Ausgabe 
(13.2.1943) 44
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Parteiamtliche Tageszeitung

Dos Amtsblatt des legierenden lütgernieisters der Zielen Hansestadt lremen

der Nationalsozialisten Vryinens

flmtUches verkündungsblat« des Ncichsstattlialters in tlldenburg und lremen

Nr. 44 , 1Z. Jahrgang

-L-

Sonnabend, 1Z. Zedruar 1Z4Z

kinzelpreis 15 Nps.

Mit störte und knergie vorwärts!

öauleiter Paul Vegener gab die Parole für den totalen Kriegseinsatz unseres staues

krste Sitzung des Neiitzs- verteidigungsausschusses Weser kms

nsx. Bremen, 12. Februar. Zum ersten Male hatte Gauleiter Paul Wegener in seiner Eigenschaft als Reichsverteidigungskomunssar Weser-Ems den Ver- teidigungsausschuß und den Kriegswirtschastsstab zu einer Sitzung in Bremen im „Hans des Reichs- zu­sammengerufen, an der auch die Eanamtsleiter, Kreis­leiter und Gliederungssührer der NSDAP. sowie die Leiter der höheren und unteren Verwaltungsbehörden teilnahmen. Ferner waren die für den Gau Weser- Ems zuständigen Kommandierenden der höchsten Wehr- machts- und Polizeikommandobehörden und des Reichs- «rbcitsdienstes anwesend. Die außerordentlich wichtigen Ausführungen des Gauleiters und die während der Sitzung gehaltenen Referate liegen erkennen, daß im Gau Weser- Ems die für die totale Kriegssiihrung notwendigen Maßnahmen mit Energie und Härte durchgeführt wer­den. Der Nordseegau mied dadurch entsprechend den klaren Weisungen des Führers noch mehr als bisher restlos alle Kräfte einsetzen, die geeignet sind, an der Er- ringung des Endsieges entscheidend mitzuwirken.

Senator SA.-Oberführer Dr. Fischer gab zu Be­ginn einen allgemeinen Ueberblick über die Aufgaben des Reichsverteidigungskommissars und die seit der Ein­setzung des Gauleiters Wegener als Reichsverteidi- qungskommissars Weser-Ems bereits durchgeführten Maßnahmen auf dem Gebiete der zivilen Reichsvertei­digung. Danach sind bisher schon Voraussetzungen ge­schaffen, um über die von früher her noch bestehenden Verwaltungsgrenzen und -kompetenzen hinweg die zivile Reichsverteidigung im Gau Weser-Ems einheitlich durchzuführen, Major der Schutzpolizei Elidier be­handelte die für den Nordseegau besonders wichtigen Fragen des Luftschutzes und erläuterte die auf diesem Gebiet in der letzten Zeit erlassenen Anordnungen. Daran anknüpfend beschäftigte sich der Eaubsauftragte des Generalbevollmächtigten für die Regelung der Bau- wirtschaft des Gaues Weser-Ems, Ministerialrat Ostendo/rff 11. mit zahlreichen Einzelfragen seines Aufgabenbereiches. Die bereits veröffentlichten Anord­nungen über die Stillegung von Betrieben,dss Handels, des Handwerks sowie des Gaststätten- und Veherber- gungsgewerbes stellte der Leiter des Landeswirtschafts­amtes Weser-Ems, Regierungsdirektor Wöhrl, in den Mittelpunkt seiner Darlegungen, aus denen zu er­kennen war, daß auch im Gau Weser-Ems die für die totale Kriegssiihrung notwendigen Stillegungsmaß- riahmen planmäßig und ohne Ansehen der Person durch­geführt werden. Aus denk umfangreichen Bericht, den der Leiter- des Landesernährungsamtes Weser-Ems, Landesbauernführer Groeneveld, erstattete, war zu entnehmen, daß die Ernährungslage weiterhin als aus­reichend und gesichert angesehen werden darf und das der restlose Einsatz unserer heimischen Landwirtschaft, insbesondere die pünktliche und ausnahmslose Erfüllung des Ablieferungssolls Grundlage und Rückgrat unserer Ernährungswirtschaft darstellen. Am Ende der Referate stand ein Ueberblick des Oberregierungsrates Kuhl-

Lujtjiege unserer kichenlaubträger

Berlin, 12. Februar. Am 11. Februar, vormittags, kam es zwischen Ladogasee und Jlmensee zu erbitterten Luftgefechten. Von Ritterkreuzträger Oberstleutnant Trautloft geführt« deutsche Jagdverbände stellten so­wjetische Bomber, die von Jägern begleitet in mehreren Wellen anflogen, über den vorderen Linien zum Kampf. Bis Mittag verlor dabei der Feind 25.Flugzeuge, Wei­tere vier sowjetische Flugzeuge vernichteten die deut­schen Jäger im Laufe des Nachmittags bei freier Jagd und bei Vorstößen über rückwärtiges feindliches Gebiet, Bei diesen Luftkämpfen «rzielte Häuptmann Philipp den 164. und 165., Major Hahn den 163. bis 105., Leutnant Stolz den 155. bis 157. und Oberleutnant Beißwänger den 135. Luftsieg. Alle vier Offiziere sind Eichenlaubträger. Weitere sechs sowjetische Flug­zeug« wurden von der Flakartillerie der Luftwaffe ab­geschossen, so daß der Feind am 11. Februar südlich des Ladogasees insgesamt 35'Flugzeuge verlor.

Im Laufe des 11. Februar sichtete ein deutsches Jagd­flugzeug beim Speriflug ostwärts der Insel Kreta zwei britisch« Torpedoflugzeuge vom Muster „Veaufort". Die Messerschmitt griff sofort an und schoß beide feindlichen Flugzeuge ab.

gatz üher die bereits begonnenen und unmittelbar be­vorstehenden Maßnahmen zum umfassenden Einsatz von Männern und Frauen für Aufgaben der Reichsverteidi­gung entsprechend den bereits veröffentlichten Anord­nungen des Generalbevollmächtigten für den Arbeits­einsatz. Besonders bedeutungsvoll waren die Hinweise zum Fraueneinsatz.

Gauleiter Paul Wegener bekundete in seiner kla­ren, unmißverständlichen Ansprache seine Ent­schlossenheit, dem Befehl des Führers gemäß und der Härte unserer Zeit entsprechend alle Maßnah­men für die totale Kriegführung im Gau Weser-Ems durchzuführen.

Weder bei der Stillegung von Betrieben noch beim Arbeitseinsatz der aufgerufenen Männer und Frauen gebe es Ausnahmen. So wie der Soldat an der Front .seine Pflicht im Dienste der Reichsverteidigung tue, so werde jetzt auch von jedem einzelnen in der Heimat ge­fordert werden müssen, daß er seine ganze Kraft für die -Rüstung und für den Endsieg einsetze. Dabei sei es für

ihn selbstverständlich, daß auch über den Kreis der auf­gerufenen Arbeitskräfte hinaus jeder bestrebt sei, den Platz zu finden, auf den er am meisten für den Sieg zu leisten imstande ist. Auch eine ehrenamtliche Tätigkeit, namentlich für die Frauen über 45 Jahren, stelle eine selbstverständliche Pflicht dar. Die Partei werde allen Maßnahmen in altgewohnter kämpferischer Frische vor­angehen, Er erwarte, daß in Zukunft in den Behörden und Dienststellen mur noch ausschließlich siegentscheidende Ausgaben erfüllt würden. Darüber hinaus gelte es, in der Verwendung der Lebensmittel und im Verbrauch von Kohle und Energie äußerste Sparsamkeit walten zu lassen. Wenn so jeder mit ganzer Kraft und in vor­bildlicher Haltung und Einsatzbereitschaft für den End­sieg kämpfe und arbeite, dann werde der Nordsecgau unserer heldenbaften Wehrmacht würdig sein.

Schon durch die Verordnungen des Ministerrates für die Rcichsverteidigung vom September und Oktober . (Fortsetzung aui Seite 2s

veweglittz geführte Pbwehrkömpfe

SZ seindpanzer Mischen Wolchow und Ladogasee und vor Leningrad abgeschossen

Aus dem Führerhauptquartier, 12. Februar. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Unter dem Eindruck seiner schweren blutigen Verluste hat der Ansturm des Feindes gegen unsere Abwehrfront im Osten an Stärk« nachgelassen. An den Brennpunkten halten die beweglich geführten Abwehrkämpfe aber un­vermindert an Der Feind erneuerte seine Angriffe bei Noworossijsk und versuchte vergeblich mit Schiffen in den Hafen ded Stadt einzudringen. Truppen einer deutschen Panzerdivision vereitelten im Kuban- Brücken topf feindliche Umfassungsversuche und füg­ten dem Gegner schwerste Verluste zu. In den letzten zwei Tagen verloren die Sowjets im Abschnitt dieser Division mehr als 1706 Tot«. 850 Gefangene, 35 Ee? schütze und zahlreiche Infanteriewaffen'aller Art. Im Donez - und westlich desOskol - Abschnittes herrschte geringere Kampftätigkeit als an den 'Vortagen. An einzelnen Stellen wurden die Angriffe feindlicher Stoß­gruppen in beweglicher Kampfführung aufgefangen und in diesen Kämpfen ein Sowjetregiment und ein Ski­bataillon sowie mehrere Batterien vernichtet. Im Raum nördlich K u r sk scheiterten weitere Angriffe der Sowjets gegen unsere Abwehrfront unter starken Ver­lusten. Unzusammenhängend« Angriffe des Feindes im

Raum Welikije Luki brachen zusammen. Angriffe der Luftwaffe auf Truppcnbcreitstellungen bewirkten, daß di« feindlichen Angriffe nur zersplittert geführt wer­den konnten. An der Front zwischen Wolchow und Ladogasee und vor Leningrad wiederholte der Feind seine Angriffe auf breiter Front. Trotz starker Flieger- und Artillerieunterstützung und Einsatz zahl­reicher Panzer wurden alle Angriffe in schweren Kämpfen abgeschlagen und dabei 53 Panzer aboeichossen. Zahlreiche Gesamten« wurden eingebracht. Ein Jagd­geschwader schoß gestern allein über diesem Front­abschnitt bei nur zwei eigenen Verlusten 29 feindliche Flugzeuge ab.

Dom nordäfrikanischcn Kriegsschauplatz wird nur ört­liche Gefechtstäiigkeit gemeldet. Britische Bomber grif­fen in oen späten Abendstunden des gestrigen Tages norddeutsches Gebiet an. Die Bevölkerung halte Verluste. In der Stadt Wilhelmshaven entstand einiger Eebäudcschaden, Bei nächtlichen Siörflügen ein­zelner britischer Flugzeuge über westdeutschem Ge­biet wurden vereinzelt Bomben geworfen. Sie verur­sachten unbedeutenden Schaden. Der Feind verlor durch Marineartillerie und Jagdabwchr sieben Flugzeuge,"

dilsck klein tlekecdt benutzt ckis ksvrerbesatrung ckis erste kause, um kriscke dkunition ru gur­ten. 8ie vollen uncl müssen jeüerreit einsatzbereit sein. Kriegsberichter bobss (8cb.)

„volschewismus — Seiftet der Menschheit"

Seursrtzlands Kamps bis zum knvsieg die einzige Nettung des Kontinents

Drabtbericht unserer Berliner Schrrftlcitung ,s. Berlin, 12. Februar. Die zahlreichen Aeußerun- der letzten Zeit aus dem Munde anglo-amerikani- : Politiker die den plutokratischen Verkauf Euro- an Moskau verraten, haben unter den europäischen kern «in ungewöhnlich starkes Echo ausgelöst. „Hun- Anzeichen und Ereignisse beweisen klar, daß Eng- > und die USA. Europa dem Bolschewismus über- n haben", schreibt „Popolo d'Jtalta", Aber diese nme ist nur eine unter den zahllosen, die das Er­zen unter den europäischen Äölkern und die damit nmdene immer stärker werdende Besinnung auf die ipäischen Aufgaben erkennen lassen. Die ganze Ent- lung seiner zweitausendjährigen Kultur trennt opa und seine Völker für immer von dem Volsche- mus Feuer und Master können sich nicht schärfer mübcrstehen. als bolschewistische Barbarei und euro- ches Wissen, daß selbst einem Churchill diese Einsicht t fremd ist, wenngleich er sie auch seinem wahnsinni- Deutschenhaß zuliebe auf das schmählichste verriet, on Churchill stammt das Wort: „Welch ungeheure wirrung und Verdrehung der Tatsache ist es, wenn bolschewistische Theorie als ein Fortschritt hingestellt d, wo sie bei jedem Schritt glatt zurückrennt m- düstcrste Vorzeit" Und eb«nso war es Churchill, der e: „Sehen Sie sich die Bolschewisten an. sie haben wundervollsten utopischen Ideale gepredigt, aber sie en sie mit dem grausamsten und niederträchtigsten

Auftreten verbunden, das es jemals unter Menschen gegeben hat." Die Gründe für Churchills Gesinnungs­wandel sind indessen nur allzu offensichtlich. Wenn er und Rovsevelt den kleinen Völkern heute Ratschläge zu einer Verständigung mit Moskau erteilten, so ist für dies« beiden Vertreter der Plutokratie und des Welt­judentums diese Sprache nur natürlich. Die Engländer Md Amerikaner interessiert, wie eine rumänische Zei­tung feststellt, ausschließlich die Wiederherstellung der Spekulationsherrschaft des Goldes, die durch die Er­hebung Deutschlands und Japans bedroht erscheint. Churchill, Rovsevelt und ihre Kumpane werden sich wohl hüten, ihre zum Lobe des Bolschewismus jetzt gehalte­nen Reden einzudämmen, da England wie die USA. von Moskau und seinen ungeheuren Blutopfern den Schutz ihres Geldbeutels und ihres Besitzes erwarten.

Die ganze Welt und insbesondere die europäischen Völker haben heut« diesen Zerfall durchschaut. Die Zei­tung Mussolinis konstatiert noch einmal, daß von Chur­chill und Roosevelt Stalin alles das zugesagt wurde, was Molotow seinerzeit in Berlin infolge der empör­ten deutschen Ablehnung nicht erhalten konnte. Dieser anglo-amerikanische Verrat ist die tiefste Ursache dafür, daß heute in Europa und Ostasien nicht mehr nur die Grenzen dieses oder jenes Staates auf dem Spiele ste­hen, sondern das Schicksal von 20 Völkern und von tau­send Millionen Menschen. In Rumänien stellt man fest, daß sich die Ansprüche der Sowjets über die ganze Bal­

kan-Halbinsel, über die Meerengen, über die baltischen Länder und über Finnland erstrecken. In Ungarn, das unter der Terrorherrschast eines Beta Khun seine Er­fahrungen mit dem Bolschewismus zur Genüge gemacht hat, kommen die geheimen Ziele Moskaus erst fetzt wie­der im Rahmen eines Monstre-Prozestcs zur Enihül- lung. Den Angeklagten in diesem Prozeß konnten direkte Verbindungen nach der Sowjetunion nochgewiejen wer­den, Zahlreiche von ihnen hatten illegal die Grenze überschritten und durch die Vermittlung von Juden Reisen nach Moskau unternommen, deren Zweck nicht fraglich sein kann.

In Schweden warnt „Helsingborg Dagblat" vor der naiven Auffassung, daß England oder die USA. die Integrität Schwedens im Falle eines Sieges der Sowjets schützen würden. An dem Tage, wo die Armeen Stalins wieder vor den Ruinen Viborgs und den Toren von Helsingfors ständen, würden vielleicht diesen superoptimistischen Kreisen die Schuppen von den Augen fallen. In Agram verweist man darauf, daß auch die Türkei ganz genau wisse, daß die Achsenmächte keine Aspirationen auf die Dardanellen haben, wohl aber die Sowjetunion. Madrider Zeitungen schreiben: „Spa­nien kann den Bolschewismus nicht dulden, der unsere Städte verwüstete und unsere Bruder ermordete. Der Volschewismus würde die geographische und moralische Zerschmetterung Europas bedeuten."

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Ein Soldatenbrief, der jeden angeht

Mein Lieber! Du bist ein Deutscher, und da liegt Dir das Abwägen und Ueberlcgen von alters her im Blut. Aber ich will Dir kurz und klar auf Deine Fra­gen erwidern, obwohl mir als Soldat nur eins fehlt: die Zeit. Gleichwohl setze ich'mich in Gedanken ganz dicht vor Dich hin in die wohnliche Stube und spreche Auge in Auge mit Dir, langsam und so, als ob es die eilende Zeit und das Heulen der Geschosse und Motoren, die Wtntcrkältc und — die Kameraden darin gar nicht gäbe.

Und so bin ich bei Dir. In aller Ruhe, Du meinst also, Du schuftest und werktest den ganzen Tag, des Nachts gäbe es oft Fliegeralarm und keine Ruhe, der Sohn sei in der Schlacht geblieben, eine Bombe habe Dein Haus schwer beschädigt, und — nun, nachdem Du wahrlich genug trägst, würdest Du jetzt wohl den ge­wohnten Arbeitsplatz aufgeben und Dich aus dem Wir­ken' daheim in ein fremdes Werk setzen müssen, mit dem Dich nichts verbindet als eben die Arbeitsschicht? Ich verstehe, der Krieg hat Dich schwer getroffen, härter als manchen. Das Schicksal verlangt von Dir eben das Große,

Aber von Dir allein? Und — willst Du es ihm wei­gern? Sei ehrlich, wie ein Deutscher in der Schicksals­stunde sein muß. Gib Dir Rechenschaft, was Du bisher, da Deine Bruder an den Fronten kämpften — und der

„Im Ostsn muü SMS Front von Ltcrlil ss- 2ocfsn wsrc!sn t HcincH in Hcrnd mut? js- cisr Osutscks mit cüsm andern sckat/sn.'"

Qcmlsilsr ?crul Wsssnsr

Kampf war immer trotz der Siege unerbittlich! — und Du in der Heimat bleiben durftest, aus welchcn Grün­den immer, wirklich geleistet hast! Gewiß: Du warst da, Tag und Nacht, Du hast ein gütiges Herz und die hilf­reiche Hand dazu, und konntest vieles ordnen; aber — war nicht vielleicht an anderer da, ein Netterer oder körperlich Behinderler, der cs ebenso oder anders herum Hütte tun können?

Du braust jetzt auf. Du wehrst Dich innerlich mit dem Recht des geraden Menschen, der nützlich sein will. Ich verstehe es gut, mein Lieber. Willst Du aber mit Deinen kleinen Geschäften und Geschäftigkeiten, die Du dem Finanzamt und Deinem goldenen Herzen nachweisen könntest: im Ernst behaupten, Du seiest daheim in Dei­nem Lebens- und Wirkungskreis unentbehrlich? Gewiß; man wird Dich vermissen, man wird von Dir sagen, der Meister —, ja der hätte dies oder jenes schon längst und bessert verrichtet! Aber kommt es darauf noch an? Laß Dich gerne vermissen und freue dich solcher Nach­rede. Aber sei bereit, anzutreten in jener gewaltigen inneren Arbeitsfront des Krieges, wo Dir Deine kriegs­wichtige Betätigung zugewiesen wird, sei cs wo immer.

Denn nicht bisher, lieber Freund, hat sich gezeigt, sondern jetzt erst in diesen Tagen der letzten Bewährung wird sich erweisen, was Du kannst. Du müßtest nicht der alte Soldat aus dem Vorkriege sein, um jetzt nicht im Augenblick das Ueberlegen und Sinnieren zu lassen, um Dich nicht der jüngeren Kameraden draußen würdig zu erweisen und Dich freiwillig einzureihen, mit vollem Bewußtsein Deiner Verantwortung einzugliedern in jene endlose Kette, die den Krieg von nun an bewegen soll bis zum Sieg und — zum Frieden!

Sei stolz und froh, daß Du es kannst. Du bist als deutscher Mensch so alt. daß ich Dir nicht zu sagen brauche, was jene Pflicht ist, vor der der Kleinmut schweigt. Ich weißt ja, Dein Herz bat angefangen zu klopfen, ^wenn Du dies liest, und Du wagst cs kaum, in den Spiegel zu gucken, vor llngcbaltcnhcit über-den. Mucker, der meinte, er habe genug getan und geopfert. Dem Kriegsgott gefällt es, weiter zu brüllen in dröh­nenden Schlachten und heimtückischen Ileberfällen — das weiß die Front und trägt dieses Wissen mit eis­kalter Miene: daß es gilt, eherner als ehern zu werden. Wessen Herz will da nicht zucken!? Aber es nimmt sich zusammen in seinem Harnisch und bleibt, wie es ist: hart, eisenhart! Denn dies ist ein lchicksalwendendcr Krieg für jeden von uns und nach uns.

Das mußt Du, das müssen wir alle erkennen, be­greifen, bekennen ,.. Du aber, lieber Freund, packe den Ranzen mit der-Heimatlast nicht zu schwer. Du hast ein leichtes Marschieren und brauchst es, wenn es nun für Dich gilt: auszuziehen, um zu Deinem Teil am Lieg, der Krone des Kampfes, der um alles geht, mit starker Hand zu hämmern, zu feilen und zu schmieden. Und lag mir die Frau nicht ohne ein tätiges Rüh­ren zurück, das ihr die Trennung mühevoll und somit qcrrlich macht um des Führers und Eroßdeutschlands willen. Dein alter

Hermann Budde.

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An der Front zwischen Wolchow, Ladogasee und vor Leningrad wurden 53 feindliche Panzer abgeschossen.

Bier Eichenläubträger erzielten an der Ostfront wieder bedeutend« Luftersolge.

Japanische U-Boote versenkten 54 6VV VNT.

Die Völker Europas erkennen die bolschewistische Be­drohung als Geißel der gesamten Menschheit.

Der Reichswirtschastsminister kündigte in der HV. der Deutschen Neichsbank Stcuererhöhungen an.

In der ersten Sitzung des Reichsverteidiqungsaus- schusses gab Gauleiter Paul Wegener die Losung für den totalen Kriegseinsatz des Gaues Weser-Ems.

Der Gauleiter traf in Wilhelmshaven persönlich die zur Behebung der Schäden notwendigen Anord­nungen.

In Bremen wurden die ersten Luftwasfcnhelser durch Kreisleiter Blanke verpflichtet.