßig und erfolgreich fort. Trotz rücksichtslosen Ein­satzes von Menschen und Material gelang es den Bolschewisten nicht, den finnischen Vormarsch aufzuhal­ten, Die finnischen Verbände machten in den letzten Ta­gen 500 Gefangen« und vernichteten 107 sowjetische Panzerkampfwagen, 198 Geschütze, 150 Granatwerfer, 500 Maschinengewehre, 10400 Gewehre, 425 Lastkraftwagen und Zugmaschinen, 2100 Pferde und große Mengen son­stigen Kriegsgerätes wurden erbeutet oder vernichtet.

In Luftkiimpfen und durch Flakartillerie wurden 43 so­wjetisch« Flugzeuge abgeschossen. Einheiten der sowjeti­schen Kriegsmarine versuchten am 25. 8. die im Finni­

schen Meerbusen gelegen« Minensperre zu durchbrechen. " .. ' ' . Hanl

Wie festgestellt wurde, liefen zwei sowjetische Handels schiffe ein Zerstörer, ein Frachtdampfer und ein Tanker auf Minen, Gewaltig« Explosionen zerrissen die Schiffe, die nach wenigen Minuten sanken. Zahlreiche Wrack- stücke, Teile der Schiffsladungen und zerstörte Rettungs­boot« wurden an Land geschwemmt.

Zusammenfassend wird amtlich mitgeteilt, daß wäh­rend der letzten Tage den sowjetischen Seestreitkrästen große Verluste zugefügt wurden. Im Finnischen Meer­busen sind ein feindlicher Zerstörer,"drei Minensucher und sechs Transportschiff«, darunter zwei Tanker ver­nichtet worden. Ein Handelsschiff und «in Minensucher wurden stark beschädigt. Ein 5000-Tonnen-Handelsschiff wurde durch Artilleriefeuer versenkt.

Veullche Luftangriffe offne pause

Lrostdrände im Naum von pekersdurg — vernichtender einsaß gegen Vchiffsziele

-Berlin, 26. August. Die deutsche Luftwaffe unter­stützte auch am 25. August die Operationen des Heeres durch vielseitige Einsätze an der gesamten Ostfront.

Mehrere Eisenbahnlinien in verschiedenen Abschnitten wurden durch zahlreiche Bombentreffer vielfach unter­brochen. Insbesondere lagen die nach Petersburg füh­renden Linien unter dem wirkungsvollen Bombenhagel der deutschen Flugzeuge. An der mittleren Ostfront wurden die Haupteisenbahnstrecken im Raum Snowsk— Konotop—Sgotw nachhaltig zerstört und mehrere Trans­portzüge zum Entgleisen gebracht. Bei Nachteinsätzen zum 26. August waren Bahnhöfe und Anlagen im Raum von Pktersburg erüeut das Ziel der deutschen Flieger. Der Feuerschein zahlreicher Eroßbrände lag stunden­lang am nächtlichen Himmel. An der finnischen Front wurden am 26. August starke Truppenansammlungen und, motorisierte Kolonnen der Sowjets von deutschen Sturzkampfoerbänden mit vernichtender Wirkung ge­troffen. Lastkraftwagen und Lager standen in hellen Flammen. Im Raum um Reval wurden Feldbefestigun­gen und ebenso verschiedene Artilleriestellungen der Bolschewisten zerstört und Munitionslager durch Volltteffer in die Luft gesprengt. Die Sowjetverbände erlitten in diesem Raum unübersehbaren Menschen- und Materialschaden. In der Nacht zum 26, August wurden kriegswichtige Ziele in Tschernigow mit Bomben belegt. Zahlreiche Sprengbomben schweren Kalibers richteten starke Zerstörungen an. Nach dem Abwurf mehrerer tau­send Brandbomben waren weite Flächen ein Flammen­meer, Auch zahlreiche Schiffsziele wurden wirkungsvoll

mit Bomben und Bordwaffen angegriffen. Zwei be­waffnete Lastkähne der Sowjets wurden trotz starker Abwehr aus dem Dnjepr versenkt und ein sowjetischer Monitor durch Treffer schwer beschädigt. 2m Seegebiet von Odessa wurde ein bolschewistischer Truppentranspor­ter von 8000 VRT. mehrfach getroffen. Die Maschinen stoppten ab, und das Schiff blieb mit Schlagseite liegen. Im Finnischen Meerbusen wurden ein Handelsschiff und westlich von Hangoe fünf sowjetische Schnellboote stark beschädigt.

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Deutsche Kampfflugzeuge griffen am 25. August einen schweren sowjetischen Kreuzer im Finnischen Meerbusen an. Der sowjetische Kreuzer wurde von vier Bomben schweren Kalibers getroffen und stark beschädigt. Nach den Einschlägen wurden nacheinander mehrere Explosio­nen beobachtet. Deutsche Flugzeuge erkannten etwa 28 Minuten nach dem Angriff mehrere kleinere Schisse, die die Besatzung des getroffenen sowjetischen Kreuzers übernahmen. Mit dem Verlust des schwerbeschädigten Schiffes mutz gerechnet werden. Der Kreuzer hat eine Wasserverdrängung von 8606 Tonnen und gehört zur Kirow-Klasse. Er wurde im Jahre 1938 erbaut und besaß eine Klugzeugschlcuder, die zum Abschuß von zwei bis drei Seeflugzeugen diente. Unter der 624 Mann starken Besatzung sind durch das Bombardement starke Verluste eingetreten.

vomben schon vor dem Ultimatum

flusrus des Schahs zum bewaffneten widerstand seyen die sowjetisch-englischen kindrinslinge

Istanbul, 26. August. Der Tehcraner Rnndsunk verbreitet eine Proklamation lies Schahs an die iranische Bevölkerung und den Befehl an die iranische Armee, dem sowjetischen und britischen Einmarsch be­waffneten Widerstand entgegenzusetzen.

Der iranische Ministerpräsident Ali Man- sur hat in einer außerordentlichen Sitzung des irani­schen Parlaments folgende Ansprach« an die Vertreter des iranischen Volkes gerichtet: „Sie wissen alle, daß

zu Beginn des jetzigen Krieges die iranische Regierung in Uebereinstimmung mit den Wünschen des Schah die strengste Neutralität des Landes erklärt hatte. Diese Politik wurde im vollen Sinne des Wortes und nach

unserem besten Vermögen durchgeführt. Wir verfolg- liti" '

ten die Politik freundschaftlicher und herzlicher Be­ziehungen mit allen Ländern, die mit dem Iran in Be­rührung kommen, vor allem mit unseren Nachbarn. Trotzdem stellte die britische Regierung im Einverständ­nis mit der sowjetischen Regierung ein Ultimatum, worin sie den Iran aufforderte, die Mehrzahl der im Lande ansässigen Deutschen auszuweisen. Die iranische Regierung versicherte diesen Regierungen, daß der Iran

über jede Bewegung der gesamten Ausländer im Lande wache und daß keine Gefahr aus der geringen Anzahl von Deutschen entstehen könnte. Mit der Absicht, Eng­land und die Sowjetunion zu beschwichtigen, unternahm

die iranische Regierung sogar geeignete Schritte, die

Zahl der Deutschen im Lände zu beschränken und tat ihr möglichstes, um die britische und sowjetische Regie­rung zufriedenzustellen.

Es ist höchst bedauerlich, daß trotz aller Bemühungen der iranischen Regierung, den Frieden zu erhalten, die Vertreter Englands und der Sowjetunion, statt die An­gelegenheit a»f friedlichem Wege zu erörtern, am Mon­tag um 4 Uhr mein Haus mit dem drohenden Ultima­tum betraten. Nach mir zuaiinglich gewordenen Mel­dungen hatte« aber schon die britischen und sowjeti­schen Kräfte die Grenze bereits überschritten, ehe die diplomatischen Vertreter mein Haus betraten. Die bri­tischen Streitkräste haben Schisse in iranischen Häfen an­gegriffen, und die britischen Flugzeuge haben bereits einige iranische Städte mit Bomben und Granaten be­legt. Die iranische» Behörden haben alle notwendigen Schritte eingeleitet, um der Lage zu begegnen."

(Siehe auch Seit« Z>

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Das «zukünftige" USfl.-lmperium auf der Karte

Nooseoell will ganze koniinente überstfflucken — Milliardentaumel für Nüstungszwecke

r. ä. B e r l i n, 26. August. (BZ.-Eigenbericht.) Roost- vclts alljiidisch-freimaurerischer Größenwahn hat in allen ihm und seiner Clique nahestehenden Krei,en Schule qcmacht. Aufmerksame Beobachter konnten in letzter Zeit bereits feststellen, daß das USA.-Volk durch eine entsprechende, vom Weißen Haus einsiltrierte Pro­paganda auf die „zukünftige" imperialistische Weltstel- lunq der Vereinigten Staaten vorbereitet wird. Ein Mitglied der zu diesem Zweck gegründeten Rockeseller- Ecsellschaft der Nordamerikaner Basil Bremer, übergab erstmalig die Weltbeherrschungspläne seines Präsidenten der Oesfentlichkeit.

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Der Inhalt dieser Veröffentlichung erregte besonders in Südamerika stärkstes Aufsehen. Die peruanische Wochenschrift „Estampa", die als eine der aufmerksam- sten Beobachter der USA.-Politik gilt. b-Mte sich diesem Zusammenhang sehr eingehend mit dem Imperia­lismus des USA.-Diktators. Unter der Ueberschrift „Amerikanisches Imperium" oeronentlicht die Zeit­schrift eine Weltkarte, die zum Leidwesen der iudameii- kanischen Roosevelt-Agentcn schlaglichtartig klarmacht, daß die Hintergründe der USA.-Politik auch von den SUdamcrikanern erkannt werden. Die Weltkarte der .Estampa" . gründet sich' ausschließlich auf ernst zu nehmende Aeußerungen von USA^-Politikern, die als

Sprachrohr Roosevelts die Weltbeherrschungspläne des USA.-Präsidenten offenbaren. Sie beweist, daß das von Roosevelt- angestrebte USA.-Weltreich sich durchaus nicht auf die beiden amerikanischen Kontinente be- bejchränkt. Auch England, Irland, Australien sowie große Teile Afrikas und Asiens sind darin einbezogen. Ein dieser Weltkarte beigefügter Artikel zitiert einen offenbar vom Weißen Haus beigefügten Aufsatz der USA.-Zeitschrift „Fortune". Danach sei es die erste Aufgabe der USA., sich in das gesamte Leben aller Länder einzuschalten, die künftig dem USA.-Jmperium angegliedert werden sollen. Zweitens sollen hiernach alle Mächte. England einschließlich vom Weltwirtschafts­markt verdrängt werden. Drittens müßten die USA.- Jnteresseck überall auch gegen den Willen der in Frage kommenden Länder gewahrt werden^ Viertens sei jeder Widerstand der sich künftig der USA.-Politik entgegensetze notfalls mit Gewalt zu brechen (!).

Der Größenwahn Roosevelts — jenes Roosevelts, der sich bisher als der fromme Beschützer aller Völker aus­spielte — kennt bald keine Grenzen mehr. Ganz Ame­rika, England, Irland, Australien und weite Gebiete Afrikas und Asiens sollen also ein zukünftiges USA.- Jmperium Rooscvcltschcr Prägung werden. Die Welt kann für diesen maßlosen Imperialismus des USA.-

Diktators nur eine Begründung finden: sie steht im Talmud, der politische» Bibel des Weltjudentums und der Freimaurerei.

üv. Stockholm, 26. August. (VZ.-Eigenbeiicht.) Der Rat- gebende Ausschuß für das Leih- und Mietgesetz der USA. hat die von Roosevelt erwogene Kreditgewährung für die Kriegsmateriallieferungen an die Sowjetunion abge­lehnt. Journalisten gegenüber äußerte ein Mitglied die­ses Ausschusses, die Sowjetunion habe Mittel genug, so- wohl augenblicklich wie in absehbarer Zeit ihre bestellten Waren zu finanzieren. In der gleichen Konferenz disku­tierte Roosevelt mit seinen Ratgebern einen neuen Vor­anschlag in Höhe von 5 bis 6 Milliarden Dollar, den er auf Grund des Leih- und Mietgesetzes dem Kongreß vor­legen will.

Roosevelt hat eine Zusatzvorlage für neue Mehraus­gaben ,m Betrage von über 7V- Milliarden Dollar unterzeichne!, davon 3-/- Milliarden für die Ausrüstn,/-, eines motorisierten Landheeres von 3 Millionen Mann 1U- Milliarden für Flottenstützpunkte und 2.6 Milliar­den ,ur neue Kriegs- und Handelsschiffe, darunter 514 Frachtdampfcr. Gleichzeitig erfährt man, daß am Mon­tag in Elwood im Staate Illinois die größte Bombcn- labrik der Welt in Betrieb genommen wurde dcrcu Bau 30 Millionen Dollar gekostet hat.

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Ein gewagtes Abenteuer

Bereits nach 24 Stunden, die seit dem britisch-sowjeti« scheu Ueberfall auf den Iran vergangen sind, zeigt sich, daß England ein sehr gewagtes Spiel spielt, oessen Ein­satz weniger auf dem militärischen Schlachtfelde fraglich ist, dafür aber äußerst unangenehme Rückwirkungen auf

diplomatischem Gebiet haben kann, die. jeden späteren Versuch der Engländer, noch einmal ihr Prestige in der

esamten arabischen Welt retten zu können, von vorn­herein aussichtslos erscheinen läßt. London selbst läßt durch seine fast stündlich startenden Propagandaaktionen erkennen, daß es sich des Ernstes dieser diplomatischen Schlacht vollauf bewußt ist. Kundgebungen aus allen Teilen des Mittleren und Vorderen Orients sind für England Alarmzeichen, die es nicht übersehen kann.

Die militärische Seit« des Einmarsches wird durch Sie Tatsache gekennzeichnet, daß der Iran lediglich über etwa 20 gut ausgerüstete Divisionen verfügt, die bis zu einem gewissen Grade mit Panzern und Panzer­autos ausgestattet sind. deren Zahl jedoch nicht sonder­lich groß ist. Als gut ausgebildet gelten die iranische Artillerie und die Eebirgskavallerie. 300 Flugzeuge, eine kleine Zahl von Kriegslisten sind vorhanden. Demge­genüber steht der vereinigte sowjetiich-englische Ein­marsch, so daß England auch dann, wenn es mit sei­nem bolschewistischen Verbündeten die militärischen Ziele erreicht, keinerlei Lorbeeren ernten kann. Das iranisch« Volk ist nach den letzten Meldungen zweifellos nicht

knglanö wenöer leine gemeinste Waffe an

Stockholm, 28. August. Nach einer Reutermcl- dung untersagt eine Verordnung des Londoner Handels­ministeriums vom 25. August jede Warenausfuhr nach dem Iran, ausgenommen in dem Fall, daß besondere Genehmigung erteilt wird. — Mit anderen Worten: England wendet wieder einmal gegen ein iibersallcnes, unterlegenes Land seine gemeinste Waffe, die Wirt­schaftsblockade an. Die Welt erfährt damit erneut, was sie von den britischen Humanitätsbeteuerungen zu hal­ten hat.

gewillt seine Ehre kampflos zu opfern. Mag die bri- tische Luftwaffe auch gleich am ersten Tags durch große Bombardements den Versuch unternehmen, die Bevöl­kerung einzuschüchtern und den Widerstand zu lähmen. Daß die Engländer rücksichtslos bereits Teheran bom­bardierten und ein Blutbad unter der Zivilbevölkerung anrichteten, zeigt nur, wie es mit dem Argument vom „Schutz Irans" bestellt ist. Ein Argument, das übrigens von der englischen Presse selbst nicht mehr aufrecht er- Man sah sich gezwungen, unter dem Drucke des Weltechos zumindest einige kleine. Eingeständnisse

des wahren Sachverhaltes mit Bezug auf die von Eng­land begehrten iranischen Oelfelder zu geben.

Wenn ein Engländer etwas eingesteht, io fühlt er sich verpflichtet, gleich darauf doppelt zu lügen. Dies besorgt nun England auf dem zweiten Kampfsektor, auf diplo­matischem Gebiet, reichlich. Wunderschön nimmt sich z. B. eine Botschaft aus, die London an Jbn Sand richtete, in der es seine großen Sympathien für die arabische und islamitische Welt bezeugt und beteuert, daß es nicht daran denke, sich irgendwie in die innerpoliitschen Verhältnisse des Iran einzumischen. Dieselbe Versicherung hörten wir bereits beim englischen Angriff auf Syrien, den Irak, ja in der ganzen Geschichte des britischen Empires über­all dort. wo die britischen Räuber Fuß faßten. In Kairo können die Briten die Demonstrationszüge der Bevöl­kerung kaum mehr bannen. Auch in Palästina wütet der englische Polizeiknüppel, um die Wut der Masten über die neueste britisch« Herausforderung niederzuhalten. London merkt, daß der Ueberfall auf den Iran sehr viel Oel in das ohnehin schon stark am Empire zehrende Feuer in diesem Machtbereich gegossen hat. Es versucht nun mit allen Registern seiner Heuchelei zu verhindern, daß dieser infame Eewaltstreich als das empfunden und geweitet wird. was er ist: eine neuerliche unerhörte Herausforderung der arabischen Welt. Das dem so ist, empfindet man sogar in der Türkei, wo vielfach sehr heftig gegen die verbündeten Räuber Stellung genom­men wird. Bemerkenswert ist auch die Haltung'Afghani. stans, das seine Sympathien für den Kampf im Iran offen erklärt. Die Erregung bekommt ihre besondere Note diesmal durch den Umstand, daß sich England gerade des Todfeindes jeder Religion und somit auch des Islams bedient, um seinen Knüppel zu lchwingen.

Es ist also. ganz unabhängig vom militärischen Erfol dieser Räuberexpedition, ein sehr bedenkliches Spiel da England hier auflegt. Wenn England und die Sowjei Union sich dennoch in dieses Abenteuer gestürzt Haber dann lediglich deshalb, weil sowohl auf der Insel wi in der Sowjetunion die militärische Lage bereits fü so katastrophal betrachtet wird. daß man glaubt, zu sede Berzweiflungsaktion „berechtigt" zu sein.

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Schnelle Verbände der Panzerarmee v. Kleist na! men den Brückenkopf von Dnjepropetrowsk.

An der Front zwischen Jlmen- und Peipus-Sec e oberten unsere Truppen die Stadt Luga.

Die deutsche Lustwaffe zerschlug wichtige Verbi, düngen der Sowjets im Raum von Petersburg.

Stukas zerstörten Hafeneinrichtungcn in Tobruk.

Dem Ueberfall auf Iran folgte der London- Blockadcbeichluß gegen das vergewaltigte Land a, dem Fuße.

Englische Flugzeuge bombardierten iranische Stadt

Die südamerikanische Presse veröffentlicht eine au sehenerregende Weltaufteilungskarte Roosevelts.

Fallerslebcn stand im Zeichen der Jahrhundcrtsei- des Deutschlandliedes.

Die Atlas Levante-Linie wird den 1946 erzielt Reingewinn vortragen.

Der Führer verlieh Eehcimrat Tacke-Vrcmen a, Anlaß seines 86. Geburtstages die Goethc-Medail