Ausgabe 
(23.2.1943) 54
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vremeMtuny

M üer Nationalfozia,

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üev Nationalsozialisten. Vremens

sinnliches vcckündungsblalt des Ncichsstattisalters in Oldenburg und Oremen

Nr. 54 , 1Z. Jahrgang

Dienstag, 2Z. Lebruar 184Z

Einzelpreis 15 Npf.

vertrauen haben...

Der Frontsoldat spricht zur Heimat

„Glaubst du, zu Hause haben sie keine Sorgen»'* Karl schaute uns erregt an. „Latz sie doch!" murrt« Willi und blickte von seinem Buch auf. Oder hast du vielleicht einen dummen Brief bekommen?" forschte er. „Das nicht ge­rade", antwortete Karl, „aber ich kenne doch'meine Frau. Hast du von unserer Nacht im Sumpf heimqc- schricben?" fragte Willi weiter. „Die Nacht möchte ich manchem von meinen besten Freunden wünschen."

„Du weitzt, wir hatten uns damals durch den Sumpf­wald vorgekämpft. Mal reichte uns das Wasser bis über die Knie, mal war es etwas seichter — eben Sumpf. Das ging so ungefähr fünf Kilometer in den Wald hinein. 2m Oktober! Also bei ziemlicher Kälte. Vergnügen war das bestimmt keines. Weil wir aber schon um 11 Uhr unser Tagesziel erreicht hatten, stietzen wir noch sechs Kilometer vor. Mit dem Eefechtsnachbarn hatten wir die. Fühlung längst verloren. Am Abend standen wir dann auf einer Wiese. Es gotz in Strömen, »nd nur die gelben Leuchtkugeln der Sowjets waren zu sehen. Kein Lebenszeichen von unseren Nachbarkompa- »kn und keine Verpflegung. — Feuer durften wir auch nicht anzünden, rauchen durften wir nicht, da sind wir unter die Büsche gekrochen und haben versucht zu schla­fen: Pitschnaß, zu zweit in die Decken gewickelt. Ver­dammt, die Nacht hat lange gedauert."

Karl spöttelte: „Und so etwas, glaubst du, würde denen zu Hause die Sorgen nehmen? Willi schien diese Frage überhört zu haben, ruhig fuhr er fort: „Und siebst du, dann, am Morgen nach dieser Nacht, kamen aus einmal die Stukas. Einen Kilometer rechts von uns luden sie ab. Wo Stukas arbeiten, wird ein An­griff vorbereitet, wo ein Angriff vorbereitet wird, müssen deutsche Landser stecken. Der Eefechtsnachbar! Da war alles ganz klar. In der Nacht war der Ring um 8ch. zugemacht worden, und es war schon richtig, dah wir gerade an dieser Stelle lagen. Wir Männer hatten das natürlich nicht wissen köniren. — Ach was, man mutz sich nicht immer den Kopf zerbrechen. Vertrauen haben! Das Nächstliegende ordentlich tun. dann kommt die Lösung ganz von allein. Manchmal denke ich mir, denen mit den grotzen Sorgen fehlt nur so ein Erlebnis. Darum wünsche ich es ihnen.

In meiner Tasche knisterte der Brief eines Freundes, kin Brief mit tausend Besorgnissen. Deshalb gab ich zu bedenken: „Schön, auf die Entwicklung, mit den Stukas und so, wären wir damals in der Nacht bei einigem Nachdenken selbst gekommen. Wenn einem nun aber doch Angst wird, weil der logische Verstand einfach keinen Ausweg mehr zeigt?" — „Wennn so ein Logiker dann verzweifelt, kann er mir wirklich leid tun. Was heitzt denn das: , keinen Ausweg? Die Strategen, die vielleicht zu Hause eine dicke Tintenlinre auf die Land­karte malen und davor hernmtüfteln, die kennen doch gar keine Zusammenhänge. Was weitz ich, wie die sich den Krieg vorstellen. Für uns aber ist diese Linie eine verüuchte Angelegenbe-i auf Leben und Tod. Das sind Deckungen und Schußfelder, Erabensysteme und ME- Resrer. Und da weitzt du und da weitz ich. datz es auf uns ankommt. Und" auch das Grab Peters, der beim Vorstoß auf V. fiel. gehört dazu. Wir haben B. -dann wieder aufgeben müssen, na ja. Dtt Rechner sähe nur seine Linie: die Stellung, die wir vorher hatten und in der wir jetzt wieder sitzen. Für den hätte Peters Tod keinen Sinn, er hat doch scheinbar nichts verändert! Aber du, Karl, glaubst du, dah Peter sinnlos ge­fallen ist? ,

Uns ist dockt klar: wenn wir damals den Gegenstoß nickü gemacht hätten, wer weitz wo der Bolschewist heute lätze? Man darf im Kriege nicht rechnen, egal ob !m Vorstoß oder im Rückzug, beim Angriff oder in der Ver­teidigung. Es ist vie^ nötiaer. datz du die Knarre in Ordnung hast. als datz du dir den Kopf zerbrichst, was der Kommandeur unternimmt und was, nicht. Glaubst du vielleicht, datz der Alte von zwei Möglichkeiten mal die schlechtere ergriffen hätte?

Willi schnippte den Zigaretttnsiummel im hohen Bogen durch die Luft und griff nach seinem Buch. Er hatte die Antwort gar nicht abnewartet. Er kannte sie genau. (UU) laset v. Oaliselieü

Ver 1?1„ 161. und 142.

Berlin. 2?. Februar. In den Luftkämpfsn über dem nördlichen Abschnitt der Ostfront am , 21. 2., hie zur Vernichtung von 31 bolschewistischen Flugzeugen führten, besiegte kiauptmann' Philipp seinen 171. Gegner, Wiinani Stotz erzielte seinen 161. Luftsieg, während lein Eruppenkamerad Oberleutnant Beitzwenger mit vier Abschüssen den 112. Gegner im Luftkampf be­siegte. Mit ebenfalls vier Abschüssen erhöhte Feldwebel Vcutin die Zahl seiner Luftsiege auf 39.

Weder WZ SW VM. versenkt

srotz schwerster Stürme große U-voot-krfolge aus stark

gesicherten Seteitzügen

L - ^» d em Führer Hauptquartier, 22. Februar. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt oe.annt: Trotz schwerster Stürme und unsichtigen Wetters setzten die deutschen Unterseeboote den Kamps gegen die feindliche Schiffahrt fort und versenkten im Atlantik und vor den nordasrikanischen Mittel- weerliafen aus stark gesicherten Eeleitziigen heraus 18 Schiffe mit 1N3 666 ART., eine Korvette, ein Eelertboot, ein Vorpostenboot und vier Transportsegler. Ein weiteres Frachtschiff wurde torpediert.

Trotz aller vom Feinde angekündigten Gegenmittel fuhren unsere U-Boote die Schlacht 'im Atlantik mit immer wachsendem Erfolg fort. Der Beweis für diese Tatsache nurd^ nicht zuletzt durch die neueste Sonder- meldung geliefert. Denn, wenn die vergangenen Monate zeigten, ^atz kein noch so starkes Geleit und selbst nicht der massierte Einsatz aller nur denkbaren Abwehrwaffen unserer U-Boote daran zu hindern vermögen, ihren, Zoll von der feindlichen Tonnage zu nehmen, so lassen gerade die Ergebnisse der letzten Zeit erkennen, datz auch die Ungunst der Elemente den erfolgreichen Einsatz der U-Boote nicht aufhalten kann. Wir wissen aus den Mel­dungen des Oberkommandos und aus zahlreichen Verichten wie außerordentlich heftig die Stürme sind, die in diesem Winter die Fahrt auf den Ozeanen selbst für große und größte Schiffe gefährlich machen. Die Ver­senkungsziffern der letzten Monate erwiesen jedoch, datz

selbst die schwierigsten Witterungsbedingungen eben­sowenig wie die stärkste Sicherung unsere U-Boote nicht davon abzuhalten vermögen, hart am Gegner zu bleiben und ihn zu schlagen.

15 Handelsschiffe mit 103 006 ART., die im Atlantik und vor den nordafrikcknischen Mittelmeerhäsen ver­senkt wurden,, stellen das jüngste Ergebnis dieses Kamp­fes unserer U-Boote dar. Es kommt weiter dazu die Versenkung von vier Transpovtseglern, einer Korvette sowie je eines Geleit- und Vorpostenbootes. Ein wei­teres Frachtschiff wurde torpediert. Gerade die Ver­senkung von vier Transporiseglern stellt einen neuer­lichen Beweis dafür dar, daß der Gegner zur Ueber­windung seiner 'Tonnageschwierigkeiten gezwungen ist, auch auf seine letzten Schiffsraumreserven zurückzlrgrei- fen. Es braucht im übrigen kaum mehr bewiesen zu (Fortsetzung auf Seite 2)

Umfassungsversuch Ver Sowjets zerschlagen

25 seindpanzer außer öefecht gesetzt — Vesonders tzotze blutige Verluste der Solschswistsn

Aus dem Führerhauptquartier, 22. Februar. Das Oberkommando det Wehrmacht gibt bekannt: „Feind­liche Angriffe gegen die Nordfront des Kuban- Brückenkopfes wurden durch deutsche und rumäni­sche Truppen zerschlagen. Der Feind wurde im Gegen­angriff mit hohen blutigen Verlusten zurückgeworfen. 2m Donez-Eebiet und nordwestlich davon versuchten die Sowjets neben zahlreichen örtlichen Angriffen, mit zusammengefaßten Kräften an mehreren Stellen unsere Abwehrfront zu durchbrechen. Sie wurden in schweren Kämpfen abgewiesen. Feindliche Verbände, die mit einer weit ausholenden Umfassung zwischen Donez und Dnjepr die Verbindungen zu unserer Front im Donez-Eebiet abschneiden sollten, wurden von deut­schen Truppen des Heeres und der Waffen-ff in Flanke und Rücken gefaßt und zerschlagen. 2n diesem Abschnitt setzten Kampf- und Nahkampsflieger-Eeschwader 25 feind­liche Panzer außer Gefecht, vernichteten mehrere schwere Geschütze und zahlreiches Gerät. Der Feind hatte hier besonders hohe blutige Verluste. Im Raum westlich und nordwestlich Charkow griff der Feind auch gestern erfolglos unsere Stellungen an. Starke/feind­liche Angriffe südlich und nordöstlich Orel wurden in heftigen Kämpfen bei dichtem Schneetreiben abgeschla­

gen. Eine deutsche Kampfgruppe vernichtete im Gegen­angriff die Masse einer sowjetischen Skibrigade. 2m nördlichen Teil. der Ostfront fanden am gestrigen Tage nur Kämpfe von örtlicher Bedeutung statt. Bei einem eigenen Angriffsunternehmen verlor der Feind außer zahlreichen Toten mehrere hundert Gefangene, zwölf Panzer und eine große Anzahl Waffen. Die Luftwaffe nutzte die Besserung des Flugwetters aus und griff mit starken Verbänden in die Erdkämpfe ein. An der Nord­front schössen deutsche Jäger am gestrigen Tage 31 sowjetische Flugzeuge ab. Zwei eigene Flugzeuge wer­den vermißt. Das Hafengebiet von Murmansk und wichtige Ausladepunkte der Murmanbahn wurden er­neut mit gutem Erfolg bombardiert.

3n Tunefreu wurden die Angriffe fortgesetzt und östlich von Tebessa starke Teile einer englischen Panzer­division vernichtend geschlagen. Sturzkampfflugzeuge zersprengten Panzerbereitstellungen des Feindes. Ein Nachtangriff auf Tobruk verursachte im Hafen 'und in der Stadt große Zerstörungen. Britische Flugzeuge war­fen iu der vergangenen Nacht Spreng- und Brandbom­ben auf einige Orte inr n o r d w e st d e u t s ch e n Kü­stengebiet."

llkLies Silcktelegramm von clem erkolgreictien Vorsloü in dlorckukriks. Unser llilcllsls- grsnim rsigt clen llininsrscti ttslisniscllsr Truppen in Lakss. Lciverl LllUeillienst (ttnee>

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Im SM eines «woliltöligkeitsfeskes"...

Her volschewistenrummel

Drabtbericht unseres Vertreters

ackholm, 22. Februar. Am 21 . Februar 1943 Königreich Großbritannien — mit Eenehim- „grotzen" Stalin zunächst noch in feiner anen ier Beibehaltung seiner reaktionären Regie- Einrichtungen — feierlich freiwillig der r Sowjetrepubliken bei. Anders ist der Oe- uck der Vorgänge, die sich >n ius Anlaß der „Tages der Roten Armee a^ >on einem neutralen Standorl aus kaum noch Wenn man die Berichte liestt die von nhwe- >d anderen Beobachtern an Ort und SteUe Ereignisse des Sonntags in England gebracht will die relativ kurze Berichterstattung im englischen Nachrichtendienst nur als °m , dazu bestimmt, die Weltöffentlichkeit noch

ien über den wahren Charakter d" englischen ug irrezuführen, vielleicht auch sich lelvn . -.

-"Stand feierte den Tag der Rottn Armee en für die Sowjetunion rn allen Kirchen Huldigungen für Land. Volk und.Armee der ten, immer zusammen mit grogangel g tcn in Städten und Dörfern. Role ttahne

>er Ratliäujern und Vcriammiungshallen roie

prangten am Rockaufschlag von Tau,cndcw 'r. der Londoner Berlrcter von ^Stockholm- >" den großen Tag in England. An °er chtt- öen Plätzen dar Hauptstadt wurden Vcr»amm 'Malten, aber die Feier in der Albert-Hal urlich im Mittelpunkt. — Der gewaltige Saar

in England — wie das amtliche London sich vor Stalin verbeugte

mit- Sowjetemblemen geschmückt. Vor der Orgel ein großes Panorama einer sowjetischen Stadt aus- nt und den Hintergrund bildete eine ungeheure rote ,ge mit Hammer und Sichel „von wahrhaft he­tzen Ausmaßen", wie eine englische Schilderung >ich »rückt. Eden präsentierte, umgeben u. a. von 420 gliedern der Londoner Sowjetkolonie, dem Chef englischen Wehrmacht und einem gewaltigen Auf- t an Generalen. Admiralen und Offizieren, as große Fest wurde mit einer Reihe lebender ,er eingeleitet. Das ganze Auditorium erhob sich. eine Neuromposition an die Rote Armee gesungen de mehrere Musikkorps und Sängerchöre wirkten Eden verlas zu Beginn seiner Rede Stalins Bot- t -an das englische Volk, für die er dem Sow,et- -baiter Maisky die llebermittlung des.Dankes an lin auftrug. Einer Minute des Schweigens für die llenen dei'Sowjetarmee folgte eine wiederum eigens dielen Tag komponierte „Triumphfanfare" zu Ehren Roten Armee. Dann stimmte Eden seine byzan- cke Lobpreisung auf die bolschewistischen Massen- e an die nach dem Wunsch der englischen Konier­ven ganz Europa niedertrampeln sollen. Diesem Ziel >be bringen sie gern England als Opfer dar schwen- rott Fahnen, schmücken sich mit Hammer und Sichel lallen sogar ihre Arbeiter — was die>en sonst »a verboten ist — den Gruß der geballten Faust onstriercn. Sie denkrn wohl. daß alles vorläufig im eines Wohltätiqkciisfestes mit lebenden Bildern lttn werden kann. Die Bilder könnten aber eines es allz» vttl Leben gewinnen. Entweder die Briten

merken das noch nicht, oder sie halten die Sowjets wirk­lich für schon jo übermächtig, daß sie nur noch durch Tributopser und Weihrauch Wohlwollen zu erflehen suchen.

Einer, der wahrscheinlich nichts gemerkt hat, ist Georg VI., der auf Beschluß der englischen Regierung die „llebermittlung eines Ehrendegens an die Stadt Stalingrad" zu bewerkstelligen hatte. Er entledigte sich dieses Auftrages gehorsam mit einem Telegramm an Kalinin, das in der Geschichte einer kommenden So­wjetrepublik England sicher einen besonderen Heittr- teitserfolg erzielen wird. Der Träger der Krone von England, Indien u. a. Ländern gibt darin der „tiefsten Bewunderung" Ausdruck, vereint mit der Hoffnung, daß feine sinnige Gabe „in koinmenden besseren Tagen" eine schöne Erinnerung fein möge. Ein Symbol der Be­wunderung nicht nur des englischen Volkes, sondern der ganzen zivilisierten Welt". Selbst im Stadium feiner tiefsten Erniedrigung wagt sich England noch immer als Wortführer der ganzen zivilisierten Menschheit aus­zuspielen. obwohl es gottlob nicht in der Lage ist, wirkliche Kulturvölker so wie sich selber an die Bolsche- wisten zu verkaufen. „Stalmgrad rettete die Zivilisa­tion" — dieie bewußte Ilmkehrung des wahren Sach- verhaltes aus dem Munde des englischen Königs wird in der Geschichte der Böller haften bleiben als Zeichen für den englischen Verrat an Europa und für die voll­ständige Korrumpierung eines Systems, des konser­vativsten und reaktionärsten von allen, das seine eige­nen Fehler und Verbrechen zu vertuschen sucht durch den Anschluß an die Träger der Weltreoolution.

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Der britische Verrat wird immer gemeiner

Drabtbericht unserer Berliner Schriftleituna är. ve. scb. Berlin, 22. Februar. Als einmal vor der Jahrhundertwende in England die Frage nach einem Bündnis mit Rußland aufgeworfen wurde, da äußerte »ich der. damals britische Premier im höchsten Maße ikeptisch, daß, wer sich mit dem Teufel zusamstren an die Suppenschüssel setzen wolle, einen sehr langen Löffel haben müsse. Irgend etwas von diesem Gefühl und von dieser Erinnerung scheint noch in den Köpfen einzelner Engländer zu leben und kann nicht vollkommen durch den widerlichen Theaterrummel anläßlich der Jubelfeier für die Rote Armee übertönt werden. Ausgerechnet an dem Tage, an dem Eden in der Albert-Hall vor der Fahne mit Hammer und Sichel posierte, kann es der „Observer" nicht lassen, das Problem der kommenden Beutestreitigkeiten zwischen den heutigen Verbündeten anzuschneiden. Wenigstens hier wird der Mut zum Aus­druck der Erkenntnis aufgebracht, daß England im Falle eines bolschewistischen Sieges in Europa nur noch so­viel zu sagen haben werde, wie der Kreml für gut befinden werde. Der „Observer" spricht es offen aus. daß Stalins „November-Rede" zwar sehr schön sei, daß aber Europa nur allzu gut wisse, wie wenig Worte im Mund der Bolschewiken bedeuteten.

Bei der Behandlung der politischen Aussichten im Falle eines bolscheMstiichen Sieges stellt das Londöner Sonntagsblatt fest, daß der weitere Vormarsch der Bol­schewiken zur Pernichtung Rumäniens, Bulgariens, Kroatiens und Ilngarns führen werde, die jahrzehnte­lang das ernsteste Hindernis eines dauernden Friedens gewesen seien. Zum Teil mit nichtssagenden winzigen Vorbehalten, in der Hauptsache aber bedingungslos, hat man sich in England und in den Vereinigten Staa­ten bereits mit den sowjetischen Ansprüchen abgefun­den, die kürzlich durch die „Prawda" angemeldet und durch die diplomatischen Vertretungen der Sowjets zur Kenntnis gebracht wurden. Die bier angemeldeten Forderungen erstreckten sich auf Vessarabien. auf die Ostseeländer und auf Finnisch-Karelien, die als selbst-

rnE erreichi- werden, wenn das yelnnrte Volk steh in den Dienst- des Vaterlandes stellt^ eürverroor^

verständliche Bestandteils der Sowjetunion angesprochen wurden. Wenn von unserer Seite dazu gesagt wurde, daß es sich hier nur um die erste Rate in einer Serie der bolschewistischen Aspirationen handeln könne, so be­stätigt der „Observer", daß man das in England auch ganz genau weiß. Niemand gibt sich dort im Ernst der Illusion hin, daß etwa Moskau auf die bereits vor dem Kriege annektierten Gebiete Polens verzichten werde. Man weiß auch. daß selbstverständlich die weltrcvolu- tionären Zielsetzungen des Bolschewistnus viel weiter geben. Heute spricht man es in England aus, daß man sich auch mit der Einverleibung ganz Rumäniens. Bul­gariens, Kroatiens und Ilngarns durch den Bolschcwis- mus abfinden will. Um die Probleme der Annexion Polens und der früheren Tschechoslowakei drückt man sich schamhaft noch etwas herum, weil ja in London noch Tvngrantenregierungen sitzen.

Uns kann das natürlich überhaupt nicht überrasche». Wir haben ja der, Weltöffentlichkeit in vollem Um- ,fana mitgeteilt, welche Forderungen Molotow bei sei­nem Berliner Besuch mit unverschämter Frechheit ge­stellt hat, um sich allerdings vom Führer eine schroffe Ablage zu holen, weil dieser sich seiner Verantwortung für Europa in vollem Ausmaß bewußt war. Molotows Berliner Besuch hat bei uns die letzten Zweifel an den tatsächlichen Absichten der Moskowiter beseitigt und uns gezwungen, gerade noch in letzter Stunde recht­zeitig zum Esgenschlag auszuholen, ebe die Sowjets fertig waren und die bolschewistische Dampfwalze zu einem ihnen genehmen Zeitpunkt über Europa dahiu- sahren zu lassen. Wenn es in Rumänien, in Bulgarien oder in Ungarn bisher noch Zweifler gegeben haben sollte, die die wahren Absichten des Bolschewismus zu erkennen vermochten, oder gar iin gegebenen Fa mit dem schützenden Angriff Englands rechnen wollten, so sind sie heute eines Besseren belehrt. In England weiß man. datz man gegen die Bolschewiken nichts'mehr unternehmen kann, wenn der deutsche Schild im Osten zerbrochen sein würde, was allerdings niemals der Fall sein wird. Darum macht man zum Jahrestag der Roten Armee solch einen riesenhaften widerlichen Ko­tau vor Stalin, darum wirft man ihm ein Stück nach dem anderen von der überhaupt noch nicht erlegttn Beute zum Fraß hin, in der erbärmlichen Hoffnung, dag man dadurch vielleicht den Kreml etwas versöhn­licher stimmen und ihn geneigt machen könnte, den Bri­ten doch noch irgendeine kleine Einflußsphäre in Eurova zuzubilligen. Den Balkan ist man bereits preiszugeben gewillt, und auch gegen die Bolschewisierung Ungarns wagt man keine Einwände mebr zu erheben. Ganz schüchtern riskiert der „Observer" nur noch die Fraae, ob England oder die Sowjetunion, ob die.Kandidaten der Habsburger, die der Kommunisten oder die der „Verbündeten" die Kontrolle in Mitteleuropa über­nehmen sollten. Die Londoner Zeitschrift fährt fort: „Diese Probleme löst man nicht durch gegenseitige eng-

Vnsor

Trotz schwerster Stürme erzielten unsere U-Boote aus stark gesicherten Eeleitziigen mit der Ver­senkung von 163 096 VNT. wieder große Erfolge. Zwischen Donez und Dnjepr wurden Umsassungs- »erfuche der Bolfchewiften von «uferen Truppen zer- fchlaqen und den Sowjets hohe blutige Verluste Zugefügt.

In Tunefien wurden starke Teile einer englischen Panzerdivision vernichtend geschlagen.

Der rumänische Verteidigungsminister hielt an die Armee eine zündende Ansprache, in der er den Kamps gegen den Bolschewismus als heilige Ver­pflichtung bezeichnet.

Japanische Truppen marschierten im Einverständ­nis der französischen Regierung in Kwangtschan ein. Di» Umsätze der Bremer Kreditbank sind weiter gestiegen.