Ausgabe 
(28.1.1942) Nr. 28
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parteiamtliche Lageszeitung

vas Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zreien fjansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Bremens

flmtliäses Verkündungsblatt des Beichsstattkalters in Oldenburg und Bremen

Nr. 28 , 12. Jakrgang

Mittwoch, 28. Januar 1942

kinzelpreis 13 Bps.

rrsooo VNI. in USst-Sewälsem versenkt

deutsche U-doste erledigten an Nooseoelts Küsten weitere 12 feindliche kandelsdampser mit insgesamt WZ000 VM./Vernichtung des britischen SchlachtschiffesSarkom" bestütigt

Aus dem Führerhauptquartier, 27. Jan. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:Im Osten fügten die deutschen Truppe» in andauernden harten Kämpfen dem Feinde erneute schwere Verluste an Menschen und Material zu. Die Luftwaffe unter­stützte diese Kämpfe trotz schwieriger Wetterlage. Die Beschießung kriegswichtiger Ziele in Leningrad wurde fortgesetzt. Wie durch Sondermeldung bekannt­gegeben, versenkten deutsche Unterseeboote an der nord- amerikanischen und kanadischen Küste in Fortsetzung ih­rer Angriffe auf die feindliche Schiffahrt in diesen Ge­wässern weitere zwölf Handelsschiffe mit zusammen 1V3 vvü VRT., darunter sechs große Tanker. Bei diesen Angriffen war das Unterseeboot des Korvettenkapitäns Zapp besonders erfolgreich. Seit ihrem am 24. Ja­nuar gemeldeten ersten Auftreten am Westrande des Atlantischen Ozeans haben unsere Unterseeboote damit dreißig feindliche Handelsschiffe mit zusammen 228 vvü BRT. versenkt. Kampfflugzeuge, die zu bewaffneter Auf, klärung eingesetzt waren, griffen 'militärische Anlagen an der schottischen Ostküste und in Südwest-England an.

In Nordafrika hat sich die Beute der deutsch-italieni­schen Truppen in den Kämpfen vom 21. bis 25. Januar auf 283 Panzerfahrzeuge, 127 Geschütze und 583 Kraft- wagen erhöht; außerdem wurde zahlreiches sonstiges Kriegsmaterial erbeutet. Durch Einheiten des Heeres wurden 28, durch Einheiten der Luftwaffe 12 britische Flugzeuge abgeschossen oder am Boden zerstört. In den Gewässern um Malta erzielten deutsche Kampfflugzeuge Bombenvolltreffer auf einem britischen Zerstörer. Ein größeres feindliches Handelsschiff wurde schwer ge­troffen. Luftangriffe aus Flug- und Seestützpunkte der Insel Malta wurden bei Tag und Nacht fortgesetzt. Britische Bomber warfen in der letzten Nacht Spreng- und Brandbomben auf einige Orte Nordwestdeutfchlapds. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an Toten und Ver­letzten. Einzelne Flugzeuge drangen bis in die weitere Umgebung der Reichshauptstadt vor. Drei der angreifen­den Bomber wurden abgeschossen.

Wie im Wehrmachtsbericht vom 26. 11. gemeldet wurde, griff ein deutsches Unterseeboot unter Führung des Kapitänleutnants Freiherr von Tiesenhusen vor Sollum ein britisches Schlachtschiff an und beschä digte es schwer durch Torpedotresser. Wie inzwischen fest gestellt werden konnte, handelt es sich um das Schlacht schiffVarham«, das nach drei Torpedotreffern gesun ken ist.«

lilurchM kann nicht umstin ...

Stockholm, 27. Januar. Im Anschluß an den deutschen Wehrmachtbericht vom 27. 1. sieht sich die britische Admiralität nunmehr endlich gezwungen, die Versenkung des SchlachtschiffesBarham" zuzugeben. In lakonischer Kürze meldet der englische Nachrichten­dienst am Dienstagnachmittag:Die britische Admira­lität gibt soeben die Versenkung des britischen Schlacht­schiffesVarham« zu."

siie die Versenkung des SchlachtschiffesVorkam

Aus dem Fllhrerhauptquartier, 27. Ja­nuar. Der Führer hat dem Kommandanten des U- Vootes, das am 25. November 1841 vor Sollum das SchlachtschiffParham« versenkte, Kapitänleutnant Freiherr von Tiesenhusen» das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen.

Der Führer verlieh ferner das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzess an: jj-Oberführer Fritz von

Scholz, Kommandeur eines jj-Regiments, Oberst Curt Jesser, Kommandeur eines Panzerregiments,

-Obersturmführer Helmut Pfoertner, Zugführer in einem ^-Regiment.

Der amtliche Bericht der britischen Admiralität lautet: Die Admiralität bedauert bekanntgeben zu müssen, daß dieBarham". die die Flagge Vizeadmirals Pridhams, des Vizekommandanten der Mittelmeerflotte, trug, ver­senkt worden ist. Vizeadmiral Pridham ist in Sicher­heit, Kapitän Cooke, der Kommandant derBarham", kam ums Leben. DieBarham" wurde am 25. No­vember vorigen Jahres versenkt. Die nächsten Angehö­rigen der Opfer wurden unterrichtet, der Verlust des Schiffes jedoch nicht bekanntgegeben, denn es war da­mals augenscheinlich, daß der Feind nicht wußte, daß dieses Schiff veksenkt war. Es war wichtig, gewisse Dis­positionen zu treffen, bevor der Verlust dieses Schiffes veröffentlicht wurde. Der deutsche Rundfunk hat zu ge­wissen Zeiten Erklärungen abgegeben, mit der Absicht, die Bekanntgabe zu erzwingen, daß das Schlachtschiff derQueen Elizabeth-Klasse", das er getroffen zu haben behauptete, wirklich versenkt war. Diese Bestätigung wurde dem Feind aus oben erwähnten Gründen ver­weigert. Es liegt jedoch auf der Hand, daß er jetzt davon unterrichtet ist, daß dieBarham" versenkt wurde."

Aus dieser gewundenen Erklärung der britischen Ad­miralität geht klar hervor, daß Churchill die Absicht hatte, diesen schweren Verlust der englischen Flotte nach bewährtem Muster völlig zu verschweigen. Es mußte erst die eindeutige Feststellung des deutschen Oberkom­mandos der Wehrmacht kommen, um den Lügenlord zum Eingeständnis der vollen Wahrheit zu zwingen.

*

Das britische Schlachtschiff ,Varham", über dessen Schicksal der deutsche Wshrmachtsbericht Klarheit ge­schaffen hat, und dessen Verlust nun auch die britische Admiralität zugibt, war schon vor dem November 1941 einmal das Ziel eines deutschen Unterseebootes ge­wesen. Am 25. Dezember 1939 erzielte das Boot des Kapitänleutnants Lemp einen Torpedotreffer. Der Fangschuß konnte dem englischen Schlachtschiff nicht gegeben werden, da das U-Boot mit diesem Treffer seinen letzten Torpedo verschossen hatt«. Churchill leug­nete die schwere Beschädigung derBarham", die damals im deutschen Wehrmachtsbericht mitgeteilt wurde. Am

schiff an dem Ueberfall der Briten auf den westafrika- nischen Hafen Dakar teil. Dort erhielt es von dem französischen SchlachtschiffRichelieu" mehrere schwere Treffer und fiel wieder für einige Zeit aus. Kapitän- leutnant von Tiesenhusen hat nun vollenden können, was der inzwischen gefallene Ritterkreuzträger, Kapitän­leutnant Lemp, begonnen hatte. Die drei' Torpedotreffer vor Sollum haben das SchlachtschiffBarham" auf den Meeresgrund geschickt.

Nach dem Verlust der SchlachtschiffeRoyal Oak", Hood",Prince of Wales" undRepulse" ist es Churchill sicher besonders bitter geworden, jetzt die Varham" nicht länger verschweigen zu können. Die Zeiten haben sich geändert: Im ersten Weltkrieg war es dem gleichen Churchil^möglich, das am 27. Oktober 1914 versenkte SchlachtschiffAudacious" bis zum November 1918 zu verleugnen, obwohl dem Untergang Hunderte von Seeleuten und Zivilisten, die an Bord anderer Schiffe, insbesondere des PassagierdampfersOlympic" waren, zugesehen hatten. Mit den Schlachtschiffen sinkt das Ansehen der britischen Flotte. Churchill mag die Er­kenntnis dieser Wahrheit jeweils um ein paar Wochen hinauszuzögern suchen, angesichts der tatsächlichen Be­deutung der Schlachtschiffverluste wirkt seine abge­brauchte Lügentaktik vor einer hellhörig gewordenen Welt nur um so kläglicher.

Das SchlachtschiffBarham" war Ende 1914 vom Stapel gelaufen. Es hatte eine Wasserverdrängung von 31100 Tonnen sowie eine Besatzung von 1180 Mann. Die Bewaffnung bestand aus acht 38,1-, zwölf 15,2- und acht 10,2-Zentimeter-Eeschützen. Letztere dienten wie vier 4,7- und sechzehn 4-Zentimeter-Eeschütze der Luftabwehr. Das Schlachtschiff hatte außerdem eine Flugzeugschleu­der an Bord und bei einem Umbau neue Feuerleit- anlagen sowie Torpedowulste erhalten. Es galt als eine besonders geglückte Konstruktion, die allerdings die drei deutschen Torpedotresser nicht ausgehalten hat.

38 Schiffe IN 1S sagen .

winklige Schlage gegen die USst.-Nüsiungsindustrie empfindlicher Verlust von neun Bankern

. Berlin, 27. Januar. Die deutschen Untersee- boots-Ersolge an der nordamerikanischen Küste, die zur Versenkung von bisher 3K Schiffen mit 228 VVÜ VRT. geführt haben, sind ein wuchtiger Schlag gegen die Rüstungsindustrie der Vereinigten Staaten. Nach den Bekanntgaben des USA.-Schisfahrts-Amtes vor dem offenen Kriegszustand ist im Jahre 1841 ein Monats­durchschnitt von je 6V VVÜ BRT. an neuen Handels­schiffen von den USA.-Werften fertiggestellt worden. Die deutschen Unterseeboote an der nordamerikanischen Küste haben also in 10 Tagen die Bauleistung der gesamten USA.-Wersten von nahezu vier Monaten vernichtet.

Dieses Exempel wird dadurch bestätigt, daß die Ma­rinebehörden in Washington nicht nur die Einführung des 24stündigen Arbeitstages auf den Werften verlangt haben, sondern durch den Admiral Stark jetzt die dring­liche Forderung stellten, dem Schiffsbau den Vorrang vor allen Rüstungs-Jndustrien zu geben. Der neue Flottenbefehlshaber Admiral King erklärte laut Reuter, es sei sinnlos, große Mengen von Panzern zu bauen, wenn man keine Schiffe habe, um sie auf die Kriegs­schauplätze zu bringen. So haben die Torpedoschüsse deut­

scher Unterseeboote schon jetzt die großen Schwierigkeiten enthüllt, die zwischen den astronomischen Zahlen der Rüstungspläne Roosevelts und ihrer Verwirklichung liegen. Insbesondere der Verlust an Tankschiffen, von denen bisher neun als versenkt gemeldet worden sind, ist für die USA.-Wirtschaft schwerwiegend. Sie ist nämlich weitgehend darauf angewiesen, daß das Oel vom Golf von Mexiko auf Tankern zu den Oststaaten befördert wird, Loo sich die Industrie zusammenballt.

Nordamerika sieht sich einem Zweifrontenkrieg ausge­setzt, wie die gleichzeitigen Meldungen von deutschen und japanischen Erfolgen zeigen. Die Japaner, deren Unterseeboote-schon an der pazifischen Küste der Ver­einigten Staaten erhebliche Erfolge im Handelskrieg er­rungen haben, meldeten jetzt aus dem Indischen Ozean die Versenkung von 88 000 BRT. Ueber den Indischen Ozean geht die Versorgung nicht nur der englischen Streitkräfte in Slldostasien und Indien, sondern auch diejenige in Vorderasien und Aegypten. Auch dadurch werden englische und amerikanische Schiffe in gleicher Weise betroffen. Die Blockadeschlacht geht auf allen Ozeanen kraftvoll weiter. e. g.

tliurchill gibt fehlschlüge an allen fronten zu

Noch schlimmere Niederlagen proplre;eit / lrohdem ein Vertrauensvotum verlangt , Bewußter Verrat an kuropa rugegeben

wir haben immer nur knapp den Kops über Wasser kalten können"

Drahtbericht unseres Vertreters

krv. Stockholm, 27. Januar. Churchill mußte am Dienstagnachmittag wohl oder übel im Unterhaus zu Englands ostasiatischen und nordafrikanischen Nieder­lagen Stellung nehmen. Für die Kennzeichnung seiner Wahrheitsliebe kam die deutsche Meldung über die Versenkung des SchlachtschiffesBarham« gerade zur rechten Zeit. Die Londoner Admiralität mußte darauf den Verlust bestätigen mit dem Hinzufügen, daß er sich schon im November ereignet habe, was das Zutrauen zu jener Darstellung englischer Verluste undSieges­aussichten«, wie sie Churchill beliebt, sicher enormstär­ken« dürste. Churchill selbst erwähnte den FallBar­ham« vorsichtshalber nicht.

Infolge der äußerst schwierigen Kriegslage. der sich Churchill gegenübersah. vermehrt durch die englische Mißstimmung und die australische Vertrauenskrise, ist er sich erstmalig selber untreu geworden, indem er ganz gegen seine Gewohnheit nicht erst gegen Schluß seiner Ausführungen in düsteren Farben malen mußte, son­dern bereits von Anfang an. Er hielt eine lange Er­klärung darüber für nötig, weshalb ihm das Unter­haus trotz der unzweifelhaften Mißerfolge und der all­gemeinen Mißstimmung ein Vertrauensvotum geben müsse. Treu geblieben ist er sich lediglich in bezug auf die Methode, die Vergangenheit als noch gefahrvoller hinzustellen und aus den angeblich überwundenen Ge­fahren die Folgerung zu ziehen: also werde es ihm.

dem Glücksspiele«, auch in Zukunft möglich sein, mit all den in Wirklichkeit ungeheuer gewachsenen Gefahren fertig zu werden, dank dem Zusammenfiel mit dem Bolschewismus, das nach wie vor den Kern seiner ganzen Strategie darstellt.

Die stärksten Kopfschmerzen bereitete Churchill ohne Zweifel die ostasiatische Katastrophe. Er sagte:Wir haben viele schlechte Nachrichten und werden höchstwahr­scheinlich noch viel mehr bekommen." Diesem düsteren Ausblick folgte der übliche Kniff, der in keiner Churchill- rede fehlt: Vor drei bis vier Monaten habe England vor einer viel übleren Lage gestanden vor allem wegen des deutschen Vormarsches im Osten. Churchill tut so, als ob hier die damaligen Gefahren nicht mehr im gleichen Maße vorhanden wären, widerspricht sich aber selbst, indem er hinzufügt, England müsse der Sowjet­union bis zum äußersten Grad seiner Kräfte helfen. Die beste Hilfe bestehe in der Versorgung aller Art. Schon bisher habe man demMinisterpräsidenten Sta­lin" alles gegeben, was versprochen worden war.

Diese Unterstützung des bolschewistischen Kampfes ge­gen Europa rühmte Churchill frech alsstrategische und politische Entscheidung, die sich als richtig erwiesen hat«, womit er offenbar auf die Besprechungen Eden Stalin und die hierbei getroffenen Abreden über die erhoffte Auslieferung Europas an den Bolschewismus anspielte. Hierbei habe es sich englischerseits nur um einen Beitrag und eine Ermutigung in Sowjetrußlands

dunkelster Stunde gehandelt. Noch glorreicher seien die eigenen Leistungen der Sowjetunion gewesen. Inter­essant war der Zusatz, daß ohne diese loyalen englischen Anstrengungen vielleicht auch die englisch-sowjetischen Beziehungen nicht so gute geblieben wären . . .

Nach dieser Verbeugung in Richtung Cripps kam Churchill zum Thema Nr. 3, der verunglückten Afrika­offensive. Er begründete sie mit der Notwendigkeit, einer Bedrohung der ganzen englischen Nahostposition ent­gegenzutreten, wie sie vor einigen Monaten bestanden habe. Er habe daher Auchinlecks Plan zur Bildung einer großen Nahost-Verteidigungsposition und eines Angriffs gegen Rommel zugestimmt. Auchinleck habe fünf Monate Vorbereitung gefordert, sich aber zum An­griff schon im November entschlossen. Die englische Wüstenoffensive, die er und die englische Presse doch noch vor wenigen Wochen als großen Schlag zur Auf- rollung, der ganzen Mittelmeerflanke hingestellt hatten, sucht Churchill nunmehr als bloße Verzögerungsaktion zu bagatellisieren, nachdem sie nämlich seinem eigenen Eingeständnis zufolge in vieler Hinsicht ganz anders verlaufen ist als geplant.

- Churchill gab zu. daß England alles in die Schlacht geworfen habe, worüber es nur verfügte. Auchinlecks Hauptziel sei es gewesen, Rommels Armee zu ver­nichten. Ueber die jetzige Lage in Nordafrika zu sprechen, lehnte Churchill ab, und eine Prophezeiung

(Fortsetzung auf Seite 2)

Lkti Lowjetokett«

b. Berlin, 27. Januar. In Dur und Moll, in Pia- nissimo und Fortissimo klingen die Melodien von Rio, jene Strophen, die einenkontinentalen Einheitssong" ergeben und doch nur mit Mühe und Not aus Dishar­monien zu einem für Roosevelts Ohren einigermaßen erträglichen Konzert sich entwickelten. Die Begleitmusik des smarten Lächelns von Sumner Welles und der Kümmernisse der in die Enge getriebenen, bedrohten und erpreßten ibero-amerikanischen Außenminister aber bildet der Pankee-Dudel und die Internationale. Es ist eine Musik, die an Lautstärke jene Formeln und Eegen- formeln, die sorgsam abgewogenen Kompromißlösungen und das Surren der Ventilatoren auf den Tischen der von der über Südamerika lastenden Hitzewelle mit brü­tender Wärme erfüllten Konferenzsäle übertönt: Süd- amerika steht heute zwischen dem Sternenbanner und dem Sowjetstern, zwischen den' Tendenzen der nord­amerikanischen Wünsche und den Bestrebungen Stalins, innere Schwierigkeiten der einzelnen Staaten durch seine Agenten ausnutzen zu-lassen.

In dem gleichen Augenblick, in dem die Newyorker Presse von einer neuen Auflage-der bekannten Pläne Roosevelts zur finanziellen, wirtschaftlichen und poli­tischen Durchdringung der südamerikanischen Staaten mit dem Ziel der Aegyptisierung dieses Halbkontinents spricht, gab die sowjetamtliche AgenturTaß" in Mos­kau eine äußerst bemerkenswerte Meldung heraus. Die Taß" läßt sich aus Newyork mit behaglichem Tonfall und ungedämpftem Beifallsklatschen berichten, daß die Organisationen mit sowjetfreundlichem Gewand ihre Tätigkeit stark ausgebreitet hätten. Nach den bekannten Richtlinien der Internationale arbeiteten nicht nur die Organisationen, die Mittel für den Kampf des Bolsche­wismus sammelten, sondern auch viele gewerkschaftliche und demokratische Organisationen in den südamerika­nischen Staaten. Vor allem die Jugendverbände hätten ihre Solidarität mit dem Bolschewismus zum Ausdruck gebracht. In Santiago de Chile gäbe es einen Bauern­verband und andere politische Verbände, die den Bol- schewisten ohne Zögern Geld. Sympathietelegramme und andere Vorzeichen einer Kampfgenosfenschaft gespendet hätten. Ja, in Chile selbst sei eineGesellschaft der Freunde der Sowjetunion" gebildet. Diese Organisation als der Vortrupp sowohl der politischen wie der mili­tärischen Bolschewisierung eines Landes ist uns aus Finnland her in Erinnerung, wo jener Klub schließ­lich derartig gefährlich wurde, daß die finnische Regie­rung zum Verbot schreiten mußte, was von den Bolsche- wisten als Grund zum militärischen Vorgehen gegen Finnland genommen wurde.Taß" berichtet weiter über ähnliche Erscheinungen in Uruguay, wo verschie­dene Gewerkschaftsorganisationen eine Entschließung angenommen hätten, daß dem Hilfsfonds für Moskau in jeder Woche ein Tagelohn zugeführt werden solle. Ueberhaupt versucht dieTaß" das verzweifelte Ringen Roosevelts um eine Solidaritätserklärung in Rio so hinzustellen, als wenn diese Solidaritätserklärung des Kontinents gleichzeitig eine Solidaritätserklärung für die Sowjetunion darstelle. Roosevelt darf hier nicht dementieren, obwohl ihm die öffentliche Zurschaustellung seiner bolschewistischen Neigungen im gegebenen Augen­blick sicherlich nicht sehr angenehm sein wird. Er läßt jedoch weiter jenen Plan verbreiten, den Assopreß in­diskret gefunkt, den Reuter dann weiterverbreitet, und der schließlich von beiden Nachrichtendiensten mit allen Anzeichen der Bestürzung eilig zurückgepfiffen wurde mit der Bitte:Sofort zu vernichten!".

In der Neuauflage des Planes, den jetzt Washington verbreitet, sind neben den altbekannten Punkten: Ent­fernung aller Zollgrenzen, Schaffung eines Arbeits­programms zur Unterbringung der durch die nord­amerikanischen Wirtschaftsdiktatur hervorgerufenen Ar­beitslosenheere, Schaffung einer internationalen Wäh­rung auf dem Goldstandard und gemeinsame Zu­sammenarbeit der Schiffahrt, noch folgende Punkte' enthalten:

1. Die ibero-amerikanischen Republiken werden für

eine Dauer von zehn Jahren ihre Fluglinien na-

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Deutsche U-Voote versenkten in nordamerikanischen und kanadischen Gewässern weitere 1V3VVV VRT. Die Vernichtung des britischen Schlachtschiffes Barham« wird anschließend an die Meldung des deutschen OKW.-Verichtes nunmehr auch von der britischen Admiralität bestätigt.

Dnrch den ständigen japanischen Druck gehen die Reste der Briten auf Maläya auf Singapur zurück. Auf Nordirland ist ein nordamerikanisches Infan­terie-Kontingent gelandet.

Entgegen Roosevelts Hoffnung brachte die Rio- Konferenz nur die Einigung über eine Kompromiß- formel.

In seiner nicht mehr länger ausschiebbaren llnter- hausrede tischte Churchill nur pessimistische Einge­ständnisse und leere Versprechungen auf.

Am Vorabend des 3V. Januar spricht Stabschef Lutze über alle Reichssender.

Im Interesse der Einkaufserleichterung für berufs- und erwerbstätige Frauen wurde amtlicherseits eine Regelung getroffen.