Ausgabe 
(11.1.1942) Nr. 11
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parteiamtliche lageszeitung

Das Amtsblatt des legierenden Vürgermeisters der Zreien fjansestadt vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkündungsblalt des Neichsstattisalters in Oldenburg und Vremen

Nr. 1 > / 12. Zrchrgang

Sonntag, 11. Zanuar 1S42

Einzelpreis 15 Npf.

Letztes vollwerk vor Singapur gefallen

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Tokio» 10. Januar. Von der Malaya-Front kommt soeben die Meldung, daß Kuala Lumpur gefallen ist. Die Stadt war bereits am Freitag von den Briten ge­räumt. Die britischen Truppen haben damit einen weite­ren sehr schweren Schlag erlitten. Kuala Lumpur ist die Hauptstadt des Staates Selangor und gleichzeitig die Hauptstadt der Bereinigten malayischen Staaten. Sie hat etwa 150 000 Einwohner. Kuala Lumpur ist der Mittelpunkt des Kautschuk-Handels auf Malaya. Auch zahlreiche Zinnbergwerke haben dort ihren Verwal­tungssitz.

Nach Berichten der japanischen Abendpresse vom Sonnabend machen die Kämpfe auf Malaya auch wei­ter ausgezeichnete Fortschritte. Der Frontkorrespondent der „Tokio Asahi Schimbun" meldet, daß etwa die Hälfte der feindlichen Streitkräfte bereits vernichtet sei. Der Feind ziehe unter dem Druck des stürmischen japa­nischen Vormarsches in voller Auslösung nach Süden ab. „Mizaki Schimbun" erklärt-, die japanischen Trup­pen dürften angesichts der überraschenden Fortschritte schon bald die Vorfeldstellungen von Singapur er­reichen.

Die Kämpfe im Gebiet von Trolak» über die das Kaiserliche Hauptquartier einen Bericht veröffentlichte, müssen nach weiteren Informationen von der Malaya- Front als die schwersten Kampfhandlungen seit Beginn der dortigen Operationen bezeichnet werden.

Die Kämpfe fanden in einem für die Verteidigung außerordentlich günstigen Gelände statt. Der Feind hatte seit langem starke Verteidigungsstellungen vorbereitet, teilweise sieben Linien hintereinander. Die durch diese Stellungen hindurchgehenden schmalen Urwaldwege er­schwerten den japanischen Truppen den Angriff um so mehr, als der Gegner in der Lage war, Pe ständig unter heftiges zusammengefaßtes Feuer zu nehmen. Außer­dem hatten die Engländer zahllose Minen gelegt und überall Tankfallen vorbereitet. Im Gegensatz zur bis­herigen Gepflogenheit hatte die Verteidigung zu beiden Seiten der Dschungelwege auch Geschütze eingebaut, die die Angreifer aus kurzer Entfernung unter Feuer nah­men. Aber all dies hinderte die japanischen Truppen nicht, den Vormarsch unentwegt fortzusetzen. Technische Einheiten beseitigten zunächst in todesmutigem Einsatz die Minen und sonstigen Hindernisse, um den Panzern und der nachfolgenden Infanterie das Vorwärtskommen zu ermöglichen. Durch eine Brückensprengung und ein Umgehungsmanöver gelang es schließlich sogar, dem

Der gestrige westrmachtsbericht

Aus dem Führerhauptquartier, 10. Jan. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Aus der Krim und im südlichen Abschnitt der Ostfront nur geringe Kampftätigkeit. Kampf- und Sturzkampfflug­zeuge versenkten im Seegebiet von Sewastopol und Feodosia einen Transporter von 4000 BRT. und be­schädigten zwei größere Handelsschiffe sowie einen Leich­ten Kreuzer durch Bombenwurf. Vor der Ostküste des Schwarzen Meeres wurde ein weiteres Handelsschiff in Brand geschossen. Im mittleren und einem Teil des nördlichen Frontabschnittes halten die schweren Abwehr­kämpfe in unverminderter Stärke an. In Nordafrika verstärkte der Feind sein Artilleriefeuer und seine Luft­angriffe im Raum von Sollum. Im Gebiet von Age- dabia beiderseitige Spähtrupptätigkeit. Die Angriffe auf Flugplätze der Insel Malta wurden erfolgreich fortge­setzt. Bei Versuchen britischer Bomber, die französische Küste anzugreifen, wurden vier feindliche Bomber abge­schossen."

Feind den Rückweg abzuschneiden, ihn einzukreisen und fast völlig zu vernichten.

„Die Lage in der Luft über Malakka ist vollkommen verzweifelt", kabelten die englischen Kriegskorrespon­denten in Singapur am Sonnabend nach einem Lon­doner Eigenbericht von „Aftonbladet" ihren Blättern. „Japanische Flugzeuge schwärmen wie die Bienen in der Luft und werfen ihre Bomben völlig unbesorgt ab. Bisweilen schießt die Flakartillerie keinen Schuß gegen sie ab. Das einzige, was man tun kann, so erklären die britischen Korrespondenten, ist, um sein Leben zu rennen und sich in die Plantagen oder in den Dschungel zu flüchten. Der allgemeine Notruf ist: Mehr Männer! Mehr Flugzeuge!!"

Die katastrophale Lage der britischen Luftwaffe auf Malaya wird deutlich durch den Umstand gekennzeichnet, daß die Engländer Hilfe aus Australien und Niederlän- disch-Jndien herbeirufen mußten. Bei Kriegsausbruch hatte England rund 500 Maschinen auf Malaya statio­niert, deren größerer Teil eine leichte Beute der japani­schen Armee- und Marineflieger wurde, so daß die Ja­paner heute den Luftraum über Malaya vollkommen be­herrschen. Um die schwer angeschlagene britische Luft­waffe aufzufrischen, wurden fünfzig Maschinen aus Au­stralien und vierzig aus Niederländifch-Jndien geschickt, wie Domei aus gutunterrichteten Kreisen erfährt. Die Gesamtzahl der noch auf Malaya befindlichen feindlichen -Flugzeuge, die in der Nähe von Singapur stationiert sind, überschreitet 100 kaum. Angesichts der gewaltigcn- Ueberlsgenheit der japanische^ Luftwaffe stellen sich die feindlichen Flieger nicht zum Kampf,

Besondere Beachtung bei den Kämpfen an der Ma­laya-Front verdient im ständig zunehmenden Maße die Einstellung der indischen Truppen. Uebereinstim- meird besagen die Berichte, daß die Zahl der indischen Ueberläufer täglich zunimmt und daß in zahllosen Fällen überhaupt kein Widerstand geleistet wird. Das englische Oberkommando verfolge diese Entwicklung mit allergrößter Sorge. Es scheine, daß die Aufforderung an die indischen Truppen, die Waffen zu strecken, um ihnen zu ermöglichen,, für die Freiheit und Unabhängigkeit ihrer Heimat einzutreten, ihre Wirkung nicht verfehlte. Bei vielen indüchen Gefangenen oder Ueberläufern wur­den entsprechende Flugblätter gefunden.

llvv. Bremen, 11. Januar

3ie werden Die USA. samt Großbritannien mit So- vertreren wjetrußland werden diesen Krieg ver- ' lieren, auch wenn sich der von Rooseoelt

in phantastischen Ziffern sich ergehende Rllstungstraum so verwirklichen könnte, wie er sich niemals verwirklichen kann. Das ist die einmütige Ueberzeugung aller ver­nunftbegabten und noch nicht von der jüdisch-angelsäch­sisch-bolschewistischen Propaganda breitgeschlagenen Men­schen auf dem ganzen Erdball. Denn selbst wenn einfach Unmögliches für Roosevelt und seinen Klüngel möglich zu machen wäre, dann würden am Ende — dafür haben wir Deutsche ja die besten Erfahrungen — nicht so sehr die Materialmassen als der über sie verfügende solda­tische Geist die Entscheidung herbeiführest. Ohne die militärischen Eigenschaften der Soldaten unserer Geg­ner, die sich seit neuestem mit dem Worte „Tripel- Allianz" bezeichnen, zu unterschätzen, dürfen wir, nach dem, was der Verlauf dieses Krieges bis zum heutigen Tage gezeigt hat, ohne weiteres sagen, daß die besseren Soldaten bei den Mächten des Dreierpaktes stehen. Ueber deutsches Soldatentum braucht hier wohl kein Wort verloren zu werden. Die militärischen Lei­stungen der Italiener, die sich in den letzten Wo­chen wieder einmal Seite au Seite mit unseren Trup­pen in den libyschen Kämpfen und zur See im Mittel­meer, nicht zuletzt bei den todesmutigen Vorstößen der Sturmboote gezeigt haben, liegen gleichfalls zutage, und die soldatische Tüchtigkeit der Japaner gibt fast Stunde für, Stunde in den Kämpfen um die ostafiati- schen Gebiete Beispiele fast unvorstellbarer Art. Nichts, aber auch nichts Annäherndes haben unsere Feinde auf ihrer Seite auszuweisen, wo zu den „glorreichen Rückzügen" der Engländer und zu den sturen Bestiali­täten der Bolschewiken nun noch das widerliche Maul- heldentum der Pankees gekommen ist. Was aber schrieb Dr. Goebbels dieser Tage so einprägsam im „Reich"? „Siegen werden der höhere Ernst, der härtere Wille, die bessere Idee und das stärkere Herz — mit anderen Worten also w i r!" Unbestreit­bar ist dies alles im Lager der Dreierpaktmächte. Die Prahlerei mit Zukunftsplänen neben dem Selbstbetrug mit lächerlichen Rüstungs-Zahlenkunststücken aber über­lassen wir gern den andern.

VriMbomben auf vangkok

barbarische flny^jA^bus srauen und Kinder — fllkoliolische Miinchlzousiaden

Bangkok, 10. Januar. ÄWEngliinder unternah­men in der Nacht zum Freitag Kne planlose Bombar­dierung von Bangkok, die bei klarem Mondlicht statt­fand und viele Opfer unter Indern und Chinesen for­derte. Die „Vangkok Times" gibt der allgemeinen Empörung Ausdruck, indem sie schreibt: „Die Bomben, die auf Lazarette, Schulen und christliche Kirchen sowie auf die Häuser der schlafenden Bevölkerung, darunter Frauen und Kinder und Säuglinge abgeworfen wur­den, werden die ganze Welt in Schrecken versetzen, wenn sie von diesen barbarischen Angriffen liest. Die Regierung, welche die Führung der zivilisierten Welt für sich beansprucht, sinkt auf das Niveau einer Bestie herab, die, um zu töten, wahre Orgien von Blutver­gießen seiest."

„Der Luftangriff auf Vangkok hat uns ermutigt", erklärte der englische Nachrichtendienst. Wenn die Eng­länder die Nachricht von einem Luftangriff auf die offene Stadt Vangkok so ermutigend empfinden, muß es mit ihrem Mut nicht mehr weit her sein. Bangkok, die Hauptstadt Thailands, bietet zwar an religiösen Kunstschätzen eine Fülle, dagegen bietet es den Briten keinen Vorwand, diese offene Stadt mit Bomben zu be­legen. Das einzige Ergebnis dieses Bombenangriffes

waren beschädigte Pagoden und eine Anzahl getöteter und verwundeter Zivilisten.

Zur gleichen Zeit, in der sich die gesittete Welt über den heimtückischen britischen Ueberfall auf die Bevöl­kerung von Bangkok erregt, hält der englische Sender in Rangun es für angebracht, folgende Münchhausen- geschichte zu verbreiten: Als ein Britenbomber über Bangkok in einen Scheinwerferkegel geriet, habe die Be­satzung eine Bierflasche hinuntergesckileudert, worauf der Scheinwerfer erlosch. Es habe nicht festgestellt werden können, so meint der britische Sender, ob der Schein­werfer außer Betrieb gesetzt worden oder die Besatzung geflohen sei.

Die alkoholisierte britische Bomberbesatzung scheint nach der Rückkehr von ihrer „Heldentat" gemeinsam mit den Angestellten des Senders Rangun noch zahl­reiche weitere Bierflaschen „gelandet" zu haben, worauf den Zechern alsbald das schon nicht große Geisteslicht völlig erlosch. Im Ernst: Es gehört schon die ganze britische Unverfrorenheit dazu. derartig blöde Witze in derselben Stunde zu erzählen, in der sich unschuldige Frauen und Kinder als Opfer britischer Mordgier in ihrem Blute wälzten.

Nückzug der Veiten auf Malakka okne kalt

Krieg im Pazifik okne alliierten slotteneinsatz — Unterkauskritik als peinliche Überraschung für walkmgton

klein-karlchens Wir haben schon früher einmal an

NockonkiinltktUck dieser Stelle dargetan, wie abwegig Iieaieninm,k,kum ^ wenn Roosevelt, Churchill

und beider Pusenfreund Stalin wie das kleine Karlchen rechnen und zu den Bevölkerungsziffern der Bolsche­wiken, der Angelsachsen, der Briten und USA.-Menschen noch die der chinesischen und indischen Bevölkerung und anderer mehr oder weniger in diesem Ringen entschei­denden Länder zusammenzählen und sie ihrem „Kriegspotential" zufügend, zur Beruhigung ihrer, ob der erlebten furchtbaren Schläge des Angelsachsen- tums beunruhigten Staatsangehörigen vorsetzen. Ge­wiß, die Einwohnerzahl Indiens allein betrug nach der letzten Volkszählung im März v. Js. rund dreihundert- neunundachtzig Millionen, wovon zweihundertsechsund- neunzig Millionen in Britisch-Jndien wohnen. Aber daß schon fast hundert Millionen der indischen Bevölke­rung außerhalb der britischen Machtsphäre sich be­finden und daß diese hundert Millionen durchaus nicht britensreundlich, ein Gegengewicht zu den verbleibenden rund dreihundert Millionen auf britischem Gebiete bil­den, läßt sich um so weniger leugnen, als unter diesen dreihundert Millionen, die unter furchtbarster Unter­drückung der Briten leben und sich selbst sehr wohl als Ausbeutungsobjekte des britischen Plutokratismus füh­len, immerhin der weitaus größte Teil jederzeit bereit erscheint, für seine Befreiung vom britischen Joch zu kämpfen, wenn erst einmal das große Signal gegeben »ist, diesen Freiheitskampf zu führen. Noch versucht es England krampfhaft, die einflußreichen Männer im in­dischen Volke für seine Sache zu gewinnen und sie zu veranlassen,/ähnlich wie im Weltkrieg, zum Kampf für England aufzurufen. Diese von englischer Seite her heiß umworbenen Menschen sind sich vielleicht heute noch nicht einig darüber, was überhaupt geschehen muß in

Erreichung der Befreiung ihres Volkes aus seiner bisherigen unterdrückten Lage. Aber sie sind sich, mit Ausnahme des einen oder anderen kommunistisch eingestellten Inders, sehr wohl darüber klar, daß das indische Volk, nochmals an der Seite Englands kämpfend, nach diesem Kampf abermals um seine Freiheit betrogen würde. Es müßte somit schon alles wider Erwarten kommen, wenn es, wie wäh­rend des ersten Weltkrieges, den Verführungskünsten britischer Agenten nochmals gelänge, das indische Volk in die Front der Tripel-Allianz einzureihen. Insofern stimmt also schon einmal das Plutokraten-Rechenkunst- stllck nicht.

Durchsicht^ Was aber von den Indern gilt, versichrungskünste gilt in noch höherem Maße von ^ den Chinejen, die ebenfalls zu­

sammengezählt eine Bevölkerungszisfer von rund vierhun­dert Millionen ausweisen, die aber heute schon, noch viel schärfer umrissen als die indische Bevölkerung, ihre Stellungen bezogen haben. Sie können höchstens zur Hälfte gegen, zur anderen Hälfte aber für Japan und damit für die Mächte des Dreierpaktes stehen. Mandschukuo und die bis Tschangtscha hin durch die Japaner eroberten chinesischen Gebiete sind heute be­stimmt nicht mehr auf seiten Tschiangkaischeks, nachdem sie erkannt haben, daß dieser seinen Kampf zumindest unmittelbar, wenngleich, vielleicht ohne es zu wollen, für die Ausbeuter Asiens, nämlich für die angel­sächsischen Mächte führt und daß ein Sieg auf dessen Seite niemals das Los der asiatischen Völker zum Besseren wenden könne. Nun vertraut Roosevelt darauf, daß es ihm gelingt, in der dem­nächst beginnenden Rio-Konferenz die Staaten Südamerikas auf seine Seite zu ziehen. Was ihm indes bei kleinen nichtssagenden Staaten Zentralamerikas gelungen ist, braucht noch lange nicht bei den großen AVC-Staaten Südamerikas zu gelingen und ohne den Ergebnissen von Rio irgendwie vorgreifen zu wollen, darf wohl ausgesprochen werden, daß eine Entscheidung Argentiniens, Brasiliens und Chiles gegen Japan und die Achsenmächte auch eine Entscheidung gegen die Interessen Südamerikas selber wäre. Aber seihst wenn eine solche, geschichtlich widersinnige Entscheidung er­folgen könnte, würde die Bevölkerungsziffer auch dieser Staaten noch lange nicht den Ausschlag in dem ent­brannten Ringen zwischen Europa und Ostasien auf

Trahtbericht unserer Berliner Schristleitung.

x. b. Berlin, 10. Januar. Die Truppen des ameri­kanischen Generals Mac Arthur sind hoffnungslos unter­legen. Die Uebermacht gegen sie erhöht sich ständig, weil die Japaner infolge ihrer Flotteniiberlegenheit stän­dig frische Truppe« landen. Es wird kaum möglich sein, die Eroberung der Philippinen zu verhindern. Dort wird für die Japaner ein Stützpunkt entstehen, von dem aus sie einen Angriff weiter nach Süden tragen können. Auch in Malayen zeigt der japanische Vormarsch kein Nachlassen. Er ist ständig an der Ost- und Westküste ent­lang seit der ersten Landung vorwärtsgetragen worden. „Die englischen Truppen sind noch nicht am Ende ihres Rückzuges angelangt, noch gibt es eine Linie, aus der sie haltmachen müssen, um Singapur zu verteidigen."

Diese Sätze des Fraserschen Kommentars zum Ost­asienkrieg enthalten fast illusionslos eine Darstellung zu der Lage im Ostasienkrieg, die an Bitterkeit für die Briten -nichts zu wünschen übrig läßt! Die Unterhauskritik erhält auch durch sie eine eindeutige Erklärung; aber Fräser' bleibt nicht beim Feststellen dieser Augenblickslage. Er geht weiter den Ursachen auf den Grund und spricht den für Albion nieder­schmetternden Satz aus: „Je mehr Zeit vergeht, um so auffallender ist im. Pazifik-Krieg das Fehlen des alliierten Flotteneinsatzes". Es klingt fast wie eine sarkastische Märchenerzählung, wenn Fräser nach dem Bekenntnis, daß „für diese Seite des Pazifikkrieges

niemand vorbereitet war", d. h., daß Briten und Amerikaner von sich aus den Zeitpunkt des Ueber- falls auf Japan bestimmen wollten, eine Darstellung der vergangenen Lage der Plutokraten gab: „Da erstreckte sich eine Reihe von amerikanischen Stützpunkten von Pearl Harbour bis nach Manila. Da waren der bri­tische Stützpunkt in Singapur und der Vorposten in Hongkong. Da waren die amerikanische Pazifikflotte und die britische Fernostflotte"; doch aus Gründen, die allen erkenntlich seien — so geht es nach dem „es war einmal" weiter — sei es nicht möglich gewesen, die Seemacht der Alliierten in den ersten Tagen des Krie­ges einzuschätzen und es scheine sehr lange zu dauern, ehe der Schaden wieder gutgemacht werden könne. Auch Fräser weiß natürlich, dag dieser Schaden überhaupt nicht mehr für die plutokratischen Kriegstreiber wie­der aufgehoben werden kann. Das bedeutet nicht, daß der Krieg gegen zwei so starke Kolosse wie das aller­dings bereits jetzt zerfallende britische Empire und die USA. eine Angelegenheit von Wochen sei; es steht aber ebenso sicher fest, daß die Folgen der ersten be­täubenden Schläge im Ostasienkrieg sich auf allen Ge­bieten zeigen und noch weiter zeigen werden.

In Buenos Aires stellt man fest, daß seit dem Ost­asienkonflikt die Zufuhren von jenseits des Pazifik und aus Australien immer problematischer werden. Eine Meldung aus Lissabon spricht von der Sperrung der Versorgungswege und den Textilnöten im reichen

England, eine andere argentinische Meldung, aus der Feder des Londoner Korrespondenten der Prensa, sagt eine bedrohliche Verschärfung des Frachtraum- mangels für die kommenden Monate voraus, eine zunehmende Verringerung des Frachtraums auch für Lebensmitteltransporte nach England. Auch der Ver­kehr mit Südamerika und den wenigen sonstigen Neu­tralen werde sich seitens Englands und der USA. wegen der Anforderung der Kriegführung weiter stark verringern. Auf einigen Gebieten des Rohstoffbedarfs, die für die Rüstung wichtig sind, hoffen die USA. allerdings auf ein Einspringen der slldamerikanischen Länder für die bisherigen Lieferungen aus dem Pa­zifik, wobei Roosevelt gewillt ist, die Gegenforderungen der Südamerikaner auf Lieferung wenigstens der not­wendigsten Konsumwaren oder Industriewaren sich durch politische Zugeständnisse erpresserischer- Art ab­kaufen zu lassen, wie aus einer Pressestimme aus Uru­guay hervorgeht, in der die Beteiligung des Landes an der Expörtkontingentierung der USA. geschildert wird. Die Erwartungen und Hoffnungen der Süd­amerikaner sind nicht sehr groß; denn auch sie wissen um die „schiefe Belastung der USA.-Jndustrie, die „Nya Dagligt Allehanda" in einem Artikel be­handelt. In diesem wird aufgezeigt, wie die schiefe Belastung Reibungen und Arbeitslosigkeit durch die Umstellung der amerikanischen Produktion auf die (Fortsetzung auf Seite 2)

MIIMMIMMMIIMMIINIIMMMMIIIIIIMMIMMIIIIIIMMMIIINIIIIINMMIII«,

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Im Seegebiet der Krim beschädigte die deutsche Luftwaffe einen Sowjetkreuzer sowie zwei Handels­schiffe und versenkte einen 4000-VRT.-Transporter. Die britische Admiralität muß die Versenkung des Kreuzers „Galatea" zugeben.

Nach dem Fall Kuala Lumpurs bezeichnen die Engländer die Lage auf Malaya als „vollkommen verzweifelt".

Ein hinterhältiger britischer Bombenüberfall auf Bangkok erforderte zahlreiche Opfer unter der Zivilbevölkerung.

Im Irak und in Iran sind neue Unruhen aus- gebrochen.

Das erste Todesurteil auf Grund der Verordnung des Führers zum Schutze der Sammlung von Win­tersachen für die Front wurde vom Sondergericht Kassel ausgesprochen und vollstreckt.

Die Fachgruppe Bauwesen im NSB. Deutscher Technik führte in Vremen eine Tagung durch. Umfangreiche Schmuggeleien und Diebstähle im Freihafen finden jetzt vor dem Bremer Landgericht ihre Sühne.