Ausgabe 
(19.9.1941) Nr. 260
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parteiamtliche Tageszeitung

Vas flmtsblott des Negierenden Nllrgermeisters der Zreien Hansestadt vremen

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der Nationalsozialisten Bremens

sinnliches Nerkündungsblalt des Neichsstattlialiers in Oldenburg und Vremen

Nr. 260 / 11. Jahrgang

Zreilag, 10. September 1041

kinzelyreis 15 Nps.

Schnellboote versenkten 25000 VNI.

Aus brMschem SeleUzug ... / Scharfe Nahgefechte mit den Sicherungsstrettkräften

fluch Erfolge unserer Luftwaffe

Aus dem Führerhauptquartier» 18. Sep­tember. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be­kannt: „In der Ukraine schreiten die Angrisfsoperatio- nen ostwärts des Dnjepr unaufhaltsam fort. Im Kamps um die Befestigungsanlagen von Leningrad wurden starke Erfolge erzielt. Teile einer einzigen Infanterie­division erstürmten allein 119 Bunker. Im Seegebiet der Krim. vor der Insel Oesel, im Ladogasee, an der Mündung des Wolchow und im Weihen Meer versenkte die Luftwaffe drei Transporter mit zusammen 300» Brnttoregistertonncn und traf 16 weitere Schiffe so schwer, daß mit dem Verlust eines großen Teiles auch dieses Schiffsraumes gerechnet werden kann. Außerdem wurden ein Zerstörer, zwei Unterseeboote und vier Schnellboote der Sowjets vernichtet.

Schnellboote griffen vor der englischen Küste einen durch Zerstörer und Vewacher stark geschützten britischen Eeleitzug an und versenkten trotz starker Abwehr vier feindliche Handelsschiffe mit zusammen 25 000 BRT. Nach erfolgreichem Gefecht mit britischen Zerstörern kehrten alle Boote unbeschädigt zurück. Bei den Faröer- Jnseln wurde ein großes Handelsschiff durch Flugzeuge,

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XapitLnIentnant I-!»dia6, der mit «lern üielienlaud ruw kkitterkieur des llllseiiien Kreuzes siisKvneielinete lll-Loot-Uommskidkmt, ank dem Turm seines D-öovtes. vas 17-Loot war von einem torpedierten Dampfer xe- rawmt worden, konnte aber trotrdem vline weitere Kvbäden in den kleimatliaken Aelsnxen.

(?L.-Lraupa.-'I'uskaiiz--8eüerl--1utoll6X.)

die zu bewaffneter Seeaufklärung eingesetzt waren, im Tiefangriff schwer beschädigt. Kampfflugzeuge bombar­dierten in der vergangenen Nacht Hafenanlagen in Südostengland. Bei Versuchen, am gestrigen Tage die besetzten Gebiete am Kanal anzugreifen, verlor die bri­tische Lustwaffe 18 Flugzeuge, davon 15 in Lustkämpfen, drei durch Flakartillerie. Drei eigene Flugzeuge werden vermißt. Eine geringe Anzahl britischer Bomber führte in der letzten Nacht Störungsangriffe aus Siidwest- deutschland durch."

Zu dem im OKW.-Bericht gemeldeten Schnellboot­erfolg an der britischen Küste erfahren wir folgende Einzelheiten: In der Nacht vom 16. zum 17. September befand sich eine Schnellbootgruppe auf einem Vorstoß gegen die britische Ostküste, als ein aus mehreren gro­ßen Schiffen bestehender Eeleitzug in Sicht kam. Zer­störer und Vewacher patrouillierten in hoher Fahrt um den Eeleitzug. Der die Gruppe führende älteste Kom­mandant befahl geschlossenen Angriff und durchbrach mit der Schnellbootgruppe den feindlichen Geleitgürtel.

Unter starkem Feuer der feindlichen Zerstörer versenkte das Führerboot mit dem ersten Torpedo einen Frachter von 6000 BRT., der mittschiffs getroffen wurde und auseinanderbrach. Im Abdrehen wurde der zweite Tor­pedo auf den größten Dampfer des Geleits, einen 8000- Tonner, «gelöst, und auch das Sinken dieses Schiffes wurde beobachtet. Dann schlug die Gruppe einen schar­fen Haken, um sich dem Feuer der Zerstörer zu ent­ziehen, und setzte nun zum zweiten Angriff an. Mit zwei Torpedos versenkte ein Schnellboot einen 3000-Tonner. Ein anderes Schnellboot kam zum Topvelschuß auf einen schwerbeladenen Tanker von 8000 BRT. Die Treffer saßen vorne und achtern, der Vo^m-steven wurde abge­rissen, das Schiff stand in hellen Flammen. Dann folgte eine Explosion nach der anderen, und nach kurzer Zeit war auch dieses Schiff verschwunden. Beim Ablaufen stießen die Schnellboote auf zwei b"'tilcbe Zerstörer, und es kam zu einem neuen kurzen Gefecht, das nach einer halben Stunde vom Feind ergebnislos abgebro­chen wurde.

Me lagt» nach Störern britischer Schiffahrt

Ver flufwanv an feindlichen Seestreikkräflen ;um Schutze aller «Sieben Meere"

ISO. Berlin, 18. September. (BZ.-Eigenbericht.) Die USA.-Marine wird nunmehr Geleitzüge einsetzen, um die Ankunft der Pacht- und Leihlieferungen an Großbritannien sicherzustellen. Dies wurde am Mitt­wochabend vom Marinesekretär Roosevelts, Oberst Knox, bekanntgegeben. Es sei, so meinte er» der Begleitschutz von Geleitzügen durch Schiffe der Kriegsmarine nur eine der vielen Methoden, die angewandt werden könn­ten, um die britische Versorgungsschiffahrt zu „schützen". Im letzten Kriege habe es eine ganze Reihe weiterer Methoden zum Schutze der Schiffahrt gegeben. Da es. wie Knox meint, unratsam und indiskret wäre, im ein­zelnen Aufschlüsse zu erteilen, überging er auch die Frage, ob USA.-Kriegsschiffe den USA.-Handelsschiffen den Begleitschutz bis nach Island gewähren oder ob sie diese Handelsschiffe schon unterwegs dem Schutz briti­scher Kriegsmarine überantworten wollen.

Dabei deutete Knox an, daß auch USA.-Flugzeuge im Nordatlantik eingesetzt werden und stellte fest, daß es „bisher noch zu keinem Zusammenstoß zwischen USA.- und Achsenkriegsschiffen nach der Erteilung des Schieß­befehls gekommen sei". Nichtsdestoweniger, meint Kn-ox, sei die USA -Flotte auf der Suche nach einem Achsen- kaperschiff, das sich innerhalb der 300-Meilen-Zone auf­halten soll. Seine Anwesenheit zweifelsfrei festzustellen, sei bisher noch nicht möglich gewesen.

Man wird ja mit einiger Spannung den Ergebnissen dieser von Knox angekündigten Jagd entgegensehen und dabei der Ausführungen des britischen Marinesachver­ständigen H. C. Fareby über den Krieg im Atlantik gedenken, der. wenn nunmehr alle Schiffe, gleichgültig, unter welcher Flagge sie fahren, vor den Achsen-Ueber- und -Unterwasferstreitkräften beschützt werden müßten, den Einsatz einer gewaltigen Zahl von Kriegsschiffen erfordert. Mehr denn 70 Kriegsschiffe, daran erinnert Fareby, waren im vorigen Kriege zur Verfolgung der

„Emden" notwendig. 43 Kriegsschiffe waren auf der Suche nach der „Admiral Gras Spee", und die Jagd nach U-Booten erfordere den Einsatz einer besonderen Zahl an Kriegsfahrzeugen, besonders seitdem die Reich­weite der U-Boote sich auf 12 000 Meilen vergrößert habe. Je weiter die U-Boote sich voneinander entfern­ten, desto mehr Schiffe seien zu ihrer Jagd nötig.

Fareby klagt über eine in der letzten Zeit bemerkbar gewordene deutsche U-Boot-Taktik, als deren Ziel sich jetzt vor allem auch die sogenannte eiserne Brücke er­weist, die — bildlich gesehen — den amerikanischen Kontinent mit Island verbinde. Diese Brücke zu unter­brechen — Fareby sagt, zu zerstören —, sei immer wie­der das Bemühen der deutschen U-Boote, die die schwäch­sten Punkte der Brücke westlich und südlich von Island längst herausgefunden hätten. 2000 Meilen betrage die Gesamtstrecke vom Kontinent bis Island, und um diese zu verteidigen, benötige man nicht allein die bisher schon eingesetzte große Zahl britischer Seestreitkräfte, sondern zusätzlich noch eine große Anzahl von Kriegs­schiffen der USÄ., um eine deutsche Konzentration, wie sie in den letzten Wochen öfter bemerkt worden sei, un­wirksam zu machen.

Ist man sich aber des weiteren darüber klar, daß Roosevelts Ankündigung eines „Generalschutzes aller siir England und USA. Frachten sahrenden Handels­schiffe sich nicht etwa bloß zwischen dem amerikanischen Kontinent und Island, sondern auch, wie Roosevelt ja sich ausdrückt, siir alle „sieben Meere" Geltung hat (so daß also auch die auf dem Pazifik sahrenden Schisse den Schutz durch die USA.-Ichiffe erhalten müssen), so kann man ja wohl ermessen, welch eine Masse von USA.- und britischen Kriegsschiffen dauernd die Meere zu bewachen haben, um die Jagd nach Störern der für Großbritannien fahrenden Versorgungsschiffahrt aufzu­nehmen. Mit welchem Erfolg dies geschieht, ist wiederum eine andere Frage.

Wer von den Veiten ißt, der stirbt daran

Me flbdankung des Schad durch britische Niinke errwungen

MO. Berlin, 18. September. lBZ.-Eigenbericht.)

Wie bereits in den letzten Tagen das immer ver­dächtiger gewordene Verhalten der britischen und sowje­tischen Botschafter in Teheran erkennen ließ, konnte der Staatsstreich gegen den Schah nicht ausbleiben. Unter dem Druck, dem er fortgesetzt vom britischen und sowje­tischen Botschafter ausgesetzt war, ist er unter der Be­gründung seines angegriffene» Gesundheitszustandes zurückgetreten und hat die Hauptstadt verlassen. Während eine Deutung dahingeht, daß er sich nach Jssahan be­geben hat, besagt eine andere, er sei bereits mit dem Flugzeug auf türkischem Boden angekommen An seine Stelle wurde in einer am Dienstagvormittag, 11 Uhr, in Teheran einberufenen außerordentlichen Sitzung des Parlaments sein Sohn, den er in dem Abdanküngs- dekret^um Nachfolger ernannt hatte, als neuer Herrscher des Landes anerkannt. Die gesetzlichen Zeremonien der Thronbesteigung Mohamed Reza Pahlavi fanden dann am Mittwoch um 16 Uhr im Repräsentantenhaus zu Teheran statt, wo der neue Herrscher den Eid auf die Berfassung und die Grundsätze der verfassungsgebunde- nen Regierung ablegte. Daß in dem Verfassungseid das Versprechen enthalten war, die Unabhängigkeit des Landes zu verteidigen, mutet nun wirklich wie ein Witz der Weltgeschichte an.

Schon vorher waren am Mittwoch um 13 Uhr bri­tische und sowjetische Truppen in Teheran einmarschiert und haben die Besetzung Irans vollendet. Die Stadt wurde besetzt» angeblich bis der Nachfolger des Schahs sich durchgesetzt habe, in Wahrheit, um einen uralten imperialistischen Traum sowohl auf feiten Großbritan­niens wie der Sowjetunion zu verwirklichen, wobei so­gar ein gewisses Wettrennen zwischen Briten und Sowjets unverkennbar wurde. In Ankara wird allge­mein die Ansicht geäußert» daß die Besetzung Teherans eine dauernde sein werde» und daß nur die Frage offen bleibe, welche der beiden Großmächte zuletzt die Ober­hand gewönne. Vergeblich hat noch am Dienstag im Parlament der Ministerpräsident von Englands Gna­den, Ali Furanghi, die Hoffnung ausgesprochen, daß seitens der Sowjets und der Briten weiterhin kein Druck auf die iranische Regierung ausgeübt würde. Auch die vom Ministerpräsidenten angekündigten militärischen Maßnahmen gegen einen Vormarsch auf die Hauptstadt Irans konnten das Schicksal Teherans nicht wenden.

Unter dem Vorwand, daß die iranischen Behörden in der Hauptstadt die Ruhe und Ordnung nicht gewähr­leisten könnten, ist, bevor dies überhaupt erst erprobt

worden war, der Einmarsch der alliierten Truppen er­folgt. „Japan Times" hat wohl recht, wenn sie die hier wieder einmal zutage tretende Unaufrichtigkeit der bri­tischen und sowjetischen Politik anprangerte, die ihre Absichten mit der Einführung konstitutioneller Formen bemäntelt und doch nur eine Puppenregierung errich­ten wolle, eine Puppenregierung, die, gemäß den Kriegs­bedürfnissen Großbritanniens und der Sowjetunion, alles durchführt, was ihr befohlen wird. In zwei bis drei Wochen würde ein neues wirtschaftliches Abkom­men zwischen Iran und England abgeschlossen werden, schreibt „New Pork Times". Danach würde Iran ver­sprechen, so fährt das Blatt fort, England jede mögliche Transporthilfe vom Persischen Meer nach dem Kauka­sus zu gewähren. Außerdem seien durch die Besetzung Irans über zehn Millionen Tonnen Rohöl in englische Hände gelangt. In diesen Auslassungen ist allein schon erkennbar, was London von der künftigen Regie­rung Irans erwartet. „Japan Times" trifft den Nagel auf den Kopf, wenn sie fragt: Warum erklären London und Moskau nicht frei und offen, um was es ihnen geht? „Andere Nationen", so fügt das Blatt hinzu, „sind der Unaufrichtigkeit und Einsetzung von Puppenregie- rnngen beschuldigt worden — und was tun Großbritan­nien und die Sowjetunion?"

Die Krönung des neuen Schahs ist für den 22. Oktober in Aussicht genommen, an dem Tage, wo er sein 22. Le­bensjahr vollendet. Aber bezeichnend ist es. daß man bereits den indischen Nabo-b Aga Khan, einen England völlig hörigen Menschen, als seinen „präsumptiven Nach­folger" in der britischen Gesandtschaft bereithält". Die von England dem neuen Schah eingeräumte Verfassung sieht für ihn die Stellung eines indischen Maharadscha vor, ohne ihm die gleichen Einnahmen zuzuerkennen. Schon hat London verlautbaren lassen, daß es die Kon- zessionsgebiihren der anglo-iranischen Oelgesellschaft. die bisher eine der wichtigsten Einnahmequellen des Schah bildeten, in Zukunft an ihn unter „bestimmten Be­dingungen" werde auszahlen lassen. „Nur auf Probe­zeit", schreibt „Evening Standard", sei Mohammed Reza vorerst durch England und die Sowjet-Union anerkannt. Aber schon erheben sich Zeichen, als ob der neue Herr­scher von Iran überhaupt noch nicht die Zustimmung der Sowjets gefunden habe.

„Die Abdankung des Schah von Iran wurde mit Freude, aber nicht mit besonderer Ueberraschnng aufge­nommen", heißt es in der englischen Presse. Nein, die Ueberraschnng konnte wegfallen, nachdem man selbst die

Abdankung mit allen unlauteren Mitteln britischer und sowjetischer Diplomatie betrieben hatte. Sie war sogar, wie „Newyork Times" lobend hervorhebt, ein „diplo­matisches Meisterstück" des englischen Botschafters in Teheran, Bullat. Nunmehr rechnet man mit der Mög­lichkeit, daß, nachdem das autokratische System Irans in ein parlamentarisches umgewandelt sein wird, das Parlament leichter unter plutokratischen Einfluß zu bringen ist als eine selbständig regierende Persönlich­keit. Wenn allenfalls weitere von Briten und Bolsche­wiken gebrauchte Wirren, veranlaßt von einer bisher schon systematisch von Großbritannien geschirrten Oppo­sition, ausbleiben sollten, werden sie eben nach bewähr­tem Muster fabriziert. Schon jetzt wird, wie vorher der alA abgedankte Schah, der junge von der britischen; Presse mit Schmutz beworfen, und wenn aus London der Korrespondent William Stoneman der „Newyork Post" meldet» der alte Schah wäre nach Ansicht der „Alliierten, nichts weiter als ein großer Schieber gewesen, sein Sohn aber stünde im Rufe eines Lebemannes, so erkennt man daraus schon den Willen, die Lage auch für den jungen Schah unhaltbar zu machen. Britannien will um jeden Preis das Land dauernd unter seiner Kontrolle halten, und zwar vorerst so, daß den Iranern eine völlig sich dem plutokratischen Einfluß beugende Regierung gegeben wird, auf daß die ständige Besetzung des Landes nicht allzu umfangreiche alliierte Streitkräfte erfordert.

Was in der Nacht zum Montag geschah, als der bri­tische Druck eine Entscheidung herbeiführte, die die voll­ständige Einschränkung der verfassungsmäßigen Rechte des alten Herrschers bedeutete, wird bei dem jungen Herrscher fortgesetzt werden. Er soll sich dann entweder als willenloser Strohmann Londons und Moskaus „be­währen" oder einer Regierung Platz machen, die die Rolle der „Puppenregierung" übernimmt. Im ersten Fall bleibt immer noch die Frage offen, ob, wenn er den Briten zu Willen ist, nicht die Sowjets seinen Sturz betreiben, oder die Briten seine Stellung unterwühlen, wenn er den Sowjets sich hörig erweist.

Wohin Völker kommen, die britischen Versprechungen Glauben schenken, liegt jedenfalls wieder einmal aller Welt an dem Beispiel Irans lehrhaft vor Augen. Die­jenigen, die heute das Trauerspiel in Iran aus näch­ster Nähe verfolgen, werden kaum die Eeleaenbeit ver­säumen, die entsprechenden Folgerungen für sich und ihre Zukunft daraus zu ziehen. Wer' von den Briten ißt, der stirbt daran — das Wort hat sich wieder ein­mal in drastischer Weise bewahrheitet/

Verführte Frontkämpfer fassen törichte Entschlüsse

jdck. Berlin, 18. September. Die in der „American Le­gion" organisierten USA.-Frontkämpfer aus dem Welt­krieg, Leute, welche unter dem vergiftenden Einfluß der jüdischen Presse jedes Urteil für die weltpolitische Bedeu­tung des europäischen Befreiungskampfes verloren haben,- ja, die sogar unter dem Eindruck der anglo-amerikani-' schen Verbrüderung mit den Sowjets bereits zum Teil vom kommunistischen Wahnwitz infiziert sind (aber nichtsdestoweniger ein ziemlich starkes politisches Gewicht in den USA. haben) nahmen auf ihrer in Milwaukee abgehaltenen Jahrestagung drei gegen Deutschland und die Achsenmächte feindliche Entschließungen an.

Die erste Entschließung geht dahin, im Kongreß für die Aufhebung der geographischen Begrenzung für den Ein­satz von USA.-Truppen einzutreten, der zweite, daß alles geschehen müsse, um den Nazismus niederzuzwingen, die dritte, die Aufhebung des Neutralitätsgesetzes zu erwir­ken. Es bedeutet der erste Beschluß die in der USA.- Oeffentlichkeit mit einem gewissen Interesse entgegenge­nommene Kundgebung für die Unterstützung Englands auch im Kampfe zu Lande gegen die Achsenmächte und des weiteren der Verbindung der USA.-Wehrmacht mit der englischen an allen Fronten bis zum Kriegsende. Die zweite bedeutet die Verbiindung der USA. und England auf Gedeih und Verderb in diesem Krieg, die dritte aber vollkommen freie Hand für Roosevelt in seiner achsen- feindlichen Politik.

Ist es verwunderlich, daß unter solchen Umständen Churchill, Kriegsbrandstifter Europas, rasch eine Sym- päthiebotschaft nach Milwaukee sandte? Mir der Ab­sicht. bis zu Tränen zu rühren, sprach er davon, daß das „schwer bedrängte England" das dritte Jahr be­ginne, um „die Mächte des Bösen", die die ganze zivili­sierte Welt zu umfassen drohten, „in Schach zu halten". „Wenig mehr als zwanzig Jahre", so heißt es in Chur­chills Botschaft, „sind vergangen, seitdem Engländer und USA.-Männer Seite an Seite gekämpft haben, und heute stehen die Engländer wieder in vorderster Front". Das ist zwar nicht wahr, weil die Engländer bisher immer noch die von ihnen verführten Völker in vor­derster Front haben kämpfen lassen, und weil auch jetzt wieder die Sowjets die Hauptlast des Kampfes tragen, Aber was kümmert das Churchill? In USA. weiß man, durch die jüdische Presse völlig verrückt gemacht, ohnehin über die Wahrheit der Dinge nicht so genau Bescheid. Und so kann denn Churchill in seinem salbungs­vollen Sermon in Vertrauen auf die Urteilslosigkeit der Adressaten in der Botschaft weiterfahren, indem er sich für die materielle Hilfe aus USÄ. heiß bedankt, die „Leiden der britischen Frauen und Kinder" erbar­mungswürdig an die Wand malt und die Ueberzeugung ausspricht, daß nicht allein die Zukunft der jetzigen, sondern auch die der späteren Generationen in diesem Kampfe auf dem Spiele stünde. Das Bewußtsein, daß USA. im Geiste auf Seiten Englands steht, erhebt das Gemüt des alten Schurken, dessen Wunsch dahingeht (auch wenn er es nicht ausdrücklich ausspricht. so steht es doch zwischen seinen Worten), daß über die geistige Verbundenheit Englands mit USA. hinaus recht bald die unbeschränkte militärische Gemeinschaft sich einstellen werde.

Nunmehr hat. ja die „American Legion" mit ihren Entschließungen den unausgesprochenen Wunsch Chur­chills hundertprozentig erfüllt, und wenn es nach dem törichten Entschluß der verführten Männer jenes Lan­des ginge, bekäme Churchill schon demnächst für seinen Krieg das erwünschte Kanonenfutter aus USA. Immer­hin sind nicht alle Menschen in USA. so urteilslos wie die Männer der „American Legion", und wenn wir aus Cbikago weiter hören, daß ein Abgeordneter in naher Zukunft im Kongreß einen Antrag auf die Kriegs­erklärung gegen die Achsenmächte zur Entscheidung brin­gen will in der Absicht, festzustellen, ob die Mehrheit die Kriegstreibereien Roosevelts billigt oder ob sie nicht vielmehr Roosevelts Bemühungen, um jeden Preis einen mit Betrügereien künstlich aufgebauten Kriegsgrund zu konstruieren, verurteilt, so sehen wir schon, daß es Leute in USA. gibt,, die allen Lockrufen und Verführungs­künsten der jüdischen Weltpresse zum Trotz noch nicht den Verstand verloren haben. Viele Leute sind der Mei­nung, daß eine überwältigende Opposition gegen eine USÄ.-Kriegserklärung im Kongreß zu erwarten wäre.

Diese Meinung wird bestätigt durch eine dieser Tage in Washington stattgefundene Frauendemonstration ge­gen den Kriegseintritt der USA. und die Warnung Hovers, einen Krieg an der Seite der Bolschewisten zu führen Im selben Sinne äußerte sich, laut „Chikago Tribune", ein Redner vor den Weltkriegsangehörigen des USA.-Expeditionskorps von 1917 — also ebenfalls vor einem USA.-Frontkämpferbund. Der Redner betonte, ein Krieg der USA. gegen Deutschland würde bedeuten.daß nicht bloß Hitler, sondern 85 Millionen Deutsche geschla­gen werden müßten, denn Deutschland stehe mindestens so fest hinter seinem Führer wie das USA -Volk hinter Roosevelt. Phantastisch sei es. zu glauben, daß eine Niederlage in der Sowjetunion für Deutschland in Aus­sicht stünde. Deutschland müsse im Kriegsfalle mit USA. als Herr des europäischen Kontinents angegriffen wer­den. und diesen Kontinent würde es mit 300 Divisionen verteidigen. Ebenso sicher sei daß keine Hoffnung be­stünde. Deutschland durch eine Blockade auszuhungern. Niemand habe bisher einen Plan ausweisen können, um

Schnellboote versenkten aus britischem Gcleitzug vier Schiffe mit 25 000 BRT.

In vier Tagen verlor England 21 Bomber.

Die deutsche Luftwaffe führte vernichtende Angriffe gegen sowjetische Transporter und Kriegsschiffe durch.

Der Leningrader Verteidigungsrat will die ein­geschlossene Stadt in Schutt und Asche legen.

Die Abdankung des Schah wurde durch britische Ränke erzwungen.

In Paris haben die deutsch-französischen Handels- kammerbesprechungen begonnen.

Senator Bernhard übergab den Richard-Kißling- Preis für Förderung der Tabakforschung in Rom dem italienischen Finanzminister.

Staatssekretär Backe gibt Aufschluß über die Kar- tofselversorgung im kommenden Winter.