Ausgabe 
(7.8.1941) Nr. 217
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kiner Veo»7enkur/e

Nr. 21? / 11. Jahrgang

Vonnerstag, ?. flugust 1941

der Nationalsozialisten Bremens

flmiliches verkündungsblait des Heichsstatthaliers in Oldenburg und Nremen

kinzelvreis 15 Nps.

Vas bislzerige krgebms des gewaltigen Nhrgens im Osten

weltgeschichtliche Vemichtungszalilen

Vier triumphale Sonderberichte des Oberkommandos der Wehrmacht zerreiß en das Lügengewebe unserer vegner / Vie kühnsten eigenen krwartungen weit übertroffen

Aus dem Führerhauptquartier, K. August. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Wie aus zahlreichen Nachrichten her­vorgeht, besitzt die sowjetische Führung kein zuverlässiges Bild von der Lage ihrer eigenen Front. Beim Festhalten am Grundsatz der unbedingten Wahrheit war für die deutsche Berichterstattung daher größte Zurückhaltung geboten, wenn sie dem Gegner nicht wertvolle Aufschlüsse geben wollte. Der berechtigte Wunsch des deutschen Vol­kes, täglich über den Verlauf der Operationen unterrichtet zu werden, mutzte demgegenüber zurücktreten. Ja, es mutzte selbst in Kauf ge­nommen werden, daß in der Heimat falsche Vorstellungen aufkamen und das feindliche Ausland irreführende Gerüchte ausstreute. Nun­mehr ist der Zeitpunkt gekommen, der es angesichts der Einleitung

neuer Operationen ermöglicht, Aüfschlutz über den Ablauf und das Ergebnis des gewaltigen Ringens zu geben, das mit dem Durchbruch durch die Stalin-Linie begonnen hat. Zwischen Schwarzem Meer und Finnischem Meerbusen ergab das Gelände und die eigene Zielsetzung, daß dieser Durchbruch an drei entscheidenden Stellen erzwungen wurde: Südlich der Pripet-Sümpfe, in der Richtung auf Smolensk und südlich des Peipus-Sees. In den drei nachfolgenden zusammen­fassenden Meldungen wird der Kampf der hierbei eingesetzten Kräfte- gruppen geschildert, in der abschließenden vierten Meldung das Ge­samtergebnis dieser Operationen gewürdigt. Die Operationen an der finnischen Front und der Kampf der Kriegsmarine müssen einer spä­teren Berichterstattung vorbehalten bleiben.

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Landes

1.

Vorinarsek in äsn Ostssslünäsrn

Nachdem die Düna zwischen Dünaburg und Riga in schweren Kämpfen bezwungen und Lettland vom Feinde gesäubert war, stand die Heeresgruppe des Eeneralseld- marschalls Ritter von Leeb vor der Aufgabe, die entlang der lettisch-sowjetischen Grenze laufende Stalin-Linie zu durchbrechen und gleichzeitig die in Estland stehenden Kräfte der sowjetischen Armee zu schlagen. In »iihnem Ansturm gelang es der unter Führung des General­obersten Busch stehenden Armee und der in ihrem Ab­schnitt kämpfenden Panzergruppe des Generalobersten Hoeppner die stark ausgebauten und zäh verteidigten Stel­lungen südlich des Peipus-Sees zu durchbrechen. Ostrom, Porchow und Pleskan fielen nach kurzem, hartem Kamps. 7»mit war die Voraussetzung geschassen, um nach Norden mzudrehen und den Angriff in Richtung Leningrad -iiyuleiten. Trotz schwierigster Wegeverhältnisse, er­bitterter Gegenwehr und größter Beanspruchung der Truppe konnte der linke Flügel der zwischen Pinensce und Peipus-See vorgehenden Kräft e bis dicht vor N arwa vorgetrieben werden, um die Landüriicke Wischen Peipus-See und Finnischem Meerbusen zu sperren.

Die in Estland operierende Armee des Generalobersten vou Kuechler nahm zunächst die stark umkämpften Städte Dorpat, Fellin und Pernau, schlug in zahlreichen hef­tigen Einzelgefechten die feindlichen Divisionen und warf sie über Taps hinaus nach Norden zurück. Noch sind die Operationen dieser Heeresgruppe nicht abgeschlossen, trotzdem wurden in diesem Kampfabschnitt bereits wieder über 35 0V0 Gefangene gemacht. 355 Panzerkampswagen, 355 Geschütze erbeutet oder vernichtet. An diesen Er­folgen hat die Luftflotte des Generalobersten Keller her­vorragenden Anteil. Sie hat in diesem Kampfabschnitt 771 Flugzeuge des Gegners abgeschossen oder am Boden vernichtet.

2 .

vurckbrusk 2ur vrniassungs-

ssklackt in äsr Bkrclins

Aus dem Südslügel hatte die unter dem Oberbefehl des Eeneralseldmarschalls von Rundstedt stehende Hee­resgruppe von Ansang an besonders schwierige Eelände- und Witterungsverhältnisse und einen zahlenmäßig stark überlegenen Feind zu überwinden. In langwierigem schwerstem srontalen Ringen mußten die Armeen des Ecncrals der Infanterie von Stuelpnagel und des Ee- »eralscldmarschalls von Reichen«», unterstützt durch die Panzergruppe des Generalobersten von Kleist, sich vor- wärtstiimpsen. bis es gelang, den Gegner zum Weichen Zu bringen und einen Stoßkeil über Schitomir bis vor die Tore von Kiew vorzutreiben. Mit diesem weit in ven Rücken der Stalinlinie führenden Durchbruch wurde es möglich, in breiter Front zwischen Dnjestr und Dnjepr nach Süden einzudrehen, die Rückzugsoerbindungen des Feindes abzuschneiden und die llmsassungsschlacht einzu­leiten, die zur Kett in vollem Gange ist- In diesen sür den Gegner überaus verlustreichen Kiiinpsc-i haben ungarische und slowakische Verbände, die in treuer Waffenbrüderschaft Schulter an Schulter mit der deutschen Wehrmacht standen, hervorragenden Anteil. Gleichzeitig mit dieser Operation haben die unter dem Oberbefehl des Generals Antonescu stehen.

den deutsch-rumänischen Verbände den stark verteidig­ten Pruth bezwungen und Bessarabien trotz heftigster Gegenwehr und ungangbarsten Geländes vom Feinde befreit. Dadurch wurde die aus deutschen und rumäni­

schen Korps bestehende Armee des Generalobersten Rit­ter v. Schobert über den mittleren Dnjestr nach Nord- osten angesetzt, um die Verbindung mit den von Norden kommenden Kräften herzustellen. Die bisherige Zählung in diesem Kampfabschnitt ergibt über 15» lwv Gefangene und 1870 Panzerkampswagen und 2190 Geschütze.

Die Lustslotte des Generalobersten LoeHr ist an dem erfolgreichen Verlaus dieser Operationen hervorragend beteiligt. Sie hat hierbei 989 Flugzeuge der Sowjet- luftwaffe abgeschossen oder am Boden vernichtet.

3 .

vsr 8isS von Linolsnslc

In der Mitte der Ostfront hat die Heeresgruppe des Eeneralseldmarschalls von Bock die große Schlacht von Smolensk siegreich zu Ende geschlagen. Raum, Zeit und

Härte des Kampfes gegen ihr in der unerbittlichen

Folge von Vernichtungsjchlägen gegen die bolschewistiiche Wehrma cht das geschichtlich einziaartige Gepräge . In fast vierwöchigem Ringen haben die Armeen des Generalscld- marschalls von Kluge, des Generalobersten Strauß und des Generalobersten Freiherr von Weichs sowie die Panzergruppen unter Generaloberst Guderian und Generaloberst Hoth de m Feinde ungeheuer blutige Ver­luste beigebracht . Rund 319 999 Gefangene sielen hierbei in unsere Hand. 3295 Panzerkampfwagen/ 3129 Geschütze und unübersehbares sonstiges Kriegsmaterial wurden er­beutet oder vernichtet.

Die Luftflotte des Eeneralseldmarschalls Kesselring hat an diesem Siege entscheidenden Anteil. Die Sowjet- Luftwaffe verlor in diesem Kampfabschnitt 1998 Flug­zeuge. Der Verlauf dieser Schlacht im einzelnen wird iin morgigen Wchrmachtsbericht näher geschildert werden. »

4 .

Vsrriioklsts ^iHionsriksers

Mit den in den Sonderberichten bekanntgegebenen zahlenmäßigen Erfolgen unserer Ostfront haben sich die > nen hat.

im Wehrmachtbericht vom 11. Juki gemeldeten Gesamt­zahlen von 499 999 Gefangenen, 7615 Panzerkampf- wagen, 4423 Geschützen und 8233 Flugzeugen auf insgesamt

895ÜV0 Gefangene,

13145 Panzerkampfwagen,

1V 388 Geschütze und 9 082 Flugzeuge erhöht.

Erfolge sind damit errungen, die die kühnsten eigenen

Erwartungen weit übertresfen. Sie sind in ihrem ganzen

Umfang nur richtig zu werten, wenn man berücksichtigt,

daß die blutigen Verluste dieses überaus zäh und ver-

bijsen kämpfenden Gegners ein Vielfaches der Eefange-

nenzahlen betragen.

Die Verbände des Heeres, der Waffen-ii und der Luftwaffe haben gegenüber diesem bisher härtesten Gegner an, Tapferkeit und Ausdauer fast Uebermensch- liches geleistet. Der Ueberlegenheit der deutschen Füh­rung, der unübertrefflichen Güte der Waffen, der her­vorragenden Ausbildung und Kampferfahrung der Truppen, vor allem aber dem Heldentum des deutschen Soldaten und seiner Waffengefährten ist es zu ver­danken, daß die gewaltig gerüstete Sowsetwehrmacht zer­

schlagen werden konnte.

Hervorzuheben sind die Marschleistungen der Infan­teriedivisionen, die unter Einrechnung der Eefechts- bewegungen teilweise weit über 1999 Kilometer zurück­gelegt haben. Die gesamten Operationen in diesem Aus maß sind nur auf der Grundlage einer hervorragenden Organisation des Nachrichtendienstes und der rück­wärtigen Verbindungen möglich gewesen sowie aus Grund der Tatsache, daß es gelungen ist, schon heute das Eisenbahnnetz des besetzten feindlichen Gebietes fast in vollem Umfange bis dicht hinter die Kampfzone wiederherzustellen.

Im Bewußtsein ihrer Ueberlegenheit und in der

Gewißheit des Endsieges steht die deutsche Wehr-

macht bereit, um nunmehr in einem neuen Opera-

tionsabschnitt den Vernichtungskampf fortzusetzen,

den sie mit einer Reihe größter Siege begon-

heftiger Luftangriff auf Ziele in Moskau

flussalioerfuche aus lodruk im seuer der flrMlerie rufammengebrochen

Aus dem Fiihrerhauptquartier, 8. August. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:Ueber die erfolgreichen Operationen im Osten ist im Laufe des heutigen Tages durch Sondcrmeldungen berichtet wor­den. Stärkere Kampfsliegerverbände belegten in der Nacht zum 6. August bei guter Sicht militärische An­lagen in Moskau mit vielen Tonnen Spreng­bomben und Zehntausenden von Brandbomben. Volltreffer in Werken der Flugzeugindustrie sowie zahl­reiche Brände in Versorgungsbetricben ließen den Erfolg dieses Angriffes erkennen. An der britischen Ostküste ver­nichtete die Luftwaffe einen Frachter von 8999 BRT. und traf ein zweites Handelsschiff schwer. Andere Kampf­flugzeuge bombardierten in der letzten Nacht mit guter Wirkung Hafcnanlagen im Nordosten und im Osten der Insel. Weitere Luftängrissc richteten sich gegen mehrere Flugplätze. In Nordafrika brach in der Nacht zum 4. August ein erneuter britischer Aussallvcrsuch aus To- bruk heraus im Feuer der deutsch-italienischen Artillerie

lZiganlische öesamlersolge:

SS5000 Sefangene 1Z145 Panzer 10ZS8 oeschütze g osr Flugzeuge

zusammen. Der Feind hatte hohe blutige Verluste und verlor eine Anzahl Eesangcner. Der Feind warf in der letzten Nacht an verschiedenen Orten West- und Süd- westdeutschlands, vor allein in Karlsruhe und Mannheim, Spreng- und Brandbomben. Die Zivil­bevölkerung hatte Verluste an Toten und Verlegten. Flakartillerie und Nachtjäger schössen acht der angrei­fenden britischen Bomber ab."

Neue NikkerkreuNröger der euftwaffe

Berlin, 8. August. Der Führer und Oberste Be­fehlshaber der Wehrmacht hat aus Vorschlag des Ober­befehlshabers der Luftwaffe, Rcichsmarschall Eöring, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen: Oberleut­nant Lcesmann, Kommandeur in einem Jagdge­schwader, Oberleutnant Franzisket, Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader, Leutnant S ch m i d i,' Flug­zeugführer in einem Jagdgeschwader.

4tee Hoiür-Lüüe

Von nnssrsw stünckiZsn miiitnriscl-en Niturbsitsr kisuptmsnn 8 tspdnn

Als heute die vier denkwürdigen Sondermeldungcn dem deutschen Volke bekanntgegeben wurden, in denen das Oberkommando der Wehrmacht Kunde gibt von den herrlichen deutschen Siegen im Osten, da ging es wie ern Aufatmen durch das Reich. Wohl hatte man gewußt, daß die gewaltigen Schlachten, die jenseits der Stalin- Linie entbrannt waren, eine zweifelsfrei« Ueberlegen­heit der deutschen Wehrmacht gegenüber den Bolsche- wisten ergeben hatten. Aber Woche um Woche verging, ohne daß Einzelheiten ge neidet werden konnten. Jetzt aber, fast vier Wochen nach dem Beginn der großen Schlacht von Smolensk, fiel der Schleier. Er konnte erst jetzt zerschnitten werden, weil die bolschewistische Füh­rung, die selbst kein zuverlässiges Bild von der Lage besaß, keinesfalls durch deutsche Berichte Aufschlüsse über den Stand der Fronten erhalten durste. Nunmehr aber ist ein Abschluß erzielt, und das Oberkommando der Wehrmacht zögert nicht, in lapidaren Sätzen Kunde zu geben von den gewaltigen Ereignissen, die sich in den letzten Wochen abgespielt haben.

Der zusammenfassende Bericht aus dem Führerhaupt­quartier bezieht sich in allen drei Abschnitten der riesigen Front aus die Kämpfe, die mit dem Dur-bbruch durch die Stalin-Linie begannen. Als am 12. 2^2- bekannt­gegeben werden konnte, drß die große Vertsidigungszone, die sich vom Finnischen Meerbusen hinter den Peipus- See, oberem Dnjepr und unterem Dnjestr bis zum Schwarzen Meer westwärts Odessas erstreckt, an den wichtigsten Stellen durchbrachen sei, konnten nur die­jenigen, die das Riesenausmaß der bolschewistischen Rüstung nicht kannten, glauben, daß nunmehr mit leich­ten Erfolgen zu rechnen sei. Die deutsche Führung war sich demgegenüber im klaren, daß die schwersteAuf » gäbe noch bevorstand Wohl waren die Panzer­truppen in tiefen Keilen weit in das Hinterland vor­gedrungen, aber die Hartnäckigkeit und Verbissenbeit des Feindes zeigte sich erst jetzt in ihrem ganzen Ausmaß, als er sich zwischen diese Panzerspitzen und die nach­folgenden Infanterie-Divisionen zu werfen versuchte, und damit die einkreisenden Verbände einerseits abzuschnei­den unternahm. Was ihm irgend an Menschen und an Material znr Verfügung stand, wurde in den Kampf geworfen. Und der ungeheure Umfang der Offensivaus- rüstung, die Moskau seit Jahren gegen Eurova betrie­ben hatte; wurde deutlich, als an allen bedrobien Siel- len der weiten Front die gewaltigen Mengen bolschewistischer Panzerwagen und Geschütze

trotz der riesigen Einbußen von Minsk und Vialpstok

auftauchten. Es hat der vollen Anspannung aller Kräfte, deren die deutsche Wehrmacht fähig ist, bedurft, um diese Massen der Sowsetwehrmacht zu zerschlagen, die sich hierbei als der härteste Gegner unserer Feinde erwiesen haben.

Wenn trotzdem die Schlachten bei allen drei Heeres­gruppen vollkommen gleichmäßig siegreich verlaufen sind,

»»IMIN»M»IMMM»IM»,MM,N»,»»»MM,>M>NMNMM,

Die stolzen Siegesmeldungen des Oberkommandos der Wehrmacht über den zweiten Kampfabschnitt im Osten stellen ein Hohelied deutscher soldatischer Leistung und deutschen Heldentums dar.

Militärische Anlagen der Stadt Moskau wurden wieder von der deutschen Luftwaffe heftig bom­bardiert.

An der gesamten Ostfront ist ein Nachlassen der sowjetischen Eefechtstrast festzustellen. Ausbruchsversuche aus Tobruk brachen unter schwe­ren Verlusten für den Feind zusammen.

Der Damm nach dem Hafen von Suez ist unter­brochen.

General Antonescu wurde mit dem Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

Zwischen England und den USA. ist eine Konferenz geplant.

Dr. Todt wurde als Eencralinspektcur für Wasser und Energie eingesetzt.

Das Sondcrgcricht Vrcmcn verhängte hohe Zucht­hausstrafen gegen zwei Volksschädlinge.

Lothringische Jugend wird aus ihrer gegenwärtig durchgeführten Deutschlandsahrt auch in den Gau Wcser-Ems kommen.