Ausgabe 
(29.9.1941) Nr. 270
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parteiamtliche Hageszeitung

Vas flmtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der Zreien fjansestadt vremen

Die 1 mw hohe und 22 cnw breite Zeile im Anzeigenteil 13 Die 78 mw breite und 1 ww hohe Zeile im Terttell 75 Ermüß Grundpr. (für Klein- u. Familienanz. n. a.) sowie sonstige Beding. Preisliste S Nachlaßstaffel 0. Geschäftsstellen: Bremen; Teeren 6/8, Nuf 5 41 21, Nachtruf und sonntags 51115) Obernstr. 86, Ruf 5 4121) Shke: Mühlendamm 2) Br.-Hemelingen: Bahnhofs». 6. Ecke Poststr., Ruf 4 34 58r Br.-Degesack: Nohrstr. 24, Nuf 4 n. 8r Br.-Blumenthal: Kpt.- Dallmann-Str. 41/43, Nuf 88 u. 89

der Nationalsozialisten Vremens

flmlliches Nerkündungsblatt des Neichsstattiiallers in Oldenburg und Vremen

Nr. 2?0 /II. Jakrgang

Montag, 2S. September 1941

kinzelpreis 13 Nps.

krneut feindlicher 6eleit;ug vernichtet

l2 Schiffe von deutschen U-Vooten versenkt / kin l2 cwtl sonnen-sanker aus den Meeresgrund geschickt

Aus dem Führerhauptquartier, den , 28. September. Das Oberkommando der Wehr­macht gibt bekannt:Aus einem von Gibraltar nach England gehenden Geleitzug haben deutsche Unterseeboote in mehrtägigen Angriffen zwölf Schiffe mit 87 VVO BRT. und ein Sicherungsfahr- , zeug versenkt. Ferner versenkte ein deutsches Unterseeboot im Südatlantik einen 12 VVO-Tonnen- Tanker. Die britische Versorgungsschiffahrt hat so­mit in den letzten Tagen wiederum 79 0V0 BRT. durch Unterseeboote verloren."

Zum vierten Male im September hat eine Son- dermeldung die Zerschlagung eines englischer Eeleitzuges durch deutsche Unterseeboote berichten können. Am 13. 9. wurde die Versenkung von 164 000 BRT. mitgeteilt, am 22. 9. wurden 82 500 BRT. und am 25. 9. 78 000 BRT. durch die Unterseeboote vernichtet. Zu diesen neuerlichen Geleitzugschlachien, die teils im Norden, teils im Sü­den des Atlantik stattgefunden haben, kommt noch eine Reihe von Einzelerfolgen durch Unterseeboote, dann mutz man zwei erfolgreiche Geleitzugangriffe durch ; Schnellboote, die Angriffe der Luftwaffe gegen englische , Handelsschiffe und weitere britische Schiffsverluste durch deutsche Handelsstörer in Uebersee und durch Minen-

... -

Unternehmungen hinzurechnen. Die britische Admiralität hat davon nur den einen großen Schlag gegen einen Konvoi im Nordatlantik teilweise eingestanden, im übrigen aber den alten Churchill-Trick beibehalten, von angeblichendeutschen Phantasiemeldungen'^zu sprechen; aber der Parlamentssekretär des britischen Marinemini­sters, der Abgeordnete Sletcher, hat diefe Dementis aus dem eigenen Hause der Londoner Admiralität un­absichtlich als große Verschleierungslügen gekennzeichnet. Er hat jetzt nämlich einen Aufruf an die britische Be­völkerung erlassen, sie müsse mit den Nahrungsmitteln noch mehr haushalten. Seit dem 1. August seien bereits über 900 Seeleute der britischen Handels­marine bei der Aufgabe ums Leben gekommen, Nah­rungsmittel nach -England zu befördern. Daran müsse jeder Engländer denken und sparsam mit den Le­bensmitteln sein. Der Parlamentssekretär der Admira­lität brauchte derartige Aufrufe nicht zu erlassen, wenn die Behauptungen der gleichen Admiralität von angeb­lichen deutschen Phantasiemeldungen über Schiffsver- senkunken nicht eben lediglich eine Agitationsphrase Churchills wären!

Die hohen Menschenverluste der britischen Handelsflotte, die trotz der starken Sicherung der Ee- leitzüge zu verzeichnen waren, sind ein besonders deut­licher Beweis für die wachsende Zahl der Schiffsver- senkungen, die trotz aller Gegenmaßnahmen der briti­schen Flotte, trotz Roosevelts Schießbefehl und trotz aller Churchill-Phrasen zu verzeichnen sind. Der ameri­kanische Militärsachverständige Baldwin mußte dieser

Tage in der ZeitschriftLife" feststellen, daß die deut­sche Blockade gegen England wirksamer ist, als es England von seinem Hungerkrieg gegen deutsche Frauen und Kinder seinerzeit erhofft hatte; kraftvoll aber geht die Schlacht im Atlantik weiter, bis Englands See­tyrannei gebrochen ist. . e-g

Der gestrige V/sfirmaclitsIdsriclit

Aus dem Führerhauptquartier, 28. Sept. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:An der Einschließungsfront vor Leningrad nahmen schwere Batterien des Heeres am 26. September sowje­tische Kriegsschiffe im Hafen von Kronstadt und im Küstengebiet südlich davon unter wirksames Feuer. Ein Kreuzer wurde in Brand geschossen. Die Luftwaffe be­kämpfte Bahntransporte und Eisenbahnanlagen im Raum von Charkow und Moskau sowie im Quell­gebiet der Wolga. Kampfflugzeuge erzielten Bomben- volltreffer schweren Kalibers auf einem sowjetischen Schlachtschiff bei Kronstadt. Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen militärische Anlagen in Moskau. Im Scegebiet der Faröer versenkte die Luftwaffe am Tage zwei Frachter mit zusammen 3300 BRT. Bei Versuchen der britischen Luftwaffe, am gestrigen Tage die Kanalküste anzugreifen, verlor der Feind 23 Flug­zeuge. Davon wurden 17 in Lustkämpfen, vier durch Flakartillerie und zwei durch Einheiten der Kriegs­marine abgeschossen. Der Feind flog weder bei Tage noch bei Nacht in das Reichsgebiet ein."

erfolgreicher kinfatz unserer Luftwaffe

Soroiel-panMangriff vereitelt Volltreffer in kisenbal,n;ug und Kolonnen

Dieses vor! vor I^enniKioi! nsr nnc-1i vorn b'einck besetzt. Artillerie bätte es unter ibeuvr Kenvm- wea, um «liv KtellunKen sturmreif ru seliivüvn.

(?L - TunuonbsrZ - Lclierl)

Berlin, 28. September. Im Nordabschnitt der Ost­front griff die deutsche Luftwaffe am 27. September wie­der mit sehr starken Kräften in den Bodenkampf ein. In rollendem Einsatz bekämpften Flugzeuge aller Muster Bereitstellungen sowjetischer Artillerie und Infanterie. Ein in der Vorbereitung befindlicher Panzerangriff der Sowjets wurde durch die Beschädigung von mehreren Panzern vereitelt. Einzelne Verbände der Luftwaffe störten im feindlichen Hinterland den Eisenbahnverkehr, beschädigten Züge und unterbrachen an mehreren Stellen wichtigste Eisenbahnlinien. Eine Reihe Flugplätze der Bolschewisten wurde durch schwere Luftangriffe weitest- gehend zerstört. Hallen, Unterkünfte, Brennstoffanlagen und Flakstcllungen wurden durch Bomben getroffen und schwer beschädigt-und zun^Teil in Brand gesetzt. In Luft- kämpsen schössen deutsche Jäger 14 Sowjetflügzeüge ab. Die eigenen Verluste betragen bei einem Einsatz von mehreren hundert Flugzeugen nur zwei Flugzeuge.

Teile der deutschen Luftwaffe wurden auch am Sonn­abend wieder zur Unterstützung der Heeresoperationen eingesetzt, wobei den feindlichen Truppen große Ver­luste an Menschen und Material zugefügt wurden. Wich­tige Eisenbahnstrecken wurden unterbrochen und meh­rere Züge schwer beschädigt und zum Halten gebracht. 2n der Nacht zum Sonntag griff ein kleiner Verband

deutscher Kampfflugzeuge kriegswichtige Ziele und Ver­sorgungsanlagen von Moskau mit Erfolg an. Eine große Explosion und mehrere"' kleinere Brände wurden beobachtet. Bei einem Angriff auf ein sowjetisches Nach­schublager wurden das Hauptgebäude und drei Schuppen durch Bomben zerstört. Im mittleren Kampfgebiet richteten sich die Angriffe der deutschen Luftwaffe gegen die zur Front führenden Eisenbahnlinien der Sowjets, wobei viele Strecken unterbrochen und eine große An­zahl von Zügen durch Bombentreffer an der Weiter­fahrt gehindertyivurden. Gleichzeitig wurden auch die auf den Straßen fahrenden Kolonnen wirkungsvoll mit Bomben beworfen und mit Bordwaffen beschossen. Viele Transportfährzeuge wurden zerstört oder schwer beschä­digt. Auch im Süd ab schnitt wurden die An­griffe der Luftwaffe auf Befestigungsanlagen fortge­setzt, wodurch weitere Artilleriestellungen und Feld­befestigungen vernichtet wurden. Auf den Eisenbahn­gleisen wurden rückläufige Transportbeiveqnngen durch Unterbrechung der Gleise aufgehalten. Vier Züge wur­den gänzjich zerstört und weitere schwer beschädigt. Auf den Straßen zersprengten die deutschen Bomben viele sowjetische- Kolonnen, wobei mindestens 90 Kraftfahr­zeuge vernichtet wurden. Bei einem Angriff auf einen Flugplatz wurden 18 Sowjetflugzeuge am Boden zer­stört.

Vor deutsche Nachschub im Elften ist eine Meffterleiftung!

Line Mesenorganisalion, im geheimen aufgebaut, kam am 22. Juni 1S41 mit der Pr8;ifion eines Uhrwerks in Bewegung

Ein Schlachtensieg, wie der jetzt errungene, ist nicht denkbar ohne den bis ins kleinste durchorganisierten und eingespielten Nachschub. Welche Leistungen dieser bereits bor Beginn der ^Offensive gegen Sowjetrutzland in der Stille vollbracht hat, lassen die folgenden Aus­führungen eines Freundes und Lesers der BZ. wenig­stens ahnen. Die Oessentlichkeit erhält, damit erstmalig durch die Bremer Zeitung Kunde von den weit zurück­liegenden, umfassenden Vorbereitungen des Feldzuges, der schon von dem größten Sieg der Weltgeschichte ge­krönt ist.

..... Im Osten, 28. September. Liest man im OKW.-Bericht, daß im Osten Millionen unserer Sol­daten kämpfen, riesige Entfernungen bei größten Stra­pazen, schlechten Wegen und unter dauerndem Einsatz zurückgelegt werden, und freut man sich dann über die Erfolge, sv denkt man dabei weniger an die Formatio­nen des Heerss. die dafür zu sorgen haben, daß Muni­tion, Brennstoff und Verpflegung zu- jederStunde vorhanden sein muß. Ohne diese stete Versorgung ist das Heer nicht in der Lage, zu operieren. Es freut daher jeden Nachschubmann vom General bis zum Landser, wenn der Heeresbericht die Arbeit hinter der Front lobend erwähnt. So kurz und lapidar es auch klingen mag, um so wichtiger ist es, daß diese Organi- fation für den gigantischen Kampf an solch langer Front reibungslos funktioniert! Die Organisation, die zu Be­ginn des Krieges bis ins kleinste ausgearbeitet ins Rollen kam, hat sich bald als erneuerungsbedürftig herausgestellt. Ganz neue Einrichtungen wurden aus der Erde gestampft und erstmalig im Osten eingeführt.

Der Laie macht sich keinen Begriff von der ungeheuren Vorarbeit, die der Nachschub zusammen mit Baubatail- konen und Reichsarbeitsdienst geleistet hat, um eine Ab- sprungbasis für die Offensive des 22. 6. 1941 in allen Versorgnngsbezirken der Armeen an der Ostfront in aller Stille zu schassen! Es sind nicht allein Versor­gungslager aller Art und Parks, sondern auch Straßen angelegt bzw. verbessert worden, und zwar immer so, daß die Truppe auf schnellstem Wege und an günstigster Stelle einfahren konnte.

Durch Leitstellen an der Front konnte jedes Fahrzeug an Hand von angefertigten Karten leicht eingelotet wer­den, und zahlreiche Tafeln längs der rückwärtigen Straßen zeigten den Weg zu den einzelnen Lagern an, . nachts beleuchtet, so daß sich niemand verfahren konnte: > Halteplätze, Ein- und Ausgänge waren genau festge-

gelegt, auch die zu wählenden Straßen innerhalb von größeren Ortschaften. Jeder Einheitsfllhrer war genau im Bilde, wie er z. B. durch Tilsit zu fahren hatte, ohne den Verkehr zur Front zu stören. Alle diese Ein­richtungen sind vorher ausprobiert worden, Un­stimmigkeiten wurden sofort beseitigt, kurz, es war an alles gedacht, und das OKH. hielt durch beson­dere vorgeschobene Stellen ein wachsames Auge über diese Riesenorganisation, die bis zum 22. Juni 1941 streng geheim allen unbekannt geblieben ist.

Die für die Armeen zweckdienlich angelegtem Benzin-, Munition- und Verpflegungslager wären getarnt, Flugzeuge prüften aus der Luft, ob noch. Stellen vor­handen waren, die für den Feind sichtbar sein könnten, und verstärkte Wachen -sicherten die Lager gegen Einblick, später gegen Sabotage oder Angriffe äus'der Luft. Je­des Lager hatte sein Schilderkommando, um sofort bei Angabe des Stichwortes die vorbezeichneten Bäume, Straßenecken und Häuser mit den Richtungsschildern zu versehen. Monatelang arbeiteten Nachschubbataillone und Reichsarbeitsdienst an den Lagerstraßen. Kies und Schlacke wurden in rauhen Mengen angefahren, schließ­lich bot sich e i n Bild musterhafter Ordnung. Große Munitionsmengen waren fachgemäß gestapelt, überdeckt mit Holzschuppen und mit Brandschutz versehen. Manches Lager, das im- Winter bei gefrorenem Vode-n vielleicht sehr günstig schien, mußte bei eintretendem Tauwetter aufgegeben oder trockengelegt werden. Ge­rade diese Arbeiten machten viel Kopfzerbrechen. Hier zeigte sich besonders, welchen Vorteil wir durch den Reichsarbeitsdienst haben, der unermüdlich schafft und in kurzer Zeit solche Schwierigkeiten befes­tigt. Man bedenke auch, daß diese vielen Arbeitskräfte verpflegt und untergebracht werden mußten. So ent­standen behelfsmäßige Küchen und viele Baracken. Das alles mußte aber heranaeschafft werden, wie auch Holz, Baumaterial, Brunnen, Tarnfarbe und viele andere Be­dürfnisse. - '

Alle diese Vorbereitungen wurden durch die Wehr­macht geleitet, von besonders ausgestellten Stäben mit Kontrolloffiziercn überwacht und zu Ende geführt, bis an einem festgesetzten Stichtag Meldung über die völlige Bereitschaft zu erfolgen hatte. So vorbereitet, erwartete die Ostfront den Befehl des Führers zum Angriff qnd "angesichts dieser großartigen Organisation war jeder gewiß, daß alles tadellos klappen würde l

Während die Armeen mit dem denkwürdigen 22. Juni 1941 siegreich vorstießen, rollten die rückwärtigen Dienste wie ein Uhrwerk ab, und bald kam der Augenblick für den Nachschub, einen Sprung nach vorwärts zu machen. Von höchster Stelle wurden dann neue Stützpunkte festgesetzt in der Nahe der inzwischen vorgeführten Eisenbahnen, und bald rollten die ersten Züge von der Heimat heran. Nun galt es, die Wag­gons möglichst schnell aus- oder umladen, wobei russi­sche Gefangene in großer Zahl eingesetzt wurden, die in Durchgangslagern gesammelt, schon zu Haufen vorhan­den waren. Das Problem ihrer Ernährung wurde durch Ausgabe von Pferdefleisch gelöst, für die unterernährten Sowjets eine wahre Delikatesse! Die Nachschub-Batail­lone stellten die Wachmannschaften für diese Arbeiten und auch Begleitkommandos der Umgeladenen Versor- gungsziige, so daß manche Kompanie aüseinandergerifsen wurde.

Bei jedem Sprung nach vorwärts wiederholten sich die Arbeiten für die Einrichtungen, so daß hierbei wert­volle Erfahrungen gesammelt werden konnten. Alle Stellen sorgten für eine reibungslose Zusammenarbeit, und besonders ernannte Offiziere berichteten den Stä­ben über den Fortschritt, saßen an den Apparaten der Eisenbahn, um die Versorgungszüge rechtzeitig vor ihrem EintreffSn den Dienststellen anzuzeigen, damit diese sofort ihre Maßnahmen treffen konnten und be­reitstanden, um die Waggons in Angriff zu nehmen. So folgt der' Nachschub der Truppe auf dem Fuße. arbeitet er unentwegt zum Wohle des Ganzen und be­siegt er auf seine Art die vielen Schwierigkeiten, die sich ihm in den Weg stellen. Seine Tätigkeit ist von so großer Bedeutung geworden, daß ihm Funk- und Fernsprechtrupps zugeteilt wurden, auch Gendarmerie und Reichsarbeitsdienst-Eruppen. Ein enges Zusammen­arbeiten mit den deutschen Eisenbahnbehörden, die über­all hinter der Front ihr Personal eingesetzt haben, ist gewährleistet, und staunend sehen unsere Wehrmachts­angehörigen auch in diese von sicherer Hand geleitete Riesenorganisation des Krieges. Wenn man bedenkt, wo überall unsere Eisenbahner im Verlauf des Krieges eingesetzt morden find und Dienst tun, wundert man sich, daß überhaupt noch Personal hierfür vorhanden ist. Die Heimat sollte daran denken, und Unzufriedene soll­ten ganz still sein! /».ckolpb VHeting,

Oberleutnant in einem Stäbe.

Die zweite Hauptstadt der Sowjetunion

6. ?. Die deutschen Truppen haben Leningrads die zweite Hauptstadt der Sowjetunion, aus dem Wrrt- schaftskörper des Landes herausisoliert. DasFenster nach Europa", symbolisch durch die Oktoberrevolution seiner erstrangigen Bedeutung zugunsten der auf dre Konzentration nach innen weisenden Stadt an der Moskwa entkleidet, gibt nur noch den Blick frei aus Kronstadt und Hangö. Kann von dort die Hilfe kom­men, die den eisernen Ring sprengt?

Gewiß hätte die Sowjetregierung am Anfang rhrer Herrschaft das wirtschaftliche und besonders rüstungs- wirtschaftliche Potential der Stadt Peters des Großen, mit dessen wehrloser Person übrigens in den letzten Jahren ein beträchtlicher Kult getrieben wurde, gern nach dem Osten verlagert, aber man war damals so arm an wirtschaftlicher Kraft, daß man jeder sich noch bietenden Produktionsquelle aufs dringendste bedurfte, wie sie sich bot. Mit dem Bau einer sehr beachtlichen Flotte, besonders an.Zerstörern, Unterseebooten, Minen- fahrzeugen und Schnellbooten, hoffte man die Stadt hin­reichend gesichert und sogar zur Fernwirkung in die Ost­see befähigt zu haben. Nach der Landseite schien die ein­zig mögliche Bedrohung durch die Erpressung der kare­lischen Landenge von Finnland beseitigt. Es ist anders gekommen.

Was verliert die Sowjetunion mit der Ausschaltung der Stadt aus ihrem Eefüge? Zunächst muß es als sicher angenommen werden, daß ein großer Teil der In­dustrie überhaupt zum Erliegen kommen wird, da sie ohne eigene Grundlage an Rohstoff- und Halbfabrikaten dasteht. Ihr Betrieb hängt nahezu völlig von der Zu­fuhr an Kohle- und. Eisenprodukten aus dem Donez- Becken auf der einzigen Bahn über Moskau ab. Ihre Kraftversorgung stützte sich in erheblichem Umfang auf

150000 neue Parteimitglieder aus der K1.

Berlin» 28. Sept. In eindrucksvollen Berpslich- tungsfeiern der Kreise und Ortsgruppen des ganzen Reichsgebietes wurden am Sonntagvormittag 150 000 Jungen und Mädel des Eeburtsjahrganges 1923 der Hitler-Jugend in die Partei aufgenommen und gleich­zeitig fast allgemein auch deren Gliederungen oder den Wehrmannschaftcn überwiesen. Die NSDAP. ge­winnt damit junge, charakterlich und weltanschaulich bewährte Kräfte aus den Reihen des Nachwuchses, Jun­gen und Mädel, die in vierjähriger Erziehung und Schulung in HJ. und BDM. auf den Kampf des Le­bens und aus die Pflichten vorbereitet wurden, die sie nun, ernsteren Aufgaben zureifend» für Volk und Reich zu erfüllen haben werden.

die beiden großen Wasserkraftwerke am Wolchow und Swir, die als die ersten der Sowjetunion nach den? Elektrifizierungsplan auf die Forderung Lenin* (Sowjetmacht das ist Kommunismus plus. Elektri­fizierung) gebaut worden sind. Von beiden ist Lenin­grad abgeschnitten. Damit auch von der Aluminium- produktion des ersteren Werkes, das die Bauxite von Tichwin, fast die einzigen Ausgangsstoffe des Lenin­grad-Gebietes, verarbeitet (zum Teil auch Nephsline von Kola) und mit der Aluminiumhütte von Sapo- roschje, die nun auch durch die Beschädigung des Dnjepr- Staudammes stillgelegt ist, die gesamte Aluminium­erzeugung der Sowjetunion bestr'itt. Daher der Not­schrei ins Ausland nach diesem Metall, ohne das die Flugzeugindustrie nicht auskommt. Und zur Anlegung von Reserven ist man bei dem Rüstungstempo einfach nicht gekommen.

Neben der größten Schiffswerft des Landes, den Kirow(Putilow)-Merken der wahrscheinlich größten Riistungszentrale, und der bekannten Gummischuhfabrik Treugolnik, verfügt Leningrad über eine besonders hoch, gezüchtete Elekiroindustrie, über Chemiewerke (Phos» phate von Kola), eine ausgedehnte Holzindustrie, da es inmitten des Waldgürtels gelegen ist, über Seile­reien (Hanf des Kalinin-Eebietes), große Maschinen- und Werkzeugbauanstalten, kurz über fast alle Produk­tionsstätten, die eine Industriestadt von Format aus­machen.

Die Industrie, basierend auf zahlreichen technisch-wis­senschaftlichen Instituten und Schulen, hatte nicht nur den Norden des europäischen Teiles der Sowjetunion zu beliefern, sondern stellte auch Vorprodukte und Produk­tionsmittel für die Industrie des ganzen europäischen Teiles. Was der Ausfall einer solchen Produktionsstätte für das Ganze bedeutet, kann man leicht übersehen, wenn man sich klarmacht, daß jede Umstellung von Produktion, jede Umleitung der Warenverteilung nicht auf Anforde­rung der verbrauchenden Stellen vor sich geht. sondern von der zentralen Behörde derEosplan" (Staatsplan­kommission) verfügt werden muß. Wie dieser Riesenappa­rat der Planwirtschaft auf Störungen oder nur Aende­rungen seiner mühsam abgestimmten Erzeugungspro­gramme reagiert, war schon im Frieden ein Schrecken für alle verantwortungsbewußten Werkleitungen. Die Verheerungen, die vom Ausfall eines Industriezentrums wie Leningrad im Organismus der Wirtschaft ausgehen, werden potenziert durch die Starrheit eines Mechanis­mus, dem die Seele des freischaffenden und disponie­renden Menschen fehlt.

III»IIIII»IMIII»IIII»I»IIIIIIII,IIIIIII,IIIII»I»I»»IIII»»IIIIII»»IIIII»»I»I

Deutsche U-Boote versenkten aus einem Eeleitzug heraus 12 Schiffe und ein Sicherungssahrzeug, außer­dem wurde ein 12 OOO-Tonnen-Tanker vernichtet. Sowjetische Kriegsschiffe im Hafen von Kronstadt liegen unter wirksamem Feuer schwerer deutscher Batterien.

Durch erfolgreichen Einsah der deutschen Luftwaffe wurde ein Söwjet-Panzerangriff vereitelt.

In derGlocke" fand wie im ganzen Reich die feierliche lleberweisung des Jahrgangs 1923 von HJ. und BDM. in die Partei statt.

Bremen stand auch am Sonntag ganz im Banne der Straßensammlung durch die Sportler.

Bei der Großveranstaltung in der Kampfbahn siegte Werder über die Betriebs-Auswahlels mit 9:0 Toren.

Die Wasscrballspiele der Hitler-Jugend wurden er­folgreich zu Ende geführt.

Die Niedersachsenelf wurde in Hamburg von der Nordmarkelf glatt geschlagen.