Ausgabe 
(28.2.1942) Nr. 59
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parteiamtliche Tageszeitung

Vas flmtsdlatt des Negierenden vürgermeisters der freien fjansestadl vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

Amtliches verkünüungsblatt des Neichsstatchalters in oiüenburg und vremen

Nr. SS , 12. Jahrgang

Sonnabend, 28. Zebruar 1942

Linzelpreis 15 Npf.

fllarmruf Lttwmow-smkelsteins

kirglan- und USfl. sollen mitbluten / „Keine untiMgen Keere und slotten!"

Stalin fordert kntlastung

Drabtbericht unserer Berliner Schriftleitung

x. Ii. Berlin, 27. Februar. Durch den von erloge­nem Siegesoptimismus durchsetzten Aufruf Stalins zum 24. Jahrestag des Bestehens der bolschewistischen Armee zitterte zugleich die Furcht vor dem Kommen des Früh­jahrs und des Sommers. Die richtige Untermalung der wahren Stimmung in Moskau aber gab der Sowjet­jude Litwinow-Finkelstein seiner ersten öffentlichen Rede als Sonderbotschafter Stalins in Washington, ^r er- - klärte, bah wichtige Entwicklungen auf dem östlichen Kriegsschauplatz zu erwarten seien, Entwicklungen, für die die Sowjetunion gern möchten, dah „alle Kräfte ihrer Verbündeten bis dahin eingesetzt würden und dah es keine untätigen Armeen oder unbeweglichen Flotten oder Luftgeschwader mehr gebe. Das gleiche gelte für das Kriegsmaterial, das nach den Stellen gesandt wer­den solle, wo es am meisten benötigt werde. Es sei voll­kommen gerechtfertigt, wenn man den Wunsch aus- spreche, „dah die Streitkräfte, für die an einer Front keine Verwendung bestehe, nicht untätig gelassen werden sollen, sondern dah man sie dorthin entsende, wo sie nützlich eingesetzt werden könnten".

Bei dieser besonderen Unterstreichung der Hauptbe­deutung der Sowjetfront und der Furcht Stalins vor der Gefahr einer entscheidenden Niederlage fordert Fin- kelstein Entlastung „durch gleichzeitige offensive Ope­rationen an zwei oder mehr voneinander getrennten Fronten. Nur auf einem solchen Wege „konnten die Armeen Hitlers erledigt werden". Die Sowjets hätten gern, dah ihre Verbündeten und Freunde so klar säh^n wie sie selbst und dah sie entsprechend „handelten". Diese Anzüglichkeit mit dem Hinweis aus das Handeln ist deutlich genug, und sie trifft sich mit einem interessanten Verteidigungsversuch von Lord Halifax, der im Rund­funk in Philadelphia bittere Klage geführt hatte, dah er die Bemerkungen habe hören müssen, England sitze in seiner Jnselfestung hinter 3'/- Millionen Bajonetten und überlaste das Kämpfen seinen Freunden". Diese wenig schönen „Bemerkungen" werden nun von Finkel- stein recht deutlich gemacht in den folgenden Sätzen:

„Es kann wenig von Nutzen sein, große gut aus­gerüstete Armeen, sagen wir irgendwo im Westen, stehen zu haben, wenn diese nicht in Aktion treten, während die Entscheidungsschlachten mit größter Hef­tigkeit im Osten geliefert werden. Wenn diese Schlach­ten einmal beendet sein werden, könne es sehr leicht für die westlichen Armeen zu spät sein, noch ihre Rolle zu spielen."

Die in der jüngsten Vergangenheit hier und da ge­äußerten Dankesbezeigungen der Volschewisten für Lie­ferungen aus den plütokratischen Ländern scheinen also nur Routine-Erklärungen gewesen zu sein, hinter denen wegen der damit verbundenen Mahnungen zu verstärk­ter Hilfe etwas ganz anderes steckte, nämlich nicht mehr und nicht weniger als eine Verurteilung der Nonstop- Offensive, deren militärische Erfolge nur in den Agi­tationsbehauptungen Churchills bestanden haben. Man darf aber nicht vergessen, dah ausgerechnet der gleiche Churchill noch in seiner letzten Rede in krassesten Wor­ten sagte, dah es ein Desaster ohnegleichen für England bedeutet haben würde, wenn es dem Wunsch auf Er­richtung „der zweiten Front" in Westeuropa entsprochen haben würde. Die — allerdings etwas doppelsinnigen — Antworten des Stalin-Beaüftragten Cripps in oer Unterhausdebatte haben zu dem Thema „Einsatz der britischen Luftwaffe" eine indirekte Beurteilung der militärisch sinnlosen Nonstop-Offensive enthalten. Cripps scheint , den besonderen Auftrag zu haben, die Opfer­bereitschaft der Briten, ein wenig zu steigern, und zwar nach der Sowjetmethode, die auf das Hinschlachten von Hunderttausenden oder Millionen nicht verzichtet, wenn dadurch das Schicksal auch nur um eine gewisse Galgen­

frist hinausgezögert werden kann. Nicht zuletzt bedeutet die Erklärung Finkeisteins das Eingeständnis, dah alle bisherigen Behauptungen über „die grohen Sowjetsiege an der Ostfront" nichts als Bluff gewesen sind, ein Bluff, der sich übrigens in den Vormarschziffern der letzten Monate widerspiegelt, die wir an anderer Stelle würdigen.

„Washington Post" ist diejenige us.-amerikanische Zei­tung, die sich am stärksten „gegen den Verteidigungs­komplex" der plütokratischen Nationen wendet, der ihnen bereits den Verlust der halben Welt gekostet habe". Sie fordert daher Ossensivgeift ünd den Beginn militäri­scher Offensiven. Wendell Willkie hat sogar einen Kotau vor Stalin gemacht:- „Es macht mich krank, wenn ich an ein Amerika in der Defensive denke. Wir verlangen von unserer Flotte, daß sie den Feind aufsucht und nicht, dah sie an unseren Küsten kleben bleibt. Wir »erlangen, dah unsere Armeen an der aktiven Front zum Einsatz

kommen, und wir verlangen, dah unsere Jagdflugzeuge unsere Bomber zu ihren Zielen geleiten."

Diese Stimmen wie manche andere wissen allerdings nicht anzugeben, wie eine solche Kontinentaloffensive vom Westen her bei der bestehenden Schiffsraumnot in Szene gesetzt werden füll. Denn auch in USA. erkennt man 'die bittere Wahrheit, die der Londoner „Daily Expreß" in die Worte kleidet, dah man „überall, wo man im Atlantik nur Hinblicke, deutsche U-Boote sehe." Es ist aber nicht nur die Schiffsraumnot, die die Schlag­kraft der englischen Seemacht lahmt, sondern der Aüs- sall schwerer Einheiten, wie sie Lord Alexander in sei­nen pessimistischen Darstellungen über die „Schlacht auf den sieben Ozeanen" hat zugeben müssen, während die USA.-Oeffentlichkeit eine immer stärkere Erregung darüber zeigt, dah durch den deutschen U-Bootkrieg und die japanischen Flottenaktionen die USA. seestrategisch hart in die Zange genommen sind.

Zahlreiche Angriffe der Sowjets gescheitert

katenanlagen von Lodruk und Flugplätze Mullas erneut bombardiert

Au-s dem Führerhauptquartier, 27. Febr. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Aus der Krim wiesen deutsche und rumänische Ver­bände feindliche Angriffe gegen die Front von Sewa­stopol und auf der Halbinsel Kertsch unter hohen Verlusten für den Gegner ab. Auch an den übrigen Fronten im Osten scheiterten zahlreiche Angrisse der Sowjets an der Widerstandskraft unserer von starken Luftstreitkräften unterstützten Truppen. In Nordasrika lebhafte Tätigkeit deutscher und italienischer Aufklä­rungskräfte an der Cyrenaika-Front. Trotz ungünstigen Wetters wurden die Hafenanlagen von Tobruk bom­bardiert und motorisierte britische Kolonnen mit Bom­ben und Bordwaffen angegriffen. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen britische Flugplätze der Insel Malta. — Der Feind griff auch in der vergangenen

Nacht einige Orte des norddeutschen Küstengebiets an. Zwei britische Bomber wurden abgeschossen."

Fernkampfbatterien der deutschen Kriegsmarine nah­men in den frühen Morgenstunden des Freitag feind­liche Schisfsziele im Kanal unter Feuer. Die gute Trefferlage zwang die feindlichen Schiffe zur Aende­rung ihres Kurses und zur Auflösung ihrer Fahrt- ordnung.

In der Nacht zum Donnerstag näherten sich zwei bis drei kleine feindliche Kriegsschiffe der von deutschen Truppen besetzten Krim-Hafenstadt Feodosia. Um die Mitternachtstunde eröffneten die Bolschewisten mit ihren Schiffsgeschützen das Feuer, das sofort von un­serer Artillerie erwidert wurde. Die sowjetischen Schiffe muhten sich unter der starken Wirkung des deutschen Be­schüsses zurückziehen. ,

„wenig vutter für sehr viel vrot"

Nooseoelt über die Seleitschutzmögliitzkeiien der Schiffahrt in der westtzemilptzäre

g. b. Berlin, 27. Februar. Roosevelt hat sich jetzt, nachdem die USA. inzwischen 600 000 VRT. Handels­schiffsraum durch deutsche ll-Voote verloren haben, über die Frage des Geleitschutzes für die Schiffahrt in der westlichen Hemisphäre geäußert. Bezeichnenderweise tat er dies mit einem begehrlichen Blick auf eine „Unter­stützung seitens siidamerikanischer Staaten". Trotz aller vielseitiger Anstrengungen aber konnte Roosevelt nur bedauernd für den Effekt eines solchen Geleitschutzes für die Schiffe in mehreren Ozeanen das Wort gebrauchen, „man habe leider nur sehr wenig Butter für sehr viel Brot", eine Bestätigung, dah weder England noch die USA. ausreichende Einheiten an Geleitschiffen besitzen. Klagt so Roosevelt über diesen Mangel, der einst Chur­chill für Britannien zur Eröffnung -des Ausverkaufs durch Stützpunkthingabe für 50 veraltete Zerstörer zwang, so war die Klage des britischen Oberhauses und Unterhauses erfüllt von dem Fehlen von Schlachtschiffen und Flugzeugträgern, wobei Lord und Großadmiral Chatfield als Sachverständiger daraus hinwies, dah die neuen deutschen Schlachtschiffe größer und hypermodern seien. Man sehe in England noch immer nicht genügend ein, dah es in einer Woche vielleicht den Krieg durch die Flotte verlieren könne. Die „Times" begleitet die Betrachtungen von Lord Alexander über die seestrate- gische Lage mit dem Satz: „Uns stehen harte Zeiten bevor". Der britische Handelsminister aber warnt, dah

man in England die Lebensmittellage gar nicht auf die leichte Schulter nehmen dürfe.

Inzwischen ergeht sich London in düsteren Vorschauen über die weiteren Ereignisse in Burma. Man befürchtet, dah die japanischen Operationen auf bllen drei Teil- . gebieten Erfolg haben könnten. Das erste seien die Kampfhandlungen in Niederburma, wo Rangun als Preis winke, von wo aus dann Japan einen Stützpunkt für die Beherrschung des Indischen Ozeans und der Bucht von Bengalen besitzen würde. Das zweite Ziel sei die Unterbindung der. Fühlung zwischen den chinesischen Truppen und den britischen Streitkräften in Nieder- bu-rma und das dritte Ziel seien die Unternehmungen in Oberburma und den Schan-Staaten, um sich damit der Burma-Strahe voll zu bemächtigen und China im Rücken anzugreifen. Da der Feind die Meerenge von Malakka beherrsche, sei ihm der Weg zu Landungen in der Nähe von Rangun möglich. Die Londoner Betrach­tungen gehen dabei ganz und gar von der Auffassung aus, dah eine Verhinderung dieser Entwicklung nur noch von Tschungking-Truppen möglich sei und gehen damit großspurig über die verärgerte Mahnung des Tschung- king-Botschafters hinweg. Nach einer amerikanischen Agenturmeldung ist es den Briten nicht gelungen, das in den Docks von Rangun liegende Kriegsmaterial weiter nach Mandalay zu schaffen, es stünde in den Docks in Flammen.

Neue Ngrarordnung für besetzte Üstgebiete

flbschafjung des bolschewistischen kokcholenivslems — das rulsische Landvolk toll mitarbeiten

Berlin, 27. Februar. Der Reichsminister sür die besetzten Ostgebiete, Alfred Rosenberg, hat im Ein­vernehmen mit dem Beaustragten für den Bierjahres­plan, Reichsmarschall Eöring, eine neue Agrarord- «ung sür die bereits von der Ziviloerwaltung übernom­menen Gebiete der früheren Sowjetunion in den Gren­zen von 1933 erlassen. Die neue Agrarordnung beseitigt die Kollektivverfassung und das zu ihrer Durchführung bestimmte sogenannte „Musterstatut des landwirtschaft­lichen Artels" lArbeitsgenossenschaft). An die Stelle des bolschewistischen Kolchosensystems tritt eine neue Ord­nung, die in verschiedenen ineinanderslichenden und sich ergänzenden Formen die Landbevölkerung des Ostens zur individuellen Bodenbewirtschastung zurücksührt.

Aus verständlichen Gründen ist es nicht möglich, die seit zwei Jahrzehnten mit allen Mitteln der Gewalt befestigten Methoden zur praktischen Versklavung des Bauern von heute auf morgen umzustellen. Die aus­gelösten Kollektivwirtschaften werden daher zunächst in Eemeinwirtschasten umgewandelt. Aus diesen Eemein- wirtschaften entwickelt sich die individuelle Wirtschafts­form in Gestalt der genossenschaftlichen.Landbauweise und des Einzelhofes. In der Anbau-Genossenschaft wird das bisher gemeinschaftlich bewirtschaftete Land den Mitgliedern zur selbständigen Bearbeitung und Nutzung zugeteilt und nach einem festgesetzten Plan einheitlich bebaut. Unabhängig von der endgültigen Gestaltung wird das bisherige Hofland zum Privatbesitz erklärt, von Steuern befreit und kann aus Antrag vergrößert werden. Die Viehhaltung unterliegt in Zukunft keinen einschränkenden Bestimmungen. — Einvernehmen

mit dem Oberkommando der Wehrmacht gilt die neue Agrarordnung auch in den von den deutschen Truppen besetzten Gebieten, die noch nicht von der Zivilverwal­tung übernommen worden sind.

Zu der Agrarreform in den neubesetzten Ostgebieten wird uns von Ministerialdirektor Riecke, dem Leiter der Gruppe Ernährung und Landwirtschaft im Reichs­ministerium für die besetzten Ostgebiete, geschrieben:

Das bisherige sowjetische Agrarsystem war noch mehr als alle anderen Wirtschaftszweige dadurch gekennzeich­net, dah jegliche Privatinitiative' und jeder Unterneh­mungsgeist des einzelnen ausgeschaltet wurde. Eine überbürokratisierte Planung legte nicht nur für jeden Betrieb Anbaufläche, Fruchtfolge und Geldwirtschaft, sondern auch^ soweit' irgend möglich, die abzuleistende Arbeitszeit bis zur letzten.Stunde fest. Ein mit letztem Raffinement ausgeklügeltes Erfassungssystem stellte zwar die Versorgung der in den letzten Jahren aus dem Boden gestampften Industriegebiete sicher, lieh aber oft dem Kolchosniken nicht das Notwendigste zum Leben. Für Planung und Erfassung war ein ungeheurer Per­sonalapparat eingesetzt, in dem gegenseitige Bewachung und Bespitzelung Regel waren. Damit wurde eine Un­zahl Menschen der produktiven Arbeit entzogen.

Die deutsche Verwaltung in den besetzten Ostgebieten konnte — selbst für die Dauer des Krieges — unmöglich dieses System aufrechterhalten, das im grundsätzlichen Widerspruch zur nationalsozialistischen Wirtschaftsauf- fassung steht. Es war ausgeschlossen, mit eine<n System weiterzuarbeiten, das so ausgesprochen versagt hatte, denn trotz des aufgeblähten Planungs- und Erfassungs­

apparates und trotz einer ins Gigantische gehenden Technisierung waren die von den Sowjets erhofften Ergebnisse nicht erzielt worden. „Bewährt" hatt« sich lediglich das Erfassungssystem, allerdings fast ausschließ­lich auf Kosten einer unvorstellbaren Ver­elendung de s'iL andvolkes. Bei diesem war das Kollektivsystem dann auch zutiefst verhaßt, und es rech­nete vom ersten Tag der deutschen Besetzung mit der Beseitigung der unerträglich gewordenen Fesseln. Der Kolchosnik wollte nicht länger mehr Arbeiter in einer „landwirtschaftlichen Fabrik" sein. Er wollte nicht mehr eingeengt zwischen Plan und Erfassung leben, er wollte sich nicht mehr um dem Lohn seiner Arbeit betrügen lassen. Die Durchführung einer Agrarreform lieh sich unter diesen Verhältnissen nicht hinausschieben.

Erschwert wurde die Beseitigung des Kollektivsystems und sein Ersatz durch eine wirklich-neue Agrarordnung durch die Kriegsverhältnisse. Die durch eine- zum Teil weit über das Ziel hinausschießende Techni­sierung außerordentlich empfindlich gewordene sowjet- russische Landwirtschaft hat unter den Wirkungen des Krieges erheblich mehr gelitten als eine Landwirtschaft, die auf bäuerlicher Grundlage beruht wie z. B. die litauische, lettische oder estnische. Während in diesen Gebieten das Landvolk fast unmittelbar nach den Kampfereignissen wieder an seine Arbeit ging, dauerte die Schockwirkung im allrussischen Raum oft mehrere Wochen. So stark sind unter dem Kollektivsystem Ent­schlußfähigkeit und Verantwortungsgefühl der Scholle gegenüber verlorengegangen. Wenn auch die Zerstö- (Fortsetzung auf Seite 2)

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Was bringt der Krieg nicht an aber tausend wunder­baren Heldentaten mit sich, von denen die Heimat spricht, und die die Welt bewundert. Der kühne Mut entschlossener Männer ergreift täglich Situationen, packt Gelegenheiten beim Schöpf, überrennt den überraschten Feind, wendet zähen Kampf zum Sieg.

Eine fast unübersehbare Reihe kühner Taten ist in den zweieinhalb Jahren dieses Krieges - schon in die Geschichte des deutschen Soldatentums eingegangen, eins Fülle von Namen sind als leuchtende Sterne aufge­stiegen und weisen einer tatendurstigen Jugend den Weg. Jeder der grohen Feldzüge dieses Krieges hat eine neue Seite in dem Buche der kühnen Einzelleistung aufgeschlagen und ruhmreich beschrieben.

Dieser Seite gegenüber aber steht ein anderes Blatt, auf dem vielleicht keine so spannende Sprache spricht, das aber dennoch das tiefste Geheimnis des Siegeszuges der deutschen Wehrmacht enthüllt: das Heldentum des kriegerischen Alltags, die namenlose, millionenfache Tap­ferkeit all derer, die als deutsche Soldaten, als feld­graue Marschierer einer Millionenarmee Tag für Tag, Monat für Monat und nun schon Jähr für Jahr ihre Pflicht Mit der gleichen Bereitschaft zum heldischen Han­deln tun. Jeder aus dieser grauen Front kann morgen vor einer Aufgabe stehen, die seine Haltung, seinen Mut und seine Entschlossenheit vor eine gleiche Prüfung stellt, wie sie die grohen Helden der Nation bestanden haben. Den meisten wird wohl kaum eine solche Stunde schlagen, aber dah sie alle, ohne ein Wort darüber zu verlieren, diesen Geist im Herzen tragen — das ist es, was unsere Soldaten in ihrer Gesamtheit unüberwindlich macht.

Das tapfere Herz ist es. das in ihnen allen schlägt, ihnen die Kraft gibt, sei es ohne jedes Zaudern anzu­greifen und nochmals anzugreifen, sei es in rastloser Verfolgung dem Feinde auf den Fersen zu bleiben, oder auch in unerbittlichem Ringen mit Sturm und Eis gegen einen hinterhältigen Gegner hart und fest ihren Mann zu stehen. Wem dieses tapfere Herz nicht in der Brust schlüge — wie könnten sie über all die Härte und all die Opfer so triumphieren, wie es der deutsche Sol­dat in den gewaltigen Kämpfen getan hat und tut, die uns mit diesem grohen Kriege aufgezwungen worden sind? Immer, wenn der Körper schwach zu werden scheint, oder der Verstand sich vor einem Schrecknis sieht — dann ist es dieses tapfere Herz, das zu pochen beginnt, die Kräfte züsammenreiht und den Instinkt wachruft, auf dah er den Weg durch die Finsternis zeige. Und wie es kein Gefecht gibt, in dem nicht der Soldat während mancher Minute dieser Hilfe bedarf, so gibt es auch keine Schlacht, die nicht vor allem durch dieses Fluidum des tapferen Herzens zum Siege gewendet wird!

Was aber von den Schlachten der Front gilt, hat es nicht gleiche Bedeutung für das Ringen der Heimat? Eewih — sie marschiert nicht wie der Soldat auf dem Wege zwischen Leben und Tod, sie hat es um vieles leichter als er, aber doch gibt es auch im Leben des einzelnen zu Hause manche Stunde, in der es gut ist, wenn er sich des Gleichnisses erinnert, die kleinen Be­schwernisse des Tages vergißt und der Stimme der Tapferkeit allein das Wort überläht. Wieviel Trüb­sal wird vergessen, wieviel unnütz düstere Gedanken werden verjagt, wenn jeder Volksgenosse bemüht ist, sich ebenso tapferen Herzens zu zeigen, wie dies der Soldat draußen täglich tut!

Auch der Kampf der Heimat für das Leben unseres Volkes und den Sieg seiner-Waffen ist millionenfach und namenlos. Gerade deshalb bedarf sie des ununter­brochenen Antriebs aus eigener Kraft, eines Antriebs, der ohne die Spannung des Kampfes, ohne das . auf­peitschende Mitwirken eines gegenüberstehenden Feindes dennoch alle Schwäche überwindet und die Kräfte zur letzten Wirkung entfaltet. Nicht Verordnungen allein, nicht nur die leitende Kraft der Volksführüng' sichern der rümpfenden Front diesen letzten Einsatz der Hei­mat — der millionenfache Schlag aller tapferen Herzen

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An der Ostfront scheiterten zahlreiche Angriffe der Sowjets.

Für die besetzten Ostgebiete wurde unter Abschaf­fung des bolschewistischen Kolchosensystems eine neue Agrar-Ordnung in Kraft gesetzt.

Litwinow-Finkelstein forderte in Stalins Auftrag Beteiligung der Engländer und Roosevelt-Ameri- kaner an den Blutopfern.

Englands Tonnagenot tritt in einem amtlichen bri­tischen Jahresbericht zutage.

Die Japaner nahmen einen wichtigen Hafen an der Westküste Sudsumatras.

^ Auf der Höhe von Bali versenkte» die Japaner in einem erfolgreichen Seegefecht vier feindliche Zer­störer.

Heute ist der letzte Tag zur Einlösung der am 1. März ungültig werdenden Kupfermünzen.

Ueber die Durchführung der Jugcnderholungspflege haben Hitlerjugend und NS.-Volkswohlfahrt ein Abkommen geschlossen.

In Bremen wurde erstmalig eine Lehrmeisterprü­fung im Gaststätten- und Vehcrbergungsgewerbe durchgeführt.