Ausgabe 
(13.2.1941) Nr. 44
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Nr. 44 / II.Mrgang

Donnerstag, 1Z. Lebruar 1941

der Nationalsozialisten Vremens

Amtliches verkündungsblalt des Neichsstatchalters in Oldenburg und vremen

kinzelpreis 15 Npf.

tliurchill fuchtelt mit der Pistole

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teere ltrokungen gegen -ie Valkanliinder

Liquidierung weiterer englischer öesandtfchasten im Südostraum l

kv. Stockholm, 12. Februar.

Churchill schickt sich an, in einer Art Raserei ganz Europa hn Krieg zu erklären. Das ist der Sinn der mit patholo­gischer Geschwindigkeit hervorgesprudelten Drohungen und um sich greifender Gcwaltpliine, mit denen England gern alle -malen einschüchtern und terrorisieren möchte, die nicht so vollen, wie England selbst und die es daher für seine dro­hende Niederlage verantwortlich macht. Der englische Bot- schnster in Washington, Lord Halifax, der Sturmvogel der englischen Niederlage erklärte, wie bereits berichtet, der Ab­bruch der diplomatischen Beziehungen mit Rumänien werde vielleicht nicht der einzige Schritt bleiben, den England in dieser Richtung unternehmen werde. Was das bedeuten soll, »läutern amerikanische Meldungen aus Istanbul und an­deren Siidoststädten: Sämtliche englische Gesandte in den Jalkanländcrn sollen abberufen werden. Sie haben angeblich bereits Maßnahmen getroffen, um dem Beispiel der Buka­rest» Gesandtschaft zu folgen. Alle wichtigen Dokumente seien noch der Türkei geschasst worden.

In London selbst werden widerspruchsvolle Parolen ver­breitet. Ten Berichterstattern solcher Länder, die noch nicht direkt in „Bearbeitung" genommen werden sollen, wird ver­sichert. England habe keine Absicht, den Konflikt auszudehnen, den Amerikanern dagegen wird erklärt, England besitze, da »irr ein Teil der Nahostarmee in Libyen eingesetzt sei, noch eine bedeutende Reserve. Auf der einen Seite wird in London versichert, man betrachte die allgemeine Kriegslage im Mittel- meer als „ganz günstig jür einen englischen Gegenstoß im Lüdosten", auf der anderen Seite wird beteuert, England hebe keine Neigung, eine neue Front aus dem Balkan zu nöisnen. Beides kann propagandistische Taktik sein. In eng­lischen Kreisen stehen sich anscheinend aber auch verschiedene Strömungen gegenüber, wobei Churchill immer wieder für das Abenteuer ist, während andere Instanzen bremsen möch­ten, Die gemeinsame Sorge wird in der „Times" deutlich, die sich dahingehend ausspricht, daß von englischer Seite nicht eine direkte Kriegsausdehnung auf dem Balkan be­

st sehr

fürchtet werde, sondern «ine für England ungünstige innere Entwicklung in diesen Ländern.

England hat, wie schwedisch« Meldungen aus London ent­hüllen, in den letzten Monaten das äußerste 'an Druck, Um­trieben und Machenschaften geleistet, um die Entwicklung in die von ihm selber gewünschte Bahn zu bringen, nämlich die der Aufwieglung des Balkans gegen Deutschland. Nach einer Londoner Meldung des „Dagens Nyheter" haben die eng­lischen Gesandten in Belgrad und Sofia vor etwa zwei Monaten den Regierungen dieser Länder den Vorschlag eines jugo­slawisch-bulgarischen Bündnisses unterbreitet. Aber dieser Druck hatte nicht den gerinsten Erfolg.

Schwedische Meldungen heben ferner hervor, daß der Ton in London auch gegenüber Sowjetrußland immer skeptischer »erd«. Anscheinend habe London alle Versuche abgeschrieben, Moskaus Wohlwollen zu erwerben. Das bedeute aber eine »eitere Komplikation sür Englands Stellung zur Türkei. Stattdessen versucht man in London wieder einmal, Spanien unter Druck zu setzen, da Churchill anscheinend auch Angst um Gibraltar hat. Vom Untergang bedroht, von immer mehr ehemals unterjochten oder finanziell abhängigen Ländern ver­loben, möchte Churchill die Pistole auf alle Welt ringsum sehen, bald auf diesen, bald auf jenen. Aber gerade dadurch »erden die Motive dieser Einschüchterungsversuche klar, und -hr Essekt verpusst.

Im Südosten gescheitert

Englands Wirtschaftsimperialismus vor dem Bankerott

ist. Bukarest, 12. Februar

In den Wirtschaftszentren des Donauraumes wächst die Einsicht, daß England in den Jahren seit dem Weltkrieg mit den Balkanstaaten falsches Spiel getrieben hat. Der Donauraum »°r für die britische Finanz nur Ausbeutungsobjekt. Erleich­tert sieht man die letzten Handlanger der Londoner City scheiden Eins Bukarester Tageszeitung stellt dazu fest: Kurz b°r dem Krigge hielt London die Zeit für gekommen, um den südosteuropäischen Staaten, insbesondere Rumänien, ihren Platz auf dem Schachbrett der gegen Deutschland gerichteten Einkreisungspolitik anweisen zu können. Dieser Augenblick war von England Jahre vorher mit einer rücksichtslosen sinanzimperiattstischen Methode vorbereitet worden. Mit syste­matischer Emsigkeit hatte das englische Kapital im Donauraum 8 uß gefaßt und durch Aufdrängung von Wucheran­

leihen versucht, die Südostländer zu Heloten der City zu machen. Das Endziel der finanziellen Beteiligung Englands an der Wirtschaft dieses Raumes, dessen Bevölkerung zu 75 Prozeit von der Landwirtschaft lebt, war aber nicht aus­bauende Arbeit zum Nutzen beider, sondern Raubbau an den vorhandenen Naturschätzen, rascher Gewinn und poli­tische Erpressung aus dem Umweg über den wirt­schaftlichen Sektor. Kein englischer Pflug zog in Rumänien eine Furche, kein englischer Wirtschaftsfachmann dachte an die Aussorstung der Kahlschlüge, die kapitalistische Raffgier zurückgelassen hatte, kein Bankier in der City wollte den Ausbau des Straßennetzes oder andere nicht sofort zinsen- tragende Investitionen, wie sie im Gegensatz dazu das deutsch­rumänische Wirtschaftsabkommen dutzendweise enthält.

Mit brutaler Offenheit gestand das Londoner Wirtschafts­blatt „Economist" nach Beginn dieses Krieges über das Ziel der englischen Handelspolitik auf dem Balkan, daß es jetzt nur noch darauf ankäme, die Volkswirtschaften der Donau- länder zu stören. Dieses negative und brutale Wirt­schaftsinteresse Londons wurde durch die Herrschaft des engli­schen Oelimperia.lismus über Rumänien ergänzt. England verstand außerdem, seinen Wirtschastsimperialismus

stets in den Dienst seiner versteckten politischen Ziele zu stellen.

Von dem Augenblick an, da Londoü den Termin seines Krieges gegen das deutsche Volk festgelegt hatte, kehrte es diese politischen Ziele vollends heraus. Der Benesch-Staat war an diesem politischen Ziel der Westmächte zugrunde gegangen, was Polen, das damalige Rumänien und Griechen­land nicht hinderte, britisch« Garantien anzunehmen. Polen ist trotz dieser Garantie von der Landkarte verschwunden. Rumänien blieb lange in falsche trügerische Sicherheit ge­wiegt. Griechenland steht heut« in einem aufreiben­den Krieg, der die Griechen einmal Englands Garantien verfluchen lassen wird.

Alle Register britischer Staatskunst wurden in Südost ge­zogen: verlockend« Kredite. Kniefall anglikanischer Geistlicher vor Kirchenfürsten des Balkans, scheinheilig« Kulturpropa­ganda, wirtschaftliche Erpressungen, an den Hals geworfene Beistandspakte, schließlich Drohungen und Sabotageversuchei aber alle diese Mittel haben versagt. So bleibt jür England nur noch ohnmächtiges Schimpfen.

Das ist das Ende der englischen Wirtjchastsherrlichkeit aus dem Balkan.

Unterseeboot versenkte 21500 VM.

feindliches ?l!0ll-VM.-liondelsschiff durch kampislugreug vernichtet — kinflugoerluch an der Kanalküste mit vier Abschlissen abermals Mrückgeschlagen

Berlin, 12. Februar. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Ein Unterseeboot versenkte 215V» BRT. feindlichen Handelsschiffsraums. Bei erfolgreichen Angriffen ge­gen Schiffsziele im Seegebict um England versenkten Kampfflugzeuge ein Handelsschiff von 7VVV BRT. und beschädigten zwei weitere Schiffe schwer.

Ein Versuch des Feindes, gestern am Tage in das besetzte Gebiet an der Kanalküste einzusliegen, mihlang wiederum. Der Gegner verlor hierbei vier Flug­zeuge, und zwar zwei im Lustkampf, eines durch Flak­artillerie und eines durch Marineartillerie.

Der Feind warf in der letzten Nacht in Nordwest- und Mitteldeutschland eine kleinere Zahl von Spreng- und Brandbomben auf Wohnviertel. Nutzer einer ge­

ringen Zahl Toter unter der Zivilbevölkerung entstand pur leichter Sachschaden.

Genaue Feststellungen haben ergeben, datz bei dem am 1v. Februar gemeldeten Angriff von Fernkampf­flugzeugen gegen einen britischen Eeleitzug westlich der portugiesischen Küste insgesamt sechs Schisse mit 28 5VV BRT. feindlichen Handelsschisssraum versenkt worden sind.

, Wie bereits gemeldet, wurden beim Angriff au das Reichsgebiet in der Nacht zum 11. Februar fiin weitere feindliche Flugzeuge abgeschossen, so datz sich die Gesamtzahl der am 111. und in der Nacht zum 11. Februar vernichteten britischen Flugzeuge auf 38 erhöht."

vritischer Luftterror gegen kolländer

Amsterdam, 12. Februar.

Wie'von zuständiger Stelle in Den' Haag mitgeteilt wurde, hat die englische Luftwaffe in der Nacht zum Dienstag einige größere Aktionen gegen niederländische Ortschaften unter­nommen. Zahlreiche Spreng- und Brandbomben wurden in verschiedenen Teilen des Landes abgeworfen, wovon ein be­deutender Teil auf ofsen.es Feld fiel. Bei der Willkür, mit der die Engländer ihre Bomben abwarfen, konnte es nicht ausbleiben, daß Wohnhäuser in mehreren Orten getroffen wurden und daß Opfer unter der Zivilbevölkerung zu ver­zeichnen waren. Zahlreiche Wohnhäuser und andere Ge­bäude, darunter Gewächshäuser, erhielten Glasschäden. Ferner wurde eine Schule vernichtet. Brandbomben verursachten eine Anzahl von Brandherden, die schnell gelöscht werden konnten.

wenn knglünder Abschüsse melden

Berlin, 12. Februar.

Die Engländer machen es sich leicht, wenn sie ihre Abschuß- meldungen zusammenstellen. Da verkündet der Sender Da- ventry, in der vergangenen Nacht seien zwei deutsche Kampf­flugzeuge über England abgeschossen worden. „Sie wurden zuletzt nur noch wenige Fuß über dem Meeresspiegel ge­sichtet."

Das ist der Gipfel einer unklaren Meldung. Denn erstens war es Nacht, und da sind derartige Beobachtungen bekannt­

lich sehr schwer, und dann ist die Tatsache,, daß Kampfflug­zeuge nur wenige Fuß über dem Meeresspiegel beobachtet werden, noch lange kein Beweis dafür, datz diese Flugzeuge abgeschossen sind. Solange sie noch fliegen, liegen sie nicht im Wasser. Und wenn man so genau festgestellt hat, daß sie niedrig über dem Wasserspiegel flogen, dann hätte man auch sehen müssen, daß sie ins Wasser gefallen sind. Ganz ab­gesehen von der Tatsache, daß in der fraglichen Nacht Ver­luste an deutschen Kampfflugzeugen nicht eingetreten sind. Wenn mit solcher Leichtfertigkeit Abschutzmeldungen kon­struiert werden, dann ist es kein Wunder, wenn das läsache der wirklichen Abschußziffern zustandekommt, wie Churchill dies kürzlich verkündet hat, als er von 8 V abgeschossenen „Stukas" über Malta faselte, obwohl nur sechs deutsche Flug­zeuge in Verlust geraten sind.

Doch ons Licht des Inges gekommen

New York, 12. Februar.

Associated Preß zufolge ist der englische Hilfskreuzer „Fo- rascr", dessen Verlust die britische Admiralität im Dezember bekanntgab, von Ncwhorker Schisfahrtskreisen als der 16 «02 BRT. große Passagicrdampser „Montrose" der Canadian- Pacific-Linic indentisiziert worden. Um den Verlust dieses großen und schnellen Schisses zu verschleiern, hatte ihm die britische Admiralität also einen neuen Namen zugelegt.

Zerstörung der englischen Schiffahrt draht

willkies Aussage vor.dem USA.-Senatsausschuß — was Neuter verkeimlicht

N-Wyork. 12. Februar.

, Noch einer fast zweistündigen Unterredung mit Roosevelt schilderte Willkic am Dienstag in der Sitzung des außen- dolitischen T-natsausschusses seine in England gewonnenen Eindrucke. Er wies aus die schweren Verwüstungen in Eng- l°nd hin und erklärte, daß Englands größtes N>siko >n der -ch'Nahrt liege. In diesem Zusammenhang teilte Willkie mit, England seit Mai 1810 durchschnittlich 68 608 BRT. wöchentlich verloren habe. was dreimal so viel wie die Bau- rate ausmache.

..In der englischen und der Nordamerikanischen Presse-nimmt

^ Aussage Willkies vor dem Senatsausschutz den ersten P ein. Es stehen zwei Punkte im Vordergrund: 1 . Willkies Peilungen nach Lieferung weiterer Zerstörer sur Angsnnd, Le-n Hinweis, datz Englands Niederlage .— die son,l Gegenstand der allgemeinen Diskuftion gewowen- 7 - angeblich die Vereinigten Staaten mit in den Kne» hineinziehen würde. Willkie hat diese Behauptung o,ftii,icht- '4 wr Entkrästung der isolationistischen Hfl'weife aus- NE, ,k>aß gerade die jetzige Hilfe an England die Kriegs- «eiahr ,n sich schließe.

Als sensationell wird in den neutralen Ländern ein von »nuter verschwiegener Teil der Willkie-Erklarung betrachtet, und"'' durch amerikanische Ag-nturbericht- bekannt wird r, d n°u° Rückschlüsse gestattet, welche Eindrucke Willkie wah- s°'n°s Englandbesuches wirklich «-Wonnen Hai. Nach "Ünited-Prekr"-Melduna aus Washington sagte "UUllkie uainlich wörtlich' Die arötzte Gefahr liegt darin, datz -°nd Mit d°r"Arst«?u'n/sL Schiss-H.t,b°dr-Ht w.rd.^ Wie ej,,^wgc heute liegen, kann nur eine ll-'N- Zah ÄUPn Zerstörereskorte bekommen. Wenn Mr wirklich Eng °»d >n der bestmöglichen Weise helfen wollen, müssen wir

den Engländern neue Zerstörer liefern." Das englische Rcuterbüro hatte diese Enthüllung über Englands klägliche Notlage zur See bezeichnenderweise vollkommen unter- schlagen.

Willkie forderte im Senatsäusschuß weiterhin Ueberlassung von Langstreckenslugzeugen an England sowie „in steigendem Maße Ueberlassung von Handelsschiffen". Wiederholt betonte er die absolute Dringlichkeit dieser Hilfe, mit der keinen Tag mehr gezögert werden dürfe: „Ich sehe mich gezwungen, dar­aus hinzuweisen, daß der Vorschlag in der äußersten Weise beschleunigt werden muß, so daß England so schnell wie es überhaupt geht das benötigte Material bekommt. Kredite sind nicht mehr ausreichend. Das brennendste Problem besteht darin, daß wir so schnell wie möglich Ausrüstungen und Ma­terial liescrn. Nachdem unsere Politik in bezug aus England ein für alle Male klargestellt ist, ist es unsere Pflicht, diese Hilfe rasch voranzutreiben. Wenn unsere Hilft nicht schnell wirklich essektiv wird, kann das Englands Untergärig be-

^Auch gegenüber den Isolationisten erwähnte Willkie mehr­fach, daß England womöglich den Krieg verlieren könnte. Er beharrte zum Schluß seiner Aussagen nochmals auf der Not­wendigkeit, mehr Zerstörer an England zu liefern. Gerade dieser Umstand, dex sich nur aus Willkies Einblick in die kritische Schissahrts- und Versorgungslage des angeblich die See beherrschenden England erklären läßt, hat das größte Aufsehen hervorgerufen.

Der allgemeine Eindruck ging dahin, datz „Willkie Noose- vclt noch übertrumpft", besonders in seinem Verlangen nach Auslieferung weiterer Zerstörer. Dies führte im Senatsaus­schuß zu heftigen Zusammenstößen zwischen Willkie und sei­nen Gegnern, besonders den isolationistischen Senatoren, wo­bei das Publikum an den Auseinandersetzungen geräuschvoll

^ Krach entstand, als der Senator

Clark Willkie vorhielt, er habe seine Ansichten sehr schnell Nfandert und hierbei sogar frühere Angrisf- WilllieS aus Roosevelt zitierte. Willkie erwiderte lachend, daß seien nur „Schlager der Mahlzeit" gewesen.

Willkie schlug die Annahme des England-Hilssgesehcs vor, empfahl dabei allerdings Einschränkungen, die geeignet wären, irgendwelche unnötigen Vollmachten des Präsidenten auS dem Gesetz auszumerzen. Er berief sich zur Begründung vor allem aus die aus dem Munde gewisser amerikanischer Staatsmänner so oft gehörte Phantastestrategie, derzusolge im Falle cinor englischen Niederlage Deutschland sich „wahtscheintich wirt- schastlich oder militärisch gegen Lateinamcrika unter möglichst bi 6 em sudlichcrn Vorstoß Japans wenden werde. Hin­sichtlich der Hilfsmittel für England werde es Viele Monate dauern, bis sichtbare Resultate erzielt werden könnten. Ins­besondere vermöge das Flugzengbauprogramm der Vereinigten Staaten für l84l nur geringe Sitte zu bringen. Als der Re­publikaner Vandenbcrg eine schlüssige Antwort von Willkie aus die vrage verlangte, ob die Englandhilfspolitik der Vcr- elnigten Staatön nicht zwangsläufig den Kriegseintritt be­dinge, versuchte Willkie mehrfach auszuweichen, bis Vandcn- b-rg nochmals die konkrete Frage an Willkie richtet-, ob die Englandhilft nach seiner Auffassung schließlich den Kriegsein­tritt der Vereinigten Staaten bedeute, Willkie bequemte sich daraufhin zu der vorsichtigen Antwort: „Ich möchte sagen — nein! (Siehe auch Seite 2,)

»

Der neue Botschafter der Vereinigten Staaten sür London, Winant, konierier e mit Außenminister Cordell Hüll: er er- hielt letzte Instruktionen vor der Abreise nach London, die noch in der lausenden Woche stattstnden soll.

i/ee-aeyöstq

Von

Koiitei-nümiral a, O. Täxert

„Wenn deinen Feind hungert, so speise ihn" — auf diese Vibelworte wies ein englischer Bischof hin, als er auf einer Kirchenkonferenz beantragte, die Blockade Deutschlands solle sich nicht auf die Einfuhr von Lebens­mitteln beziehen. Ihm erwiderte sein frommer Amtsbru­der, der Erzbischof von Canterbury, ein ganz besonderer Deutschenhasser, datz die Sperrung von Lebensmitteln im Völkerrecht durchaus anerkannt sei.

Durch seine Hungerblockade gegen deutsche Frauen und Kinder hoffte England, den Krieg zu gewinnen. Es ist anders gekommen! Schon nach wenigen Kriegsmonaten erklärte der Labour-Abgeordnete Shinwell bei Be­sprechung der steigenden Schiffsverluste, es bestehe die Furcht, „datz wir zu Tode hungern".

Die Befürchtung dieses offenherzigen Arbeitervertre­ters war nicht unbegründet. Es gibt kein Land, das derartig von seinen Seestratzen abhängig ist, vor allem in seiner Ernährung, wie Großbritannien. Nur noch ein Fünftel seiner Bevölkerung ist heute in der Landwirt­schaft tätig; 25 Pzt. des Weizens, 70 Pzt. Gerste, 60 Pzt. des Fleisches und 40 Pzt. der Butter, dazu fast der ganze Zucker müssen aus dem Auslande bezogen werden. Das macht für Lebensmittel allein schon mehr als 12 Millio­nen Tonnen jährliche Einfuhr nötig.

Hierzu kommt der riesige Betrag an Rohstoffen für die übrigen Bedarfsartikel der Bevölkerung und für die Industrie. So mutz Eisen zu 50 Pzt. eingeführt werden, Holz. und Erdöl zu 90 Pzt., von verschiedenen Metallen kommt fast alles aus dem Auslande. Der jährliche Ee - samteinfuhrbedarf Englands betrug vor dem Kriege etwa 70 Millionen Tonnen. Er wurde natürlich nach Möglichkeit auf dem billigsten Wege, aus nahen Ländern, gedeckt. So kamen allein aus den Ostseeländern u. a. an Holz etwa 70 Pzb. — 8 Millionen Kubikmeter, an Zellstoff 90 Pzt. — 864 000 Tonnen, an Eisenerz 30 Prozent — 2,8 Millionen Tonnen; ferner an Lebens­rnitteln: an Butter 38 Pzt., Eiern 43 Pzt, Fleisch 19 Pzt.

Dieser Art von Einfuhr machten schon in den ersten Kriegsmonaten unsere Unterseeboote, unsere Minen und Flugzeuge steigende Schwierigkeiten, Zum Erliegen kam sie nach dem Norwegenunternehmen. Unser Vorgehen im Westen hat dann auch die sehr wichtige Einfuhr Englands ans Belgien, Holland und Frankreich gesperrt. „Diese Ausfälle sind nicht bedenklich", wurde zunächst großsprecherisch in London verkündet, sie würden durch Mehrausfuhr aus britischen Kolonien ersetzt werden, Australien und Neuseeland sollten den Mehrbedarf an Nahrungsmitteln, Kanada den an Holz und Erz decken. Dabei stöhnte schon damals Australien, datz es seine mehrere 100 000 Tonnen betragende Wollproduktion nicht loswerden könne, und nach einem Bericht der „Times" harrten in Uganda allein an Vaumwollsamen viele Tau­sende von Tonnen vergeblich der Versendung aus Mangel an Schiffsraum.

Datz dieser Mangel nach Italiens Kriegserklärung sich noch weiter verschärfen würde durch den Fortfall des Suezkanals für die englische Einfuhr, lag auf der Hand. Ihn hatten noch im Jahre 1938 nicht weniger als 3028 englische Handelsdampfer passiert. Diese ungeheure Schiffsmenge mutzte also jetzt den weiten Umweg um das Kap der Guten Hoffnung machen; das bringt einen Zeitverlust von Wochen und einen riesigen Mehrbedarf an Brennstoff und Tonnage.

Die monatlichen englischen Handelsschiffsver­luste hatten damals schon einen Betrag von mehr als 300 000 BRT. erreicht. Sie stiegen sprunghaft, als unsere Unterseeboote begannen, von der französischen Westküste, also aus nächster Entfernung, die Hauptzusuhrstratzen Englands zu bedrohen. Die Tonart der englischen Staats­männer wurde allmählich bescheidener. „Blut Tränen und Schweiß ist alles, was ich bieten kann", hatte der neue Ministerpräsident Churchill in seiner Antritts, rede erklärt. Mit allen nur erdenklichen Mitteln wurde versucht, die Versorgung des Landes zu verbessern. Man sah ein, daß die vielgerühmten Eeleitzüge aus Mangel an Kriegsschiffen nicht genügend geschützt werden konnten, und man erreichte von den Vereinigten Staaten gegen wicbtige koloniale Abgaben die Ueberlassung von 50 alten Zerstörern.

Diese Maßnahme hat nicht "verhindern können datz deutsche Unterseeboote allein an zwei Novembertaaen 327 000 BRT. an Schiffsraum versenkten, und kurz darauf im Nordatlantik ein ganzer Eeleitzug von 86 000 BRT. durch Ueberwasserstreitkräfte vernichtet wurde. Daneben laufen fortwährend Hiobsposten ein über Schiffsversenkungen auf allen Meeren bis hin­aus zu der fernen Süösee.

England konnte im Frieden etwa 150 000 Tonnen an neuem Schiffsraum monatlich herstellen. Seine Werften sind heute überfüllt mit beschädigten Schiffen, ihre Tätigkeit wird gehemmt durch die Ver­nichtung oder schwere Beschädigung der Anlagen durch deutsche Bombenangriffe. Man kann sich daher vor­stellen wie lähmend diese längst nicht mehr zu decken­den, fortgesetzt zunehmenden Schiffsverluste auf alles

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Ein deutsches U-Boot versenkte 21 588 BRT. feindlichen Handelss'chis^'"""^' "" Kampfflugzeug ein 7888-BRT.-

Wiedcrum vernichtete die italienische Lustwafse 25 bri. tische Flugzeuge.

Churchill spielt mit dem Gedanken der Nückzichuna wei­terer englischer Gesandten vom Balkan. "

A"s den Mitteilungen Willkies dor dem UTA.-Senats- !ich »kennen katastrophale Lage Englands deut-

am Sonntag,

16 . Februar, ,n üblicher Weise durchgeführt.

Am kommenden Wachende steht Bremen im Zeichen des „Tages der deutschen Polizei". ^ ^ ° °