Ausgabe 
(24.1.1942) Nr. 24
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greinn ZeitiW

parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Zreien Hansestadt vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkündungsblalt des Neichsstatttzalters in Oldenburg und Vremen

Nr. 24 , 12. Jahrgang j

Sonnabend, 24. Januar 1942

kinzelpreis 15 Npf.

lzohe fllarmstimmung in flustrcmen

Japanische Landungen auf Nabaul, Neu-Suinea und den Salomon-Jnseln „kln Schock für die ganze Nation" / lind was tut das „dankbare" kngland?

v r» b tbe^ri ek t unserer vsrliner 8ebriktloitunK v. k. Berlin, 23. Januar. Eine neue Hiobsbotschaft durchzittert das Empire: Die Japaner stehen vor den Toren des australischen Kontinents! Nach einer Mitteilung des australischen Kriegsministers sind japanische Truppen in Rabaul, der Hauptstadt des australischen Mandatsgebiets Neu-Pommern, gelandet. Ferner haben die Japaner, nach amerikanischen Meldungen, auch Truppenlandungen aus Neu- Guinea und den Salomon-Jnseln durchgeführt. Die Ftkstkverbindung mit Rabaul ist unter­brochen. „Exchange Telegraph" berichtet, daß im Leegebiet von Neu-Guinea elf japanische Truppen­transporter, drei Flugzeugträger, vier Kreuzer und mehrere Unterseeboote festgestellt worden sind.

Der

Ankündigung, die Japans Marineminister Admiral Schimara vor einigen Tagen im Reichstag machte, dah die japanische Flotte ihre Aktionen im Pazifik gegen die feindlichen Stützpunkte erweitern würde, sind schnell die Taten gefolgt. Mit der Be­setzung von Rabaul und der Landung auf Neu-Guinea und den Salomon-Jnseln haben sich die japanischen Truppen der australischen Küste auf 1000 bis 800 Kilo- meter genähert und flankieren jetzt die Einfahrt zur Torres-Straße, der See-Enge zwischen der Nordspitze Australiens und der vorgelagerten Insel Neu-Guinea, durch die die Verbindungslinien von den USA. über Samoa nach Port Darwin geht. Dieser Hafen, auf den nicht nur die Australier ihre Hoffnungen setzen und der nach dem Ausfall von Singapur als Flottenstützpunkt die einzige brauchbare Operationsbasis für anglo- amerikanische Kriegsschiffe im Westpazifik darstellt, ist der letzte Eckpfeifer des zerschlagenen ostasiatischen britischen Festungsdreiecks Hongkong — Singapur — Port Darwin.

Der tiefe Stoß der Japaner nach Süden hat in Austra­lien eine ähnlich alarmierende Wirkung gehabt wie im Sommer 1S4V die Besetzung der französischen Kanalküste durch die deutschen Truppen. Wie damals England völlig in den Bann der Jnvasionsfurcht geriet, so sind es heute die Australier, die unter einem gleichen Schock stehend den unmittelbaren Angriff auf ihren Kontinent befürch­ten. Der Rundfunk verbreitet lausend den Alarmruf an die Bevölkerung: „An die Stellungen, klar zum Ge­fecht!" und vor dem Mikrophon löst eine Ministerrede die andere ab. Ministerpräsident Curtin stellt in e.iner Rede fest: „Die Kriegsgefahr für Australien ist deut­licher, näher und tödlicher denn je zuvor. Australien muß aus das Schlimmste vorbereitet sein."

Aus allen Berichten geht hervor, daß sich ganz Australien in höchster Alarmstufe befindet. „United Preß" meldet aus Sydney, daß Australien sich auf einen Jnvasionsversuch einstelle und die Bevölkerung jetzt mit der Möglichkeit japanischer Operationen gegen die australische Ostküste rechne. Die Punkte der Küste, an denen man japanische Landungen für möglich hält, wurden kriegsmäßig besetzt. Die australischen Städte sind verdunkelt und gleichen bewaffneten Heerlagern. Dabei wird aber hervorgehoben, daß es sehr schwer sein dürfte, wegen der außerordentlich langen Küsten- linie wirkungsvolle Gegenmaßnahmen gegen einen Landungsversuch zu treffen. So schreibt der „Sydney Morning Herald", es sei äußerst schwierig, eine japa-

Ver gestrige westrmacktsberickt

Aus dem Führerhauptquartier, 23. Jan. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im Osten weiterhin heftige Kämpfe. Bei einem Gegen­angriff im mittleren Frontabschnitt wurden dem Feinde wiederum hohe blutige Verluste zugefügt. 35 Geschütze, sowie zahlreiche schwere Waffen fielen in unsere Hand. Im Seegebiet um England beschädigten Kampfflug­zeuge durch Bombenwurf einen größeren Frachter. Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen Häfen und militärische Anlagen in Süd- und Siidostengland. In Nordafrika stießen deutsche und italienische Trup­pen dem geschlagenen Feinde nach. Bisher wurden 10 Panzer, 46 Geschütze und über 100 Kraftfahrzeuge erbeutet oder vernichtet. Verbände der deutschen und italienischen Luftwaffe fügten den im Raum südlich Agedabia geworfenen britischen Truppen neue schwere Verluste zu. Auf der Insel Malta wurden Flug- und Seestützpunkte des Feindes bei Tag und Nacht von deutschen Kampsslugzeugen bombardiert. — Britische Bomber warfen in der letzten Nacht an einigen Orten Westdeutschlands — «. a. auf Wohnviertel und öffent­liche Gebäude in Münster — Spreng- und Brand­bomben. Einheiten der Kriegsmarine schössen drei bri­

tische Bomber ab."

nische Invasion zu verhindern, da im Vergleich zu den ausgedehnten Küsten nur eine beschränkte Zahl von.Truppen zur Verfügung stehe. Wie- kritisch man selbst in Regierungskreisen die Lage ansieht, geht aus einer Erklärung des Kriegsministers Ford hervor, der sagte: „Der Angriff auf Rabaul muß von den Austra­liern als das erste Stadium eines Angriffs auf Austra­lien ausgelegt werden. Neu-Euittea würde bei einer japanischen Besetzung ein ausgezeichnetes Sprungbrett nach Australien bilden."

Nach übereinstimmenden Berichten ist die allgemeine Bestürzung über die so plötzlich veränderte militärische Lage verbunden mit einer neuen Welle schärfster Kritik an der englischen Kriegführung und der Entrüstung über das jämmerliche Verhalten Churchills iyr Unterhaus. Jetzt beginnt auch der letzte Australier einzusehen, daß der großzügige Einsatz seines Landes für England die eigene Verteidigung weitgehend gefährdet hat, so daß Australien, wie es in einem Bericht heißt, heute schwä­cher dasteht, als es eigentlich notwendig gewesen wäre. Durch die Belieferung fremder Kriegsschauplätze mit Menschen und Material habe sich das Mnd seiner fo notwendigen Rüstung selbst beraubt, und mißtrauisch wird in der Öffentlichkeit die Frage erhoben, ob nicht in England und den Vereinigten Staaten Pläne be­stehen, Australien „vorübergehend" den Japanern aus­zuliefern, während sich Großbritannien und USA. aus­schließlich gegen Deutschland wenden wollen. Die von

Churchill propagierte Ablenkungsparole, -aß „Hitler -er Feind Nr. 1" sei, ist in dieser Situation nicht geeignet, die Stimmung in Australien zu verbessern. Demgegen­über wird im Lande jetzt wieder der Ruf laut: „Austra­lien an erster Stelle!", der bekanntlich nach der Kata­strophe der australischen Truppen in Griechenland und Kreta aufkam und in Canberra zur Regierungskrise führte. Aber jetzt sieht sich das britische Dominion weit­gehend von Truppen und Kriegsmaterial entblößt.

In der Öffentlichkeit nimmt die Kritik an Churchill persönlich, den man ungeschminkt zum Verantwortlichen für die eigene Notlage stempelt, immer heftigere Formen an. So schreibt der „Sunday Mirror" zu der Ablehnung Churchills, noch in dieser Woche die llnterhausdebatte zuzulassen: „Das Unverständnis Churchills für die Dringlichkeit der Angelegenheit beweist, daß er nur für England, nicht aber für das Empire spricht." Die Zei­tung „Sun" versetzt dem Dilettantismus tzxr churchill- schen Kriegführung diesen scharfen Hieb: „Die Worte Churchills, daß er trotz aller Fehlschlüge an den Endsieg glaube, bedeuten keine« Trost für uns."

So bietet sich aus den übereinstimmenden Berichten das Bild einer schweren Vertrauenskrise zwischen Austra­lien und Großbritannien. Der fünfte Kontinent" fühlt sich nicht nur vom Mutterland im Stich gelassen, son­dern geradezu betrogen, weil er seine nicht geringen Kriegsanstrengungen fehlgeleitet sieht, die nach dem Willen Churchills auf weit von Australien entfernten Kriegsschauplätzen eingesetzt wurden und nun dem Lande fehlen. Jetzt rächt sich an^, Australien die Politik, daß nran nach den Forderungen Londons unentwegt alle verfügbaren Streitkräfte nach Europa und Afrika geschickt hat. Im Lande herrscht eine Stimmung, die man mit der Englands nach der Dünkirchenkatastrophe ver­gleichen kann, oder wie der Londoner „Daily Expreß" seinen Bericht aus Melbourne überschreibt: „Ein Schock für die ganze Nation."

Singapur - Sie hoffnungslose Insel

Unter dauerndem vombenhogel — die Japaner vor den loren — Panik und slüchUingselend

Tokio, 23. Januar. Das Kaiserliche Hauptquartier gab am Freitag um 16.15 Uhr japanischer Zeit bekannt, -aß die japanische Marinelnstwaffe am 21. 1. die 1S. Bombardierung von Singapur durchführte, wobei fol­gende Ergebnisse erzielt wurden:

1. Militärische und Regierungsgebäude in Singapur wurden von Bomben getroffen, die einen großen Brand hervorriefen.

2. Ein feindliches Schiff wurde im Hasen von Singa­pur versenkt und ein weiteres schwer beschädigt.

3. Zerstörung des Flugplatzes von Tengah, wo ff feindliche Flugzeuge eines großen Typs in Brand gesetzt oder vernichtet und eine Spitfire abgeschossen wurden. Auf japanischer Seite ging ein Flugzeug, verloren.

Konrentri8cIi6r Vormsrscb In Jokur

Mit dem völligen Zusammenbrach des feindlichen Der- teidigungssystems im Sultanat Johur ist nach Freitag mittag in Tokio eingegangenen Frontberichten in naher Zukunft zu rechnen, nachdem die japanischen Streitkräfte aus drei Richtungen kommend in raschem Vormarsch konzentrisch auf Singapur vorrücken. Die japanischen Abteilungen, die dem über die nach Singapur führende Hauptstraße zurückweichenden Gegner dicht auf den Fersen sind, erreichten Freitag vormittag eine Stelle 8 Kilometer südlich Labia. Gleichzeitig nähern sich die an der Westküste der Malayen-Halbinsel vorstoßen­den Einheiten von mehreren Seiten her Jongpeng, einer Straßenkreuzung an der Landstraße nach Singa­pur. Schließlich dringen entlang der Ostkiiste Einheiten einer dritten Abteilung nach Besetzung von End au gleichfalls in südlicher Richtung vor.

Wie Domei von der malayischen Front meldet, griffen die längs der Westküste vorrückenden japanischen Truppen am Donnerstag in einem bestimmten Abschnitt die 45. indische Brigade an und vernichteten sie. 700 Ge­fangene wurden eingebracht und acht Feldgeschütze, 40 Panzerautos und 600 Lastkraftwagen erbeutet.

Nach den Aussagen eines malayischen Ingenieurs, der kürzlich britische Flüchtlinge von Gemas nach Sü­den begleitete, hat sich die Bevölkerung Singapurs seit Kriegsbeginn etwa verdreifacht, so daß heute rund drei Millionen Menschen auf dieser kleinen Insel leben müssen. Am bemerkenswertesten ist, wie „Miajko Schim- bun" berichtet, der Zuwachs an Frauen und Kindern. Die Unterbringungsmöglichkeiten reichen bei weitem nicht aus. Alle wichtigen Gebäude sind mit Dynamit- Ladungen versehen, die zur Explosion gebracht werden sollen, sobald die Japaner in Singapur einzumarschie­ren beginnen. Infolgedessen herrscht unter der Bevölke­rung panikartige Stimmung. Hinzu kommt, daß erheb­liche Knappheit an Lebensmitteln eingetreten ist. Das Vertrauen, das die malayischen Eingeborener) früher den Engländern entgegenbrachten, ist angesichts des rapiden japanischen Vormarsches völlig verschwunden. Die meisten von ihnen kehren bereits zurück in ihre bei Kriegsausbruch fluchtartig geräumten Heimstätten.

vernichkungsschlatlit auf valanga

Tokio, 23. Januar. Zu den Kämpfen auf den Phi­lippinen wird hier bekannt, daß die japanischen Truppen in einer achtstündigen Schlacht die nordamerikanischen Streitkräfte auf der Balanga-Halbinsel in der Gegend von Muron völlig vernichtet haben. Die Japaner rücken in südlicher Richtung weiter vor.

Nach einer Domei-Meldung von der Front auf der Insel Luzon (Philippinen) wurde die Eisenbahnverbin­dung auf der Hauptlinie im Zentrum der Insel Luzon, zwischen Damontie in der Provinz La Union am Golf Lingayen, und Tarlac, der Hauptstadt der Provinz Tar- lac, wiederaufgenommen. Auch zwischen Sau Fernando in der Provinz Pampanga und Manila wird die Eisen­bahnverbindung in Kürze wiederaufgenommen werden.

Moulmein in Burma wurde am Donnerstagmorgen von 10 japanischen Kampfflugzeugen, die von 16 Jägern begleitet waren, bombardiert, besagt ein amtlicher bri­tischer Bericht aus Rangun. Flugzeughallen und Vor­ratslager seien zerstört worden.

Waller von Neichenaus letzte Tatzrt

Staalsoltt für den verewigten Seneralseldmarsckall — der Neicksmarschall überbrachte den Kranz des süstrets

rck. Berlin, 23. Januar. Neunzehn Salutschüsse hallten am Freitagmittag über die Reichshauptstadt. Sie galten dem Gedächtnis des verewigten Eeneral- seldmarschalls von Reichen«», der in der gleichen Stunde seine letzte Fahrt antrat. Im Lichthof des Berliner Zeughauses, der Ruhmeshalle deutschen Soldatentums, versammelten sich zuvor zum Staatsakt für den Ver­storbenen hohe Offiziere der deutschen Wehrmacht und -er verbündeten und befreundeten Staaten sowie Mini­ster, Reichsleiter und Staatssekretäre, um in einer kur­zen, schlichten Feierstunde Abschied zu nehmen von den sterblichen Ueberresten des großen Toten. Im Auftrage des Führers sprach Reichsmarschall Hermann Göring an ferner Bahre letzte ehrende Worte. Er würdigte die Persönlichkeit und hohe Leistung des so plötzlich dahin­gegangenen großen Soldaten, dem mit der Wehrmacht das ganze deutsche Volk einen Platz in seinem Herzen wahrt. Die Grüße des deutschen Heeres, das in Gene­

ralfeldmdrschaü von Reicherm» einen seiner fähigsten Armeefiihrer verlor, überbrachte Eeneralfeldmarschall von Rundstedt. Unter dumpfen Trommelklang setzte sich der Trauerzug dann vom Zeughaus in Bewegung zum Jnoalidenfriedhof, der Ruhestätte so vieler Helden, die ihr Leben gaben für die deutsche Erde. die sie hier zur ewigen Ruhe wieder an sich »ahm.

Auf sechs dunkel verkleideten Pylonen züngelten die Lpferslammen im Lichthof des Zeughauses und warfen ihre flackernden Schatten auf das kalkige Weiß der hohen Freitreppe, die an der Stirnwand des hohen, lichtdurchfluteten Raumes emporsteigt. »Ein großes, schlichtes „Eisernes Kreuz" hob sich scharf umrissen davon ab. Symbol des soldatischen Lebens und Sterbens. Davor ruhte auf einem Katafalk der Sarg, bedeckt mit der Reichskriegsflagge, auf derem roten, in lockeren Falten herniederfallenden Tuch Helm und Degen des Verstorbenen und ein Strauß schlichter Feldblumen

lagen. Mit gezogenem Degen bildeten vier Generale die Ehrenwache. Zur Linken und Rechten des Katafalks hielten Ritterkreuzträger auf schwarzsamtenen Kissen Marschallstab und Orden und Ehrenzeichen des Ver­storbenen. Fahnen des Heeres reckten sich über den Sarg. Blumen und Kränze, letzte, blühende Grüße des Lebens, umfluteten ihn fast. Zahlreiche hohe Offiziere der drei! Wehrmachtsteile waren zur Stelle, um von -ihrem tapferen und tüchtigen Kameraden Abschied zu nehmen, mit ihnen ehrten die Militärattaches der verbündeten Staaten das Andenken eines Mannes, der einer der ruhmreichsten Heerführer der neuen, deutschen Wehr­macht -war, Minister und Staatssekretäre waren er­schienen, Abordnungen der Partei und ihrer Glie­derungen, des Reichskriegerbundes und nicht zuletzt auch des deutschen Sports, dem der Eeneralfeldmarschall allzeit «in begeisterter Förderer war.

(Fortsetzung auf Seite 2j

Peatektaeal

Von UNSSI-SM Draxor Llitarbsiter 3skk 3 climlckt

Das tschechische Volk ist in den letzten zwanzig Jahren wiederholt vor schwerwiegenden Entscheidungen gestanden. Man kann nicht sagen, daß es den Tschechen bisher gelungen wäre, zu den ein­zelnen Phasen der Entwicklung — sei es vor 20, vor 10 oder vor einem Jahr — jenes Verhältnis zu finden, das Nem Nutzen des ganzen Volkes dienen mußte. Sicherlich trägt die Hauptschuld an diesen Erscheinungen die Führung, die das tschechische Volk bisher gehabt hat. Namen wie Benesch, Hodza sind auch außerhalb Böhmens und Mährens zu einem Begriff dafür ge­worden, wie ein sonst instinktsicheres Volk an den Realitäten des Lebens und des Raumes vorbeigeführt und in einen Transzustand versetzt werden kann, der es die primitivsten Erfordernisse der Selbsterhaltung vergessen läßt. Aber schließlich — jedes Volk hat die Re­gierung, die es verdient. In dieser Wüste von Irrungen und Verfehlungen trat in der schwersten Stunde des tschechischen Staates ein einsamer Rufer auf, Staats­präsident Dr. Hach a, der in letzter Minute das Steuer des tschechischen Schiffes um 180 Grad herumwarf rin­den Weg nach Berlin fand, den Benesch zwanzig Jahre lang mit allen Mitteln verrammelt hatte. Es spr^t für das tschechische Volk, daß es die damalige wahrhaft geschichtliche Entscheidung äußerlich ohne große Erschütte­rungen auf sich nahm. Freilich war mit dieser Entschei­dung vom 15. März 1939 erst derRohbau des neuen Hauses fertig, es galt noch die psychologische Unter- mauerung, die man der Dringlichkeit der Entscheidung wegen nicht wie sonst an den Anfang der Neuordnung setzen konnte, in evolutionärer Entwicklung nachzu­holen. Diese Erkenntnis zu fördern und zu vertiefen, war die Aufgabe der jeweiligen tschechischen Regierung. Sind diese Männer, die das Vertrauen Hachas und der Maßgebenden deutschen Stellen besaßen, ihrer verant­wortungsvollen Aufgabe in dem Maße nachgekommen, wie es wohl gleichermaßen die Interessen des tschechi- sichen Volkes wie die Bedürfnisse des Reiches erforderten? Die Frage kann heute verneint werden, denn könnte man sie bejahen — und man würde es von deutscher Seite gern tun — dann wäre es nicht zum 28. Sep­tember 1941 gekommen, jenem Tag, an dem der Stell­vertretende Reichsprotektor die Liquidierung eines wahren Augiasstalles reichsfeindlicher Konspirationen, wirtschaftlicher Sabotage und profitgierigen Schieber- tums ,n Angriff nehmen mußte. Die Tatsache, daß selbst der damals regierende Ministerpräsident Elias vom deutschen Volksgerichtshof zum Tode verurteilt werden mußte, zeigt zur Genüge, wo die Ansatzpunkte für eine unterirdisch geleitete Fehlorientierung des tschechischen Volkes lagen.

notwendigen Energie, aber auch mit seltenem Geschick Den Tjchechen kam sehr rasch zum Bewußtsein, daß es nicht ihre Aufgabe ist, für die Größe und Unversehrtheit des britischen Empires ihre Haut zu Markte zu tragen, was letzten Endes das Ziel der aufgedeckten Ver­schwörung war. Es kam nun darauf an, in der Führung dWes »tschechischen Volkes die Voraussetzung für eine gedeihliche Weiterentwicklung zu schaffen. Mit einem Kabinettswechsel in der überlieferten Form konnte das nicht abgetan werden, es kam nicht nur auf einen Per­sonenwechsel, sondern, wie -Obergruppenführer Heydrich den Geist der neuen Regierung mit weni- gen Worten umriß, auf einen „geschichtlich bedeutsamen Richtungswech,el" an. Es galt, die Männer zu finden die diesen Richtungswechsel durchführen und garantieren sollte. Es galt ferner, den Verwaltungsapparat des Protektorats so zu reorganisieren, daß 'die technischen Bedingungen des schwierigen Werkes der neuen Männer soweit wie möglich erleichtert werden. Die bisherige

Jm.BerlinerZeughaus fand der Staatsakt für den verewigten Eeneralfeldmarschall von Reichen«« statt.

In Nordafrika stoßen dje deutsch-italienischen Ver­bände dem geschlagenen Feind in Richtung Ageda­bia nach.

Nach den japanischen Truppenlandungen auf Ra­baul und Neu-Guinea befürchtet Australien einen unmittelbaren Angriff auf den Fünften Kontinent. Die jüngsten japanischen Luftangriffe auf Singa­pur hatten wieder eine verheerende Wirkung.

Auf der Rio-Konferenz nehmen die Verhandlungen um die Kompromißformel einen nur schleppende» Fortgang.

Das Eausportamt Weser-Ems der NSE. „Kraft durch Freude" legt einen erfolgreichen Jahresbe­richt vor.

Das Sondergericht Vremen verhängte die Todes­strafe gegen den Schwerverbrecher Heinrich Fische- dick.

In Berlin wurde mit Dänemark, Finnland und Schweden ein Forst- und Holzwirtschaftsabkomme« abgeschlossen. — Der Wert der dänischen Krone wurde am 23. Januar hinausgesetzt.