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parteiamtliche Tageszeitung
Das Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen
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der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches verkünöungsblatt des Beichsstatttjallers in Oldenburg und Bremen
Nr. 22 / 11. Jahrgang
Mittwoch, 22. Januar 1941
kinzelpreis 15 Nps.
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Englands Mittelmeer Plane gestört
Schwedische Meldungen stellen fest: „kine englische Nechnung hat einen dicken Strich bekommen"
wavell nach London berufen
Voll unssrsw Vsrtretsr Fasst Lsräolt, Vlcb^
England ln banger Erwartung weiterer deutsch ltallenlfcher Stuka-flngriffe auf britische Einheiten
England hat die Zusammenkunst zwischen dem Gelegenheiten mit einer Fülle von Mutmaßungen bergen sollen. Selbstverständlich tappt London, Hingen" bescheinigt dies den Engländern in einer
Obwohl die Wachsamkeit an den eigenen Küsten aufs höchste gespannt ist und England schliesst« Angriffe der deutschen Luftwaffe befürchtet, ist die Aufmerksamkeit Londons doch in erster Linie aus das Msttelmeer gerichtet, weil England hier' immer nach die größten Hoffnungen aus eine „Afrikanische Offensive" setzt. Neue schwedische Meldungen aus England spiegeln Wider, daß eine kühn ausgemachte englische Rechnung «inen dicken Strich bekommen hat und daß die Lage im Mittelmeer einen sorgenvollen Charakter für Britannien annimmt. So heißt es in einer dieser Londoner Davstelbungen: Die Nachricht von dem Eingreifen der deutschen Luftwaffe im Mittelmeer stellt einen neuen Beweis dafür dar, daß der Kvieg dort in eine vollkommen neue Phase eingetreten ist. Bis zuletzt weigerte sich London, daran zu glauben, daß die deutsche Luftgefahr im Mittelmeer von ernstem Ghavakter wäre. Jetzt feien freilich alle Zweifel zerstreut.
Der englische Oberkommandierende im Nahen Osten, General Wavell, ist deshalb Hals über Kops nach London zu einem Kriegsrat geholt worden, der angeblich der Unter- -snchnng -dient, wie Englands afrikanischer Krieg rasch zu einer „umfassenden und entscheidenden Offensive gegen die Italiener aus allen Fronten" anschwellen könnt«, tatsächlich aber zeigt, daß die veränderte Lage im Mittelmeer den Briten das Konzept verdorben hat. „TagenS Nhheter" meldet aus London die üblichen großsprecherischen Ankündigungen. Die Beratungen mit Wavell hätten zu einer Festlegung der großen Linien sür ein entscheidendes englisches Vorrücken an ver-
kre. Stockholm, 21. Januar.
Führer und dem Duce wie jedesmal bei solchen beantwortet, die nur die innere Unsicherheit ver- wie jedesmal, im Dunkeln. „Stockholms Tid- Londoner Meldung.
schiedenen Frontabschnitten geführt. Offensichtlich besteht in London Neigung, ein abessinisches Abenteuer zu starten. Verschiedene schwedische Meldungen stellen sest, die Hauptäbsicht der Engländer gehe dahin, den Italienern das Loben sauer zu machen, und heftiger vorzugehen, als es ursprünglich die Absicht des britischen Nahost-Oberöesehlshabers General Wavell gewesen sei.
Die englische Presse macht kein Geheimnis mehr daraus, daß ein harter Kamps um die Herrschaft im Mittelmeer im Gange ist. Neben den strategischen Entscheidungen, die dabei aus dem Spiele stehen, ist es besonders die Streitfrage: Bombenflugzeuge gegen Schlachtschiffe, die im Mittelpunkt der Diskussion steht. Im allgemeinen herrscht in London die Hoffnung vor. daß die englischen Streitkriiste in der Lage
seien, die deutschen Angriffe aufzunehmen, auch ohne weitere Verstärkungen als die ohnehin geplanten (I). Aber man gibt immerhin zu, daß der Kamps hart zu werden verspricht. In machen Kreisen ist man, wie schwedische Telegramme aus London melden, davon überzeugt, daß die Verlegung der deutschen Streitkriiste einem umfassenden Programm entspringt, und daß weitere Ueberraschungen von feindlicher Seite zu erwarten seien.
„Malta sür immer zum Schweigen zu bringen." — In dieser Feststellung gipselt ein Bericht der amtlichen italienischen Stefani-Agentur über den neuesten Vernichtungsangriff deutscher Bomber auf das britische Bollwerk im Mittslmeer. Nach weiteren italienischen Informationen machen sich bereits jetzt, kaum 14 Tage nach dem ersten Erscheinen der Bomber deS deutschen Fliegerkorps und der verstärkten Aktion der Achfenluststreitkräfte im Mittelmeer, die unmittelbaren Rückwirkungen der Gefechte in der Straße von Sizilien und der Luftangriffe aus Malta , wie aas Suez bemerkbar. Die britische Admiralität geht nach neutralen Berichten mit dem Gedanken um, Geleitzügo nach Griechenland nicht mehr die Mittelmeerroute, sondern die Kaproute lausen zu lassen, trotzdem dadurch der Weg der Eeleitzügs verdreifacht wird.
Bewaffnete flusklärung bis;u den ffrknevs
Zwei Volttreffer auf britischen Vampser — slugplSste aus Mattn erneut angegriffen
Berlin, 21. Januar
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Die deutsche Lustwäfse setzte am 20. Januar trotz ungünstiger Wetterlage die bewaffnete Aufklärung über dem britischen Raum bis zu den Orkneys fort und belegte dabei mehrere kriegswichtige Ziele erfolgreich mit Bomben.
Sie „Illustrious" bereits aus SeunSl
Berlin, 21. Januar.
Die in den letzten sechs Tagen mit großer Wucht durchgeführten Bombenangriffe deutscher Stukas aus den Hasen von La Valetta haben den schon aus hoher See durch zwei Volltreffer hart mitgenommenen britischen Flugzeugträger „Illustrious" in eine außerordentlich schwierige Lage gebracht. Die wirksamen Angriffe haben bisher eine Eindockung des beschädigten Kriegsschiffes unmöglich gemacht, so daß der Flugzeugträger noch am Kai liegend von weiteren schweren Treffer» heimgesucht wurde.
Jnsolgc von Wassereinbriichcn war die „Illustrious" — wie durch Aufklärer festgestellt werden konnte — bereits vor mehreren Tagen tief gesackt, was bei eigenem Tiefgang des Schiffes von 8 Meter und einer Hafentiese von 11 Meter die Gefahr des Ausgrundgehcns nahebrachte. Nach den weiteren empsindlichen Schäden, die das Schiff bei den Bombenangriffen am 18. Januar erlitten hat, haben Aufklärer gemeldet, daß die hilflose Lage, in der die „Illustrious" mit schwerer Schlagseite am Kai angetroffen wurde, die Vermutung nahelegt, daß der Flugzeugträger auf Grund geraten ist.
London statte drei lagesolarme
bre. Stockholm, 21. Januar.
Englische Meldungen über die feindliche Luftkriegstätigkcit bestätigen, daß im Lause des Dienstags zahlreiche deutsche Angriffe erfolgten und daß London allein bis zum Abend drei Alarme hatte. Insbesondere wird über Aktionen gegen Plätze der englischen Ostküste berichtet. Auch aus dem Themse- mündungsgebiet wird lebhafte Flaltätigkeit gemeldet.
Außerdem erzielten Kampfflugzeuge zwei Volltreffer schweren Kalibers auf einen Dampfer und beschädigten ein weiteres Handelsschiss durch Bombentreffer. Das am 2V. Januar stark beschädigt gemeldete Handelsschiff von 8MV BRT. wurde einwandfrei als sinkend beobachtet.
Einzelne deutsche Kampfflugzeuge griffen auch gestern Flugplätze auf Malta an.
Von den Kampfhandlungen in der Nacht zum 20. Januar kehrten drei eigene Flugzeuge nicht zurück."
Ein Berichterstatter des englischen Nachrichtendienstes kam am Dienstag aus den Zustand der britischen Hasenstadt Portsmouth zu sprechen und erklärte, die Stadt habe vor zehn Tagen einen „wirklich heftigen Luftangriff" auszuhalten gehabt. Schon seit Kriegsausbruch habe man dauernd ant Angriffe wie jenen vor zehn Tagen gewartet, dieser habe
jedoch „alle Erwartungen in seiner Heftigkeit übertroffen'i. Der Londoner Lügendienst hat also volle zehn Tage gebraucht, um sich in diesem einen Fall ausnahmsweise einmal zu einem Geständnis dieser Art zu bequemen.
SSS-Nule im fltlanllk und Pazifik
N e w h o r k, 2l. Januar.
In einem kanadischen Hafen trafen vier Ueberlebende des von einem U-Boot im Atlantik torpedierten englischen Frachters „Carlton" (5182 BRT.) ein.
Nach einer Meldung aus Sän Franzisko hat die Elobe- Funkstation einen SOS.-Rus des griechischen Frachtdampscrs „A g h i a T h a l a s s i n i" (3588 BRT.) ausgesangen. Der Dampfer meldete, daß er sich im Mittelpazisik bei schwerem Sturm in Seenot befindet. Ein 8VV Meilen entfernter USA - Dampfer hat gemeldet, daß er dem Schiff zu Hilse kommen will.
Nudolf steß empfing Muffen
' München, 21. Januar.
Der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß empfing in t'-qenwart des Neichskommissars sür die Niederlande, Reichs- nster Schtz-Jnquart, sowie des Generalkommisiars u. V. Fritz Schmidt am Dienstagnachmittag im Senatoren- fnai des Braunen Hauses in München den Leiter der Nationalsozialistischen Bewegung von Holland <RSB.) Herrn Mustert. Der Leiter der holländischen Nationalsozialisten war begleitet von seinen beiden Stellvertretern van Gclkcrken und Rost van Tonningen sowie weiteren Angehörigen seines engeren Mitarbeiterstabes. Tags zuvor stattete der Leiter der
NSB. dem Reichsschatzmeister Schwarz einen Besuch ab; die holländischen Gäste besichtigten eingehend das Verwaltungsgebäude der NTDAP.
Nudolf Jordan zestn Jastre Sauleiter
Dessau, 21. Januar.
Aus Anlaß der zehnten Wiederkehr des Tages, an dem Rudolf Jordan vom Führer mit der Leitung des Gaues Halle-Merseburg beauftragt wurde, fand am Dienstag 'eine kurze Feierstunde im Arbeitszimmer des Gauleiters statt bei der das Führerkorps des Gaues Jordan beglückwünschte.
focke-wulf-kurler - ..rodeskurier"
ffeutsche krfolge zerschlagen britische Lügen unS Illusionen
Z. ü. Berlin, 21. Januar.
Vor einigen Tagen wurde der Weltöffentlichkeit Kenntnis gegeben von dem erfolgreichen Einsatz des neuen deutschen Langstreckenbombers „FW.-Kurier". Diese Bekanntgabe ist typisch für deutsche Propaganda. Wir lehnen es ab, mysteriöse Ankündigungen herauszugeben, die dann durch die Wirklichkeit in keiner Weise Erfüllung finden, sondern bereiten im stillen unsere militärische Rüstung vor, häufig in Zeiten einer „sruchtbaren Pause der scheinbaren Untätigkeit", um sie dann mit um so stärkerer Sicherheit und Wucht zum Einsatz zu bringen.
Jetzt, da wir von dem Langstreckenbomber FW.-Kurier sprechen, dem unser Verbündeter den Namen „Todes- kuricr" gegeben hat, mit dem besonderen Hinweis, daß dieser Flugzcugtyp auch im Mittclmccr auftauchen werde, war der „FW.-Kurier" bereits durch Großcrsolge über dem Atlantik erprobt. Er hatte gegen die britische Schiffahrt bereits gewirkt und sich im Angriff wie in der Verteidigung bewährt. Wir geben mit dem Einsah dieses neuen Kamps-Grotzslugzcugs Antwort auf so manche großmäulige und Phrasenhafte Ankündigung der Briten, daß sie im Zuge der ihnen zugesagten Hilse auch „fliegende Festungen" erhalten würden. Hier ist ohne Ankündigung die „siiegcnde Festung" ,»m wirkungsvollen Angreifer im deutschen Handelskrieg gegen britische Geleit,Lge geworden und hat britische Schisse schon weit ab von der heimatlichen Küste unter seinen Bombenhagel genommen. Dieses Flugzeug wird. 'wie besonders betont wurde, im Serienbau hergestellt; es ist das Werk deutscher Konstrukteure. das Produkt echter deutscher Werkmannsarbeit, das als Langstreckenbomber gerade in der jetzigen Phase der Auseinandersetzung mit dem britischen Gegner im Rahmen der Blockade und des grotzrSuinigcn Kampfes im Mittelmcer von besonderer Bedeutung ist. ' ,
' Zmälftg erschien die Veröffentlichung über.den „,,W.-Knr,cr zur gleichen Zeit. da der „Tailv Telegraph" im Dienste Dufs Eoopers Lügenagitation und Illusion zu schreiben wagte, daß England gerade in die dritte Phase seines Luftkrieges mit der deutschen Luftwaffe eintrete, „in der Deutschland die strategische Initiative im Luftkrieg verliere und sich das Gleichgewicht der Lnststreitkräfte allmählich einstelle Die vierte : Phase, so wurde gefaselt, werde dann der britischen Luftwaffe
das Ncbcrgewicht geben. Die 'sünste und letzte Phase aber werde den Briten die endgültige Herrschaft in der Luft bringen. Daß „Daily Telegraph" diese Lügen und Träume, bei denen er sich aus den Lustsahrtministcr Sinclair berief, ausgerechnet zwei Tage nach der Rede Churchills in Glasgow zu verbreiten wagte zeigt die angenblicklick)« Kopflosigkeit und Nervosität im britischen Agitationslager, denn Ehurchill hatte klipp und klar ausgesprochen, daß man nicht vor dem Jahre l842 mit einer „allmählichen technischen Vollendung der britischen Luftwaffe" rechnen dürfe Daß das britische Kricgspotential in der Lnstrüstung nicht stärker geworden ist infolge der deutschen Bombardierung der Rü- stungszcntren, das haben die de- und wehmütigen britischen Hilferufe an die USA. bewiesen. Daß man in den USA. selbst aber mit einem wesentlichen Jngangkommen der Rüstungsproduktion vor dem Herbst und Ende des Jahres nicht rechnet. das ist wiederum durch Aeußerungen des britischen Unterhändlers Layton nach seiner Rückkehr von den Verhandlungen in den USA. 'ausgesprochen worden. Aber wir wollen hier gar nicht die Fristprognosen des Gegners im einzelnen untersuchen. Es ist eine. gerade von ihm offen beklagte Tat- >ache, daß der deutsche Rüstnngsstand einfach nicht eingeholt werden kann. Britische wie amerikanische Sachverständige und auch die Tagespreise der Angelsachsen haben gelegentlich Einsicht in die Gründe verraten. Sie liegen in der Organiso tion der Produktion, in der Vorsorge und der stetigen Kc winnung der Rohstoffe, vor allein in der reibungslosen Durch sührung der Produktion aus der Grundlage eines ausreichen den und bestens durchgeschritten hochqualitativen Facharbeiter stammes.
Die deutsche Rüstungsindustrie verfügt über diese Voraussetzungen gerade im Flugzeugbau in vollem Umfang, insbesondere seit dem Sieg über Frankreich, nachdem Deutschland die Stahlproduktion des gesamten Kontinents, die Produkte der Lcichtmetallgewinnnng »nd -Verarbeitung und im übrigen durch Zufuhr aus dem Osten alle wichtigen hochwertigen Zusatzmctalle zur Verfügung stehen. Daß dieser Vorsprung nicht eingeholt wird. daß die deutsche Rüstungsindustrie immer den überlegenen Hochstand behält, das hat der Führer in seinen beiden letzten Reden eindeutig heraus- g-st-llt. Die Einsatzbereitschaft und Lcistungssäyigkeit des deutschen Fach- und Rnstungsarbeiters sind und bleiben unerreicht. Die deutsche Organisation hat, was gerade sür die Produktion des FW.-Kurier hervorgehoben sei, die Serienproduktion im Flugzeugbau gepflegt. Es ist Vorsorge getroffen, daß diese Serienproduktion in den verschiedensten Standorten durchgeführt werden kann.
^ Alle Lügen und Träume der britischen Agitation erweisen sich eben. gerade in diesen Tagen an einer ganzen Reihe von Beispielen als Schäume und Seifenblasen. In diesem Zusammenhang sei noch aus die neueste peinliche Ueberraschung sür die Briten hingewiesen. Aus die Zusammenkunst des Führers mit dem Duce. Als die ersten ausländischen Vermutungen kamen, wurden sofort Sensationsmeldungen aller Art gestartet. Die „Times" hatte ihre Meldung über die erwähnten Gerüchte mit dem Beisatz versehen, daß von einer solchen Zusammenkunst wohl keine Rede sein könne. Zu mindesten müsse man darüber höchst erstaunt sein, weil sie nicht in da? Bild passe. ^>aß man von der Lage in Italien habe Jetzt, nach der Zusammenkunft des Führers und des Duce, muß die britische Lügenprcsse wieder einmal eine neue Wendung vornehmen, sie wird es nicht tun, ohne mit Verlegenheit über die bange Ungewißheit hinwegzugehen, die sie erfüllt, seitdem sie nun befürchten muß. daß die in diesen Tagen mit so schlagartiger Wirkung erprobte Zusammenarbeit der verbündeten Achsenmächte auf militärischem Gebiet sich ebenso wie aus politischem und wirtschaftlichem sich erneut steigern wird.
Seit dem Waffenstillstand liest man in der „Action Francaise" tagtäglich die bittersten Anklagen und Vorwürfe gegen England. Charles Maurras und seine Getreuen schreiben diese ellenlangen Riemen, die alle Register einer geschichtlich begründeten Wut ziehen. Wir glauben nicht etwa, in Charles Maurras und seiner „Action Francaise" neue Bundesgenossen gegen England, den traditionellen Feind Europas, gefunden zu haben. Was auf diesem Acker wächst, wird nicht mit Verständnis für den deutschen Standpunkt gedüngt. Charles Maurras, ein fast achtzigjähriger Greis, hat seit Jahrzehnten die Lehre seines Meisters Bainville gepredigt, für den es nur ein einziges Ziel der französischen Außenpolitik gab: die Zerstückelung Deutschlands. Bainville und Maurras, deren Prophet Richelieu ist, sind die unbelehrbaren Exponenten der politischen Romantik Frankreichs. Sie sehen ihre Aufgabe in der Pflege der Hoffnung auf die Wiederkehr der Uneinigkeit der deutschen Stämme. Nach ihrer Meinung muß Deutschland zertrümmert werden, damit Frankreich' herrschen könne. Wenn Maurras heute dieses Thema nicht mehr anzuschlagen wagt, so nur deshalb, weil er sich damit-nach der so gründlichen Niederlage in Frankreich lächerlich machen würde.
An den jetzigen Wutausbrüchen der „Action Francaise" gegen England ist indessen ein echter Kern, der Beachtung verdient: die aufrichtige Enttäuschung über den bisherigen Bundesgenossen. Der Kreis der „Action Francaise" hat es England nie verzeihen können daß es 1876 Frankreich nicht unterstützt hate-Der-siebziger Krieg war der erste und eigentliche Krieg Frankreichs gegen die Einigung der deutschen Stämme, die sich dann tatsächlich in ihrem gemeinsamen Sieg zusammenfanden. Im Weltkrieg, dem vergeblichen Versuch Frankreichs, die deutsche Einheit wieder zu sprengen, hat England — wie die Leute der „Action Francaise" meinen — einen Teil wenigstens seiner Schuld wieder abgetragen. Zwar war auch damals die englische Kriegsleistung nach französischem Urteil ungenügend. Aber es konnte dann doch schließlich eine Art Sieg verbucht werden, wenn auch das Hauptziel nicht nur nicht erreicht, sondern — wie sich nachträglich erwies — die deutsche Einheit noch fester geworden war. Im jetzigen Krieg aber — das sehen sogar die Deutschenfresser der „Action Francaise" — ist England in seiner Rolle als Antreiber allzu stark hervorgetreten. England hat die Franzosen in dieses Abenteuer gestürzt, das sie zwar selbst gewollt haben, aber das sie doch noch viel besser erst vorbereiten wollten.
Wenn nun die so nachhaltig besiegten Franzosen in ihrer bitteren Enttäuschung die Haltung der englischen Politik unvoreingenommen überdenken, so kann selbst einem Charles Maurraq nicht entgehen, daß in London „unglaubliche Heuchler" am Work waren und sind. Auch die Franzosen beginnen jetzt zu erkennen, daß den Engländern die so hochgerühmte Entente Cordiale nur «in Trick zur Beherrschung Europas war. England, nach Fläche und Menschenzahl in Europa nur ein mittleres Land, suchte seine Veherrschungsidee dadurch zu verwirklichen, daß es scheinbar immer zu der vermeintlich schwächeren Festlandsmacht hielt. Klar zeichnet sich das englische Ziel ab, die stärkste Festlandsmacht mit der schwächeren in Konflikt zu bringen, damit die stärkere geschwächt werde, während die Engländer sich nebenbei den berechtigten Ruhm zulegen, in ihren Sympathien „Beschützter der Schwächeren" zu sein.
In ihren jetzt so tief enttäuschten Geschichtsrepetitionen stoßen die französischen Chauvinisten immer wieder auf die gerade heute so grotesk wirkende Haltung Englands im Krieg von 1870. Damals bestand das Deutsche Reich noch nicht, und in London ahnte niemand, wie reif schon damals die deutsche Einigung war und welche Macht diese Einigung der deutschen Stämme darstellen würde. Infolgedessen stand England damals nicht auf feiten Frankreichs, sondern es schenkt« sogar seine Sympathien der deutschen Sache. Geradezu komisch wirkt heute was damals die Engländer in ihrer Ahnungslosigkeit sagten und schrieben. Die gesamte englische Presse feierte beispielsweise Bismarck. Unglaublich, aber wahr ist. daß damals England den deutschen Sieg und die Rückkehr Elsaß-Lothringens geradezu bejubelte. So schrieben beispielsweise die „Daily News" am 20. August 1870: „Vor beinahe 200 Jahren hat Ludwig XIV. Elsaß-Lothringen
IMIMIMiMIMIINIMIIIMIIU.IMttIMIIIIMMIMMIUIIilMMIIIIMIMIMIilMI
Die deutsche Luftwaffe führte bewaffnete Aufflärunq bis zu den Orkneys durch.
Durch die deutsch-italienischen Angriffe aus Malta ist den Engländern in, Mittelmcer das Konzept verdorben. Mit gutem Eriolg griffen italienische Bomber griechische Haienanlagen an.
In Bukarest wurde ein deutscher Offizier von einem Griechen heimtückisch ermordet.
Der russisch-japanische Fischcrcivcrtrag wurde verlängert. Fürst Konohc sprach bor dem japanischen Reichstag.
Die USA. erwarben Stützpunkte aus den zu Ekuador gehörenden Galapagos-Jnscln.
Reichsminister Nudols Heß cmpsing den Führer der Mussert-Bewegung,
Die Dachgesellschaft des Hcrmann-Göring-Konzcrns hat ihr Kapital aus 258 Mi«. RM. erhöht.
Der Stellvertreter des Reichskommissars sür den sozialen Wohnungsbau berichtet über die Tnrchftihrung des Wohnungsbauprogramm!! nach dem Kricgc.
Ganamtsleitcr Denker gibt einen Einblick in die Durch- slihruna der von der NSV. übernommenen erweiterten Kinderlandverschickung.