Ausgabe 
(16.1.1941) Nr. 16
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Werner Muno

parteiamtliche Lageszeitung

Das flmlsblatt des Negierenden vürgermeisters der Zreien fjansestadt vrcmen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkündungsblatt des Neichsstattiiallers in Oldenburg und Vremen

Nr. 16 / 11 . Jahrgang

Donnerstag, 16 . Januar 1941

kinzelpreis 13 Nps.

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/ Von kkslmut Lünclsrnicknn

Im kolKenckvil Killt der näciiste Aitailleiter das ftsieksprssseckeks, 8tabsleitsr Helmut 8iiudsr- wanu, siue bemerksitllrvsi't« and ersellöpksude 6liarakteristik VVinston Skurellills, die in idrsr keseklossenllsit ein Dokument kür unsere und kommende Leiten sein und bleiben wird.

Als kürzlich der englische Ministerpräsident wieder einmal aus den Spuren deutscher Bombenangriffe wandelte, ver­breitete das Reutcrbüro darüber einen rührseligen Bericht. Die Churchillschen Hosbcrichterstatter hielten dabei die Be­hauptung für passend, die Menschenmenge, die dem Schau­spiel zusah, sei in den Ruf ausgebrochen ..6 ood. old IVinston" Guter, alter WinstonI Es mag verständ­lich sein, wenn die britische Propaganda einen gewissen.Wert aus den Eindruck legt, als ob dem britischen Ministerpräsi­denten heute die Herzen des einfachen Volkes zugewendet seien. Denn gerade die Eigenschaft des abgeklärten und sympathischen Staatsmannes hat der fetzige Premierminister im Verlause seiner heute bereits etwa 35jährigen politischen Laufbahn nachweislich bisher nicht entwickeln.

Aber vielleicht ist gerade dies der Grund, warum das Reuterbüro in solcher Richtung bemüht wird. Es soll dem englischen Volk einen anderen Churchill vorgaukeln, weil mit dem Churchill, den England bisher gekannt hat, keine Zuversicht und keine Hoffnung im Volke geweckt werden kann. Der gleiche Churchill, nämlich, der jede Gelegenheit so gerne benutzt, um mangels besserer Waffen mit dummen Schimpfereien die Staatsmänner zu beleidigen, gegen die

England den Krieg entfesselt hat, hat allen Grund, seine eigene Person und ihre merkwürdige Vergan­genheit dem Lichte der Erinnerung zu entziehen. Und ein gut Teil des Hasses, der ihn verblendet, mag darin seine Erklärung sinden, daß seine überragenden Gegner als ein­fache stolze Kämpfer ihrer Völker, sich zu dem Ringen, das sie geführt, zu den Gedanken, die sie geformt, und zu den Taten, die sie vollbracht haben, offen zu bekennen vermögen wäh­rend der kleine Wicht von der Themse den Schleier des Vergessen? über all das zu breiten gezwungen ist, was bisher sein merkwürdiges Dasein ausmachte.

Es liegt das Dunkel eines seltsamen Spiels mit dem Schicksal über diesem Weg durch vier Jahrzehnte. Eines Spiels, dem nachzugehen sich lohnt, weil dieser Mann heute diktatorisch Englands Geschicke bestimmt und weil deshalb ihn zu erkennen den CMüssel gibt zum Urteil über das Unverständliche, das aus der Insel jenseits des Kanals sich zur großen Tragödie entwickelt.

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Dieser heute 86jährige Sohn aus der Ehe eines Lords mit einer Amerikanerin, dieser Sproß aus dem Hause der Her­zöge von Marlborough und Enkel eines Vizekönigs von Ir­land, vollbrachte schon als lsjähriger seine erste aufsehen­erregende Tat aufsehenerregend vor allem heute, weil sich in ihr ein Eharakterzug widerspiegelt, den er in - der aktuell­sten Gegenwart erkstüt unter Beweis stellt: Während eines jugendlichen Spiels mit zwei Kameraden ergibt es sich, daß Winston sich aus die Brücke über einer Schlucht verläuft.

während die Spielgefährten auf beiden Seiten ihn abge­schnitten haben. Er ist gefangen, sein Spiel nach normalem Ermessen verloren. Er aber weigert sich, dies einzusehen, und springt die dreißig Meter in die Tiefe, im Vertrauen daraus, daß eine hohe Fichte seinen Fall auffangen und mildern würde. Die Hoffnung erwies sich als trügerisch, und der junge Churchill lag drei Tage bewußlos und bedurfte eines ganzen Jahres und der Bemühungen der teuersten medizini­schen Autoritäten zu seiner Wiederherstellung!

Di«sc Begebenheit ist nicht das einzige Merkmal, das schon in der Jugend dieser seltsamen Persönlichkeit zur Beurteilung ihres künftigen Lebensweges beiträgt.

Dem Mangel an Besonnenheit reiht sich schon damals ein bemerkenswertes Versagen geistiger Fähigkeiten gegenüber bestimmten Anforderungen an Er wird freilich auf den teuersten Schulen des victoriänischcn England erzogen, aber er vermag in Harrow jahrelang nur die allerletzten Plätze zu belegen. Als er, da jeder Gedanken an ein Hochschul­studium von vornherein aussichtslos erscheint, Kadett in Sandhurst werden soll, fällt er bei der Aufnahmeprüfung zweimal durch und wird erst bei der dritten Prüfung mit Mühe den geringen Anforderungen gerecht, die man damals in geistiger Hinsicht an zukünftige Offiziere stellt. Auch das gelingt nur, weil er sich gegen den Willen seines Vaters zur Ausnahme in die Kavallerie meldet, bei der die Aus­sicht aus ein Bestehen der Prüfung größer war.Der Wett­bewerb für die Infanterie so schreibt er selbst in seinen ErinnerungenWeltabenteuer im Dienst" war schärfer, da die Kavallerie weit kostspieliger war."

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Leftänünisse der britischen flSmiralität

slugreuglrägerIllustrious" und kreujerSouUiampron" durch Fliegerbomben beschädigt

N - w h o r k, 15. Januar.

Die britische Admiralität gibt in einer amtlichen Verlaut­barung bekannt, daß am 1«. Januar deutsche und italienische Luststreitlrästc britische Kriegsschiffe in der Straße von Sizi­lien angrisfen. Dabei habe der englisch- Flugzeugträger I l l u st r i o u s" (23 808 Tonnen» Treffer erhalten, und an Bord habe es nicht nur Schäden sondern auch Verluste ge­geben. Weiter sei der Kreuzer ,.S o u t h a m p t o n" (Slvv Tonnen, gctrossen und ernsthaft beschädigt worden. Die B-schä­digungen dieses Kreuzers müßen besonders schwer gewesen sein, denn die Admiralität fügt hinzu, daß er noch einen Hasen habe erreichen können.

Aus dem gleichen amtlichen englischen Bericht geht hervor, daß in dem Gefecht mit den beiden italienischen Torpcdoboo-

flulklärung über Sudenglanö

Die gute Wirkung der letzten Angrifse bestätigt Berlin, 15. Januar Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Infolge der ungünstigen Wetterlage wurde im Lause des 14. Januar von der deutschen Luftwaffe nur über Südengland aufgeklärt. Hierbei konnte die gute Wir­kung der in den letzten Nächten durchgeführten Angrifse aus kriegswichtige Ziele in Plymouth und Portsmouth festgestellt werden."

ten der britische ZerstörerGallon t" (1335 Tonnen) durch eine Mine oder einen Torpedo beschädigt worden sei.

Der FlugzeugträgerZllustrious" gehört zu den modernsten englischen Schissen dieser Klasse. Er ist erst I83S vom Stapel gclausen und ist erst vor wenigen Monaten in Dienst gestellt worden. Maschinen von über 188 888 PS. verliehen ihm eine Stundengeschwindigkeit von 38,7 Knoten. Er war bestückt mit 16 1I,4-em- und 32 4-cm-Lustabwehrgeschützcn sowie 32 Ma- ichinengewetzren zur Luftabwehr. An Bord hatte er 48 bis 45 Flugzeuge Die Besatzung bclies sich aui >688 Mann.

Der KreuzerSouthampton gehört zurBirmingham"- lllasie. Er ist 1837 in Dienst gestellt worden, erreichte 32,5 Knoten und hatte 788 Mann Besatzung. Seine Bewaffnung be­stand aus zwölf -15,2-om-Gcschützen sowie acht 1.8,2-cm-. und einer Reihe leichter Lustabwehrgeschütze,

kelürütze una polvlvrMere

Mit diesem Eintritt in die Kadettenschule beginnt erst eigentlich seine Entwicklung, jetzt erst hat er eins Plattform, auf der er zu wirken versteht Er stürzt sich die nächsten Jahre, wie er selbst erklärt, in einenTrubel und Treiben der Feldzüge und Poloturniere"

wobei nach seinen eigenen Schilderungen die letzteren Er­eignisse ihn ernster beschäftigen, während er an Feldzügen nur als Zeitungsberichterstatter in Diensturlauben teilnimmt. Aber zweifellos gilt seine ganze Liebe dem Krieg.Wie schön sich vorzustellen" so ruft er damals aus, ,man wäre 1793 erst 19 Jahre alt gewesen und hätte noch mehr als 28 Jahre Krieg vor sich gehabt!"

Seinen erstenKrieg" erlebt er, als er einen Urlaub be­nutzt, um nach Kuba zu reisen, wo 189b Kämpfe zwischen spanischen Regierungstruppen und Aufständischen stattfanden. Als Ärguyrent dieser merkwürdigen Unternehmung gibt er an:Dies wurde einer Saison schwerer Jagdritts als gleich­wertig oder^fast gleichwertig erachtet!" Und als wesentliche Erfahrung dieser Expedition findet er eshöchst merkwürdig, daß diese Spanier das Recht haben sollten, über ihr Land und ihre Kolonien ganz genau so zu reden oder zu denken, als wären es Engländer".

Seinen zweiten Feldzug macht der Kadallerieleutnant Churchill ebenfalls ohne dienstlichen Austrag und unter Aus­nutzung seiner Beziehungen als privater Zuschauer mit gleich­zeitiger Berichterstattung an dieMorningpvst" in Indien mit, wo er an einer Strafexpedition gegen aufständische In­der teilnimmt und bei dieser Gelegenheit seinenAbscheu gegen den Geschmack von Whisky völlig überwunden" hat, wie er mit Befriedigung. feststellt. Über den Verlauf dieser Veranstaltung berichtet er weiter:Das Ganze war ungemein aufregend und für den, der nicht umkam oder verwundet wurde, auch sehr amüsant, , . Jedenfalls war nach Ablauf von vierzehn Tagen das Tal eine Wüste und unserer Ehre Genüge getan."

In seinem starken Drang nach blutigen Erlebnissen und seinem nicht minder entwickelten Bedürfnis zu publizistischer Betätigung erreicht er es auch dank seiner Beziehungen zum englischen Kriegsminister, daß er gegen den ausdrücklichen Willen des Oberbefehlshabers Kitchencr, der keinen Schlach­tenbummler wünscht auch an dem Mahdistcnseldzug im Sudan teilnimmt, um darüber ein Buch zu schreiben Aus diesem Feldzug berichtet der Engländer Martin in seiner Churchill-Biographie eine für die Churchillschc Gcistesver- sassung bezeichnende Begebenheit:

Stellen Sie sich" so heißt es in dem Martinschcn Buch

einen stämmigen britischen Wachtmeister vor, der mit .blutiger Lanze, verschmutzt und mit schwcißiiberströmtem Gesicht in der Schlacht von Omdurman von dem damaligen Sekondeleutnant Churchill gefragt wird:Na, haben Sie Ihren Spatz daran gehabt?"

Seinen großen Schlager landet Churchill im Buren- krieg, bei dem er ebenfalls als Korrespondent derMor- ningpost" tätig ist von den Buren gefangen wird. Es gelingt ihm in einem Güterzug unter Reissäcken versteckt, aus portugiesisches Gebiet zu fliehen Ueber seineHeldentaten" bei Gefangennahme und Flucht hat er gleich selbst in der Morningpvst" mit so großem Nachdruck berichtet, daß der LondonerStar" damals ironisch schrieb, man müsse im Zweifel sein,ob eigentlich Feldmarjchall Roberts oder Win­ston Churchill den Sieg über die Buren erfochten hatte!"

Bereits vor dem Burenkrieg war er aus dem Heer ausge­schieden. Er hatte nämlich für das Jahr 1899 beschlossen: nach Indien zurückzukehren und das Poloturnier zu ge­winnen: meine Papiere einzureichen und meinen Abschied zu nehmen: . . . und mich schilcßlich nach einer Möglichkeit zum Eintritt ins Parlament umzusehen." So stellt sich Churchills Beschluß,Politiker zu werden", dar!

Dieser Abschluß seiner militärischen Laufbahn war wie ihr Inhalt: er sieht im Soldatcntum keine Aufgabe, son- d e r n e i n e n S p o r t; an Feldzügen nimmt er nicht teil aus einem Pflichtgefühl, nicht um etwa für fein Land zu kämpfen, sondern aus Äbenteuerdrangf und aus einem ebenso ungewöhnlichen wie unnatürlichen Bedürfnis, Blut zu sehen.

..rsrvenspiet eines cnsmsievns kreMNeil eines leuieis

Für seine politische Laufbahn hat er dank der Beziehun­gen seines Vaters, der jahrelanges konservatives Unterhaus- mitglied war, gute Vorbedingungen. Er hat durch diesen Vater alle iührenden Pcrsönlichkciteii der Regierung und der Konservativen Partei kennengelernt und hebt selbst her­vor. daß er'schon als Sandhurster Kadett seine ersten politi­schen Gesellschaften imHause des Lord Rothschild mit­gemacht habe! So bekommt er ohne Mühe bei einer Nach­wahl im Jahre 1899 eine aussichtsreiche Kandidatur und fällt durch! Erst nach der Rückkehr von, Burenleldzug, als er seine Fluchtgeschichtc zu einer nationalen Sensation cmporzulügen verstanden hat, gelingt es ihm mit:288 Stim­men Mehrheit den liberalen Gegenkandidaten zu schlagen und damit einen Sitz im Unterhaus zu erobern.

Groß ist sein Respekt vor den Wählern nicht. Ueber die vierzehn Wahlkämpse, die er im Lause seines Lebens ge­führt hat, erklärt er freimütig:Es hat etwas Trauriges zu denken, daß man nicht weniger als vierzehn Monate seiner knapp bemessenen Daseinssrist damit verbracht hat, leeres Stroh zu dreschen!"

Ebensowenig Ehrfurcht wie vor seinen Wählern hat er vor dem Parlament, dessen Mitglied er geworden ist. Anstatt

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Die Aufklärung über Südengland bestätigt die Nachhal- tigkeit der letzten deutschen Bombenangriffe.

ihrer Flottcncinheitcn im Mittclmccr ein.

Jalicnische Flugzeuge warfen die Munitionsdepots Prevesa in Brand.

In Schansi kam es zu blutigen Kämpfen zwischen chine- nschen und lapanischen Truppen.

inncrungstrcsfens der NSDAP.

Staatssekretär Körner sprach in Wien über die Ziel­setzung des zweiten Bicrjahrcsplancs

2"? kommenden gaucigcnen stratzcnsammlung für das Kricgs-WHW, erläßt der Gauobinann der TAF. einen Ausrus.