Ausgabe 
(3.1.1943) 3
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pareeiarntticke Layeszettuny

vos flmtsblatt des Negierenden vürgermelster» der Zielen Hansestadt vremen

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der Nalionalldzial-isten Vremens

sinnliches verklindungsbiatt des Ncichsstaktstalters in Oldenburg und vremen

Nr. Z , 1Z. Jahrgang

Sonntag, Z. Januar 1945

Linzelpreis 15 Npf.

Starkes kcho der deutschen krsolge zur See

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VLstere velrachtungen unserer öegner zum lonnagekrleg / Knor befürchtet neue Nückschliige

„Sie grimmigen flklionen der deulschen U-Voore"

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung goo. Berlin, 2. Januar. Die Zusammenstellung des Oberkommandos der Wehrmacht über die Versen­kungsergebnisse im Jahre 1842 steht nicht allein im Mittelpunkt des Weltinteresses, sondern ersährt noch einmal eine besondere Beleuchtung durch den Umstand, daß auch die Voransschauen der gegnerischen Presse auf das kommende Kriegsjahr aus ihrem Ton eines krampf­haften Optimismus alsbald in trübe Betrachtungen ver­fallen, wenn das Kapitel des Tonnagekrieges ange­schnitten wird. Dieser dunkle Aspekt, der sich den Anglo- Amerikanern im Hinblick auf die Lage zur See bietet, erscheint um so berechtigter, wenn man die Feststellung des OKW., daß außer den gemeldeten Versenkungen im vergangenen Jahre durch Kriegsmarine und Luftwaffe auch 458 Schiffe so beschädigt wurden» dah mit dem Totalaussäll eines Teiles von ihnen zu rechnen ist, mit einem erst vor zwei Tage» bekanntgegebenen Bericht Newyorker Schiffahrtskreise vergleicht, wonach nicht we­niger als 12 888 Handels- und Kriegsschiffe allein im Laufe des Jahres 1342 auf USA.-Werften repariert worden seien. Auch wenn man von dieser Zahl den er­heblichen Abstrich macht, den die amerikanische Erotz- sprecherei bei jeder Zahlenangabe erfordert, so geht ans ihr doch immer noch mit überzeugender Deutlichkeit her­vor, wie vorsichtig die Erfolgsmeldungen des OKW. formuliert sind und daß sie insbesondere in bezug auf den Ausfall an feindlicher Tonnage infolge «nkontrol- lierbarer Berfenlungen und Beschiidiqungen zweifellos noch weit hinter den Tatsachen zurückbleiben.

Der Marinemitarbeite r des Londoner Nachrichten­dienstes. Ferraby, muhte feststellen: „Der Veülust an Handelstvn'nage war so groh wie nie zuvor". Wie wenig die amerikanische ZahlsnurrobatA gerade auf diesem Gebiet mit den Tatsachen übereinstimmt, geht aus der weiteren desillusicmisrendsn Feststellung des gleichen Fachmannes hervor, dah .die Neubauten nicht das Plus Erachten, das man vorher erwartete". Ebenso ist man in unterrichteten amerikanischen Kreisen der Ansicht, dah die deutsche U-Bootgefahr immer noch den Mnglo- Amevikauern den größten Kummer bereitet. Die Zeit­schrift „New Statsman und Nation" geht iu ihrer Betrachtung auf ei,neu besonderen Punkt dieses Themas ein, wenn sie erklärt, dah die aus Frankreich, Holland. Belgien, Norwegen und Griechenland gefliichtsten Schiffe

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mit ihren Besatzungen „nur einmal vorhanden seien". Mit dieser gewundenen Erklärung soll offenbar ein­gestanden weiden, dah der bekannte Agitatdonstrik, die den früheren britischen Verbündeten geraubten Schiffe einfach zur eigenen Tonnage hinzuzurechnen und so die eigenen Verluste zu verschleiern, sich nunmehr langsam aber sicher erschöpft. Mit besonderer Besorgnis geht die Zeitschrift dabei auf die Frage der Schiffsbösatzungen ein, indem sie feststellt, dah England sich heute au die USA. wenden müsse, um Besatzungen für Schiffe zu be­kommen.

Eine recht illustrative Beleuchtung erfahren Liese englischen Schwierigkeiten durch die Klage des chine­sischem Propagandachefs in Washington, Dr. Lin Pu- Tang, der in einer Note an die USA.-Presse die bri­tische Regierung beschuldigt, einen fortwährenden Druck auf Washington in dom Sinne auszuüben, dah die USA. Dhina links liegen liehen bis der Krieg in Europa „liquidiert" weide. Ans dieser Aeußerung geht klar genug hervor, dah die eigenen USA.-Sorgen durch das ständige Hilfsbegshren der amerikanischen Verbündeten nicht gerade kleiner werden. Aus all diesen Gründen ha; es seine besondere Bedeutung, dah es gerade der sonst so großsprecherische llSA.-Marine-Minister Knox ist, der seine Erklärung anläßlich des Neujahrstages dazu benutzt, um dem amerikanischen Volke zu prophe­zeien : „Es wird noch Tränen und lleberdruß geben . . . Wir müssen noch mit weiteren Rückschlägen rechnen."

Man müsse sich noch auf „grimmigere Aktionen" von seilen der deutschen U-Boote vorbereiten und auf ein „Anwachsen der Verluste gefaßt sein", meint der „Daily Herald", während der britische Vizeadmiral Eraigwaller im „Daily Herald" schreibt: „Alle unsere Methoden zur Bekämpfung der U-Boote haben keinen Eindruck auf den Gegner machen noch die schweren Schiffsverluste verhin­dern können". Der Eesamtriickblick des „Daily Expreß" zum Jahreswechsel gipfelt denn auch in äußerst pessimisti­schen Betrachtungen über die Seekriegführung, wenn hier festgestellt wird, daß die deutsche Armee nach wie vor als Wächter auf dem europäischen Festland steht, während gewaltige Rüstungsbetriebe mit Millionen bester Facharbeiter in ganz Europa diese große Armee mit allem was sie brauche belieferten. Weder ein eng­lischer Soldat in Tunis noch «in sowjetischer vor Stalin- grad würde bereit sein zuzugeben, daß die Widerstands­kraft der deutschen Armee auch nur an einer kleinen Stell« der langen Front gelitten habe. Dagegen hätten diejenigen britischen Truppen, die von dem Dieppe- Unternehmen zurückgekehrt seien, die Ueberzeugung mit nach Hause gebracht, daß es in dem westeuropäischen Verteidigungssystem keine leicht zu überwindende Durch- schlupfmöglichkeit gäbe. Weder der Ernahrungsnnnister Woolton noch irgend jemand anders, der mit der See- kriegführung betraut sei, könnte behaupten, daß man die U-Bootgefahr überwunden hätte.

Seegefecht bei der VSren-Infel

Veutsche Seestreitkräste gegen Selechugstcherung — feindliche Kreuzer, Zerstörer und Kandeloschiffe

getroffen — Neue flngriffe der Sowjets gescheitert

Aus dem Führerhauptquartier, 2. Ja­nuar. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im Ostkaukasus versuchten starke feindliche Jnfanterie- uud Panzerverbände unsere Linien zu durchbrechen. Sämtliche Angriffe wurde» unter Verlusten sür den Gegner abgeschlagen, 28 Panzer abgeschossen. Auch im Dongebiet scheiterten erneut« Angrisfe des Feindes in schweren Kämpfen. Erfolgreiche Gegenangriffe deutscher Trnppen warfen den Fein- zurück, zerschlugen eine feind­liche Panzerbrigade und vernichteten dabei 38 Panzer und 14 Geschütze. Die Besatzung des Stützpunktes Weli- kije Luki schlug in zähem Widerstand unablässig wieder­holte Angriffe der Sowjets ab. Im Raum von Rschew wurden in der Zeit vom 28. November bis 31. De­zember 1342 8588 Gefangene eingebracht und 1318 Pan­zer vernichtet, erbeutet oder bewegungsunfähig geschos­sen, 582 Geschütze erbeutet »der vernichtet. Feindliche Angriff« südöstlich des Jlmensees brachen im Abwehr­feuer der deutschen Truppe» zusammen. Die Sowjets verloren hierbei 12 Panzer. An der Eismeerfront bom­bardierten Sturzkampf- und Zerstörerslugzeuge Anlagen der Murmanbahn und Truppenunterkünste westlich der Kandalakscha-Bucht.

Verbände schneller deutscher Kampfflugzeuge zerstör­ten in Nordafrika bei überraschenden Tiefangriffen zahlreiche Kraftfahrzeuge. Begleitende Jäger schössen ohne eigene Verluste drei feindliche Flugzeuge ab. In Tunesien erfolgreiche örtliche Kampfhandlungen. Vor Vone trafen deutsche Fliegerverbände einen Kreuzer und zwei Handelsschiffe mit schweren Bomben. Auch in den Hasenanlageu von Bone wurden große Beschädi­gungen hervorgerufen. Der Begleitschutz schoß über Tn- nefien sieben feindliche Flugzeuge bei einem eigenen Verlust ab. Flakartillerie brachte ei« weiteres Flugzeug zum Absturz. Deutsche Kampfflugzeuge bekämpften bei Tage Anlagen an der englischen Ostküste.

Äm 31. Dezember griffen deutsche Seestreitkräfte bei der Bären-Jnsel im Nördlichen Eismeer einen aus

Kreuzern und Zerstörern bestehenden britische» Kriegs- schissverband an, der einen Geleitzug sicherte. I» mehr­stündigem Kampf beschädigten unsere Kreuzer mehrere feindliche Kreuzer und Zerstörer sowie Handelsschiffe durch Artillerie. Die Beobachtung des Erfolges wurde durch die Wetterlage erschwert. Ein im Kamps beschä­digter feindlicher Zerstörer wurde durch einen deutschen Zerstörer versenkt. Ein deutsches Unterseeboot torpe­dierte vier Dampfer des Geleites, konnte aber wegen der Kampflage den Untergang nicht mehr beobachten. Einer unserer Zerstörer ist ans dem Gefecht nicht zu­rückgekehrt."

*

Zu dem Angriff, den am 1. Januar deutsche Sturz­kampfflugzeuge gegen feindliche Schiffe im Hafen von Vone richteten, teilt das Oberkommando der Wehrmacht ergänzend mit: Der deutsche Verband war Lei dem im Laufe des Vormittags durchgeführten Unternehmen von schnellen Kampfflugzeugen und Jagdstaffeln begleitet. Etwa 20 Sperre fliegende Spitfires befanden sich im Augenblick des Angriffs über der Stadt und dem Hafen­gebiet. Sie wurden sofort von den deutschen Jägern in heftige Luftkämpfe verwickelt, während unsere Sturz- kampf- und schnellen Kampfflugzeuge ihre Bomben unbe­hindert auf die an den Liegeplätzen festgemachten Schiffe warfen. Ein Kreuzer von etwa 8088 To. erhielt einen Volltreffer mittschiffs, während ein 8800 BRT. großer Frachtdampfer von zwei Bomben getroffen wurde. Auf einem anderen Transport-Schiff mittlerer Größe deto­nierten schwere Bomben und verursachten starke Beschä­digungen. Von den begleitenden Jägern wurde noch während der Angriffe ein Schiffsbrand und starke Rauch­entwicklung im Hafen beobachtet. Die deutschen Jagd­staffeln waren unterdessen im Kampf gegen die Spit­fires siegreich geblieben und hatten bei nur einem eigenen Verlust sieben feindliche Jagdflugzeuge abge­schossen.

Neoiremenl im politischen flußendienst des Neiches

Berlin, 2. Januar. Im Zuge eines allgemeinen Revirements im politischen Außendienst des Reiches hat der Führer aus Vorschlag des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop den Botschafter von Stohrer in Madrid, den Botschafter Ott in Tokio und den Gesandten Prinz zu Mied in Stockholm zum 1. Ja­nuar 1943 zur anderweitigen Verwendung in das Aus­wärtige Amt berufen. Zum deutschen Botschafter in

Madrid wurde Botschafter von Moltke, zuletzt im Aus­wärtigen Amt, zum deutschen Botschafter in Tokio Bot­schafter Stahmer, bisher deutscher Botschafter in Nan­king, und zum deutschen Gesandten in Stockholm der Gesandte Thomsen, zuletzt deutscher Geschäftsträger in Washington, ernannt. Die Leitung der deutschen Bot­schaft in Nankinq übernimmt als Geschäftsträger bis zur Bestellung eines neuen Botschafters der Gesandte Korbt, bisher Botschaftsrat bei der deutschen Botschaft in Tokio.

wachsende englische Kritik an Siraud

Se Saulle-Jugelzörigkeil des Varlan-Mörders zugegeben — Immer größeres politisches durcheinander in Nordasrika

DrabtberiSt unseres Vertreters

dn. Stockholm. 2. Januar. Das Geheimnis um die neuesten Kuliffen-Bovgänge in Nordafrika ist noch gro­ßer geworden durch eine zweifellos unter Druck seiner Verbündeten vollzogenen Maßnahm« Eirauds: Er hat in Fovm einer Art „NeujaHrs-Amnestte" «im.« RsM von Person«n aus dem Gefängnis freigelassen, die nach seiner eigenen Darstellung aus verschiedenem politischen Lagern stammten und zwar „in voller Unparteilichkeit ohne Rücksicht auf Apologie". Es dürste sich also rm wesentlichen um englandfreundliche Elemente gehandelt haben, deren Freilassung Darlan verweigert hatte, um „Volksfront'-Anhänger und Reste der rotspanischem In­ternierten, die von der rechtsgerichteten Zivilbevölke­rung lieber hinter Schloß und Riegel gelassen worden waren, dort festzuhalten. Die englische Oeffemtlichken hatte der amerikanischem ausdrücklich vorgehalten, daß eine solche Behandlung von Freunden der Verbündeten nicht zu rechtfertigen sei. Vollends hatte sich die Oppo­sition im England gemeldet, als anläßlich der neuestem Verhaftungen bekannt wurde, es handele sich teilweise um Leute, die den Verbündeten bei ihrem llebekfall auf dre französischen Kolonien geholfen hätten. London hatt« auf diese Maßnahme Eirauds sehr kritisch reagiert. Daß dre betreffendem Personen neu« Mordgedanren halben sollten, sogar gegen Girant» selbst und dem USA.-Ge­sandten Murphy konnte vom malischem Standpunkt offenbar keinen Anlaß zur Kritik bilden Eiraud hatt« zwar versprochen, die Verhafteten sollten nicht erschossen werden. Das genügte jedoch nicht. England verlangte

Schonung Heiner Schutzbefohlenen und Berücksichtigung seiner Interessen, selbst ohn« Rücksicht auf die Sicherheit Eirauds und Murphys . . .

In London wird zu alledem noch betont, daß sich die Beschwerden nicht gegen Eiraud selber richteten, wohl aber gegen seine Umgebung. Gemeint ist offenbar vor allem der wirkliche Inhaber der zivilen Macht in Nord- afrika, General Nogues, dem England heute mißtraut, weil er zu Roosevelt übergegangen zu sein scheint. Wenn Eiraud selber erklärte, daß es nicht viele „Vichy"-Leute in Amt und Würden mehr gebe, so herrsche in London eine andere Auffassung, und die Verhaftung von An­hängern der Verbündeten könne diesen Eindruck nicht beseitige». „ ^

Allgemein melden sich in London Stimmen, die geltend machen, daß die Warnungen vor allzu großem Opti- niismus in der Nordafrika-Aktion im Zusammenhang mit der Ermordung Darlans und den Vorgängen im Machtbereich Eirauds recht behalten hätten. Andere sagen bereits offen, Eirauds neues Regime habe keinen sehr glücklichen Start gehabt. Die „Times" erklärt, die neuesten Verhaftungen hätten dies nur bestätigt, das englische Blatt fordert erstmalig offen, wenn auch in vorsichtiger Form, die Aufnahme von de-Eaulle-Leuten in leitende Stellungen in Nordafrika.

Reuter sagt in Meldungen aus Nordafrika, es sei noch nicht ganz klar. ob sich unter den jetzt von Eiraud Freigelassenen auch die zwölf Verhafteten vom Weih­nachtsabend befänden. England hat offenbar eine da­hingehende Forderung erhoben. Inzwischen liegen ein

paar weitere Anzeichen dafür vor, daß Eiraud, wenn auch mit Vorbehalt, von den USA. gestützt wird. Roose­velt hat eine Demonstration zugunsten Eirauds unter­nommen, die gerade im Zeichen der englischen Proteste interessant ist. Er hat ihm gerade jetzt jeden möglichen Beistand auf militärischem Gebiet für seine Freischaren zugesagt. Als ausgesprochen politisch ist eine Erklärung des USA.-Kriegsministers Stimson zu bewerten, die in einem nachträglichen Lob für Darlans „Klugheit, Loyalität und vollständige Zusammenarbeit mit den Verbündeten" gipfelt. Diese Erklärung ist auch in Lon­don als Demonstration aufgefaßt und in eigenartiger Weise beantwortet worden. Gleichzeitig nämlich wird in London erstmalig etwas der Schleier gelüftet hin­sichtlich der de-Eaulle-Zugehörigkeit des Darlan-Mör- ders. Der Londoner Vertreter der „Stockholms Tid- ningen" drahtet: „Was man jetzt über den Mörder weiß, ist, daß er gegen die Vichy-Regierung feindlich eingestellt war. Man kann nicht von dem positiven Schluß abkommen, daß der Mann, der den tödlichen Schuß auf Darlan abgab, de-Eaulle-Sympathien hegte."

Rom, 2. Januar. Die in Fvanzöstsch-Nordafrika frei­gelassenen Rotspanier sollen nach einer Meldung des „Piccolo" aus Tanger General Giraud unterstellt wer­den. Ihre Verwendung sei nicht nur an der Front, son­dern auch für „allgemeine militärische Arbeiten", für den Bau von Stellungen, für das Transportwesen sowie das Löschen von Schiffsladungen gedacht. Die einzelnen Brigaden sollen Bezeichnungen erhalten, die an die Kämpfe im spanische» Bürgerkrieg erinnern.

LoU /läse«

Kritische Bemerkungen zu einem norwegischen Roman

Unter den deutschen Neuerscheinungen zur Geschichte der Hanse ragt eine ganze Reihe hervor, aus der wir das Buch von Pros. Dr. Fritz Rörig-Berlin „Vom Wer­den und Wesen der Hanse" als richtungweisend nennen. Der Verfasser hat bekanntlich am 10. Dezember 1942 vor einem aufmerksamen Zuhörerkreis in Bremen über „Die Hanse im europäischen Raum" gesprochen. Weiter erwähnen wir das reich bebilderte Sammelwerk „Hanse, Downing Street und Deutschlands Lebensraum" von Pros. Dr. Heinrich Huuke herausgegeben. Der Regie­rende Bürgermeister sagt dazu in einem Geleitwort, Bremen freue sich des Buches, das von hansischem Wesen künden und die Bedeutung zeigen soll, die es für Volk und Vaterland hat. Schließlich möge „Die Hanse" von Karl Page! nicht unerwähnt bleiben, die bei Gerhard Stalling in Oldenburg verlegt worden ist.

Es ist einleuchtend, daß die Geschichte der Hanse jeden fesselt, der mit ihren Aeußerungen in Berührung kommt, und so kann es sticht wundernehmen, daß auch auslän­dische Autoren wieder und wieder versuchen, sich mit dem Thema Hanse auseinanderzusetzen. Einer von die­sen Beiträgen wählt die Form des Romans*) und kommt aus der norwegischen Stadt Bergen, die das Andenken an die Hanse in der „Deutschen Brücke" und dem Hanseatischen Museum bewahrt.

In dem Roman wird Ragnhild, eine junge Norwe­gerin. gegen ihre Neigung gezwungen, einen alternden Fremdling zu ehelichen und schließlich mit diesem das Land zu verlassen, um in Deventer ein neues Leben zu beginnen. Nach dem Tode ihres Ehemannes kehrt Ragnhild nach Bergen zurück, wo sie in der Heimat das Glück findet, das ihr in der Fremde versagt ge­blieben ist. Dieses sentimentale Thema will aber der Verfasser offenbar nicht gelten lassen; denn er bezeich­net sein Buch als historischen Roman. Auch den Hin­tergrund der norwegischen Hexenprozesse zu schildern, war kaum seine Absicht, obwohl der Roman „Die Hexe" heißt. Es muß vielmehr angenommen werden, daß der Werdegang eines „Strandischen", d. h. eines Kauf­manns, der, dem Deutschen Kontor entstammend, sich der Deutschen Brücke gegenüber «rm andern Ufer der Meeresbucht Waagen selbständig macht und Norweger wird, sein Schicksal und seine Umwelt dargestellt wer­den sollten. Der Gründe, diesen norwegischen Roman in einer deutschen Zeitung aufzugreifen, gibt es viele; leben doch in Bergen noch heute Familien, die Nach­kommen hansischer Kaufleute auf der Deutschen Brücke sind und teilweise sogar Bremens Hinterland entstam­men. Vor allem aber ist die männliche Hauptperson des Romans, Gottlieb Klein, ein Bremer. Befassen wir uns also hier mit unserm Landsmann, indem wir dem norwegischen Roman folgen!

Als Findelkind wächst GottWöb Klein, so genannt nach seiner körperlichen Statur iu Magister Severus Haus in Bremen «ruf und besucht hier die gele'hrte Schule bis zu seinem 17. Jahre. Dann kommt der Bruch mit seinen Pflegssltern, weit Gottliüb deren Tochter zu nahe tritt. Fortgejagt, wird die Landstraße sein Aufenv- hwlt in Regen und Sonnenschein. Wir sehen ihn auf gestohlenen Pferden reiten, indem er von seinem hohen Platz ans den „Lapponteppich" überschaut, oem man das „Deutsch-Römische Kaiserreich" (?) nennt. Es war in der Tat „eine bunte Sammlung staatlicher Gebilde", von denen das Ausland nach Dietrich Schäfer glaubte, daß man sie. „nach Bedarf und Belieben zusammenlegen oder auch trennen könne." Nach der Wegslwgererzeit wird Klein Landsknecht. Als solcher vevwuiidet, führt er nach seiner' HeMung nach Lübeck, wo er um das J-chr. 1852 in die Dienste der Hans« (?) tritt. An Vor­der „Keuschen Susanne" gelangt er dann nach Bergen, nicht ohne daß ihm der Ruf vorauseilt, halb gelehrt zu sein und erfahren in Eulswspiegslstreichen aller Art. Ein immerhin etwas außergewöhnliches Vorleben uiü> eine ebensolche Ausbildung wird Goitlieb Klein also schon zuerkannt, bevor er norwegischen Bcden betritt!

Auf der Deutschen Brücke wird der neu Angekommene von dem Sekretär des Kontors, Meister Evasmus ein erfundener Name, denn die Sekretäre sind sür die Zeit von 1558—1568 in der Tat nicht festzustellen, und dem Aeltermanu Lür Meister begrüßt. Dieser heißt ihn will­kommen und bittet ihn, sich zunächst mit den Gesetzen des Kontors vertraut zu machen. Dann stellt sich GoMieb Klein dem Handelsverwalter von Wolffgang Wenem- dorph. Eduard Schlüter, im Engelgaarden als neuer Geselle vor. Wie wird nun Schlüter charakterisiert? Möser ist im Gegensatz zu seinem jüngsten Mitarbeiter groß, dabei aber mager, schwarzhaarig, mit stocherten, schwarzen Raubvogelaugen und einer krum- men Nase. Zähne, lang wie Pferdezähne. sind ein wei- teres abstoßendes Merkmal dieses deutschen Kaufmanns der Klein eine knochige, kalte Hand zum Gruß entgegen-' .gleichsam widerstrebend, wie es im Roman heißt, und mit flackerndem Blick; denn Schlüter macht ja keine sauberen Geschäfte. Ausweislich der Bücher habe der

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Die Sowjets erlitten erneut hohe Panzerverluste. Bei der Bäreninsel erzielten deutsche Seestreitkräste Erfolge gegen einen britischen Flottenverband; vier Handelsschiffe wurden hierbei von einem deutschen U-Boot torpediert. >

Ueber die wachsende Furcht unserer Feinde vor den deutschen U-Booten liegen neue Berichte vor.

Me englische Kritik an Eiraud nimmt immer scharfer« Formen an. .

Revirement" Außendienst des Reiches erfolgte ein

Die RSDAP., Kreis Bremen, veranstaltete am ersten Tag des neuen Jahres einen Kreisappell.

Wehrwirtschastsführer Direktor Otto Jung ist oe. starben. ^ ^

Pffrch/eüfLllt?""^^^'^^^ ^ auch 1842 ihre