Ausgabe 
(29.1.1941) Nr. 29
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Meiner ZMng

parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der jreien fjansestadt Nremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkündungsblatt des Neichsstattstalters in Oldenburg und Vremen

Nr. 29 / 11. Jahrgang

Mittwoch, 29. Januar 1941

Linzeipreis 15 Nps.

Naeder sprach vor vremer Werftarbeitern

Me Kriegsmarine dankt ihren Werften

„kngland gettl dem unausweichlichen Untergang entgegen"

Bremen, 28. Januar.

Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmi­ral Dr. h. c. Raeder, sprach am Dieustagvormittag zu den Werftarbeitern der Deschimag in Bremen. Die An­sprache des Großadmirals wurde im Gemeinschasts- empsang von den Werftarbeitern aller übrigen Wers­ten, die im Kriegsschiffbau für die Kriegsmarine tiitig find, gehört. Der Oberbefehlshaber führte folgendes aus:

Deutsche Werftarbeiter! Ein Jahr ist vergangen, seitdem ich vor den Gefolgschaften der Kriegsmarinewersten Wil- helmshaven und Kiel gesprochen habe. Damals standen wir noch im Ansang des von den Westmächten angezettelten Krie­ges. Polen war in einem unvergleichlichen Siegeszug von nur 18 Tagen niedergerungen. Heer und Luftwaffe hatten ihre erste Bewährungsprobe voll bestanden und der Welt einen glänzenden Beweis sür die Schlagkraft unserer Massen und die Fähigkeit der deutschen Führung geliefert. Aber auch die Kriegsmarine hatte in den ersten vier Monaten dieses gigantischen Ringens hervorragende Erfolge errungen und die Welt durch die Kühnheit ihrer Operationen aus­horchen lassen. Kapitänleutnant Schuhart hatte den briti­schen Flugzeugträger „Courageous" versenkt Kapitänleutnant Prien mit seiner Ruhmestat von Scapa Flow unvergäng­lichen Lorbeer an die deutsche Kriegsslagge gehsstet, Hundert- tausende von Tonnen feindlichen Handelsschiffsraumes hatten unsere U-Boote bereits versenkt und ebenso hatten unsere Ueberwasserstreitkräste — Schlachtschiffe, Panzerschiffe, Kreu­zer, Zerstörer und die kleineren Kriegssahrzeuge — in Ost- und Nordsee und im Atlantik den Kamps gegen den Todfeind England kraftvoll geführt.

Mit dem berechtigten Stolz aus die bisherigen Leistungen verband sich trotz der Ungewißheit der Zukunft ein un­bändiger Siegeswille, der getragen war von einem uner­schütterlichen Vertrauen aus unsern Führer Adols Hitler. Die gesammelte Kraft des deutschen Volkes an der Front wie in der Leimst erwartete die Ereignisse des Jahres 1948 mit Spannung, aber auch im sesten Glauben an den sicheren Er­folg. In welch herrlicher Gestalt wurde dieser Mut und diese Zuversicht belohnt, all die rastlose Arbeit für die Wieder- ausrichtung und Wehrhaftmachung unseres Volkes, der he­roisch« Einsatz für das Lebensrecht und die Freiheit des Groß­deutschen Reiches. Sie fanden ihre Erfüllung in den Siegen in Norwegen und im Westen.

was niemand für möglich gehalten hätte,

es war durch eine geschichtlich einmalige Kraftentfaltung ge­lungen. Norwegen wurde angesichts der stärksten Flotte der Welt. die selbst alle Vorbereitungen für einen Ueberfall auf die norwegischen Häsen getroffen hatte, in beispielhaftem Zu­sammenwirken aller drei Wehrmachtsteilc erobert und besetzt, und die bisher stärkste Landmacht Europas, sa der Welt, wurde in wenigen Wochen,-zusammen mit ihren Hilssvölkern vernichtend geschlagen und militärisch vollständig zer­trümmert.

Hierbei wurden in kühnstem Ansturm und letztem Einsatz überkommene Anschauungen des Seekrieges ebenso über­wunden, wie der Traum von der Unbcsiegbarkeit der Maginot-

vollirefier auf Handelsschiff

Fernkampfbatterien beschossen militärische Ziele in Südost-England

Berlin, 28. Januar

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im Seegebiet westlich Irland erzielte ein Fernkampf­flugzeug Volltreffer auf ein kleineres Handelsschiff. Ein britischer Hafen wurde vermint. Fernkampfbatterien be­schossen in den Abendstunden des 27. Januar militärische Ziele in Südost-England. Der Feind flog in der letzten Nacht weder in das Reichsgebiet noch in die besetzten Gebiete ein. Jagdflieger schössen gestern ein feindliches Flugzeug vom Typ Lockhead-Hudfon ab. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt."

H

Die englische Hauptstadt erlebte am Dienstag, nachdem der Lustkrieg inzwischen durch die ungünstigen Wetterverhältniffe gehemmt war, eine ganze Reihe von Tagesalarmen. Die Sirenen heulten dort bis zum Nachmittag nicht weniger als viermal in längeren Abständen. Während dieser Alarme wur­den, wie das Lustsahrtministerium mitteilt, Sprengbomben Und Brandbomben über dem Stadtgebiet abgeworfen

Linie ausgelöscht wurde. Neben der Genialität der Führung war es der unvergleichliche Geist unserer Soldaten zu Lande, zur See und zur Lust, die diese gewaltigen Siege errungen haben. Führung und Truppe aber hatten daS sichere Ge­fühl, über Massen zu verfügen, auf bis sie sich blindlings verlassen konnten. Diese Waffen waren geschmiedet worden von deutschen Arbeitern, die sich ihrer kriegswichtigen Auf­gabe ebenso bewußt waren wie der kämpfende Soldat. Gleicher Geist beseelte Front und Heimat. Stärkstes Zusammengehörig­keitsgefühl verband Soldat und Arbeiter. Sie lieferten von neuem den Beweis der llnbesiegbarkeit, gesammelter und auf das gleiche Ziel ausgerichteter Krast. Diese Siege waren der höchste Ausdruck einer unlösbaren Gemeinschaft eines ganzen Volkes. Wenn es überhaupt noch einen Zweifler gegeben hatte zu Beginn des Jahres 1948 — heute kann niemand mehr daran vorübergehen, wie weitsichtig unser Führer von An­beginn seiner politischen Tätigkeit als erstes Ziel die Schas- sung einer wahren Volksgemeinschaft angestrebt hatte; denn in ihr liegt unsere größte Stärke.

Für die Kriegsmarine ragt aus dem an geschichtlichen Er­eignissen überreichen Jahr 1948 die Besetzung der wichtigsten norwegischen Häfen als bedeutendstes Ereignis heraus; denn hier handelte es sich darum, trotz unserer Unterlegenheit zur See dem Feinde, der die Absicht hatte, uns vom Norden her abzuriegeln, rechtzeitig zuvorzukommen und damit nicht nur die englischen Absichten zu vereiteln, sondern auch den freien Ausgang zum Atlantik zu gewinnen, um so den Lebensnerv Englands, seine überseeischen Zufuhren, entscheidend treffen zu können. Damit war ein kriegsentscheidendcr Schritt ge­tan, und die Kriegsmarine ist stolz daraus, ihren Beitrag unter Einsatz aller ihrer Mittel in kühnstem Angriffsgeist geleistet zu haben; denn sie trug nicht nutz die volle Ver­antwortung für das rechtzeitige Erreichen der Ziele und die Wegnahme der wichtigsten Plätze, was trotz des örtlichen Widerstandes und unter den Augen der bereits in See be­findlichen britischen Flotte gelang, sondern sie schuf mit ihrem erfolgreichen und opscrvollen Einsatz die Voraussetzung sür das Gelingen der Gefamkopcrationen, der sie auch weiter ihre ganze Krast widmete zur Durchführung und Sicherung des sür den Kamps im norwegischen Rauiy lebensnotwendigen Nachschubs.

Welche Heldentaten dort vollbracht wurden, gehört der Ge­schichte an. Der Name Narvik leuchtet als unvergäng­liches Shmhol deutschen Soldatentums durch alle Zeiten. Er ist zugleich eine Mahnung an alle künftigen Geschlechter, daß nur der verloren ist, der sich verloren gibt.

Narvik bedeutet aber auch die trotzige Bestätigung des Führerwortes, daß wir niemals kapitulieren! Der Sieg im Westen brachte uns mit der Besetzung der französischen Ka­nal- und Atlantikkiistcn die Ergänzung unserer Aussall- stellungeN gegen England von Osten und Süden her. Heute stehen wir vom höchsten Norden Norwegens bis zum Golf von Biscaya. Die Abschniirung Englands vom europäischen Fest­land ist damit vollzogen. Unser« Stützpunkte ermöglichen es uns, zur See und in der Luft den Ring um England im­mer enger zu schließen und diesem Lande, das uns wie im Weltkriege durch seine brutale Hungerblockade erneut zu Bo­den zwingen wollte, nunmehr das Schicksal zu bereiten, das es uns zugedacht hatte.

Wenn wir uns das Ausmaß unserer militärischen Erfolge für unseren jetzigen Endkampf gegen England verdeutlichen wollen, so müssen wir uns vor Augen halten,

was die flbschnürung knglands von leinen europäischen Zuslchren bedenket

Sölzer aller Art, Erze aus Skandinavien, wichtige und zahlreich« Lebensmittel, die allein schon einen hohen Pro­zentsatz der britischen Zufuhren im Weltkrieg ausmachten, aber auch die sür England so notwendigen Kriegsmaterial­lieferungen aus Belgien und Nordfrankreich sind in vollem Umfang abgeschnitten. Die französischen Werften, die im Weltkrieg zur Reparatur und sür Neubauten zur Verfügung standen, find dem englischen Zugriff entrissen. Anstatt Eng­land ist Deutschland heute -der Nutznießer.

Die ganze Schlagkraft der Kriegsmarine kann jetzt, im Besitz der neuen Stützpunkte, auf die lebenswichtigen briti­schen Zufuhren aus Uebersee eingesetzt werden. Diese Zu­fuhren werden überall angepackt, im Atlantischen, im Jndi-

(Fortsetzung auf Seite 2)

kmpreß of flustralia" torpediert

Miami fing S0S.-Nuse des 22000 öM. großen truppentransporters auf

Ncwhork, 28. Januar.

Nach einer Meldung der Agentur Associated Preß aus Miami (Floridas hat die Funkstation Tropical Radio hilse- ruse des großen britischen Turbincn-Fahrgastschisses „E m - preß os Australia" (21 8S3 BNT.s aufgefangen. Das Schisse melde, es sei 288 Meilen von der westasrikanischcn Küste im Atlantik torpediert worden.

Die Funkstation Tropical Radio in Miami (Floridas hat von der „Empreß of Australia" insgesamt drei Hilserufe aus- gesangen. Der erste besagt, daß das Schift angegriffen sei und mit dem Bug sinke, Rettungsboote feien ausgesetzt. Der zweite 7 > wruch teilt mit, daß das Schift weiterhin ange­griffen " Rund 28 Minuten nach dem ersten SOS.- Ruf fing > . Station den dritten und letzten Funkfpruch aus, der unverständlich und plötzlich unterbrochen wurde.

Die Torpedierung der „Empreß os Australia" ist ein neuer, schwerer Schlag für die britisch« Handels- und Trans­porterflotte. Der Dampfer hat eine Tonnage von 21 833 BRT. Das Schift hieß früher „Tirpitz". das 1914 aus der Vulkan- werst in Stettin erbaut und durch das Verfailler Diktat der deutschen Handelsslotte geraubt wurde. Aus diesem Damp­

fer. der inzwischen völlig umgestaltet und modernisiert wor­den war, unternahm der englische König im Frühjahr 1939 seine Amerikareise. Die „Empreß os Australia" war jetzt als Trnppentransportdampser eingesetzt. Ihr Verlust trisst die britische Kriegsmarine um so empfindlicher, als erst vor einigen Wochen der 42 888 BRT. große Passagierdampser und Truppentransporter „Empreß os Britain" unweit der iri­schen Küste vernichtet wurde.

Das Hospital von Praia aus den Kapverdischen Inseln ist einer Meldung der „Lavoro Fascista" zufolge bis aus das letzte Bett mit geretteten Besatzungsmitgliedern englischer oder im englischen Sold fahrender Schiffe belegt, die von den U-Booten der Achsenmächte versenkt wurden. Unter den er­schöpften Seeleuten befinden sich Weiß« aus allen Teilen des britischen Imperiums, Neger aus britischen Kolonien und Inder. Einer der Engländer hat bereits' drei Versen­kungen erlebt. Er ist schwer verwundet und dars kein Wort sprechen.

Das portugiesisch« Kriegsschift „Gonzalves Zarro" besaßt sich besonders damit, den Südatlantik nach Rettungsbooten und im Meer treibenden Matrosen abzusuchen und bringt regelmäßig neue Schissbrüchige nach Praia.

Skandal im Sladlrat von Manchester

flufschlußreiche „Limes'-flnzeigen — vrutaler Lerror gegen Sie eingeborenen Südafrikas

Stockholm, 28. Januar.

Der Stadtrat von Manchester hat sich nach einem Bericht des „Manchester Guardian" in einer Sondersitzung mit den Folgen des letzten deutschen Luftangriffes auf die Stadt, der Riescnbrände hervorries, beschäftigt. In der Sitzung kam es zu einer großen Skandalszene, als von verschiedenen Stadt­verordneten das völlige Versagen der Brandabwehr schars kritisiert und die Hilflosigkeit der Behörden bei der Woh- nungsbeschassung für Leute, deren Häuser niederbrannten, beklagt wurde.

Der Vertreter des Bürgermeisters erklärte, die Stadt habe jetzt einen ausgezeichneten Plan, der eine Wiederholung der Vorkommnisse des letzten Angriftes unmöglich machen werde. Dieser Plan sei 'vom Gesundheitsministerium als besonders schön bezeichnet worden. Ein Stadtverordneter rief da­zwischen: „Ihr habt nur Pläne aus dem Papier!" In diesem Augenblick erhob sich aus der Zuhörertribüne ein großer Tumult, der die Sitzung vorübergehend unterbrach. Mehrere Leute rissen: .Alle Eure Pläne stehen immer nur auf d.cm Papier." Besonders schars kritisiert wurde es. daß die Stadt­verwaltung den Obdachlosen die nur im plutokratisch-n Eng­land mögliche Zumutung stellte, sie sollten sich selber eine Wohnung suchen.

Nach den letzten Angriffen der deutschen Luftwaffe aus die City von London hat sich die „Times" gezwungen ge­sehen, innerhalb ihrer Anzeigen aus der ersten Seite des Blattes zwei neue Spalten za eröffnen: .Adressenände­rungen" und .N o t f e r n s p"r e ch anschlösse".

Ferner veröffentlicht die „Times" ein Bild. das ebenfalls eine schlagende Widerlegung der lächerlichen Behauptung des britischen Lügenministeriums darstellt, wonach des. Wirt­schaftsleben in der City „keine wesentliche Unterbrechung" er­fahren hab» Die Unterschrift des Bildes lautet: „Diele Fir­men in der City haben jetzt neu« Adressen infolge feind­licher Einwirkung. Hinweise hieraus werden an den ver­schiedensten Plätzen angebracht. Das Bild zeigt dann, daß Dutzende von Mitteilnngszetteln über die Verlegung von Ge­schäftsräumen an Straßenbäumen, Vorgartenzäunen und an ausgespannten Leinen befestigt worden sind.

Auch der englisch« Nachrichtendienst gab bekannt, baß wie­derum eine Reihe von Nottelefonen in der Londoner City eingerichtet worden sei. In dem der Oeftentlichkcit zur Ver­fügung gestellten Fernsprcchgebäude Regina Souse seien Tisch­telefone eingerichtet worden, die an Geschäftsleute vermietet würden, deren Büros bei den Bombenabwürfen auf die City zerstört worden seien.

Wie der britiische Lügen-Nachrichtcndienst seinen Hörern auftischt, brennen die Kafsernhäuptlinge in Süd­afrika vor Lust, Großbritannien zu helfen, den Krieg zu ge­

winnen. Mehrere dieser Häuptlinge hätten bereits Zertifikate der englischen Kricgsanlcihe sür ihre Söhne gekauft, andere hätten das ihrige durch den Ankauf zinsloser Kriegsanleihe beigetragen. Zivei Häuptlinge hätten je 168 Pfund Sterling sür den Ankauf von Spitsire-Flngzcugen gespendet, während Zululand einen Betrag von 188 866 Pfund Sterling und än­dere Eingcborencngebictc insgesamt 58 088 Pfund Sterling für denselben Zweck zur Verfügung gestellt hätten. Im übri­gen meldeten sich viele Angehörige der südafrikanischen Ein- geborcncnstämme für den Kriegsdienst.

Es muß schon recht dürftig mit der Gebefreudigkeit der britischen Bevölkerung bestellt sein, wenn man mit dem „Beispiel" der schwarzen Untertanen des Empire in so albernen Weise Stimmung zu machen versucht. Ausgerechnet die Kaisern in Südafrika, die britische Habgier aus ihren Heimstätten vertrieben und unter menschenunwürdigen Um­ständen zu harter Sklavenarbeit in die Goldbtrgwcrke und Diamantenfelder gepreßt hat. dürften aus freiem Willen kaum Lust verspüren, sür ihre Ausbeuter in den Tod zu gehen oder ihre kärglichen Besitztümer zu opsern. — So sind die erwähnten „Spenden" — sofern sie nicht überhaupt ledig­lich Erfindungen der Londoner Lügenzentrale sind — nichts anderes als ein neuer Beweis sür den brutalen Terror, dem die Eingeborenen unter den britischen Kolonialmethoden seit jeher ausgesetzt' waren. -

AM-rüe

Von

8 V.-6iuppenfüdrei- Nüsse, vremen

Es war seit den Tagen der Königin Elisabeth immer ein Erundzug der englischen Politik, bei den großen Waffenentscheidungen die Last der Kämpfe auf dem Festlande andere Völker tragen zu lassen. Diesem Zweck dienten seine Festlandsbiindnisse, und immer fand England solche Bundesgenossen. Ohne seine eigenen Kräfte bei solchen Auseinandersetzungen teilen zu müssen, war das Jnselreich dadurch stets in der Lage, seine gesamten Streitmittel zur Sex an den entschei­denden Punkten einsetzen zu können. Stützpunkte in aller Welt gaben diesen den nötigen Rückhalt. Die Aufgabe der Seemacht bestand in dem Schutzder englischen Insel gegen Invasion und in der Sicherung der Seewege. Dieser Zielsetzung diente in Frieden und Krieg die britische Flottenstrategie, die Verteilung der Seestreitkräfte nach Zahl und Art.

Dem Schutz der Insel diente die Heimat flotte, die durch eine ständig bereitgehaltene Reserveflotte im Be­darfsfälle ohne Zeitverlust verstärkt werden konnte. Ihre Aufgabe war der Schutz der Insel, besonders an der Kanalküste, und die Sperrung aller feindlichen Versuche, von der Gegenküste her dem britischen Mutterlands gefährlich zu werden. Dies wurde durch die Blockade des Gegners bewirkt dem damit auch, soweit es in den Kräften der Hermatflotte stand, der Austritt in die Ozeane vermehrt wurde. Seit Cromwells Zeiten hat Grotzbrrtannien diese Strategie nacheinander gegen Spa­nien Holland, Frankreich und zuletzt im Weltkriege gegen Deutschland mit Erfolg angewandt. Dabei lag im Welt­kriege der Schwerpunkt der Schlachtflotte weitab im äs»«---" bcapa Flow, während der Kanal und die -c^utte durch leichte Streitkräfte gedeckt wurden, denen altere Panzerschiffe als Rückhalt dienten.

Ebenso wichtig war aber der Schutz der Seewege denn sie find dre Lebensadern des britischen Weltreiches' Wenn diese Adern zerschnitten wurden, mutzte den Be- land^d" "a Übersee und schließlich auch dem Mutter- land dre Lebenskraft versiegen. Alle diese Seewege strahlen von der englischen Insel aus. Ihre wichtigsten ?/İufen rn folgenden Richtungen: Nordatlanttt — USA., Westindien — Panama, Kapverden — La Plata Andren-China, Kapstadt — Australien.

Rückhalt ihrer Sicherung sind die lleberseestützpunkte. deren bedeutendste zugleich F l o t t e n st a t i o nen sind. Da der Seeweg nach Indien der lebenswichtigste ist und durch das Mittelmeer führt, unterhält Eng- ^-irkste Auslandsslotte. deren Kern ^Nlachtschiffe bilden. Die übrigen Stationen sind je nach ihrer strategischen Bedeutung mit Schweren oder .^eichten Kreuzern, daneben mit Flugzeugträgern, Zer­störern und U-Booten, einige auch mit seeqehenden Ka­nonenbooten besetzt. Alle diese Streitkräfte üben die ständige Aufsicht über die Seewege aus, bilden im Kriegsfalle den Rückhalt für den Eeleitschutzdienst oder üben ihn in besonderen Fällen auch selbst aus. Solche Flottenstatlonen sind: Kanada und Westindien, Süd- ?frrka, 2ndien, China, Neuseeland, Australien. Die west­indische Station dürfte inzwischen praktisch an die USA übergegangen sein. Auch die Lhinastation Hongkong ist nach Zeitungsmeldungen so gut wie aufgehoben, ihre sind in Singapore konzentriert. Der bri­tische Polyp zieht in seiner Bedrängnis diesen und Ionen Fangarm bereits ein.

Bevor die friedensmäßige Aufgliederung der eng­lischen Seestreitkräfte auf Heimat und Ausland näher betrachtet wird, verlohnt sich ein Ueberblick über die Verteilung der britischen Handel -schiffe auf die ein­zelnen Seewege nach einem bestimmten Stichtage in der Zeit vor dem Ausbruch des jetzigen Krieges. Nach dieser Erhebung wurden die Hauptseewege wie folgt befahren: Westeuropa 10 Prozent, Mittelmeer 10, Afrika S, Indien 21, China 10, Australien 13, Westküste Amerika 5, Ost­küste Nordamerika 15, Ostküste Südamerika 11 Prozent. Auf dem Seewege England — Mittelmeer — Indien — China, der großen Ostroute, lagen also allein 41 Prozent des britischen Schiffsverkehrs. Sie ist die große Schlagader des Weltreiches, ihr Schutz deshalb von entscheidender Bedeutung.

Diesem Verkehrsnetz war die friedensmäßige Flotten- verteilung angepaßt, wie sich aus der nachstehenden Auf­stellung ergibt. Danach gehörten zur Heimatflotte einschließlich der Reserveflotte: 11 Schlachtschiffe, 22 Kreuzer, 5 Flugzeugträger, 110 Zerstörer, 30 U-Boote. Die Mittelmeerflotte bestand aus 5 Schlachtschif­fen, 0 Kreuzern, 1 Träger, 30 Zerstörern und 8 ll- Booten. Auf der Chinastation in Sing'apore und Hongkong waren 6 Kreuzer, 1 Träger, 10 Zerstörer und 15 U-Boote stationiert, dazu in Indien 3 weitere Kreu­zer. In Kanada und Westindien standen 5 Kreuzer und 2 Zerstörer, 2 weitere an der Westküste von Kanada. In den Stutzpunkten auf Australien — Neuseeland la-

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Deutsche Fernkampfbatterien beschaffen militärische Ziele in Südostengland.

Der große britische Dampfer „Empreß os Australia" wurde torpediert.

Die Italiener wiesen feindliche Kolonnen bei Tcrna zurück. Immer wieder versucht England, die Welt über seine verzweifelte Lage durch böswillige Preffecrsindungcn hin­wegzutäuschen.

Großadmiral Raeder sprach in Bremen vor Werft­arbeitern.

Ueber 22,8 Millionen Mark erbrachte im Reich die Samm­lung zum ö. Opfersonntag sür das Krlcgs-WHW.

Die SA.-Gruppe Nordsee gibt einen Rückblick aus die im ersten Kricgsjahr geleistete Arbeit.