Ausgabe 
(19.1.1941) Nr. 19
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vreinerMung

parteiamtliche lageszeitung

vas flmtsblott des legierenden Vürgermeisters der Zreien Hansestadt Vremen

Anzeige n - Grundpreise:

Die I mm hohe und 22 mir, breite Zeile im Anzeigenteil 13 ^ Die 78 mw breite und 1 mao hohe Zeile im Teiltest 75 M Ermäßigte Grundpreise lfür Klein- u. Familien- anzeigen u. a.) sowie sonstige Be­dingungen Preisliste 9 Nachlaß- staffel 6. Für'Anzeigen durch den Fernspr. keine Gewähr Annahme­schluß l6 Uhr: sonnabends 14 Ukr. Geschäftsstellen: Bremen Geeren Nr. 6/8. Fernspr. 5 41 21 Nachtrus und sonntags: Fernsprecher 51115: Obernstraße 86, Fernspr. 5 4121. In Shke. Mühlendamm Nr. 2.

der Nationalsozialisten Vremens

flmiliches verkündungsblalt des Neichsstattlialters in Oldenburg und vremen

Nr. 19 / 11. Jahrgang

Sonntag, 19. Januar 1941

kinzelpreis 13 Npf.

fw. „Kurier"- unser neuester

stus der Nekordistpe fV. 200 „londor" ffervoegegangenes viermotoriges Langstreckenflugieug

Verelts l-roßerfolge über dem flllemlik

kitis nicht gsiioltsns Ksc!s

flngrifssmöglichkeiten bei jeder Wetterlage - Begeisterte flnerkemiurig seitens italienischer slieger

Ii. Vremen, 18. Januar

Deutschlands neuester und zwar viermotoriger Bomber ist ein Langstreckenbomber der deut­schen Luftwaffe, der Focke-Wulf-„Kurier". Dieser Langstreckenbomber ist aus dem durch seine Welt- retordflüge nach Newyork und Tokio, die zum Teil von Vremen ihren Ausgang nahmen, bekannt gewordenen Verkehrsflugzeug der Focke-Wulf-Werke kW 2VV „Condor" entwickelt worden.

Mündung gestrandeten englischen Frachter „Siva" flottzu­machen, erklären die Sachverständigen, datz das Schiff als verloren angesehen werden -mutz. Der Dampfer ist so weit auf den Strand geworfen worden, datz alle weiteren Versuche, das Schiff wieder flottzumachen, als aussichtslos erscheinen.

Der neue Langstreckenbomber, der gewaltige Bomben­lasten über weite Entfernungen trägt, hat in der letz­ten Zeit durch zahlreiche Schiffsversenkungen weit im Atlantik der britischen Schiffahrt erhebliche Verluste zu­gefügt. Die Besatzung des mit zahlreichen ME.s und Kanonen bewaffneten Flugzeuges besteht aus sechs Mann. Eine Enteisungsanlage ermöglicht die Durch­führung von Angriffen bei allen Wetterlagen. Vier BMW.-Bramo-Motoren verleihen dem Focke-Wuls- „Kurier" eine hohe Geschwindigkeit.

In dem neuen deutschen Kamps-Grotzflugzeug und Lang- streckcn-Bomber sehen auch italienische Fliegcrkrcisc eine ideale Kampsmaschine, die nicht nur ungemein schnell ist, sondern gleichzeitig über einen großen Aktionsradius und stärkste Be­waffnung verfügt. Der neue Bomber könne als „Fliegende Festung" angesprochen werden. Die römische Abcndpresse be­handelte die Indienststellung — aus Grund von Meldungen ihrer Berliner Vertreter — in großer Aufmachung.

„Tribuns" meint, daß der neue viermotorig» Gigant der Luft eine wesentliche Verstärkung der deutschen Luft- wasie bedeute, wobei die serienmäßige Herstellung des Focke- Wuls-Kurier betont wird. Dieser Bomber erreiche auch die entferntesten Gegenden der britischen Insel.

„Eiornale d'Jtalia" hebt hervor, daß die Luftwaffe des ver­bündeten Deutschlands, deren Hilfsquellen unerschöpflich Wien, nun durch den neuen „Todeskurier" eine weitere Verstärkung erfahren habe, die auf Grund besonderer technischer Neuerungen von der Witterung?- und vor allem Kälteeinwirkung so gut wie unabhängig ist." „Lavore Fascista" schreibt, daß man diesen vortrefflichen Typ Wohl auch bald über dem Mittelmeer auftauchen sehen werde. Jeder neue Monat bringe immer wei­tere Fortschritte in der Stärke der Wehr der Achsenmächte: jeder Monat bringe nicht wiedergutzumachende Verluste sür das. englische Kriegspotential mit sich.

Zwei wochenralionen fleisch verloren

Berlin. 18. Januar.

Nach Ncwhorkcr Meldungen ist der 14 988 BNT. große Dampscr „Almcda Star", im Nordatlantit von einem deut­schen U-Boot torpediert, von der Besatzung ausgegeben wor­den. Der mit Kiihlcinrichtungcn versehene Dampfer war mit einer Ladung Gefrierfleisch von Australien nach England unterwegs. Die „Almeda Star" ist. der dritte mit Gefrier­fleisch bcladcne Dampfer, der innerhalb der letzten 12 Tage durch deutsche U-Boote torpediert und versenkt wurde. Diese drei Dampfer hatten zusammen eine Tonnage von S199V BRT., was etwa 49 999 Tonnen Ladesähigkeit bzw. 49 Mil­lionen Kilo entspricht. Bei der starken Kürzung der wöchent­lichen Flcischrationcn, die in den beiden letzten Wochen auf 1 Schilling und dann sogar bis auf fts Schilling Wert be­grenzt war (die Kaufkrast eines Schilling beträgt zur Zeit

bestenfalls 99 Pfg.), sind mit diesen drei Torpcdotrcssern min­destens zwei Wochcnrationen Fleisch für England versunken.

Die britische Regierung hatte versucht, die scharfe Kürzung der Fleischrationen mit angeblichen Massentransporten von Truppen und Kriegsmaterial nach Novdasrika und ent­sprechender Verknappung von Schiffsraum zu begründen. Die Versenkung von drei großen vollbeladenen Fleischdampsern innerhalb von zwölf Tagen aber redet eine andere eindring­liche spräche, warum der britischen Bevölkerung die Fleisch­töpfe immer höher gehängt werden.

für knglanSkalirl unbrauchbar gemacht

Lissabon, 18. Januar.

Von dem in Lissabon beheimateten portugiesischen Motor­schiff „Joa Jose II". das vor mehreren Monaten mit einer Ladung Fischkonfervcn und Zucker nach England auslicf, fehlt. jede Nachricht. Man befürchtet, datz das Schiff verloren ist.

Nachdem ein Heer von Arbeitern und vier Zerstörer in den letzten Wochen vergeblich versucht hatten, den nahe der Tcjo- I

Berlin, 18. Januar.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Ein Unterseeboot meldet die Versenkung von 29 llüll BRT. feindlichen Handelsschisfsraumes.

Die Luftwaffe klärte am gestrigen Tage über dem britischen Raum auf und griff hierbei einen Lon­doner Bahnhof an. Bombentreffer in Gleis- und Eebiiudeanlagen wurden von den Besatzungen beobach­tet. In der letzten Nacht griffen Kampssliegcrverbände einen Hafen an der englischen Westküste mit Erfolg an. Außerdem wurden britische Häfen ver­mint, sowie kriegswichtige Ziele in London von schwächeren Kräften mit Bomben belegt. Zwei feind­liche Flugzeuge wurden im Luftkamps, ein drittes durch Marineartillerie abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt."

fjggpken-fransport künftig um das Kap

Iivv. Stockholm, 18. Januar.

Eine Darlegung des Marinemitarbeiters der Reuteragentur gibt zu, daß die sür die Operationen in Acghptcn und Libyen sowie auch in Griechenland benötigten Verstärkungen, die bis­her zum Teil noch immer durch das Mittclmeer geschickt wurden, durch Vorstöße der deutschen Luftwaffe in Frage gestellt und aus den Umweg über Südafrika verwiesen wor­den sind. Die Lage im Mittclmeer sei durch die deutschen Stukaangrifsc, wie das Rcutcrbüro sich ausdrückt, „kompli­ziert" worden, aber in London hege man starkes Vertrauen zu dem Vermögen der Flotte, diese Schwierigkeiten zu über­winden.

Nach einer Meldung des skandinavischen Telegvammbüros aus Spanien herrscht in Gibraltar fieberhafte Tätigkeit, am die Föstung in äußersten Berteidigungszustand zu versetzen. Es sind wieder einmal alle möglichen Gerüchte im Umlauf, besonders seit dem Austauchen deutscher Luststreitkrästc im Mittelmeer.' ' ' '

Am Sonnabend hatte die englisch« Hauptstadt wieder einmal Tagcsalarm. Deutsche Luststreitkräste operierten, von Südosten kommend, über den Küstenstrcckcn und der Umgebung der Hauptstadt. Die Engländer schickten, wie sie erklären, den deutschen Verbänden Jäger entgegen, konnten aber deren Be­wegungen nicht hindern.- Von englischer Seite wird über ver­einzelte Bombenabwürfe berichtet. Auch Aktionen in anderen Landestcilen werden verzeichnet.

Bei den Nachtangriffen auf Südwales wurde am stärksten Swansea heimgesucht, aber die Aktionen richteten sich nach englischer Darstellung auch gegen zwei weiter« vorläufig noch nicht beim Namen genannte Städte. Swansea habe einen mehrstündigen Angriff durch Wellen von deutschen Flugzeugen erlebt, der offensichtlich außerordentlich schwer gewesen ist. Erheblicher Sachschaden durch die in Swansea angerichteten Feuersbrünstc wird zugegeben.

In der Nacht zum Sonnabend wurden englischen Meldun­gen zufolge Bomben über der Sucz-Kanal-Zvne abgeworfen.

Italienische vomber über Port Sudan

flngriff an -er kenia-sront unter großen seindverlusten zurückgeschlagen

U-Voot meidet Versenkung von 29 000 VM.

kin Hasen an der Westküste von kngland sowie miliiSrische Ziele Londons angegriffen

Vr. Meirich spricht morgen

Festsitzung der Deutschen Akademie in Prag

Prag, 18. Januar.

Die Deutsche Akademie veranstaltet am morgi­gen Montag in Prag, der Stadt der ältesten deut­schen Universität, eine Festsitzung, in deren Rah­men auf Einladung des Präsidenten der Deutschen Akademie. Ministerpräsident Siebert, der Reichs­pressechef Reichsleiter Dr. Dietrich zu dem Thema „Geistige Grundlagen des neuen Europa" das Wort ergreifen wird. (S. auch unseren Artikel über die Aufgaben der Deutschen Akademie im Innern des Blattes.)

Rom, 18. Januar

Der italienische Wehrmachtsbericht vom Sonnabend hat folgenden Wortlaut: „An der griechischen Front wurde» im Abschnitt der 11. Armee feindliche Angriffe zurückgeschlagen. In der Cyrenaika an der Front von Tobruk erhöhte Artillerie- und Spähtrupp- tätigkeit. Während eines feindlichen Angriffes wurde eine Hurricane von unserer Marineslak abgeschossen. An der G i a r a b u b - F r o n t haben unsere Flugzeuge Truppen und motorisierte Kolonnen des Gegners mit Bomben und ME.-Feuer belegt.

In Ostafrika wurden feindliche Kraftwagen, die sich einer unserer vorgeschobenen Stellungen an der Sudansront genähert hatten, in die Flucht geschlagen. An der Kenia-Front haben wir einen von Flugzeugen

und Panzerwagen unterstützten Angriff feindlicher Streitkräfte glatt zurückgeschlagen und dem Feind grotze Verluste beigebracht. Unsere Luftwaffe hat Anlagen und Lagerhäuser des feindlichen Stützpunktes von Port Sudan bombardiert.

Feindliche Luftangriffe auf Ergia, Berbers, Dire- daua, Gura und Toselli haben keinen Schaden ver­ursacht.

In den frühen Morgenstunden des 17. Januar unter­nahm der Gegner einen Luftangriff aus einen unserer Stützpunkte im Dodekanes. Infolge der wirksamen sofortigen Reaktion unserer Abwehr kehrten die Flug­zeuge sogleich um und warfen ihre Bomben planlos auf freies Gelände, ohne Schaden anzurichten."

„wir staken Leiden und Prüfungen vor uns"

cliuckifill sprach zum Sondergesandten Nooseoells — kin neuer Vrel,: Anspräche unter freiem Himmel

Berlin, 18. Januar.

Churchill hat am Freitagabend in Glasgow vor einer öffentlichen Versammlung gesprochen. Aber feine eigentlichen Hörer waren nicht die Elasgower Versammlungsbesucher, sondern ein Mann, der aus der Tribüne sag: Herr Hoptins, der Sondcrgesandte Roosevelts, der sich an Ort und Stelle ein Bild über die Hilfsbedürftigkeit Englands machen soll.

Ihm und den Presseberichten aus USA. galten die hoch- incndcn Phrasen, datz England „die vorderste Linie der Zl- ilisation und des Fortschritts" einnehme, datz es entschlossen i die Menschheit an diesem Wendepunkt ihres Geschicks icht 'im Stich zu lassen", und der Klägern,, datz „dieser böse >!ann Hitler Großbritannien von seinem Weg hinwegfegen >ollc". Es sind die heuchlerischen Phrasen, mit denen die ricgscrklärcr vor den USA. ihre „demokratische Sendung" achwciscn wollen. . ^ >

Der äußere Rahmen dieser Rebe ist sür uns^ Deutsche be- ierten-ivert Sie wurde nicht bei einem Frühstück ge­ölten.'wo 'normalen«!,'« britische Staatsmänner Mischen isch- und Fleischgang da? Wort ergreift,i, sondern u n t e r reiem Himmel. Anscheinend wollte Churchill dem merikäner seine „Volksverbundenheit" bor Augen führen, ledenialls patzt dieser Umstand so ganz zu den verschiedenen, ftscheinungen, die wir in letzter Zeit im plutokratilckiei, Eng- rnd feststellen und die uns seltsam berühren: Man ^spricht

on „Volksgemeinschaft". Vvn gerechter Neuordnung und sozialem Ausbau". Alles, was die Nazis stft IM getan aben, will'man auch - nach dem Kriege tun: Die Arbeits­

losigkeit beseitigen und sogar die Slums durch .Heimstätten ersetzen. Minister und Lords lassen sich herbei, ihre Gcnüg- iamkeit durch ein Dreischillingschauessen im „Savoy" darzu- tun. Jetzt kommt Churchill sogar auf den Dreh, den Nazis die Volksversammlung unter sreiem Himmel nachmachen zu wollen. Allerdings bleibt es bei einer Schaustellung.

Man kann nicht erwarten, daß Churchill in einer solch ge­künstelten Atmosphäre etwas Grundsätzliches zur politischen Lage gesagt hätte. Es war eine der üblichen Ermutigungs- rcdcn, wie sie der Tcmagoge Churchill in kurzen Abständen halten muß, um das Volk bei der Stange zu halten. Aber er strömt keine Zuversicht aus, kein Siegcswille vermag sich am Pathos dieses durchtriebenen Hasadeurs zu entzünden. Dulden, leiden, den Kops hinhalten, das ist feine Verheißung an das englische Volk.

„Vor uns liegen Gefahren, die durch irgendwelche Nach­lässigkeit verhängnisvoll, ja tödlich werden können. Wir haben die Aussicht aus zahlreiche Monate, in denen wir die Bom­bardierung unserer Städte und Jndustricbczirke erdulden müssen, ohne aus dieselbe Weise antworten zu können. Wir

haben Leiden und Prüfungen vor uns. Ich gehöre nicht zu denen, die behaupten, datz sich ebene Wege vor uns össncn oder datz wir in diesem Jahr keine schrecklichen Augenblicke erleben werden." .

Das sind reichliche Prophezeiungen, bei denen man immer wieder 'an die Prahlereien vor einem Jahr denken muh. Churchill hat dem englischen Volk gar keine konkreten Hvsfnungen zu machen, daß es etwa aus eigener Kraft diesen Kamps, der so mutwillig begonnen wurde, durchstehen könnte. Hilsc aus Amerika ist sein einziger Trost. Eine Hilft, die das stolze England züm fortwährenden Verkauf weiterer Besitzungen und zur Ausgabe immer neuer Machtpositionen nötigt. Weg ohne Ende, wie Churchill anscheinend selbst ahnt. „Wir werden so viel wir tonnen, bezahlen, wir brauchen aber viel mehr als wir bezahlen können".

Churchill schloß seine Glasgowcr Rede mit dem kühnen Aus­spruch: „Mein einziges Ziel ist, den Hitlcrismus in Europa auszurotten." Pathos, erklärlich durch die Anwesenheit des amerikanischen Beobachters, denn im übrigen ist die Sachlage die gleiche wie sie zu der kürzlichcn Erktiirung Churchills gc- > führt hat, „datz England um sein Leben kämpft". Pathos, das unverhüllt den Zorn über die endgültige Ausschaltung des englischen Bebormundungsanspruches dom europäischen Fest­land zum Durchbruch kommen läßt und die lcbhaitc Erinne­rung wachruft an den bekannten Ausspruch jenes britischen Premiers am Tage der Kriegserklärung an Deutschland. Eine gefährliche Arroganz in einem Land, das an nichts anderes denkt als den erwarteten deutschen Angrissl

Der amerikanische Kriegsminister Stimson hat es sür zweckmäßig gehalten, daraus hinzuweisen, datz das England-Hilssgesetz als Kongrctz-Borlagc die Zisfcr 1779 und damit die Jahreszahl der

' amerikanischen Unabhängigkeitscrklärung trägt.

Aus der Mitte der Kongrctzabgeordncten heraus hätte von einem Bertretcr der amerikanischen Nation dem Kriegsminister aus jene Bemerkung folgende Antwort erteilt werden können:

k. bckii. „Aber Herr Stimson! Diese Verbindung zwischen dem England-Hilfsgesetz und dem historischen Freiheitskampf der Amerikaner gegen die britischen Machthaber hätten Sie lieber nicht herstellen sollen! Denn Sie kennen doch die Ursachen und den Verlauf unseres Ringens um das kostbare Gut der nationalen Unabhängigkeit genau so wie alle wahrheitsliebenden Männer der Union! Oder müssen Sie wirklich erst daran erinnert werden, was die amerikanische Generation von 1776 vor ihrer mutigen und gründlichen Los- lösung von England unter dem wirtschaftlichen und mi­litärischen Terror der britischen Weltannektierer zu lei­den hatte? Es scheint, daß hier tatsächlich einige nüch­terne Hinweise auf Tatsachen am Platze sind. Jawohl, auf Tatsachen, Herr Stimson: Die Berichte darüber, wie sich die Briten in der mörderischen Epoche des Mer­kantilismus an den Bewohnern ihrer damaligen Ko­lonien der Neuen Welt versündigten, füllen «inen großen Teil unserer Bibliotheken. Die Schätze unseres Bo­dens, unsere Arbeitskraft, ja unser ganzes Sein zwan­gen damals die englischen Imperialisten brutal in den Dienst ihrer maßlos egoistischen Bestrebungen. Unter Mißachtung des primitivsten Selbstbestimmungsrechtes der Kolonisten wurden uns zur Unterhaltung einer englischen Streitmacht auf eigenem, selbst erkämpften Boden durch sogenannte Zuckerakte, Stempelakte. Tee­akte usw, finanzielle Lasten zugemutet, die sich weder mit unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit noch mit unserer Ehrauffassung vereinbaren ließen. Wie wäre es Herr Stimson, wenn Sie sich zwecks Auffrischung der Erinnerung an jene Zeit einmal im New Porter Me- tropolitan-Museum in den Kupferstich Paul Reveres zum britischen „Blutbad von Boston" vertiefen wür­den? *)

Trotz aller Gewalttaten der Briten hatten wir, wie man weiß, am Vorabend unserer Trennung von Eng­land ein bemerkenswertes Beispiel der Bereitschaft zu friedlichem Ausgleich der Gegensätze geliefert: „Er­laubt uns so frei zu sein, wie Ihr es'seid!" lautete in einem vom Kongreß in Philadelphia beschlossenen Auf­ruf an die Londoner Adresse die einzige Bedingung für den Verzicht auf Loslösung der Vereinigten Staaten vom britischen Mutterland. Doch die Engländer stießen die Versöhnungshand zurück, sie wähnten, das Recht mit roher Gewalt beugen zu können, wie sie 170 Jahre später in Europa die großzügigen Verständigungsvor- schläge Adolf Hitlers frivol ignorierten.

Es muß auch darauf hingewiesen werden, daß es der preußische Offizier Steuben war, der im Ver­lauf des nordamerikanischen Unabhängigkeitskrieges als Generalinspektor der Armee George Washingtons nach dessen Niederlagen am Brandywinefluß und bei Eer- mantown die Truppen der Neuen Welt für die dann folgenden Entscheidungskämpfe erst zu einem allezeit aktionsfähigen Instrument gestaltete. Auch das sollte nicht/ in Vergessenheit geraten: Schon wenige

Jahre nach dem für uns (unter Mitwirkung des fran­zösischen Offiziers Lafayette) so erfolgreichen Abschluß des Kampfes um die nationale Selbständigkeit der Union, und zwar zu einer Zeit, da sich andere Staaten Europas Nordamerika gegenüber noch auffallend reserviert ver­hielten, schloß Friedrich der Große mit uns einen Han­delsvertrag ab, der sowohl dem preußischen Souverän als auch dem diplomatischen USA.-Vertreter in Paris, Benjamin Franklin, das Zeugnis politischen Weitblicks ausstellte.

Und dann die englischen Quertreibereien während des kritischen "Zeitabschnitts der Selbstbehauptung unserer Unabhängigkeit und der Sicherung unserer Einheit, Herr Stimson! Obschon wir 1703 anläßlich der englisch-französischen Auseinandersetzungen strikte Neutralität proklamierten, ging Britannien systematisch auf die Unterbindung unseres Handels aus. Damals dehnten die Briten flagrant den Begriff der Bannware auf Lebensmittel (!) aus, amerikanische Schiffe wurden am laufenden Band durchsucht und nicht selten willkür-

Siehe unsere Abbildung aus Seite 2.

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Vnssr

Swansea und London waren u. a. die neuesten Angrifis- objektc unserer Lustwassc.

Der neueste deutsche Fernbomber der Focke-Wulj-Flug- zcugbau-GmbH. „Kurier" hat bereits zahlreiche Erf-ftge gegen Schissscinheiten aus dem Atlantik erzielt.

"9 "°do»t versenkte aus einer Fcindsahrt

Das britische Schlachtschiff „Malaya" ist für längere Zeit kamp,'unfähig.

Die Italiener bombardierten militärische Ziele in Port Sudan.

Churchill hielt eine von Pessimismus zeugende Rede.

T»r erste Opicrsonntag 1941 erbrachte im Gau Wcser- Ems säst eine halbe Million Reichsmark.

Ein Nachrichten-Regiment der Lustwassc eröftnct am kom­menden Donnerstag in Bremen eine Ausstellung.

Die BZ. besuchte die Volksbüchereien im Kreise Brcmcn- Lcsum.