Ausgabe 
(28.3.1943) 87
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m°n»l,bezug 2.6» SiM -tnlchl 3ust-llg«rfihr: v-stb-zug-pr-i, monatlich ».«> NM (oinlchl. »6,1 Rpf Postz-itungsg-iühr) zuzfigl. « Rps. «lstellgeld. P-stlcho«: Kamtur, 17272. «nzri. z-npiels» nnd Lufnahmerrdingnnge» lt. Prot,. Nft«. >l»kn,tz«et»rmin, ohn« ««rLindlichkrtt.

pa^v^eiamtUciie Layeszeiluny

vos flmtsdlatt des Negierenden vürgermeisters der Zielen ljan sestavt vremen

Nr. 8? , 1Z. Iaiirgang

G e s ch 8 f t s st e l ! « n:

yremen Leer«» 6'8. «öl 2 >» 21 -locht»? ». sonntags 2 17 65: Obernst! 86. Rui 218 81: Syke: Müblenbamm 2: vr-tzem-ltng-n Sahn- holstras,' 6. E«e Bofist!. Rut «8t 68: vr.- «igela«: Slohrstr 2t. Bus < a 8: Br -Blumen« thal: Napt-Dallmann-Str. 11/46, RuI SS u. 84.

Sonntag, 26. März 194Z

üer NalionalldziaUsten. Vremens

flmtiiches verkündungsbiatt des Neichsstattiiallers in Oldenburg und Vremen

kinzelpreis 15 Nps.

koosevsll äienerl vor Aalin

0sut/tc/i65 /Lt 6L n/c/it msk/- mäg/t'c/i/

- DrabtSeriKt unserer Berliner Schriftleitung ckr. V. «ck. Berlin^ 27. März. In der letz­ten Zeit konnte man wirklich manchmal den Eindruck haben, als ob die Staatsmänner, Diplomaten und Agitatoren im angloameri- kanischen Lager von den letzten guten Gei­stern verlassen seien und sich um nichts mehr als darum bemühen möchten, uns das stärkste und schlüssige Material zum Beweis siir un­sere Tatsachenfeststellung zu liefern, daß es für Europa keinen Ausweg zwischen der vollständigen Bolschewisierung und der auf dem Achsensieg -errichteten Neuordnung gibt. Die Erklärung aber für diese Verbindung von verbrecherischem Verrat und Kopflosig­keit im Feindlage! ist ganz einfach:.

Ohne die sowjetische Militärmacht entfällt für unsere westlichen Gegner sofort jegliche Aussicht auf irgendeinen Kriegserfolg, für Großbritannien und sein Empire darüber hinaus überhaupt jede Chance zum über­leben. Umgekehrt wissen die Trabanten des Bolschewismus ebenso genau, daß ein Sowjet­sieg in Europa ihnen jede Möglichkeit neh­men würde, in Europa sowohl wie in Ost­asien sich in irgend einer Weise wirksam gegen die Ansprüche von Moskau durchzu­setzen. Die Vereinigten Staaten müssen darüber hinaus noch an alle Eventualitäten für die Entwicklung der Kriegslage im Pa­zifik denken. Darum haben die Briten und Amerikaner keine andere Wahl, als sich in­nerlich restlos auf die Anerkennung der bolschewistischen Ansprüche in dem Fall ein­zustellen, daß ihr hoffnungsloses Traumbild eines Sowjetsieges seine Verwirklichung finden sollte. Allen damit verbundenen real­politischen Sorgen ebenso wie dem etwaigen Hinweis auf die Versprechungen der Atlan­tik-Erklärung können sie nur mit dem Aus­druck der mehr als naiven und von ihnen

selbst kaum ernst genommenen Täuschung be- ^rr.arung ,e,n ,ouien wm segnen, daß die Sowjets sich in ihren An- Diplomat Roosevelts heute nichts mehr sprächen vielleicht etwas mäßigen könnten,

wenn man ihnen beweisen werde, daß sie

wissen.

Daß es sich bei diesen so umrissenen terri-

Vertrauen in das Wohlwollen der pluto-> torialen Ansprüchen gewissermaßen nur um

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Aus Anlaß des 2«. Jahrestages der Grün­dung der Königlich-Italienischen Luftwaffe gab der Chef des italienischen Lustwassengcne- ralstabes, Nnterstaatsfekretiir General Rino Kars» FoUgier, dem römischen Vertreter un­seresZeitungsdienst Graf Reifchach", Dr. von Langen, folgende Erklärung ab:

Die außerordentliche Entwicklung der italienischen und deutschen Luftstrettkräfte ist unlösbar mit dem Vormarsch der faschisti­schen und nationalsozialistischen Revolution verbunden. Zur Erringung ihres Zieles, ihren beiden Völkern Lebensbedingungen zu erkämpfen, die ihren geistigen und mate­riellen Fähigkeiten und ihrer großen ge­

schichtlichen Mission besser entsprechen, muß­ten die beiden Revolutionen in der Luftwaffe ein geeignetes Mittel erkennen, um die alten Machtbeziehungen zwischen den Nationen auf das Gründlichste zu ändern. '

In den 20 Jahren ihres Bestehens, in steter Anstrengung zur Vollendung und mit Taten, die in die Geschichte menschlichen Wagemutes untilgbare Spuren eingemeißelt haben, hat es die Königlich-Italienische Luft­waffe im Wettstreit um Weltbestleistung und in militärischem Einsatz verstanden, Mittel­punkt der Anziehung der Forscher und Tech­niker der Welt zu sein. Ihre durch das Opfer

Ksscdeiterle Ausritte äer SokobeMsIeu

sss/nciuntsi-nskimsn gsgsn c/ks kkorctlront c/ss <ukon-6füclcsnlcopis5 b/utig obgsw,'s5Ski - 5ü6i,'cli c/sr l.c>ciogcissss 5ckivcic/isrs Angritts rsrsck/crgsn

Aus dem Führerhauptquartier, 27. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be­kannt:Ein feindlicher Angriff gegen die Nordfront des Kuban-Brückenkopfes wurde blutig abgewiesen. Zahlreiche Panzer wur­den vernichtet.

Südlich des Ladogasees scheiterten schwä­chere Angriffe der Bolschewisten. Zum -rerk wurden die Bereitstellungen bereits durch Artilleriefeuer zerschlagen. In Mittel- und Südtunesien führten überlegene feindliche Kräfte neue starke Angriffe gegen die deutsch-italienischen Stellungen. Sie wurden i^in schweren Kämpfen abgewiesen, örtliche ' Einbrüche abgeriegelt. Deutsche Kampfflug­zeuge griffen den Hafen von Algier und ein s Geleit im Seegebiet vor der algerischen 'Küste an. Drei Handelsschiffe wurden ge­troffen. Britische Bomber warfen in der

6sssn »oo8SV6lls MKIslurMne

DrahtberiSt unseres Vertreters cp. Lissabon. 27. M>rz. Das Repräsentan­tenhaus des nordamerikanlschen Bundesstaa­tes Missouri nahm mit überwältigender Mehrheit eine Entschließung an. wonach eine Verfassungsänderung die Amtszeit des USA.-Präsidenten auf höchstens zwei Wahl- perioden zu je vier Jahren begrenzen s - Die politisch wichtigen «'" Staaten Jn- diana, Illinois, Jova und Michigan haben ähnlichen Entschließungen bereits zugestimmt. Wisconsin und Nebrasca durften folgen. Wie der LondonerDaily Telegraph aus Washington hört, handelt es sich vorerst um

Staaten mit republikanischer Mehrheit- Aber auch der konservativ-demokratische Suden der Vereinigten Staaten habe sich mit dem gle^ chen Gedanken vertraut gemacht, da er stm durch die Roosevelt-Negierung benachteiligt fühle. Kennzeichnend hierfür sei der von dem demokratischen Gouverneur von Loul- siana, Sam Jane, vor einigen Wochen in der Saturday Evening Post" veröffentlichte Ar­tikel:Wird sich der Süden gegen den New Deal wenden?"

Nacht zum 27. März Spreng- und 'Brand­bomben auf mehrere westdeutsche Orte. Die Bevölkerung hatte Verluste. Drei feindliche Bombenflugzeuge wurden abgeschossen, ein viertes verlor der Gegner vor der norwegi­schen Küste."

*

Deutsche Zerstörerflugzeuge griffen am 26. März überraschend einen mit zahlreichen Flugzeugen belegten sowjetischen Frontflug­platz südlich von Waluiki mit besonderem Erfolg an. Im Tiefslug stürzten sich die Zer- störerschwärme mit Bomben und Bordwaffen auf die abgestellten Flugzeuge und vernich­teten 10 Flugzeuge. Sämtliche deutschen Flugzeuge kehrten zurück.

irakischen Machte, England und USA., setzen'Vorspeisen des bolschewistischen Jmperialis- konnten. Ein Schulbeispiel für diese verrückte, mus im Falle seines Sieges Händeln würde, >a geradezu hirnverbrannte Art, Politik zu Näßt Davies auch ohne Hemmungen erken- machen und die Erkenntnis der eigenen Ohn-j nen.Der Umfang der sowjetischen Terri- macht zu überdecken, stellen die Aeußerungen torialen Forderungen hängt wahrscheinlich dar, die der frühere USA.-Votschafter in ' ^

Moskau, Josef Davies, soeben in der ameri­kanischen ZeitschriftLife" in Form eines Interviews veröffentlicht hat. Wenn man den Kern der Dinge aus der verwirrten und phrasenhaften llmrankung -herausschält, so ergibt sich ein ganz eindeutiger Tatbestand.

Zunächst: welches sind die territorialen Forderungen Moskaus, und was sagt das offizielle Amerika dazu? Davies, der doch immerhin längere Zeit in diplomatischer Ei­genschaft in der Atmosphäre des Kreml zu­gebracht hat, sollte einigermaßen Bescheid wissen Nach seiner Darstellung fordern die Sowjetszuerst" (!) alles zurück, was sie schon einmalseit Peter dem Großen im We­sten gewonnen hatten". Das würde dakm ohne weiteres die baltischen Länder, Polen und Beßarabien einschließen. Davies plädiert ausdrücklich für die Einverleibung großer Gebiete des inzwischen erloschenen polnischen Staates an die Sowjetunion. Die Vereinig­ten Staaten lehnten es weiter ab, die rumä­nische Souveränität über Beßarabien anzu­erkennen. Auch eine Ausdehnung der sowje­tischen Westgrenzen auf Kosten Finnlands will Davies ohne weiteres hinnehmen, und er besitzt die unglaubliche Frechheit zu er­klären, daß das alles nicht im Gegensatz zu der Atlantik-Erklärung stehe, weil es sich hier nicht um eineAggression" handele. Da­vies macht sich Uicht die geringste Mühe, um auch nur den Schatten einer Begründung für diese dummfreche Deutung zu erbringen. Da­von, daß einmal Freiheit und Selbstbestim­mungsrecht der Nationen die Grundthese der Atlantik-Erklärung sein sollten, will also die-

von den Bedingungen ab, die bei Kriegsende herrschen werden und davon, welche Welt die Sowjets nach dem Kriege erwarten." Du lieber Gott, welche Bedingungen würden denn am Ende des Krieges in Europa herr­schen, wenn die deutsche Wehrmacht im Osten nicht, wie es für uns unerschütterliche Gewiß­heit ist, die Angriffsdrohung des Bolsche­wismus zerschlagen würde. Dann stünde die sowjetische Dampfwalze auf dem Kontinent und.unsere westlichen Feinde müßten hilflos zu allem Ja und Amen sagen, was Stalin will. Und erst recht: Welche Welt erwarten sich denn die Bolschewisten nach dem Kriege? Die Antwort steht in Stalins Schriften, die ganz eindeutig das Programm der Welt­revolution verkünden. Im Falle des sowje­tisch-polnischen Streites findet es Davies ganz natürlich, daß Moskau energisch die Wünsche des polnischen Emigrantenklüngels zurückgewiesen hat, wie das der neu ernannte stellvertretende Außenkommissar Korneischuk in besonders.drastischer Weise in derPraw- da" getan hat. Davies will sich noch damit trösten, daß die Sowjetregierung im Augen­blick eine Entscheidung in dieser Angelegen­heit nicht durchzudrücken suche. Als ob die Ernennung. Korneischuks als Demonstration nicht eindeutig genug gewesen wäre.

Wie wenig Davies im Grunde an seine eigenen Worte glaubt, geht aus seiner Schlußbemerkung hervor, daß der Bolschewis­mus selbstverständlich seine Forderungen auch gegen den Einspruch seiner Verbündeten mit den Waffen durchsetzen werde, wenn er sich nach dem Kriege einer anarchischen Welt ge- genübersehen werde. Als ob es zwischen der neuen Ordnung auf der sicheren Grundlage des Achsensieges und dem anarchischen Chaos im Fall« eines gegnerischen Sieges überhaupt (Fortsetzung auf Seite 2)

^.uk groLsn klmv/sgsn trsk soeben ckss Blick bier ein, ckss cken Untergang ckss k13H..- Iruppentiansportsrspresickent Loolickgs" im ksrlkiN rstgt, einen Oresnrlssen von 2l 936 LllD., cksr 4000 kvlann nnck rissige blsngsn Von llüstnngsinatsiiai an Lorck katts. IVis ckis LmsriNaner ra ckiessm Bück bekannten, war ckss Scktkk snk eins - dkins gslsnken. - Klan siebt ank unserer -^nknakins, via ckis dckannscksktsn ckss Lckikk rn verlassen sacken. Lekerl Bilcksrckienst, Berlin

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Okurclii// unc/ Koossvs/t im ^/rtsi/ OxsnLtismos

zahlloser Flieger errungenen Grundsätze und Erfahrungen haben dem modernen militäri­schen Denken neue weite Möglichkeiten er­öffnet.

Als in dem damals so hart umkämpften Luftraum Spaniens und über der bluten­den spanischen Erde Verbände der Königlich- Italienischen Luftwaffe im Einsatz mit den Verbänden der Legion Condor wetteiferten und den Kräften des Bolschewismus schwere Niederlagen beibrachten, war di«s für sie be­zeichnend. Sie waren nämlich die Vorboten jener Waffenbrüderschaft, die vom Kanal aus zum Mittelmeer und über Sowjetruß­land in dem Weltkonflikt gegen die offenen oder versteckten Feinde von damals eine -so große Bedeutung und eine so intensive Be­stätigung finden sollte.

Im Gedenken an jene, deren Opfer die Abschnitte ihres Aufstieges geleiten, um­kränzt von Lorbeer und reich an Erfah­rungen, begeht die Königlich italienische Luftwaffe heute in der Glut des Kampfes die ersten 20 Jahre ihres Bestehens. Es ist mir dies ein besonders willkommener Anlaß, den bewährten Kameraden der deutschen Luftwaffe meine herzlichen Grüße zu ent­bieten.

Die italienischen und deutschen Luftstreit­kräfte. stehen in dem gigantischen Ringen, in dem das Schicksal der Welt neu geschmie­det wird, Schulter an Schulter durch das unlösbare Band so vieler Erinnerungen und fo vieler männlich getragener Opfer verbun­den. Gemeinsam ist ihnen die Willenskraft und die Hingabe für den Sieg über den ge­meinsamen Feind. Sie werden weitsr alle ihre aus dem unerschütterlichen . Kampf­willen hervorbrechenden Energien einsetzen für die heilige Sache unserer Völker!"

Von

Hauptsckriktleitsi lob- B. Oistrick

In einem Brief an seinen Sohn schrieb der große schwedische Staatsmann zu Gustaf Adolfs Zeiten, Axel Oxenstierna:Wenn du wüßtest, mit wie wenig Verstand die Welt regiert wird!" Es war oie Zeit des Dreißig­jährigen Krieges, und dies berücksichtigend, haben wir Deutsche am allerwenigsten An­laß, nach irgendeiner des großen Schweden summarischen Urteils widerlegenden Formu­lierung zu suchen.

Betrachten wir aber die politische Arena von heute und suchen wir nur nach einem Fünkchen Verstand in der Politik unserer anglo-amerikanischen Gegner, so müssen wir zu der Folgerung kommen, daß sich von dem Tage Oxenstiernas an bis auf Churchills und Roosevelts Tage wenig geändert hat, und es spricht nicht für die Weiterentwicklung der menschlichen Vernunft bei deren Politik, daß, falls Orenstierna heute zum Leben wiederzu- erwachen und noch einmal in der Welt sich umzusehen vermöchte, er keinesfalls hinter der Staatskunst eines Churchills und Roose­velts mehr Klugheit oder auch nur mehr Folgerichtigkeit zu erkennen vermöchte als in der Staatskunst derjenigen Leute, über die er seinerzeit mit obigen Worten den Stab gebrochen hat.

Was heute ein Churchill und Roosevelt als die Exponenten derjenigen Mächte, die heute den Anspruch, die Welt regieren zu können,- erheben, sich an politischenUeberle- gungen" leisten, das ist so widerspruchsvoll und verrät einen so haarsträubenden Mangel an Vernunft, dah man sich dabei voll berech­tigt fühlt, schlechtweg von unbegreiflicher Dummheit zu sprechen. Zumal bei England. War schon Englands Kriegserklärung an Deutschland im Jahre 1930 wegen Danzigs, der deutschen Stadt, ein Akt von schlechtweg mustergültiger Unvernunft, so ließ sie sich damals vom englischen Gesichtspunkt aus we­nigstens damit erklären, daß man in Lon­don entschlossen war, unter allen Umständen das wirtschaftlich und kulturell so günstig sich entwickelnde nationalsozialistische Reich gleich in seinen Anfängen wieder zu zerstören und damit dem Juden die ihm hier verloren gegangene, das deutsche Volk beherrschende Stellung zurückzugewinnen. Daß damit vor allem auch ins Auge gefaßt war, unter allen Umständen den seit zwei Jahrhunderten in Europa behaupteten, entscheidenden bri-

Mlergsllgene Vasallen unä MIsuker

1.onc/on spannt c/i's km/gnontsn in seine VeiTöterpo/itik

DratztLericht unseres Vertreters

Stockholm, 27. März. Die letzte Churchill­rede bot England und den USA. keinen An­laß zur Kritik. Beide Mächte sind sich ja im wesentlichsten Punkt der Churchilldarstellung, der Bereitschaft,'Europa zusammen Init dem Bolschewismus weiter zu berennen und im Falle eines Sieges dem Bolschewismus skru­pellos auszuliefern, vollauf einig. Wohl aber hat die Rede zusammen mit dem berüchtigten Times"-Artikel bei den kleinen Mitläufer» und Vasallen Englands erste, wenn auch noch zahme, Proteste ausgelöst. Sie entrüsteten sich über die brutalen Absichten der großen im­perialistischen Mächte, den Sowjets zuliebe die europäischen Kleinstaaten schlankweg preiszugeben, auch wenn sie bisher alsVer­bündete" hingestellt wurden, und für die Welt eine Diktatur der Eroßräuber England- USA.-Sowjetunion aufzurichten.

Die englische Presse hat bisher Anweifüng erhalten, aus die außenpolitische Seite der Churchill-Rede nicht näher einzugehen. Wohl aber haben die Engländer versucht, ein« eventuell«' Palastrebellion ihrer bisher so

willigen Agenten und Mitläufer abzustoppen.

So bewegten sie die norwegischen Emigran­ten, ihre außenpolitische und auch bezüglich des Zusammengehens mit der Sowjetunion willigsten Trabanten, zu einer Zustimmungs­kundgebung zur Churchill-Rede. Das in Lon­don erscheinende norwegische Emigranten- blättchenNorsk Tid" hat einen Artikel ver­öffentlichen müßen, der sich über die Grund­gedanken Churchills ausspricht, Zwei Bedin­gungen feien, so heißt es darin, zur Ver­wirklichung der künftigen internationalen Zusammenarbeit nötig: Bereitschaft der klei-^chWäch^'HuE'liegff' und^daß''die''Völkör

nen Länder zur Preisgabe ihrer Neutrali­tät und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Westmächten und der Sowjet­union. Die Engländer wollen auf diese Art ihre Oberherrschaft über den Emigranten- klüngel, der ihnen für agitatorische Zwecke zuweilen von Nutzen erscheint, aufrecht­erhalten.

Auch eine Eden-Rede in den USA. zeigte, daß die Engländer sich selbst durch Protest­versuche aus dem Lager derKleinen" von ihrer Linie nicht abbringen lassen wollen.

Es wurden erneut zwei Nöiwendigkeiten proklamiert: Aufrechterhaltung des Empire und Zusammenarbeit London-Washington- Tschungking-Moskau. Zur Entschuldigung des schmählichen Verhaltens Englands, das stets seine kleinen Verbündeten verraten und ins Unglück gestürzt hat, wurde beteuert, Eng­land habe beispielsweise Griechenland gern helfen wollen; sein Versagen aus Kräfte- mangel könne ihm nicht zur Last gelegt werden . . .

Die Engländer wissen also, daß hier ein

Europas aus dem früheren Versagen Eng­lands und der jetzigen Bereitschaft, Europa an den Bolschewismus auszuliefern, entspre­chende Schlüsse gezogen haben. Daß Eden im Gegensatz zu Churchill Tschungking wieder mit in den Rat der Großen aufgenommen hat, ist offensichtlich mit Rücksicht auf die amerikanische Mentalität geschehen, vielleicht auch als Wirkung aus Tschungking-Proteste wegen des ausfälligen Jnteressenmangels, das Churchill plötzlich für Tschungking gezeigt hatt«.

tischen Einfluß auf dem Kontinent weiter zu sichern braucht bei der bekannt traditionellen britischen Politik nicht eigens betont zu wer­den. Darin die eigentliche Ursache des Krie­ges gesehen, ergibt sich nach der jünasteit Entwicklung der politischen Dinge mehr denn je die Frage nach dem ordnenden Verstand in der Führung, der englischen Politik, wo doch alles was England um sich durchzu­setzen, seil 1939 gegen Deutschland unter­nahm, heute seinen Sinn verloren hat.

Da ist zunächst der unmittelbare Kriegs- vorwand Englands, nämlich seine Behaup­tung, um der Unversehrtheit Polens willen kämpfen zu müssen. Angesichts des Stirn- runzelns Stalins, der kürzlich den Englän­dern erklären ließ, daß, wenn er siege, Polen zu der Sowjetunion geschlagen würde, hat die englische Politik ohne Wimperzucken den Grundsatz der Unversehrtheit Polens preis­gegeben, und um seinem lieben Verbündeten Stalin zu gefallen, den polnischen Emigran­ten in London, die man bisher als die an­

geblich anerkannte polnische Exilregierung mit der Hoffnung auf die Wiederherstellung Polens ausgehalten hatte, mit einer selbst

für Briten ungewöhnlichen Brutalität die Tür gewiesen. Gut! Die Unversehrtheit Po-

Wskrlicd, üleser Krieg wird ja nickt nur an üer krönt geiükrt, sondern iin gieicken Ausmalt snck in äer Heimst.

llelcdsmsreckaU Hermann Oörtng

lens war darüber konnte schon im Jahre 1939 niemand sich im Unklaren befinden nur der Vorwand Englands gewesen, um zu seinem Krieg gegen das nationalsozia­listische Deutschland zu kommen, und wenn man Lei der sich inzwischen eingestellten mili­tärisch widrigen und politisch unerwarteten Entwicklung der Dinge den Porwand fallen ließ, der nicht mehr für die Wetterführung der Politik tragbar ist, so mag dies zwar nicht besonders ehrenhaft erscheinen, aber es konnte immerhin noch ohne Preisgabe von Grundsätzlichem geschehen. Inzwischen aber hat England auch das Grundsätzliche, das es zur Kriegserklärung gegen Deutsch, land veranlaßt hat, preisgegeben.

Dem deutschen Streben, jedem britischen Einmischungsversnch in deutsche Verhältnisse für alle Zeiten einen Riegel vorzuschieben, hat England das ganze Ausmaß seiner Macht, zuletzt auch seiner bewaffneten, entgegengesetzt und hat sich im Verlaufe die­ses Krieges um so eigensinniger in die Ziel­setzung nach Wiedergewinnung seiner ganzen Einflußsphäre innerhalb unseres Erdteils verrannt, als sich in Fortentwicklung der militärischen und politischen Lage in Europa mehr und mehr auch der dauernde Verlust des englischen Einflusses auf die übrigen europäischen Staaten am politischen Hori­zont der europäischen Zukunft abzeichnete. Nun ging es ja tatsächlich darum, den alten britischen GrundsatzTeile und herrsche!", den London stets mit dem billigen Schlag­wort vomGleichgewicht der ' Kräfte in Europa" zu tarnen verstanden hatte, zu ver­teidigen. Und nun galt es tatsächlich alles zu tun, um Europa der britischen Macht- sphäre zu erhalten oder vielmehr wieder zu- rückzugewinnen. Wir wissen, wie der Füh­rer immer wieder gegen diesen britischen Machtanspruch Stellung nahm, und wir wissen auch. daß es in der Tat keinerlei stichhaltige llntermauerung für den briti­schen Rechtsanspruch, die Völker Europas nach Englands Willen zu leiten, gibt. Nichts- destoweniger denken wir realpolitisch genug um verstehen zu können, daß England sich die Aufrechterhaltung bzw. die Wiederdurch- ietzung seines zwar unberechtigten, aber immerhin während zweier Jahrhunderte hin-