Ausgabe 
(6.2.1943) 37
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vas flmisblatt des Negierenden vürgermeisters der Zielen Hansestadt vremen

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der Nationalsozial-isten. Vremens

flmtliches verkündungsbiatt des Ncichsstalthalkers in Oldenburg und Nremen

7Ir. Z7 , 1Z. Jahrgang

Sonnabend, 6. Lebruar 1S4Z

kinzelpreis 13 Nps.

das Nein der beiden von Stalingrad

4?0av Verwundete geborgen / Sie venerale von Kartmann und Stempel gefallen

Berlin, 5. Februar. Der entscheidende Abschnitt dc» heroischen Ringens nm Stalingrad begann am 1«. Januar. Die llebergabesorderung der Bolschewisten an die K. Armee hatte an diesem Tage seine klare Ab­lehnung gefunden. Trotz monatelanger schwerster «kämpfe war jeder entschlossen, bis zum letzten Atemzüge weiterzukämpfen.

In den Morgenstunden jenes Tages setzte der Bolsche­wik die ganze Wucht seiner schweren Waffen von neuem ein. Hunderte von Batterien, Salvengeschütze, Mörser, Granatwerfer, Panzerabwehrkanonen und Flakgeschütze zertrommelten mit ihrem Feuer die flachen Deckungen. Nach einer Stunde verstummte dieses Feuer schlagartig. Noch einmal forderte der Feind unsere Soldaten zur tlebcrgabe auf. Aus Lautsprechern schallte die Auffor­derung, bedingungslos die Waffen zu strecken. Feindliche Schlachtflieger kommen heran, doch statt Bomben wer­fen sie Flugblätter mit der Aufforderung zur Ileber- gabe ab. Aber wiederum haben unsere in den wochen- langen Kämpfen eisern gewordenen Soldaten nur ein entschlossenes Nein. Der Volschewist hat es wohl auch nicht anders erwartet. Denn kaum sind die Flugblätter zu Boden geflattert, da krachen auch schon die Bomben der bolschewistischen Schlachtflieger.

Noch einmal ein schwerer Feuerschlag, und der Feind geht zum Angriff vor. Aus 5 Kilometer breiter Front stürmen die Bolschewisten gegen den Nordriegel. In drei Wellen branden die dicht gedrängten Massen heran. Der ersten Welle folgt auf 800 Meter die zweite und auf 1000 Meter die dritte. Hinter dieser rasseln die feind­lichen Panzer und treiben die Schützen voran. Unsere Männer lassen den Feind auf 60 Meter herankommen. Dann schlägt ihm das Sperrfeuer entgegen. Die Ma­schinengewehre reißen klaffende Lücken in die angreifen­den Reihen. Die Bolschewisten stürzen über ihre eige­nen Gefallenen und suchen Deckung hinter den Toten. Die zweite Welle kommt heran. Auch sie bricht zusam­men. Und auch die dritte Welle mutz zu Böden. Der Feind hatte schwerste Verluste.

Das gleiche Bild bot sich auch am westlichen Riegel. Dort aber überschwemmten die Bolschewisten die dün­nen Linien unserer Verteidiger. Täglich wuchs so die Härte des Ringens, bis sich der Stoß in erbittertes Ginzelringen auflöste.' Jeder, der noch eine Waffe füh­ren konnte, kämpfte. Am Bahndamm singen sie den An­griff auf. Generale, Stabsoffiziere, Grenadiere, Artil­leristen, Pioniere und Fahrer, Deutsche, Rumänen und Kroaten — sie standen hi-r Schulter an Schulter tm Kampf gegen die immer wieder anstürmende Ueber- macht. Im Nahkampf fielen die 'Generale von Hart­mann und Stempel und mit ihnen viele der Tapferen. Aber noch hält der Riegel, bis neue schwere Angriffe die Stellung zerbrachen und die Verteidiger schließlich der Uebermacht erlagen.

Das eiserne Ausharren der Männer von Stalingrad wurde nach besten Kräften gestützt durch Transportflug­zeuge der Luftwaffe. Als schließlich ein Flugfeld nach

Sie oeheimfihting im Vberhaus

dem anderen verlorenging, landeten unsere Flieger selbst dann noch auf notdürftig hergerichteten Lan- dnngsbahnen, als sowjetische Artillerie die Flugzeuge bereits aus naher Entfernung beschießen konnte. Unter dem Feuerschutz der Grenadiere luden sie Verwundete und Kranke ein und brachten sie bei Tag und Nacht durch die starken Jagd- und Flaksperren des Feindes zu den Einsatzhäfen zurück. Insgesamt konnten von unse­ren Transportfliegern im Verlauf der Schlacht an-

Aus dem Führerhauptquartier, S. Februar. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Lan­dungsversuche stärkerer sowjetischer Kräfte im Raum von Noworossijsk wurden durch die sofort ein­setzenden Gegenangriffe deutscher und rumänischer Trup­pen zerschlagen. Gelandete Bataillon« sind eingeschlossen und gehen ihrer Vernichtung entgegen. Neunzehn Lan­dungsboote wurden versenkt. Starke feindliche Angriffe im Mündungsgebiet des Don und am Kuban wurden unter schweren Verlusten für die Sowjets abgewiesen. Im Südteil der Donez-Front herrschte im allgemeinen Ruhe. Am mittleren Donez und am Oskol-Abschnitt hält die große Abwehrschlacht mit steigender Heftigkeit an. Südlich des Ladogasee brachen wiederum starke mit Artillerie- und Panzerunterstützung vorgetragene

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nähernd 47 080 verwundete und kranke Kämpfer der 6. Armee geborgen und den Lazaretten zugeführt werden.

Flieger und Grenadiere verband treueste Kamerad­schaft. Als eins der letzten Transportflugzeuge zur Notlandung dicht hinter den feindlichen Linien ge­zwungen wurde, griffen die von den schweren Kämpfen erschöpften Verteidiger sofort die von allen Seiten heranstürzenden Bolschewisten an und befreiten ihre Fliegerkameraden aus den Händen des Feindes.

Landungsoersuche der Sowjets zerschlagen

Starke volschewistenangriffe am Von und Kuban abgewiesen

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Angriffe vor den deutschen Hauptkampflinien unter schweren Verlusten zusammen. In Nordasrika und Tu- nesien Kämpfe von örtlicher Bedeutung. Der Versuch eines USA.-Bomberverbandes, am Tage unter dem Schutz der Wolkendecke westdeutsches Gebiet anzu­greifen, scheiterte. Der Verband wurde durch die Jagd- und Flakabwehr zersprengt und über See zurückgewor­fen. Dabei verlor der Feind acht viermotorige Flug­zeuge. Durch planlose Bombenwürfe im Küstengebiet entstanden unerhebliche Schäden. In der vergangenen Nacht unternahmen einzelne feindliche Bomber wir­kungslose Störangriffe gegen Westdeutschland. In schwe­ren Abwehrkämpsen zwischen Don und Donez zeichneten sich die westfälische 26. und die schlesische 320. Infanterie- Division besonders aus."

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Uöchsis kbrs clsn ilsiilsn von 8lsi!ngrscl, höch- sks kiirs clsr clort singssstrt gswsssnsn l.utllrsns- portkiotls, sbsr höchsls khrs such clsm hisr gs- rsigisn hohsn Xsmsrsclschsklsgsisl. In clsr 7st! 8in Voiic, clssssn 3öiins so hsnbsin uncl lcsmpksn, muk sisgsn. lob. o. visiricli.

Stete Sorge: U-Boot-Gefahr

du. Berlin, 5. Februar. Die Geheimsitzung des Ober­hauses über die U-Boot-Eefahr gibt treffend wieder, welche Sorgen die anglo-amerikanische Kriegführung nach wie vor beherrschen. Ist der militärische und poli­tische Wert der in Nordasrika errichteten Front sowieso nur ein sehr begrenzter, so muß er vollends belanglos werden, wenn die Durchführung des Nachschubs die Herausziehung von Frachtschiffen aus anderen, für die Seeherrschaft wichtigen Routen voraussetzt. Die Fracht­märkte veröden! — stellt eine englische Schiffahrtszei­tung fest. Keine Erleichterung sei zu erwarten! Die Nachschubverpflichtung.en für die zahlreichen und doch Europa nicht erreichenden Fronten sind außerordentlich, und auf die neutrale Schiffahrt kann nicht zurückgegrif­fen werden, da sie nur noch über kleine Flotten ver­fügt, Außerdem werden die Transportleistungen der Frachter durch die langen Aufenthalte in den Häfen herabgedrllckt, da selbst die wenigen Schiffe oft auf Oel oder Bunkerkohle warten müssen. An dem Rückgang im La-Plata-Schiffsverkehr auf ein Viertel der vor dem Kriege üblichen Tonnage ist einwandfrei zu erkennen, wie der Einsatz der Handelsschiffe immer mehr zurück­geht.

Ist der Ausgleich der Verluste durch Neubauten schon unzureichend, so muß sich allmählich noch nachteiliger auswirken, daß man Seeleute nicht nach dem System Kaiser „bauen" kann, ihr Ausfall macht sich um so mehr bemerkbar, als die Einstellung von Chinesen und Java­nern seit den japanischen Eroberungen erschwert ist. Ge­rade diese Völker stellten aber den größten und tauglich­sten Hundertsatz ausländischen Schiffspersonals ^ dar. Kommt man angesichts dieses Engpasses erst auf den Gedanken, künftig auch die Frachter zu panzern, um sie damit vor der Vernichtung durch die Torpedos der deut­schen U-Boote zu schützen, dann wird der Abstand zwi­schen Versenkung und Neubau noch größer, denn Panzer­frachter lassen sich erst recht nicht am laufenden Band bauen. Bei aller Würdigung der us.-amerikanischen Stahlindustrie darf außerdem bezweifelt werden, ob ihre Produktionsfähigkeit derartigen zusätzlichen Anforderun­gen an Walzwerk genügen würde. Von welcher Seite man die U-Boot-Ecfahr abwägt, entrinnen können ihr die Frachter der Gegner nicht — man begreift die Lords, die wenigstens in einer Geheimsitzung ihren Sorgen Luft verschaffen wollten.

Die Londoner „Daily Mail" sagt in einer Betrach­tung ihres Industrie-Mitarbeiters, ein Teil der Ad­miralität sei so alarmiert über die Schinsverscnkungen. öaß man liier allmählich darüber nachzudenken beginne, ob die bisherige Politik der Admiralität in Sa^ir der Handelsschiffahrt richtig gewesen sei. Diese Aeußerung ist charakteristisch, denn bislang hat es an den Grund­sätzen selbst keinerlei Zweifel gegeben, höchstens Beden­ken, ob sie sich rasch und ausgedehnt genug in die Praxis umsetzen ließen. Der neueste Vorstoß kommt von der englischen Schiffahrtskammer, die in einer Entschlie­ßung die Regierung auffordert, ihre Schlssahrtspoutik >m Hinblick auf die jüngste Entwicklung des U-Boot- Krieges zu überprüfen.

Qsnsrcrls, Oüisisrs, UntsKEsisis uncl lVicmnLckciitSN lockten in cisn Krümmern von Äcrk'ncsraci Lckuitsr crn Lckuitsr ki's r:ur istrtsn Kations. §is starben, cicnni't Oeutsckicrncl lebe. px-rsicimung vsriicx (8cd )

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Die Aä-es...

Von

?risZr1cli V/ilkolin ^ininon

Jedem von uns gilt dies, das spüren wir in diesen Tagen, da keiner mehr den fragenden Augen derer von Stalingrad ausweichen kann. Aber ivie sollen wir uns ihnen nähern? Ist es nicht Ver- messenheit, unsere Helden zu ehren, unsere toten Helden, die selbst das höchste Matz an Ehre ver­körpern? Wie können wir es wagen, uns ihnen mit großen Reden zu nähern, um sie zu loben und zu preisen, als ob wirmicht tief in ihrer Schuld seien? Läßt sich überhaupt ein Weg. zu ihnen, den Vollendeten und Unerreichbaren, finden?

Wir stehen tief in ihrer Schuld. Mancher Soldat wird das im Felde empfunden haben, wenn ein guter Kamerad von seiner Seite gerissen wurde. Da grub man ihn, wenn es die Schnelligkeit des Angriffs erlaubte, in die fremde Erde, da verzich­tete man auf den bitter notwendigen Schlaf und schnitzte ein karges Kreuz, und doch hatte man, wenn der Marsch weiterging, nicht eigentlich Ab­schied von dem Kameraden genommen. Er mar­schierte wie immer nebenher und gehörte wie im­mer zur Kompanie. Das aber, was er nicht mehr tun konnte, das war nun uns auferlegt. Mancher wird diese Erfahrung gemacht haben, daß er meinte, des anderen Leben nun gleichsam mit­führen zu müssen. Wir waren plötzlich nicht mehr nur für das eigene Leben verantwortlich, nicht nur für das, was wir selbst begonnen hatten, sondern auch für Leben und Beginn des gefallenen Kame­raden. Diesen Auftrag des Toten können wir aber nicht mit frommen Redensarten oder prächtigen Kränzen erfüllen, sondern eben allein durch ein doppelt tätiges, doppelt wirksames Leben.

Manche Menschen gedenken ihrer Toten nur in jener oberflächlichen Weise, daß sie sich mit der bloßen Pflege der Erinnerung traumhaft in vergan­gene Zeiten zurückzuversetzen suchen, ohne dabei zu bemerken, daß sie sich im Grunde nur selbst be­spiegeln und sich von dem Toten mehr und mehr trennen. Nein, wir wollen eine Gemeinsamkeit und nahe Vertrautheit mit den Toten wiederfin­den. Dazu gehört als erstes, daß wir ihrer nicht in der längst überwundenen Vergangenheit geden­ken. sondern mit unserer eigenen persönlichen Ge­genwart, das heißt, daß wir heute und in dieser Stunde vor sie hintreten, gleichsam um unser Le­ben und Wesen vor diesen strengsten und herrlich-

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sten Prüfern vorzuweisen. Unser Dasein und unser Tagewerk vollzieht sich ja unter ihren Augen, und erst wenn wir ihren fordernden Anblick ertragen können, werden wir die Gemeinsamkeit mit dem Verlorengeglaubten wiederfinden. Das was er selbst tät, seine Absicht, sein Dienen und Handeln bis zur letzten Bereitschaft, das muß auch der Maß­stab unseres eigenen Lebens werden. Nur in dieser Verschmelzung des Willens können wir sein Leben und das Leben all der Toten, das uns auferlegt, ist, trägen und vollziehen.

Diese schöne Vereinigung und Verschmelzung mit den toten Helden, die uns reicher macht als alles Gedenken, ist nicht schwer zu erreichen für den, der seine Augen öffnet. Alles was er genießt an täglichem Brot, am Heranwachsen der Kinder und am freundlichen Gespräch mit den Nachbarn, all dies empfängt er ja als Gabe aus den Händen der Toten. Sie beschenken täglich, und wenn wir das erst begreifen, daß wir von ihnen empfangen, was unser Leben ausmacht, haben wir den ersten Schritt zu ihnen hin getan. Allerdings müssen wir nun vor jenen Rechenschaft darüber ablegen, ob wir nicht das, was sie uns anvertraut haben, ver­geuden. Dem Bequemen und Oberflächlichen unter uns mag das lästig erscheinen, für den Suchenden aber gewinnt das Leben an Tiefe und Reichtum.

Helden sind sie, das heißt, sie haben mit ihrem Leben die letzte Vollendung erreicht, die dem Men­schen vergönnt/sein kann. Nie können wir die Vollendung jener Helden erreichen, die mit Ent­schlossenheit und oft im hellen Bewußtsein des unausweichlich drohenden Unterganges ihr Leben als Ganzes Hingaben, nicht nur einen Teil, eine Leistung oder eine Tat. Ihren ganzen Besitz, ihr Glück und ihre Zukunft verströmend sind sie ge­fallen, und sie gewannen dadurch ein neues, macht­volles Leben, weil sie nun unser aller Dasein tra­gen, ja erst ermöglichen Ihr heiliges, im tiefsten

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Durch Transportflugzeuge wurden 47 000 verwun­dete und kranke Kampfer aus dem Raum von Sta­lingrad geborgen.

Bei den Nahkämpsen am Verteidigungsring von Stalingrad fanden die Generale von Hartmann und Stempel den Heldentod.

Bolschewistische Landungsoersuche bei Noworossijsk wurden zerschlagen.

Am Don und Kuban wurden starke Feindangrisfe abgewiesen.

Am mittleren Donez und Oskol-Abschnitt dauert die Abwehrschlacht mit steigender Heftigkeit an.

Die Richtlinien für die Versorgung mit Arbeits­und Berufskleidung wurden neu geregelt.

Bei der Reichsstraßcnsammlung heute und morgc werden keine Abzeichen verkauft.