Ausgabe 
(26.10.1941) Nr. 297
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der Nationalsozialisten Vremens

pmtiiches Nerkündungsblatt des Neichsstattlsaltecs in Oldenburg und Nrenien

Nr. 29? /II. Jahrgang

Sonntag. 26. Oktober 1941

kinzelpreis 15 Nps.

/

die Sowjets verlieren ihre Hilfsquellen

Ueberragen-e Leistungen -er deutschen Iruppen / staus-olie Ueberlegenstett unserer Kriegfüstrung

Liqui-ationszeil für Marschülle

Drahtbericht unserer Berliner Schristleitung

x. Ii. Berlin, 25. Oktober.

Was mit der Einnahme der im Herzen der Ukraine liegenden modernen Industriestadt Charkow die Sowjets erneut verloren haben, erhellt aus einer nur einen Tag vor dem Fall Charkows in der „Daily Mail" veröffent­lichten Betrachtung zur Entwicklung der sowjetischen Lage: „Je weiter die sowjetischen Armren zurückgetrie­ben werden und je mehr sie von ihren Hilssquellen ver­lieren, um so schwächer werden sie." Beim Weitergehen des Stoßes in Richtung der Wolga werde das Schicksal der Sowjets endgültig besiegelt, weil damit die Vol- schewisten nicht mehr in der Lage sein werden» im näch­sten Frühjahr zur Ossensive überzugehen, wie stark sich Großbritannien und Amerika auch bemühen würden, den Sowjetrussen Material zu liefern.

Galt diese Stimme der Auswirkung in die düstere Zukunft hinein, so hat auf der anderen Seite Cyrill Falls in Betrachtungen der „Illnstrated London News''- die deutschen Leistungen der vergangenen Wochen mit einigen ihm sicher sehr bitter gewordenen Sätzen aner­kennen müssen: die Schnelligkeit des deutschen Vor­marsches sei sensationell gewesen. Die Deutschen sagten sicher die Wahrheit, wenn sie als ihr erstes Kriegsziel die Zerstörung der sowjetischen Heere proklamierten. Orel, 100 Meilen von den ursprünglichen deutschen Linien vor der letzten großen Offensive, habe sich in wenigen Tagen in deutscher Hand befunden. Auch die

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anderen wichtigen Verkehrsknotenpunkte der Bahnen auf Moskau zu, Vrjansk, Wjasma, Tula, Kaluga und andere seien schnell eingenommen worden. Das müsse eine vernichtende Wirkung auf die sowjetischen Verbindungs­linien gehabt haben ... Im Augenblick herrsche allge­mein in England eine pessimistische Stimmung, denn das, was die Deutschen innerhalb von drei Monaten auf militärischem Gebiete leisteten, sei das „Extravaganteste in der deutschen Militärgeschichte". Kritiker aber, die dauernd die deutschen Erfolge zu verkleinern und zu ver­zerren suchten, glicheq „pfeifenden Spatzen auf Dächern".

Gelinge es den Deutschen, Moskau und das Donez- becken einzunehmen, dann verfüge die sowjetische Kriegs­industrie nur noch über 25 Prozent ihrer ursprünglichen Produktionskraft. Englische und amerikanische Kriegs­lieserungen können diesen Verlust nicht wettmachen, wenn man bedenke, daß Amerika es bisher mit knapper Mühe gelungen sei, die kleineren englischen Streitkräfte auszurüsten.

Ganz anders bauten die jetzt, zwei Tage nach dem kritischen .Schweigen des Schocks über die Absetzung

Timoschenkos wieder beginnenden schaumschlagenden Agitationsphrasen des Sowjetjuden Losowsky und seiner britischen Nachbeter. Sie haben — Laykin hat sich zum besonderen Träger dieses neu beginnenden Illusionismus gemacht — sich mit der Umbesetzung im sowjetischen Oberkommando befaßt. Mit diesen ganze« Behauptun­gen wird ein doppelter Zweck verbunden. Einmal soll die peinliche Wirkung der Umbesetzung im Oberkommando abgeschwächt werden, und auf der andern Seite von der Tatsache abgelenkt werden, daß die Sowjets schon des­wegen entscheidend geschlagen, sind im Laufe des bis­herigen Krieges — was nichts über die weitere Dauer der noch notwendigen Operationen aussagt, weil ihnen wehrwirtschaftlich durch die Stöße gegen und in ihre europäischen Rüstungszentren die Möglichkeit der Wie­derholung genommen wird. Die Behauptungen der „neuen Welle" arbeiten nämlich mit der „Organi­sierung neuer Armeen", der „Ausichöpsung der sowjeti­schen Menschenreserven", deren „Organisation noch gar nicht begonnen yabe", wie Laykin großsprecherisch be- (Fortsetzung aus Seite 2)

lliarkow und Velgorod genommen

wieder Nachtangriffe gegen Moskau — 10000 VM. britischen Schiffsraum versenkt

Aus dem Führerhauptquartier, 25. Okt. „Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, wurde Charkow am 24. Oktober genommen. Eines der wichtigsten Rüstungs- und Wirtschaftszentren der Sowjetunion ist damit in deutscher Hand. Am selben Tage setzten sich deutsche Truppen in den Besitz des Verkehrsknotenpunktes Belgorod, 75 Kilometer nordostwärts von Charkow. Nachtangriffe von Kampf­flugzeugen richteten sich gegen militärische und wehr- wirtschastliche Anlagen in Moskau. Im Kamps ge­gen die britische Versorgungsschissahrt versenkte die Luftwaffe vor der englischen Ostkiiste aus gesicherten Geleitzügen heraus drei feindliche Handelsschiffe mit zusammen 12 000 BRT. Außerdem wurde ein einzeln fahrendes Schiff von 4000 BRT. durch Bombenwurf vernichtet. Vor der nordafrikanischen Küste schössen deutsche Kampfflugzeuge nördlich Eambut ein feind­liches Handelsschiff in Brand. Britische Bomber war­fen in der letzten Nacht an einigen Orten Nordwest- und Westdeutschlands Spreng- und Brandbomben, die geringe Schäden in Wohnvierteln verursachten. Sechs feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen. Hauptmann Eollob errang am 20. Oktober seinen 80., Major Liihow am 24. Oktober seinen 101. Lustsieg."

Zum OKW.-Bericht drahtet unsere Berliner Schrift­leitung: In gleicher Entfernung von den Erzvorkom­men im Dnjepr-Bogen vom Donez-Kohlenbecken und von der verarbeitenden Industrie Mittelrußlands ent­fernt, hat sich Charkow im Laufe der beiden letzten Menschenalter zu einem der wichtigsten Industrie- und Verkehrsmittelpunkte Osteuropas entwickelt. Mit einer Einwohnerzahl von etwa 880 000 Einwohnern übertrifft Charkow die Bevölkerung Kölns, Münchens oder Bres- laus. Diese Entwicklung ist um so bemerkenswerter, als Charkow am Zusammenfluß zweier kleiner, nicht schiff­barer Nebenflüsse des oberen Donez liegt. Ansang des 17. Jahrhunderts breitete sich in dieser Gegend das „wilde Feld", ein Steppengebiet, das von wilden No­maden beherrscht wurde, und von dessen Nordrand aus der Pflug des russischen Bauern im Schutze der Mos­

kauer Heere und Festungen langsam nach Süden vor­drang. Eine Festung nach der anderen wurde erbaut als Stützpunkt für die Abwehr der Tatareneinfälle. Als eine solche Erenzfestung entstand um die Mitte des 17. Jahrhunderts auch Charkow, benannt nach dem gleich­namigen Flüßchen, an dem diese Stadt liegt. Da Char­kow etwa die Mitte der gegen die Tataren gebildeten Front einnahm, entwickelte sich diese Stadt bereits zum Beginn des 18. Jahrhunderts zu einem bedeutenden mi­litärischen und Verwaltungsstützpunkt. Sein hervorra­gendes Wachstum verdankt Charkow aber erst dem Eisenbahnnetz, das diese Stadt mit den wichtigsten In­dustriegebieten Rußlands verband. Die erste der sieben Eisenbahnen, die sich heute in Charkow kreuzen, wurde im Jahre 1870 gebaut. Dieses Datum kann man als die Eeburtsstunde der Charkower Industrie betrachten, denn bald darauf wurde in Charkow eine Fabrik land­wirtschaftlicher Maschinen, etwas später ein Lokomotiv- werk gegründet.

Einen gewaltigen Auftrieb erhielt die Charkower Industrie im Weltkriege. Infolge des günstigen Stand­ortes von Charkow zwischen den wichtigsten Jndustrie- und Rohstoffgebieten Rußlands, behielt die Stadt diese industrielle Entwicklung auch später bei, um so mehr, als die Bolschewisten ja die Entstehung neuer Industrien aus militärischen Gründen förderten. So wurden in den Jahren 1920 bis 1932 nicht weniger als 32 neue Industriewerke gegründet, von denen ein Traktoren­werk mit 15O0O Arbeitern, ein Werk zur Herstellung für Turbogeneratoren mit 2000 Arbeitern, ein Werk zur Herstellung von Krananlagen mit 1000 Arbeitern, ein Werk zur Herstellung von Bergwerksmaschinen mit 2000 Arbeitern, eine Rundfunkgerätefabrik mit 500 Ar­beitern und ein Werk zur Herstellung von Groß- und Feldküchen mit ebenfalls 50Ö Arbeitern die bedeutend­sten sind. Wenn man die weiterausgebauten, bereits zur Zeit des Weltkrieges bestehenden Werke hinzu- nimmt, so leuchtet die Rolle Charkows als eine Hoch­burg der sowjetischen Kriegsindustrie ein.

(Siehe unsere Karte auf Seite 2)

Noosevells öriff nach britischen Monopolen

pan;er nur für die USfl. — kngland und die Sowjetunion erst an letzter Stelle

Drahtbericht unserer Berliner Schristleitung

b. Berlin, 25. Oktober. In den britischen Wirrwarr iber die Möglichkeit oder Unmöglichkeit einer Sowjet- jilfe und in das beschämende Gesiihl, das die gestern rus den USA. kommenden Meldungen über die Welt- jerrschastspläne Roosevelts in London auslösten, mischt ich jetzt ein neuer Ton durch die Veröffentlichung der Wechselreden bei den Beratungen des Finanzausschusses »es USA.-Bundesrates über die zweite Finanzierung »es Pacht- und Leihgesetzes. Mehrere Senatoren habe» zeriigt, daß England bis jetzt noch immer keinerlei An­stalten getroffen habe, um sich „wenigstens grundsätzlich >u Gegenleistungen für diese vielen Milliarden Dollar in Kriegsmaterial zu verpflichten."

Man verlangt also in Washington wenigstens eine Geste Britanniens, wie sie Churchill gegenüber den Sowjets bewies, nur daß die smarten Monneymakers in den USA. reale Werte dafür in Händen haben möchten. Die schon gegebenen Berichte über die Forderungen der Regierung in Washington werden von der Presse und Funk in den Bereinigten Staaten vollkommen bestätigt. Das Recht der USW-Regierung, alle englischen Stutz­punkte zu Lande, zu Wasser und in der Luft irgendwo m der Welt jederzeit benutzen zu können, die Zustim­mung Englands zum USA.-Handelsvertragssystem und das Ende der britischen Monopole in Kautschuk, Zinn und anderen wesentlichen Rohstoffen — das sind die Forderungen der USA., wobei der dritte Punkt bisher nicht bekannt war.

Auf den gleichen Tenor abgestimmt ist die Rede des Vorsitzenden des Bundesschisfahrtsamtes, Land, der vor Reedern der Vereinigten Staaten erklärte: „Sie müssen darauf achten, daß zumindest die Hälfte der USA.-Fracht auf Schiffen befördert wird, die mit der USA.-Flagge sahren. Nur so können sich die Vereinigten Staaten für die Uebernahme der Dominicrung des Welthandels vorbereiten, die die USA. nach Kriegsende anzutreten gedenken." ^ ^ ^

Dieser Satz wird den Engländern ebenso :n den Ohren gellen wie der Satz aus der Rede des USA.-Marine- zninisters Knox, der den ganzen Ernst der Sachlage für

die angelsächsische Kriegspolitik angesichts des sowjeti­schen Zusammenbruchs erhellt: „Die Engländer und Sowjets haben beträchtliche Forderungen gestellt. Die Aufrechterhaltung der Kampfkraft der Sowjetarmeen ist eines der wichtigsten Elemente, um diesen Krieg zu ge­winnen. Die Lieferungen für die Sowjetunion müssen schnell geschafft werden, um dem furchtbaren Druck stand­zuhalten, dem sie ausgesetzt ist."

Roosevelt erklärte vor der Pressekonferenz des Weißen Hauses, daß er „wahrscheinlich Anfang Januar" dem Kongreß ein „allumfassendes Programm zum weiteren Ausbau der eigenen und englischen Rüstung" vorlegen werde. Aber, so heißt es einige Sätze später: „Das Pan­zerprogramm wird in erster Linie für die Wehrmacht Amerikas entwickelt und weniger zu dem Zweck, den An­forderungen des Pacht« und Leihprogramms zu genü­gen." — Einmal also erst der späte Termin (Januar liegt selbst für London augenblicklich noch weit), dann aber die Ankündigung, daß England und die Sowjet­union wenig pachten oder leihen könnten, den» die Pan­zer, die man später bauen will, sollen nach Roosevelts Wunsch im Lande bleiben. Diese Worte erhellen eine für Britannien äußerst ungünstige Situation, wenn man auch nicht übersehen darf, daß der Weltdiktator Roose­velt mit diesen Worten die Kriegspsychose weitcrzutrei- ben versucht. Diese Versuche werden sehr durchsichtig, als Roosevelt es ablehnte, Zahlen anzugeben und zugleich an das Frühjahr 1918 erinnerte, „als Amerika trotz der deutschen U-Bootgefahr große Mengen amerikanische Sol­daten, allerdings ohne Ausrüstung, in Frankreich lan­dete."

Auf diesem Umweg kam Roosevelt dann zu dem seit einer Woche lang und breit behandelten Thema „Kearny". Roosevelt äußerte sich ziemlich kleinlaut zu diesem von ihm inszenierten „Fall" und sagte, weitere Einzelheiten kämen sehr langsam herein, jedoch stehe fest. daß der Zerstörer ernstlich beschädigt wurde. Wen» auch England hier eifrig das Feuer zu schüren sich bemüht und der Londoner Rundfunk gestern beschwörend über den Atlantik rief, ein Mitglied des Kongresses habe die For­derung aufgestellt, für jedes versenkte amerikanische

Handelsschiff zwei U-Boote zu versenken, so läßt sich doch nicht ein Stimmungswechsel im mittleren Westen der USA. leugnen, von dem jetzt Pearson im „Washington Times Herald" berichtet. Die Leute seien dort nicht mehr so isolationistisch wie früher, aber sie hätten keiner­lei Vertrauen zu Roosevelt. Aus Washington seien ihnen zu widerspruchsvolle Informationen gekommen. So habe Roosevelt beispielsweise ganz kategorisch behauptet, daß der Zerstörer „Ereer" zuerst von dem deutschen U-Boot angegriffen worden sei, aber später habe Knox zugeben müssen, daß ein britisches Flugzeug zuerst das U-Boot angriff und daß die „Greer" tatsächlich das U-Boot ver­folgte, als dieses sich schließlich umdrehte und feuerte. Als Folge dieser Erfahrung habe man im Mittelwesten starken Zweifel, was im Fall „Kearny" wirklich passiert sei. Roosevelt selber habe jede Fühlung mit der Volks menge verloren, die ihm gegenüber sehr skeptisch sei. Er verbringe die ganze Zeit am Schreibtisch mit Admiralen Diplomaten und beschäftige sich nur mit Einzelheiten der Rüstung. Vom Volk aber sehe er nicht mehr, als was er vom D-Zug-Fenster zwischen Washington und Hyda-Park erblicken könnte.

Im gleichen Augenblick erklärte der Matrose der USA.-Kriegsmarine, George Reardon, daß bereits vor vier Monaten, also lange Zeit vor Erlaß des offiziellen Schießbefehls Roosevelts. USA.-Zerstörer deutsche Unter seeboote anzugreifen versucht hätten. Roosevelts Schwei­gen darüber ist begreiflich. Er spürt einen Stimmungs­umschwung, der ihn schon einmal belastete, als er von der Religionsfreiheit der Bolschewiken gelogen hatte und jetzt noch von den Methodisten als „Gotteslästerer" gebrandmarkt wird. „Roosevelt ist diesen Handel ein­gegangen. um die Opposition in USA. mundtot zu machen", schreibt heute die Zeitschrift der Methodisten­kirche in USA. Roosevelt hat daher auch den New- yorkcr Erzbischof Spellman zu sich bestellt — einmal, um mit ihm Mittel und Wege z» beraten. Italien von der Achse zu trennen, zum anderen aber auch. um Spellman zu einer Vermittlung gegenüber den ameri­kanischen Katholiken zu gewinnen, deren Haltung gegen, über seiner Etalinhilfe noch immer ablehnend sein soll.

Von

8^.-6inppenkiiI>rer Drieb Hasse, Riemen

Es hat einige Zeit gedauert, bis sich die britische Insel von dem Schrecken von Dünkirchen erholt hatte. Das war aber auch alles so plötzlich und unerwartet über sie hereingebrochen, ganz anders, als die Strate- ;en des „reizenden Krieges" es sich in den Sesseln ihrer eudalen Klubs ausgedacht hatten. Wie war das eigentlich alles gekommen? Richtig, da war dieses Nazi-Deutschland.' das seit 1933 als lästiger Mahner sich erhoben und das einst verheißende Selbstbestimmungs­recht nicht bloß gefordert, sondern auch in seinem hr- torischen Raum verwirklicht hatte, indem sein Führer Adolf Hitler das Eroßdeutsche Reich schuf. Und da war dann Polen, die Mißgeburt von Versailles, aber eben darum geeignet, die Fackel des Krieges gegen dieses Deutschland der lästigen Habenichtse zu entzünden. Da waren die „treuen Alliierten" von einst, voran das vom Bedrohungswahn befallene Frankreich, die als wackere Festlandsdegen diesen neuen Kreuzzug für die „Freiheit und die „Aienschenrechte" führen konnten. Da war vor allem der große Blockadering, in den mit sanftem Druck alle übrigen Nationen als willige Glieder einer unzer­reißbaren Kette eingefügt werden konnten. Und schließ­lich war noch die englische Insel selbst da. das „Merry Old England", wo man am Rande des Geschehens itzend, dem Ablauf der Dinge zuschauen und ihnen aus wohliger Geborgenheit Lenkung und Ziel geben konnte. Er war wirklich wohl bedacht worden, dieser „reizende

Krieg".

Ja, und nun war alles ganz anders gekommen. Da hatte man, bloß um den guten Willen zu zeigen, eine

Scaf ciano oom siikrer empfangen

Aus dem Fiihrerha«ptqnartier.25. Okt. Der Führer empfing Sonnabend in seinem Hauptquar­tier den königlich-italienischen Außenminister Graf Ciano zu einer Unterredung, die im Geiste der traditio­nellen Freundschaft und der bewährten Waffenbrüder­schaft zwischen den beiden Völkern verlief. An der Un­terredung nahm der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop teil, auf dessen Einladung Graf Ciano zu einem mehrtägigen Besuch in Deutschland weilt.

trefflich mit allem ausgerüstete Expeditionsarmee auf das europäische Festland entsandt, eigentlich nur als moralischen Rückhalt der andern und gewissermaßen als prächtige Geste der alten Waffenkameradschast von 1914/18. Polen freilich, das war inzwischen nicht mehr. Je nun, Opfer mußten schon bei diesem reizenden Krieg gebracht werden. Diese Art Opfer taten keinem Eng­länder weh. Zudem, man hatte ja noch die große Trumpf­karte des Bolschewismus in der Hinterhand. Darüber war der erste Winter vergangen. Norwegen lockte, denn diö Vlockadekette war allmählich fällig geworden. Man kam etwas zu spät, und das kostete allerlei- Verluste an Schiffen und Truppen, aber immerhin, es ließ sich noch ein „erfolgreicher Rückzug" daraus machen. Die Opfer Norwegens — nun, sie waren auch nur ein Beitrag zum reizenden Krieg der wohlgeborgenen' Klubsesselstrategen. Die Blockade mußte allerdings vertagt werden. IVnlt null sos! Abwarten, denn nun war der große Schlag auf dem Festland fällig. Er kam, und mit ihm kam alles wieder mal anders. Kurz, es endete bei Dünkirchen mit einem Wettlauf der „Invasionsarmee" zu den heimat­lichen Gestaden. Es war ein „glorreicher Rückzug", doch man hatte wenig Zeit, davon viel Aufhebens zu machen. Die Festlandsdegen im Westen des Kontinents waren inzwischen zerbrochen. Man spähte erst konsterniert über den Burggraben des „englischen" Kanals und ichrie dann über den großen Teich laut um Hilfe. Das Echo kam zurück: Englandhilfe aus USA.-2udäa! Da lehnte man sich erleichtert in die Klubsessel zurück. Vorher noch ein Blick über den Vurggraben: Nein, die bösen Nazis kamen wirklich noch nicht. Wie wäre es nun mit einem kleinen reizenden Krieg weiter weg von England? Zum Beispiel in Afrika oder auf dem Balkan? Der zweite Winter ver­strich schnell unter diesen Betrachtungen, aber dann war es damit so wett und endete wie in Norwegen und Flan­dern, mit glorreichen Rückzügen.

Lange schon gingen indessen die Blicke nach dem Osten, wo jetzt die große Trumpfkarte der Sowjets schlagen sollte. Doch da schlug der Führer diese Karte den Strategen der Inselpluto'kratie aus der Hand. Auch diesmal kam alles ganz anders. Der Mongolensturm Stalins wurde zur rechten Stunde zusammengeschlagen, seine Stoßarmeen wurden in gigantischen Schlachten aufgerieben. An Stelle der alles zermalmenden Dampf­walze vertierter Horden rückte der deutsche Heerbann unaufhaltsam in entgegengesetzter Richtung vor. Schon steht Moskau, die rote Hochburg, im Bannkreis der deutschen Massen. Englands letzte Festlandshoffnung ist damit zerbrochen.

Die Strategen in den Londoner Klubsesseln tasteten mit den Fingern über die Exdkarte. Zwar, man ist selbst hilfsbedürftig, lebt auf seiner Insel auch, nur von der Hand in den Mund, doch das Sowjetgebiet ist sehr groß

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Vnssr LaysssVisHsL

Die deutschen Truppen nahmen Charkow und Belgorod.

Die Sowjets geben die turmhohe Ueberlegenheit der deutschen Truppenstärke und der deutschen Kriegführung zu.

Italienische Torpedoflugzeuge versenkten im Mittel­meer einen 10 OOO-BRT.-Dampfer.

Graf Ciano wurde vom Führer empfangen.

Churchill befindet sich wieder auf der Suche nach Siindenböcken; der Schwätzer Eden leistete ihm „Hilfestellung".

Wcltdiktator Roosevelt griff nach britischen Mono­polen.

Am kommenden Wochenende wird in Bremen die Biichersammlung für die Wehrmacht durchgeführt.

Zum erstenmal wurde in Bremen eine ländliche Hausarbeitsprüfung für Landmädel durchgeführt.