Ausgabe 
(8.2.1941) Nr. 39
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parteiamtlictie Tageszeitung

vag flmtsblott des Negierenden Mrgermeisters der Freien Hansestadt vremen

der Nationalsozialisten Vremens

flmittches verkündungsblalt des Neichsstattifallers in Oldenburg und Vremen

Nr.ZS / I I.Mrgang

Sonnabend, 6. Februar 1941

kinzelpreis 15 Npf.

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krbschaftsbill in Vorbereitung

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Seltsame Siplomaten-krnennungen Noofevelts für London

o. b. Berlin, 7. Februar.

Wie England heute in USA. abgeschätzt wird und was nach amerikanischer Auffassung die Bill 1778 wirk­lich zu bedeuten hat, zeigt ern Kommentar Lippmanns in der „Washington Post". Kurzgefaßt heißt sein Kom­mentar: Das Englandhilssgesetz ist im Grunde nur die amerikanische Erbschaftsbill. Der Verfasser sagt näm­lich, daß das Englandhilssgesetz die Rettung Englands als erstes, aber keineswegs als letztes Ziel habe. Viel­mehr sei das Hauptziel, eine Art Aussangsvorrichtung herzustellen, falls England falle. Darüber könnten die Regierungsmitglieder nicht sprechen; überhaupt sei es ein „schrecklicher Gedanke", den man nicht diskutieren möchte, salls England in den nächste« Monaten dem deutschen Ansturm erliege oder falls es sich bestätige, daß England sich auch mit amerikanischer Hilfe nicht halten könne. Um für diesen Fall gerüstet zu sein, brauche Roosevelt die in der Bill 1776 mit Absicht ge­rade so formulierten Vollmachten. Roosevelt müsse mit England weitestgehende Abmachungen treffen, «m die Flotte und die in der weiten Welt zerstreuten Teile der englischen Luftflotte sowie die Stützpunkte des eng­lischen Empires übernehmen zu können, sonst könne, salls in England „ein englischer Laval" ans Ruder lamme, aus dem mächtigen Freund ein mächtiger Feind werden. Wenn Amerika das englische Empire retten und sich, davor schützen wolle, daß Hitler aus England einen verbündeten Gegner gegen Amerika mache, so müsse es die Bill 1776 schnellstens annehmen, damit, falls die englische» Inseln fallen, das übrige Empire und die englische Flotte sich mit den Vereinigten Staa­te» zu einem großen Abwehrblock zusammentun könnten.

llv. Stockholm. 7. Februar

Am Zusammenhang mit der Ernennung des neuen Bot­schafters der Bereinigten Staaten für London, John G. Wmant, hat Roosevelt eine Reihe weiterer Ernennungen Vollzogen. London wird neben Winant mit einem zweiten .Botschafter" und mehreren „Gesandten" beglückt, die für die dort hausenden sogenannten „Regierungen" aus kleinen s Emigrantengrüppchen bestimmt find. Aus diese Weise wird sich in London eine ganze Kolonie von amerikanischen „Diplomaten" ansiedeln.

Die Amerikaner ließen sich bisher einen ausgeprägten Sinn für Wirklichkeiten nachsagen. Aber unter den heutigen Ver­hältnissen und im Zeichen der fieberhaften Bemühungen, das Kricgspotential des nordamerikanischen Kontinents sür Eng­land in die Waagschale zu werfen, scheint dieser praktische Zinn weitgehend verloren gegangen zu sein. Dies geht jeden­falls auch aus dem neuen Entschluß des Washingtoner Außenamts hervor. Die seltsamen „Ernennungen" erklären sich auf verhältnismäßig einfache Weise: Nachdem kürzlich die Bank von England durch einen fiktiven Vertrag mit der belgischen Emigrantenregierung die Gold- und Devisenvor-

fln der Seite Veutschlands!

Mahnende Worte eines bulgarischen Abgeordneten

Sosia, 7. Februar.

Der bulgarische Abgeordnete Deni Kostoff hob vor der ^'Sofioter Kammer die Notwendigkeit eines Zusammengehens t Bulgariens mit Deutschland hervor. Er betonte dabei, daß s das kommende Frühjahr sür das bulgarische Volk schicksals- reich sein werde. Es gebe nur eine Seite, zu der sich Bul­garien schlagen könne, das sei die Seite, die eine neue Welt- . ordnung im Kampfe gegen das Juden- und Freimanrertum, , sowie die Plutokratie aufrichten wolle. Es bestehe kein Zwei- . sel darüber, daß die nicht nur militärisch, sondern auch mo­ralisch am besten bewasfnete deutsche Armee den Sieg davon­tragen werde. Folglich müsse Bulgarien sich auch moralisch wappnen, um den Platz auszufüllen, der ihm aus dem Balkan gebühre, Bulgarien dürfe nicht hinter den Kulisien stehen und nicht nur auf die Vorsehung vertrauen.

rät« der Kongo-Bank an sich gebracht und di« britisch« Re­gierung sich die Versügungsgewalt über die wirtschaftlichen Werte der belgischen Kolonie gesichert hatte, mußte es der Regierung in Washington klar werden, daß engere Beziehun­gen zu den Londoner Emigrantenregierungen der beste Weg wäre, sich den Löwenanteil an den Geldvorräten zu sichern, die London aus seinen „Alliierten" herauspreßt. Der prak­tisch« Fall ist bald eingetreten: Die belgischen Emigranten, die durch ihren früheren Premierminister Theunis in Washington „Vertreter" werden, bemühen sich, die französi­

schen Guthaben in den Vereinigten Staaten ln der gleichen Höhe sicherstellen zu lassen, wie die belgische Regierung aus ihrer Flucht aus Brüssel Gold nach Frankreich in Sicher­heit gebracht hatte. Kurzum, man versucht sich an den Gut­haben des französischen Staates schadlos zu halten und daraus einen Teil der englischen Kriegsausgaben zu finan­zieren. Kein Wunder, daß die Vereinigten Staaten Interesse daran haben, den Raub Englands in der gleichen Weise zu unterstützen, wie sie auch sonst die Bölkerrechtswidrig- keiten des britischen Verbündeten gutheißen.

U-Voot versenkte 2 bewaffnete Handelsschiffe

Schnellboor-krsolg an der englischen Sstküste — britische küssn vermint

Berlin, 7. Februar.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

„Ein Unterseeboot versenkte zwei bewaffnete feind­liche Handelsschiffe mit insgesamt 12 666 BRT. An der englische« Ostlüste gelang es einem Schnellboot, einen britischen Küstendampfer zu versenken.

Die Luftwaffe führte trotz schlechter Wetterlage be­waffnete Aufklärung im Seegebiet um England durch und verminte britische Häfen.

Im Mittelmeerränm richteten sich Störangriffe von Kampfflugzeugen gegen militärische Anlagen auf der Insel Malta.

Der Feind versuchte in de« gestrigen Abend- und Nachtstunden mit einzelnen Flugzeugen in das besetzte

Gebiet an der Kanalküst« einzusliegen. Lediglich in einer Hafenstadt entstanden durch Abwurs von Brand­bomben Heinere Brände, die von der Zivilbevölkerung schnell gelöscht werden konnten. Flakartillerie schoß hierbei ein Kampfflugzeug von Muster Armstrong- Withley ab. Ein zweites Flugzeug wurde zur Landung gezwungen, die Besatzung gefangengenommen."

.durch feindliche flktionen verloren"

Stockholm, 7. Fsbvua-r

Der britisch« Generalpostmeister gab bekannt, daß die in der Zeit zwischen dem 14. und 18. November in Südanstvalien aufgegebene Briespost und die zwischen dem 8. und 1ö. No­vember aufgegebene Paketpost „durch feindliche Aktionen" verlorengegangen fei, ' .

Königstochter sollte geraubt werden

Schurkenstreich des Intelligente Service in fleggplen ln letzter Minute entdeckt

Mailand. 7. Februar.

Der Mailänder „Popolo d'Jtalia" und die Turiner „Gazzetta del Popolo" bringen eine Meldung aus Beirut über einen Versuch englischer Agenten, die Tochter Ferial des Sghptischen Königs Faruk zu rauben. Die Tätigkeit der britischen Geheimagenten in Aeghpten, so heißt es in dem Artikel, richte sich gegen die Politiker des Landes. Sie hassten, durch Terrormethoden jene Erfolge zu erringen, di« durch Agitation und Schmeicheleien nicht erzielt werden konnten. Nach dem Scheitern des Komplotts gegen den König, das organisiert worden war, während Minister Eden seine Lrient- reise unternahm, bereitete England einen neuen Schlag vor: den Raub der Prinzessin Ferial, der ältesten Tochter des Königs. Man wollte dadurch einen Druck aus den ägypti­schen König ausüben und politische Vorteile herausschlagen.

Die Nachricht von dem versuchten Raub sei von. den bri­tischen Behörden streng geheimgehalten worden, aber jetzt durch einen Neutralen, der kürzlich aus Aeghpten ausge­wiesen wurde, bekanntgeworden. Die Episode habe sich vor einem Monat abgespielt. Eines Morgens entdeckten die Wachen des Königspalastes von Abbin drei Individuen, einen Griechen und zwei Neger, die sich vor einem der Gartengitter des Königspalastes aufhielten, während im Garten das Töchterchen des Königs in Begleitung einer Ausseherin spazieren ging. Ein Automobil wartete in der Nähe. Plötzlich wollte sich einer der beiden Neger auf das Kind stürzen, doch gelang es den Wachen, dem Mann zu­vorzukommen. Sie konnten aber den riesigen Sudanneger nicht festhalten, dem es gelang, sich zu befreien und die

Flucht zu ergreifen. Die beiden anderen versuchten, den Kraftwagen zu erreichen, konnten aber festgenommen werden. Der Grieche gab offen zu. daß er tatsächlich die Absicht hatte, das Töchterchen des Königs zu rauben, bestritt jedoch, ein britischer Agent zu sein. Der Neger erklärte, einige Dutzend Pfund Sterling erhalten zu haben, um den Griechen nach dem Königspalast zu führen. Ueber das Schicksal der beiden Festgenommenen ist bisher nichts bekannt geworden.

knglands krieg nicht Irlands Krieg

b. Berlin, 7. Februar

Daß Irland gegen die Drohungen Churchills und die ver­suchten Einflüsterungen seiner angelsächsischen Gönner sest- bleibt, läßt ein Bericht der „Newhvrl Post" erkennen, in dem die Korrespondentin des Blattes, Kirkpatrik, die Frage unter­sucht hat, „Warum bleibt Irland neutral?" Sie kommt zur Feststellung der folgenden beiden Hauptgründe: 1. Jahr­hundertealte und lange englische „Fehler" (zarte Umschreibung der brutalsten Knechtung. Mißhandlung, Auspowerung, Aus­hungerung und Dezimierung eines Volkes durch furchtbare Blutbäder), die dem Jrenvolk grimmigen Haß eingeimpft haben. 2. Die Frage des Kriegsausgangs. Kirkpatrik stellt fest, daß die Majorität des Jrenvolkes die Neutralität sür die einzig richtige Politik Irlands hält. Irische Regierungs­stellen sagen, Irland habe als nnabgängige Nation das Recht, die Neutralität zu verfechten und aufrechtzuerhalten. Sie wünschten die demokratisch« Freiheit zu erhalten und feien nicht überzeugt, daß' England dafür kämpfe. Dies sei nicht Irlands Kvisg, und solange britische Soldaten in Nord- tvland ständen, sei Irland überzeugt, daß England einen imperialistischen Krieg sichre.

ISjichrigee krnätzrer sechsköpfiger samilie

Himmelschreiende „Sesim0keits"-Verl,iMniffe der Opfer plutokratischer Oeldgier /

Stockholm, 7. Februar.

siharatteristisch für die sozialen und wirtschaftlichen Ver- ltnifle in England ist di- Tatsache, daß dieses Land der ultemillionäre selbst im Kriege nicht m der Lage gewesen , die Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Kinderarbeit lst weit -breitet, wahrem» Hunderttausende von Männern -.denen ltiirlich höhere Löhne gezahlt werden müssen als Kindern aus die kümmerlichen Schillinge der Erwerbslosenunter chung angewiesen sind.

Der Untersuchungsbericht, den Margerh Spring Rice über - Lebensverhältnisse der britischen Arbeiterfrauen auf Grund n Stichproben bei 1250 Familien veröffentlicht hat. kann "wrlich auch an der Frage der .Erwerbslosigkeit Nicht vor- '»gehen. „Arbeitslosigkeit ist das schwerste Unglück das Mr getragen werden muß", heißt es darin, „und ost genug ht es nur an der Spitze anderer Prüfungen, die das r.e n der Mütter bedrücken." .

Als typisches Beispiel sei der Fall °in°r. Frau K aus Dur- erwähnt, deren Mann. ein Bergarbeiter und Vater vo « Kindern, arbeitslos ist. Er bezieht lediglich eme .erhwsenunterstützung. während zum Lebensunterhalt „der lteste Sohn" beisteuert, der im Gegensatz zum haitigung hat. Dieser Familienernaheer ist — w ^a^e lt! Er bekommt (In deutsches Geld umgerechnet) e^° sechs «chsnmrk wöchentlich. Der 15 ,ährlge Junge "uh un

eine ganze Reche Seitliche 1a?°lant«l

nn sie aber nicht befolgen. Daß diese fechsköpsige " erbärmlichsten DerhälLissen wohnt, kann man w ^ ^°r>, wenn der Bericht die Behausung mit dem ,Gii°,i°n 'wrf „scheußlich" bezeichnet.

Erschütternd sind die Gesundheitsverhältnisse der 1250 Ar­beiterfrauen. Die Feststellungen darüber geben einen Quer­schnitt durch die gesamt« britische Arbeiterschaft, da die be­fragten Frauen in verschiedensten - städtischen und ländlichen Gegenden wohnen. Nicht weniger als 31 Prozent befanden sich in einem „ernsten Gesundheitszustand", den der Bericht dahin charakterisiert, daß diese Frauen überhaupt niemals ohne irgendwelche Krankheitsbeschwerden sind und an ernsten chronischen Erkrankungen leiden. Zu diesen 31 Prozent muß man noch mehr als 15 Prozent hinzurechnen, die . ebenfalls an „zahlreichen ernsten und langwierigen Krankheiten leiden". Weitere 22,3 Prozent haben eine „schwankende Gesundheit", d. h. nach den Worten des Berichtes: „Sie leiden an einer oder mehreren Krankheiten von chronischer Natur", die eine Klassifizierung in der Gruppe „gute Gesundheit" nicht zu­lassen. Nur etwas über 31 Prozent sind „in einigermaßen guter Gesundheit", wobei der Bericht einschränkend bemerkt, daß gerade diese Arbeiterfrauen gelegentlich« Erkrankungen leicht zu nehmen Pflegen.

Am schlimmsten sieht es natürlich bei denjenigen Frauen aus, die aus wahre Hungerlöhne oder die Arbeitslosenunter­stützung angewiesen sind. Und dies sind nicht etwa we­nige! Rund 17,5 Prozent, nämlich 220 der 125« Frauen haben ein Wirtschaftsgeld von weniger als vier Schillingen pro Kops wöchentlich (also wenig mehr als zwei Mark). Bon diesen Opfern der plutokratischcn Geldgier sind «5 Pro­zent krank oder schwer krank. Nur 18 Prozent klagen nicht über ihre Gesundheit. 4Ü« Frauen oder 32,5 Prozent haben als Wirtschaftsgeld vier bis sechs Schillinge zur Verfügung, also etwas mehr als zwei bis drei Mark wöchentlich. In dieser Gruppe sind ebenfalls noch 6« Prozent chronisch krank.

Der Bericht erinnert daran, daß ein bekannter Fachmann, Rowntree, das Minimum dessen berechnet hat, womit eine Familie unter den englischen Lebensverhältnisscn zur Not noch einigermaßen auskommen kann. Daran anknüpfend

stellt der Bericht sest, daß zwar bisher noch kein« genaue Zahlung der Arbeiter vorgenommen worden sei, die weniger bekommen als dieses Existenzminimum: „aber es ist anzu­nehmen, daß 40 Prozent aller Arbeiter in städtischen Be­zirken und fast alle landwirtschaftlichen Arbeiter in dieser Hage sind": Weiter heißt es: „Sir John Lrr schätzt, daß ungefähr 2S Prozent aller englischen Kinder unter 14 Jahren ,in Familien ' leben, deren Einkommen beträchtlich unter dem Rowntreeschen Existenzminimuni liegt.

Es ist daher klar. daß, selbst wenn dieses sehr bescheidende Minimum einmal erreicht werden sollte, was im gegen­wärtigen Augenblick bei weitem nicht der Fall ist, ein hoher Prozentsatz von Kindern und in noch stärkerem Maße von Müttern sür «ine beträchtlich« Zeit ihres Lebens an grund­legenden Lebensnotwendigkeiten Mangel leiden. Der Unter- suchungsbcricht schildert die verzweifelte Lage der Mütter in solchen Familien. „Die Mütter stehen nicht nur vor sür den Lebensunterhalt unzulänglichen Einnahmen, sondern unter dem dauernden Druck der Ungewißheit, den der Schatten der Arbeitslosigkeit liervorrust. unter dem Druck der Furcht vor einer Verringerung des schon unzureichenden Lohnes und der Furcht, in Schulden zu geraten bei dem Bemühen Ver­pflichtungen wie Mieten, Abzahlnngskäufe, DersickMungen usw. zu erfüllen.

acht Kindern neben der Arbeitslosenunterstützung Mannes der Lohn, den ein INjähriger Sohn heimbringt, dem Lesen dieses Berichts kann man die Angst der briti Machthaber vor dem Einbruch einer neuen Tozialord ermessen, und man versteht, warum die „freie Presse" lands kein Wort über das größte S-zialwerk aller Z und Lander, das deutsch« WHW., kein Wort über das i Werk „Mutter und Kind" und kein Wort über die NSV die zahlreichen sonstigen sozialen Errungenschaften nationalsozialistischen Staates schreiben.

6snvr»I övr Artillerie ?«,«! Lass«

Meckerer sind bei uns selten geworden. Aber ganz werden sie nie aussterben. Es ist die Sorte von Men­schen, die ihre angeborene kritische Erundeinstellung dazu treibt, die Ereignisse des Augenblicks und infolge­dessen auch die der Zukunft schwarz in schwarz zu sehen, die noch so strahlenden Tatsachen der Vergangenheit aber als Selbstverständlichkeiten abzutun. Welcher größte Optimist hätte zu Beginn des vergangenen Jahres diese unfaßbaren wunderbaren Siege der deut­schen Wehrmacht in Norwegen, Holland, Belgien und Frankreich vorauszusehen gewagt, wer diese gewaltigen politischen Erfolge des Führers, die Japan zur Achse führten und nach ihm Ungarn, Rumänien und die Slo­wakei? Alle diese Ereignisse, die das Jahr 1940 in der Geschichte nicht nur Deutschlands, sondern der Welt zu einem Jahr der großartigsten Umwälzungen machten, deren Größe und Bedeutung für die Zukunft der ganzen Welt heute noch gar nicht abzuschätzen sind, alle diese Ereignisse sind für den Meckerer von Fach heute schon Selbstverständlichkeiten, die er mit Stumpf und Stiel verdaut hat, und auf die heute noch zurückzukommen überholt und langweilig ist. Aber die Gegenwart? Wie dunkel! Aber Vardia? Wie enttäuschend! Gott sei Dank gibt es in Deutschland nicht mehr viele von diesen Meckerern, und die es noch gibt, sind für ihre normalen Mitmenschen ein Quell der Belustigung.

Meckerern haben, haben wir an Herrn Churchill und seinen Ministerkollegen, die sich die menschenmöglichste Mühe geben, das italienische Volk gegen seinen Duce aufzuhetzen, die Italien bald mit Schmeicheleien, bald mit Drohungen, bald mit der Verheißung, Italien würde schließlich zur deutschen Kolonie werden, von Deutschland abzusprengen uno zum Sonderfrieden, noch lieber aber zum Kamps auf der englischen Seite zu bringen bemüht sind. Vergebliche Liebesmüh! Die Achse hält fest zusammen, sie wird nicht schwächer, sondern immer stärker, und ihr Sieg ist sicher.

Aber nun wollen wir einmal den „Fall Bardia" etwas genauer betrachten.

Die Achse führt Krieg gegen England, sie will Eng­land schlagen. Im Weltkriege war es England geglückt, Deutschland einzukreisen, seine Wehrmacht zu zersplit­tern. Deutschland mußte die gewaltige Front im Westen verteidigen, es mußte gleichzeitig in den riesen­haften Gebieten Rußlands kämpfen, mußte Serbien und Rumänien schlagen und besetzen und in Palästina den Türken zu Hilfe kommen. England dagegen konnte seine und Frankreichs ganze Kraft an der'deutsch-französi­schen Front und auf den Meeren zur Wirkung bringen. Heute ist es umgekehrt. Deutschland hat nur einen Feind, England. Und dieses England ist durch Italiens tapfere Wehrmacht gezwungen, starke Teile seiner Wehrkraft in Afrika einzusetzen. Dieses Zersplittern der englischen Heeres-, Luft- und Seestreitkräfte aber ist, .vorn Standpunkt der Eesamtkriegführung gesehen, der Zweck und das Ziel der afrikanischen Kämpfe. Gewiß wäre es herrlich und wunderschön gewesen, wenn dort rn Afrika Italien die Engländer hätte schlagen, Mexan- drra erobern können, wenn dann, ermutigt durch eng­lische Niederlagen, Aegypten und Arabien aufgestanden waren und sich an der Vernichtung Englands beteiligt hatten. So etwa malten sich die Reunmalweisen unter den Besserwissern die Zukunft aus. Sie übersahen dabei völlig, daß auch die Engländer erkannt hatten, welche Folgen ihre Niederlage in Aegypten haben würde, und daß sie deshalb, selbst auf Kosten ihrer Abwehrkraft an den anderen Kampffronten alles einsetzen müßten, um in Aegypten sicher zu gehen. So zogen die Ena- -irgend verfügbaren Truppen aus Süd- ?I^^'„ 7 ^ralien, Indien und Kanada, im ganzen rund 490 000 Mann rn Aegypten zusammen, entsandten eine Riesenzahl ihrer eigenen und der aus Amerika ge­lieferten Panzer dorthin, gaben starke Teile ihrer Luft­waffe nach Afrika ab. Und auch Englands Seestreit, krafte mußten in starkem Maße von anderen Stationen in das Mittelmeer geschickt werden.

Nicht genug mit dieser Konzentrierunq der englischen Wehrkraft im Mittelmeer. Auch unendliche Mengen von Geschützen, MG., Artilleriemunition, Flugzeugen, Bom­ben und Torpedos sind aus Amerika, anstatt nach Eng­land, unmittelbar nach Aegypten geliefert worden. Und endlich hat auch die englische Zivilbevölkerung die Wichtigkeit dieses Kriegsschauplatzes für England am eigenen Magen erfahren müssen, indem viele Schiffe mit Lebensmitteln, die für Englands Ernährung be­stimmt und notwendig waren, nach Alexandria umge­leitet werden mußten, um die Truppenmassen in Nord- afrika zu verpflegen. Jeder einzelne Engländer darf nur noch für 23 Ct. Fleisch täglich kaufen, und selbst dies steht mehr auf dem Papier als es Wirklichkeit ist

Diese Zersplitterung der englischen Kampfkraft war es, die in Aegypten erreicht werden sollte und die Ita­lien durch seine heldenmütigen Kämpfer auch tatsächlich im großen Ausmaße erreicht hat. Daß Italien dieser

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Ein deutsches N-Boot versenkte zwei bewaffnete Handels­schiffe.

Der britische Schisfahrtsministcr richtete einen Hilferuf an die USA.

In Aeghpten wurde ein vom Jntilligencc Service organl- si'risr Versuch, die Tochter König Faruks zu raube»,

gesetzes wurden außerordentlich kritische Feststelln»«« gegen das Noosevelt-GeseH getroffen.

Ueber die himmelschreienden sozialen Mißstände im' plut« kranschen England werden neue Einzelheiten bekannt. Die Kriminalpolizcileitstclle Bremen erhöhte die B« lohnung sür die Ergreifung der Täter des jüngste: Doppelniordes in Bremen aus 30«« Mark.