Ausgabe 
(24.9.1941) Nr. 265
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Parteiamtliche Tageszeitung

Das flmlsblatt des legierenden vürgermeisters der Zreien fjansestadl vrcmcn

der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkündungsblalt des leichsstatchalkers In Oldenburg und vremen

Nr. 265 / 11. Zaftrgano

Mittwoch. 24. September 1941

kinzelpreis 15 Npf.

50 LoHvjvteNvisionsn können als vernicktsl gsllsn

visier ;S0 000 öefangme ostwärts Kiew

Mehr als 570 Panzerkampswagen und 2W0 beschütze erbeutet oder vernichtet — bedeutende Luft-

waffenerfolge gegen Sowjetschiffe bei Odessa und Kronstadt

Aus dem Führerhauptquartier, den 23. September. Das Oberkommando der Wehr­macht gibt bekannt: „Nachdem die Ausbruchsver­suche der im Raum ostwärts Kiew zusammen­gedrängten Kräfte erfolglos blieben» machen sich. wie »durch Sondermeldung bekanntgegeben, zu­nehmende Auflösungserscheinungen des Feindes bemerkbar. An vielen Stellen haben die Offiziere und Kommissare der Sowjets in feiger Flucht die Truppe verlassen; um sich einzeln in Sicherheit zu bringen. Trotzdem konnten sie ihrem Schicksal nicht entgehen., Die Zahl der Gefangenen aus dieser Schlacht hat sich inzwischen auf rund 380 ÜVO er­höht. Mehr als 57V Panzerkampfwagen und 21ÜV Geschütze wurden bisher als Beute eingebracht oder vernichtet. Diese Zahlen sind noch ständig im Wachsen. 5V Sowjetdivisionen können als völlig^ vernichtet gelten. Unter den Gefangenen befindet sich der Oberbefehlshaber der 5. russischen Armee. Außer den bereits genannten Armeen sind an dem glücklichen Verlaus der Schlacht auch die Armeen des Generaloberst Freiherr vonWeichs und des Generals der Infanterie von Stülpnagel hervorragend beteiligt.

Im Kampf gegen sowjetische Seestreitkräfte und Transportschiffe hatte die Luftwaffe auch gestern große Erfolge. Sturzkampfflugzeuge warfen süd­lich O d e s s a einen Kreuzer in Brand» trafen ein Torpedoboot und ein Vorpostenboot schwer und zerstörten neun Frachter mit zusammen 15VÜV Bruttoregistertonnen. Im Seegebiet von Krön-

stadt versenkte die Luftwaffe einen Kreuzer und einen Zerstörer. Auf einem weiteren Kreuzer und zwei Zerstörern wurden Bombentreffer erzielt. Ein Tanker geriet in Brand. Weitere wirksame Luftangriffe richteten sich gegen militärische An­lagen in Leningrad, ferner gegen Eisenbahn­verbindungen des Feindes um Brjansk und Charkow sowie in der Krim.

Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt versenkte die Luftwaffe in der letzten Nacht ostwärts der Humber-Mündung ein Handelsschiff von 8000 BRT. und bombardierte den Hasen von Errat yar- mouth. Bei der Abwehr eines feindlichen Luftangrif­fes aus einen Geleitzng schössen Minensuchboote vier britische Flugzeuge ab. Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichsgebiet fanden weder bei Tage noch bei Nacht statt.«

fluflösirngserstjelmnigen!

Naum, Material und Masse hilft nichts mehr bei den Sowjets

Vvm »kerrnscbvncken 8tmrn ckontsekei- Wnbsiten auk Sie Insel liloon. Unser Nil«! 2 vi»t äas ^nslaäen eines .Vernllnäetvn aus einem Sturmboot. lLK-Ik^nas/Lebsrl)

ilvv. Berlin, 23. September. (VZ.-Eigenbericht.) Während in der Hauptstadt der Sowjets die dort so­eben im Flugzeug eingetroffenen britischen und USA- Delegierten für die Moskauer Konferenz sich anschicken, ihre Beratungen über die Möglichkeiten dör „wirksamen Sowjethilse« und darüber hinaus einer erneuten Krjegsausweitung zu beginnen, kann das Oberkom­mando der deutschen Wehrmacht neben der weiteren siegreichen Abwicklung der grandiosen Schlacht 200 Kilo- meter östlich von Kiew bereits über Auflösungserschei­nungen bei den Feinden berichten. Offiziere und Kom­missare der Sowjets verlassen in wilder Flucht ihre Posten, und die führerlos gewordenen Verbände der hier eingeschlossenen Sowjet-Divisionen geriete« bereits zu einem Teil in deutsche Gefangenschaft. SO Divisionen sind hier bereits vernichtet. 380 000 Gefangene, d. i. mehr als je in einer Schlacht Gefangene gemacht wur­den, sind es heute schon, die ihr Schicksal erreicht hat, und noch Mhen weitere in aussichtslosem Kamps» die morgen oder übermorgen das Schicksal ihrer Kameraden teilen müssen. S70 Panzerkraftwagen, 2100 Geschütze sind als die bisherige Beute gezählt, und ein Armee­general, der nicht mehr entkommen konnte oder bei seiner Truppe ausharren wollte, ist gleichzeitig mit in die Gefangenschaft geraten. 320 000 Gefangene fielen bei Vialystok in unserer Hand, 310 000 in der Schlacht von Smolensk; östlich Kiew sind es bis jetzt aber schon 380 000.

Riesengroß ist die Katastrophe; die hier die Sowjets betroffen hat. Selbst einem Blatt wie „News Chronicle" entfährt dabei der Schreckensruf: „Nur Un­wissende vermögen die den Sowjets zugestoßenen Nieder­lagen zu bagatellisieren". Tatsächlich gibt es aber noch Zeitungsstimmen, die solch einen lächerlichen Verbuch unternehmen und sich ähnlich wie „New York Herald Tribune" (dem man als einem USA.-Blatt 'eine Un­wissenheit nicht weiter zum Vorwurf zu machen braucht) über die angebliche Zurückeroberung von 32 Dörfern (das Blatt spricht sogar.von Städten) durch sie Sowjets kindlich freuen können. Uns in Deutschland wäre es von Interesse, zu erfahren, wie die Dörfer heißen und wo sie liegen, so wie wir gern wissen möchten, wo eigentlich der berühmte Reitergeneral Budjenny sich aufhält, der, wie „Exchange Telegraph" aus Moskau zu berichten weiß, es fertig gebracht haben soll, „noch etwa 300 000 Mann" aus der deutschen Umklammerung zu ziehen und für die Verteidigung,!»-)« Charkow bereitzustellen. Nun, man wird ja bald sehen Jedenfalls sind die 50 Divi­sionen, über die Budjenny nach Ansicht des „erfahrenen Militärbeobachters" von „Exchange Telegraph" angeblich noch verfügen soll, nach der neuesten Feststellung des Oberkommandos der Wehrmacht sicher und lest in der

deutschen Klammer. Es müßen sich dann schon die in der Phantasie jbnes „erfahrenen Beobachters" bestehenden und bereits vereinigten starken briti'ch-iowjetischen Streitkräfte sputen, um der weiteren deutschen Offensive Einhalt zu gebieten, die, wie „Exchange Telegraph" es natürlich ganz genau weiß, dem Vorstoß nach dem Kau­kasus gilt.. „Der Krieg im Osten wird durch die Taktik der sowjetischen Armee uferlos!" behauptet das Blatt und übersieht dabei ganz. daß gera.de der Verlauf der titanischen Umfassungsschlacht um rund 200 Kilometer östlich von Kiew die Grenzen der sowjetischen Taktik der Welt gezeigt hat, Grenzen, die durch die deutsche Stra­tegie in phantastischen Ausmaßen zwar, aber mit uner­hörter Sicherheit gezogen worden sind. Mit der „Politik der verbrannten Erde", von der das Blatt faselt, ist es doch wohl auch nur so, daß diese Zerstörungspolitik, insoweit sie überhaupt in Erscheinung treten kann. den Sowjets und der sowjetischen Bevölkerung selbst, nicht aber den deutschen Heeren schadet. Wenn es, wie die Sowjets behaupten, ihnen wirklich gelungen wäre. das östukrainische Industriegebiet mit seinen Arbeitern und Maschinen in den letzten Wochen hinter den Ural zu retten (wobei angeblich 10 000 Spezialarbeiter unter der Leitung einiger hindert Ingenieure alle Maschinen des Donez- und Don-Reviers abmontiert und nach Sibirien geschafft hätten), io wäre damit noch lange nicht erreicht, daß ihnen das Kriegspotential, das ihnen allein die Rohstoffgebiete der Ukraine boten, erhalten blieb. Im­merhin schleicht sich ein Lächeln über unsere Lippen bei dem Gedanken, daß die sowjetischen Transportmöglich­keiten, die kaum hinreichten, um die zurückziehenden Truppen aus dem Gebiet jenseits des unteren Dnjepr zu transportieren, noch groß genug gewesen seien, um solche Transporte, wie sie hier der Phantasie Moskauer Pro­paganda entsprungen sind, zu bewerkstelligen. Und wenn dennoch? Mit dem angeblich abtransportierten Material können die Sowjets jedenfalls nicht stärker werden als sie es, bisher waren, da sie die Kriegsmacht Deutschlands sqmt dem noch intakt gewesenen Material schlug, cgoztletmna ant Seite 2t

Kampf Sem kommunistischen übel

Sofia, 23. September. Der bulgarische Minister­präsident Pros, Dr. Filoff führte in einer Rede aus, die Bekämpfung des Kommunismus sei eine der wichtig­sten Fragen, die heute der bulgarischen Regierung ge­stellt werde. Es sei kein Zweifel vorhanden, daß auch das bulgarische Volk alles tun müsse, um das Uebel/zu beseitigen, das Bulgarien mehr als einmal erschreckt habe.

Me Summen find und bleiben die Sowjets

Ver grandiose Schwindel von der plutokratischen MateriaUzilse schon zerplatzt

ckllv. Berlin, 23. September (BZ.-Eigenbericht). Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, daß der unter dem düsteren Eindruck der jüngsten vernichtenden sowjetischen Niederlagen in England und in den USA. so plötzlich aufgeflammte Wille, nun unter allen Um­ständen den Sowjets weitstgehende Kriegsmaterialhilfe zu geben, lediglich ein im Augenblick gesüßter guter Vorsatz, im Grunde aber nur ein Bluff sein konnte, so haben diesen Beweis schon heute die vielsagende» Ueber- legungen in der britischen und der USA.-Presse erbracht.

Sie zielen sämtlich darauf ab, ob es im „gegenwärti­gen Augenblick" nicht zweckmäßiger wäre, statt an die Sowjets Material zu liefern (die sie doch nur höchst schwierig, wahrscheinlich aber gar nicht erreichen können), dieses Material liebet den britischen Streitkräften im Mittleren Osten direkt zu senden, die es „nützlicher" verwenden könnten.

So schreibt der Washingtoner Korrespondent von „New York Sun", es sei das Problem der USA.-Hilfe an die Sowjets zwar dasjenige, das zur Zeit die Washingtoner Kreise am meisten bewege, aber es stoße dieses Problem auf „Schwierigkeiten" zweierlei Art: Erstens sei die USA.-Rüstungsproduktion noch gar nicht so weit, daß man größere Hilfe den Sowjets gewähren könne, und zweitens sei die geographische Lage der Sowjetunion io, daß es zweifelhaft wäre, aus welchem der Zuganqswege sie das Material am sichersten erreiche. Wohl sei es denk­bar, daß die USA.-Lieferungen für die Sowjetunion über den Nordatlantik gingen, aber der Hafen von A r - changelsksei nicht das ganze Jahr über eisfrei. Wenn man aber das Material über den Pazifik -sende, so — läßt das Blatt zwischen den Zeilen durchblicken — könne man es auch gleich den britischen StrEtkräften zuführen, die ja, wie die „New York Post" in Riesen­

aufmachung und mit Balkenüberschrift aus London zu melden weiß, gemeinsam mit der „Roten Armee" die Oelfelder im Kaukasus verteidigen wollen, falls die Deutschen diese bedrohen.

* Die jüdische „New York Times" fällt überhaupt gleich mit der Tür ins Haus, indem sie frisch und frei ver­kündet, man müsse das für die Sowjets bestimmte Ma­terial den Briten aushändigen. „Mittelbar" würde da­mit auch die Sowjetarmee in die Lage versetzt, ihren Widerstand zu verlängern. Indes ist es nicht nur die USA.-Presse, die — voran die. jüdische „New York Times" — nach dieser Richtung hin so seltsame Forde­rungen erhebt, auch die britische Presse. Nachdenklich geworden durch die von General Wavell und Auchinleck (den Kommandeuren im Mittleren Osten und für In­dien) in Gemeinschaft an den Empire-Generalstab ver­faßte Denkschrift, hat sich die Deutung zu eigen gemacht, daß die geplante Materialhilfe für die, Sowjets doch nun zu spät kommen würde und man besser das ganze Material den britischen Streitkräften zur Verfügung stellen solle, nachdem nun schon die Lage so sei, daß die Sowjets aus dem für sie bereitgehaltenen Material keinem Nutzen mehr zu ziehen vermöchten, daß sogar die Gefahr bestünde, daß dieses Material in deutsche Hände fiele. „Daily Mail" aber schreibt: „Selbst der blindeste Optimist kann nicht mehr so verrannt sein zu glauben; daß die Sowjetunion den Krieg für England gewinnen kann", wobei ihr die „New York Times" hilfreich zur Seite springt, mdem sie rund heraus erklärt, es komme gar nicht darauf an, daß die Sowjets den Krieg ge­wönnen, sondern es gehe ganz einfach darum, daß sie den Krieg fortsetzen könnten.

Da haben es nun die Sowjets! Alle ihnen gestern noch von London und den USA. großsprecherisch ' in

Aussicht gestellten Waffen- und Materiallieferungen waren nur ein Bluff (wie wir gestern schon feststell­ten). und der Umstand, daß nach dem Mittleren Osten allenfalls gehende Materiallieferungen, auch wenn sie wirklich anfangs für die Sowjets bestimmt gewesen sein sollten, bis zum Persischen Golf denselben Trans­portweg haben wie die M"ten"Meferungen, die für die Briten bestimmt sind. hat es ermöglicht, den gran­diosen . britischen Schwindel mit der „weitestgehen- den Unterstützung der Sowjets" in die Welt zu setzen.

Haben die Sowjets etwas anderes erwartet? Auch sie hätten sich gleich zu Anfang lagen können, daß trotz der propagandistisch wunderbar aufgemachten Taufe der für die Sowjets bestimmten ersten beiden Tanks durch die -Jüdin Maisky (der erste erhielt den Namen „Sta­lin", der zweite den Namen „Woroschilow") und trotz der dabei gesungenen Internationale der ganze Tam- ta m um die Sowjethilfe nichts anderes als Spiegel­fechterei sein müsse. Das gewallte Ziel. nämlich die Hebung der Stimmung in London und die Ermutigung der USA. in der düsteren Stunde des Vekanntwerdens der jüngsten'sowjetischen Niederlage, wurde durch die­sen Tamtam erreicht! der Dumme aber bleibt wiederum der Verbündete Englands, in diesem Falle der Sowjet, der als treuer und gehorsamer Bundesgenosse Groß­britanniens sich in diesem Kriege weiter verbauten darf, ohne daß England selbst dazu das notwendige Materials geschweige denn neue Hilfskräfte zum Ein­satz bringt. Was sandte doch Radio -Daventry in vor- vergangener Nacht durch den Aether? „Wenn die Russen völlig auf die Hilfe der Demokratien angewiesen wären und nichts aus eigenen Hilfsquellen bestreiten könnten, wäre ihre Lage verzweifelt!"

Von

6onersl cker Artillerie kaul Hasse

2m Jahre 216 vor unserer Zeitrechnung schlug Hanni- bal mit 50 000 Mann die 79 000 Mann des rönnschen Feldherrn Terentius Varro bei Cannae mit dem Ergeb­nis, daß die Römer 48 000 Tote auf dem Schlachtfeld liegen ließen gegen 6000 Gefallene der Karthager. Diese entgegen allen damaligen taktischen Grundsätzen durch Umfassung. beider feindlichen Flügel erzielte Vernich- tungsschlächt hat- der große Lehrmeister des deutschen Eeneralstabes, Gras von Schliessen, in einer glänzenden Studie behandelt und für alle Zeiten als Musterbeispiel hingestellt. Nicht der „ordinäre.Sieg", durch frontalen Angriff oder durch einseitige Umfassung, der dem Gegner die Möglichkeit des Zurückweichend läßt. sondern der Vernichtungssieg.der durch Umfassung beider Flügel in den Rücken des Feindes und damit zu seiner Einkesselung führt, ihm jede Rückzugsmöglichkeit versperrt, sei als Ideal der Feldherrnkunst anzustreben.

Die Schlachten Friedrichs des Großen zeigen alle das ' Streben nach Vernichtungssiegen im Sinne von Cannae. Friedrich versuchte stets, von vornherein sie Flanken oder noch lieber den Rücken des Feindes anzugreifen oder. wenn der Gegner sich mit einem seiner Flügel an ein ungangbares Hindernis angelehnt hatte, ihn durch Umfassung des freien Flügels gegen das Hindernis zu werfen. Beide Feldherren, Friedrich, wie zweitausend Jahre vor ihm Hannibal, konnten bei der Kleinheit ihrer Heere ihre Umgehungsbewegungen noch in der Frühe des Schlachtentages ansetzen. Das war Napoleon, der ebenfalls Vernichtungsschlachten anstrebte, mit seinen sehr viel größeren Armeen nicht mehr möglich. Er mußte ihre Bewegungen Tage. ja Wochen vorher in die von ihm beabsichtigte Richtung leiten. Die Vernichtungsschlachten von Marengo, Ulm, Austerlitz und Jena sind berühmte Beispiele füt leine Feldherrnkunst. Aber auch seine Geg­ner hatten von ihm gelernt. Die Schlachten der Be­freiungskriege an der Katzbach. bei Dennewitz und Kulm reichten bereits an Vernichtungsschlachten heran. Und Waterloo wurde zur Vernichtungsschlacht, als nach Wel­lingtons frontalem, wenig aussichtsvollen Tageskampf die Preußen am Abend den tödlichen Stoß in die fran­zösische Flanke führten.

„Getrennt marschieren/ vereint schlagen" war die große Losung geworden, die die Feldherren des 19. Jahrhunderts mit ihren immer mehr anwachsenden Heeresmassen anstrebten, und die Moltke mit vollen­deter Kunst anzuwenden verstand. Daß Königgratz nicht zu einer idealen Vernichtungsschlacht wurde, son­dern Benedei sich der völligen Einschließung noch ent­ziehen konnte, lag nicht an Moltkes Schlachtplan. son­dern an der. mangelnden Tatkraft und Schulung der Nachgeordneten Führer. Ganz groß aber zeigte sich Moltkes 'Feldberrntum im Kriege von 1870/71. Die große Entscheidungsschlacht von Sedan war- eine Ver­nichtungsschlacht von vollendeter Anlage und Durch­führung. Sie war in ihren Ausmaßen, in den Ge­fangenen- und Beutezahlen die größte Schlacht der bis­herigen Weltgeschichte, und sie wurde kriegsentscheidend. Aber nichts ist beständiger als der Wechsel. Die Zeit der Technik folgte. Die Wirkung der Schußwaffen steigerte sich durch neue Erfindungen und Vervollkommnungen und durch Massenherstellung ins Ungeheure. Die Rolle der Kavallerie als schlachtenentscheidende Waffe war schon lange endgültig ausgespielt. Der verbesserte Nach­richtendienst erschwerte nun auch die Geheimhaltung großer Umgehungsmärsche, die immer zahlreicheren Eisenbahnverbindungen und Straßen erleichterten im eigenen Land rechtzeitige Gegenmaßnahmen. Die ge­waltigen Massen der modernen Armeen ermöglichten es, die Grenze zwischen zwei kämpfenden Mächten bis an die neutralen Nachbarstaaten heran vollständig zu besetzen und zu verteidigen. So wurde der Weltkrieg zum Stellungskrieg, zum Materialkrieg. Trotz hinge­hendster Tapferkeit, trotz Hinnahme blutigster Verluste gelang es keiner Seite, die Feuerkraft der Feindstel^ lung zu zerschlagen und Durchbrüche herbeizuführen, die zur Bewegungsfreiheit, zum Kampf im freien Felde führten. Die.^Feldherrnkunst der Vergangenheit schien, wenigstens an der Westfront des Weltkrieges, in der Gegenwart keine Möglichkeiten mehr zu haben. Neue Wege mußten gesucht, neue Methoden oder neue Kampf­mittel gefunden werden, um Entschluß- und Bewegungs­freiheit in der Kriegführung wieder zu gewinnen. Es fehlte eine Waffe, die schneller als die Infanterie und widerstandsfähiger gegen das f-indliche Feuer war, etwa wie ernst in vergangenen Zeiten die Panzerreiter. Ein deutscher Offizier wär es, der zuerst auf den Gedanken eines gepanzerten, mit Maschinengewehren oder leich­ten Kanonen bewaffneten, motorisierten Fahrzeuges kam. Das war einige Jahre vor dem Weltkriege. Aber damals war noch nicht erwiesen und wurde auch noch nicht geglaubt, in welchem Maße die Strategie und Taktik der Vergangenheit durch die moderne Waffen- wirkung in einem neuen Kriege behindert werden würde. Genies sind ihrer Zeit voraus und werden von der Mitwelt nur selten begriffen. Das traf auch auf den genialen Gedanken des gepanzerten Kampfwagens zu. Die Anregung des deutschen Offiziers fand kein Gehör. Erst im Verlauf des Weltkrieges wurde die Idee des Kampfwagens auch den weniger genialen Fachmännern verständlich. Die Engländer waren die Ersten, die im Weltkriege einen solchen Kampfwagen, den sie, um seinen Zweck zu verschleiern, Tank nannten, konstruierten und an die Front brachten. Die Schlacht von Cambrai bewies seine Brauchbarkeit. Aber zu

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Bisher 380 000 Gefangene wurden in der Ver­nichtungsschlacht ostwärts Kiew gemacht; mehr als 570 Panzerkampswagen und 2100 Geschütze wurden erbeutet oder erledigt.

Die Auflösungserscheinungen bei den sowjetischen Truppenverbänden schreiten fort.

Die deutsche Luftwaffe erzielte bedeutende Erfolge gegen sowjetlsche Kriegs- und Handelsschiffe Lei Odessa und Kronstadt.

Der Schwindel von der plutokratischen Material­hilfe für die Sowjets ist bereits zerplatzt.

In München fand die Begräbnisfeicrlichkeit für Generaloberst von Schobert statt.

Robert Bosch wurde fünfter Pionier der Arbeit. Gauleiter Earl Röver hatte 85 Führerinnen des weiblichen RAD. zu Gast.

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