Ausgabe 
(22.9.1941) Nr. 263
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

Erschei nt 7malwSchentllch

Monatsbezug E 2,30 einschl. Zu­stellgebühr. Postbezugsprei« monakl. 2,30 E (einschl. 27,3 ^ Post­zeitungsgebühr) zuzügl. 42 ^ Be­stellgeld. Bezugspreis ist im voraus zahlbar. Postscheck: Hamburg 17272. Eine Behindeping der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Nachzahlung des Bezugspreises. Verlag: NS.-Gauverlag Weser- Ems GmbH., Bremen, Geeren 6/8. Fernspr. 54121, Nach», u. Sonntg. 51115. SprechZ-: Verlag: werktl. 12—13 Uhr? Schriftleitung: Diens­tag und Freitag 12Vr—13Vr Uhr.

vieiner) eilmo

Parteiamtliche lageszeitung

vos flmisblatt des Negierenden vürgermeisters der Zreien Hansestadt vremen

Anr eisen - Srundprelseli

Die 1 mw hohe und 22 mw breit« Zeile im Anzeigenteil 13 H/. Die 78 nun breite und 1 nun hohe Zeile im Terttell 75 H/. Ermüß. Grundpr. (für Klein- n. Famikienaoz. u. a.) sowie sonstige Beding. Preisliste 9 Nachlaßstaffel 6. Geschäftsstellen: Bremen: Geeren 6/8. Nuf 5 41 21z Nachtrus und sonntags 81118) Obernstr. 86, Nuf 3 4121) Dhke: Mühlendamm 2) Dr.-Hemelingen: Bahnhofstr. 6. Ecke Poststr-, Nuf 4 34 58) Br.-Vegesack: Nohrstr. 24, Nuf 4 u. 8: Br.-Blumenthal: Kpt.» Oallmann-Str. 41/43, Nuf 88 u. 8S

der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkünüungsblatt des Neichsstatttsallers in Oldenburg und vcemen

Nr. 2KZ / 11. Jahrgang

Montag. 22. September 1941

kinzeloreis 19 Npf.

verelts >50000 Sesanaene ostwärts Kiew

Starke reite des umzingelten seindes vernichtet / Noch unübersehbare veute an Kriegsmaterial / Hauptstadt von ösel genommen / Nuch Moon fest in unserer Hand

Schlag auf Schlag

Aus dem Führerhauptquartker, 21. September. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im Verlauf der ostwärts Kiew im Gang befind­lichen Umfassungsschlacht haben die Armee des Generalfeldmarschalls von Reichenau und die Pan­zerarmeen der Generalobersten von Kleist und Guderian starke Teile des umzingelten Feindes vernichtet und schon jetzt über 15V VVV Gefangene eingebracht, sowie 151 Panzerkampfwagen, 602 Ge­schütze und unübersehbares sonstiges Kriegs­material erbeutet. Die Zerschlagung der restlichen Teile des eingeschlossenen Feindes ist in vollem Gange. Weitere große Zahlen an Gefangenen und Beute stehen zu erwarten."

Eine weitere Sondermeldung aus dem Führer­hauptquartier hat folgenden Wortlaut: Das Ober­kommando der Wehrmacht gibt bekannt: „In mustergültiger Zusammenarbeit haben Verbände des Heeres, der Luftwaffe und der Kriegsmarine einen neuen bedeutsamen Erfolg erzielt. Arens- burg, die Hauptstadt von Oesel, wurde in ent­schlossenem Zugriff genommen. Moon und Oesel find damit fest in unserer Hand. Nur noch ver­sprengte Teile der Besatzung von Oesel befinden sich im Westteil von Oesel. Ihre Vernichtung steht bevor."

»

Din Xsl-tokkelsc-üo,- vnllc-c- volselisnisten wii-ck Kesäubert

(LL.-T«üw»vii/8ebsrI.)

Vas flsowsche Meer erreicht

Southampton von starken Kampffttegerverbbnden bombardiert

Aus dem Fiihrerhauptquartier, 21. Sept. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Am Südflügel der deutschen Angriffsfront wurde das Asowsche Meer erreicht. Voraussetzung hierfür war der heldenhafte Einsatz einer Infanteriedivision, die den Uebergang über den breiten Unterlauf des Dnjepr bei Verislaw — 80 Kilometer nordostwärts Cherson — unter schwierigsten Verhältnissen erkämpft und allen Gegenangriffen zum Trotz gehalten hatte. Die Vernich­tung des im Raume ostwärts und siidostwärts Kiew eingeschlossenen Gegners schreitet fort. Die deutschen Ver­bände, die von Westen her in Kiew eingedrungen waren, stießen über den Dnjepr nach Osten vor und ver­einigten sich mit den Kräften, die über die Desna von Norden angegriffen hatten. Heftige Durchbruchsversuche des Feindes schlugen fehl. Die Gefangenen- und Beute­zahlen wachsen stündlich. Einheiten der Kriegsmarine stießen tief in den Finnischen Meerbusen vor, verstärkten den Minensperrgiirtel und sicherten die gegen die bal­tischen Inseln eingeleiteten Operationen. Die Luftwaffe versenkte nordwestlich der Krim ein Vorpostenboot, ein Kanonenboot sowie drei Handelsschiffe mit zusammen

10 000 BRT. und erzielte Bombentreffer auf einem sowjetischen Torpedoboot.

Im Kampf gegen Großbritannien belegten starke Kampffliegerkräfte in der vergangenen Nacht Hafen­einrichtungen und Versorgungsbetriebe von Southamp- ton mit Bomben schweren und schwersten Kalibers. Treffer in Lagerhäusern» Docks und militärischen An­lagen der Stadt richteten beträchtliche Zerstörungen an. Eine Reihe größerer Brände wurde beobachtet. Andere Kampfflugzeuge griffen mehrere Flugplätze sowie Hafen­anlagen in Süd- und Ostengland an und versenkten nordostwärts The Wash einen Frachter von 4000 BRT„ ein weiteres größeres Handelsschiff wurde beschädigt. Im Kanalgebiet verlor die britische Luftwaffe am gestrigen Tag bei einem wirkungslosen Angriffsversuch 30 Flugzeuge. Davon wurden 35 durch Jäger, vier durch Marineartillerie abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt. Der Feind flog in der letzten Nacht nach Nord- und Südwestdeutschland ein und drang mit einzel­nen Flugzeugen bis zur Reichshauptstadt vor. Durch Bombenwurf entstanden unerhebliche Schäden in Wohn­vierteln. Nachtjäger und Flakartillerie schössen drei britische Bomber ab."

Von einem Vttemma ins andere

prawda gesteht: der Krieg hat den tharakter eines Verzweiflungskampfes

Madrid, 21. September. (BZ.-Eigenbericht.) Wie die spanische Zeitung „ABC"" aus London meldet, wird das englische Volk nach wochenlanger Jllusionsmache jetzt mit einem Zitat aus der Moskauer „Prawda" wachgerüttelt: „Der Krieg hat den Charakter eines Ver- zweislungskampfes angenommen." Der spanische Kor­respondent meint hierzu, daß die Engländer sich in die­sem Kriege von einem Dilemma in das andere hinein­manövrieren. Ein geradezu tantalidisches Dilemma habe am Freitag der „Daily Herold" auf den Plan ge­bracht. Das Blatt fragt: Ist es möglich, der Roten

Armee ohne Schwächung der Verteidigung des briti­schen Mutterlandes eine genügend große Unterstützung an Menschen und Kriegsmaterial zu gewähren? Selt­

samerweise, so meint „ABC", seien alle Dilemmas der britischen Presse, die dem englischen Volk Anreiz zu ab­lehnenden Diskussionen geben, genau so tantalidisch. In den Londoner Zeitungen lese man jetzt u. a.: Der Krieg könne ohne einen Feldzug gegen den Kontinent nicht ge­wonnen werden. Dieser Feldzug aber würde die Insel entblößen, und Hitler hat, wie Kriegsminister Mar- gusesson kürzlich erklärte, nicht nur ein großes Heer, sondern er hat auch im Westen eine Streitmacht in Re­serve, die stark genug ist für eine Invasion, sobald die Engländer einmal nicht ganz auf der Hut find. Um Sowjetrußland den Widerstand zu ermöglichen, müssen wir ihm mit Menschen und Kriegsmaterial und allen erdenklichen Mitteln helfen, denn wenn Rußland fällt, dann ist alles verloren.

In 4S Minuten ZS britische Jagdflugzeuge ...

Berlin, 21. September. In den Lustkämpsen am Kanal erlitt die britische Luftwaffe auch am Sonntag erhebliche Verluste. Deutsche Jäger schössen nach bis­her vorliegenden Meldungen in den Nachmittagsstunden innerhalb 40 Minuten 30 Jagdflugzeuge oom Muster Spitsire ab. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt.

Danach büßte die britische Luftwaffe in den letzten 24 Stunden im Kanalgebiet allein an Jagdflugzeugen 65 Maschinen ein. Dieser schweren Niederlage der briti­schen Luftwaffe stehen nur drei deutsche Verluste gegen­über.

vor Leningrad Z02 Sowjet-Panzer vernithtet

Berlin, 21. September. Bei den Angriffen deutscher Truppen auf die Verteidigungslinien der Sowjets um Leningrad hatte eine Panzerdivision ganz besondere Er­folge. Die Sowjets leisteten in einem stark ausgebauten Vunkersystem modernster Bauart nicht nur erbitterten Widerstand, sondern führten auch immer wieder heftige Gegenangriffe mit zahlreichen Panzern durch. Diese eine Panzerdivision vernichtete in kühnem Einsatz 302 sowjetische Panzerkampfwagen.

kine Woche größter deutscher krsolge

Unvergleichliche Tapferkeit unserer siegreichen Gruppen

Berlin» 21. September. Mehrere Sondermeldun- gen und die Wehrmachtsberichte der Vorwoche gaben dem deutschen Volk und der Welt Kunde von den un­vergleichlichen Taten der deutschen Waffe». In un­erschütterlichem Siegeswillen drangen die deutschen Truppen in Ausnutzung der durch die Schlacht von Eomel erzielten Erfolge trotz schlechter Witterung und grundloser Wege unaufhaltsam gegen die Desna vor. Der Feind hoffte, hinter diesem Fluß eine neue Ver- teidigungssront aufbauen zu können. Um Zeit für den Ausbau seiner Verteidigung zu gewinnen, setzte er unseren Truppen, zum Teil von zahlreichen Panzern und heftigem Artilleriefeuer unterstützt, in Gegen­angriffen harten Widerstand entgegen. In scharfen Kämpfen wurde dieser Widerstand überall gebrochen. Der Feind erlitt schwere Verluste.

Unter dem Feuerschutz der Artillerie und erfolg­reicher Mitwirkung der Luftwaffe erzwängen Truppen des Heeres den Flußübergang über die Desna. Eine andere starke Kräftegruppe hatte, wie das OKW. be­richtete, auf einer Front von 120 Kilometer den Ueber­gang über den breiten Dnjeprstrom beiderseits Kre- inentfchug erzwungen und stellte in schnellem Vordrin­gen nach Norden die Verbindung mit den aus der Desnafront vorgegangenen Teilen her. Damit war die Einkreisung eines im Bogen des zwischen Dnjepr und Desna liegenden Gebietes vollzogen, das ungefähr der Fläche eines Dreiecks München — Stettin — Köln ent­spricht. Vier feindliche Armeen wurden dadurch ein­gekesselt und stehen nunmehr auf dem seither verengten Schlachtfeld vor ihrer Vernichtung. Ausbruchsversuche, bei denen an verschiedenen Stellen des Kessels Kavallerieschwadroncn zu sinnlosen Attacken ansetzten, und selbst Nachschubkolonnen auf eigene Faust sich einen Ausweg nach Osten suchten, waren zum Scheitern ver­urteilt. Die Hoffnung der Sowjets, in Kiew ein Boll­

werk verzweifelten letzten Widerstandes zu schaffen, wurde durch den kühnen Angriff unserer Truppen ver­eitelt, der nach wenigen Tagen zum Erfolg führte. Nach wirksamer Artillerievorbereitung durchbrachen Infan­terie und Pioniere den ersten Ring der starken Be­festigungsanlagen. Zahlreiche Hindernisse, Minenfel­der mit Fernzündung, Starkstromhindernisse und viele stark bestückte Betonbunker konnten den kühnen An­sturm unserer Soldaten nicht aufhalten. Auch die zweite Befestigungslinie erlag bald ihrem Angriff. Noch am Nachmittag des 18. September trieb der Gegner unter Zwang von politischen Kommissaren bewaffnete Zivili­sten (Arbeiterbataillone) nutzlos in das vernichtende Feuer unserer Waffen. Nachdem die bolschewistischen Führer geflüchtet waren, brach der letzte Widerstand unter schweren blutigen Verlusten zusammen. Von den militärischen und politischen Führern im Stich gelassen, lösten sich die bolschewistischen Verbände schnell auf. Die Verpflegungslager wurden geplündert. Am Vormittag des 19. September konnten unsere siegreichen Truppen die Reichskriegsslagge auf der Zitadelle von Kiew hissen.

Während dieser Kämpfe setzten andere Kräfte nach vollzogenem Dnjepr-Uebergang den Angriff im allge­meinen in ostwürtiger Richtung fort. Am 19. September konnte bereits die 120 Kilometer südwestlich Charkow gelegene Eebietshauptstadt Poltawa, die mehr als 130 000 Einwohner zählt, im Kampf genommen wer­den. 2m Norden stehen unsere Truppen im schweren Kampf um die Befestigungsanlagen von Leningrad. In stetem Fortschreiten wurden dem Gegner -Tag um Tag starke Befestigungswerke entrissen. Auch hierbei vollbrachten unsere Truppen außerordentliche Taten. Bei Erstürmung eines Höhengeländes vernichtete eine Division an einem Tage 50 feindliche Betonbunker, dar­unter solche modernster Bauart mit zwei Meter dicken

Betonwänden, zehn Zentimeter dicken stählernen Kugel­fängen und drehbaren Panzerkuppeln. Eine andere Division räumte an einem Tag bei der Erstürmung eines durch Minen geschützten Verteidigungssystems 1000 Minen auf, setzte 41 Bunker, darunter zum Teil zwei- bis vierstöckige Betonbunker, und zahlreiche Ee- schiitzbunker außer Gefecht. Mit schweren 52-Tonnen- Panzerkampfwagen versuchte der Gegner in ständigen Angriffen den fortschreitenden Durchbruch unserer Soldaten durch die Befestigungsanlagen von Lenin­grad aufzuhalten, kleberall wurde er unter schwersten blutigsten Verlusten zurückgeschlagen. Dabei wurden zahlreiche Gefangene eingebracht und eine große Anzahl Panzer. Geschütze sowie anderes Kriegsgerät erbeutet oder vernichtet. Führung und Truppen haben in diesen Kämpfen Hervorragendes geleistet. Durch geschickte Operationen gelang es, Teile des zurückweichenden Feindes an mehreren Stellen einzuschließen und zu ver­nichten. Der Feind biHte dabei eine hohe Zahl'an Men­schen und Material ein. Neun feindliche Divisionen wurden völlig vernichtet, neun weitere unter blutigsten Verlusten für den Feind zerschlagen. Ueber 53 000'Ge­fangene, 320 Panzer und 695 Geschütze aller Art sowie zahlreiches Kriegsmaterial wurden erbeutet oder zer­stört. In kühnem Handstreich stießen Verbände des deut­schen Heeres im Laufe dieser Woche mit Unterstützung der Luftwaffe und der Kriegsmarine auf die Estlan'd vorgelagerten Inseln Worms, Moon und später auch auf Oesel vor. Damit verlor der Feind eine Reihe der wichtigsten Flotten- und Luftwaffcnstützpunkte.

Die große Zahl der Gefangenen und die unüberseh­bare Beute aus den Kämpfen dieser Woche läßt sich noch nicht genau angeben. Das deutsche Heer hat auch in dieser Woche bewiesen, daß es von unerschütterlichem Siegeswillen erfüllt, den letzten Widerstand des Sowjet­heeres zerschlagen wird.

Vcmlcss-Impsricilismus sinrl imc! jstrt

k. bckll. Wer noch vor einiger Zeit, nach dem vorüber­gehenden Abflauen der Azoren-Affäre, die Ansicht ver­treten zu können glaubte, Roosevelt konzentriere seine Stützpunktpolitik lediglich auf seinen eigenen Kontinent, ist durch eine Reihe dreister amerikanischer Demonstra­tionen in andern Erdteilen inzwischen eines besseren be­lehrt worden. Allzu deutlich ist die Tatsache in Erschei­nung getreten, daß auch der afrikanische Kontinent in besonderem Maße zum Objekt der maßlosen USA.» Expansionsbestrebungen geworden ist. Da hierbei sowohl rein diplomatische und wirtschaftliche wie strategisch» Methoden in Anwendung kommen, fehlt dem macht- politischen Ziel Washingtons in Afrika keineswegs die typisch amerikanische Betriebsamkeit mit doppeltem Boden.

Wohin die unersättlichen Wünsche der Imperialisten des Weißen Hauses gehen, verriet schon im Juli 1940 der Mitarbeiter Roosevelts. Mr. Elliot, als er in der Zeitschrift „Life" für eine amerikanische Einflußzons in Afrika (wie es ausdrücklich hieß) militärische Stütz­punkte in Freetown, Dakar, auf den Kapverden und den Azoren in Vorschlag zu bringen sich erkühnte. Ja, wir kön­nen noch weiter, und zwar bis ins Jahr 1923 zurückgehen, um bereits in jener Zeit den USA.-Schriftsteller Cox den Standpunkt einnehmen zu sehen, zum Flankenschutz der Investituren in Südamerika wäre die Errichtung eines Flottenstützpunktes in Libera von großem Vorteil. Der Appetit Roosevelts auf Heer- und Flotteneinsatzgebiete in der Südafrikanischen Union wiederum hat, wie er­innerlich, vor einigen Wochen zu lebhaften Debatten in Pretoria geführt, wo jetzt übrigens nordamerikanischs Marine- und Militärattaches eine mehr oder weniger geräuschvolle Aktivität entfallten.

Die Einbeziehung des Schwarzen Erdteiles in die Washingtoner Weltherrschaftspläne knüpft zu einem Teil an Vorgänge und Ereignisse der Kolonialgeschichts an. Die Monroedoktrin mußte schon früher, wi« wir gleich sehen werden, dazu herhalten, die wahren, in der Erweiterung ihrer Machtsphäre liegenden Absichten der US.-Amerikaner zum mindesten zu verschleiern: immer, wenn sich die verantwortlichen Männer des Weißen Hauses auf dem politischen Terrain Afrikas zu weit vorgedrängt und die Abwehrbereitschaft euro­päischer Mächte hervorgerufen hatten, zogen sich die je­weiligen Diplomaten des Sternenbanners für einig» Zeit pro forma(!) auf die klassische Nichteinmischungs­erklärung zurück. Dabei brachte man unvorsichtiger« weise Formulierungen von prinzipieller Bedeutung zu Papier,' so setzt der erste Teil der folgenden bemerkens­werten Erklärung der USA.-Regierung vom November 1911, abgegeben auf einen Pariser Schritt hin, di« heutige Jnterventionspolitik Roosevelts mit samt ihrer sichtbaren Auswirkung in gewissen afrikanischen Gebie­ten in ein recht bezeichnendes Licht: „Im Einklang mit der traditionellen amerikanischen Außenpolitik, die ein« Teilnahme der Vereinigten Staaten bei der Regelung von politischen Fragen, die gänzlich europäisch in ihrem Umfange sind, verbietet, muß diese Regierung Abstand nehmen von jeder Meinungsäußerung für oder wider solchen Teil oder Teile der deutsch-französischen Ueber- einkunft über Marokko, die als politisch gelten können." Es ließen sich in diesem Zusammenhang oom Standort der Gegenwart außerdem allerlei Einzelheiten über di« Rolle der Vereinigten Staaten auf der Kongo- Konferenz 1885 und der Algeciras-Kon- ferenz 1906 neu verarbeiten: wir begnügen uns mit dem Hinweis auf die Richtlinien, 'die der ameri­kanische Staatssekretär Elihu Root dem Botschafter White und dem Gesandten Gummere für Algeciras gab: sie betrafen die beharrliche Vertretung aller Interessen der Juden (!) Marokkos, nachdem die nordafrikanischen Hebräer in Washington Denkschriften über die ihnen zu­vor auferlegten. Einschränkungen Zugereicht hatten. Elihu Roöt hielt es für richtig, dem Diplomatengepäck der Leiden genannten Beauftragten jene Klagelieder der Juden im Urtext Leizugeben.

Ein Kapitel für sich ist die Gründung und Entwick­lung der Negerrepublik Liberia, deren Ver,

IIIMMIMI»MIMI,I„,IIIIMII»NII»M»IIIII»IIIIIIIIII»»II»U»III»l»»IIIIU»IIIIIII

Unser ^ayessyieysl

Ostwärts Kiew wurden starke Teile des umzingelten Feindes vernichtet und bereits über 150 000 Gefan­gene gemacht; die Beute an Kriegsmaterial ist un­übersehbar.

Unsere Truppen erreichten das Asowsche Meer.

Die Hauptstadt von Oesel wurde genommen.

Starke deutsche Kampssliegerverbände bombardier­ten Southampton.

Am Kanal schoß unsere Luftwaffe innerhalb 4V Mi­nuten 30 britische Jagdflugzeuge ab.

In einer Woche wurden im Atlantik 250 300 BRT. feindlichen Schiffsraums versenkt.

In München wurde die Reichswoche für den deut­schen Kulturfilm eröffnet.

Am kommenden Wochenende stellen sich der NS.« Reichsbund für Leibesübungen und die KdF.-Sport- ämtcr in den Dienst der 1. Reichsstraßensammlung im 3. Kricgs-WHW.

Die 4. Vorschlußrunde um den Tschammerpokal sah Dresden, Schalke, Admira und Kiel in Front. Werder besiegte ASV. Blumcnthal 3:0.

Hannover OK unterlag überraschend dem LWSB. Wolfenbüttel 0:3.

/