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Parteiamtliche "Tageszeitung
Dos flmtsbiatt des legierenden vürgermeisters der Zreien Hansestadt vremen
der Nationalsozialisten Vremens
flmNiches verkündungsblatt des NeichsstatHMers in Oldenburg und vremen
Nr. 261 /II. Zaftrgang
Sonnabend. 20. September 1S41
kinzelpreis 15 Npf.
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Unsere Iruppen in Kiew eingedrungen / poitawa genommen / Vier Sowsetarmeen der Vernichtung mcheimgesallen / visizerige Verluste der Sowjets: 1,S will. Sesangene; lotenzatil wabrscheinlich Kötzer
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Aus dem Führerhauptquartier, den 19. September. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Zuge der heute bekanntgegebenen Umfassungsoperationen wurde auch der Angriff gegen die ukrainische Hauptstadt Kiew eingeleitet. Nach kühnem Durchbruch durch die stark ausgebauten Befestigungen auf dem West- ufer des Dnjepr sind unsere Truppen in die Stadt eingedrungen. Auf der Zitadelle weht seit heute vormittag die Reichskriegsslagge.
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Aus dem Führerhauptquartier, den 19. September. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Deutsche Truppen, die nach dem Uebergang über den Dnjepr bei Krement- schug den Angriff auch nach Nordosten fortsetzten, haben Poitawa, 12V Kilometer südwestlich Charkow, genommen.
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Aus dem Führerhauptquartier, 19. September. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Die konzentrischen Angriffsoperationen der Heeresgruppen des Generalfeldmarschalls von Rundstedt und des Generalfeldmarschalls von Bock haben nunmehr, wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, zu einer neuen, gewaltigen Umfassungsschlacht geführt. Im Anschluß an die Schlacht bei Gomel waren starke Kräfte gegen den Ober- und Unterlauf der Desna vorgestoßen, um in hartnäckigen Kämpfen den Uebergang über den Fluß zu erzwingen. Von hier aus wurde der Angriff nach Süden fortgesetzt, um einer Kräftegruppe die Hand zu reichen, die den Dnjepr beiderseits Krementschug unter schwierigsten Verhältnissen in 12V Kilometer Breite überwunden hatte und zum Angriff nach Norden angesetzt worden war. Seit dem 13. September ist die Vereinigung dieser Kräfte 200 Kilometer ostwärts Kiew vollzogen. Um vier sowjetische Armeen ist damit der Ring geschlossen. Ihre Vernichtung ist in vollem Zuge. An dem glänzenden Erfolg dieser Operationen haben die
Luftflotten des Generaloberst Löhr und des Ge- neralseldmarschalls Kesselring großen Anteil. Kampfflugzeuge griffen in der Nacht zum 19. September Moskau sowie Stadt und Hafen Odessa mit guter Wirkung an. Zahlreiche Brände entstanden.
An der britischen Ostküste bombardierten Kampfflugzeuge verschiedene kriegswichtige Anlagen. Bei Versuchen des Feindes, am gestrigen Nachmittag nach Holland und in die besetzten Gebiete am Kanal einzuslie- gen, schössen Jäger, Flakartillerie und Minensuchboote 29 britische Flugzeuge, darunter vier Bomber, ab. Der Feind flog weder ber Tage noch bei Nacht in das Reichsgebiet ein.
Die bisherigen Verluste der Sowjet-Wehrmacht an Gefangenen haben die Zahl von 1,8 Millionen überschritten. Die Zahl ihrer Toten ist erfahrungsgemäß mindestens ebenso hoch, wahrscheinlich höher. Demgegenüber versucht die feindliche Propaganda die Wirkung dieser deutschen Erfolge, die sie nicht mehr abstreiten kann, dadurch abzuschwächen, daß sie deutsche Verluste allein an Toten in der Höhe von 1,5 bis 2 Millionen Mann erfindet. Tatsächlich betragen unsere Verluste nach genauer Feststellung für die Zeit oom 22. Juni bis 31: August 1941 beim Heer (einschließlich Waffenöl: 84 354 Tote. 292 699 Verwundete. 18 921 Vermißte, bei der Luftwaffe: 1542 Tote, 3989 Verwundete, 1378 Vermißte. Die deutsche Luftwaffe verlor im Ostfeldzug bis zum 31. August nur einen Teil unserer Monatsproduktion, nämlich 725 Flugzeuge."
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Kiew, die Hauptstadt der Ukraine, hatte 1926 493 870 Einwohner und ist die drittgrößte Stadt der Sowjetunion. Die Stadt, an dem hier über 600 Meter breiten Dnjepr gelegen, dessen Steilufer sich bis zu 100 Meter Höhe erheben, hat zahlreiche Fabriken und beherrscht den sowjetischen Zuckermarkt. Im Weltkrieg wurde Kiew, die älteste russische Stadt, im März 1918 von deutschen Truppen besetzt.
Poltawa, ebenfalls in der Ukraine gelegen, ist ein wichtiger Bahnknotenpunkt der Strecken Krementschug— Charkow und Kiew—Losowaja und besaß 1926 91 980 Einwohner. Poitawa ist der Mittelpunkt eines Zuckerindustriegebietes und besitzt auch sonst zahlreiche wichtige Fabriken. Die Stadt, die berühmt wurde durch den Sieg Peters des Großen über den Schwedenkönig Karl III., wurde ebenfalls im März 1918 durch deutsche Truppen besetzt.
Londoner Plutokralen verschlug es die Sprache
Britische Zeitungen veröfientlichen die deutschen krsolgsmeldungen, Selbst die Sowjets machen Sestündnisse
brv. Stockholm, 19, September. (BZ.-Eigenbericht.1 Für die Engländer kam die Sondermeldung des Oberkommandos der Wehrmacht mit ihren welterschütternden Feststellungen über die Rieseneinkesselung um Kiew so überraschend, daß sie vielleicht zum erstenmal in diesem Kriege alle Vorkehrungen der englischen Propaganda überrannten und den englischen Nachrichtendienst zwangen, den deutschen Meldungen weitgehenden Raum zu gewähren, ohne die sonst üblichen Verkleinerungsver- suche. Es ist deutlich, daß die schlimmsten Erwartungen auf englischer Seite iibertroffen worden sind und daß die Briten es für klüger halten, ihr Volk durch Wiedergabe der deutschen Nachrichten aus weitere schlimme Dinge vorzubereiten, die sich ja doch nicht auf die Dauer vertuschen lassen. Vielleicht spielt bei dieser Nachrichtenpolitik hier und da die Erwägung mit, daß auf diese Weise die riskante Auslieferung größerer Mengen Kriegsmaterial an die Sowjets hinfällig werde» könnte.
Die Engländer geben im Anschluß an die deutschen Nachrichten die neueste sowjetische Darstellung wieder, in der die Katastrophe im Süden sich andeutungsmäßig ebenfalls abzeichnet. Selbst die Moskauer Liigenkiinst- ler, die sonst den englischen in nichts nachstehen, wagen nicht mehr, alles abzustreiten. Sie bereiten auf ihre neuen Niederlagen durch lakonische Hinweise auf schwere Kämpfe längs der ganzen Front vor, wobei besonders intensives Ringen um Kiew erwähnt wird. .An einer Stelle seien die sowjetischen Stellungen, so wird zugegeben, durchbrochen worden. Ein Reuterbericht spricht von einer großen Schlacht, in deren Rahmen das deutsche Vordringen eine bedeutsame Phase bilde. Starke motorisierte deutsche Verbände seien in kräftigem Angriff apf die Flügel der Armee Budjennys begriffen.
Besonders schwerwiegend hinsichtlich der Eesamt- beurteilung des Ostfeldzuges selbst von englischer Seite sind folgende Feststellungen, die am Freitagnachmittag unter der Wucht der deutschen Siegesnachrichten über die neue Einkreisung?- und Vernichtungsschlacht getroffen wurden: „Aller „Heroismus" der Sowjets
könne die drohenden Verluste an Kriegsindustrie schwerlich aufwiegen. Um so wichtiger sei Materialhilfe von außen. Mit geringer Ueberzeugungskraft wird hinzugefügt, die Sowjets sollten die englische Tankproduktion der nächsten Woche bekommen — wie und wann wird nicht gesagt.
Nicht einmal gegen die deutschen Mitteilungen über die Verlustziffern von englischer Seite wird angegangen. Der englische Nachrichtendienst wagt die Richtigkeit dieser Bilanz nicht anzuzweifeln. Mit /einem kümmerlichen Taschewspielerkunststück begnügen sich die Engländer, um wenigstens auf diese Weise «ine „höhere Zahl" zu erreichen, mit einer Addition aller Ziffern ohne Einzelangaben der Gefallenen, Verwundeten und Vermißten, die jetzt in entscheidenden Punkten über den Haufen geworfen sind. Nicht die Sowjets allein, auch die Engländer stehen nach ihrem eigenen Verhalten als die-
protestnote Japans an die Sowjetunion
Tokio, 19. September. Die japanische Regierung überreichte der Sowjetregierung einen scharfen Protest gegen das Legen von Treibminen in japanischen Gewässern. Durch diese Minen ist eist"japanisches Schiff versenkt, ein anderes schwer beschädigt worden. Die japanische Regierung hat verlangt, daß die Sowjetregierung alle notwendigen Maßnahmen treffe, um ein« Wiederholung derartiger Vorfalle -u vermeide«.
jenigen da. die von den siegreichen deutschen Truppen umklammert sind und sich vergeblich der drohenden Ee- jamtniederlage zu entwinden suchen. — Der erste Lord der britischen Admiralität, Lord Alexander, konnte unter dem Eindruck der aus der Sowjetunion kommenden schlechten Nachrichten nicht anders, als in tiefem Pessimismus seinen Mitbürgern ein Bild von der derzeitigen Läge der bolschewistischen Verbündeten zu vermitteln. Er erklärte. England ständen noch harte Tage und ernste Prüfungen bevor. „Wir verfolgen", so führte «r aus. „mit äußerster Besorgnis die Entwicklung des Widerstandes, den unsere Sowjet-Verbündeten an den Tag legen". Alexander nennt die Schlacht im Raume von Kiew, offenbar um bei seinen Mitbürgern die Tränendrüsen in Tätigkeit zu setzen, „eine der schrecklichsten, die die Welt je gesehen hat", und meinte resigniert, Ungeheures steht dabei aus dem Spiel. Um den Briten etwas Trost zu spenden, gab Alexander dann seiner Hoffnung nach mehr Hilfe aus den Vereinigten Staaten Ausdruck.
Auch sonst scheint in den Kreisen der englischen Regierung die Verwirrung «inen neuen Höhepunkt erreicht zu haben, was sich auch darin äußert, daß es um die Entsendung der englischen und amerikanischen Delegation nach Moskau plötzlich wieder merkwürdig still geworden ist, nachdem man noch vor wenige» Tagen die unmittelbar bevorstehende Abreise der beiden Delegationen angekündigt hatte. Es hat den Anschein — wie der Londoner Korrespondent der „National Zeitung" in Basel feststellt — daß man sich angesichts der brachialen Wucht der deutschen Erfolge in der Ukraine sowohl in London wie in Washington nicht darüber schlüssig werden kann, ob man, wie noch vor wenige» Tagen geplant, die Delegation sofort abschicken soll oder abwarte« soll.
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Ü8l). Berlin, 19. September.
Der Verlauf der deutschen Angriffsoperationen diesseits und jenseits des Dnjepr hat mit dem gestrigen Tage ein Ergebnis verzeichnet, das sich, wie ja schon vorauszusehen ist. den gewaltigsten Erfolgen deutscher Strategie und Kampfkraft dieses Krieges an die Seite stellen kann. Poitawa gefallen. Kiew gefallen, vier Sowjetarmeen von vor kuxzem noch ungebrochener Schlagkraft 200 Kilometer ostwärts Kiew eingeschlossen und ihre Vernichtung im vollen Gange — das ist der Inhalt der gestrigen Sondermeldungen, die zum Teil auch im Wehrmachtsbericht ihren Niederschlag fanden.
Ohne Frage besteht keine Möglichkeit mehr für die (wahrscheinlich wieder auf eine ungeheure Ziffer zu schätzenden) eingeschlossenen Sowjettruppen zu entkommen. Wenn man die Zuverlässigkeit und Zurückhaltung des Oberkommandos der Wehrmacht in der Ankündigung von Erfolgen kennt, darf man sogar die Vermutung aussprechen, daß die nach den Angaben des Wehrmachts- berichts im vollen Zuge befindliche Vernichtung der seit nun schon einer Woche eingeschlossenen Sowjetarmeen bereits sehr weit fortgeschritten ist.
Ueber die strategische Auswirkung dieses Sieges, der den Widerstand der Sowjetwehrmacht neuerdings aufs empfindlichste, ja sogar katastrophal schwächt, und über die dadurch gleichzeitig freiwerdenden deutschen Armeen zu neuen erfolgverheißenden Operationen, braucht kaum ein Wort verloren zu werden. Wie stets, haben sich auch diesmal wieder die sich von jedweder militärischen Sachlichkeit freihaltenden Orakeleien der gegnerischen Militärsachverständigen als geradezu haarsträubender Unsinn oder verkrampfte Beruhigungspillen für die eigenen Völker erwreien. Obgleich der Ring um die feindlichen vier Armeen bereits am 13. dieses Monats geschlossen war, brachten es noch am«Dienstag die Londoner Blätter in ihren Kriegsberichten fertig, im Hinblick auf die Gefahr von Kiew zu schreiben, daß eine Vereinigung der Armeegruppe von Bock und Rund- stedt nicht einfach sei, weil die Vorausabteilungen zu dünn wären und bei einem solchen Manöver Gefahr liefen, selber eingekesselt zu werden. Diese Strategen in London hätten die Sorge vor der Einkesselung deutscher Truppenteile ruhig den deutschen Armeeführern überlasten können.
Es war klar, um was es ging, als die Heeresgruppe des Eeneralfeldmarschalls von Bock. nachdem sie in der Schlacht von Smolensk stärkste feindliche Kräfte vernichtet und einen weit nach Osten vorragenden Keil in die sowjetische Front getrieben hatte, nunmehr den Schwerpunkt nach Süden verlegte und mit ihrem rechten Flügel den Fluß Desna in breiter Front überschritt. (Es ist dieser Fluß ein linker Nebenfluß des Dnjepr, der in der Gegend von Smolensk entsvringt und in einem flachen, nach Westen geöffneten Bogen und nordsüdlicher Richtung fließend bei Kiew in den Dnjepr mündet.) Der Stoß des Eeneralfeldmarschalls von Bock über diesen Fluß nach Süden bezweckte die Vereinigung der Kräfte mit den von Süden her aus dem Dnsevrbogen heraus etwa 150 Kilometer ostwärts Kiew beiderseits von Krementschug über den Fluß nach Nordosten vordringenden deutschen Truppen des Generalfeldmarschalls von Rundstedt, eine Operation, die auch bereits am 13. September gelungen ist. Damit waren^die hier auf einem Gebiet von der Größe des Gaues Sachsen versammelten starken vier sowjetischen Armeen eingekesselt und eine der stärksten Stellungen der noch bestehenden sowjetischen Verteidigungsarmeen ist damit zum Einsturz gekommen, das Schicksal der bolschewistischen Südarmee endgültig besiegelt.
Die englische Propaganda, die die „neuen deutschen Vorstoße" als keine Bedrohung für Kiew betrachten wollte, steht nun vor einer neuen Tatsache. „Wenn" — ja, wenn, so schreibt der Sonderkorrespondent der „Times" — „den Deutschen die Einschließung von Kiew gelänge, dann sei Kiew „in ernster Gefahr"' (wie weise ist doch die „Times"!). Die Stadt werde sich aber, so hofft der Korrespondent, nicht so leicht ergeben: denn — und das hat er doch wiederum vorausgesehen — es sei dann ein weiteres Zurückfallen der bis dahin noch nicht vernichteten Kräfte Budjennys zu erwarten und damit der Verlust von Gebieten, deren Besitz — auch das
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Ostwärts Kiew wurden in einer gewaltigen Um- fassungsfchlacht vier sowjetische Armeen vernich- tungsreif eingekesselt.
Deutsche Truppen drangen in Kiew ein; auch Pol- tawa wurde genommen.
1,8 Millionen Gefangene wurden bisher im Oste« gemacht: die Totenzahl der Volschewisten ist wahrscheinlich »och höher.
Auch vor Leningrad wurden gute Fortschritte er- -rett.
, Bei Einflugsversuchen verloren die Briten erneut 29 Maschinen.
In Bulgarien wurden sowjetische Fallschirmspringer unschädlich gemacht.
In Paris wurden ständige deutsch-französische Handelskammer-Ausschüsse gebildet.
Das Reich hat seinen bisherigen Mehrhcitsbesitz am Norddeutschen Lloqd und an der Hapag an hanseatische Wirtschaftskreise abgegeben.