Ausgabe 
(10.2.1942) Nr. 41
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der Nationalsozialisten Bremens

flmUiches verkündungsblott des leichsstatchalters in Oldenburg und vremen

Nr. 41 ,12. Jahrgang

Dienstag, 10. Zebruar 1S42

kinzelpreis 1S Npf.

Japans Sprung auf Singapur

Infanterie und panzerstreitkräste auf der Insel gelandet / fleußerfte Verteidigungslinie durchstoßen

Nach dem rrommelfeuer

viaütbeiiokt unserer Rerliner KeliriktleitunK x. k. Berlin, S. Februar. Das Kaiserlich japa­nische Hauptquartier hat nach 72stiindigem Schweigen über die Aktionen vor Singapur bekanntgegeben, daß es den japanischen Truppen gelungen ist, die Johurstraße zu überqueren, zunächst Jnfanterieeinheiten zu landen und dann Panzerkräste nachzuziehen. Der Generalangriff auf Singapur, das häufig die stärkste Festung der Welt genannt worden ist, hat nach vorangegangenem schwer­sten dreitägigen Artilleriefeuer am 8. Februar und damit genau zwei Monate nach Kriegsausbruch begon­nen und gleich im ersten Ansturm in wenigen Stunden zur Bildung von zwei Brückenköpfen geführt. In schnel­lem Vormarsch wurde der Flugplatz Tengah um 13. Uhr besetzt und bei dem weiteren Vorgehen der Tangah- Flu'g erreicht, der 15 Kilometer entfernt im Westen der Stadt Singapur liegt.

Die japanischen Meldungen sprechen zunächst nicht da­von, wo die ersten Landungen vor sich gegangen sind, dienach der Brechung des feindlichen Widerstandes am Sonntag und nach der Ueberquerung der Johurstraße den Angriff auf Singapur eröffneten". Sie begnügten sich mit dieser Umreitzung des ersten Erfolgs der letzten Phase des Teilfeldzuges der ostasiatischen Eesamtopera- tionen, die man von amtlicher japanischer Seite als Malaga-Unternehmen mit dem Ziel Singapur" be­zeichnete.

Nach dem Gelingen der Landung folgte dann im zweiten Teil, nach einer Domeimeldung von Montag

^ Der gestrige wekrmachrsberltkl

Ausdem Führerhauptquartier, 9. Februar. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:Im Osten setzte der Gegner seine Angriffe trotz schwerer Ver­luste fort. Bei den Kämpfen an der D o n ez fr on t ver­lor der Feind im Zeitraum von vierzehn Tagen allein im Abschnitt einer Infanterie-Division über 1V9V Ge­fangene, mehrere tausend Tote, 17 Panzer» 52 Geschütze sowie 87 Maschinengewehre und Granat­werfer. In Nordafrika wurden feindliche Aus­klärungsvorstöße abgewiesen. Kampf- und Sturz­kampfflugzeuge zersprengten britische Fahrzeugkolonnen in der östlichen Marmarica. Bei Jagdkämpsen in diesem Raum schössen Jagdflugzeuge ohne eigene Verluste zehn feindliche Jäger ab. An der Küste der besetzten West­gebiete sowie an der norwegischen Küste verlor die bri­tische Luftwaffe am gestrigen Tage fünf Flugzeuge."

Nachdem die britische Luftwaffe bereits im Laufe des .Sonnabend fünf Bombenflugzeuge aus einem kleineren Verband bei einem Einflugverfuch in die Deutsche Bucht verlor, büßte sie gestern bei geringen Tagesein­sätzen wiederum fünf Flugzeuge «in, ohne daß deutsche Verluste eintraten. Ein deutsches Vorpostenboot schoß ein feinidliches Flugzeug über der Deutschen Bucht ab, eine Flakbatterie brachte über dem belgischen Küsten- ebiet einen britischen Jäger und einen zweimotorigen 'omber, Marineartillerie ein weiteres Jagdflugzeug zum Absturz, und deutsche Jäger vernichteten vor der norwegischen Küste einen britischen Aufklärer.

vormittag, die Erzwingung des Rückzuges der britischen Truppen aus dem Außenring der Verteidigungsanlagen, die die Meerenge von Johur beherrschen.

Der geräuschvolle letzte Auftakt" zu dem Unterneh­men Singapur war nach dem tagelangen vorangegange­nen, mit Unterbrechungen durchgeführten Artilleriefeuer das Einsetzen eines dreistündigen pausenlosen vernich­tenden Sperrfeuers, das den kühnen Landungstruppen den Weg frei machte. Dieses Trommelfeuer bezeichneten britische Soldaten nach Reutermeldungenals das Schlimmste, was sie bisher erlebt hätten". Reuter hat schon sehr schnell in einem Bericht bestätigen müssen, daßden Japanern in der Nacht zum Montag die Lan­dung an der Westküste von Singapur mit starken Kräf­ten gelungen ist". Mit dieser Meldung kamen dann

gleichzeitig Einzelheiten, die als Landungsort den Be­reich um Sothport nannten. Die andere Meldung spricht von Landungspunkten auf dem Nordwestteil der Insel, und zwar zwischen Sungai Kranji und Pasar Laba. Im gleichen Kommunique von Reuter wird außer auf die schweren Bombenangriffe als Be­gleiterscheinung des heftigsten Artilleriefeuers darauf hingewiesen, daßdie vorgeschobenen Truppen der Bri­ten an einigen Stellen zurückgeschlagen wurden". Es handelt sich bei den britischen Truppen um australische Einheiten aus Neusüdwales und Queensland. Die Stelle des ersten Brückenkopfes wird als unwegsam bezeichnet an der Mündung des Kranji liegend, wo ein tiefer Ein-

(Fortsetzung auf Seite 2)-

Speer Nachfolger Nr. lodts

See Seneralbauinfpekwr betritt in seinem neuen flntt kein Neuiand

Verli«, 9. Februar. Amtlich wird bekanntgegeben:

Durch den tödlichen Unfall des Reichsministers Dr.-ing.

Todt hat dkks Eroßdeutfche Reich einen schweren Verlust erlitten. Dr. Todt vereinigte in seiner Person die Aemter des Reichsministers für Bewaffnung und Mu­nition, des Eeneralinspekteurs für das deutsche Stra- ßenwesen und des Eeneralinspekteurs für Wasser und Energie. Diese drei Aemter hat der Führer nunmehr dem Generalinspektor für die Neichshauptstadt, Dipl.- Jng. Pros. Albert Speer, unter Beibehaltung seines bisherigen Amtes übertragen.

Hierzu drahtet unsere Berliner Schriftleitung: Pros.

Albert Speer, am 19. März 1905 in Mannheim gebo­ren und über 12 Jahre jünger als sein Vorgänger, über­nimmt damit ein Amt, dessen Aufgabengebiet seinem bisherigen Schaffensbereich verwandt ist. Während Dr.

Todt die Straßen des Führers baute, entwarf Pros.

Albert Speer die Pläne zur Neugestaltung der deutschen Städte und insbesondere der Reichshauptstadt. Beide Männer waren Baumeister. Techniker und Künstler.

Der Ausbau des Parteitagsgeländes in Nürnberg, der Entwurf und Bau des Deutschen Hauses auf der Pa­riser Weltausstellung, der Bau der neuen Reichskanzlei und der Entwurf zum Umbau Berlins mit seinen ge­waltigen Monumentalbauten, deren Fertigstellung nur durch den Krieg unterbrochen wurde, haben nicht nur den künstlerischen Genius des Architekten Albert Speer, sondern auch in gleicher Weise sein Organisationstalent unter Beweis gestellt. Die Beschaffung der Baumateria­lien und sonstigen Rohstoffe für diese speziellen Auf­gaben brachten ihn schon früh in engste Berührung mit dem Arbeitsgebiet Dr. Todts. Der kameradschaftlichen und verständnisvollen Zusammenarbeit zwischen diesen beiden großen Baumeistern des neuen Reiches ist es besonders zu verdanken, daß die Bautätigkeit in Deutsch­land selbst nach Ausbruch des Krieges nicht ganz ab­zureißen brauchte. Pros. Speer hat' in diesem Kriege neben seinen zivilen Aufgaben bedeutende Aufträge der Rüstungsindustrie, der Luftwaffe, des Oberkomman­dos der Marine und des Heereswaffenamtes übernom­men und durchgeführt. Zu weiteren wichtigen Kriegs­aufgaben Speers trat u. a. die Schaffung der bekannten TransportstandarteSpeer", zu der später noch die

Lrssss-Hokswano

TransportflotteSpeer" hinzukam. Er betritt daher in seinem neuen Amt kein Neuland und wird, vom Vertrauen des Führers und des deutschen Volkes getra­gen, die bedeutenden Aufgaben des Mannes weiter­führen, der ihm im Leben bester Kamerad war.

tripps: «Sowjets können allem nicht liegen!

FU

ehemaliger Moskauer vorfchatter bettelt um Hilfe , Sowjetische furcht vor einerneuen fürchterlichen deutschen Vlihoffensive'

Drcihtbericht unserer Berliner Schriftleitung

1>. Berlin, 9. Februar. Das Thema Abwehrschlacht im Osten, bolschewistische Winteroffenisive, getäuschte Hoff­nungen un'd unausbleibliche Konsequenzen für London, das Thema der zusammengestürzten JllusionsgebäuÄe und zerschelltem Glaskombinationen britischer Heimstrategen wurde gestern von einem Briten behandelt, der sich als Salonbolschewist einen Namen machte, Stalin seinen Freund nennt, Kalinin alsweise und charmant" apo­strophiert und im übrigen sowohl an der sowjetischen Front wie im bolschewistischen Hinterland Bescheid weiß, wie selten ein anderer Brite.

Es handelt sich um Sir Stalsford Lripps, den ehe­maligen britischen Botschafter in Moskau, der sich wei­gerte. als Versorgungsminister in das Kabinett Chur­chill einzutreten, dafür aber jetzt in Bristol vor einem ausgewählten Publikum und bald darauf vor dem Mi­krophon des britischen Rundfunks zum englischen Volk sprach. Der Sinn seiner Rede war ein dringender Ap­pell am die Briten, den Bolschewisten auf jeden Fall zu helfen, dasie allein nicht siegen könnten!" Lripps führte einzelne Beispiele an, zog Vergleiche zwischen den britischen und sowjetischen Gewohnheiten und gab zum Schluß zu, daß alle Hoffnungen auf einen Erfolg der sowjetischen Winteroffenfive vollkommen gescheitert sind.

Die russischen Verluste sind schwer, und der Ver­schleiß an Munition, Flugzeugen und Panzern ist in der Tat sehr bedeutend. Wenn wir ihnen augenblicklich mit Männern nicht helfen können, so können und müssen wir ihnen mit Waffen jeder Art, mit Rohstoffen und Nahrungsmittel» helfen."

Es waren Reden, die gewiß nicht an dramatischen Wendungen Mangel litten. Cripps mußte gegen eine Auffassung ankämpfen die Churchills Illusionen, seine Lügen und seine unverschämten Verdrehungen britischer Niederlagen in Erfolge dem britischen Volk eingeimpft hatten. Cripps sagte:Seit meiner Rückkehr habe ich in England das Gefühl gehabt, daß der Sinn für die

Dringlichkeit der Lage fehlt. Vielleicht irre ich mich, aber ich habe das Empfinden, daß wir mit unseren Anstrengungen und unserer Entschlossenheit nicht ganz auf der Höhe sind."Ja", so sagte Cripps in seiner Rede in Bristol,es ist fast so als ob wir Zuschauer, nicht Mitspieler wären. Ich möchte dies mit dem Unter­schied vergleichen, der zwischen.einer Schar begeisterter Zuschauer bei chmem Fußballspiel und seiner Mannschaft besteht."

Cripps sprach nicht als Privatmann, und seine Worte waren nicht die Meinungen irgend eines x-beliebigen Briten, der nun plötzlich sein Herz für den Bolschewis­mus entdeckt hat. Hier sprach ein Mann mit festem Auf­trag aus Moskau:Kalinin betonte mir gegenüber die Gefahr einer übermäßigen Zuversicht unter den Massen des Volkes angesichts der sowjetischen Lage im Winter. England dürfe nicht nachlassen, Rußland zu helfen, und es dürfe nicht glauben, daß Rußland Deutschland allein besiegen kann, daß Rußland überhaupt ohne britischen Beistand bestehen käun". Diese Worte sind eine Banke­rotterklärung der sowjetischen Führung, die all ihre Hoffnungen auf die Winteroffensive setzte, die unter Aus­nutzung des Winters, dessen Strapazen der sowjetische Soldat mehr gewappnet sein sollte, einen Teil der deut­schen Divisionen im Osten aufreiben, die gesamte Front um Hunderte von Kilometern zurücktreiben und die An­griffsbasen der kommenden Frühjahrsoffensive zerschla­gen sollte. Es gelang nichts! Cripps sprach von den sowjetischen Befürchtungeneines neuen fürchterlichen Vlitzangriffes" der deutschen Führung, er betonte, die deutsche Armee sei stark genug, die Ossensive im Früh­jahr zu erneuern".

Cripps muß dann mit Windmühle-nflügeln kämpfen, mit jener britischen Gesinnung, auf die Churchill so sehr stolz ist, mit den Folgen derumgekehrten Siege", als welche ganz offensichtlich Katastrophen dem britischen Publikum serviert wurden. Cripps meint, die Sowjets hätten es wesentlich schwerer als die Briten:Es ist

unser aller Sache, darauf zu sehen, daß wir den uns zukommenden Anteil zur Niederringung der deutschen Frühjahrsoffensive übernehmen und durchführen. Ir­gendwelche Ideen, daß ein Höchsteinsatz jetzt nicht mehr nötig sei, und daß wir den Sowjets die Niederringung Deutschlands allein überlassen könnten, sind vollkom­men falsch. Die Lehre, die wir aus den jetzt im Gang befindlichen Kämpfen ziehen können, ist nicht die, daß wir nun den Russen weniger Hilfe zu leisten brauch­ten, sondern daß wir ihnen sogar noch mehr senden müssen, denn die russischen Verluste sind schwer". Cripps stellte seinen Hörern folgende Fragen:Können Sie mehr tun, als es im Augenblick der Fall ist? Sind Ihre Nöte und Opfer mit denen der sowjetischen Zivil­bevölkerung zu vergleichen, die Euren Kampf genau so auskämpft, wie Ihr ihre Schlacht ausfechtet? Machen wir hundertprozentige Anstrengungen?" Die Antwort? Wahr ist, daß unsere Totalproduktion lange nicht für alle Nachfragen genügt, wäre dies aber der Fall ge­wesen, so brauchten wir jetzt nicht in Afrika zurück­gehen." Mister Cripps ist empört über die alte britische Taktik, fremde Völker für sich kämpfen, Hilfstruppen für sich verbluten zu lassen und jetzt noch nicht einmal den Arbeitseinsatz wenigstens so zu steigern, daß hier ein entsprechendes Aequivalent geschaffen wird.

Ich glaube aber nicht", so fuhr Cripps fort und gab seiner Rede das Gesicht der Verhimmelung des Bolsche­wismus,daß das Land in seiner Gesamtheit die ge­ringsten Vorbehalte bezüglich des Wunsches nach Freund­schaft mit der Sowjetunion macht. Es gibt aber immer noch Leute, die das unter überlebten Gesichtspunkten nicht einsehen. Man darf nicht dulde», daß solche Leute unsere Beziehungen zur Sowjetunion in negativer Weise beeinflussen. Entweder sind wir mit den Sowjets bei der Kontrolle Europas verbündet, oder wir stürzen die Welt wieder ins Chaos!" Zu diesem Teil der Rede ist jeder Kommentar überflüssig, so deutlich ist der von London erfolgte Verkauf von Europa seit langer Zeit nicht mehr festgestellt worden.

Diesseits und jenseits der Demarkationslinie

Die kühn, mit militärischer Sachlichkeit mitten durch Frankreich gezogene Linie, die das Operationsgelbiet vom restlichen Land trennt, ist und bleibt für den Franzosen natürlich ein Fremdkörper, zumal die liebe r- schreitung der Linie ziemliche Schwierigkeiten bereitet und nicht jedem gelingt; aber auch an Fremdkörper gewöhnt man sich. Die umständliche Bezeichnung liZns äs äsinaroation" ist auf die BuchstabenI-. O." zusammengeschrumpft, und die beiden Hälften des Lan­des heißen längst2. 0." (2ons oeeupss) und2. dl." (2ons non oscupss, woraus im Sprachgebrauch auch das markanterenono" geworden ist). Diese äußerliche Gewöhnung, die durch den freien Geld- und Warenver­kehr noch erleichtert wurde, verhindert jedoch nicht, daß in beiden ungleichen Hälften des Landes sich manche Verschiedenheiten herausbilden. Wenn auch im besetzten Gebiet die französische Verwaltung wieder eingesetzt wurde, so kann doch die Anwesenheit so vieler Deutscher an der Bevölkerung nicht spurlos vorübergehen. Allein durch ihre vorbildliche Haltung färben die deutschen Soldaten irgendwie ab. Außerdem hat diewirtschaf t- liche deutsch-französische Zusammenarbeit, die haupt­sächlich das besetzte Gebiet umfaßt, ein früher noch nie­mals erreichtes Ausmaß angenommen. Dies bedingt natürlich auch den Zuzug vieler deutscher Zivilisten,

so daß beispielsweise Paris eine zivile deutsche Kolonio hat, die aus rund hunderttausend Personen geschätzt

wird. , .

Diese vielen soldatischen und zivilen Deutschen brin­gen Ordnungssinn, Arbeitseifer, Organisationsleiden-

schaft mit, Eigenschaften, die nicht gerade typisch fran­zösisch sind, die aber so suggestiv wirken und sich auch so bewähren, daß sie gewohnheitsmäßig nach und nach übernommen werden. DerFlik" (Schutzmann), der den Verkehr regelt, ähnelt in seiner Haltung schon dem Schupo, während man vor dem Kriege kaum ahnen konnte, warum jener eigentlich auf seinem Posten stand. Der Telephonbetrieb, der vor dem Kriege eine leidige Angelegenheit war und es in derNono" heute noch ist, klappt in einem Ausmaß, daß das Telephon schon ein nützliches Werkzeug zu werden beginnt. Sekretä­rinnen in französischen Betrieben, die früher über ihren Schönheitskult nicht hinauskamen, haben jetzt schon einen Auslug von Fixigkeit und Interessiertheit, der uns anheimelt. Natürlich wächst auch der Gebrauch der deutschen Sprache in steiler Kurve, und es gilt schon längst nicht mehr als verächtlich oder gar alsgefähr­lich", deutsch zu sprechen.

Alle diese oft tiefgehenden Veränderungen erfährt das unbesetzte Gebiet natürlich nicht. Hier wird der Krieg mehr mit einer lähmenden, abwartenden Stumpfheit er­tragen, während im beisetzten Gebiet schon die erwachende Zukunft spürbar wird, und der Ruf der neuen Zeit an­klingt. Am deutlichsten ist dies an der innerpolitischen Aktivität zu erkennen. Im besetzten Gebiet sind zahllose Kräfte am Werk, die den neuen Staat bauen wollen. Neue Organisationen aller Art entstehen, werben, ent­wickeln Programme, die sich sehr ähnlich sind mid alle ein klares Bild von einem autoritären, von Juden, Frei­maurern und Kommunisten gereinigten Frankreich aufzeichnen, einem Frankreich, das ein wertvolles Glied der europäischen Gemeinschaft und ein aufrichtiger Freund und Nachbar Deutschlands sein will. Die Presse greift alle diese Fragen auf und sucht die neuen Gedan­ken mit Eifer in die Köpfe der Leser einzuhämmern. Mehrmals hat die Regierung von sich aus versucht, das Feuer der Begeisterung für einenationale Revolution" anzublasen; aber es mußte schließlich dabei bleiben, daß der Frontkämpferlegian die Propaganda van Amts wegen übertragen wurde, ohne daß nun der Trieb zur Neuge­staltung des völkischen Lebens in größerem Ausmaß Wurzel schlagen will. Es fehlt eben in derNono" die enge Berührung mit der deutschen Dynamik; es fehlt aber auch Paris, nicht so sehr als Hauptstadt und Ver­waltungszentrum, sondern vor allem als geistiger Mit­telpunkt und Sitz der Intelligenz, zu dem diese Stadt in Jahrhunderten zum Schaden Frankreichs herange,züchtet wurde, ein Zustand, den das geistig dezentralisierte Deutschland glücklicherweise zu vermeiden immer verstan­den hat. Es ist daher auch kein Zufall, daß der Gedanke, eine französische Freiwilligenlegion an die Ostfront zu schicken, in Paris entstanden ist und hier sofort mit Be­geisterung aufgegriffen wurde. Erst von Paris aus wurde die Fackel in die leblose Provinz und dieNono" ge­tragen; hier aber mußte der gleiche Gedanke der im be-

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An der Donezfront erlitten die Sowjets schwer« Verluste.

In der Marmarica wurden feindliche Fahrzeug­kolonnen zersprengt.

Japanische Streitkräfte sind auf der Insel Singa­pur gelandet und haben bereits die äußersten Ver­teidigungslinien durchstoßen.

Der Führer ernannte Eeneralbauinspektor Speer zum Nachfolger des Reichsministers Dr. Todt.

Der Moskowiterfreund Cripps bestätigte die fort­schreitende Bolschcwisierung Englands.

Der Reichssührer-tl und Chef der Deutschen Polizei hat wiederum die deutsche Polizei und ihre Hilfs­organisationen zur Durchführung desTages der Deutschen Polizei" aufgerufen.