Ausgabe 
(17.1.1941) Nr. 17
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Meiner Nunn

parteiamtliche Tageszeitung

Bas Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien fjansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmrliches verkündungsblatt des Beichsslatchalters in Oldenburg und Dremen

Nr. 1? / 11. Jahrgang

Zreltag, 17. Januar 1941

kinzelpreis 15 Nps.

Kampf auf Leben und lod im Mtelmeer

Sensationelle verichte über die schweren Schäden des britischen flukneugträgers „Illustrious "

wachsende vefiirchtungen in London

vielsagende Widersprüche über die Vombardierung des Flugzeugträgers / Neuter: nur ein Treffer,

flssocialed preß: schon beim ersten pngriff mehrfach getroffen

Krv. Stockholm, 18. Januar.

Die Mittelmeersperre zwischen Sizilien und Nordafrita scheint nach den jüngsten Einsätzen der deutschen und italienischen Lnftstreitkräste verwirklicht und von den Engländern als pein­liche aber unvermeidbare Tatsache hingenommen zu werden. Es kann keine andere Deutung finden, wenn sie auch am Donnerstag immer von neuem auf die Lustkämpfe aus der Borwoche zurückkommen und in immer neuen Schilderungen deren Schärfe betonen, — verbunden mit weiteren Versicherungen, was es für ein Glück gewesen sei, daß die englische« Schisse bei dieser Gelegenheit noch einigermaßen glimpflich davon kommen konnten. Die englische» Verluste wer­den jedoch bei jeder dieser Meldungen verstohlen etwas größer zugegeben, so daß dem Verdacht Vorschub geleistet wird, daß sie in Wirklichkeit noch beträchtlicher sind. —

Im englischen Rundsunk gab sich Donnerstag mittag ein Sprecher große Mühe, haargenau darzulegen, daß es sich keineswegs um eine Niederlage der englischen Flotte gehandelt habe. Sie wird vielmehr in einem Matze mit Lob überhäuft, daß sich die Erinnerung mit früheren ähnlichen Vorgängen einstellt. Wieder soll ganz offensichtlich mit einem Schwall irreführender Redensarten eine Schlappe verheimlicht werden; denn nur bei größeren Mißerfolgen Pflegen die Engländer so verdächtig offen aus die Kühnheit und Geschicklichteit des Feindes hinzuweisen. . ..

Die englische Presse wimmelt von Betrachtungen über ine Bedeutung des Luft- und Seekrieges im Mittelmeer. Die Times" bringt neben einer von grotesken Lügen strotzenden Betrachtung ihres diplomatischen Mitarbeiters einen Leitarti­kel. in dem sie scharfsinnig feststellt, daß der deutsche Angris, aus englische Kriegsschisse das erste ossene Zeichen für das Eingreifen deutscher Flugzeuge im Süden darstellt. — Die Ner­vosität und Besorgnis vor weiteren Schlägen ist groß. Die er­littenen Verluste lassen sich nicht verheimlichen. Wohl oder übel werden also immer mehr Schilderungen zugelassen, die praktisch alle ungewollt das Hohelied der angreifenden Flieger fingen und gleichzeitig immer mehr Beschädigungen, besonders an dem Flugzeugträger „Jllustrious" erkennen lassen, dessen ausführlich besungener Kamps vielleicht das Schicksal anderer Schisse decken muß, über die gar nichts gesagt wird. ...

Die Fortdauer der deutschen Angriffe gegen England bei gleichzeitigem Aktivwerden der deutschen Luftwaffe im Mlt- telmeer hat die englische KriegSsührung vor außerordentliche »svchologische Probleme gestellt Zur moralischen Belebung der Bevölkerung muß wiederum, da Churchill gar nichts weiter übrigbleibt, die amerikanische Hilfe herhalten. Wenn die Deutschen gleichzeitig die englische Mittelmeerslotte und die englischen Industriestädte bombardieren, dann bedeutet dieser Zustand eine gesteigerte Beanspruchung der englischen Nerven. Churchill läßt, wie schon so oft, in allen Tonarten verbreiten, amerikanische Bomber würden jetzt in steigendem Strom nach England kommen.

Nach solchen und ähnlichen Beruhigungsversuchen wird aber kleinlaut nicht nur aus weitere deutsche Angriffe gegen England, sondern auch aus schwerere Schläge gegen die eng­lische Flotte im Mittelmeer vorbereitet. Zuerst hatten zwar die Engländer versucht, das Auftauchen deutscher Luftver- bände im Mittelmeer als „Ablenkungsversuch" hinzustellen, dazu bestimmt, größere Teile der englischen Flotte nach dem Mittelmeer zu locken. Allmählich scheinen sie ernstere Be­denken zu haben. Man könne nicht verheimlichen, so melden schwedische Beobachter aus London, daß „ein Kamps aus Leben und Tod" gegen den Anspruch der englischen Flotte auf Borherrschaft im Mittelmeer eröffnet sei: „Der Kampf um die Herrschaft der englischen Flotte im Mittel­meer wird jetzt von den deutschen Bombern aufgenommen.

Die englische Oessentlichkeit wird nach dem bewährten Churchills^,: Rezept, daß ein Eingeständnis geringer Verluste

Sie nicht mehr für knglanS

New York 1«. Januar.

Rcwhorkcr Schissahrtskreiscn zufolge wurde der norwegische Frachter „M a r st e n c n" (1832 BRT.) durch Kricgsmaß- nahmcn versenkt. Der britische Frachter „E mpire Jaguar", der am 8. Dezember westlich Dakar versenkt wurde, ist der frühere USA.-Frachter „Eastern Gladc" (Z0Z7 BRT.).

Ein englischer Gcleitzug aus 27 Dampfern wurde auf der Fahrt von Kanada nach England durch einen schweren Sturm zersprengt. Bei dieser Gelegenheit versenkte, wie der italienische Wshrmachtsbericht meldete, ein italienisches U-Boot den griechisch» Dampfer „Anastassia" mit seiner aus Bauholz bestehenden Fracht. An Bord befand sich eine englische Schiffs­besatzung, da die griechische Mannschaft sich in Kanada ge­weigert hatte, die Ueberfahrt zu unternehmen. Um die englischen Matrosen zu der Todessahrt zu verleiten, betrug die niedrigste Monatsheucr 50 Pfund Sterling.

eine Sache glaubhafter erscheinen lassen soll, unter die Sugge­stion gestellt, daß der erste Angriff nur relativ geringe Schäden hervorgerufen habe. aber die Eeschicklichkeit und der Wagemut der deutschen Flieger werden in überraschender Weise aner­kannt. England rechnet also mit weiteren peinlichen Erfah­rungen, aus die dergestalt vorbereitet werden soll.

Neue Berichte verraten überdies, daß die Beschädigungen der getroffenen Schiffe viel schwerer sein dürften als Churchill zugeben wollte. Es wird mit großem Nachdruck beteuert, daß der Flugzeugträger „Jllustrious" inzwischen einen Hafen habe erreichen können, „mit eigener Krast", was also keineswegs selbstverständlich war. Der Angrifs auf den „Jllustrious" sei der heftigste gewesen, der je gegen ein einzelnes Schiff gerichtet worden fei. Ein Treffer mit einer schweren Bombe wird jetzt ausdrücklich eingestanden. Das Schiff sei durch die Explosion förmlich geschüttelt worden. Eine zweite Bombe habe das Hinterschiff getroffen. Ferner wird eingestanden, daß der Flug­zeugträger, als er in den schützenden Hafen einlief, in allen Räumen gebrannt habe.

Die bemerkenswerte Tatsache, baß die deutschen Stukas aus­gerechnet die schwer bewassneten englischen Kriegsschiffe an Stelle der bei weitem nicht so geschützten Transporter des Gelcitzuges angriffen und empfindlich trafen, hat in England (Fortsetzung aus Seite L)

vritenkreiizee „Soutlzamplon" verloren

von der vesahung versenkt / Sie VrSnde waren nicht mehr ru löschen

Stockholm, 18. Januar.

Dem Londoner Nachrichtendienst zufolge hat die britische Admiralität bekanntgegeben, daß die Beschädigungen, die der britische Kreuzer „South ampton" (9188 To.) am Freitag erlitten hat, zu einem Totalverlust geführt haben.

Die ausgebrochene» Brände konnten nicht mehr ge­löscht werden und erreichten solche Ausmaße, daß es not­wendig wurde, das Schiff aufzugeben. Da es unmöglich war, das Schiff in einen Hasen einzuschleppen, mußte es von der eigenen Besatzung versenkt werden.

Der Ausdruck „Totalverlust" läßt darauf schließen, daß der Untergang einen großen Teil der Besatzung mit in die Fluten gerisstn hat. Damit ist überraschend schnell der Ver­dacht bestätigt worden, daß die englischen Beschreibungen der Kämpfe mit den deutschen Stukas und vor allem die Lobes- hhmnen auf die wundersame Rettung des Flugzeugträgers „Jllustrious" nur dazu bestimmt waren, schwere Verluste zu verheimlichen. Die Engländer wollten auch bei dieser Ge­legenheit nicht eingestehen, daß es deutschen Flugzeugen mög­

lich ist, schwere Secstreitkräste zu vernichten. Sie verbergen vermutlich auch jetzt noch weitere schwere Schadenswirkungen. Die Welt wird jedoch aus dem Eingeständnis des Untergan­ges der „Southampton" entsprechende Rückschlüsse ziehen.

Eine weitere Meldung der englischen Admiralität behaup­tet, daß die größte Mehrheit (l) 8er Besatzung des Kreuzers „Southampton" gerettet worden sei. Die „Southampton" war bereits 1939 von deutschen Fliegerbomben einmal beschädigt worden. Sie wurde später von den Engländern bei der Norwegenaktion eingesetzt.

Der Kreuzer „Southampton" gehörte zur „Birmingham"- Klasse. Er ist 1937 in Dienst gestellt worden, erreichte 32,5 Knoten und hatte 709 Mann Besatzung. Seine Bewassnung bestand aus zwölf 15,2-Zentimeter-Geschützen sowie acht 10,2 Zentimeter- und einer Reihe" leichter Lnstabwehrgeschütze.

Volltreffer aus den valznlzof von Vover

Kriegswichtige Ziele in einer Stadt Mittellenglondo in rollendem einsah angegriffen

Berlin, 18. Januar.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Die Luftwaffe belegte gestern am Tage bei bewaffne­ter Aufklärung ein Truppenlager sowie ein weiteres Ziel in Südostengland mit Bomben. In der Nacht zum 18. Januar griffen Kampssliegerverbände trotz ungünsti­ger Wetterlage in rollendem Einsatz kriegswichtige Ziele in einer Stadt Mitteleixglands, in geringem Umfang auch in London, an. Der Bahnhof von Dover er­hielt mehrere Volltreffer. Englische Häfen wurden wei­ter vermint.

Der Feind warf in der letzten Nacht in Norddeutsch­land ehreren Stellen Spreng- und Brandbomben. In L elmshaven entstanden mehrere Häuser­brände. -öas tatkräftige Eingreifen des Sicherheit- und Hilfsdienstes und des Selbstschutzes konnte jedoch eine Ausdehnung dieser Brände verhindern. Auch im Hafen­gebiet zündeten einige Brandbomben, ohne jedoch nennenswerten Schaden anzurichten. Die Verluste in Wilhelmshaven betragen 2V Tote und 35 Verletzte."

.

In der Nacht zum Donnerstag, so wird in London bestätigt, führten deutsche Luststreitkräste einen neuen Angriff aus Lon­don durch. Alarm sei sofort nach Einbruch der Dunkelheit gegeben worden, wie englische Berichte besagen. Der eigent­liche Angrifs habe zwei Stunden gedauert und sich gegen eine Reihe von Londoner Distrikten gerichtet. Wie bei den früheren Angriffen dieser Art seien Brandbomben in großer Zahl

niedergegangen. Vom Erdboden aus habe man deutlich Ma- schinengrwchrkeuer kämpsender Flugzeuge Vernehmen können. Gegen Morgen ereignete sich ein neuer deutscher Angriff, den die Engländer nur kurz verzeichnen, ohne Näheres über seinen Hergang zu sagen. Dagegen wird zugegeben, daß sich weitere Aktionen auch gegen andere Teile Englands richteten.

Zwar versuchen die amtlichen englischen Berichte die Wirkung der deutschen Vergeltungsschtäge aus die britische Hauptstadt dadurch herabzusetzen, daß automatisch gemeldet wird, die Brände seien bald „unter Aussicht" gestellt worden. Wie schwer es aber den Londoner« wird, des Feuers Herr zu werden, das der Bombenhagel der deutschen Luftwaffe bei ihren Angriffen verursacht, davon zeugt ein Eigenbericht von .Stockholms Tidningen".

Nachdem das schwedische. Matt die E i n f ü h r u n g der obligatorischen L u-s t s ch u tz p fl i cht mit Beginn nächster Woche gemeldet hat, geht es aus' den Brand eines un­besetzten Regierungsgebäudes ein und berichtet, daß dieses Grogseuer allgemeine Erbitterung hervorgerufen habe. „Stan­dard" brachte in seiner gestrigen Nummer ein« Zeichnung zur Charakterisierung der Zustände bei den britischen Behörden. .Diese Zeichnung zeigte zwei -britische Beamte, die' die Dienst­räume mit den Worten verlassen: „Jetzt ist alles geschlossen. Wir haben das Wasser abgestellt und alle Türen und Fenster geschlossen. Nun können wir beruhigt aus das Land reisen." Die Unterschrift dieser Zeichnung heißt: „Die lernen es nie­mals!"

Die Karikatur der englischen Zeitung ist nicht nur ein Be­weis sür die miserable Organisation britischer Behörden, son­dern gibt auch der bangen Erwartung Londons aus das, was noch kommen wird, deutlich Ausdruck.

Hr-kairit- öeeieieys-öteake-l'e

' Von

Kontsrsckmiisl a. O. Larl 1 r ü g s r t

Die englische Kriegsmarine verfügte als die stärkste Europas bei Kriegsbeginn über 15 Schlachtschiffe,

7 Flugzeugträger, 15 schwere, 45 leichte Kreuzer, 154 Zer­störer und 66 Unterseeboote. Die Einheiten waren ver­teilt auf die Heimatflotte: Ein Schlachtgeschwader, ein Kreuzergeschwader und eine große Anzahl leichter Schiffe; auf die ebenfalls sehr starke Mittelmeerflotte und auf in allen Meeren stationierte Kreuzergeschwader. Die Verluste, die das Jahr 1839 gebracht, ließen immer noch sehr beträchtliche Kräfte übrig.

Man war nicht zufrieden in England mit den Leistun­gen der Kriegsmarine. Sie war nicht imstande gewesen, die steigenden Erfolge der deutschen Seekriegsführung, besonders die' Schiffsversenkungen durch Unterseeboote, einzuschränken. Diese ließen auch in den ersten Monaten des neuen Jahres nicht nach. Die Regierung sah ein, daß etwas geschehen müsse, die bisher ausgeübte Fern- blockade Deutschlands genüge nicht. So kam es zu dem Plan einer großen, mit Truppenlandungen verbundenen Unternehmung gegen Norwegen, die im Einvernehmen mit der französischen Regierung durchgeführt werden sollte. Unsere im April blitzschnell ausgeführte Besetzung norwegischer Häfen ließ das eigentliche Großunterneh­men nicht zustande kommen. Was übrig blieb, waren nur Teiloperationen.

Starke englische Flottenverbiinde drängten in den nach Narvik führenden Ofoten-Fjord. Ihnen sielen unsere dorthin entsandten Zerstörer nach tapferstem Widerstand zum Opfer. Es folgten unter Deckung englischer und französischer Flottenteile einzelne Truppenlandungen nördlich von Narvik, in dem Romsdal-Fjord und bei Namsos. Alle diese Versuche, in Norwegen festen Fuß zu fassen, sind mißglückt. Die Flotte mußte alsbald' die Wiedereinschiffung der Landtruppen decken. Auf dem Rückzzua nach England erlitten die Geschwader bedeu­tende Verluste, besonders der am 8. Juni aus Narvik ausgelaufene Verband, von dem unsere Seestreitkräfte den Flugzeugträger „Glorious" mit seinen beiden Ve- gleitzerstörern und mehrere Transportschiffe versenkten.

Der englischen Admiralität wurden wegen der Ope­rationen in Norwegen im Parlament schwerste Vor­würfe gemacht. „Warum sind unsere Schlachtschiffe nicht den schwachen deutschen Streitkrästen in die Fjorde nach­gedrungen, wo sie ihnen nicht entgehen konnten?" fragte ein alter Admiral an. Die Admiralität suchte sich damit zu entschuldigen, es sei zu gewagt gewesen, die wert­vollen.Schlachtschiffe den deutschen Luftangriffen auszu­setzen. Dieselbe Zurückhaltung der eigentlichen Schlacht­slotte wurde auch während der bald folgenden Opera­tionen im Westen beibehalten. Dagegen bot der Ende Juni von Deutschland und Italien mit Frankreich ab­geschlossene Waffenstillstand der englischen Admiralität Gelegenheit zu neuen Verbandsunternehmungen.

Am 3. Juni kam es zu der in England begeistert auf­genommenen Seeschlacht von Oran. Diese Seeschlacht war in Wirklichkeit gar keine Schlacht, sondern ein fei­ges Abschlachten. Auf der Reede von Mers-el-Tebir, der etwa 460 Kilometer von Gibraltar entfernten Flotten- basis von Oran, lagen am 3. Juli die beiden modernen französischen Schlachtschiffe „Dunkerque" (Flaggschiff des Vizeadmirals Gen-soul), „Straßbourg", die alten Panzer­schiffe „Provence" und „Bretagne", 6 Flottillenfllhrer und eine Anzahl von Zerstörern und Unterseebooten. Auf den Schiffen waren nur noch Wachkommandos an Bord, auch die Küstenbatterien waren nicht mehr gefechtsbereit. Das vor dem Hafen erscheinende englische Geschwader umfaßte den Schlachtkreuzer „Hood" das größte Kriegsschiff der Welt, 2 weitere Schlachtschiffe, einen schweren Kreuzer, einen Flugzeugträger und neun Zerstörer. Der französische Admiral lehnte die englische Aufforderung zur Uebergabe seiner Schiffe ab.

Die Engländer eröffneten um 17.30 Uhr ein vernich­tendes Feuer. Das Panzerschiff „Bretagne" geriet in Brand und flog mit dem größten Teil seiner Besatzung in die Luft. Nach einer Viertelstunde waren auch „Dun- kcrqne", „Provence" und der Flottillenführer „Com­mandant Teste" außer Gefecht gesetzt. 6 Zerstörern gelang es, zusammen mit dem Schlachtschiff „Straßbourg" zu entkommen.

Der Londoner Rundfunk entblödete sich nicht, dieses Scheibenschießen als ein neues Trafalgar zu feiern. Die

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London provoziert die Sowjetregierung

Nussisüze Warenbezüge aus den USfl. ergeben eine komplizierte Lage

krv. Stockholm, 18. Januar.

Das englische Ministerium für wirtschaftliche Kriegführung, dem die Blockadepolitik anver­traut ist, hat eine Stellungnahme gegen Rußland losgelassen, die großes Aussehen erregt.

Bloße Gerüchte, Rußland beziehe größere Mengen von Roh­stoffen aus Uebersee, haben eine Erklärung ausgelöst die wohl am richtigsten als plumper Ausdruck, englischer Wut über die russische Neutralität und über das deutsch-russische Wirtschaftsabkommen charakterisiert wird. Den Anstoß dazu bot eine vermutlich inspirierte Meldung aus Buenos Aircs. wonach die russische Regierung zahlreiche Handelsschisse bereit­zustellen gedenke, um aus den Bereinigten Staaten Waren für den Weiterexport via Rußland nach anderen europäischen Ländern zu holen. Diese Waren könnten, so befürchten die englischen Instanzen, über Wladiwostok und die transsibiri­schen Eisenbahnen möglicherweise nach Deutschland gelangen.

Die amerikanische Agentur United Preß. die über den Vor­gang aus London berichtet, meint ausdrücklich, daß man ge­neigt sei, diese Angaben mit gewissen Borbchalten aufzuneh­

men; nichtsdestoweniger liege dazu eine ofsiziösc Londoner.NZr- klärung vor. Diese besagt: „Die englische Regierung verfolgt diese Entwicklung mit größter Aufmerksamkeit, um rechtzeitig die nötigen Gegenmaßnahmen zu tresson. Wenn die Nachrich­ten richtig sind. daß Rußland eine größere Handelsflotte sür den Transport von Waren auS den Bereinigten Staaten zur Wiederausfuhr nach Deutschland ausrüste, würde eine ernste Lage entstehen."

Schwedische Meldungen aus London zu der gleichen Ange­legenheit erklären die Lage sei nach der Londoner Ausdrucks­weise „kompliziert, um nicht zu sagen heikel." Man könne sich keine Informationen durch direkte Unterhandlungen mit Ruß­land verschaffen: es bestehe daher in England die Hoffnung, daß die Bereinigten Staaten „die notwendigen Maßnahmen

treffen würden." Die Frage wird also vermutlich von den eng­lischen Vertretern in Washington angeschnitten werden.

Die Anklagen gegen Rußland sollen vor allem belegt wer­den durch eine Veröffentlichung der „Financial News", die der Sowjctrcgicrung vorwirft, sie habe bereits Ende vorigen Jahres große Ankäufe in Amerika getätigt,. darunter fünf Millionen Tonnen Oel, sttns Millionen Tonnen Weizen und große Mengen Baumwolle.

Alle diese Waren sollten in Häfen des Pazifiks nach Wladi­wostok verfrachtet werden. Die „Financial News" behaupten offen, ein großer Teil der Käufe sei für fremde Rechnung getätigt worden, und fordert deshalb, die Vereinigten Staaten müßten diesen Handel stoppen. Wenn andere nichtkrieg- sührende Länder in Europa Waren siber die transsibirische Bahn zu importieren wünschten könnten sie ja bei England eine entsprechende Erlaubnis einholen! Die „Financial News" fügen dummdreist hinzu, diese-'wende ,edoch in der Regel nicht einmal Schweden oder andern "Ländern erteilt:

Die britische Admiralität meldet den Totalverlust des Kreuzers „Southampton".

Englische und amerikanische Berichterstatter bestätigen die schweren Beschädigungen des britischen Flugzeugträgers „Jllustrious".

Der gestrige OKW.-Bcricht meldet den Angriff kriegs­wichtiger Ziele einer Stadt Mittclenglands in rollendem Einsatz.

Ein italienisches N-Boot torpedierte einen englischen Kreuzer.

An der Verschwörung gegen König Faruk von Aeghpicn waren auch britische Offiziere beteiligt.

Der Fall „Mcndoza" stellt sich als neues Beispiel maß­loser englischer Niedertracht heraus.

UTA.-Außcnminister Hüll äußerte sich über das Englond- HilsSgcsctz, dabei gleichzeitig von einer Bedrohung der USA. faselnd.

Die USA. sollen aus Londons Wunsch die Verschiffung russischer Waren verhindern.

In seiner Eigenschaft als örtlicher Lustschußlcitcr Bre­mens erläßt der Polizeipräsident wichtige Mitteilungen. Die Nordscc-HJ. ruft den Jahrgang 1930/St zur Er­füllung der Jugenddicnstpslicht.