Ausgabe 
(23.1.1941) Nr. 23
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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkündungsblatt des leichsstattlialters in Oldenburg und vremen

Nr. 2Z / 11. Jahrgang

Donnerstag, 2Z. Januar 1941

kinzelpreis 15 Npf.

Wieder ein Unlerlimis-Skandal

- geooo dollar Korruptionsgelder fürvefättigkeiten" des parlamentssekretärs vootlibg

ftn tschechischen Leistern vergangen

tdurchill-Kumpan als typischervefchützer" kleiner Slaalen

Ein aufsehenerregender Skandal wurde, wie zur Sprache gebracht. Dem Parlamentssekretär wurde vorgeworfen, sich an tschechischen Geldern schuldig gemacht zu haben.

Eingehende Untersuchungen hätten ergeben, daß Boothbh, der mit der Abwicklung gewisser tschechischer Zahlungs­verpflichtungen und Guthaben in England beaustragt war, diese Gelder in bestiminte Hände gelangen ließ, die sich sür diese Zuwendungenerkenntlich" zeigten. Im Erfolgssall sei..Boothbh sür seine Dienste die Kleinigkeit von tttilwl) Dollar versprochen worden. Eine Wicderbeschafsung der be­reits veruntreuten Gelder, die in die Hnnderttausende gin­gen, ist, wie gemeldet wird, unmöglich. Boothbh hat darauf­hin seinen Rücktritt als Parlamentssekretär erklärt, gleich- . zeitig aber mitgeteilt, daß er nicht daran denke, seinen Sitz im Unterhaus auszugeben.

Tatsächlich hat die Untcrsnchungskommisfion des Unter­hauses die Erklärung abgegeben:Boothbys Auftreten stand im Widerstreit zu den Gesetzen des Unterhauses und kränke die Würde des Parlaments." Jeder in England aber weiß, daß es sich bei. dieser Erklärung nur um die Wahrung des Scheins handelt und Methoden, wie Boothbh sie gebrauchte, in der Londoner Plutokratenschicht allgemein üblich sind. Die Bloßstellung des Parlamentssekretärs ist um so peinlicher, als er zur Regierungsclique Churchills gehört, die sich an­geblich die Wahrung der tschechischen Interessen zum Ziel gesetzt hat.

Newyork, 22. Januar. Associated Preß aus London meldet, im Unterhaus im Ernährnngsministerium Sir Robert Boothby vergriffen und sich regelrechter Unterschlagungen

klärte, daß die Blockade eines der wirksamsten und human­sten (I) Mittel der Kriegführung sei.

Sodann liegt ein« in ihrem Zynismus nicht zu über­bietende Erklärung eines britischen Admirals vor einem internationalen Forum vor, die in den Debatten über das Seekriegsrecht bei der Haaager Konferenz im Jahr« 1907 ab­gegeben wurde. In dieser Erklärung steckt im Grunde auch schon eine Vorahnung der Churchillschen Lustkriegsührung, nämlich der unbeschränkten Nachtangriffe aus die Zivil­bevölkerung des gegnerischen Landes. Die Erklärung des Be­

vollmächtigten Englands in Flottensragen auf der Haager Konferenz, Admiral Fisher, lautete:Schonung ist ein Wort,, das wir bei der Diskussion lieber fortlassen wollen. Ich bombardiere ein« Hasenstadt solange, bis ich meinen Zweck erreicht habe, das heißt, den Gegner Mürbe gemacht hab«. Wenn die Stadt unbeschützt ist, ist nicht meine Schuld (I)." Und auf die Frage, ob Lustschisse und Flieger im modernen .Seekrieg Rücksichten zu nehmen hätten, erklärte dieser Gentle­man: ^,Tie Hauptsache ist, daß die Luftschiffe was taugen und den Gegner so schädigen, wie sie es können alles andere ist undiskutabell"Schonung undiskutabel", so lautet die Parole der britischen Kriegssührung auch heute wieder auf allen Gebieten. Das englische Volk mutz sich darüber klar sein, daß es die unerbittliche und harte, aber gerechte Ant­wort erhält aus die Kriegsmethoden seiner Serrschastscliqu« unter Churchills Führung, so lange, bis jene Kaste der Pluto- kraten und ihre völkerseindliche Tyrannei niedergekämpft ist.

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Kampfstoffe! versenkte bisster 145000 VM.

Luftaufklärung über England und dem fltlanlik sliegerftorst erfolgreich bombardiert

Berlin, 22. Januar.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:Die Luftaufklärung über England und dem Atlantik wurde auch gestern fortgesetzt. Hierbei belegten Kampfflugzeuge kriegswichtige Ziele in London und Südostengland, darunter einen Fliegerhorst, erfolgreich mit Bomben.

Vichg-Peolest wegen desMendo;a"-salls

Gens, 22. Januar.

Wie aus Bichh gemeldet wird, hat die französische Re­gierung im Anschluß an die Ausbringung des sranzo,eschen TransportschiffesMendoza" durch ein englisches Kriegs­schiff in London Protest eingelegt. Gleichzeitig hat die fran­zösische Regierung an sämtliche amerikanischen staaten appelliert unter Hinweis daraus, daß die Aufbringung und Beschlagnahme derMendoza" innerhalb der panamerikani­schen Neutralitätszone erfolgt ist. Frankreich hat zum Aus­druck gebracht, daß dies -in -kklatanter Anlaß d-,ur sei. die Respektierung dieser Neutralitiitszone zu verlangen. Abge­sehen von den völkerrechtlichen Erwägungen hat die fran­zösische Regierung sowohl gegenüber England als auch gegen­über den amerikanischen Staaten das humanitäre Moment unterstrichen, da der von dem britischen Piratenakt betroffene Tampser bekanntlich Heil- und Stärkungsmittel ,ur Frauen und Kinder im unbesetzten Frankreich an Bord hatte.

*

Der Einspruch der Franzosen dürste die Engländer sicher­lich nicht zu einer Aenderung ihrer Haltung veranlassen, weil es englischeTradition" ist, Völkerrecht nur soweit zu achten, als es ihnen selbst zugute kommt. Die Franzosen haben mit aller Klarheit aus den doppelten Bruch des Völker­rechts Im vorliegenden Fall hingewiesen, der einmal in der Verhängung einer rechtswidrigen Hungerblockade noch da­zu gegen einen früheren Verbündeten , und zweiten-- m einer Verletzung der Hoheitsrechte Uruguays vorgelegen hat. Tatsächlich kommt, was die Verletzung der Hoheitsrechte ame­rikanischer Staaten anbetrifft, noch die Verletzung der von diesen Staaten selbst geschaffenen Rechtsnorm der panameri­kanischen Sicherheitszone hinzu. Im ganzen erhielten alle amerikanischen Staaten, vor allem die sudamer,konischen eine klare Lektion, daß die Briten ihre Piratenakte in keiner Weise zu unterlassen gedenken. In diesem Zusammenhang mag es angebracht erscheinen, an die Fälle Oran und Dakar zu e - inmrn, wo sich die Piraterie der Briten aus einem ver­wandten, wenn auch nicht dem gleichen Gebiet, ausgetobt hat. Daß wir es mit einem bewußten rechtbrecherischen Vor­gehen grundsätzlicher Art bei den englischen Maßnahmen zu tun haben, bewies jenes niederträchtige Wort des Lord Willingdon bei seiner Abreise von Südamerika, wo er er-

Ein feindliches Handelsschiff erhielt westlich Irlands so schwere Bombentreffer, daß die Besatzung das Schiff verlassen mußte. Ein herbeieilender Hochseeschlepper wurde versenkt. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt.

Bei Angriffen gegen die britische Handelsschifsahrt versenkte die Kampsstassel des Hauptmann Daser bisher 145 266 BRT. Hieran ist Hauptmann Daser selbst mit 57 666 BRT. beteiligt. Außerdem wurden von dieser Staffel eine große Zahl von Handelsschiffen beschädigt."

Elf britische Kreurer

bisher von der deutschen Luftwaffe vernichtet

Berlin, 22. Januar

Die deutsche Lustwaffe hat einschließlich der vor wenigen Tagen versenktenSouthampton" im Verlaufe des Krieges elf britische Kreuzer vernichtet. Diese Kreu­

zerverluste stehen einwandfrei fest und sind in den Be­richten des Oberkommandos der Wehrmacht erhärtet worden. Wenn daher jetzt der britische Minister Lord Chatfield zur Versenkung derSouthampton" erklärt: Der Kreuzer, den wir verloren haben, ist die erste große Schissseinheit, die innerhalb von 18 Monaten in­folge eines Luftangriffes versenkt wurde", so sind diese Ausführungen eine derart grobe Entstellung, daß sie auch für die mancherlei Zumutungen gewohnten Eng­länder die Grenze des Erträglichen überschreitet.

vomden über kenk

Iivv. Stockholm, 22. Januar

Die englischen Meldungen über den Luftkrieg besagen, daß in den Morgenstunden des Mittwoch Bomben abgeworfen wordem seien über einigen Plätzen an der Küste von Kcnt sowie im Laufe des Mittwochvormittag über Plätzen in Lst- Jorkfhire.

Lügen in Spanien

Eine Richtigstellung des deutschen Botschafters

lill. Madrid, 22. Januar.

Die ZeitungLa Banguardia" in Barcelona veröffentlicht ein- ausführliche Erklärung des deutschen Botschafters in Spanien, von Stohrer, in der dieser energisch mit den von gewissen Elementen in Umlauf gesetzten Gerüchte abrechnet, wonach Deutschland aus Spanien Lebensmittel, insbesondere Getreide ausgeführt habe.

Die Versorgung mit Rohstoffen und Nahrungsmitteln, so sagt der Botschafter, sei iür Deutschland kein Problem. Am allerwenigsten aber würde die nationalsozialistische Regierung auch nur einen Sack Weizen oder Mehl von Spanien be­ziehen, da es nur zu gut weiß, daß es gerade hierin am meisten mangele. Diese hinterhältigen brnnnenvergiftenden Machenschaften zielten aus nichts anderes ab, als die tra­

ditionelle Freundschaft zwischen den Ländern zu stören. Der Botschafter erwähnt dann verschiedene Beispiele von Lngcn- meldnngcn, die genau erzählten, wo, wann und wie Kraft- wagen mit Korn und ganze Schiffsladungen mit Lcbcns- mitieln für Deutschland angeblich gesichtet wurden. Man ging ihnen nach, ja, es wurden von verschiedenen Seiten hohe Geldpreise sür diejenigen ausgesetzt, die eine einwand­freie Bestätigung der Gerüchte beibringen könnten. Nicht ein einziger Mensch habe sich gemeldet.

Eine andere Hctzlüge behauptete, Deutschland beabsichtige Tausende von Kindern und alten Leuten nach Spanien zu schicken, weil diese in der Heimat nicht ernährt werden könn­ten. Viele Spanier, die davon hörten, hätten sich freiwillig und großzügig angeboten, ein oder mehrere Kinder in ihr Hans aufzunehmen. Sie waren, wie der Botschafter ab­schließend erklärt, zu unschuldigen Opfern der raffinierten Jntrigen jener Elemente geworden, die nicht nur Feinde Deutschlands, sondern auch des nationalsyndikalistischcn Spa­niens sipd.

Ernste Mahnung Matsuokas an die USst.

Japans flußenpolitik Sicherslellung des Lebensraumes für alle Völker das Ziel des Vreimökktepakles

Tokio, 22. Januar.

Außenminister Matsnoka, der am Dienstag in der Eröffnungssitzung des Reichstages nach Ministerpräsident Fürst Konoye das Wort ergriff, leitete seine Rede nnt dem Hinweis auf das Ziel der japanischen A.chenpolitik ein. allen Völkern der Welt den ihnen zustehenden Lebensraum sicher­zustellen.Das Ziel des Dreimächtepaktes - abge,chlo,,en zwischen ^apan Denffchland und Italien am 27. September 1946 ist nichts anderes als die Verwirklichung dieses großen Ideals.

Weiter erklärte Matsnoka:Wir haben uns zu dem Ziel bekannt, alle Völker des qrößeren Asiens in ihr- ursprüng­lich- und die ihnen zukommende Lage zurückzubringen, das Entgegenkommen und die Zusammenarbeit zwischen ihnen zu sördern und so das Beispiel einer universellen Eintracht zu geben. Der Dreierpakt sieht vor, daß Japan die Führerschaft Deutschlands und Italien in ihren gleichlaufenden Bestrebun­gen in Europa anerkennt. Weit entfernt von einer feind­lichen Einstellung gegen irgendein Land verkörpert der Pakt eine sriedliche aber starke Zusammenarbeit, die au, die Ein­richtung einer neuen Weltordnung gerichtet ist.

In Uebereinstimmung mit den Bestimmungen des Ver­trages sind bereits Maßnahmen getrosten zur Einsetzung einer Gemischten Kommission in den Hauptstädten der drei Länder. Somit haben sich die freundschaftlichen Beziehungen der drei Nationen politisch, militärisch, wirtschaftlich und knltnrctl immer enger gestaltet. Im Lause des letzten November und Ungarn. Rumänien und die Slowakei dem Pakt bclgctrctcn. Es braucht nicht wiederholt zu werden, daß das Ziel der m- panischen Diplomatie im Ideal des Hekko Tonin letwa: Die friedliche Vereinigung aller Völker unter einem Dach)- liegt und es den Dreimächtepakt als seine Achte IN sich schließt.

In dieser Beziehung möchte ich kurz an, den Artikel 3 des Dreimächtepaktes eingehen. Dieser Artikel sieht vor, daß die

Bertragsmächte sich gegenseitig mit allen politischen, wirtschaft­lichen und militärischen Mitteln unterstützen, falls eine der Bertragsmächte von einer Macht angcgrissen wird, die gegen­wärtig nicht in den europäischen Krieg oder den Ehinakonslikt verwickelt ist. Falls ein solcher Anglist erfolgt, ist die im Artikel 3 gegebene Verpflichtung natürlich gegeben".

Matsnoka sprach dann über die Beziehungen Japans zu Mandschukuo und gab einen Ueberblick über die politischen, wirtschaftlichen und militärischen Fragen hinsichtlich Chinas. Weiter behandelte er die Beziehungen Japans zu Nicder- ländisch-Indien. Französisch-Jndochina und Thailand als Mitgliedern des neuen Wirtschaftsraumes.

Schon aus geographischen Gründen, so erklärte er, sollten Niederländisch-Jndicn und Französisch-Jndochina in enge Be­ziehungen zu Japan trete». Deshalb sei Japan in Verhand­lungen mit Niederländisch-Jndien eingetreten, die hauptiiich- lich die Ausftihr von Lel und anderen wichtigen Rohstoffen beträfen. Mit Französisch-Jndochina seien günstig fortschrei­tende Verhandlungen im Gange.

Bezüglich Sowjetrußiand erklärte Außenminister Matsuoka, daß die gegenwärtigen diplamatiichcn Beziehungen zwischen Japan und Rußland vcrbeiicrt werden müßten. Aenßcrste Anstrengungen", so erklärte er, . iverden wir machen um gegenseitige Mißverständnisse zu beseitigen und «

wenn möglich ein« grundsätzliche und iveitgehenbe Bereinigung der diplomatischen Beziehungen herbeizuführen." Gerade jetzt würden Verhandlungen über Grenzsragen, Fischerei und japanische Konzessionen in Nordsachalin geführt, und einige dieser Fragen seien aus dem Wege der Bereinigung.In diesem Punkte teiten Tentschland und Italien die Wünsche Japans. Die Bestimmungen des Artikels ö des Dreimächte­paktes mact>cn es klar. daß der Pakt nicht gegen die Sowjet- nnion gerichtet ist. Wir hosten ernstlich, daß Moskau die wahren Absichten Japans versteht und daß beide Länder im Geist des Entgegenkommens mnd der Versöhnung das Ziel einer Verbesserung ihrer Beziehungen erreick)en werden."

Zur Außenhanbelsirage Japans erklärte Matsuoka, daß iowohl die Vereinigten Staaten wie England zu schärfsten Restriktionen übergegangen seien, während die britischen Dominien und Kolonien die japanische Schissahrt behinderten. Japan sei deshalb gezwungen, seine nationale Rüstung bis zum Aenßcrsten zu organisieren, um einmal dem Druck von außen zu begegnen und außerdem zur Sici^r- stellung seiner Wirtschaft das Gebiet eines größeren Asiens znr Selbstversorgung vorzubereiten.

Zu Haltung der Vereinigten Staaten übergehend, stellte Matsnoka fest, daß die USA. der Neuordnung eines größeren Asiens als der Lebensfrage Japans kein Verständnis entgegenbrächten. Die Vereinigten Staaten schienen ihre östliche Verteidigungslinie im mittleren Atlantik und ihre westliche im östlichen Stillen Ozean zwischen Ehina und der Siidiee zu sehen.Wenn die Vereinigten Staaten eine solche Haltung einnehmen, so dürfte das Rückwirkungen auf liniere Vorherr­schaft im westlichen Paziftk haben. Ich glaube, daß eine solche Haltung Amerikas nicht als Beitrag zur Förderung des Welt-

(Fortsetzung aus Seite 2)

Von

^Volk-Dieter I-anZen, Kolli

Unter dem Eindruck der jüngsten Schläge der deut­schen und italienischen Waffen gegen Malta könnte die Vermutung auskommen, daß dieses englische Bollwerk am Wege nach Ostindien in kurzer Frist sturmreif und Hafen und Stützpunkt La Valetta dem Erdboden gleich­gemacht werden könnte. Eine derartige Mutmaßung würde die Tatsache außer acht lassen, daß England in Malta seit jeher einen strategischen Punkt erster Ord­nung und eine Zitadelle für die Sicherheit des Mittel­meerweges erblickt hat.

Es wäre ein Irrtum dem ablenkende englische Aeußerungen bewußt Vorschub leisten wollte man annehmen, daß England in den Jahren der Erstarkung des faschistischen Italiens nicht vieles getan hätte, um Malta mit Waffen, Anlagen und Mitteln auszurüsten, die irgend zur Verfügung standen. Der Ausbau Maltas geschah nicht weniger systematisch als der Gibraltars. Allerdings mit dem Unterschied, daß die Vorgänge in Gibraltar von der spanischen Küste eingesehen werden konnten, während die Arbeiten auf Malta nicht zuletzt infolge schärfster Kontrollmaßnahmen geheim blieben. Dieser Ausbau schien naheliegend in Anbetracht der Tatsache, daß Malta in Friedenszeiten der einzige Stütz­punkt zwischen Gibraltar und Alexandrien war, und englische Luft- und Seestreitkräfte hier nicht nur eine auf den modernsten Stand gebrachte Station, sondern auch eine günstige Operationsbasis gegen Norden und Süden finden.

Bereits in Friedenszeiten kam auf je 16 Einwohner (Malta und Gozo: insgesamt 250 666 Einwohner) ein Soldat der Besatzungstruppe. Ebenso stand der Hafen­umschlag von jeher im Zeichen der militärischen Erfor­dernisse, jährlich liefen rund 2060 Schiffe mit drei Mil­lionen To. maltesische Häfen an im wesentlichen, um die Bunkerstationen, Depots- und Vorrätsschränke zu füllen und mit Lebensmitteleinfuhren aus Italien, die gegen­wärtig durch die von Aegypten ersetzt sein dürften.

Wenn Gibraltars Ausbau zur Festung kostspielig und langwierig war, so kamen auf Malta die seit dem 16. und 17. Jahrhundert bestehenden, vom Johanniterorden gegen die Türken angelegten Bastionen und Werke dem eng­lischen Streben entgegen, die im Laufe von Jahrhun­derten völlig mit den modernen Befestigungswerken ausgebaut werden konnten. Die zahlreichen kleinen Häfen an der Ostküste von Marbat über St.-Pauls-Bay bis Marsa Scala eigneten sich angesichts der starken Glie­derung der Küste vorzüglich zur Anlage von Il-Boot- Stiitzpunkten. Vorgebirge und tief eingeschnittene Buch­ten gaben Raum für die Stellungen mittlerer und schwerer Küstenbatterien, die Kaliber bis 38,1 Zenti­meter ausweisen.

Ebenso sorgfältig wurde der Luftstützpunkt Malta aus­gebaut. Die Kriegsereignisse haben inzwischen bewiesen, daß die Insel vom Vorgebirge Ras Kammieh im Nord­westen bis zum Delimara-Point im Südosten, ganz besonders aber La Valetta, das Herz Maltas, mit Flak­batterien geradezu gespickt ist. Im Laufe der immer wiederholten Luftangriffe aus die Insel wurden bisher drei große RAF.-Flugplätze bekannt und zwar: Hal Far, etwa sieben Kilometer von La Valetta in der Nähe der der Hauptstadt gegenüberliegenden Südküste, Mikebba, kaum vier Kilometer in nordwestlicher Richtung von Hal Far, und endlich Venezia, im Zentrum der Insel, um dessen ausgedehntes Fluggelände sich das Viereck der kleinen maltesischen Landstädte Rabat, Attard, Lia und Musta schließt. Sämtliche Flugplätze sind von La Valetta aus in noch nicht 26 Minuten Fahrtzeit zu erreichen. Im Südzipfel der Insel zwischen Fort Venghaisa und Jl Esira befindet sich in der ruhigen nach Ost geöffneten Meerbucht von Ealasranca bei Tel Papa der Wasssrflug- hafen, die sogenannte Seaplane-Oase. Nach den letzten Schlägen des deutschen Fliegerkorps gegen Hal Far und Mikabba dürften gegenwärtig nur Venezia und Kala- bakka verwendungsfähig sein.

Das Herz Maltas ist die Festung La Valetta an der Nordkllste im Misida-Golf mit einem natürlichen Hafen, dessen elf Landzungen reichlich Platz für militärische Anlagen und Kais bieten. Geschützt vom Fort St. An­gela, befindet sich hier der Seekri'egshafen, an den sich das Zeughaus anschließt, das Waffenlager und vor allem Ersatzteillageranlagen enthält, während die Mu-

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Eine deutsche Kampsstassel versenkte bisher 14A l)l»1 BRT. feindlichen Schiffsraumes; die Luftaufklärung über Eng­land und dem Atlantik wurde fortgesetzt, ll britische Kreuzer wurden bisher twn der deutschen Luftwaffe versenkt.

Die italienische Luftwaffe griff militärische Ziele an der albanischen Front sowie griechische Häfen an.

Zwischen Italienern und Engländern finden heftige Kämpfe um Tobruk statt.

Die französische Regierung in Bichh protestierte wegen desMendoza"-FallcS in London.

Englands Plan, ein großshrischcs Königtum zu schassen, ist gescheitert.

Eine ernste Mahmmg richtete der japanische Außen­minister , Matsuoka an die Vereinigten Staaten von Nordamerika.

Für die Offiziere der deutschen Handelsmarine wurde -ine Tisziplinargerichtsbartcit geschaffen.