Ausgabe 
(8.1.1941) Nr. 8
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Werner Mum

parteiamtliche Lageszeitung

vas flmtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Zreien fjansestadt vremcn

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der Nationalsozialisten Vremens

flmlliches verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

7lr. 8 / 11. Jahrgang

Mittwoch, 8. Januar 1941

kinzelpreis 15 Nps.

London versucht Schaden N1 bagatellisieren

lffurchills neuester dreh: „Nur" ein Sechstel v. st. brttischer Käufer rerstört

„Vertrauliches Material^ veröffentlicht

kmpörung über USfl.-lournalisten — Zensurgebeimnisse für 25 tents

> Mausie« hörtet

Die Stärke unserer Kriegsfinanzierung Von

Dr. Ilsiuo Kadi

brv. Stockholm, 7. Januar.

Die englische Propaganda hat anscheinend einen neue« Trick erfunden, um die Wirkungen des Luftkriegs abzustreiten. Mit Hilfe neutraller Berichterstatter werden Behauptungen ver­breitet, die unter dem Schlagwort „nur ein sechstel Prozent der englischen Häuser zerstört" glauben machen sollen, daß die deutschen Bomben eigentlich nur ganz minimalen Effekt gehabt hätten.

Die Quelle dieser Behauptung ist der „Daily Telegraph", der unter Bezugnahme aus die Aufsichtsratssitzung einer Grundstücksgcsellschast folgende Milchmädchenrechnung auf­macht: Die betreffende Gesellschaft verwaltet etwa 300 Nlw Grundstücke in England, wohlgemerkt, in allen Teilen des Landes. Um was für „Häuser" es sich handelt, wird nicht gesagt, wahrscheinlich aber Villen, Schlösser, Landgüter, vor allem also Wohnhäuser. Von diesen seien nur 48V völlig zer­stört 2VVV schwer und 7NVV leicht beschädigt worden. Es seien also nur insgesamt 3 Prozent der in Frage stehenden Ob­jekte beschädigt und nur ein sechstel Prozent vollkommen zer­stört ....

Dieses Beispiel — in dem wohlweislich nicht die Rede ist von Fabriken, Docks, Lagerhäusern usw. — wird wahrhaftig von schwedischen Berichterstattern in London, denen vermut­lich ihre letzten Schilderungen über die Wirkungen der ge­waltigen Luftangriffe auf London vom Jnformatwnsmini- sterium verargt worden sind, dazu benutzt, die eigenen An­gaben abzuschwächen und Churchills Ableugnungskünste zu unterstützen. Es wird sogar behauptet, „Personen, die jüngst aus Schweden nach England kamen" (was für welche? — Kommt heute ein» Schwede nach London?.) feien geradezu er­staunt gewesen, daß die Lustkriegsschäden nicht größer seien! Diese anspruchsvollen Herren hätten erklärt: „Das ist ja gar nichts, wir dachten, daß der größte Teil der Stadt in Trümmern läge!

Man bekommt geradezu den Eindruck einer Art Begriffs­verwirrung^ wenn in dem gleichen Bericht anschließend er­wähnt wird, daß gewisse Londoner Bezirke beispielsweise den , Eindruck einer Mondlandschaft machten. Offensichtlich ist dieser Vorgang inszeniert als Gegenstück zu den entrüsteten Feststellungen des Leiters der schwedischen Liistschutzdelegation in Berlin und Hamburg, der unter unverkennbarer Bezug­nahme aus die Reuterlügen vom „pulverisierten Hamburg" vor kurzem nach Rückkehr in Stockholm erklärte, er sei durch britische Berichte vollkommen irregeführt und, habe von den angeblich beträchtlichen Lustkriegsschäden so gilt wie nichts feststellen können.

Große Aufregung herrscht in London über die Veröffent­lichung eines amerikanischen Journalisten namens Engel, der Gelegenheit hatte, England einige Wochen lang zu besuchen nnd der nach seiner Rückkehr nach Amerika angeblich Geheim­material über neue englische Flugzeugtypcn herausgab. Vor allem aber soll Engel Material über Lustkriegswlrknngen, das er von englischen Behörden vertraulich erhalten habe, ver­wertet haben unter Nennung bombardierter Städte und mit einem Verzeichnis getroffener Munitions- und Flugzeug- fabriken, zerstörter Docks usw.

Im Unterhaus gab es Fragen an die Regierung und Aufforderungen, Engel nie wieder in englisches Gebiet her­einzulassen. Ein Londoner Blatt erklärt entrüstet, der Feind

Londoner Sender getroffen

stv. Stockholm,?. Januar.

Nach einer amtlichen Londoner Meldung ist das zentrale Vcrwaltungs- und Sendegebäude des englischen Rundfunks zweimal durch Bomben getroffen worden. Eine erste Bombe explodierte unmittelbar nach Beginn einer Nachrichtensen­dung, doch erst die nächsten Bomben hätten ernste Beschädi­gungen an dem Gebäude hervorgerufen.

könne jetzt für 25 Cents in einer amerikanischen Zeitschrift alle Geheimnisse der englischen Zensur kaufen.

In der Nacht zum Dienstag unterblieben nach englischen Angaben wegen sehr schlechter Wettervcrhältnisse Lustkrtcgs- opcrationen so gut wie völlig. Abends seien allerdings in Südostengland deutsche Flugzeuge erschienen und am Mon­tag hätte London tagsüber, insgesamt nicht weniger als dreimal Alarm gehabt. Es mutz von englischer Seite zu­gegeben werden, daß aus die Hauptstadt tagsüber Bomben gcworsen wurden, und zwar gegen mehrere Bezirke. Das englische Königspaar stattete dem bombenverheerten Shef­field den seit einiger Zeit fälligen Trostbesuch ab.

Zum Besuch des Gesandten des Präsidenten Roosevclt in London, Hopkins, schreibt die „Sundah Times" in einem Begrützungsartikcl, Hopkins werde in London die Härte der englischen Prüfungen feststellen können.

„Eoventrh und Birmingham, Bristol, Sheffield und Man­chester" so heißt es dann wörtlich, „werden es ihm zeigen.

aber er braucht nicht weiter zu gehen als bis in die Eiih".

Wir sind überzeugt, datz alle die Punkte, die das Blatt anführt, in ganz besonderem Matze dem Gesandten des USA-- Präsidcnicn die Härte und Auswirkungen des Krieges vor Augen führen werden. Die Feststellungen der „Sundah Times" lassen nur eines vermissen, nämlich die nicht zu über­sehende Tatsache, daß die jüdisch-plutokratische Kriegshetzer­clique Englands es war, die diesen Krieg wollte »nd ihn systematisch vorbereitete, dabei allerdings den Fehler beging, nicht damit zu rechnen, datz all das, was man dem deutschen Volke zugedacht hatte, das eigene Land treffen könnte.

London: Neue deutsche LuftaktioitSt

kv. Stockholm. 7. Januar.

Nachdem London eine Atempause von der Dauer einer ein­zigen Nacht gehabt hat, lebten am Dienstag die deutschen Luftangriffe in verschärfter Form wieder aus und zwar in Form von Aktionen, die den Engländern wieder einmal die peinliche Ueberraschung deutscher Bomben bei Hellem Tages­licht bereiteten. Das Londoner Lustsahrtministerium sah sich am Dienstagabend veranlatzt, neue deutsche Lustaktivität über einer ganzen Anzahl von Landesteilen zu verzeichnen. Bom­benangriffe werden gemeldet aus dem Bereich Groh-London, aus einer Stadt in Mittelengland und aus verschiedenen an­deren Plätzen, die nicht näher bezeichnet werden.

Irotr ungünstiger Wetterlage am feinst

Kriegswichtige Ziele in Siiii- unS MitielenglanS angegriffen — London mit vomben belegt

Berlin, 7. Januar.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im Rahmen bewaffneter Aufklärung wurden trotz un­günstiger Wetterlage kriegswichtige Ziele in Süd- und Mittelengland zum Teil mit Tiesflug ange­griffen. Auf einem Flugplatz gelang es eine Anzahl von Bombenflugzeugen am Boden schwer zu beschädigen. Kampfflugzeuge griffen Bahnanlagen aus niedriger Höhe mit Bomben und Bordwaffen an und erzielten in einer chemischen und einer Kugellagersabrik meh­rere gutliegende Treffer. Einzelne Flugzeuge belegten London in mehreren Anfingen mit Bomben. Hierbei wurden sieben Sperrballone brennend abgeschossen.

Fernkampfbatterien des Heeres nahmen gestern abend ein sich der französischen Küste näherndes feindliches Fahrzeug unter wirksames Feuer. Der Feind flog auch in der vergangenen Nacht in das Reichsgebiet nicht ein. Ein eigenes Flugzeug kehrte vom Feindflug nicht zurück."

Am 6. Januar versuchten britische Flugzeuge in ver Nord­see ein Handelsschiff sowie ein Bewachungsschisf der deutschen Kriegsmarine mit Bomben anzugreifen. Obwohl die briti­schen Flieger ihre Angriffe mehrmals wiederholten, verfehlten sämtliche Bomben um Hunderte von Meter das Ziel. Beide Schiffe blieben völlig unbeschädigt. Das Wachschiff setzte feinen Wachdienst fort. während das Handelsschiff wohlbehalten in seinen Heimathafen einlaufen konnte.

knglische Schiffsverluste im fltianlik und in der Siidfee

Ncwhorl, 7. Januar.

Die Besatzungsmitgliedcr des holländischen Frachters „Bode- graven", der am Montag aus Liverpool in den Hasen von Boston eingelaufen ist, erklärten, aus ihrem Konvoi seien drei Frachter versenkt worden, nnd zwar nachdem die beglei­tenden englischen Zerstörer die Rückfahrt nach England ange­treten hatten. Die Namen der versenkten Schisse werden nicht genannt.

Schanghai, 7. Januar.

Der britische Dampfer „Ncllorc" (6942 BRT.), der, von Rabaul kommend, am 3l. Dezember in Manila erwartet wurde, wird, einer Meldung aus Manila zufolge, feit dem Auslaufen aus Rabaul vermißt. Die Reederei befürchtet, datz der Dampfer ein Opfer eines in der Südsce operierenden deutschen Hilfskreuzers geworden ist.

An die Tätigkeit deutscher Hilfskreuzer im Pazisik erinnert ferner eine Meldung aus Melbourne, wo amtlich bekannt­gegeben wurde, daß 67 Europäer vermißt würden, die sich wahrscheinlich als Gefangene an Bord deutscher Hilfskreuzer befänden. Die amtliche Bekanntmachung unterläßt es jedoch bezeichnenderweise, anzugeben, welchen Dampfern die Gefan­genen als Besatzung angehörten. .

Srielffisltie Matrosen slreiken

Moskau, 7. Januar.

Nach einer in den Moskauer Blättern veröffentlichten „Taß"-Meldung aus London ist in verschiedenen englischen Häfen wegen Lohnstreitigkeiten ein Streik griechischer See­leute ausgebrochen. Die Streikenden, deren Zahl über 1ÜVV betrage, sollen aus England abgeschoben werden. Nach zuver­lässigen Informationen seien 52 der streikenden griechischen Seeleute ins Gefängnis geworfen worden.

lffurchill muß zu Notmaßnaffmen greisen

6reenwoqst abgestalstert — flusschiisse für Produktion und Importe — Schwerste WirtschaftskalamitSten in kngi and

inv. Stockholm, 7. Januar.

Die englischen Produltionsschwierigleiten als Folge von Lust- und Seekrieg haben Chur­chill zu einer neuen llmorganisation in seinem Kabinett veranlagt, die zur Abhalfterung des Labourpolitilers Grecnwood aus seiner bisherigen Funktion als verantwortlicher Minister sür die Oberleitung der gesamten Produktionssragen führte.

Grecnwood erhält als neues „Arbeitsgebiet" die Fragen des Wiederaufbaues und anderer theoretischer Probleme, die sich nach dem Kriege ergeben könnten. An Grcenwoods Stelle ist ein Ausschutz sür Kriegsproduktion gebildet worden, der aus Marineministcr Alexander, dem Flugzeugministcr Lord Beaverbrool, Arbeitsmintstcr Bevin und Vcrsorgungsminister Duncan besteht.

Der Eindruck, daß es sich hier um eine Notmaßnahme han­delt, die durch die Zerstörung großer. Teile der englischen Kriegswirtschaft und Versorgung sowie den Zwang zu über­hasteten Aushilssaktionen veranlaßt worden" ist, wird be­stätigt durch die gleichzeitige Einsetzung eines „Erekntiv- ansschusses sür Importe", den Churchill in seinem Kabinett eingerichtet hat, „um die ganzen Jmportsragen zu stimulieren und zu regulieren in Uebereinstimmung mit der Politik des Kriegskabinetts. Besonders in der Paarung dieser beiden Maßnahmen liegt ein kaum noch verhülltes Eingeständnis vor, daß die englische Kriegsproduktion in immer höherem Maße eine Jmportsrage geworden ist. Vergeblich sagt ein Kommunique, das zur Begründung dieser Veränderungen in der Nacht zum Dienstag verbreitet wurde: „Man hosst, daß als Folge aus diesen Anordnungen die in Kriegszcitcn sehr komplizierten Regicrungssunktioncn in einen einfacheren nnd konzentriertercn Rahmen gebracht werden können, so daß es möglich sein wird, die Zahl der Unterausschüsse zu verrin­gern und ebenso Zeit einzusparen sür ihre Beratungen, da­mit . eine schnellere und bestimmtere Verhandlungsweise er­möglicht wird, und gleichzeitig die verfassungsmäßige Ver­antwortung der Minister gegenüber der Krone und dem Parlament aufrechterhalten wird." Der ganze Schwulst dieser Phrasen enthält als Kern lediglich die Tatsache, die nach Möglichkeit verborgen werden soll, daß England dem Zwang

gegenübersteht, Hals über Kopf einen vermehrten Import auf allen Gebieten zu bewerkstelligen, damit die durch deutsche Bomben nnd Torpedos verursachten Ausfälle irgendwie wett­gemacht werden können.

Churchill hat also zwei neu« Viermänncrräte geschossen, die mit diktatorischen Rechten — nach Churchills Befehlen — zur Beseitigung der schweren Schäden aus wirtschaftlichem Gebiet und aus finanziellem Gebiet — ausgestattet wurden. Diese Notausschüsse sind nach den Gestänkmssen der britischen Presse Institutionen, die geschaffen werden mußten, um die ständig zunehmende Desorganisation aus wirtschaftlichem Gebiet zu mildern, wobei sie erkennen ließ, daß dabei der Labvur-Vertrc- ter Artur Ereenwood in der Versenkung verschwinden würde. Ihm wurde nun in Aussicht gestellt, daß er einmal später, wenn es soweit sei, ein Ministerium für Nachkriegswicderauf- bau erhalten würde, inzwischen muß er als Minister ohne Ministerium mit denjenigen Ministerkollegen gelegentlich be­raten, wann und wie die ihm zufallenden Ausgaben akut werden könnten, Grecnwood wurde also abgehalftert nnd ihm die Schuld für das mangelnde Funktionieren der industriellen' Kricgsanstrengnngen aufgebürdet, die er vorher „zu koordi­nieren hatte. Aber der Labourmann bleibt bezahlter Pfrnndcn- besitzer, während sein Ministcrkolleg« Bevin den Vorsitz des Viermänneirats für die Produktion erhielt. Tatsächlich hat sich Churchill vorbehalten, die Verantwortung dafür zu über­nehmen, daß dieses Exekutivkomitee und das für Eininhr „mit der allgemeinen Politik des Kriegskabinetts in Uebereinstim­mung" bleibt. Pro Fvrma hat aber im übrigen der Lordpräsi­dent des Rats. Attlee. der Vorsitzende der Labourparth, seine Stillung als Leiter eines weiteren Komitees der Kriegswirt­

schaft behalten mit der Ausgabe, sich um die „Koordinierung" der verschiedenen Komitees zu kümmern. Trotz allem aber ver­bleibt der Eindruck, daß nicht nur die Abwälzung der Ver­antwortung aus Ereenwood sich vollziehen sollte, sondern daß der Einfluß der Plutokratenclique gestärkt und daß das ihr unangenehme Nörgeln der Läbour-Leutc eingestellt werden sollte.

Dabei hat Churchill nicht daraus verzichtet, die sog. Ar­beiterminister in der Verantwortlichkeit zu halten, damit er ihnen bei gegebener Gelegenheit in weiteren Schwierigkeiten vor der Oesfentlichkeit Verantwortung zuschieben kann; denn unabhängig von der Frage der persönlichen Fähigkeiten des in die Wüste gejagten Herrn Ereenwood, bleibt es Grundwahrheit, daß die neuesten Versuche Churchills, sich auf dem Wege über „Gehirntrusts" zu retten — diesen Vergleich mit dem ihm befreundeten Demo-Diktator Roose- velt beliebte die englische Presse — nichts anderes sind als die nüchternen Folgen der Wirkung der deutschen Lustofsen- sive und Blockade, Aus ihr resultieren alle entscheidenden Schwierigkeiten, resultiert das Versagen der britischen Kriegswirtschaft und die immer kürzer werdende Decke der Einsuhrmengen, die aus die Dauer auch die von Churchill diktatorisch, gelenkten „Viermännerräte" nicht ZU verlängern vermögen. Die Rüstungskapazität Britanniens und das Ein­treffen der amerikanischen Hilfssendungen wird eben ent­scheidend bestimmt von dem harten Zupacken der deutschen Wehrmacht, Nur in einem Punkt liegt Konsequenz in den Maßnahmen der Ausflucht und der Not, die Churchill hier traf. Er schus sich, dem Verantwortlichen für diesen Krieg und seine stillose Wetterführung bis zum Zusammenbruch des britischen Empire, erneute diktatorische Stellungen. Er wurde, nachdem er bereits der Diktator der militärischen Kriegführung war. jetzt auch der Diktator der witrschaft- stichen Kriegführung. Aber er bleibt in einem weiteren Punkt dem. demokratischen System treu. Er umgibt sich weiter mit Formen der organisatorischen Durchführung, die ihm, bei aller Machtvollkommenheit sür den verantwortlichen Kriegstreibch:, jeder Zeit den Weg offenlassen, auch künftig Tündenböcke zu finden. k.

Ein Krieg von so gewaltigen Ausmaßen, wie der uns aufgezwungene, wirft naturgemäß auch nach der Seite der Kriegsfinanzierung Fragen auf. Der Uebergang zum Z^prozentigen Typ, den das Reich mit der vor wenigen Tagen erfolgten Ausgabe von 15jährigen Schatzanweisungen vollzogen hat, stellt nun zweifellos ein außerordentlich wichtiges Ereignis in finanzpoli­tischer Hinsicht dar. In immer stärkerem Maße hat sich der direkte Erwerb von Reichspapieren durch das Publi­kum zu einem bedeutungsvollen Faktor der Kriegs- finanzierung entwickelt. Es hat in diesem Kriege nicht der Auflegung von Kriegsanleihen mit dem damit ver­bundenen Drum und Dran, wie es viele von uns noch aus dem Weltkriege in Erinnerung haben, bedurft.

Eine seit 1933 bereits konsequent durchgeführte Eeld- und Kapitalmarktpolitik hat die Voraussetzungen dafür geschaffen, daß es bei Ausbruch des Krieges im Hinblick auf die Finanzierung nicht erst kostspieliger Experimente bedurfte, die unter Umständen nur Flikwerk gewesen wären. Vielmehr konnte eine gelenkte Kapitalmarkt- politik in einem geradlinig weiterzuversolgenden Weg einmünden. Heute ist es daher so, daß der Kriegs­finanzierung bei uns im wesentlichen nicht mehr der Charakter einer Lenkung anhaftet, sie hat vielmehr lediglich die Mittel für die Kriegsführung aufzubrin­gen. Hierin liegt nichts Problematisches, denn die Auf­bringung als solche ist, wie erst in diesen Tagen Staats­sekretär Landsried in einer grundlegenden Rede über die nationalsozialistische Kriegswirtschaft anläßlich des 10jährigen Bestehens des Gaues Westfalen-Nord noch­mals betonte, kein Problem, da sich der Staat die er­forderlichen Mittel auf jeden Fall beschaffen kann. Aus­schlaggebend ist lediglich die Aufbringungsmethode. Des­halb erhebt der nationalsozialistische Staat die Kriegs­steuern in erster Linie vom Einkommen und nur zu­sätzlich vom Verbrauch, und zwar ausschließlich vom Ge­nußmittelverbrauch. Der Staatssekretär wies dabei noch auf den sehr wichtigen Gesichtspunkt hin, daß diese Kriegssteuern neben ihrer fiskalischen Bedeutung auch volkswirtschaftlich unentbehrlich seien, da sie durch Ab­schöpfung überhöhter Kaufkraft den nicht lebensnotwen­digen Verbrauch gleichzeitig eindämmen und dadurch die Bewirtschaftung sowie gerechte Verteilung der Ver­brauchswaren erleichtern.

Die besondere Stärke der deutschen Kriegsfinanzierung geht klipp und klar einmal aus der Tatsache hervor, daß der auf Steuern basierende Teil des Finanzbedarfs von Monat zu Monat weiter anwächst. Vergleichsweise !ei darauf hingewiesen, datz im Weltkrieg lediglich 5 Prozent der Kriegskosten durch Steuereinnahme« ge­deckt worden ist, wogegen heute der aus Steuern be­friedigte prozentuale Anteil des Finanzbedarfs von Kriegsbeginn an ein mehrfaches des Weltkriegssatzes betragen hat, der aber noch ständig weiter im An­wachsen begriffen ist. Die Breite der steuer­lichen Grundlage unserer Kriegsfinan­zen ist jedoch erst voll ersichtlich, wenn man sich die Angaben des Staatssekretärs im Reichsfinanzministe­rium Reinhardt vor Augen hält, wonach das Eesamt- aufkommen des Reichs an Steuern im Rechnungsjahr 1940 — einschließlich Verwaltungsein'nahmen und Kriegsbeiträgen der Gemeinden sich auf ca. 30 Milliarden RM. belaufen wird. Diese Summe stellt das Funda­ment dar, auf dem die Stärke der Finanzkraft des Reiches beruht. Die Finanzkraft ist so groß, daß das Jahr 1841, in, das wir eingetreten sind, keine neuen Steuern und keine Erhöhung der «atze vorhandener Steuern bringen wird, wie Staats- sekretär Reinhardt ausdrücklich betont. Wie bedrohlich steht dagegen die Situation in England aus, dessen gewaltiges Staatsdefizit mit Mühe und Not qedeckt werden kann, und zwar nur mit Hilfe von allerlei Experimenten, die das Gespenst der Inflation immer bedrohlicher an den Horizont malen.

Die Sicherung des Kriegsbedarfs an Geld ist eine nationale Angelegenheit erster Ordnung. Wird auf der einen Seite der Teil des Finanzbedarfs, der durch Steu­ern gedeckt werden kann, fortgesetzt größer, so sübrt auf der anderen Seite derjenige Teil des Volkseinkommens der nach Vornahme der privatwirtschaftlichen Bedarfs­deckung und nach Bezahlung der Steuern verbleibt, zu Sparguthaben. Bankguthaben usw., nnd diese „aufge­speicherten" Gelder wieder drängen zwangsläufig nach

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Unser?ayS88V»eyeL

Die deutsche Lustwaiie bombardierte trotz ungünstiger Wetterlage kriegswichtige Ziele in Süd- und Mittel­england.

Bardia ist nach heldenhaftem Kamps der Italiener ge-

Der italienische Ministcrrat hat den Kamps bis zum Endsieg Proklamiert.

Japan hat wegen des Bermudas-Zwischenfalles scharfen Protest an England gerichtet.

Der Ausruhr in-Palästina ist im Wachsen begriffen.

Degrelle sprach in Lüttich über die Ziele der Ncr- bewegung.

Der Abschluß der Deutschen Reichsbahn sür das Jahr lösn zeigt ein befriedigendes Bild.

Ueber Bernsswahlsragen äutzert sich anläßlich der Be­rat»,igsoktion der TAF. und HJ. Reichsorganisations- lcitcr Dr. Ley.

Zu», Jahresbeginn führte die Nordsee-Hitlerjugend eine Fllhrcrtagung durch. ,