Ausgabe 
(2.2.1941) Nr. 33
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Vremer Zeitung

parteiamtliche Tageszeitung

Dos flmtsblott des legierenden Bürgermeisters der Lreien Hansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Bremens

flmlliches verkündungsblalt des Neichsstattstaltecs in Oldenburg und Bremen

Nr. ZZ / 11. Jahrgang

Sonntag, 2. Februar 1S41

kinzeipreis 13 Nps.

t/oik l^aeie

Lritiseks dlinrstsr orksnnsn äsn Lrnst äsr L.ays / OkurvkMs vordrsoksrrsvks IHnsionspolitik übsrsvkläyt s»ok

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Lv. Stockholm, 1. Februar.

Angesichts der nüchternen Tatsachen, wie sie vom Führer i» seiner großen Sportpalast-Rede aufgezeigt wurden, bleibt den Engländer» nichts anderes übrig, als ihnen in der eine» oder anderen Form Rechnung zu tragen. Höchst aufschlußreich ist, daß jetzt an die Stelle der zahllosen Gerüchte und Kombinationen amtliche Hin­weise auf den Ernst der Lage getreten sind. Typisch ist eine Rede, die der englische Marineminister Alexander am Freitag in Presto« hielt. Er erklärte, die Zukunft werde schwere Aufgaben und härtere Prüfungen mit sich bringen als alle, die England bisher durchgemacht habe. Unausweichlich nahe der Tag, wo die größte Militär­macht, die die Welt je gesehen habe, gegen England eingesetzt werden solle. Alexander sagte:Wir müssen einsam diesem Angriff begegnen und ihn überwinden oder untergehen. 2m übrigenmachte" der Marine­minister erneut insozialen Zukunstsversprechungcn".

Einsam? Wie steht es denn aus einmal mit der Verheißung der amerikanischen Hilfe? Unmittelbar vor der Gefahr spürt offenbar ein Teil der englischen Machthaber recht gut, daß diese Verheißungen nichts mehr nützen. Auf einmal wird ein­gestanden, daß England einsam dasteht. Churchill aller­dings sucht seine Lieblingsillusion zur Blendung der eng­lischen Oesscntlichkeit noch ausrechbzuerhaltcn. Bei einer An­sprache in Southampton am Freitag, wohin er den Roose- velt-Abgesandten Hopkins mitgenommen hatte, prahlte er mit Rooseveit, demgroßen" Freund von Freiheit und Demokratie". Und er zeigte den armen Hopkins als Symbol der amerikani­schen Hilfe herum.

Wo aber ist die amerikanische Hilfe, wenn Englands schwerst« Stunde herannaht. Nach Erklärungen Roosevelts scheint selbst das von England angestrebte neue Zerstörer- sLchacher-)Geschäft nicht zustande zu kommen. Die Nachricht v°m Austausch des neuen SchlachtschiffesGeorg V." gegen Äl amerikanische Zerstörer wird jedenfalls aus einmal von amerikanischer wie von englischer Seite dementiert. Zweifellos hat die TctroiteiFree Preß", in der die Nachricht von den Äustauschverhandlnngen erschien, aus guter Quelle geschöpft. Vielleicht finden aber die Amerikaner den Preis von 20 Zer­störern für dasgrößte und modernste Kriegsschiff des eng­lischen Empires" in Anbetracht der neuesten Phase des Krie­ges bereits zu hoch. Vermutlich sagen sie sich, daß sie den Ausverkauf noch billiger haben können,

Lord Halifax und der amerikanische Marineminister Knor liehen ziemlich übereinstimmend am Freitagabend Jnvasions- warnungen los, die davon zeugen, daß in maßgebenden Washingtoner Kreisen das Schlimmste jederzeit für möglich erachtet wird, Halifax erklärte, ein solcher Angriff könne in jedem Augenblick losbrechen. Knox richtete die Aufmerksamkeit des auswärtigen Senatsausschusfes, vor dem er sprach, auf die Angrisie der deutschen Luftwaffe gegen englisch« In­dustriezentren. Offenbar beurteilte er die Wirkungen dieser Angriffe im Luftkrieg ähnlich wie die im deutschen Seekrieg, Knox erklärte nämlich ausdrücklich, daß England noch keine Geleitzugmethoden gefunden habe, die wirklich befriedigend seien zur Bekämpfung der deutschen N-Boottätigkeit,

Der Amerikaner Willkie erklärte nach einem sechsstündigen Besuch in Dover, der allerdings größtenteils im Schutzramn verbracht werden mußte, weil deutsche Flugzeuge unterwegs waren, er feisehr beeindruckt von den minutiösen Vor­sichtsmaßnahmen" gegen einen deutschen Angriff. Die Teut­schen würden vor einer schweren Aufgabe stelzen. Es bestätigt sich aber, daß Willkis es vorzieht, früher als es sein Neise- Progromm vorsah, nach Amerika zurückzukehren,

Achnlich wie der englische Marincnlinisicr Alexander, hat sich am Sonnabend auch der englische Blockadcministcr Dal- ton Vernehmen lassen, wiederum ein Mann vom Fach. der Wohl Ober die Frage der Sceherrschaft, der Blockade und der englischen Versorgung Einige Informationen besitzen dürfte. Talton kündigte an, daß England binnen kurzem vor einer großen kritischen Prüsung stehen werde. Härtere Risiken als je würden für jeden in diesem Land heraufziehen. Achnlich wie Alexander suchte Talton im Anschluß an diesen Kassandra­ruf die äußerste Widerstandskraft des ganzen Landes zu ver­zweifelten Anstrengungen anzuspornen.Wenn wir diesen Krieg nicht gewinnen," so erklärte er,gibt es keine Hoff­nung sllr uns in der Zukunft, dann gibt es als einzige Alternative nur noch die Neuordnung unter Adols Hitler", Sie er in den düstersten Farben zu malen versuchte.

Um die Massen bei der Stange zu halten, griff auch Talton zu dem jetzt bei den Plntokratcn beliebt gewordenen Trick der sozialen Versprechungen.

DieTime" s" unternimmt den Versuch, den inneren Schwierigkeiten Englands durch einen außenpolitisch abge­stellten Leitartikel entgegenzuwirken, der zum Trost für Englands großen Krieg verkündete, man habe ja jetzt den erstrebten Weltkrieg so einigermaßen im Gange. Es wird

zum Beweis auf das Echo der europäischen Streitigkeiten in den Vereinigten Staaten und Fernost verwiesen. Ueberall seien Möglichkeiten zur Ausweitung des Krieges. England kämpfe schon jetzt an Fronten bis zum Aequator. Ueberall stehe das Empire gegenüber der neuen großen Festlands­macht. England nütze nicht nur die eigene Luftwaffe zur Verteidigung, sondern habe jetzt auch dasArsenal der Demokratie", Amerika, für sich. Nach diesen etwas sehr theo­retischen Betrachtungen wendet sich das Blatt dem konkreteren Thema der deutschen Stukas im Mittelmeer zu, gegen die England angeblich Gegenmittel habe (welche?). Vor allem glaubt dieTimes" trotz Knox und Alexander und Dalton (!) weiter auf die englische Seemacht vertrauen zu können. Den Gipset erreicht die Beruhigungspredigt der Times", indem sie von der englischen Krise abzulenken ver­sucht mit der Verheißung, der Prozeß des Loshämmerns aus jeden Riß in der feindlichen Front werde nicht nachlassen. Der Reinsall mit den Lügen über Mailand und Lvrin hat die Engländer also anscheinend nicht über ihre Dummheit belehrt.

780. Bremen, 2. Februar 1841, BichtS Wie nicht anders denkbar, steht die Welt Tinriin-Iornl auch heute noch unter dem unmittelbaren oazugeiernr der jüngsten.Führerrede als der

erneuten gewaltigen Kundgebung deutschen Selbstbe- hauptungswillens, deutscher Kampfentschlossenheit und deutscher Siegeszuversicht. Der beispiellose Freimut, womit der Führer zum achten Jahrestage, national­sozialistischer Machtergreifung noch einmal erschöpsend alle Ursachen behandelte, die zur gegenwärtigen euro­päischen Lage und darüber binaus zu der heutigen poli­tischen Weltkonstellation geführt haben, ist wahrlich aber auch eingehender Beachtung wert. Zu bedauern bleibt lediglich, daß diejenigen, denen des Führers von Tem­perament, blutvoller Ironie und scharfen Sarkasmen sprühende Abrechnung galt, sich verhärteten Herzens und vertrockneten Hirnes nach wie vor der Sprache der

Lagesangriffe auf London und Vstengland

Volttreffer auf Sroßöllager von Soutl,omp«on

B e r l i n, 1. Februar

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Am gestrigen Tage griffen Kampsverbände eine grö­ßere Anzahl kriegswichtiger Ziele in London und Ostengland an. Hierbei erhielt unter anderem das Erotz- öllager von Southampton Volltreffer mit nachfol­gender Brandwirlung. Ein feindliches Handelsschiff wurde an der britischen Ostküstc stark beschädigt. Fern­kampfflugzeuge versenkten im Seegebiet westlich Irland zwei Handelsschiffe von zusammen 19188 BRT. Ein weiterer britischer Hafen wurde planmäßig vermint. Der Feind flog weder in das Reichsgebiet noch in die besetzten Gebiete ein."

H

Auch in der Nacht zum Sonnabend waren wiederum deut­sche Luststreitkräste über, England tätig. Das Londoner Lust- fahrtministcrium verzögerte seinen amtlichen Bericht über diese Vorgänge, aber englische Agenturmeldungen verzeichnen feindliche Einslüg« und Operationen über verschiedenen Tei­len des Landes. Dae Tagesangrifse auf London am Freitag waren nach den Feststellungen schwedischer Beobachter in der englischen Hauptstadt von sehr großer Heftigkeit und vermut­lich entsprechend starker Schadcnswirkungen, wobei besonders ins Gewicht fällt, daß die Engländer in keiner Weise zu ent­sprechenden Gegenmaßnahmen in der Lage waren. Die Schuld wird auf das Wetter zurückgeführt, das überhaupt zu allem herhalten muß. Bisher waren die Engländer immer «isrig darum bemüht, die deutschen Nachtangriffe dadurch zu er­klären. daß Tagesaktionen sich für die Deutschen anscheinend als zu schwierig erwiesen hätten. Jetzt kommen die deutschen Flugzeug« wieder, wie so oft, am hellen Tage, nicht nur ein­mal, sondern mehrfach hintereinander, und die Londoner Presse entdeckt nunmehr, daß die Nachtoperationen zu schwie­rig geworden seien, iveil das Wetter über dem Festland Nacht­slüge unmöglich gemacht habe. Die englischen Darstellungen suchen in dieser Schwierigkeit ein Kompromiß, indem sie sich

.Neutrale" blulon für kngland

Ueber 1,5 Millionen T». gesunken

siv. Stockholm, 1. Februar Nach einer amtlichen schwedischen Statistik über die Verluste der neutralen Handelsflotte im Seekrieg wurden im Januar 18neutrale" Schisse und im Dezember 28 versenkt mit zusam­men 221 000 To. Die englischen Versenkungsstatistiken haben, wie sich aus einem Vergleich ergibt, den größten Teil dieser für England sehr wichtigen Verluste nicht aufgeführt, handelt es sich doch zum größten Teil um Schisse, die direkt vor Eng­lands Küsten von ihrem Schicksal ereilt wurden. Die schwe­dische Statistik beziffert die Eesamidcrluste des England zur Verfügung gestellten Handclsschisfsraumcs seit Kricgsbeginn aus ungefähr 1530 000 To. Schweden hat 84 Schisse mit zu­sammen 205 000 To. verloren, wobei den schwedischen Angaben zufolge 558 Personen ums Leben kamen.

1V100 vm. durch sernkampiflugzeuse versenk»

zu der Behauptung retten, die deutschen Operationen hätten nun auch bei Tage dieNachttaktik" angewendet: Die deut­schen Angreifer seien nämlich bei dem Hauptstoß nicht in Ver­bänden, sondern einzeln hereingekommen.

Der Londoner Vertreter derDagens Nyheter" meldet, daß die deutschen Flugzeuge eins nach dem andern in kurzen Zwi- schenräumen und von allen möglichen Seiten über London hereingekommen seien. Die meisten Bomben seien am Freitag während des dritten Alarms abgeworfen worden. Der Lon­doner Vertreter derStockholms Tidningen" meldet, daß die deutschen Flugzeuge unter dem Schutz dichter Wolken ihre Nachtmethoden hätten zur Anwendung bringen können: Eins nach dem andern unmittelbar aufeinander folgend, seien sie über die Stadt geflogen, Brand- und schwere Sprengbomben seien über vielen Stadtvierteln abgeworfen worden, besonders in den südöstlichen Teilen seien Bomben mitten in Stadtteile init lebhaftem Verkehr hineingeschlagen. Flak und Jäger hät­ten versucht, den Kamps aufzunehmen, über Südengland habe eine dichte Wolkendecke gehangen.

Nach einer Meldung der United Preß-Agentur aus Cantcr- bury wurde in den letzten drei Tagen ein 15 bis 20 Kilometer breiter Streifen der englischen Küste von deutschen Fern­geschütze» beschossen. Eine Anzahl von Granaten ist in ver­schiedenen Teilen von Kent explodiert. Es heißt, daß bisher nur geringer Schaden" und keine Verluste an Menschenleben zu beklagen seien. Im Tistriktsrat wurde am Donnerstag die Frage erörtert, ob beim Einsetzen der Beschießung nicht War­nung gegeben werden soll, wie das in Dover der Fall sei. Am stärksten ist die Beschießung des Nachjs, wo etwa alle 15 Minuten eine Granate herübergeschickt wird.

Der englische Innenminister Morrison, der am Sonnabend Namsgate besuchte und hier die Tunnelschutzräume be­sichtigte, die für die Arbeiterschaft der wichtigen Wersten und Jnduftriewerke angelegt worden sind, bescheinigte bei dieser Gelegenheit der Bevölkerung dieser bisher in englischen Lust- kriegsberichten selten genannten Stadt, daß sie besonders schlimme Zeiten durch Lustbombardcmcnts auszuhalten ge­habt habe.

SlanMck britischer flusboulermechoben

Genf, 1, Februar

Die gefangenen britischen Matrosen, die durch den nieder­trächtigen und vom deutschen Volk niemals vergessenen völker­rechtswidrigen Ueberfall auf dieAltmark" durch den in­zwischen von den heldenhaften Männern unter Kapitän Baute versenkten ZerstörerCossack" nach England geschasst worden waren, haben jetzt eine Probe der Ausbeutermethoden eines Plutokraten-England erhalten. Die Seeleute haben sämtlich, wie derDaily Herold" berichtet, vyn zuständiger amtlicher Stelle die. brüske Aufforderung erhalten, die während ihrer Gefangennahme angelaufenen Prämien für ihre Unfallver­sicherung aus Heller und Pfennig nachzuzahlen. Man hat ihnen rundweg erklärt, wenn sie nicht sofort die Gesamtsumme erlegen, würden ihre eventuellen Penfionsansprüche gegen den Staat oder Ersatzansprüche wegen irgendwelcher gesundheitlicher Schäden gekürzt werden.

Irciuerfeier in der Neichskanzlei

2er Staatsakl für Nelchsjustiiminisler 2r. öürlner in flnwesentieit des Führers

Berlin, 1. Februar.

In Anwesenheit des Führers fand Sonnabend mittag im Mosaiisaal der Reichskanzlei der Stastsakt anläßlich des Staatsbegräbnisses des Neichsjustizministcrs Dr. h. c. Franz EUrtncr statt. Es ist. das erste Mal, daß in der Reichskanzlei der Führer und seine Mitarbeiter Abschied nehmen von einem Mann. der jahrelang in ihrer Mitte gestanden hat. So ist der feierliche Staats»« im Mosaiisaal eine besondere Ehrung des Verstorbenen.

Die wundervolle Wirkung des Raumes mit seinen ge­dämpften Farbtöncn in Braun, Gold und Grau erhielt ihre besondere Note durch die Blumenausschmückung, die sich mit den am Sarge niedergelegten Kränzen zu einem Blütcnmeer in Weiß Rosa und Grün vereinigten. Eine goldumrandete Sakenkreuzsahne zierte die Stirnwand des Saales Acht höhere Beamte der Justizverwaltung in Uniform hielten die Ehren­wache am Sarg, Aus acht trauerslorgeschmückten Podesten brannten Kerzen. An den Längswänden des Saales hatten die Träger der Fochschastssahnen der Justizverwaltung Aus­stellung genommen. Zu beiden Seiten des Mittelspaliers von uniformierten Justizbeamten versammelten sich als Gäste der Trauerseier hervorragende Vertreter aus Staat, Partei und

Wehrmacht, an ihrer Spitze der Stellvertreter des Führers, Reichsmiuistcr Pudols Hetz, die Neichsminister Dr. Flick, von Nibbcntrop, Dr, Goebbels, Darre, Seldte, Graf Schwerin von Krosigk, Kerrl, der auch den preußischen Ministerpräsidenten vertrat und Reichs- protcktor Freiherr von Neu rath. Als Vertreter des Neichsmarschalls des Eroßdeutschen Reiches und Oberbefehls­habers der Luftwaffe Göring war Generaloberst Weiß er­schienen. Von der Hohen Generalität und Admiralität waren Generalseldmarschall von Brauchitsch, Großadmiral Dr. h. c. Naeder und Generalseldmarschall Keilet anwesend. Ferner nahmen an dem Staatsakt die Rcichsleiter Dr, Leh, Dr. Dietrich, Rosenberg, Ritter von Epp, Hühn - lein, sowie zahlreiche Staatssekretäre und Gauleiter teil. Die Mächte des Treierpaktes waren durch ihre Diplomaten vertreten.

Die große Anteilnahme des deutschen Rechtslebens an dem Tode des Reichsjustizministers kam besonders darin zum Ausdruck, daß der zur Zeit erkrankte Generalgouverneur Rcichsminister Dr, Frank zum Staatsbegräbnis eine Abord­nung entsandte, die. von seinem Staatssekretär Dr. Bühler geführt, aus maßgeblichen Vertretern des Reichsrechlsamtss

der NSDAP,, des nationalsozialistischen Rechtswahrsrbundes, der Akademie iür Deutsches Recht und der Abteilung Justiz in der Regierung des Gcnsralgouverneurs bestand.

Nachdem die Angehörigen des verstorbenen Reichsministers ihre Plätze eingenommen hatten, betrat der Führer den Saal. Er schritt durch das Spalier der uniformierten Justiz- beamten zu seinem Platz und begrüßte die nächsten Hinter­bliebenen. Sodann erfüllten die weihevollen Klänge des Parsisal-Vvrspiels von Richard Wagner, vorgetragen" von der Staatskapelle Berlin unter Leitung von Prolessor Heger, den Raum,

Reichsminister Dr. Frick hielt die Gedenkrede. Es sei ein tragisches Geschick, so führte er aus, daß mitten in einem so schlveren, so wcitgrcisenden, so siegheischenden Rechtskampi Dr. Gärtner von uns gehen mußte. Sein Name sei iür alle Zeiten mit dem Ausbau des Großdeutschen Reiches verknüpft. Dr. Gärtner sei durchdrungen gelvesen von dem Bewußtsein daß der Wert und der Unwert aller Kulturen der Mensch­heit vornehmlich nach dem Recht beurteilt werde, das sie sich schüfen. Aus dieser Erkenntnis, heraus sei sein Kampf sür ein" arteigenes deutsches Recht erwachsen. Die Schaffung einer ein- (Fortsetzung aus Seite-P

Wahrheit verschließen und weiter denn je davon ent­fernt sind, diese Ausführungen, soweit sie sich auf das Gestern und Heute beziehen, zu beherzigen, oder sie als Warnung gelten zu lassen, soweit sie sich auf das unausweichbar Kommende erstreckten.Am Ende steht unser Sie g!", sagte der Führer. Wenn man in England dagegen nichts anderes zu setzen weiß, als das von wütenden Haßausbrüchen immer wieder unter­brochene Geschrei, aus des Führers Rede spreche innere Unsicherheit und sie enthalte nichts Neues, so kann man dabei nur nachsichtig lächeln und darauf hinweisen, daß, auch jetzt die Plutokraten an der Themse nicht imstande sind, etwas dazuzulernen zu ihrem Nachteil. Daß die Gegner des Führers in der Kampfzeit vom An­beginn seines Auftretens an in Deutschland ihm nie geglaubt haben, ist ihnen zum Verhängnis geworden; daß nach der Machtübernahme des Führers außen­politische Gegner ihm ebenfalls niemals Glauben schen­ken wollten, bleibt deren Unglück und erklärt im wesentlichen, daß dieser Krieg an Deutschland über­haupt erklärt worden ist. Wie sagte doch der Führer: Gehirnerweichung ist in den Demokratien ausge- brochen". Wie anders wär« es auch denkbar gewesen, daß London und Paris dereinst zum Selbstmord sich anschickten, indem sie ein Staatswesen zum Kriege herausforderten, an dessen Spitze der größte Mann der Weltgeschichte steht. Hätten sie am 3. September 1939 gewußt, daß schon ein Jahr später der Krieg von Eng­land und Frankreich praktisch verloren sei: wahrlich sie hätten sich anders eingerichtet.

löeistes- Nun ist der Sieg Deutschlands sicher.Eng- normirr,inn land muß den Kampf einstellen, wenn ihm ^ USA. nicht Hilfe bringt!" rief im Auswärti­gen Ausschuß^ des Senats der Vereinigten Staaten pathe­tisch Schatzsekretär Morgenthau aus im fanatischen Bestre­ben, dort das Hilfegesetz für England durchzudrücken. Daß er die Wahrheit sprach, darüber weiß man auch in London Bescheid, wo man längst, wie Morgenthau und die amerikanischen Freunde der Kriegsverbrecher in London, den freventlich gegen Deutschland vom Zaun gebrochenen Krieg hoffnungslos verloren gegeben hätte, wenn man nicht noch auf ein Wunder Hoffte, das die Lage zu wenden vermöchte. Dieses Wunder soll, wie man weiß, das Erscheinen amerikanischer Divisionen auf dem europäischen Festlande sein. Dabei hat man nicht bedacht, daß im Fall einer USA.-Kriegserklärung an Deutschland das Schicksal Englands noch rascher als sonst sich erfüllen müßte, weil ja in dem gleichen Augenblick, wo USA. offen auf den Schlachtplan träte (hier hätte USA. neben den Achsenmächten auch noch mit Japan als Gegner zu rechnen), die jetzt noch von USA. aus an England zu dessen notdürftigster Lebens­behauptung abgehenden Lieferungen dann dort selbst benötigt und verbraucht würden. Daß dies die Pluto- kraten Englands, die sich noch niemals durch besondere Klugheit auszeichneten, nicht erkennen, mag ihnen nach­gesehen werden in Anbetracht der Trostlosigkeit ihrer Lage. Daß sie aber auch nicht sehen, wie es mit den strategischen Möglichkeiten des Erscheinens einer USA.- Armee auf dem von Deutschland verteidigten euroväi- schen Festland bestellt wäre, das zeigt zumal nach der letzten Führerrede die völlige Geistesverwirrung der Söhne Albions. Eilt doch, was der Führer zu den englischen Prahlereien mit einer künftigen Invasion auf dem europäischen Festland gesagt hat, auch für alle anderen invasionslüsternen Armeen der Welt. Denn das generöse Angebot des Führers, demzufolge die Jrwa- sionslüsternen ihm nur mitzuteilen brauchen wo sie in Europa ihre Armeen landen möchten, auf daß der Füh­rer dann freiwillig die Räumung dieser Gebiete vor­nehmen kann, hat für England wie für USA den gleichen Hintergrund. England wird geschlagen, wo wir es treffen, und wer ihm zu Hilfe eilt, teilt rettungslos fein Schicksal.

Beif ZUM Nein, es ist nichts, weder, so noch so Unteroana dem von den britischen Hasardeuren iM'ig ^hoffte» Wunder der Wende der Kriegs­lage. England wird, wenn es sich schon nicht vorher freiwillig in die vom Führer beschlossene Neuordnung Europas schicken mag, dann die ganze Schwere Ves Schicksals auszukosten haben, das seine Kriegsverbreckier freventlich heraufbeschworen haben. Daß die engl^che

IIIMIIIIIIIIOIIIIIIII,I,I,IMM,l,M,IIII»IIIIIII»IIIII,I»IIMIII

Die deutsch« Luftwaffe unternahm Tagesangrifse auf London und andere Teile Ostenglands: Fcrnkampftlug- z-ugc versenkten zwei Schiffe mit insgesamt tO 000 BRT. Der italienische Wehrmachtsbcricht meldet die Versenkung von 10 000 Tonnen feindlichen Schiffsraumes im Äcgii6 Ichcn Meer.

In Kairo wurde ein neuer Mordanschlag des britischen Geheimdienstes aufgedeckt.

Im Gegensatz zum britischen Marincminister und dem Plockademnnst-r versucht Churchill weiterhin, den Ernst der Lage Englands zu verschleiern.

Tokio weist den Vorwurs. Mandschukuo sei ein Siieskind Japans, energisch zurück.

In Anwesenheit des Führers fand im Mosaiksaal der Reichskanzlei der Staatsa« iür den verstorbenen Jufti,- ministcr Dr. Gürtner statt. '

Dr. Sey teilt die Richtlinien für den Bau des für ede Ortsgruppe geplanten Gemeinschastshauscs der NS- TAP. mit.

im Museum, Domshos. feierlich eröffnet.

Die BZ. berichtet über den Einsatz des Bremer Pol bataillons in Norwegen.