Ausgabe 
(9.1.1942) Nr. 9
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vremer Mum

parteiamtliche Lageszeitung

Das flmtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Zreien kjansestadt Vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

sämtliches verkündungsbialk des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

Nr. S / 12. Jahrgang

Freitag, S. Januar 1942

Einzelpreis 15 Nps.

steneraloffenstve in Mtung Singapur

Kuala-Lumpur gefallen^ / Sroßbrön-e auf einem Flugplatz bei Nangun

Tokio, 8. Januar. Nach dem machtvollen Vorstoß in die Engpässe an der Grenze zwischen den malayischen Sultanaten Selangor und Perak eröffneten die japanischen Streitkräfte am Mittwoch früh die Generalosfensive, wie am Mittwochabend in Tokio ein­gegangene Frontberichte besagen. Die Gegner benutzen Dschungel und hohe Bergstelllrngen als natürliche Hindernisse, um den japanischen Vormarsch aufzuhalten.

Japanische Stoßtrupps nahmen am Mittwochnach­mittag eine nicht näher bezeichnete Stadt in der Malaya-Provinz Selangor. Ein Bericht von der Front besagt, daß diese Stadt von den Briten stark befestigt war zur Verteidigung einer bestimmten Stellung von höchster Bedeutung. Durch die Einnahme dieses Punktes hätten die Operationen nun auch in Selangor einen äußerst günstigen Verlauf für die japanischen Streit­kräfte genommen. Die Japaner befänden sich nunmehr in weiterem Vormarsch nach Süden durch hügeliges Ge­lände. Ob es- sich bei der ungenannten Stadt bereits um Kuala-Lumpur, der Hauptstadt Selangors und gleichzeitig Bundeshauptstadt der vereinigten Malayenstaaten, handelt, ist noch nicht bekannt. Jeden­falls läßt die Reutermeldung, daß über Kuala-Lumpur bereits der Belagerungszustand verhängt wurde, dar­aus schließen, daß dieser letzte wichtige Stützpunkt der Briten aus dem Wege nach Singapur bereits unmittel­bar bedroht war.

Ein amtlicher Bericht des Kaiserlich-Japanischen Hauptquartiers meldet, daß Armeeflugzeuge in wieder­holten Angriffen auf das Singapurer Gebiet seit dem 29. Dezember die Flugplätze von Tengah, Kalang und Sembawan bombardiert haben. Militärische Anlagen wurden zerstört. Associated Preß erklärt, daß die Briten in Malaya jetzt schon 15 Flugplätze verloren hätten.

Das Kaiserliche Hauptquartier gibt ferner bekannt, daß Flugzeuge am 4. Januar und in der Nacht zum 8. Januar Angriffe auf Mingaladon, einem Flug­platz zehn Meilen nördlich von Rangun, unternahmen und Treffer auf Schuppen, Borratslager und andere militärische Ziele zu verzeichnen hatten, wobei Groß- brände entstanden. Am 4. Januar stellten die Flug­zeuge sechs Spitfire-Maschinen zum Kampf und schössen alle sechs ab. Sämtliche japanischen Flugzeuge sind un­beschädigt zurückgekehrt.

*

ckr. v. sck. Nach der „Daily Mail" wächst jetzt in England die Ueberzeugung, daß der ganze Feldzug auf Malakka sich schon in den nächsten Tagen dem Höhepunkt nähern werde. Wie man den Ausgang dieser Kämpfe in London beurteilt, geht aus der weiteren Bemerkung des Blattes hervor, daß die Japaner den Engländern an allen Fronten überlegen seien und daß die englischen Truppen sich trotz anfänglichen heftigen Widerstandes immer wieder zurückziehen müßten. Die Japaner haben amtlich bekanntgegeben, daß am Mittwoch die General- offensive begonnen hat und daß die japanischen Trup­pen in die wichtigsten Stellungen in der Provinz Se­langor eingedrungen sind. Auch die Tatsachenmeldungen

9er gestrige wehrmachtsberickt

Aus dem Führerhauptquartier, 8. Ja­nuar. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im mittleren und nördlichen Abschnitt der Ostfront wiederholte der Feind auch gestern unter blutigen Ver­lusten seine Angriffe. An einzelnen Stellen sind die Kämpfe noch im Gange. Die Luftwaffe griff Kaian­lagen und Schiffsziele im Hafen von Feodosia erfolg­reich an. An den übrigen Frontabschnitten setzte sie die wirksame Bekämpfung der angreifenden Sowjets fort und bombardierte rückwärtige Verbindungen des Feindes. Vor der schottischen Küste versenkten Kampf­flugzeuge bei Tage ein Handelsschiff von Kllllll BRT. Ein weiteres Schiff wurde durch Bombenwurf schwer beschädigt. In Nordafrika lebhaftes feindliches Ar­tilleriefeuer im Raum von Sollum. An den übrigen Abschnitten der Front keine wesentliche Kampftätigkeit. Die Luftangriffe auf britische Flugplätze aus der Insel Malta wurden mit Erfolg fortgesetzt. In den frühen Morgenstunden des 7. Januar warfen einige britische Flugzeuge wahllos Bomben auf Orte in Westdeutsch­land und im norddeutschen Küstengebiet. Schaden ent­stand nicht.«

aus Singapur bereiten darauf vor, daß „Singapurs Feuerprobe jeden Tag beginnen kann", wie es in einem schwedischen Bericht aus London heißt.

„Exchange Telegraph" bestätigt in noch schüchterner Form die neuen japanischen Erfolge, die offenbar die Schlußphase der Kämpfe auf Malakka einleiten. „Am Mittwoch", so heißt es da, „fand ein starker japanischer Angriff gegen die neuen britischen Verteidigungslinien statt, der von Panzerwagen unterstützt wurde und an einem Punkt zu kleinerem Geländegewinn führte". Das heißt doch nichts anderes, als daß den Japanern der Einbruch in die letzte Verteidigungsstellung der Empire­truppen gelungen ist, in denen sich diese noch auf die besondere Gunst des Geländes stützen konnten. Es ist aus den amtlichen japanischen Meldungen noch nicht ersicht­lich, ob es sich bei der nicht näher genannten Stadt in der Provinz Selangor bereits um Kuala-Lumpur han­delt. Diese Stadt, die 100 000 Einwohner zählt und als Zentrum des malayischen Eummianbaugebietes wie als Verkehrsknotenpunkt besondere Bedeutung hat, war durch den japanischen Angriff von drei Seiten her bedroht, einmal durch die Truppen, die nach der Einnahme von Jpoh durch den Staat Perak nach Süden vorstießen und ferner durch die beiden japanischen Landungen bei Se­langor und bei Port Swettenham an der Mündung des Flusses, an dem Kuala-Lumpur selbst liegt. Darüber

Budapest, 8. Januar. Der Reichsminister des Aus­wärtigen von Ribbentrop traf am Donnerstag­vormittag nach einem zweitägigen Besuch beim Reichs- oerwescr des Königreiches Ungarn, Nikolaus von Horthy. aus dem Lande, mit den Herren seiner Be­gleitung in Budapest ein.

Der Reichsaußenminister wurde auf dem Bahnhof vom Königlich-Ungarischen Ministerpräsidenten und Außen­minister von Bardossy empfangen und herzlich be­grüßt. Zum Empfang des Reichsaußenministers waren auf dem Bahnhof die Mitglieder der Königlich-Unga­rischen Regierung, Vertreter der Königlich-Ungarischen Honved, die Gesandten und Missionschefs der Mächte des Antikominternpaktes und des Dreierpaktes, die Ge­sandtschaft mit dem Gesandten von Jagow sowie Ver­treter des ungarischen öffentlichen Lebens und der reichs- deutschen Kolonie erschienen.

Nach der Begrüßung schritt der Reichsaußenminister in Begleitung des Ministerpräsidenten und Außenministers unter den Klängen der deutschen und der ungarischen Nationalhymnen' die Front der angetretenen Ehrenkom­panie der Honved ab. Darauf wurde der Reichsaußen­minister vom Königlich-Ungarischen Ministerpräsidenten und Außenminister in das Hotel geleitet.

Die Bevölkerung von Budapest, die an den sahnen- geschmiickten Straßen der ungarischen Hauptstadt Spalier bildete, bereitete dem Außenminister des Führers eine herzliche Begrüßung. In stürmischen Kundgebungen ga­ben die Vudapester ihrem Bekenntnis zur deutsch-unga­rischen Wafsenkameradschaft und Freundschaft Ausdruck.

Der Reichsminister des Auswärtigen hatte nach der Ankunft in Budapest mit dem Königlich-ungarischen Ministerpräsidenten und Außenminister von Bardossy Besprechungen. Mittags war der Reichsaußenminister Gast des Reichsverwesers des Königreiches Ungarn, Nikolaus von Horthy. Am Nachmittag gaben die Präsidenten des Oberhauses, Graf Szecheny und des Abgeordnetenhauses von Tasnady-Nagy im Par­lament für den Reichsminister des Auswärtigen in Anwesenheit des ungarischen Ministerpräsidenten und Außenministers einen Empfang. Abends war der Reichsaußenminister mit seiner Begleitung Gast des Königlich-ungarischen Ministerpräsidenten und Außen­ministers von Bardossy und weilte den Abend im Kreise der ungarischen Kabinettsmitglieder und der

hinaus befürchtet man nach einer Meldung der „United Preß" aus Singapur «ine japanische Landung bei Mer- sing, das nur 120 Kilometer in nordwestlicher Richtung von Singapur entfernt liegt. Groß« Verbände japa­nischer FluWeuge, so heißt es da, seien über diesem Ge­biet beobachtet worden. Die weitgestreckten Landflächen in der Nähe Mersings könnten von den Japanern als Flugplätze ohne jede Vorbereitung benutzt werden. Je­denfalls nähern sich im Zusammenhang mit dem japa­nischen Vorstoß an der Ostküste der Halbinsel die Ope­rationen dem südlichen Teil oock Malakka, und es darf nach einer Meldung aus Tokio jedenfalls als sicher an­genommen werden, daß die Kämpfe sich bereits im Ge­biet um Kuala-Lumpur abspielen.

Es ist vom englischen Standpunkt aus begreiflich, wenn unter diesen Umständen die „Times" über die „teuflische Taktik" zetert, die die Japaner bei ihrer Kriegführung entwickelt hätten, die immer wieder ver­wirrend auf die Empire-Truppen wirke. Immer wieder seien sie gezwungen gewesen, sich vor den japanischen Truppen zurückzuziehen. Immerhin haben es die Japa­ner mit dieser Taktik fertiggebracht, wie jetzt in einem „United-Preß"-Bericht gesagt wird, in 28 Tagen seit ihrer ersten Landung 670 Kilometer zurückzulegen. Auch ein Londoner Militärexperte bezeichnet das als eine „phänomenale Leistung" und spricht von einer „fürchter­lichen Bedrohung der Stellung der Alliierten in Ost­asien". Die Kriegslage. so wird in London noch hinzu­gefügt, müsse endlich stabilisiert weiden, wenn sie über­haupt noch stabilisiert werden könne. Man sieht, daß man in England die Hoffnung so gut wie aufgegeben hat.

führenden Persönlichkeiten des ungarischen öffentlichen Lebens.

Anläßlich des Empfanges begrüßte der Königlich­ungarische Ministerpräsident und Außenminister von Bardossy den Reichsaußenminister mit folgender Ansprache:

Herr Reichsaußenminister! Ich möchte Sie herzlichst willkommen heißen und tue dies mit dem Gefühl außer­ordentlicher Freude, da es doch die erste Gelegenheit ist, Sie, Exzellenz, auf ungarischem Boden begrüßen zu können.

Ich begrüße Sie als den hervorragenden Mitarbeiter des Führers des Eroßdeutschen Reiches, der in weiser Voraussicht und klarer Ueberlegung in der außenpoliti­schen Leitung immer die richtigen Mittel und Wege ge­funden hat, um Deutschland zu seiner gegenwärtigen Macht und Größe emporzuführen.

Ich begrüße in Ihnen den gerechten Schiedsrichter der Wiener Entscheidungen, die dem Unaartum zur Wiedergutmachung verholfen haben, wofür Sie sich den ewigen Dank unseres Volkes sicherten. Besonders hoch möchte ich es einschätzen, daß Sie sich inmitten die­ses heroischsten aller Kämpfe des deutschen Volkes die Zeit zu diesem Besuche genommen haben; inmitten des Kampfes, den das innerlich in seiner Einheit bereits sestgeschmiedete deutsche Volk um den ihm gebührenden Platz führt, für den Platz, der seiner alten und liefen Kultur, seiner schöpferischen Wirtschaftskraft, seinem ausgleichenden und gerechten sozialen Aufbau, sowie seiner überragenden militärischen Macht entspricht und der ihm in jeder Ordnung der europäischen Entwicklung immer eine entscheidende Stellung gesichert hat.

Diese Stellung des deutschen Volkes reicht in der Ent­wicklung der europäischen Gemeinschaft weit in die Jahrhunderte zurück. Die von ihm geschaffenen Werte und seine Kräfte waren stets ausschlaggebend für die Zeiten, in denen der Eemeinschastsgedanke dieses Konti­nents in den Vordergrund treten konnte!

Die Erkenntnis und richtige Einschätzung der Stel­lung des Deutschtums in der europäischen Völ­kergemeinschaft waren uns Ungarn von Anbeginn un­serer eigenen Staatenbildung an klar gewesen und dem­entsprechend ^ind die freundschaftlichen Beziehungen zwi­schen unseren beiden Völkern nicht erst von heute (Fortsetzung aus Seite 2)

Vewöhrle Waffenbrüderschaft mit Ungarn

Ansprachen des ungarischen Ministerpräsidenten und des Neichsaußenministers in vudapeft

Vas britische Empire bleibt aus der Strecke

Sie Vominie

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

ckr. V. sck. Berlin, 8. Januar. Von Tag zu Tag verstärkt sich der Eindruck, daß die Engländer über­haupt keinen klaren Kriegsplan mehr haben und selbst nicht wissen, was sie wollen. Heute sagen sie, daß der europäische und der afrikanische Kriegsschauplatz ent­scheidend sei. weil nach der Vernichtung Hitlers sich in Ostasien alles wieder von selbst einrenken werde, morgen heißt es, daß Singapur auf Gedeih und Verderb vertei­digt werden müsse, auch wenn^die Flotte der Vernichtung durch die japanische Luftwaffe ausgesetzt werde. An einem Tage beteiligt sich alles an der Suche nach Sün- denböcken, und an anderen wieder ist der Weisheit letz­ter und kläglicher Schluß, daß die Ursache der Nieder­lagen nicht in menschlichen Unzulänglichkeiten, sondern einfach in der Tatsache zu suchen sei, daß Großbritannien nicht mehr an ollen Punkten seines Empire genügend stark sein könne.

Das nervöse Tasten und Umherirren war zu einem wesentlichen Teil in den Hoffnungen begründet, die man in den russischen Winter uick in die Offensive in Nord- afrika gesetzt hatte. Heute sind die Berichte aus Libyen

> schreiben ab — Sie USft. werden deutlich

schon sehr auf Moll gestimmt. Man klagt über die außerordentlich schlechte Wetterlage in Libyen und redet sich um den Zufammenbruch der größten Illusion dieses Jahres wie Reuter so herum: „General Rommel ist noch immer in der Lage, mit seinen Streitkräften zu manövrieren und den Kampf fortzusetzen". Was die Lage an der Ostfront betrifft, so ist man in England allmählich dahintergekommen, daß es sich nur um einen Ausbruch der bolschewistischen Verzweiflung handelt Die Sowjets wissen ganz genau, daß es mit ihnen unweigerlich zu Ende geht. wenn sie aus den Möglich­keiten des Winters nicht irgend etwas Entscheidendes herausholen; deshalb werfen sie das Letzte, was sie ha­ben. in den Kampf und opfern sinnlos Hekatomben von' Menschenleben in dem Bewußtse'n, daß keine Macht der Welt sie vor dem Schicksal der Vernichtung retten kann, wenn die deutschen Truppen im Frühjahr von Aus­gangsstellungen tief im Herzen der Sowjetunion zum letzten, entscheidenden Schlag ausholen. Darum trösteten die Moskauer, die Londoner und die Newyorker Agi­tatoren bis vor kurzem noch ihre Leute mit der Pro­phezeiung, daß die Deutschen aus den besetzten Gebieten im Osten hinausgeworfen werden. Sie faselten davon,

rücksichtslos

daß die deutsche militärische Führung bereits in der Nähe der alten deutschen Grenzen Vefestigungslinien nach dem Muster des Westwalls als letzte Rettung vor­bereite. Nichts, aber auch gar nichts von diesen Pro­phezeiungen ist in Erfüllung gegangen. Man muß sich allmählich mit der Tatsache abfinden, die der „Carriere de la Sera" so formuliert, daß das deutsche Oberkom­mando auch über den russischen Winter triumphiert und die eigenen Truppen längs einer Linie aufzustellen ver­mag, die es gestattet, dem kommenden Frühjahr mit vollem Vertrauen entgegenzusehen.

Während so entgegen den laut und hysterisch heraus­geschrienen britischen Hoffnungen weder an der Ost­front noch in Afrika die strategischen Tatsachen umge­stürzt werden konnten, die aus den gewaltigsten, von deutschen Soldaten erkcmpstrn Siegen der Weltgeschichte beruhen und den Enderfolg mit mathematischer Sicher­heit verbürgen, ist in Ostr sTu eine ungeheure Belastung Englands und Amerikas hinzugetreten, die der endgül­tigen Katastrophe noch gewaltigere und weltgeschichtlich entscheidendere Ausmaße geben wird!

(Fortsetzung auf Seite 2)

ckr. V. scb. Berlin, 8. Januar. Irgendein demokra­tischer „Neutraler« Schmok berichtet, daß das englische Volk an das phantastische Rüstungsprogramm Roose- velts wie an das große Wunder glaube. Das ist nicht wahr! Ein flüchtiger Blick in die britische Presse ge­nügt, um zu erkennen, daß die Zweifel überwiegen und die Stimmung etwa auf den Nenner gebracht werden kann: „Schön wäre es ja!"

Die englischen Zeitungen geben sich die denkbar größte Mühe. um ihrem Publikum die nur zu selbstverständ­lichen Bedenken auszureden. „Sollte jemand", so meint der Londoner Rundfunk, „der Ansicht sein, die von Roosevelt angegebenen Zahlen stellten nur eine Hoffnung oder einen zu weit gespannten Ehrgeiz dar, so sollte er sich von den Aussagen amerikanischer Industrieller überzeugen lasse«!". Der „Daily Telegraph" findet, die Flugzeugziffern Roosevelts' seien zwar über­raschend. aber . . . Reuter rührt an eine andere schwache Seite der Römeveltschen Prahlereien mit der Feststel­lung, daß natürlich die Zahl von 77 Milliarden Dollar für die nächsten achtzehn Monate überraschen müsse, wie es von jedem Haushaltsplan zu erwarten sei, der die gesamte nationale Verschuldung übersteige. Der Berner „Bund" weist darauf hin, daß es mit der Stei­gerung der amerikanischen Produktion bisher nie recht klappen wollte, um dann zu der noch recht gemäßigten Schlußfolgerung zu kommen: „Vorerst ist vieles an der Botschaft Roosevelts noch Theorie und Wort. Es wird in der Geschichte erst zählen, wenn es zur Tat geworden ist, und die Tat wird man dann mit dem vergleichen dürfen, was vorher angekündigt, als Grundsatz und Ziel hingestellt worden ist." Das Urteil wird dann wahrscheinlich demjenigen gleichkommen, das heute schon für die Gegenüberstellung dessen, was ameri­kanische Prahlhänse für die ersten Wochen des Krieges mit Japan voraussagten, mit den Tatsachen gilt. die wir in dieser Zeit erlebt haben.

Wir zweifeln gar nicht daran, daß ein so sturer Amokläufer wie Roosevelt das letzte versuchen wird, um zu seinem Ziele einer jüdisch-angelsächsischen Welt­herrschaft mit der Hauptstadt Washington zu kommen; aber worauf es ihm jetzt zunächst einmal ankam, hat der Sender London naiv ausgeplaudert: Jedes publizisti­sche Mittel, so heißt es da, müsse angewendet werden, um den Deutschen, Italienern und Japanern das Pro­gramm Roosevelts einzuhämmern. Ein Zahlengaukel- spiel, das kein Sachverständiger auf der Gegenseite ernst nehmen kann, soll uns so erschrecken, daß wir die Waffen wegwerfen und um Gnade winseln? Was sind das für politische Kinder! Wenn wir auch die industriel­len Möglichkeiten der Vereinigten Staaten keineswegs unterschätzen, so wissen wir doch. daß auch drüben die Bäume nicht in den Himmel wachsen, und man wird uns schon einmal gestatten müssen, die Voraussetzungen des Rooseoeltschen Wolkenkratzerprogramms nüchtern unter die Lupe zu nehmen. Die „Times" weiß, warum sie so weinerlich darüber klagt, daß mit den an die Ja­paner verlorenen Gebieten nicht nur die reichsten Zinn­gruben der Welt, sondern auch viele hundert Quadrat­kilometer Kautschukland, Eisenbergwerke und andere wert­volle Rohstoffe den Alliierten aus den Händen genom­men worden seien. Rohstoffe gehören ja schließlich auch zur Rüstung, und da liegt die Sache jetzt so, daß zwei Drittel der W e I t z i n n e r z e u g u n g in unmit­telbarem japanischen Machtbereich liegen. Allein Bri- tisch-Malaya hatte im Jahre 1937 einen Anteil von rd. 38 Prozent an der Welterzeugung. Niemals hat man in Washington damit gerechnet, daß der offene Weg zu den Produktionsstätten so schnell und gründlich abge­schnitten werden könnte und man hat darum auch nicht die entsprechende Vorsorge getroffen. Das Zinn aus Malaya stellte bisher den überwiegenden Teil des Ver­brauchs der Vereinigten Staaten dar. Damit ist es jetzt aus.

Die Vereinigten Staaten haben sich auch nicht recht­zeitig wie Deutschland auf dem Gebiet der Gummi- versorgung vorgesehen. Die synthetische Produk­tion, so heißt es, werde erst in etwa fünf Jahren zur vollen Auswirkung kommen. Die über 800 000 Tonnen Kautschuk, die die Vereinigten Staaten im Jahre 1940 einführten, kamen aber fast ausschließlich aus Britisch- Malaya, Ceylon und Niederländijch-Jndien. Dort sitzen entweder heute Japaner, oder sie versperren den Weg dorthin, und anderswo in der Welt gibt es so gut wie keinen Kautschuk! Selbst für die Stahlerzeugung ent­stehen für die USA. infolge der japanischen Siege

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Die deutsche Luftwaffe setzte an der gesamten Ost­front die wirksame Störung der rückwärtigen Ver­bindungen des Feindes fort.

Der italienische Wehrmachtsbericht bestätigt den Untergang des britischen Kreuzers „Phöbe".

Amtlich wird in Tokio die Eröffnung der Eroß- ofsenfive in Richtung Singapur bekanntgegeben. Auch die bolschewistische Ereuellüge über die an­gebliche Zerstörung des Schlosses Tolstojs durch deutsche Truppen ist durch Tatsachen widerlegt. Für den verstorbenen Wehrwirtschaftssührer Vorbei fand in Bochum ein Staatsakt statt.

Die Kriegsmarine kündigt ein Eroßkonzert in Bremen zugunsten des DRK. an.

Die NSKOV. nimmt zur Versorgung der Kriegs­opfer grundsätzlich Stellung.

Die Deutsche Reichsbahn hat 1941 neue Höchst­leistungen und entsprechende Einnahmen erzielt.