Ausgabe 
(20.1.1942) Nr. 20
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parteiamtliche lageszeitung

Das flmtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Zreien Hansestadt vremcn

der Nationalsozialisten Vremens

sinnliches verkündungsblatt des Neichsstatchallers in Oldenburg und vremen

7lr. 29 , 12. Jahrgang

Dienstag, 20. Januar 1942

kinzelpreis 15 Nps.

lo in kühnem Zugriff wiedererobert

Von deutschen und rumiinischen rruppen gestürmt / öroße kinbußen der Sowjets an Menschen und Material

^-Manche

i heldenhafter persönlicher Ansah

Aus dem Führerhauptquartier. 19. Jan. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Deutsche und rumänische Truppen unter dem Oberbefehl des Generals der Infanterie von Man st e in haben im Zusammenwirken mit den Lustwasfenverbänden des Generals der Flieger Ritter von Greim nach mehr­tägigen harten Kämpfen die an der Südküste der Krim gelandeten sowjetischen Kräfte zurückgeworfen und die Stadt Feodosia in entschlossenem Angriff wieder in Besitz genommen. Bisher wurden mehr als 4999 Ge­fangene eingebracht sowie 73 Panzerkampfwagen, 77 Ge­schütze und zahlreiches anderes Kriegsgerät erbeutet. An der gesamten Donez-Front griff der Feind mit starken Kräften an. Die Kämpfe sind noch im Gange. Im mitt­leren und nördlichen Abschnitt hatte der Feind bei der Fortsetzung seiner Angriffe erneut schwere Verluste. Bei einem am 17. und 18. Januar durchgeführten Gegen­angriff deutscher Infanterie- und Panzerverbände wur­den insgesamt 35 Geschütze, 23 Granatwerfer, 45 Maschi­nengewehre sowie zahlreiches sonstiges Material er­beutet. Der Feind verlor hierbei 439 Tote und 149 Ge­fangene. Die Luftwaffe beschädigte im Seegebiet von Murman ein großes Handelsschiff durch Bombenwurf.

Kampfflugzeuge bombardierten Hasenanlagen an der englische« Südwestküste und erzielten Bombenvolltreffer in einem Munitionslager auf den Shetlands.

In Nordafrika wurde bei erfolgreichen Spähtrupp­unternehmungen der deutsch-italienischen Truppen in der Cyrenaika eine Anzahl von Gefangenen eingebracht. Deutsche Kampfflugzeuge griffen Hafenanlagen und Flugplätze an "der Küste der Cyrenaika an. In der gro­ßen Syrte wurden bei einem Luftangriff auf einen britischen Geleitzug mehrere große Handelsschiffe durch Bombenwurf schwer beschädigt?

Bei der Wiedereroberung von Feodosia hat sich der Ritterkreuzträger Oberst Müller erneut durch hervor­ragende persönliche Tapferkeit, Entschlußkraft und um­sichtige Führung seines Regiments ausgezeichnet."

Auch nach der Landung der Sowjets bei Feodosia haben diese und die anglo-amerianische Agitation ein überlautes Geschrei angestimmt, als ob diese Tatsache bezeichnend für die von ihnen so oft angekündigte große strategische Wendung des Krieges von der Ostfront her sei. Der schnell eingetretene Erfolg des deutschen Gegen­angriffs auf der Krim, der diese Stadt unter schweren bolschewistischen Verlusten wieder in unsere Hand ge­bracht hat, beweist erneut, daß die Sowjets mit ihren brutal rücksichtslosen Methoden der Menschen- und Ma- terralopserung nicht zu strategisch bedeutsamen Erfolgen gelangen können. Das einzige ,was sie nach ihrer Lan­dung bewirken konnten, war- eist furchtbares Blutbad, daß die GPU. in dieser Stadt anrichtete. Zu Tausenden wurden unschuldige Zivilisten, puch viele Frauen und Kinder, unter dem Vorwand hingemetzelt, daß sie sich den Deutschen zur Verfügung gestellt hätten.

kichenlaub für topjeren Kommandeur

Aus dem Führerhauptquartier. 19. Ja­nuar. Der Führer hat dem Oberst Weg euer, Kom­mandeur eines Infanterieregiments, am 18. Januar 1942 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen und an ihn nachstehendes Telegramm gesandt: „In dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kamps 'ür die Zukunft unseres Volkes ver­leihe ich Ihnen als KK. Soldaten der deutschen Wehr­macht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hitler."

Die Sowjets taten alles, um durch Truppenverstär- kungen den wiedergewonnenen Stützpunkt auf der Krim zu halten. Ihre Absicht war unverkennbar, den Druck auf die deutsche Südflünke zu verstärken und die deut­schen Divisionen aus ihrer Stellung am Schwarzen Meer zu verdrängen. Seit der Umschließung Sewasto­pols versuchten sie mehrfach, .auf der Krim zu landen Die meisten' Versuche konnten durch deutsche Gegen­angriffe zur Wirkungslosigkeit verurteilt werden. Die im OKW.-Bericht jetzt gemeldeten hohen Beute- und Verlustziffern beweisen, wie starke Kräfte die Sowjets an die Landung bei Feodosia gesetzt hatten Am 31. De­zember meldete das Oberkommando der Wehrmacht die Einleitung der erforderlichen Gegenmaßnahmen. Sie wurden eine Weile durch besonders schwierige Witte­

rungsverhältnisse, durch tiefen Schlamm und Schnee­matsch verzögert.

Jetzt ist es so weit, jetzt haben deutsche und rumänische Truppen unter General von Manstein im Zusammen­wirken mit der Luftwaffe den zahlenmäßig überlegenen Gegner wieder aus Feodosia geworfen und erneut den Beweis dafür geliefert daß die Ostfront trotz vorüber­gehender taktischer Einbrüche des Gegners so steht und stehen bleiben wird. wie sie von unserer militärischen Führung als Ausgangsstellung für den neuen Angriff nach Eintritt der jahreszeitlichen und wettermäßigen Voraussetzungen gedacht ist und daß alle rücksichtslosen Versuche der Sowjets, in letzter Stunde im Bund< mit dem General Winter das Schicksal zu wenden, ver­geblich sind. Dr. IV. 3cb.

Me Japaner stehen angesichts Singapurs

Vie Straße von Ioinir erreicht - 20000 Veiten eingeschlossen

Schanghai, 19. Januar. Den neuesten Nachrichten von der malayischen Front zufolge wurde die Südspitzc der Malayenhalbinfel am Sonntagabend japanischer Zeit bereits von den japanischen Truppen erreicht. Die von Westen und Norden in Richtung Singapur vor­stoßenden japanischen Verbände haben sich im Raum von Johur-Bharu, das der Insel Singapur unmittel­bar gegenüberliegt, vereinigt und dadurch die Reste der britischen Truppen auf dem Festlande in Stärke von etwa 29 999 Mann mehrmals eingeschlossen. Die Stra­ßen- und Bahnverbindungen in Richtung Singapur wur­den in der Nähe von Johur-Bharu abgeschnitten. Einer Domei-Meldung zufolge wurde das Banner der auf­gehenden Sonne wenige Kilometer von der Insel Sin­gapur entfernt gehißt.

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Berichte von der Malaya-Fronk bestätigen den auch bereits von Batavia gemeldeten ersten Luftangriff aus Sumatra. So schildert der Kriegsberichter dex japani­schen Zeitung „Tokio Asahi Schimbun", daß japanische Maschinen britische Einheiten verfolgen, die auf einem Flugplatz bei Pongkalan norwestlich Belawan landeten. Die japanischen Piloten griffen sofort die Einrichtun­gen des Flugplatzes sowie die dortigen Maschinen an und verursachten erheblichen Schaden.

Diese Meldung ist um so interessanter, als sie zeigt, daß die Engländer offenbar ihre noch verbliebenen Lufl- streitkräfte auf Sumatra konzentrieren, um von hier aus, soweit das überhaupt noch möglich ist, in die Kämpfe m Süd-Malaya und zur Verteidigung Sin­gapurs einzugreifen. Der oben erwähnte Ort Belawan liegt an der nördlichen Ostküste der Insel Sumatra in der Nähe der Stadt Medan

Wie das Kaiserliche Hauptquartier weiter meldet, führte die Marine-Luftwaffe am 16. und 17. Januar Großangriffe auf'die Flugplätze.Tengah und Sempang durch. Ueber Tengah wurden 10 Buffalos abgeschossen, sieben Blenheim und eine Lokhead am Boden zerstört. Auf dem Flugplatz Sempang wurden neun größere Ma­schinen und eine Flughalle zerstört sowie ein feindlicher Jäger abgeschossen.

OorreßiUor erneut boindsrUiert

Das Kaiserliche Hauptquartier gibt bekannt: „Ja­panische Marineflugzeuge haben bei Operationen über den Philippinen am 18. Januar Volltreffer auf vier feindlichen Schiffen mit insgesamt 5500 BRT. bei der Ceba-Jnsel nördlich von Mindanao erzielt, während andere Lufteinheiten der Marine am 16. Januar die Rundfunksender bei Elan im Süden der Mindanao-Jnsel

mit Bomben belegten. Japanische Marineflugzeuge haben wiederholt die Befestigungen der Insel Corregidor am Eingang der Manila-Bucht mit Bomben belegt, wo­durch schwere Schäden verursacht wurden. Das Kommu­nique gibt weiter bekannt, daß japanische Marineflug­zeuge Rabaul und einen anderen Flugplatz auf Ren- England (Neu-Pommern) mit Bomben belegten, wo­durch Brände auf den Startbahnen hervorgerufen wur­den. Besondere Abteilungen japanischer Seesoldaten, die am 16. Januar Likoepang — die nördlichste Spitze von Celebes — besetzten, setzten ihre Säuberungsaktion fort.

^Vsitere ^uktsn^rike in 8ü6ctiins

Domei berichtet von einem Stützpunkt in Südchina, daß japanische Flieger beim Ueberfliegen der Stadt Neng tau in der Provinz Pünnan militärische An­lagen des Feindes zerstörten. Im Verlauf dieses An­griffes wurden drei feindliche Jagdflugzeuge abge­schossen. Außerdem unternahmen japanische Armeeflug­zeuge am 18. 1. einen Massenangriff auf Nanning in der Provinz Kwansi und belegten das Hauptquar­tier der dort stehenden Tschungkina-Armee, Munitions­depots und andere militärische Einrichtungen mit Bom­ben. Es entstanden große Brände Sämtliche beteiligten japanischen Flugzeuge kehrten unbeschädigt zu ihren Einsatzhäfen zurück.

Japanische Armeeslieger trafen, wie Domei meldet, eine Gruppe chinesischer „Curtiß-p-40"-Flugzeuge über Mengtze und schössen drei ab. Gleichzeitig wurde ein starker Luftangriff auf Kunming die Hauptstadt der Provinz Pllnnan, am Endpunkt der Burmastraße durch­geführt. wobei großer Schaden an militärischen Ein­richtungen entstand.

.Ispsniscker Vorgtok nscst 8ü6burins

Die Japaner haben einen Vorstoß in die westlich von Bangkok liegende Provinz Tenasscrim in Südburma eingeleitet, der für die japanischen Streitkräfte einen günstigen Verlauf zu nehmen scheint. Während der britische Heeresbericht in Rangun am Sonnabend von Gefechten bei Myitta sprach, berichtete er am Sonntag über Kämpfe auf der Straße von Myitta nach dem Hasen Tavoy, woraus hier geschlossen wirb, daß die erstgenannte Stadt sich bereits in japanischen Händen befindet.. Wie weiter verlautet, wurde der Flugplatz von Moulmein, dem wichtigsten Ausfuhrhafen in Südburma, erneut von japanischen Flugzeugen ange­griffen, wobei erheblicher Schaden an Eisenbahvanlagen angerichtet wurde. Die burmesische Hauptstadt Ran- gun hatte ebenfalls einen einstündigen Luftangriff zu erdulden.

Das Sonnenbanner weht vor Singapur

759 Kilometer Vormarsch in sechs Wochen — Ver erste Abschnitt des ostasiatischen Krieges vor dem Abschluß

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung ckr. v. scb. Berlin, 19. Januar. Wer bei Ausbruch des ostasiatischen Krieges die Vermutung ausgesprochen hätte, daß die Japaner in wenigen Tagen den Kern der anglo-amerikanischen Seestreitkräfte im Pazifik und in den ostasiatischen Gewässern vernichten, daß sie in weniger als drei Wochen Hongkong, in kaum vier Wochen Manila und die Philippinen besetzen und nach genau sechs Wochen des Krieges an der Südspitze von Malakka eintreffen und das Banner der ausgehenden Sonne am nördlichen User des Meeresarmes aufpflan­zen würden, der die Jnselsestung vom Kontinent trennt, den hätte man ganz bestimmt einen Irren gescholten. Und doch ist es nun soweit. Am Sonntagabend, also genau sechs Wochen nach Kriegsbeginn, wurde die Süd­spitze der Malayenhalbinfel von japanischen Truppen erreicht. Die militärischen Leistungen, die die Truppen unseres ostasiatischen Bundesgenossen vollbracht haben, sind geradezu phantastisch. Sie erinnern nach ihrem Tempo und nach ihrer strategischen sowohl wie nach ihrer weltpolitisch entscheidenden Bedeutung, an die Siegesmärsche der deutschen Truppen im Westen, über den Balkan hinweg und tief in das Kernland der Sowjetunion hinein. Die Entfernung, die die japa­nischen Truppen von den Ausgangspunkten ihrer Ope­rationen nördlich der thailändisch - britisch - malayischen Grenze, wo sie bereits am zweiten Kriegstage gelandet waren, bis nach Johur-Bharu im Süden von Malakka zurückgelegt haben, beträgt nicht weniger als 759 Kilo- meter. 759 Kilometer in Ironischer Hitze, durch Dschun­gel, Hochgebirge und Engpässe! Die Entfernung ent­spricht derjenigen von Königsberg bis Leningrad oder von Aachen bis Bordeaux. Das hätte kein Mensch auf

der Welt — und die Amerikaner und die Engländer zu­letzt — für möglich gehalten.

Der Abschluß des japanischen Vormarsches bis zur Südspitze der Halbinsel vollzog sich schließlich noch einmal mit besonders überraschender Schnelligkeit. Die Stel­lungen an dem Flusse Muar, die sogenannte Pownall- Linie, die unter allen Umständen gehalten werden sollte, und wo man von dem Einsatz der australischen Truppen sich noch eine Wendung des Schicksals erhoffte, lagen, immerhin noch 130 Kilometer von dem Meeresarm vor Singapur entfernt. Am Montagabend mußten aber- bereits neutrale Zeitungen als die Londoner Auffassung darstellen: „Das Schlimmste bei diesem japanischen Vor­marsch ist. daß es den Japanern gelang, die Linie am Muarfluß zu überqueren, mit änderen Worten, die Pownall-Linie, auf welcher man den japanischen Vor­marsch zum Halten bringen wollte, wurde bereits vom Feind umgangen und bezwungen Allgemein erklärt man, daß die Japaner über bedeutende Streitkräfte verfügen. Man muß also die Frage stellen, wo diese Streitkräfte aufgehalten werden können, und ob die Verteidigung Singapurs außerhalb der Halbinsel Malakka bewerk­stelligt werden kann".

Auf diese Frage ist die Antwort bereits gegeben. Die Reste der auf Malakka kämpfenden Empiretruppen wurden, nach der Vereinigung der von Westen und Norden in Richtung auf Singapur vorstoßenden säpa- nischen Verbände im Raum von Johur-Bharu einge­schlossen und können nicht mehr aus die Jnselsestung zurück. Auf dem Südufer des Muarflusses konnten die Japaner den Durchbruch nach Süden mit ihrem rechten Flügel erzwingen. Sie erreichten, wie schon gemeldet, bereits am Sonntagabend die äußerste südwestliche Ecke

der malayischen Halbinsel 40 Kilometer westlich von Johur-Bharu. In der Mitte der Front führte die Ka­pitulation der indischen Brigade, die den Rückzug der britischen Truppen südlich des Muarflusses decken sollte, zur Beschleunigung der Katastrophe. So konnten im Schlußakt des Feldzuges auf der Malaya-Halbinsel in einem alles Bisherige übersteigenden Tempo aus der Richtung von Eemas und von der Südwestspitze der Halbinsel her die Vereinigung der japanischen Trup- penkolonnen und damit die entscheidende Kesselbildung vollzogen werden. Auch die australischen Truppen, die südlich von Eemas von den Japanern geschlagen wur­den. gerieten so in den Zusammenbruch hinein.

Ein japanischer Frontbericht von der Malaya-Front (siehe oben!) schildert die letzte Entwicklung so, daß 29 999 Mann britische Truppen von den Japanern um­zingelt wurden, die um Johur-Bharu in den Rücken der britischen Positionen schwenkten und jetzt die britischen Verteidiger vom Westen und vom Norden her mit einer riesigen Zangenbewegung einquetschen.

Noch will man sich in London nicht ganz zur Wahr­heit bequemen. Es liege, so behauptet der britische Rundfunk, noch keine Bestätigung der japanischen An­gaben vor. wonach die Angreifer die Südspitze von Ma­lakka erreicht hätten, aber der letzte Bericht aus dem Hauptquartier in Singapur bereitet schon auf das Schlimmste vor, indem er eingesteht, daß die Japaner im Muargebiet in die englischen Linien eingedrungen seien, so daß ein Rückzug unumgänglich geworden sei. Weiter wird über neue japanische Landungen in West- Johur berichtet, die offenbar in der Absicht erfolgt seien, nach Osten vorzustoßen und die australischen Streitkräfte (Fortsetzung auf Seite 2)

Von ^ckmiinl 2. V. kiieligrä lssoerster, Lräsickent clsr Osukseb-llapavisehen''Ossellscbakt

Einem Abendländer, der eine Weile in Japan lebt. fällt im allgemeinen bald auf. daß die japanischen Le, bensformen einheitlicher und gleichförmiger sind. als er es im Abendland gewöhnt ist. Nicht nur sind die Wohnräume, ihre Ausstattung, die Bauweise der Häuser, Kleidung und Schmuck fast im ganzen Lande und letztlich auch in allen Ständen irgendwie gleich­artig. sondern auch Haltung und Benehmen der Menschen, ihre Begrüßung, die zeremoniellen Formen der Gespräche: die Art und Weise, auf Glück und Unglück zu reagieren, schließlich das Denken und Händeln selbst erscheint dem Beobachter überall weitgehend genormt zu sein. wie er das im Abendlands vielleicht nur noch im bäuerlichen Umkreis oder in ent­legenen Gegenden ähnlich beobachten kann. Das hat nun manchen abendländischen Kritiker dazu verführt, anzunehmen, daß der Japaner im allgemeinen weniger differenziert sei, eine geringer ausgeprägte Eigen­persönlichreit besitze als durchschnittliche Europäer oder Amerikaner, der doch vielmehr seine Verschiedenheit und Besonderheit gegenüber seinen Mitmenschen hervor­kehrt, gern seine Originalität zur Schau trägt. Es hat das. besonders in den demokratischen Ländern, die be­kanntlich die „Freiheit des Einzelmenschen" gepachtet haben, zu dem absprechenden Urteil geführt, daß die Japaner ein Volk der Masse seien, das überhaupt keine überragende Persönlichkeiten oder Führernaturen her­vorgebracht habe.

Wie abgründig falsch dieses Urteil ist, erkennt jeder, der sich länger und gründlicher mit Japan' befaßt hat. Wer das Glück gehabt hat. mit führenden Persön­lichkeiten der japanischen Kunst oder Wissenschaft, des Militärs, der Politik oder Wirtschaft nähere Berührung zu gewinnen, entdeckt bald, daß sich hinter den gleich­mäßigen und genormten Umgangsformen, der oft starren und zeremoniellen Außenseite häufig genug eine Fülle von persönlichsten, eigentümlich- stenGedanken und Anschauungen, von individuell scharf geprägten seelischen Zügen verbirgt, die allerdings nicht so leicht und-von der Oberfläche her kenntlich sind, weil sie eben nicht zur Schau ge­stellt sind.. Wer die Reihe der großen geschichtlichen FLHrerpersönlichkeiten studiert, wie etwa Shotoku Taishi, Hideyoshi, Meiji Tenno Jio, Prinz Saionji usw, oder die großen Dichter und Maler der japani­schen Nation, dem geht es auf, daß ihm sehr eigen­willige. kraftvoll entfaltete, in sich vielfach differenzierte Eigenpersönlichkeiten höchsten Formats gegenüberstehen. Die Eeistesgeschichte dieser hockOedsutenden Kultur- nation verrät den Studierenden eine unübersehbare Fülle von scharf umrissenen Persönlichkeiten auf allen Gebieten des Lebens.

Dennoch bleibt es eine richtige Beobachtung, daß die Aeußerungen der japanischen Menschen einander ähnlich sehen, miteinander mehr Uebereinstimmung aus­weisen, als das im Abendland der Fall ist. Die japa­nische Kunst beispielsweise zeigt einen viel einge­schränkteren Umkreis der Themen. Formen und Ideen als irgendeine abendländische. Kunstgeschichte. Der Spielraum der Originalität im klassischen Schwarz­weißbild oder im jahrhundertlang festgelegten undurch- brechbaren Rhythmus des Kurzgedichts ist vergleichs­weise in überaus enge Grenzen gebannt. In diesen engen Grenzen allerdings lebt sich Individualität und Originalität in feinsten und zartesten Abtönungen aus, die nur dem eingeweihten Auge und Ohr vernehmbar sind.

Hier rühren wir nun an das Tiefste des japanischen Geistes. Die Eigenpersönlichkeu löst sich niemals in dem Maße los von der Tradition, von der Autorität des Hergebrachten, von der Bindung an das Ganze, wie etwa der stürmische Schwung der Emanzipation der Idee von seiner Umwelt im Geistesleben Europas. Große Macht hat die Vergangenheit, das von den Vätern Gelebte und Gelehrte. Die Ehrfurcht vor ihnen ist immer lebendig und durch kein Neues zu erschüttern. Im Ahnenkult ist die Ver­gangenheit stets in der Gegenwart da. Die Familie ist de'^Raum des Ahnenkults. Große Macht hat Familie und 2 ippe bis heute in Japan gewahrt Sie bestimmt Erziehung, Beruf. Ehe und Lebensstil von einzelnen

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Deutsche und rumänische Truppen haben den Krim- Hafen Feodosia wieder in Besitz genommen.

Die britische Admiralität gibt den Verlust eines großen U-Bootes zu.

Nach der Einkesselung von 29 909 Briten an der Südspitze Malayas stehen die Japaner unmittelbar vor Singapur.

Durch eine Verschiebung der Unterhaus-Sitzung sucht Churchill dem Druck der öffentlichen Meinung in England auszuweichen.

Die fortgesetzten Erpressungen Nooseoelts auf der Rio-Konferenz stellen die siidamerikanischen Staa­ten vor eine gefährliche Entscheidung.

Der Führer hat Eeneralfeldmarschall von Vrauchitsch seine Wünsche für baldige Genesung nach der Ope­ration übermittelt.

Am 22. Januar eröffnet Rhichsleiter Dr. Lcy im Kreise Bremen-Lesum die Vetriebsschnlungen für / den Gau Weser-Ems.

Auch im Kriegs-WHW. 1941/42 gelangt die Carl- Röver-Eeburtstagsspende zur Durchführung.