Ausgabe 
(12.2.1943) 43
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A n z e i g e,n - G r u n d P. r e i.ße.:

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parleiarntlicke Layeszettung

vas flmtsblatk des Negierenden vürgermcisters der Zielen fjansestavt Vremen

üer Narionalsdzial-isteir vremens

flmiliäies vcrkünüungsbiatt des Ncichsflattsialkers in Oldenburg und vremen

7lr. 4Z , 1Z. Jahrgang

Freitag, 12. Februar 1S4Z

kinzelpreis 15 Nps.

fjaßgesang über fjaßgesang

Zeichen feindlicher ddnmacht

„Vas deutsche Volk soll verschwinden" / England in unentrinnbarer Klammer / Unser Sieg wird alle seindspekulationen zerbrechen

DrahtbcriKt unserer Berliner Schriftleitnng är.v.scli. Berlin, 11. Februar. Wenn sich in diesen Tagen die britische Oeffentlichkeit in besonders auf­fälliger Weise in geradezu tierischen Haßausbrüchen gegen Deutschland überschlägt und dabei nicht mehr den geringsten Unterschied zwischen Regierung und Volk macht, so liegt das schon äuf einer etwas anderen Linie als die amerikanischen Erörterungen, nach denen Eu­ropa dem Bolschewismus ausgeliefert werden soll. 2n diesem amerikanischen Falle handelt es sich um die politische Schlußfolgerung aus machtpolitischen Erkennt­nissen, die für alle europäischen Völker höchst aufschluß­reich sind und darum richtungweisend werden müssen. Die Orgien der Wut und des Vernichtungstriebes, in denen man sich jetzt in England austobt, sind nicht in diesem Sinne politisch, sondern eher pathologisch zu werten, wenn man in ihnen nicht die Reaktion auf die erschreckende Einsicht erblicken will, daß Großbritannien im Falle eines bolschewistischen Sieges noch viel, viel schlimmer dastehen würde, als wenn es sich auf Grund der weit zurückliegenden Verständigungsaiigebote Adolf Hitlers mit dem deutschen Führungsanspruch in einem neu geordneten Europa abgefunden hätte.

Es gibt solche Leute in England und in den Ver­einigten Staaten, denen schon einige Schuppen von den Augen gefallen sind, aber diejenigen, die im Lager der westlichen Hilfsvölker der Sowjets heute den Aus­schlag geben, suchen solche aufdämmernden Erkenntnisse mit Knüppeln niederzuschlagen. Man braucht sich nur an die jüngsten Ausführungen von Lord Veaverbrook zu erinnern, der,gegen die „Narren" tobte, die sich nicht über einen bolschewistischen Sieg in Europa freuen wür­den. Aehnlich wütete jetzt der „Daily Herald" gegen „diejenigen Engländer und Amerikaner, die die bol­schewistische Gefahr mehr fürchteten als sie Hitler haßten". Insbesondere knüpft sich der „Daily Herald" eine nicht mit Namen genannte Newyorker Zeitung vor, die die

Meinung vertreten haben soll, daß im Falle eines Sowjetsieges Europa eine größere Gefahr für die AM ierten als,je zuvor darstellen werde. Diejenigen, die so etwas denken oder gar aussprechen, werden jedoch ein­fach niedergeschrien. Uns und allen europäischen Völ­kern kann an diesem hysterischen Geschrei des Labour- blattes nur die Feststellung interessieren, daß die Ver­einigten Staaten die Möglichkeit einzukalkulieren be­gännen, daß die Bolschewiken als Hauptsieger aus dem Kriege hervorgehen könnten. Das ist es, was wir im­mer gesagt haben und weiter für den Fall feststellen, daß nicht Deutschland seine schützende Hand über Europa hält.

Europa steht und fällt mit dem deutschen Sieg, der

uns unerschütterliche Gewißheit bleibt.

Eine schweizerische Zeitung, die sich bisher wie im hypnotischen Banne der angloamerikanischen Agitation aufgeführt hat, gesteht heute, „daß man kein Wahrsager zu sein braucht, um zu erkennen, daß die Sowjets, wenn sie nicht von Deutschland besiegt werden sollten, die gewaltigste Macht in Europa sein und hier den Frieden diktieren und gestalten würden".

Es ist, als ob die Briten sich vor dem grausamen Er­wachen zwischen den verschlingenden Strudeln der Scylla und Charybdis bewahren möchten, indem sie sich in Traumbildern die ersehnten orgiastischen Ausschweifun­gen vorgaukeln, denen sie sich nach einem Siege hin­geben möchten, den sie niemals mehr erringen können. Eine besonders tolle Ausgeburt dieses pathologischen Zustandes fanden wir nach den haßtriefenden Ausfüh­rungen der Zeitschrift „Time and Tide" über die „Um­erziehung des deutschen Volkes" in einem Artikel des „Daily Erpreß", der eine Naturkatastrophe herbeisehnt, die alle Deutschen vernichten und eine libysche Wüste aus Deutschland machen würde. „Dann stünde", so heißt (Fortsetzung auf Seite 2)

In II lagen 551 SowjetpaiiM erledigt

Fortdauer -er schweren kämpfe im Südabschnitt der Sstsront

Deutschland wird die Antwort nicht schuldig bleiben

Im Zustand fürchterlicher Hilfslofigkeit zwischen den Mühlsteinen des Roosevelt'schen Weltherrschafts­anspruchs, der; wenn verwirklicht, dem britischen Empire das Ende setzen wird und der bolschewistischen Flut, die, wenn ihr Deutschland nicht Einhalt gebietet, ganz Europa und damit auch England verderben müßte, weiß man jetzt in London zur Abreagierung der Wut über die Lage, in der man sich dank einer ebenso törichten wie gewissenlosen Politik selber gebracht hat, kein an­deres Mittel mehr, als täglich mindestens einen vollge­füllten Kübel von Haß und Drohungen gegen das deutsche Volk zu schleudern, das doch weiß Gott un- . schuldig an diesem Kriege ist, den ihm ja England er­klärt hat.

Nachdem in der Reihe unflätiger Haßausbrllche und Rachepläne gestern die physische und geistige Ausrottung der deutschen Jugend zur Erörterung stand/ ist es heute der Plan der Vernichtung des ganzen deutschen Vol­kes nach dem Muster der erbarmungslosen Ausrottung des Volkes der Azteken, der die britischen Gemüter er­baut und sich in sadistischen Wollustschauern ergehen läßt. Was wir gestern bereits an dieser Stelle betonten, nämlich, daß wir nie vergessen wollen, was sie mit uns vorhaben, daran sei noch 'einmal ausdrücklich erinnert. Im übrigen werden wir diesen „menschenfreundlichen" Trägern britischen Kulturgeistes, auch schon jetzt die Antwort erteilen, die sich wie später nach dem Siege im Handeln und nicht im Reden dartun soll.

Sie ballen ihre Gefühle maßlosen Hasses gegen das deutsche Volk in unmenschlichen Nernichtungsplänen zu­sammen. Wir fetzen dagegen unsere Energien in dem uns aufgezwungenen Kampfe, als da sind: die unüber-' trosfenen und unübertrefflichen soldatischen Tugenden unserer Frontkrieger und die Tüchtigkeit einer sich des Kampfes auf Leben und Tod bewußten Heimat. Tapfer­keit, Zähigkeit, Opfermut, Disziplin, Fleiß und Aus- harrungsvermögen, das sind gediegene Kräfte, die wir den Ausschweifungen einer verkommenen britischen Phantasie entgegenstellen. Und da es, wie gesagt, die Sprache der Tatsachen ist, die hier der Sprache des un­gezügelten Hasses begegnet, wird jener so gewiß der Sieg folgen, wie diese den Briten die Niederlage bringt. Dann aber wollen wir nochmals über deren sadistische Illusionen redest. Jedenfalls sollte man in London nicht des Wortes vergessen; das schon einmal sich gegen den eigenen Sprecher wandte, der in überheblichem Sieges- taumel vermeinte, dem angegegriffenen Volke alles bieten zu können, das Wort des Brennn?: „Wehe den Besiegten!" 1. L. v.

Ver italienische weiirmachtsbericht

Rom, 11. Februar. Das Hauptquartier der italieni­schen Wehrmacht gibt bekannt: „In Tunis kein Ereig­nis von Bedeutung. Die deutsche Luftwaffe schoß im Luftkampf vier britische Jäger ab. Die Zahlen der Opfer unter der arabischen Bevölkerung von Kairouan bei dem feindlichen Luftangriff des 9. Februar sind auf über 200 Tote und 300 Verletzte gestiegen. Eines unserer Flugzeuge kehrte nicht zu seinem Stützpunkt zurück. Eng­lische Flugzeuge griffen eines unserer U-Boote im Mit- telmecr' mit Bomben an, ohne Schaden zu verursachen. Einer der Bomber stürzte, von der Flak des Schiffes getroffen, ins Meer."

In Ergänzung zuin italienischen Wehrmachtsbericht vom Donnerstag wird von amtlicher Seite bekannt­gegeben: Die Nachricht von dem Blutbad in Kairouan zeigt offen die terroristischen Ziele der englisch-amerika­nischen Bomber gegen Siedlungen sowohl auf dem euro­päischen Kontinent als auch in Nordafrika. Kairouan ist eine alte arabische Stadt. Früher einmal Hauptstadt, die in der östlichen Hälfte von Französisch-Nordafrika als heilige Stadt gilt. Das unmenschliche Blutbad unter der friedlichen Araberbevölkerung muß in der stolzen und rechtlichen Seele der Bewohner jener Gebiete seine Spur hinterlassen. Sie kennen das englische System der Peitsche, der Verschickung, der Erpressung und der kol­lektiven Strafen bereits und können diese Kenntnis heute vervollkommnen, wo sie sehen, wie ihnen eng- lischcrseits ihr Besitz geraubt und wie die Bevölkerung — wie im Falle von Kairouan — in Massen ermordet wird. Die arabische Weisheit wird zweifellos zwischen den Worten der Atlantikcharta und den Missetaten der englischen und amerikanischen Luftwaffe die Gefühle ihrer wahren Feinde erkennen.

Der Dnce empfing den Gouverneur der Banen d'Jtalia, Dr. Azzolini, der ihm 8 Millionen Lire zu öffentlichen Untcrstütznngszwecken überreichte. Der Dnce bestimmte, dan eine Million Lire znr Schaffung eines Institutes für tuberkulöse Kinder in Nom verwendet werden soll: die übri­gen fünf Millionen dienen zur Unterstützung solcher Kran­kenhäuser und Institute, die während der letzten feindlichen Luftangriffe ani Genua, Turin, Neavel, Mailand und Pa­lermo besonders gelitten haben.

Aus dem Fiihrerhauptquartier, 11. Februar. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Bei Fortdauer der schweren Kämpfe im Südabschnitt der Ostfront wurden gestern an verschiedenen Stellen be­deutende Abwehrerfolge erzielt, die den Sowjets hohe Verluste an Menschen und Material kosteten. Im West- kaukäsus Kämpfe von örtlicher Bedeutung. Gegen neu gelandeten Feind südwestlich Noworossijsk waren eigene Gegenangriffe erfolgreich. Im Gebiet des oberen Donez wurden alle feindlichen Angriffe blutig abgewie­sen. Der Ring um eine eingeschlossene sowjetische Kräfte- gruppe wurde weiter verengt. Am vergangenen Tage versuchten die Sowjets, westlich des Oskolabschnittes durch massiert vorgetragene Angtisfe die deutschen Kräfte in einigen Verteidigungsräumen zu fesseln und dadurch an der beweglichen Kampfführung zu hindern. Trotzdem gelang es durch Gegenangriffe örtlicher Re­serven, vorgeprellte feindliche Kolonnen zu schlagen und zu vernichten. 10 Feindpanzer wurden hier abgeschossen. Die Luftwaffe führte mit starken Kampf- und Sturz-

Paris, 11. Februar. „Berlin oder Moskau, das ist die Frage für Frankreich und ganz Europa", lautet der In­halt eines beachtenswerten Artikels des französischen Schriftstellers und Dichters Alphonse Chateaubriand in der Zeitschrift „La Gerbe". Der Verfasser schreibt, Eu­ropa sehe gar nicht die schreckliche Gefahr, vor der es bis jetzt durch die deutschen Soldaten geschützt worden lei, weil es keine richtige Vorstellung seiner Rolle in der Welt und über die Beute, die es darstelle, habe. Europa müsse zweierlei wissen:

1. Wenn durch ein . maßloses Unglück der Bolschewis­mus nicht Lurch Deutschland besiegt werden könnte, wür­den ihm auch die Plutokraten auf der anderen Seife des Atlantik nicht den Weg versperren können. Dem Gesetz der Schwere folgend, wären die Plutokraten für den Bolschewismus nur einige Schwingungen mehr.

Die Eeisteshaltung der Sowjets lasse sich wie folgt kennzeichnen: Verneinung Europas, der Wille, den histo­rischen europäischen Komplex zu vernichten, damit der Europäer ganz einfach aus der politischen und mensch­lichen Diskussion verschwände. Damit nicht mehr davon

kampfgeschwadern wiederholt wuchtige Angriffe gegen die Spitzen feindlicher Marschkolonnen, Truppen- und Fahrzeuganstauungcn. 2m Nordteil der Ostfront ver­legte der Feind seine Angriffe vom Abschnitt südlich des Ladogasees, wo er keinerlei Fortschritte mehr erzielen konnte, auf andere Frontabschnitte. Sie blieben trotz statker Panzer- und Schlachtfliegerunterstützungen er­folglos. Um eine örtliche Einbruchsstelle wird noch ge- kämpft. Bei Tage und Nacht bombardierten Kampfflie­gerkräfte in diesem Abschnitt Panzerbereitstellungen und Nachschubverbindungen des Feindes. In der Zeit vom 1. bis 10. Februar wurden an der Ostfront 351 Sowjetpanzer durch Verbände des Heeres zerstört, er­beutet oder bewegungsunfähig geschossen.

An der nordafrikanischen Front verlief der Tag ruhig. Bei Tagesvorstößen feindlicher Fliegerkräfte gegen die Küste 5er besetzten Westgebiete wurden sieben feindliche Flugzeuge abgeschossen. Deutsche Kampfflugzeuge grif­fen auch am gestrigen Tage mehrere Orte Südeng­lands erfolgreich an."

gesprochen werden könnte, würde man mit allen Mitteln einen Teil der Bevölkerung vernichten und den anderen Teil dahin transportieren, wo von ihm nicht mehr ge­sprochen würde.

Chateaubriand fährt fort: Eegegebenenfalls bleibe je­doch eine letzt« Jugend, eine letzte Macht, sich zu ver­teidigen. Diese Jugend, diese Macht, heiße Deutschland, im Herzens Europas. Wenn der Bolschewismus siegte, wäre der Tod Europas nicht ein Tod, von dem sich das stolze und hochmütige England wieder erheben könnte. Was Frankreich angehe, so dürfe nicht übersehen wer­den, daß, wenn Deutschland nicht das wäre, was es sei, ganz Europa seit langem die Beute der anstürmenden Horden aus dem Osten und aus dem Westen wäre. Wenn Deutschland besiegt würde, würde Frankreich ver­nichtet werden. Der Verfasser schließt, in diesem .Ent­scheidungskampf auf Leben und Tod werde Europa end­lich sein ganzes Blut zur Verfügung stellen.

Neue Nitterkreu;trSger

Berlin, 11. Februar. Der Führer verlieh das Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes an: Oberst i. O. Otto

Heidkämper, Chef des Generalstabes eines Panzer­korps, Major Friedrich Quentin, Kommandeur eines Kradfchützen-Vataillons, Hauptmann Hans von Loe- secke, Bataillonskommandeur in einem mot. Grena­dier-Regiment, Hauptmann Lbmund Eartenfeld, .Staffelführer in einer Aufklärungsgruppe, Kapitänleut­nant Siegfried Freiherr von Forstn er, Kommandant eines Unterseebootes.

ftttacke gegen Nooscvett

(Eigener Drahtbericht)

cp. Lissabon, 11. Februar. Die von Roosevelt vor zwei Jahren eingerichtete nationale Plonungsbehörde muß ihre Tätigkeit zum 30. Juni einstellen, falls der Kon­greß nicht doch noch die Mittel hierfür bereitstellt. Der Ausgabenausschuß des Repräsentantenhauses hat näm­lich die für diese Behörde vorgesehenen 1,1 Millionen Dollar mit folgender Begründung des Kongreßmannes Dirksen abgelehnt: „Es gibt nicht weniger als 157 Re­gierungsstellen und Behörden, die sich mit Nachkriegs- plänen befassen. Diese müssen nun endlich, falls eine noch größere Konfuston vermieden werden soll, unter einen Hut gebracht werden." Die nationale Planungs­behörde war Roosevelts Steckenpferd. Sie trat kürzlich hervor, als sie einen Super-Beveridge-Plan ausgearbei­tet hatte, der allen einmal zurückkehrenden Soldaten Lohn, Brot und soziale Sicherung versprach. Die Attacke des Kongresses gerade gegen die>en Ausschuß, an dessen Spitze der Onkel Roosevelts, Frederik Delano, steht, wird allgemein als ein Angriff gegen Roosevelt persönlich betrachtet.

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„Verlin oder Moskau, die Frage für Europa"

Her sranröftsche Schriftsteller lstateaubriand über Sie Vefastr des Volschewtsmus

Das Gesicht des unbekannten Frontsoldaten

Von Uriegsbsricbter ZValtsr Qrigat

?K. <rck.) Im Osten, im Februar. Gegen 15 Uhr traten sie aus ihren Bunkern, gingen durch den Graben nach vorn und sammelten sich an einer das „Hufeisen" ge­nannten Stelle, die bis auf 35 Meter an die Linie des Gegners herangeschoben war. Die Leiter, aus dün­nest Fichtenstämmen zusammengeschlagen, lehnte schon an der Grabenwand. Hier würden sie in 15 Minuten „aussteigen", in rasendem Lauf über den schmalen Strei­fen des Niemandslandes jagen und in die Stellung drüben einbrechen. Sie warteten schweigend, und wenn jemand etwas sagte, so geschah es im Flüsterton. Durch den Erabenspiegel sah man die Schießscharten der feind­lichen Bunker in bestllrzender Nähe, schmal und dunkel, wie bedrohlich.lauernde Augen. Der Himmel war grau, die Wolken hingen niedrig, in der beginnenden Däm­merung zogen sich die Gräben wie schwarze Schächte durch den Schnee. Ein Baum, von dessen Stamm die Rinde in Fetzen herabfiel, ragte mit zerschossenen Ast- stümpfen über den Erabenränd.

Der Unteroffizier sah auf die Uhr. „Noch 7 Minuten" sagte er leise und sog den Rauch der Zigarette ein, als hole er tief Atem. Die 18 Mann seines Stoßtrupps, weiß gekleidet, knabenhafte Gesichter unter weißen Stahlhelmen, den Blick aus weitgeöffneten Äugest wie ins Unbestimmbare gerichtet, standen ruhig hinter ihm. Zuweilen holte einer seine Handgranaten hervor, be­trachtete sie prüfend und ließ sie vorsichtig in die Tasche zurückgleiten. Es war sehr still.

„15 Uhr 15" flüsterte der Uffz. Warf den Stummel fort und faßte nach dem Strick, die Mine abzureißen, mit der die Drahtsperre gesprengt und den Vorstürmen­den eine Gaste geöffnet werden sollte. In diesem Augen­blick feuerte ein Geschütz, die Granate flog über die Wartenden hinweg und schlug drüben ein. Sie gab das

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Signal. Er zog an dem Strick, die Männer duckten sich nieder, die Hände an die Ohren gepreßt. Ein greller Feuerschein flammte dicht über dem Grabenrand auf, Erdbrocken und Splitter spritzten über die gebeugten Köpfe. Dann stiegen die Ersten die Leiter hinan. Die anderen folgten dicht gedrängt. Nun jagten sie gebückt über die Schneefläche und verschwanden im Graben des Feindes.-

Es dunkelte. Der zerfetzte Baum ragte schwarz in den sinkenden Tag. In der Luft begann es zu rau­chen. Den Stoßtrupp zu unterstützen, legte die Artillerie das Feuer auf die Hinteren Stellungen des Gegners.' Jetzt wurde der Angegriffene wach, doch ließ sein Feuer noch keinen Plan erkennen. Ein Maschinengewehr häm­merte. Die Geschosse zischten über den Graben. Darüber jaulte es vom Flug der Granaten. Schrapnells zer­sprangen mit. rötlichem Feuerschein, Splitter klatschten gegen die gefrorene Erde, es rieselte, wie wenn eine Regenbö mit eisernen Tropfen niedergegangen wär«. Die Posten standen unbewegt hinter ihren Maschinen­gewehren, als hörten sie das Getöse nicht. Zerschmetterte ein Einschlag nahe bei ihnen das Erdreich, so schmieg­ten sie sich dichter gegen die Erabenwand, ohne den Blick abzuwenden. Nur einmal fuhr einer zusammen und lastete nach seinem Schenkel. „Mich hat's erwischt" sagte er leise, wie zu sich selbst, wehrte die Hilfe mit einer fast gleichgültigen Handbewegyng ab und kroch zum nahen Bunker des Sanitäters.

15 Uhr 20, 15 Uhr 25, das Feuer wurde stärker, ,es heulte, kreischte und pfiff. Es überzog die Stellungen mit einem Gewebe von jaulenden Geschoßbahnen, das hüben und drüben mit den dumpfen Schlägen der Ab­schüsse gleichsam am Boden befestigt und nicht zu durch- dringen war. Jetzt ließ sich eine weiße Gestalt die Gra­benwand Herabgleiten. „Mein Fuß, mein Fuß", er wurde zu dem Bunker geschleppt, in dem der Sanitäter wartete. Man schnitt ihm die Stiefel auf, er verbarg den Schmerzlaut hinter zusammengepreßten Lippen.

„Sie kommen zurück", rief. jemand.' Sie sprangen in den Graben, stürzten jäh vor und verhielten keuchend. Ihre Gesichter waren naß, die Augen flackerten unruhig, doch um den Mund spielte schon ein lächelndes Stau­nen. AIs letzter erschien der Unteroffizier, Während er mit dem Taschentuch eine Blutspur am Halse betupfte, zählte er seine Mannschaft. Es fehlte niemand. Er schoß, immer noch außer Atem, seine Leuchtpistole ab. Die rote Kugel zeigte der Artillerie an. daß der feindliche Abjchnitt wieder von eigenen Soldaten frei und das Feuer ^rthin zu verlegen sei. Inzwischen gingen die 19 Männer den Graben entlang, dem Bataillonsgefechts­stand zu. Ueber ihren Köpfen schwoll das Heulen der Vernichtung an. Wenn eine Explosion die Luft mit feurigem Hieb zerriß, preßten sie sich gegen die Wand, warteten, bis das harte Geriesel niedergefallen war und setzten schweigend und gebückt ihren Weg fort. Die grünen Bänder der Leuchtspurgeschosse schnellten durch die Dunkelheit.

Es war 15.30 Uhr. Im Bunker brannte eine Karbid­lampe. Der Hauptmann saß am Tisch und ihm gegen­über, mit wirrem Haar und schweißbedecktcn Gesichtern,

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Vom 1. bis 10. Februar vernichteten Verbände des Heeres an der Ostfront 351 Sowjetpanzer.

Im Südabschnitt der Ostfront sind weiterhin be­sonders schwere Kämpfe im Gange.

Churchill mußte in seiner Unterhausrede die kata­strophalen Auswirkungen der deutschen U-Voot- ichläge zugeben.

Die Haß-Orgien unserer Feinde nehmen immer tollere Formen an.

Schüler der höheren Schulen werden als Luftwafsen- helser eingesetzt.

Die Landmacht hat die in sie gesetzten Erwartungen als Hilfspolizci erfüllt.

In Bremen fand eine Vuchausstellung des Deut­schen Auslandswissenschastlfchen Instituts statt.

Auch Betriebe des Holzhandels werden aus die Frei­setzung von Arbeitskräften überprüft.