Ausgabe 
(3.1.1942) Nr. 3
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parteiamtliche lageszeitung

Das Amtsblatt des legierenden vürgermeisters der Zreien fjansestadt vremen

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der Nationalsozialisten Bremens

flmiliches verkünüungsblalt des Neichsstotchalters in Oldenburg und vremen

Nr. Z / 12. Jahrgang

Sonnabend, Z. Januar 1942

kinzetpreis 15 Npf.

kinmarsch der lapaner in Manila

das USfl.-Vollwerk -er 7 gefallen - wieder harte Luftangriffe auf Singapur

Paome» M»

Stockholm, 2. Januar. Der Newyorker Nachrichtendienst veröffentlicht eine Son- dermeldung, in der es heißt, daß Nachrichten aus Washington zufolge die Japaner in Ma­nila einmarschierten.

Der Fall Manilas beendet die erste große Etappe der Kämpfe auf den Philippinen. Die ersten japanischen Truppen dürften in Manila schon jetzt das Sternen­banner eingeholt haben, das den Philippinos jahrzehnte­lang hindurch als das Symbol einer bedrückenden Wirt- schafts- und Militärdiktatur erschienen war. Sie haben dafür die siegreiche Sonne Nippons gehißt, unter deren Flattern sich der japanische Einmarsch vollzieht. Er führt aus weiten Plantagen voller schlanker Kokospalmen in nüchterne Vorstadtstraßem, deren Stil und seelenlose Uni- formität nur zu deutlich die Hand amerikanischer Archi­tekten verrät. Hoch und charaktervoll ragen nur die gewaltigen Tore und Festungsmauern der spanischen Altstadt den Siegern entgegen. Zwischen ihnen stehen als Zeugen spanischer Kultur die edel geformten Türme vieler Kathedralen und Klöster. Noch verriet kein Be­richt, welch schwere Spuren der Kampf und die nach­haltigen Bombardements der Stadt geschlagen haben mögen. Aber „Santa Ana", das größte Kabarett der Welt, das mit 1000 philippinischen Tanzmädchen einst das Eldorado der USA.-Matrosen war, dürfte wohl öde und verlosten auf die kampferhitzten japanischen Sol­daten Herabschauen. Die Brücken über den Pasig leiten in die Eingeborenenviertel weiter, wo die leichten Vam- bushäuser zum Schutz gegen die häufigen Erdbeben auf Pfählen errichtet sind.

Die ersten Aufräumungsarbeiten der Invasionsarmee werden dem Hafen gelten, der nach Dutch-Harbour die größten Werft- und Dockanlagen im Pazifik besitzt. Wenn oer Wiederaufbau sich in demselben Tempo vollzieht wie in den eroberten britischen Oelgebieten auf Bornes, dann dürfte bald ein wichtiger Stützpunkt, der in den strategischen Einkreisungslinien der Angelsachsen um Japan eine erstrangige Bedeutung hatt«. weitere Etap­pen des japanischen Freiheitskampfes fördern helfen.

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fluskaufch von Neujaftrswünschen

Berlin, 2. Januar. Anläßlich des Jahreswechsels fand zwischen dem Führer und zahlreichen Staats­oberhäuptern und Regierungschefs des Auslandes, ins­besondere denjenigen der verbündeten Länder, ein Aus­tausch von Glückwunschtelegrammen statt.

Die in Berlin anwesenden Botschafter, Gesandten und Geschäftsträger brachten dem Führer ihre eigenen und die Glückwünsche, der von ihnen vertretenen Staatsober­häupter, Regierungen und Völker durch Eintragung in das in der Präsidialkanzlei des Führers ausgelegte Be­suchsbuch zum Ausdruck.

Ferner fand gleichzeitig auch ein Telegrammwechsel zwischen dem Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop und den Staatsmännern der mit Deutschland verbündeten Staaten statt.

^süsrbeit 6er jspsnisclien I.u1t>vskke

Der Sprecher des Senders Singapur berichtete am Freitagmorgen, daß die britische Jnselsestung Don­nerstag nacht erneut zweimal von japanischen Flug­zeugen angegriffen worden ist. Der Sprecher gab dabei zu, daß die japanischen Flugzeuge ungehindert durch das Feuer der Flak über der Stadt erschienen seien und ihre Ziele mit größter Genauigkeit angegriffen hätten, ohne jemals ihre geordnete Formation zu verlassen. Nach dem Angriff seien sie unbehelligt zu ihren Stützpunkten zu­rückgekehrt. Gleichzeitig beklagte der Sprecher den ern­sten Mangel an Lustschutzräumen. Der größte Teil der Bevölkerung sei augenblicklich gezwungen, in offenen Gräben Schutz zu suchen.

Wie Reuter aus Sydney meldet, gab es am Freitag früh in Port Darwin den zweiten Fliegeralarm' dieses Krieges Der Alarm habe zwei Stunden lang ge­dauert, doch seien keine Flugzeuge über der Stadt erschienen.

Der japanischen Warnung an Australien, sich klar u werden über die Folgen feindseliger Aktionen gegen Zapan, sind rasch weitere Warnungen, diesmal in kon­kreterer Form, gefolgt. Von Japan verlautet, einem

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Kabel des skandinavischen Telegrammbüros zufolge, oaß zum erstenmal Aufklärungsflugzeuge in Richtung Australien in Aktion gesetzt worden seien. Diese Flug­zeuge hätten ihren Auftrag durchgeführt und seien un­beschädigt zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt.

Das Kaiserliche Hauptquartier gab am Freitag um 17.35 Uhr japanischer Zeit bekannt: Japanische Heeres­flugzeuge griffen am Neujahrstage einen Eeleitzug feindlicher Transportschiffe in der Malakka-Straße an. Sie versenkten dabei ein Schiff von 2000 BRT. und beschädigten ein weiteres von 3000 BRT. Außerdem versenkten Sturzkampfflieger ein Schnellboot und setzten drei außer Gefecht. In dem Bericht wird hinzugefügt, daß die Japaner am Neujahrstage über Malaya ein Bombenflugzeug vom Typ Martin 139 abgeschossen haben.

>Vu8trgIi8cIi6 Gruppen suk klslsys vernicklet

Nach Berichten von der Malaya-Front zufolge erlitten die australischen Truppen unter dem Befehl des General­leutnants Bennet an einer ungenannten Stelle der Kampffront eine schwere Niederlage.

Es handelt sich hierbei, wie Domei ergänzend meldet, nach der Vernichtung der 11. britischen Division im Pe- rakgebiet um die stärkste mechanisierte Einheit, die dem Feind noch verblieben war. Damit habe die Kampfkraft des Feindes eine um so größere Erschütterung erfahren, (Fortsetzung auf Seite 2)

kinbruchsstellen wurden abgeriegelt

Zerstörungsangriffe der Luftwaffe gegen die rückwärtigen Verbindungen der Sowjets

Aus dem Führerhauptquartier, 2. Jan. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im Osten setzte der Feind seine Angriffe an zahlreichen Stellen fort. Einzelne Einbruchsstellen wurden abgerie­gelt, andere im Gegenstoß beseitigt. Die Lustwafse unterstützte den Abwehrkampf des Heeres und führte Zerstörnngsangrifse gegen die rückwärtigen Verbindun­gen des Feindes. Starke Kampf- und Jagdsliegerver- bände bekämpften auch gestern die bei Feodosija auf der Krim gelandeten feindlichen Kräfte sowie die Hafenanlagen. Ein Handelsschiff mittlerer Größe und ein kleines Kriegsschiff wurden versenkt, drei größere Frachter in Brand geworfen und vier Transporter schwer beschädigt. In Nordafrika fanden auf der Erde keine größeren Kampfhandlungen statt. Die bei Age- dabia zurückgeworfenen Briten wurden von starken deutschen Kampssliegerverbänden angegriffen und er­litten empfindliche Verluste. Die rollenden Luftangriffe gegen Flugplätze aus der Insel Malta wurden erfolg­reich fortgesetzt. In der Zeit vom 24. bis 31. Dezember verlor die britische Luftwaffe 38 Flugzeuge, davon 33 über dem Mittelmeer und in Nordasrika. Während der gleichen Zeit gingen im Kamps gegen Großbritannien 18 eigene Flugzeuge verloren."

Im Novdabschnitt der Ostfront' säuberten deutsche Truppen am 1. Januar das Gelände von »etndlichen Teilen, die an mehreren Stellen in die deutschen Linien eingedrungen waren. Die Bolschewiken wurden in har­tem Nahkampf geworfen. Eine Feindgruppe, die im

Dunkel der Nacht versucht hatte, einen Fluß zu über schreiten, wurde zersprengt und zum Teil vernichtet. Ob wohl die Kälte an der finnischen Front weiter anstieg, unternahmen die Bolschewisten am 31. Dezember meh­rere Angriffe, die jedoch unter blutigen Verlusten für den Feind zurückgeschlagen werden konnten. Finnische Marine- und Küstenschutzeinheiten gingen gegen eine Insel in der nordöstlichen Bucht des Onega-Sees vor und vertrieben dort den Gegner, der sich zeitweilig wie­der in den Besitz dieser Insel gesetzt hatte. Nach Abschluß dieser Kampfhandlungen, die mit der Wiedergewinnung der Insel durch die Finnen endigten, lagen über hun­dert Gefallene auf dem Gelände. Ein weiteres finni­sches Unternehmen gegen die Insel Someri, die 50 Kilometer slldostwärts Kotka im Finnischen Meerbusen liegt, verlief ebenfalls erfolgreich. Die Insel ist fest in finnischer Hand; sie wurde von den Sowjets während des Winterkrieges als Ausgangspunkt zum Angriff ge­gen die slldfinnische Küste benutzt. Die Gebäude auf det Insel stich zum größten Teil unversehrt geblieben.

Die deutsche Luftwaffe setzte in der Nacht zum 2. Ja nuar ihre Angriffe auf weite feindliche Fronträume fort. Die Festung Sewastopol wurde bombardiert und die Ausladungen der Bolschewisten bei Feodosia auch während der Nacht wirkungsvoll gestört. Außer mehre­ren Einsätzen gegen zum Teil dichtbelegte Nachschubstra­ßen im rückwärtigen Gebiet des Feindes flogen einige Kampfflugzeuge auch einen nächtlichen Angriff gegen kriegswichtige Ziele in Moskau.

Wie die USfl. pazifikfiotte zerlziimmert wurde!

Japanische sliegerosfiziere schildern den japanischen vlihangriss auf pearl harbour

Tokio, 2. Januar. „Angriff auf Oahul Endlich war der Befehl gekommen. Ungeheure Spannung herrscht unter den Offizieren und Mannschaften unseres Flugzeugträgers." So beginnt der Kommandeur des ja­panischen Luftgeschwaders, das den Angriff auf Pearl Harbour durchführte, nach seiner Rückkehr nach Tokio seinen Bericht.

„Am Flaggschiff geht die Siegesfahne des Admirals Hechachiro Togo hoch, die gleiche Flagge, die auf seinem Schlachtschiff wehte, als im KaMpf im japani­schen Meer die russische Flotte vernichtet wurde. Sie rief uns den Befehl des verehrten Admirals in die Er­innerung zurück, den er zu Beginn dieses Kampfes gab und der lautete: Das Schicksal unseres Empires hängt von dieser Schlacht ab! Männer! Kämpft mit all eurem Einsatz!"

„Es ist eine bekannte Tatsache", so führt der Ge­schwaderkommandeur in seiner spannenden Schilderung des Angriffsverlaufs auf Oahu fort. „daß in der Süd- see selbst bei schlechtem Wetter immer noch die Möglich­keit besteht, 30 bis 50 Seemeilen weit zu sehen. So be­steht also auch die Gefahr, daß wir vor dem Eintreffen Des ersten Geschwaders über Hawai von den dortigen 1000 Meter hohen Bergen aus lange vor der Ankunft bemerkt werden. Doch nichts erfolgt.

Schon sind wir über Oahu. Die geschlossenen For­mationen erhalten den Befehl, auseinanderzuziehen und die jeweils festgesetzten Ziele planmäßig anzugreifen. Unter uns liegt jetzt die USA.-Pazifikslotte. Die Ma­schinen setzen zum Sturzflug an. Zwei Torpedos wer­den abgeschossen. An einem Schlachtschiff spritzt eine hohe Wassersäule auf, während ein zweites Schiff einen direkten Treffer erhält. Weitere Torpedos folgen. Die Luft erzittert unter den schweren Angriffen. Schifssteile und Splitter werden ausgewirbelt. Dieser Angriff dauert drei bis vier Minuten. Weder feindliche Ma­schinen tauchen auf, noch erhalten wir Abwehrfeuer. Hawai scheint zu schlafen.

Ueber dem Flugfeld werfen nun unsere Bomber ihre uveren Äasten ab, die das Rollfeld ebenso wie die ort startbereit stehenden Maschinen und Hallenanlagen

in ein rjesiges Meer von Feuer und Rauch hüllen. Jetzt beginnen vereinzelt Flakgeschütze mit ihrem Abwehr­feuer, das jedoch vermutlich infolge großer Nervosität vorläufig noch völlig ungenau liegt. Ich gebe Befehl zu neuem Bombenangriff auf die feindlichen Schiffe.. Eine Bombe trifft das Schiffsmagazin und läßt das Schlachtschiff auseinanderbersten. Oel läuft aus und bedeckt weithin das Wasser mit einer dicken schwarzen Schicht. Das Schlachtschiff war vom „Arizona"-Typ, und meine Kameraden brechen in „Banzai"-Rufe aus.

Das Abwehrfeuer liegt inzwischen genauer. Eine Maschine unserer Formation wird getroffen, und ich bemerke, wie der Tank ausläuft. Trotzdem folgen uns auch diese Kameraden, die offenbar die Maschine erst nach erfolgten: Bombenangriff aufgeben wollen. Ich funke die Maschine um einen Bericht an und erhalte hie Antwort, daß nur der Reservetank getroffen worden ist. Obgleich ich weiß, daß diese Auskunft falsch ist, erfüllt mich die Kaltblütigkeit der Kameraden mit großer Bewunderung. Unsere Sturzbomber hcchen in­zwischen weitere schwere Zerstörungen auf dem Wheeler Flugplatz angerichtet, der auch von uns erneut an­gegriffen wird.

Wieder kehren wir zurück über Pearl Harbour und nehmen als Angriffsziel zwei nebeneinander liegende Schlachtschiffe. Da der Hafen keine Möglichkeit für einen Angriff in geschlossener Formation bot, mußten die Maschinen zu Einzelangrisfen übergehen. Ich be­merke, wie zwei Schlachtschiffe sanken. Auch ein drittes Schiff legte sich auf die Seite und verschwand langsam in den Fluten. Dieser Angriff dauerte 20 oder viel­leicht 40 Minuten.

Die Maschinen sammelten sich nunmehr zur Rückkehr zu ihrem Flugzeugträger, da bereits eine zweite For­mation von dort zu einem weiteren Angriff auf Oahu startete. Wir wußten, daß die Erfüllung ihrer Auf­gabe, nämlich die Vernichtung der noch verbliebenen feindlichen Schiffe, nicht so leicht sein würde, da in­zwischen das Abwehrfeuer des Feindes qn Stärke zu­genommen hatte und die Flakgeschütze jetzt auf die An­greifer eingeschossen waren."

Ein japanischer Fliegermajor schildert den Angriff vom 8. Dezember um 7.12 Uhr wie folgt:

„Die für den Angriff ausersehenen Flugzeuge starte­ten bei starkem 17-Meter-Nordostwind um Mitternacht von ihrem Flugzeugträger, während dicke Wolken den Himmel in einer Höhe von 1500 bis 2000 Meter be­deckten. Als die Oahu-Jnsel schließlich in Sicht war, war keine einzige Rauchsäule von den feindlichen Kriegsschiffen zu entdecken, obwohl die gesamte Pazifik­flotte dort in einer doppelten Reihe vor Anker lag. Durch den Angriff wurde der Feind vollkommen über­rascht mit der Folge, daß während der ersten Angrifss- welle, die nur kurz drei bis vier Minuten dauerte, überhaupt keine Gegenwirkung zu verspüren war.

Die gesamte Formation stürzte herunter auf die schlafenden Kriegsschiffe, als ob sie nur ein einziges Flugzeug wäre. und ließen einen Torpedo nach dem anderen fallen, wodurch furchtbare Zerstörungen ange­richtet wurden. Aeußerst starke Luftströmungen behin­derten das genaue Zielen, trotzdem gelang es den gut ausgebildeten Fliegern, ihre Schüsse mit unfehlbarer Sicherheit anzubringen, indem sie ihre Torpedos aus einer Höhe von 200— 300 Meter fallen ließen.

Später traten die amerikanischen Flakbatterien in Aktion. Die Japaner setzten jedoch ihre Sturzflüge mit unverringerter Intensität, fort. Der Fliegermajor wendete sich sodann nach dem Wheeler-Flugplatz, wo er bereits 200 Kameraden, — Kampfbomber — vorfand, die den Flugplatz, die Hangars und die Flugzeuge mit ihren Bomben in Stücke warfen. Die feindlichen Flug­zeuge auf dem Felde wurden vollkommen vernichtet, da sie infolge der Schnelligkeit des japanischen Angriffes keine Zeit hatten, sich vom Boden zu erheben.

Als der Angriff beendet war, konnte der Flieger­major ein Schlachtschiff sehen, das in der Mitte aus- einandergebrochen war, ferner zwei weitere, die rasch im Sinken begriffen waren und drei, die in Brand standen, sowie auch noch andere Kriegsschiffe, die eines nach dem anderen bei der Fords-Jnsel zerstört worden waren. Als die erste Gruppe von Flugzeugen wieder zurückkehrte, schien die Sonne über dem zerstörten Pearl Harbour. Bei der Rückkehr des Fliegermajors startete eine andere Gruppe, um die Angriffe fortzusetzen.

370 Millionen Menschen ohne Freiheit

rck. Berlin, 2. Januar. Im Höhenkurort Simla, dem Sitz der Regierung des Vizekönigs Linlithgow herrscht um die Jahreswende kriegerischer Hochbetrieb. Vorbei ist die Zeit, in der der englische Despot in diesem Märchenland der Erde träumen kann das sich von den Firnen des Himalaya in endloser Weite zum Ozean hin erstreckt, so groß wie Europa, in vierfachem Um­fang des Großdeutschen Reiches, vom Herrgott gesegnet mit ungeheuren Naturschätzen, und doch ein Sklavenland für die 370 Millionen Bewohner, die in Not und Elend feit 184 Jahren den englischen Ausbeutern ausgeliefert sind.

Vorbei ist die Ruhe — denn an die Tortz Indiens pocht der Krieg, von der Malayen-,Halbinsel her kom­men die Siegesmeldungen der Japaner, die eine neue Zeit der Freiheit für die asiatischen Völker künden. Freiheit! Ein Wort, das die Massen der Inder ent­zündet, so als ob das Jahr 1857 wieder auferstanden wäre. als das Riesenreich den großen Freiheitskampf führte, aus dem die englisch« Herrschaft nur deshalb unbesiegt hervorging, wett der Zufall einer vorzeitigen Aktion indischer Verschworener den Briten zu Hilfe ge­kommen war. Wieder durchzieht derselbe Ruf das Land und breitet schweres Gewölk über die luxuriösen Re­gierungspaläste von Simla. Auf Malaya haben indische Truppen britische Offiziere erschlagen. Bataillone in­discher Truppen sind zu den Japanern übergegangen. Die 400 000 Inder, die auf der Malayen-Halbinsel siedeln, sympathisieren offen mit den Japanern. Die indischen Parteien rücken immer mehr von der Regierung ab, alle großen Organisationen weigern sich. Vertretungen in den neu geschaffenen Regierungsbeirat zu entsenden.

Eine Armee von 1 Million Mann will Linlithgow ausstellen Wo bleiben die Rekruten, sind Verschwörer am Werk die sie abhalten, in Englands Dienste zu treten? Warum lachen die Inder über die ungezählten englischen Autos, die mit Propaganda-Broschüren durch das Land rasen? Warum lächeln sie über die Parole: „Krieg für Freiheit und Demokratie"! Zu diesen Sorgen kommen für den Vizekönig' diese lästigen Telegramme aus London mit den Befehlen, um jeden Preis dieses Herzstück des Empire zu halten, ein Ziel, dem die bri­tische Strategie in diesem Kriege dienen wollte, als es den Iran, als es den Irak überfiel, um zumindest einen Landweg zur indischen Schatzkammer offen zu halten. Linlithgow sieht sich einer Aufgabe gegenüber, die kaum zu lösen ist . . .

Denn zu klar steht der Sinn der englischen Politik vor jedem Inder. Man hat während des Weltkrieges die englische Botschaft vernommen, daß Indien die Frei­heit erlangen werde, wenn es die geforderten Blutopfer für England bringen werde. Hunderttausend« indischer Soldaten haben den Tod gefunden. Als aber die Inder die Einlösung des Versprechens von London verlangten, ließen die englischen Machthaber unter den Demon­stranten ein riesiges Blurbad anrichten. Mehr denn je lag Indien in britischen Fesseln, und, da der Krieg das britische Empire in allen Teilen der Welt erzittern läßt und vor allem im Fernen Osten die wichtigsten Posi­tionen wanken, da glaubt London neuerdings, mit Ver­sprechungen die Riesenkräfte dieses Landes für sich mo­bilisieren zu können. Wieder versprach man Indien das Dominionstatut, wenn es nunmehr mit vollen Kräften die englische Sache unterstütze. Niemand jedoch glaubte in Indien daran, um so weniger, als die Londoner Re­gierung ein verwirrtes Stufensystem zur Erreichung dieses Grades von Selbstverwaltung in Aussicht gestellt hatte. Keinen Wechsel für die Zukunft, sondern sofortige Beweise für den guten Willen Englands verlangten die indischen Führer. London war scheinbar dazu bereit, maßgebende indische Persönlichkeiten in .die Regierung zu berufen, gründete einen Beirat, zu dem die größten indischen Organisationen ihre Vertreter entsenden soll­ten. Sie lehnten ab! Das war ein Alarmsignal für den hochmütigen Linlithgow, der noch immer mit der Un­einigkeit der verschiedenen Parteien rechnete. Der Ar­beitsausschuß des allindischen Kongresses, der die große Mehrheit des indischen Volkes vertritt, verlangte Taten statt Worte.

Der Ernst dieser Entschlüsse, sich nicht mehr durch Versprechungen abspeisen zu lassen, wurde nun zur Jahreswende blitzartig durch die Tatsache beleuchtet, daß Gandhi seinen Rücktritt von der Führerschaft des Kongresses erklären mußte, da der Exekutivausschuß

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Zur Jahreswende wechselte der Führer mit ver­schiedenen Staatsoberhäuptern Glückwunschtele­gramme.

Die an zahlreichen Abschnitten der Ostfront ange­setzten Vorstöße der Sowjets verliefen bei blutige» Feindverluste» ergebnislos.

Die Japaner sind in Manila einmarschiert. Japanische Fliegeroffiziere geben dramatische Augen­zeugenberichte von dem historischen Angriff aus Pearl Harbour.

Trotz der strategischen Rummelszenen in Washing­ton hat sich der britischen Oeffentlichkeit eine tiefe Niedergeschlagenheit über die glänzenden Waffen- erfolge der Japaner bemächtigt.

Mit Erlaß des Regierenden Bürgermeisters vom 31. 12. 1941 wird in Vremen die Staatliche For­schungsstelle für Kolonialwirtschaft errichtet.

Heute und morgen steht Bremen im Zeichen des Gauspendentages für das Kriegswrnterhilfswerk.