Ersch eint 7mal wöchentlich
Monatsbezug E 2,38 einschl. Zustellgebühr. Postbezugspreis monatl. 2,38 E (einschl. 27Z ^ Post- zeitungsgebühr) zuzügl. 42 ^ Bestellgeld. Bezugspreis Ist im voraus zahlbar. Postscheck: Hamburg 17272. Eine Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreise«. Verlag: NS.-Gauverlag Weser- Ems GmbH., Bremen, Geeren 6/8. Fernspr. 54121, Nachtr. u. Gonntg. 51115. Sprech;.: Verlag: werktl. 12—13 Uhr: Schriftleitung: Dienstag und Freitag 12^/r—13Vr Uhr.
SilMtZeiliW
parteiamtliche Tageszeitung
vas flmtsblatt des legierenden Bürgermeisters der Zreien liansestadt vremen
An zeigen - Trundpreisel;
Die 1 mu, hohe und 22 ww breite Zelle im Anzeigenteil 13 H/. Die 78 mw breite und 1 ww hohe Zeile im Tertteil 75 /A/. ErmSß Srundpr. (für Klein- u. Famikienanz. u. a.) sowie sonstige Beding. Preisliste v Nachlaßstasfel 0. Geschäftsstellen: Bremen: Seeren 6/8, Ruf 5 41 21) Nachtruf und sonntags 51115) Obernstr. 86» Ruf 5 4121) Shke: Mühlendamm 2) Br.-Hemelingen: Bahnhofstr. 6, Ecke Poststr., Ruf 4 34 58; Br.-Degesack: Nohrstr. 24, Ruf 4 n. 8: Br.-Dlumenthal: Kpt.- Oallmann-Str. 41/43, Ruf 88 u. 89
der Nationalsozialisten Vremens
flmtliches verkündungsbiatk des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen
Nr. 259 / 11. Zakirgang
Donnerstag, 1S. September 1941
kinzelpreis 15 Npf.
Nauch- und Pulverwolken über Leningrad
Angriffe im offen entwickeln ffck 1» einer operativ» größten Ausmaßes
bn. Rom, 17. September. (VZ.-Eigenbericht.) Die italienischen militärischen Beobachter stellen mit Genugtuung fest, daß Hand in Hand mit der fortschreitenden Einschnürung Leningrads auch an zahlreichen anderen Abschnitten der Ostfront, von Murmansk bis zum Schwarzen Meer, erfolgreiche Operationen im Gange sind. Besondere Aufmerksamkeit findet dabei das Scheitern der sogenannten Budjenny-Eegenoffensive, und der Vormarsch der deutschen Truppen im äußersten Norden. Ein Sonderberichterstatter der „Agencia Ste- fani" saht in einer Meldung von der Ostfront die Lage in folgenden Punkten zusammen:
1. Während die Versuche Woroschilows und Timo- schenkos, Leningrad zu entlasten, mit der Vernichtung ganzer sowjetischer Armeen enden, haben Batterien jeden Kalibers, die um die Stadt zusammengezogen wurden, mit der systematischen Beschießung der tief gestaffelten Befestigungsanlagen begonnen. In den Zwcschen- räumen dieses in seiner Mächtigkeit beispiellosen Artilleriebeschusses stoßen Stukageschwader auf die militärischen Ziele der Stadt herab. Ueber ganz Leningrad lagert eine dichte Rauch- und Pulverwolke. — 2. Im Zentralabschnitt haben die Sowjets gewaltige Kräfte konzentriert, da sie hier die folgenschweren Niederlagen befürchten. Deutsche Kräfte gehen ostwärts von Leningrad und ostwärts der Linie Smolensk—Kiew vor. Zahlreiche schwere Gefechte sind hier im Gange, an denen starke deutsche Luftstreitkräfte erfolgreich teilnehmen. — 3. Südostwärts von Kiew haben die deutschen Truppen am linken Dnjepr-Ufer in erbitterten Kämpfen wichtige Siege errungen. Das Sowjetkommando selbst gibt das deutsche Vordringen in diesem Abschnitt zu. Verbände des italienischen Expeditionskorps nehmen an diesen Operationen teil. Am Unterlauf des Dnjepr sind die Versuche Budjennys, am linken Ufer des Flusses Erfolge zu erzielen, vereitelt worden.
Der gsrtngs ^Vskii'mackitsbskiclir
Aus dem Führerhauptquartier, 17. September. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im Osten entwickeln sich die Angrissshand- lungen zu einer Operation größten Ausmaßes. Unterseeboote versenkten im Nordatlantik sechs seindliche Handelsschiffe mit zusammen 27 88g BRT. Im Seegebiet um England beschädigten Kampfflugzeuge in der vergangenen Nacht in Tiefangriffen zwei große Frachter schwer. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen Hasenanlagen an der Siidostküste der Insel sowie gegen mehrere Flugplätze. In Nordafrika griffen deutsche Kampfflugzeuge am 15. September britische Kraft- wageuansammlungen an der libysch-ägyptischen Grenze an und zersprengten sie durch Beschüß mit Bordwaffen. Bei einem Angriff deutscher Kampfflugzeuge aus den Flugplatz Heliöpolis bei Kairo in der Nacht zum 16. September entstanden große Brände und Explosionen in Flugzeughallen und Munitionslagern. Der Feind warf in der letzten Nacht mit schwachen Kräften eine geringe Zahl von Spreng- und Brandbomben auf einige Orte in Südwestdeutschland. In einigen Wohnvierteln entstanden Eebäudeschäden. Marineartillerie schoß zwei, Flakartillerie einen britischen Bomber ab."
Wenn der OKW.-Bericht mitteilt, daß die Operationen im Osten größtes Ausmaß angenommen haben, dann weiß das deutsche Volk: daß wieder einmal eine der kriegsgeschichtlichen Entscheidungen bevorsteht, an denen es in diesem Kriege bisher wahrlich nicht gefehlt hat. Unsere Feinde sind ireilich anderer Meinung darüber. Ein sogenannter militärischer Sachverständiger verzapft im Londoner Nachrichtendienst die erschütternde Auffassung, daß nach den Meldungen des deutschen OKW. im Osten keine große Schlacht mit entscheidendem deutschen Erfolg stattgefunden habe. Vielmehr sehe es so aus, als ob die Deutschen in Ermangelung großer tatsächlicher Erfolge ihre örtlichen Gewinne zusammengezählt und das ganze multipliziert hätten. Ausgerechnet die Engländer haben es nötig, sich über mangelnde deutsche Erfolge aufzuhalten. Nach ihren Methoden scheint allerdings ein Erfolg nur dann vorhanden zu sein, wenn sie sich irgendwo wieder einmal fluchtartig zurückgezogen haben. Man kann dieses verlegene Gestammel von Leuten, die es jetzt tatsächlich
mit der Angst bekommen, auf sich beruhen lasten. Das Bewußtsein, das in der sowjetischen Wehrmacht der letzte Verbündete der angloamerikanischen Plutokratie zerschlagen wird, ist natürlich für die Kriegsverbrecher an der Themse außerordentlich peinlich. Der Londoner Nachrichtendienst leistet sich übrigens noch andere Ungeheuerlichkeiten über die Lage auf dem östlichen Kriegsschauplatz, wobei man sich immer wieder fragen muß, ob das englische Publikum wirklich schon so verdummt ist, daß es den Widersinn dieser Nachrichtengebung nicht mehr begreift. Am Dienstag, um 18 Uhr, hieß es in London, daß für Kiew keinerlei Gefahr drohe, um 18.15 Uhr sah sich derselbe Nachrichtendienst bereits zu dem Geständnis gezwungen, daß die Deutschen wieder einmal eine ihrer gefährlichen Zangenbewegungen gegen Kiew durchführten, und um 22 Uhr endlich entrang sich diesem Londoner Nachrichtendienst das trübselige Geständnis, daß die Lage bei Kiew offenbar voller Gefahren für die sowjetischen Freunde sei. Das ganze ist ein erneuter Beweis dafür, in welche Aufregung die
„freikett" der Meere
Noosevelts schamlose krpeesserpoli
Roosevelt hat soeben das Leih- und Pachtgesetz auf Südamerika ausgedehnt» um dort den Bau von USA.-Stützpunkten zu finanzieren.
Ü8V. Berlin, 17. September. (VZ.-Eigenbericht.1 „Das Hauptthema der internationale« Politik ist immer noch die Roosevelt-Rede", schreibt die in Madrid erscheinende Zeitung „Pueblo". Wenn wir in Deutschland das auch nicht unbedingt unterschreiben wollen, weil uns noch andere und wichtigere Dinge beschäftigen, so werden wir nichtsdestoweniger die Touren Roosevelts, der der Achsenmächte geschworener Feind ist, keinen Augenblick aus den Augen lasten dürfen. Nachdem nun seit dem Beginn des heutige« Tages der Schießbefehl an die USA.-Flotte gegenüber den Schiffen der Achsenmächte in Kraft getreten ist und somit die von Roosevelt erstrebten Zwischenfälle zwischen den USA. und den Achsenmächten jede Stunde eintreten können, ist Roosevelts jetziges Bestreben, auch die Staaten Südamerikas in sein System der Unfreiheit der Meere einzugliedern. Hierbei handelt es sich vor allem um den Ausbau von Stützpunkten in den ibero-amerikanischen Ländern mittels USA.-Geldern zwecks Benutzung durch USA.- Streitkräfte (wenngleich vorerst noch unter nominellem Eigentumsvorbehalt des betreffenden ibero-amerikanischen Landes), dann um die Absicht, möglichst viel von
Londoner Meinungsmacher infolge des unerwünschten Ganges der Ereignisse im Osten bereits geraten sind. Ihnen werden wahrscheinlich sehr bald die Augen übergehen, wenn sie schließlich auch ihrem belogenen Volk mitteilen müssen, daß sich im Osten wieder einmal eine Katastrophe unabsehbaren Ausmaßes für die Bol- schewisten ereignet hat. Unbequem, höchst unbequem für die Engländer ist die weitere Tatsache, daß sie nicht mehr ableugnen können, daß die deutschen Waffen trotz des Einsatzes unserer Hauptkraft im Osten an allen Fronten überaus scharf zuschlagen. Wenn nach der großen Eeleitzugkatastrophe deutsche U-Boote wiederum sechs Schiffe mit 27 888 BRT. aus einem anderen Ee- leitzug herausschießen konnten, wenn die Luftwaffe täglich britische Schiffe versenkt oder schwer beschädigt, wenn unsere Flieger in Afrika den britischen Schiffen und Landtruppen schwerste Schäden zufügen, dann ist das für die Engländer ein düsteres Vorzeichen kommender Dinge. Dem haben sie nichts anderes entgegenzustellen als eine verlustreich mißglückte Luftoffensive.
auch für Südamerika
ik bei der lagd nach Stützpunkten
den wegen der britischen Blockade in Europa nicht abzusetzenden Ausfuhrüberschüssen dieser Länder aufzukaufen, um vom Handel mit Kontinental-Europa zu entwöhnen. Kraft des Ermächtigungsgesetzes sind für dies« Zwecke bereits sieben Milliarden Dollar bewilligt worden, und sie werden demnächst noch um weitere sechs Milliarden erhöht.
In dem Kongreßbericht Roosevelts sind 165 ibero- amerikanische Aufträge ohne Wertangaben unter dem Lease-and-Lend-Eesetz bis Mitte August aufgezählt. Davon hat Brasilien 46 Aufträge erhalten, 22 Lhile.-I Co- lumbien, 47 die dominikanischen Republiken und 49 Kuba. Die Beschwerde der USA.-Exporteure über die englische Konkurrenz im Südamerika-Geschäft mit Lease- and-Lend-Waren ist ja inzwischen aus der Welt geschafft worden. Ein weiteres Beispiel dieser Politik bietet das Abkomyien mit Haiti, von dem Staatssekretär Hüll am Dienstag der Öffentlichkeit Mitteilung machte. Danach haben sich die USA. auf Grund der mittelst des Ermächtigungsgesetzes von Roosevelt bewilligten Gelder verpflichtet, Lend-and-Lease-Material im Werte von 1,1 Millionen Dollar für Rüstungszwecke nach Haiti zu senden und als Gegenleistung der Insel Landesprodukte wie Gummi, Zucker, Kakao und Fasern
(Fortsetzung aus Seite 2 )
Unseren vorKvbencken Koläaten maelite äieser sorvjetisebv Ikommaniiobunker viel su scimkkvn. Trotrckem baden sie sieb beiangeardeitet nnci starke SprenAlrninnKen binei'nxvnorken. 8iv vartvn ank äi« Spreiixrvirkuns. (?L.-8obwiüt/8eberl.)
-- ' '
.UW
MW
Stimme der „Welt" - oder des Weltjudentums k
Selige Nattenfüngerweisen eines USfl.-luden / wenn der Sprecher in voflon ...
ÜM. Berlin, 17. September. (,,BZ."-Eigenbericht.)
Immer wenn mit öliger Pathetik in der Presse des Auslandes versichert wird, „das ist die Stimme der Welt", dann weiß man, daß es die Stimme des Welt- juden tums ist. die sich zur Geltung bringen will. Auch in dem Vortrag, den in deutscher Sprache der Hetzsender Boston dieser Tage hielt, läßt sich ohne weiteres die Stimme des Juden erkennen, und man muß immer nur, wo in dem Vortrag das Wort Welt vorkommt, dafür Weltjudentum setzen, aus daß man Bescheid^ weiß.
„Die Mehrheit des amerikanischen Volkes ist sich enau der Tatsache bewußt, daß ein Krieg gegen den iationalsozialismus ein Krieg zur Rettung der deutschen Kultur ist" heißt es in dem Vortrag, der betitelt war „Die übergroße Mehrheit des amerikanischen Volkes ist mit dem Präsidenten Roosevelt darin einig, daß der Nationalsozialismus vernichtet werden muß, damit der Welt (setze Weltjudentum) ein Leben in Freuden und Fortschritt gesichert ist." Im ersten Weltkrieg, so bekennt der amerikanische Jude, sei die USA. in dem Bewußtsein in den Krieg gezogen, daß der ganzen Welt, auch dem deutschen Volke, eine Entwicklung in Freiheit nach demokratischen Grundsätzen „gesichert werden" könn«. Das deutsche Volk hat die Segnungen der demokratischen Freiheiten und Grundsätze in seinen Leidensjahren von 1918 bis 1933 genugsam erfahren, und die ehemaligen 7 Millionen Arbeitslosen, um nur davon zu
reden, sind heute noch lebendige Zeugen für ein verrottetes System, um dessen Einführung in Deutschland angeblich USA. in den Krieg gezogen ist.
Wenn es in dem Vortrag weiter heißt, daß es die USA. gewesen wären, die dem zusammengebrochenen Deutschland wieder auf die Beine geholfen hätten, durch großzügige Hilfsaktionen in den Nachkriegsjahren, bei der Lösung der Reparationsfrage und bei der Scheinblüte deutscher Wirtschaftsentwicklung im Jahre 1928/1929, so wissen wir gleichfalls, was hinter diesen „großzügigen Hilfsaktionen", als da sind Poungplan, Dawesplan usw. zur Auspowerung des deutschen Volkes gestanden hat. Zur Behauptung des vortragenden Juden aber. daß das deutsche Volk von USA. aus nach dem Kriege gleich wieder als gleichberechtigtes Mitglied der Völkerfämilie angesehen worden sei, -Haben wir zu erwidern, daß das kein Verdienst von feiten der USA., sondern verdammte Pflicht und Schuldigkeit war, weil ein Volk wie das deutsche sich einfach nicht als minderwertiges Mitglied der Völkerfamilie in der Welt ansehen läßt. Daß es von London aus geschah, ist einer der Gründe, warum man in London glaubte, am 3. September 1939 leichten Herzens Deutschland den Krieg erklären zu können. Ganz echt jüdisch ist die Behauptung, daß der Führer nach der Weltherrschaft strebe, wovon das amerikanische Volk überzeugt sei. Darum gäbe es mit dem Führer keinen Frieden und keine Verständigung. Ohne weiteres wird also hier angenommen, daß Las amerikanische Volk (in Wirklichkeit ist es das jüdische)
automatisch sich auf dem Kriegspfad mit dem deutschen befinden müsse, ohne zu erwähnen, daß das Streben nach Weltherrschaft auf Seiten der Juden und seiner Exponenten in USA. beruht.
Wenn der Sprecher in Boston die deutschen Leistungen beim Aufbau der USA. und die deutsche Kultur rühmt, weny er versichert, „die deutsche Sprache sei in USA. nicht verpönt, Werke der deutschen Kultur würden in Schulen und Universitäten eifrig gelesen und deutsche Musik gehört, das Volk von USA. hasse das deutsche Volk nicht, sondern bedauere es als ein „freiwilliges" oder „unfreiwilliges" Opfer einer Verwirrung, so können wir dem Herrn sagen, daß er mit seinen schleimigen Phrasen in Deutschland keinen Hund hinter dem Ofen hervorlockt. In Deutschland ist man sich klar darüber, was dem deutschen Polke von der Sorte Staatsregierungen, wie sie heute in London und Washington sitzen, im Falle eines Unglückes in diesem Kriege drohen würde. Der Ansager spricht es ja auch ganz offen aus, daß Deutschland nach dem Kriege entwaffnet werden müsse, und der Nachsatz, „damit Deuschland wirtschaftlich gesunde und seine kulturelle Mission und seine großen Leistungen im Dienste det Menschheit wieder erfüllen kann." entlarvt vollends den Gauner, der hier Speck! für Mäuse auslegt, die ihm bestimmt nicht in die Falle gehen. Wenn die Sendung damit schloß: „dies ist die! Stimme der Welt", dann setzen wir hinzu: „hier sprach! die Stimme Judas" ... und haben damit die Sache ' richtiggestellt. s
/LaLLöLatia««
ep. Roosevelt hat in seiner letzten Rede einen Satz gebraucht, der die tiefe Doppeldeutigkeit seiner Politik enthält, ohne sie erkennen zu lassen. Er hat gesagt, die Flotte der USÄ. sei nur solange unüberwindlich, als die englische Flotte am Leben sei. Man liest über diese harmlose Phrase hinweg. Ist aber das Schicksal der englischen Flotte gewiß? Offenbar nicht; denn sonst hatte Roosevelt nicht die düstere Warnung ausgesprochen, datz die USA.-Flotte aufhöre, unüberwindlich zu sein, wenn die englische Flotte zu bestehen aufhöre. Die Frage, was die Vereinigten Staaten zur Abwendung einer Entwicklung tun würden, die der englischen Flotte das Leben kosten könnte, wirft verwickelte Probleme im schattenreichen englisch-nordamerikanischen Verhältnis auf.
Man weiß, daß die Vereinigten Staaten dabei sind, eine Zwei-Ozean-Flotte zu bauen. Sie wird nicht vor 1946 fertig sein. Augenblicklich befinden sich 15 Grotz- kampfschiffe und zwölf Flugzeugträger im Bau. Roosevelts Wort gilt für die Zwischenzeit. Niemand kann voraussagen, was in vier bis fünf Jahren geschehen kann. In den Vereinigten Staaten hat man sich daran gewöhnt, einen Unterschied in der Teilnahme am Schicksal der britischen Inseln und am Schicksal der britischen Flotte zu machen. Wieweit die USÄ. gehen würden, um die britische Insel zu retten, ist Gegenstand vieler Spekulationen und vielleicht noch nicht endgültig entschieden. Die englische Presse hat sich damit abgefunden, wie sich besonders deutlich in den Kommentaren zu der Rede des kanadischen Ministerpräsidenten Mackenzi« King kürzlich zeigte, daß England nur ein nordamerikanischer Brückenkopf sei; für die Rettung der britischen Flotte aber würden die USA.-Machthaber beinahe alles unternehmen.
Nach nordamerikanischer Ansicht bedeutet „Rettung der englischen Flotte" nicht, daß sie in englischer Hand bleiben müsse; der Ausdruck umschreibt vielmehr das Bestreben, die Flotte unter allen Umständen für die nordamerikanische Politik zu sichern. Zwar besteht der Austausch der Erklärungen zwischen dem britischen Botschafter in Washington und dem USA.-Staatssekretär des Auswärtigen, der England verpflichtet, seine Flotte nicht in Feindeshand fallen zu lassen; über die Durchführung dieser Verpflichtung, die sich die Vereinigten Staaten in einem verhältnismäßig frühen Stadium dieses Krieges haben geben lassen, macht man sich aber in Washington seine Gedanken. Im Mittelmeer würde, wie man hofft, genügend Zeit sein. notfalls bei Nacht und Nebel und mit einigen Verlusten ins Rote Meer und in den Atlantik auszuweichen. Bei einer Gefährdung der britischen Insel selbst macht man einen Unterschied zwischen einem langsamen Prozeß und einer plötzlichen Bedrohung. Im ersten Falle würden die Vereinigten Staaten um das Schicksal der englischen Flotte weniger besorgt sein ats im zweiten; denn sie würden Zeit haben, Maßnahmen zu treffen, die der Verwirklichung der englischen Verpflichtungen dienen würden. Außerdem wäre die englische Flotte weit verstreut. Im zweiten Falle dagegen würde England, wenn es in dieser Hinsicht überhaupt noch freie Hand hat. eine Flottenkonzentration vornehmen und in Kampfhandlungen Verluste wagen, die es jetzt scheut, und die es fraglich erscheinen lassen, ob den Vereinigten Staaten ein Raub der englischen Flotte gelingen könnte. In den Vereinigten Staaten stellt man solche Erwägungen durchaus ohne Sentimentalität an und beweist damit, daß das Schicksal des englischen Jnselreiches den maßgebenden Männern in Washington erheblich gleichgültiger ist als das Schicksal der englischen Flotte.
Der Zynismus macht hier noch nicht halt. Könnte man sicher sein. daß die englische Flotte nicht nach Kanada oder Afrika fliehen würde? Würden die Mannschaften nicht bittere Gefühle gegen die Vereinigten Staaten hegen, weil deren Hilfe so gering war? Ein nordamerikanischer Marinesachverständiger, Hanson W. Baldwin, sagt offen, daß die Vereinigten Staaten in einem solchen Falle sich nicht von Sentimentalitäten leiten lassen würden, sondern sich unter allen Umständen genötigt sehen. England gegenüber genau so zu handeln, wie England gegenüber Frankreich in Oran und Dakar aufgetreten ist. Im übrigen würde die Zerstreuung der englischen Flotte über die sieben Seen Zwangsmaßnahmen der Vereinigten Staaten erleichtern. Einige Einheiten würden ferner dadurch Nordamerika anheim fallen, daß sie sich in novdamerikani- schen Häfen befänden. Im Frühsommer dieses Jahres wurden z. B. drei englische Schlachtschiffe auf USA.- Werften ausgebessert. In Nordamerika rechnet man damit. daß sich ihre Zahl erhöht. Man besäße also stets eine nicht unbeträchtliche Zahl von „Geiseln" in USA.- Häsen. Nach Baldwin würde jedes erreichbare englische Kriegsschiff gewaltsam der USA.-Flotte einverleibt werden. So würde das Reinergebenis einer unter Umständen für möglich gehaltenen Entwicklung, die über England hereinbrechen könnte, wie Baldwin schreibt, das Aufsteigen der Vereinigten Staaten zur größten Seemacht unserer Zeit sein.
Hierin offenbart sich ebenso eine neue Seite der vielfach schillernden Weltherrschaftsträume nordamerikanischer Politiker wie eine Betrachtungsweise des Krieges, die sich von der englischen abgrundtief unterscheidet. Wie tief ist das wogenbeherrschende Britannien unter dem Halbamerikaner Churchill gesunken, wenn die einzige Macht, die es zu einer Fortsetzung des Krieges überhaupt befähigt, so nüchterne Rechenexempel anstellt !
Unser ^aeffsssvreyeL
Die deutschen Angriffe im Osten entwickeln sich zu einer Operation größten Ausmaßes.
' Deutsche Kampfflugzeuge griffen sowjetische Transporter und Handelsschiffe wirkungsvoll an.
Schweden verlor durch Explosion drei Zerstörer. Roosevelt dehnte das Leih- und Pachtgesetz auf Südamerika aus.
USA.-Juden versuchen die Welt mit öligen Ratten- sängerweisen zu täuschen.
Die Atlas-Werke konnten ihre Umsätze 1948 weiter steigern.
Deutschlands Sportgemeinde nahm mit einer erhebenden Trauerfeier in Bremen Abschied von dem verstorbenen Reichssachamtsleiter Carl Steding.