Ausgabe 
(3.2.1942) Nr. 34
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parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Zreien fjonsestadt Bremen

der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkündungsblatt des Neichsstattisalters in Oldenburg und Bremen

Nr. Z4 , 12. Zadrgang

vienstag, Z. Februar 1942

tinzelpreis 15 Npf.

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Neichsmarfchall Göring in Italien

Besprechungen mit Mussolini / Mehrtägiger Besuch der deutschen Luftwaffen-Verbände aus Sizilien

litt dtie$ moh den Jtod!

Borte und kl Mar besetzt

Aus dem Führer Hauptquartier, 2. Fe­bruar. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be­kannt: „Im Südabschnitt der Ostfront kam es trotz hef­tiger Schneestürme wiederum zu starker Kampftätigkeit. Im mittleren und nördlichen Frontabschnitt wurden zahlreiche Angriffe des Feindes zurückgeschlagen. Artil­lerie des Heeres nahm kriegswichtige Jndustriewerke in Leningrad unter wirksames Feuer. Vor der eng­lischen Südostküste erzielten deutsche Kampfflugzeuge Bombentreffer auf drei größeren Handelsschiffen, dar­unter einem Tanker. — In der Cyrenaika besetzten Ver­bände der Panzerarmee Afrika B a r c e und E l Abiar. Kampfverbände der Luftwaffe unterstützten die Verfolgungskämpfe und warfen Materiallager des Feindes bei Marsa Matruk.in Brand. — Deutsche Un­terseeboote versenkten vor der Küste Kanadas einen Zerstörer, westlich Gibraltar eine Korvette, an der Küste der Cyrenaika und vor Murmansk je ein Bewachungs­fahrzeug. — Lu der Zeit vom 24. bis 30. Januar verlor die Sowjetische Luftwaffe 164 Flugzeuge, davon wurden 94 in Luftkämpfen und 13 durch Flakartillerie abge­schossen, der Rest am Boden, zerstört. Während der glei­chen Zeit gingen an der Ostfront 33 eigene Flugzeuge verloren."

Starke Verbände der deutschen Luftwaffe bewiesen in den letzten 24 Stunden über dem gesamten Mittelmeer­raum erneut ihre Ueberlegenheit über die Briten. Auf der Insel Malta und in Nordafrika wurden verschiedene

öruppe des Jagdgeschwaders Mölders errang 700. Cuftfieg

Berlin, 2. Februar. Eine Gruppe des Jagdgeschwaders Mölders errang vor kurzer Zeit ihren 700. Luftsieg. Damit haben die Angehörigen dieser Gruppe die Ver­pflichtung der von ihnen getragenen ruhmreichen Tra­dition weitgehend erfüllt. Die Anerkennung des Kom­mandierenden Generals des Fliegerkorps, dem die Gruppe unterstellt ist, wird den Jagdfliegern neuer An­sporn sein, wenn er sagt: „Alle heldischen Eigenschaften, die Oberst Mölders selbst in ungeheurem Matze be­sessen hat, hat er in die Herzen seiner Jagdflieger ge­pflanzt. Diesen Soldatentugenden und damit ihrem toten Kommodore verdankt auch die Gruppe des Jagd­geschwaders Mölders ihren stolzen Erfolg."

Berlin, 2. Februar. Der Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches befindet sich seit dem 27. Januar in Italien. Am 28. Januar hatte der Reichsmarschall eine mehrstündige Unterredung mit dem Duce. Seine Majestät der König und Kaiser empfing am 29. Januar Reichsmarschall Göring. Am Abend des 29. Januar begab sich der Reichsmarschall von Rom nach Süditalien und besuchte auf Sizilien vom 30. Januar bis 1. Februar seine dort liegenden Luftwaffenverbände, um sich von deren Einsatzbereitschaft und Schlagkraft zu überzeugen. - Reichsmarschall Göring kehrte am 2. Februar zu weiteren Besprechungen nach Rom zurück.

feindliche Flugstützpunkte angegriffen und wirksam bom­bardiert. Unsere Besatzungen zerstörten 13 britische Flug­zeuge am Boden, während eine größere Anzahl erheb­liche Beschädigungen erhielt; auch in Unterkunstsräu­men, Baracken und auf den Rollfeldern wurden umfang­reiche Zerstörungen angerichtet. Deutsche Kampfflieger unternahmen am Wochenende ausgedehnte Flüge über dem nordafrikanischen Kampfgebiet. Die Einsätze er­streckten sich dabei bis weit nach Aegypten, wo mehrere militärische Ziele bombardiert wurden. Ein großes

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Nachschublager der Briten an der ägyptischen Küste, das der Versorgung ihrer in der Cyrenaika stehenden Trup­pen dient, wurde überraschend angegriffen. Die Bomben lagen in den einzelnen Zielen, uyd heftige Explosionen mit rasch um sich greifenden Bränden zeigten die Wir­kung. Bei den wirkungslosen Angriffen britischer Bom­ber in den gestrigen Nachtstunden an der Küste der besetzten Westgebiete verlpr der Feind nach eigener

Angabe vier Bomber. Ein weiteres britisches Bomben­flugzeug stürzte am Tage vor der holländischen Küste ins Meer.

vie wirksamen Operationen unserer U-Voote

Berlin, 2. Februar. Während deutsche Untersee­boote dicht an der Küste der USA. und Kanadas ihre todbringenden Torpedos gegen die nordamerikanischen Handelsschiffe abschießen, sind andere Boote der gleichen Waffe gleichzeitig im östlichen Atlantik, im Mittelmeer und in der Barents-See erfolgreich tätig. Mit der Ver­senkung eines Zerstörers, einer Korvette und zweier Bewacher wird bewiesen, daß die deutsche Kriegsmarine ihre Angriffe nicht nur gegen die feindliche Han­delstonnage, sondern insbesondere auch gegen die Sicherungsfahrzeuge richtet.

Nachdem die Gefährdung der britischen und nord- amerikanischen Eeleitzüge durch deutsche Unterseeboote eine erhebliche Verstärkung des Geleitschutzes not­wendig gemacht hat, bedeutet der Ausfall jedes Cicherungsfahrzeuges eine Schwächung der Abwehr seitens der Eeleitzüge. Die Verminderung der feind­lichen Sicherungsstrettkräfte fällt aber um so schwerer ins Gewicht, als die Briten schon jetzt, wo der ost­asiatische Krieg ihre Kräfte aufs höchste beansprucht, kaum mehr in der Lage sind, in allen Kampfgebieten gleichmäßig starke und wirkungsvolle Schutzmaßnahmen zu treffen. Besonders eindrucksvoll ist hierbei die Tat­sache, daß deutsche Unterseeboote zur gleichen Zeit in einem Seegebiet, das durch drei markante Punkte ge­kennzeichnet wird und dessen einzelne Entfernungen Zehntausende von Seemeilen ausmachen, operieren. Die Versenkung eines Bewachers an der Küste der Cyrenaika beweist, daß unsere Unterseeboote ebenso wie die deutsche Luftwaffe mit den deutsch-italienischen Truppen des Generalobersten Rommel in Afrika erfolgreich Zu­sammenwirken.

Sie Zitadelle des kmplre belagert und lillflos

keine Hoffnung mehr für Singapur , britische fingst auch um Burma / sschungking mit Isolierung bedroht Bemonstrationsvorstoß der USfi.-parifikstolte, Japans stählerner Schirm

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

dr. w. sch. Berlin, 2. Februar. Die japanische Agentur Domei veröffentlicht die ersten Berichte, die aus Johur Bahru, wenig mehr als einen Kilometer von der Jnselfestung Singapur getrennt, datiert sind. Auf der andern Seite geben englische und amerikanische Be­richte eine Beschreibung über den ersten Belagerungs­tag in Singapur.

„Die großen Geschütze dieser Jnselfestung traten am Sonntag zum ersten Mal in Tätigkeit." Es wird daran erinnert, daß die Festungsanlagen der Insel seit ihrer Erbauung nie zu ernsteren Zwecken als zu Manövern benutzt wurden. So war es wohl auch für alle Zukunft gedacht. Als die Briten sich entschlossen, einen Betrag, der umgerechnet einer Milliarde Reichsmark gleich­kommt, für die Festungsanlagen von Sigapur auszu- werfen, wollten sie eine Bastion schaffen, die schon durch ihr bloßes Dasein nach dem Prinzip der „tlset in bsin^" wirken sollte. In ihren schlimmsten Träumen kamen die Briten nicht aus den Gedanken, daß jemals ein Feind wagen würde, Singapur anzugreifen, Noch absurder er­schien ihnen die Idee — Churchill hat das in seiner letzten Rede besonders unterstrichen —, daß ein Gegner von der Landseite her.an Singapur herankommen könnte.

Die Japaner haben in weniger als zwei Monaten alle britischen und nordamerikanischen Berechnungen vollkommen über den Haufen geworfen. „Singapur be­lagert" — das bedeutet für den normalen Briten einen Sturz aus allen Himmeln und eine Umwer­tung aller Werte. Der Londoner Korrespondent von „Dagens Nyheter" dürfte die Stimmung in England einigermaßen treffend spiegeln, wenn er schreibt, daß Singapur allzusehr den Charakter eines Symbols der Größe des britischen Empire bekommen habe, als daß sich die Öffentlichkeit so leicht mit dem Verlust dieses Stützpunktes abfinden könnte.

Die Hoffnungen, die man sich in England im Hin­blick auf die Verteidigungskraft der Jnfelbastion noch macht, sind mehr als dürftig. Man spricht von der Zeit als einem wichtigen Faktor. „Die Verteidiger treten nun in die zweite Phase ihres Kampfes, in dem es gilt, Zeit zu gewinnen." Der „Daily Telegraph" deutet die sieghafte und geniale Kühnheit der japanischen Krieg­führung als das waghalsigste Spiel mit dem Kriegs­glück, das in der Geschichte bekannt sei. Wenn, so meint das Blatt, die Flut zurückkehre, so werde dieses Glücks­spiel sein Ende finden, und sie werde dann zurückkehren, wenn die britische und die amerikanische Marine voll Ihre ungeheuren Kräfte einsetzen werde. Ungeheure Kräfte, wenn wir recht unterrichtet sind, waren sie wohl einmal) sie sind aber längst bei Pearl Harbour

und vor Malakka ausgelöscht worden. Die „Times" ist darum auch stärker von Zweifeln geplagt. Sie meint, es sei eine mühevolle, gefährliche und zeitraubende Auf­gabe. neue Truppen und Flugzeuge in das Operations­gebiet zu schaffen, weil die Verbindungswege genau so bedroht seien wie die Stützpunkte selbst. Es werde günstigenfalls lange Zeit dauern, bis England und die USA. wieder ausreichende Kräfte sammeln könn­ten. Darüber ist man sich in England auch klar, daß „Japan alles daran setzen wird, um das Heu herein­zubringen. solange die Sonne scheint". Auf der gleichen pessimistischen Linie sagt der „Manchester Guardian": „Wir müssen gestehen, daß die Aufhebung der Be­lagerung in weiter Ferne liegt, und daß eine Kapi­tulation unvermeidlich sein wird, wenn es nicht gelingt, den llnterstützungsstrom weiter aufrecht zu erhalten.

All diese Spekulationen gehen noch von der vor­läufigen in nichts begründeten Annahme aus. daß die Japaner sich mit einer einfachen Belagerung mit dem Ziel der Aushungerung, zufriedengeben werden; danach sieht es aber vorläufig gar nicht aus! Reuter ver­breitet düstere Ahnungen mit der Meldung aus Singa­pur, nach der starke japanische Truppenbewegungen in südlicher Richtung auf dem Festland von Malakka fest­gestellt wurden. Nach amerikanischen Meldungen berei­ten die Japaner den Generalangriff durch den Ausbau starker Stellungen an der Straße von Johur vor. Die Granaten der schweren japanischen Artillerie und die Bomben der Kampfflugzeuge senken sich in ununter­brochener Folge auf die Festung Singapur, die mehr als ein Jahrhundert lang die Zitadelle des britischen Empire in Ostasien war! „Singapurs Stolz", das 50 000 Tonnen große Schwimmdock, das in zwei Teilen von England um das Kap herum nach Singapur ge­schleppt wurde, um dort auch die mächtigsten Cchlncht- schiffe aufnehmen zu können und den Weg zur Repara­tur oder Ueberholung nach Malta zu ersparen, wurde bereits von der japanischen Heeresluftwaffe versenkt. In aufeinanderfolgenden Massenangriffen der Luftwaffe wurde der Kriegshafen S e l e t a r schwer mitgenommen. Bomben fielen auf Befestigungsanlagen im Süden der Insel und auf Munitionslager. Der Sender Singapur hat seine Sendungen ohne Erklärung eingestellt. Ein japanischen PK.-Bericht vom ersten in Johur ein­gedrungenen Vortrupp schildert dessen Ueberzeugung: „Wir Soldaten können uns des Eindrucks nicht er­wehren, daß angesichts der riesigen japanischen Verstär­kungen das Schicksal Singapurs besiegelt ist."

Strategisch ist das Gibraltar des Ostens von den Engländern selbstverständlich schon abgeschrieben. Das gibt die „Times" mit ganz offenen und dürren Wor­

ten zu: „Obgleich kein einziger japanischer Soldat seinen Fuß auf die Insel Singapur gesetzt hat, ist der positive Wert der Marinebasis, die auf der Nordseite der Insel liegt, verloren. Es war schon seit einiger Zeit offenbar, daß es für größere Marineverbände unmöglich sein werde, sich dort zu versammeln. Mit den strate­gischen Auswirkungen beschäftigt sich in höchst besorgter Weise der britische Generalmajor Füller. Er befürchtet, daß die Japaner nach Eroberung Singapurs den Versuch machen würden, ganz Holländisch-Ostindien zu er­obern und dann auch die potentiellen englischen und amerikanischen Stützpunkte bis zum Indischen Ozean zu bedrohen." Falls Singapur fallen würde, muß England mit absoluter Notwendigkeit die voll­ständige Kontrolle über das Mittelmeer zu ge­winnen versuchen, das im Falle der Unterbrechung der Kaplinie der einzige Weg Großbritanniens nach dem Mittleren Osten bleibt". Gegenüber diesem Versuch wer­den dann ja auch noch andere Leute, vor allem unsere U-Vootkommandanten im Mittelmeer, ein Wort mit­zureden haben. Nach schwedischen Meldungen aus Lon­don vermutet man nach dem Fall von Singapur japa­nische Pläne, die auf ein Abschneiden der Inselverb^y- dungen für die Streitkräfte der anglo-amerikanischen Kriegführung untereinander zielen und eine australische Gruppe im Osten und eine indisch-chinesische im Westen schaffen würden. Die Befürchtungen gehen vor allem in der Richtung, daß Japan seine ganze militärische Kraft dann gegen die indisch-chinesische Front einsetzen werde, von der allein aus eine alliierte Land- offensive theoretisch vorstellbar wäre.

So kommt zur britischen Angst um Singapur die um Burma. Auch hier hinken die sorgenvollen Betrach­tungen der Gegner schon hinter den militärisch ge­schaffenen Tatsachen her. In der Mitteilung des ja­panischen Hauptquartiers über die Besetzung Mulmeins heißt es, daß mit dem Fall dieser Stadt, die nur 160 Kilometer östlich von Rangun liegt, die praktische Benutzung der Burmastraße für den Transport von Kriegsmaterial für Tschungking ihr Ende erreicht hat! In Tschungking wird man den Sinn dieser Fest­stellung schon verstehen.

Dort haben sich in letzter Zeit die Stimmen der Kritik an England und an den Vereinigten Staaten immer lauter Geltung zu schaffen versucht. Sie weisen auf den kommenden Zeitpunkt hin, an dem man in Tschung­king neue Erwägungen anstellen muß. .Tokio Nitschi Nitschi" zufolge macht sich in der Hauptstadt Tschiang- keischeks zunehmend eine Stimmung bemerkbar, die darauf zielt, die zur Hilfeleistung für England nach Burma entsandten Truppen zurückzuziehen.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Berlin, 2. Februar. Aus einer Reihe von Briefen, die dem Reichsminister Dr. Goebbels im Zusammen­hang mit seiner Artikelserie im „Reich" zum Thema der Feindpropaganda von den Soldaten zugingen, veröffentlichen wir nachfolgend in einem kurzen Aus­zug einen besonders bemerkenswerten.

Osten, den 10. Januar 1942.

Verehrter Herr Reichsminister!

Verzeihen Sie, wenn ich heute Ihre kostbare Zeit, die doch ausschließlich Ihrem deutschen Volke gehört, mit einem Brief in Anspruch nehme. Doch es drängt mich. Ihnen als Stimme der Front gleichsam zum Thema der Feindpropaganda einiges zu schreiben. Als zu Beginn dieses unseres deutschen — ja europäischen — Freiheits­krieges die Bestimmungen über das Abhören ausländi­scher Sender bekanntgegeben wurden, habe ich, offen ge­standen, die darin enthaltenen Maßnahmen nicht ganz verstehen können. Manches erschien mir als eine gewisis Härte, ich möchte fast sagen, als Einschränkung persön­licher Freiheit.

Dazwischen ist nun der Krieg gekommen. Er hat uns die einmalige geschichtliche Ueberlegenheit des Feld- herrntums unseres Führers klar vor Augen geführt. Er hat uns den Heldenhaften Geist des deutschen Soldaten und seiner Führung ebenso bewiesen wie die Ueber­legenheit unserer deutschen Waffen, die daheim der deutsche Arbeiter in enger Verbundenheit mit seinen Soldaten geschaffen hat. Er hat uns aber noch etwas anderes gezeigt, und zwar gerade uns Soldaten, dis wir das „Glück und die Ehre haben, in den vordersten Reihen kämpfen zu dürfen. Die ganze Verlogenheit und Niedertracht der feindlichen Propaganda, sei es seiner­zeit der polnischen oder aber besonders der englischen und ihrer, womöglich noch verlogeneren, noch dümmeren Schülerin, der russischen. Wir haben es erlebt, daß zu Beginn des Feldzuges gegen die Sowjets, gleich nach dem Fall von Luzk, der Gegner in Flugblättern und durch den Rundfunk die Zerschlagung, ja Vernichtung unserer Panzerdivision bekanntgab. Dies eben in dem Augenblick, in dem die gleiche Division über Rowno und Shitomir in kühnem Vorstoß jeden Widerstand brechend bis vor die Tore Kiews vorstieß. Seitdem wurde die gleiche Division mindestens vier- bis fünfmal „geschlagen und ebenso oft vernichtet". Allerdings immer gerade in dem Augenblick, in dem sie in Wirk­lichkeit zu einem neuen vernichtenden Stoß gegen den Gegner ansetzte oder einen solchen gerade vollendet hatte. Diese Zerschlagung bestand nämlich einzig und allein in den Hirnen russisch-englischer Nachrichten'fälscher und in den Zeitungs- und Rundfunk-,,Reportagen" dieser Frontberichter, die die wahre Front noch nie gesehen und ihren Donner nur aus Entfernungen gehört haben, in die sich noch keine, auch nicht die weiteste Granats verirrt hat.

„Das ist ein Beispiel unter Hunderttausenden. Ich könnte beliebig viele andere solcher Beüspiele auf- zählen, und es gibt wohl kaum einen Soldaten der Ostfront, der nicht mehr als einmal Aehnliches aus eigener Anschauung ken.iengelernt hätte. In jedem Falle aber konnten wir uns vom glatten, einwand­freien Gegenteil dessen überzeugen, was da gegen den leichtgläubigen Deutschen losgelassen wurde. Was aber ist der Zweck solcher aus der Luft gegriffenen „Nach­richten:? Es geht den Feinden darum, von innen her, aus das deutsche Volk zu zersetzen, um damit zu er­reichen. was sie mit den Waffen bisher «och nie erreich­ten und auch nie erreichen weiden. Wie aber kommen sie bei diesem Kampf gegen das Reich, das sie als Vor­bild der Ordnung und des Aufbaues fürchten mutzten, auf so ausgefallene, zu oft unsinnige Lügen, mit denen sie doch normalerweise Gefahr laufen mußten, als Lüg­ner erkannt zu werden und der Lächerlichkeit anheim­zufallen?

Einer der Gründe dafür mag wohl der sein, daß es ihnen einmal gelungen ist, mit einer solchen Lügen­propaganda das deutsche Volk in entscheidender Stunde innerlich zu entzweien. Um den zweiten Grund zu er­kennen, muß ich etwas weiter ausholen. Jeder er­innert sich des Wortes vom „fair p l a y", das dis Engländer vor dem Kriege mit einem geradezu er­staunlichen Aufwand über die Erde verbreiteten und worunter sie die Anständigkeit, das Spiel mit offenen Karten verstanden oder zumindest von den anderen verstanden wissen wollten. Auch und gerade nach Deutschland drang dieses Märchen vom „fair play".

Unser Tagesspiegel

Seit einigen Tagen befindet sich der Reichsmarschall zu Besprechungen in Italien.

Deutsch-italienische Truppen besetzten i« Nord» afrika Barce und El Abiar.

Vor der Küste Kanadas versenkte« deutsche U-Bootq einen amerikanischen Zerstörer.

Auf Schiffe vor der englischen Südostküste erzieltes deutsche Flugzeuge mehrere Bombentrefser. Mulmein ist von den Japanern besetzt worden. Singapur liegt unter dem Feuer der japanischen Truppen.

Gauleiter Reichsstatthalter Röver hat einen „Kunst­preis des Gaues Weser-Ems" gestiftet.

Das Hauptamt für Volkswohlfahrt im Gau Weser- Ems führte für die Wirtschaftsleiterinnen der NSV. einen Lehrgang durch.

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